Landwirtschaft und Gartenbau
Don
UnhrautDertügunq.
Landwirischaftsrat ® (af et-Lauterbach
bet Beben begrünte sich mit bet Saat, d'c Han« gesät hatte. Er hatte sich schon an ben Gedanken gehöhnt, Bauer zu werben und bk Welt tu vergessen. Dicht baß er die Menschen tn^gcfamt gehabt oder mir Uebles iron ihnen gedacht hätte, aber sein Herz war noch zu wund, um ihre lauten Stimmen zu ertragen, und er bildete sich ein, ohne |k auskommen zu Eömcn. Doch ahne bah er es ahnte, waren sie sch>n zu ihm gekommen, er war nicht mehr isoliert in seinem selbstsüchtigen Schmerz, sondern schaxinun im groben Strom mit unb hörte fern vielstimmiges
Kleeheu -Fütterung an Pferde.
Mancher Pferdebel ihre glaubt feinen Slettn etwas zugute zu tun. toenn er ihnen reichlich Kleeheu verabreicht. Trm ist aber in H'irtliQlrit nicht so Ganz besondere Vorjich. u‘! geboten, wenn der Klee turz vor und tnäbrenb Der Blüte gemäht tourbe. Klceheu ist reich an Ä weift und verschiedenen hitzigen Swffen. Starke Kleeheu- füllerung kann bei Pferden leicht zu 2Qflcn- und Gcbirneichrankungen fuhren Dazu werd« btc Pferde, welche vie. Kleeheu erhalten, etwas aufgeschwemmt und kommen leicht m Schweift selbst bei weniger anstrengender Arbeit
gewordenem RadTalftternng ber grt>ß2n 2öeae> Essen und des einfachen gebildet« Mittelstandes in Japan die große Gefahr einer dauernden inneren Krise tn sich und damit eine verstärkte außenpolitische lZahmlegang de- Mikado- reiches, die an sich schon durch das Erdbeben- unglücr in nicht geringen Mähen vorhanden ist. Dieser Zustand bedeutet eine wachsende Stärkung ber angelsächsischen ,H>dbnarftfte[Iu r.g. 2brch die Verständigung zwisch« Rußland und Japan muh durch innercholittschc Krilen Japans ins Stocken geraten. Japan ist als Weltmacht in den Hintergrund geraten. Sv zeigt sich auch hier die in Deutschland nicht unbekannte Erfahrung, baf, häuslicher Streit im Innern in erster Linie ein autzendolitischer Dorteil für den wktschc.filichen und politischen Kontrahenten und Gegner ist.
Turnen, Sport und Spiel.
* Richtigstellung. Linser Ski-Bericht- crflatter schreibt und: Leider ist in dem Bericht über die Gtiwettläufe am Schi ffenberg in der Mitt'.voch-Rummer Ihres Blattes ein Irrtum unterlaufen. Bei Erwähnung des Ge- schickttchkeitslaufes steht: ^G. Schmidt - Gie - st en und Zemdt-Wetzlar bei gleicher Bewertung ben 2. Preis." Es muh richtig Heiden: H. Schmidt-Grünberg.
Hermann Alt hatte ihm Bücher geschickt, eins ganze Kiste voll, unb schickte unverdrossen immer neue, als trübte er, was dem Freunde nottat. Anfangs hatte Hans nur wenige Seiten lesen Lim«, dann wurde er von feinen eigenen Gedanken überwältigt.
Allmählich erweiterte das Tor seiner Seele sich, und er wurde gezwungen, den fremden Stimmen zu antworten. Qfbcr das Lebendige in seiner ®cele war immer noch der Schwerz, der Dunkel suchte unb Selbstbestätiguna, und alle Bücher, die der groben Toten sowohl Ne ber Lebenden. kündeten ihm nur von bem Einen, der Allmacht des Leids
Sines Dochts, nachdem er lange gelesen, saft er am offenen Fenster seiner dunklen Stube und blickte auf den m-mdbeschienenen Hos hinaus, auf befkr engem Bezirk ein uralter Birnbaum stand: ber Blitz hatte ihn gespalten, so da ft von den beiden Hauptästen, tn die der Stamm sich gabelte, nur noch der kleinere übrig war. De Bauersfrau hatte ihm erzählt, daft ihr Sohn den Kr-üppel von Baum, ber den Hof verunzierte, hatte um- fägen. daft sie es aber nicht hatte dulden wollen, da er schon vom Großvater gepflanzt fet und
immer noch jedes Jahr hübsche Früch e trage. Während seine Blüten wie blasse Mondlicht- tropfen nieberfielen. dachte Hans an den Birnbaum im heimatlichen Garten, an die Spiele, die er damals gespielt, unb die Träume, die er damals geträumt. Beides war verweht, unb ihn. ben Mann. verband kaum etwas anderes als Wehmut mit bem spielenden, träumenden Knaben. Versonnen blickte er auf den Himmel, auf das tragisch groteSke Spiel ber 'Ibotfen, die, vom falten Dollrnonblicht zu gespenstischen Leben entfacht, mythischen Ungeheuern glichen, die einen wilden Kamps aufführen. Und seine trauerbela- bcnc Seele wanderte über Schlachtfelder, über Moräste, aus denen Leichen ragten, über Schnee, der mit Blut gerötet war.
