Ausgabe 
19.1.1924
 
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Samstag, 19. Januar 1924

Siebener Anzeiger (Senerai-Lnzeiger für Tverhesien)

Zweites Blatt

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Die außenpolitische Lahmlegung Japans.

Dem Tr. Paul Ostwald

3n (Japan überstürzen sich wieder etmntil innerpvlrtischen Ereignisse. 3rfi daS 2ütentat

II. Der Landcsau»schust crfläit zur sogenann hefs rschc n Frage

Txe staatliche Abgrenzung Heilens ist eine Frage, btt unter den vifeh-ttwunhcn bet groben bcutkten Poluik, nicht aber vor trgenbwelchen S v n be r i n t c res se o aus betrachrel trerben nw(k

Solange bei Zustand Völkerrecht »wrdrrger (N- wall tm besetzten (Nbtei anbauert, solange bU

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volle Souveränität des Reichs anb der öän- der tm beketen Gebiet nicht anerkannt wird, ist sebe sreiwillige Aenberungber staatlichen Zusammenhänge abzu- lehnen.

3. Da» Reich bat die Pflicht. aber auch bas alleinige Recht. inunmittclbarenBcv» banblungcn m 11 den Beiatzungs- machten ba» pvlUische Schicksal des be­ichten Gebiet cs zu regeln.

4. Der (bebanfe. u nbe l c tz t e» Debrct begl­ichen S?anbc» etnrrn, wie immer sich j;*v be; Aussicht franröfischer Be«atzung»mächte bil- benben beatmten Giicbstaate an.iagliebem, ist mit bem deutsch« Interesse t» 6 111 g u n ver­ein b a r anb beshalb durchaus zu verwerf«

5. Ten Rheindesien und den Hessen des be­ichten Gebietes zollen txxr bellten Dank für ihren heldenhaften und opfeif re.ibigen Kamps für ihr Deutschtum, der Deutschlanb wieder zur Achtung in der Welt gebracht hat und einst in besserer Zukunft feine Früchte tra­gen wird

III. Der Beamtenabbau bedroht In hohem Maste auch unsere Schulen unb damit auch die höchste Kulturausgabe des deutschrn Boltes, die Erziehung unserer Kinder. llnerläfv- Uche Sparmastnahmen zur Gesundung unserer Berhültntlse müssen da ihre Grenzen linden, wo die Heranbildung der Jugend In Frage kommt. Deamtenabbau an der Schale bedeutete Zusammenlegang unb Ucberfüdunfl der Klassen unb barmt für unsere Kinder schwere Schädigung an Gesundheit, wissenschaftlicher. sowie praktischer Ausbildung unb charakterbildenber Erziehung Deutschland aber braucht ein gesundes, gut aus­gebildetes. sittlich starkes Geschlecht. Die Frauen unb Mütter der Deutschen Bvlkspartei erheben Einspruch gegen alle Massnahmen, die diese» Ziel gesährden.

torisch? Begabung mit seinem gelehrten Studium Aus seinen Wanderunzen sammelte er die noch im Voll lebendige Ucbetlicfenmg, fein Talent volkstümlichen Reimen- brachte ihn dem W fen der Bolksdichter nahe, öo sind denn seine For­schungen über daS deutsche Volks- anb Gesell- tchafisiied