Als er nach eines Gedankens Länge ben Blick dann wieder aus den Himmel richtete, war alles verschwunden, das kalte Dund des Mondes schwebte einsam im rauch grn Blau. Alles war verschwunden in eines Gedankens Augenblick, wie vor dem Gedankenblitz ber Ewigkeit Menschen- unb Döllerschicksal« sich absptellen unb das Antlitz der Erde sich verwandelt- Dur eben, daft ber einzelne sein Schicksal als seine Etmgkrit empfand. Aber noch rascher und unmerkbarer als am Himmel wechselte in dem Beschauer bk Szenerie: eine linde, monderhellte Sommernacht stieg empor, in ber ein junger Mensch, weniger vom Dein als von Jugend unb Glück berauscht, das volle Glas ins Finstere geleert und Gott mit dem vermessenen Wunsch her auSget ordert hatte: er habe genug von Liebesglanz unb sorglosem Iugendakück, ex sehne sich nach Schmerz unb Leid, denn *>ivb fet reicher als Salomo. Unb dieser Mensch war er selbst gewesen und Gott hatte feinen Wm^ch erfüllt und die Dermesfenheit eines Augenblicks zu fetnem Schickt« s gemacht
Jur Maisfütterung
Dachdem btc Papiergelbflut tm Berschwinben unb unser Währungssystem wieder in eine fteliqc, normale Bahn geleitet ist, werden unserer Landwirtschaft wohl auch bald wieder die so schwer entbehrlichen ausländischen Futtermlltel zugesühri werben, unter denen ber Mais eine Hauptrolle spielt.
Mais ist ein sehr bekömmliches stärkemehl- haltigeS Kraftfutter, baS von ben meisten 2iet#ci gern genommen und auch gut verbaut wird. Pferden gibt man den Mais leicht gebr.^hen ober grob geschrotet mit ber üblichen Häckselmenge, ent webet trocken ober leicht angefeuchtet De» Hälfte ber üblichen Äraftfuttcrrafion kann durch DlaiS erseht werden. Dor allem aber ist der Mais ein gutes Mastfutter und darum ganz vorzüglich geeignet bei der Mästung von Rindern, Schweinen und Schafen. Bei Rindern und Schafen wird durch daS leichtflüssige Oel des Maises die Gerirrnbarkeit des Tals.es vermindert und die Beschaffenheit des Fleisches verbessert Bei Mastschweinen kann allerdings durch zu reichliches Maisfutter der Speck ölig und daS Fleisch weichlich werden, doch kann hier ohne Dachtelle gut die Hälfte des Futters aus MaiS bestehen Dlais- füttenmg beeinflußt auch den Fettgehalt der Milch in günstiger Weise, jedoch dürfen nicht zu große Gaben Mai» an Milchri-h gefüttert ater* den. da sonst die Butter eine zu weiche Bo- fchaffenheit erhält. Da der MaiS zu sehr mästet, kann er bei der Aufzucht von Fohlen unb Kälbern
Ms HanS sich bcHen bewußt würbe, wat ihm. als versänke er tn sich wie m fein eiq~<c4 unb die Angst, die ihn umwehte, war der Hauch des Sterbens, und die Traurigkeit war die Traurigkeit, mit der daS Dichts erfüllt ist. Aber ^k. glitt er zugleich in eine noch tiefere Weit . . . ober tnar eö so. baß ber ge- heimnkvrlle Theotermerster In f?t?xr äsk eine neue Bühme emvorst<-igen lleft, mt neu-.i Hinter- qrünben imb Kulissen urtb mi M Jctven. bie lachten unb litten, blutdurchpulst. körperhaft dir einen. schemenhaft bie anderen ib:r all? von seltsam überlebtnblgcr Eindringlich.'eit. unb doch nur von den Strömen fernes tig.nen Lebens
®r saft mit aufwäri» gerichte:em Gesicht, in einem Zustand zugleich stillen Empfangens unb höchster Gespanntheit. Es war ein-? wundervoll gesegnete Dacht, unb sie verging, ohne daß er es merkte.
Dies geheimnisvolle ander: Sebe.t lehrte feil* dem immer wieder unb wurde schl eftlich sei« eigentliches Leben. Aber je mehr es tn f-iner Seele heimisch wurde, desto mehr wurde seine Bergan gen heil ihm toirllich zum Schicksa'. wurde formende und nährende Kraft, wie ber Schrie des Minters tm Frühjahr al» Quelle au» der Erde emporsteigt.
Eines Tages schrieb et an Hermann All: Meine Tage gehen immer noch ohne äußere Ereignisse Hw, nur unendlich ttfel schneller. M-ii* gute alte Bäuerin ist v lleichr nich- mehr s» zufrieden mit mfr Vie früher, wenn «te auch noch n'cht gemurrt hav Aber ich glaube. Golt hat mich doch zu anderer 2lrd.it bestimmt Do, welcher 2lri die ist. bas laß noch eine Weile mein Geheimnis sein.
Iwei Freunde.
Roman von Wilhelm Hegeler.
(Schluß.)
Dachl-nn HanS das Dötige besorgt halle, machte er sich wieder über das Holz her. 2lls e» dunkel geworden war. setzte er sich zu ferner Arbeitg?b -rin fci die Stube und mußte ein scharfes Derhör über sich ergeben lassen, woher er käme, warum er sich tm ßanb herum:r ebe und was für eine Ar! Mensch ■nftnb er überhaupt wäre. Han» cczäMtc der Dctbrd.üt gemäß. Saß während feiner la gro Abw.-enh-.nt fehle Angehörigen gestorben sc kn und daß ihm deshalb der Autenthalt in ferner Heimat verleidet fei Er wolle sich ankerÄr eine neue Sristenz schaffen. her aber tür» eilte blciben. da er Geld erwarte. Sr sei i.n. ar ein Stadtmenfch, habe tn Rußland aber die Bauernarb.it gelernt, und wenn'» der Frau Grift redü wäre, wollte er tbi einstwellen die Wirtschaft besorgen. Diese nrrinlc. eS wäre was Doll cs. wie« jetzt in der Welt zuginge, unb baß bie Stabrmenschen Dauern werden wollten. Aber im Dorf fei >rit mehreren Jahren rin russischer Gefangener, reicher Leute Sohn der in seinem gcbrodxmen Deutsch radebteche Früher alles Knecht, jetzt alles ichi" und zur Zufriedenheit seines Bauern die Arbeit verrichte. So möge er's auch versuchen.
2lcht Tage waren vergangen. Hans hatte Geld befommen. aber anstatt wieder seinen Wan- derstob zu ergreifen, siedelte er ganz zu der Bäuerin über, unb da die Zeit der Frübiahrs- bestellung gekommen war, so pflügte er ihr mit einem g liehenen Pferd das Kariof^elland und den Kleeacker. Und wieder vergingen Wochen, per Schnee schmolz die Luft würd' linder, und
mdt Der Oaatgutreinigung mu 6c- sondere Sorgfalt zugewendek w rden. Es gibt jetzt vorzügliche Maschinen, welche, wenn sie f.tr den ernze.n'n lleinen Landwtr: »u teuer fi:ib. von m:h eren. ober von der Gemeind' angef4>af‘t werden müßten. ES muß lor fäitieg darauf geachtet werben, daß i».n ilnlr.iutf.imen auf den Stallmist lern nt Zu verfütternd r Samen muß gekocht oder geschrotet UKTbcit Da ber Soden voller llnfrdutiamen steckt, welcher bis za 6? Jahre nachweisbar bei manche!, Sorten le.m- fäyig bleiben könne, so muß diesem Samen zur Keinnina durch geeignete Bodenbearbeitung Gelegenheit geboten werden um die jungen Pflänzchen dann zu zerstören Das Schilen unmittelbar noch dem Schneiden des Ge'reibes. die Bearbeitung mit Dilze. .»rubecr, .jeb.-r- zahnkulli'vator. das Abschi äs n der vor Winter gepflügt-.t Felder im Frihjahr. diS 3jgen deo Weizm» im April un) dasjenige des Hisers und dec Gerste, wenn sie daS fünfte Blill cnuvickrit haben, vernichtet das aufge infene llnfraut Jäten, Hacken und AuSstechei müssen un 'Anwendung kommen Blattreiche Pflanzen, wie Stc Wicken erdrücken die Qu 'den. beim Grünfallerbau wird ausgelaufenes und geschoßtes ilnkrauk vor ber Samenrrife abgemaht.
Don chemischen Mitteln ist zur Berillg-'N-z des Hederichs, d's SenfS und a11dy--bcr Acker bißet die Anwendung von 2—3 Dz Kalktickftvff ober 6—10 Dz feingemahlener Kam t auf de taufeuchten Blätter ausg stre.it zu empf.hlen Um Flughafer zu vertilgen bars meh er' Iihrr Tin Hafer auf dem verseuchten Feld angebaut werde-'. Ueberhaup: ist ein sicheres und b.trdjgrrif-nbeo Unk^autbckämpkungsmill l eine gute, d n natürlichen Derhältnifsen angepaßte '«^ruchtso'ge
Die Bekam furg ber Wielen mfraater Kerbe . Kälberkrops unb B^r nllau aeicht ht burch flirt- KaliphoSphatbüngung. 21bwriben b Wiefe.i lis Ende Mai und -ochmiligeS Wend n nach der Heuernte. Unter Umstand«! muß di sc Ar: der Wiesenbewirtfchastung mehrere Iihre binta einander burchgcführt werden. Klavperiops ttHjb durch srühzeitige^ Mähen am 2fuelam.cn verhindert und die Herbstzeitlose wird durch lorg- fällige» und vorlichtiges 2luszicden der Bläne- mit bem langen weiften Stengel im Monat Mai am sichersten vernichtet.
Beim Kamps: gegen da» Unfrau» darf nicht erlahmt werden. Wer mit Ausbauei unb Um sicht ihn burchführi, bleibt lieget.
Toller, btc ynr Samstag und JUonlag aut bem Spiekplan des SchauIptrihau»cs ftanb, M abgesetzt unb burch andere Stücke erietzt worden. Wie amtlich m .‘.geteilt wird, hat das 2Et- nifterium für 23o(teb;lbung ungeordnet, daß wegen der planmäßigen Störung der gestrigen Erstaufführung der Zragöbk gegen diejenigen Drtellta- ten, welche der Dis'.iplmargewalt öffentlicher Hoch- öder höherer Schulen unter flehen, rin Diszip - linarverja hren eingelritel wird. Don deutschnationaler Seite ist im Landtag etn Antrag ein^ebracht worden, die Aegterung :a ersuchen, bte 2lufführung des Stückes zu verbieten.
Schweres GxplOswnstmgluck.
Berlin, 18. Jan. Dach einer Meldung des .Berliner Tageblatts" aus Hut sch in hat sich im .Anielm-Schacht" im Schiehpuloerlagor eine schwere Skvlosion ereignet. Mehr alS fünf Zentner Dynamit siad explodiert. Der gan*c Lagerraum ist in die Luft geflogen. Dier Qlrbeiter wurden getötet
Kämpfe mit einem Schtoerverbrechrr.
Zülltchau. 18. Ian. AlS der 2kheiler Kubasik in Leimnitz in der Dach», zum Donnerstag von zwei Landjägern wegen verschiedener Straftaten verhaftet werden '^llte. verletzte er ben einen leicht, den anderen schwer durch Schüsse und entfloh. (Sin 2anbjägermeiftcr aas Schwiebus. der den Derbrecher heate früh verhaften vwtlte, wurde von diesem erschossen. Als nunmehr em Kommando des Züllichauer DeiterregimcntS unter Führung des LandratS zur Festnahme des Verbrechers in Lrimnitz rin- traf, tötete sich ber Verbrecher durch einen Schaft.
Die Schatze bei Einsiedlers.
Der Tod dcS Grafen Gaetano Bon orts, der in st längster Abgeschiedenheit seit vielen Jahren in feiner Burg bei Mantua lebte, hat endlich die Oesfrntlichkeit über die Schätze dieses merckwürdigen Einsiedlers aufgeklärt, von denen man vorher nur Ungewisses gemunkelt hatte. Da außer einigen streng verschwiegenen Dienern niemand zu dem Sonderling Zutritt hatte, so waren die fabelhaftesten Gerüchte über die bei ihm aufgehäuften Reichtümer im Umlauf. Alö die Testamentsvvllsttecker die feit Jahren jedem Besucher streng verschlossene Burg betraten, bot sich ihnen ein Anblick fron geradezu märchenhafter Pracht. Das Schloß war mit den herrlichsten Kunstwerken au» allen Lei - len der Welt angefüllt und enthielt criiaun- llche Schätze. Banknoten in einem Gesamt- trert von mehreren 10 Millionen Lire wurden in verschiedenen Verstecken entdeckt, die tn allen Teilen des »reiten Hauses lagen. Ginc mit schweren Schlossern verschlossene Kiste enthiell em? große Menge Goldmünzen: eine andere war mit kostbaren Juwelen aller Art gefüllt, die cm riesiges Der-mögen darstellen. Im ganzen fhib die hier aufgchäuften Schätze so groß, Daß man ihren Wert bisher auch noch nicht annähernd angeben konnte. Besonders crundeivoll war das Schlasz immer des SinsirdlerS ausgcstattet 'Die Wände sind mit schönen Gemälden unb ben herrlichsten Gobelin» bedeckt. Der Graf entfaltet* bereits bei Lebzeiten eine große Wohltätigkeit und hat sein ganzes Geld der Apostolischen Kongreaativn hinterlassen. Die Einrichtung deS Schlosses erbt ein 2ktter, dem aber streng verboten ist, etwa» zu verkaufen. Wenn er das geringste veräußert, so fällt die ganze Besitzung an den Magistrat der kleinen Stadt Monttch^iri.
Spiezplan der frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 20. Januar: nach.n. 3 Uhr: Prinzessin Huschewind: abends 7 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag. 21 : Der fliegende Holländer. Dienstag, 22.: Madame Butterfly. Mittwoch, 23 : Der Schatzgräber. Donnerstag, 24.: Margarethe. Freitag. 25.: Die Fledermaus. Samstag, 26.: Der einzige Mann. Sonntag, 27.: Die Zauberflöte.
Schauspielhaus. Somllag. 20. Januar: Dasantasena. Montag, 21.: DasantascmL Dienstag. 22.: Kalir. Mittwoch, 23.: Hamlet m Kräh- winkel. Donnerstag, 24.: Tafantafcna. Freitag, 25.: Alt-Heidelberg. Samstag, 26.: Deburca.i. Sonntag. 27.: nachm. 3'/, Uhr Dorfprach, hierauf: Alt-Frankfurt: abends 7l/j Uhr: Dasantafena.
Aus Stadt und Land.
Gießen, ben 19. Januar 1924.
rm. Oberstaatsanwalt Wünzer, ber als Jurist toi■- als Landtagsabgeordn ter dcr Deutschen Dolkspariei. nicht zuletzt aber auch ald eifriger Tourist und verdientes Mitgli'd des Odentoalbllubs in weiten Kreisen Heftens viele Freunde und Verehrer besitzt, ick infolge eines Unfalles schwer crkrinkt gew'sen so baß dieser Tage eine Amputation eines Untrrs<h-'k ls erfolgen mußte Der anfangs bebmklichr Zustand des Patienten sott sich jetzt Oerirt gebessert haben, daß ec in Kürze da» Bett toicber verlassen kann.
** Aufgerusene» Dotgclb. Laut Berl. Tageblatt" ruft bas Dcichsflninzmlni- sterium im Drnvemehmen mit ben Landesbehör- ben bas weitbcstänbige aas Goldmark lau- tenbe 2!otgcld, bcssen 2lus»ck elfer in ben Provinzen Brandenburg, Pommero, SchleStoig-Holstein, in den unbesetzten Teilen derRheinpro- vinz. der Provinz OMlfalcn, in den Öänbc-m 2llecklenburg-Schwcrin und Strelih. Thüringen, Anhalt, Bremen und Lippe ihren Sitz haben' mit Wirkung vom 25. Januar ab auf. Die Din- losungssrist läuft bis zum 2 4. F e b r u a r d I. Ausgciwmmcn bleibt das Dotgeld des preußischen Staates unb baS Ototgelb ber beutschen Drichs- bahn
Kreis Büdingen.
X Orten berg, 18 Jan. Die Diakvnifte ber hiesg-n Krankenschwesterstation nach'e im Jahre 1923 in 34 Gemeinben unb 140 Familien 4987 Krankenbesuche unb hielt 5 Tagpflegen unb 8 Dachtwachen ab Es fallen auf bie Gemeinde ©eiter« 891, auf Lißberg 354, die übrigen Besuche auf Ortenberg. Diese Zahlen reden eine lebendige Sprache von der hmgebungSpotten Arbeit christlicher Liebe und «hier sozialer Betätigung der evangel. Kirche. DaS vergangene Jahr war auch in sinanzieller Hinsicht das schwerste Jahr seit Bestehen der Sektion. Wenn et ' rotzdem grlong. die Otaiicn zu erhalten, so ist da« neben b-r Treue Gottes in erster Linie ber Opf-rwrlligkcü der ©cmeinbeglicber aus den genannten Gemeinden zu verdanken. — 2lus der kirchlichen Statistik sind folgende Zahlen beachtenswert (die Zahlen in Klammern sind diejenigen von 1922): ber Kirchenbesuch der Erwachsenen betrug D Proz. (23 Proz.), der Abendmahls besuch 66 (70), die Zahl der Trauungen 6 (14), Taufen 19 (17), Konfirmanden 26 (21), Beerdigungen 8(11). die Kollekten schwankten zwischen 1000 Mk. und 2 Billionen, die milden Gaben an Dereine und Anstalten christlicher Liebe zwischen 417000 ML unb 74 Billionen, btc für kirchliche Zwecke zwischen 1 unb 27 Billionen, biejenigen an bie Orts- aemen zwischen 763 Mk und 27 Billionen In den Zahlen sind auch die Daturalgadcn an daS Elisabcthenftift und die Ort-armen eingerechnet, dagegen nicht diejenigen an die Krankenstation, die natürlich noch weit höhere Werte ausmachen. .Die Gesamtsumme aller Gaben betrug 151825 Milliarden Mark.
Heffen-Nafsau.
r fpd. Frankfurt a M, 18. Ian. 2(uf ^cm 5tönigflriner Wc« bei Oberursel fuhr ein mit zwei Knaben besetzter Schlitten rn einen Pferdeschlitten h nein. Dabei stürzte ein Pferd um und verletzte bk briden Kinder lebensgefährlich. ferner saust? ein m ' mehreren jungen Leuten besetzter Schlitten gegen eine - elegraphenstange, wobei dem einen jungen Manne die Lenkstange in den Leib bÜtft wurde. Ein anderer junger Mann, der bei dem Schlitten stand, wurde vo i vimnn nachfolgenden ©djitten um gefloßen. Dabei erlitt er eine lchwe re Gehirnerschütterung.
Dermisck)tes.
TollerS Tragödie in Dresden abgesetzt.
Dresden, 18 Ian. (Wolff.) Die Aufführung der Tragödie .Hinkenurnn" von Ernst
Zur Hebung unterer 5mter. tragen eine Anzahl Maßnahmen bei. von welchen jede einzelne niemals ben crircbten Zweck eriidien kann. Ohne UnfraulDertilqung nützt die beste Düngung wenig, denn letztere kommt auch dem Unkraut zugut: das reinste Saatgut kann sich nicht entwickeln, wenn cs in rcrunfrautetc Felder kommt, und die beste Bodenbearbeitung ist zwecklos, wenn immer toicber von neuem burch mangelhafte Kulturmaftnahmen ilnfrauttam:n dm Felbern Wiesen und Weiden -ugeführi toird. .Zahlenmäßig kann die Ertragsr-erminberung durch die Tatsache bewiesen werden, baß auf einen Hektar Haier, ber mit wildem Senf verunkraut war. nur 21,5 Dz. Körner geerntet wurden, während der banebenlicgendc, aber bespritzte Haler 32 $». an Ertrag ergab Ein Drittel der Ernte war durch- den Senf verlustig gegangen
Das älnfraut entzieht den Kulturpflanzen Wafter und Aährstosfe. Der Entzug kann beträchtlich fein So sind in 100 Teilen Ko mblu nm 2,3 Proz. Stickstoff. 3,13 Proz Kalk 154 Prez. Mali unb 0,78 Proz. Phospöeriäure. Die Un- ftäuier nehmen aber auch da» Licht ben Kulturpflanzen hinweg. Hierdurch» werden bi: ®ehTtbe- arten zu dünner Halmbildung gezwu'ige,. was ßagern und damit Ernleerschwerung undcpchmacht- kornbilbunq zu Folge hat. Manche älnfräuter, wie die Zitterwickc. Ackeiwinde, das Klebkraut und der windende Knöterich, ziehen die Getreidehalme herunter unb rufen ein Aneinanderhängen hervor: die Ackerdistel, neben dem wilden Senf unser lästigstes .Unfraut, wirkt wie die vvrhergenannlm Pflanzen emteerschwecend.
Die Samen und das Stroh können durch bad Unkraut entwertet werden. So müssen Kommde, Taumellvlch und Knoblauch aus bem Getreide durch sorgfältiges Reinigen entfernt worden, weil sonst das Mehl gesundheitsschädlich und toibedtj) wird. Der Flachs muß unftautfrei fein, wenn er spinnbare Faser liefern sott Die Unkräuter Kleescibe, Ackerwachteltoeizen, Klappertvpf unb Augentrost schmarotzen auf den Kulturpflanzen unb können sie völlig vernichten.
Die Zahl ber Unf.äuter ist sehr groß. Die tocitherbieitetftcn, am häufigsten oorfommenben in Obe: Hessen, belaufen »ich auf nicht weniger als 70 Accken. Die meisten haben eine ungeheuer große Zahl von Samen, viele bllbcn daneben noch WurzelauSläufer, Zwiebeln, Wurzelsiöcke, weiche ebenfalls zur Fortpflanzung dienen, andere haben Flugr-orrichtungen, welche »ie auf weite Strecken txrbrcilen. Uebcr bie Sauienzahl eüiiger Pilanzen sei nur folgendes angegeben: Eine Ackersenf- Pflanze Hal im Mitlei 2000 Semen und als Höch st ertrag Hal man 21360 Samenkömc- von einer Pflanze festgestellt. Tine Ackcrd'.üel hat im Mittel 6240 unb im Maxima 35 550 Sameii. Da versieht man bas Sprichwort »Unkraut vergeht nicht". Diese für bas ilnfraut günstigen Verhältnisse werden noch unterstützt durch die Der- schiebenartlakeit der Keimung der Samenruh: unb der ungleichmäßigen Keimung, welche wesentlich zur Verseuchung ber Felber beiträgt. Sv keimte der schon mehrmals erwähnte Ackersenf bei einem tm Laboratorium angestellten Versuch im ersten Jahr mit 12 Pnoz. der auSgcfäten Körner, ün zweiten Jahr mit 11 Proz.. im brüten mit 15, im vierten mit 18. im fünften nrtt 26. tm sechsten mit 3 unb im siebten mit 1 Proz.. während 14 Proz nicht keimten. Die Wurzelunkräuter sind mchilährig unb können burch bie Ackergeräte r-crschlcppt werben. Ihre GntwicklungSiätzialrit ist von ber Stärke ihrer Teile abhängig. Die Samen- unfräutcr verbleiten sich über die Umgebung ihres Stanbrries hinaus durch, Wind und Wasser, durch- ben Stattdung, bas Grünfutter, Getrribe^ ausputz. Spreu- unb Samenverjütterung. So hat man feckgcstcllt daß ber AckeZenf mit 17 Prozent der veilüttertcn Körner unb ber Wegerich mit 58 Proz. vom Rind unverbaut nnb noch völlig keimfähig ausgeschieben würbe.
Bei diesem Gewirr von Wacb3tumsbegün» fiigungen ist es einleuchtenb, baß mit einer einzigen Maßnahme der Landwirt nicht Herr des Unkiavtes werden Sein Kampf muß in Ab wehr und Dernichtung bestehen. Hierzu gehören Maßnahmen, welche der ein eine, und solche, w lche mir die Gef.ninth.'it oornebmen kann. Zu letzterem gehört daS Abniähen ber Unkräuter vor bem Sameniusfatt auf Rainen, ober die Beleittgung derselbe durch die ScMetetnigung. Ferner kann eine Samen- fangvorrichtung an Mähmaschinen to'ri- vvttste Dienste leisten Mit dieser einfachen Einrichtung. welch: an jeder Maschine mit Selbst- ableger angeschraubt werden kann (Fabri'ant Götze-Lätzen, Sachsen), wurden von einem Hektar 7Z bzw. 90 Kilogramm Unkrautsamen gefam-


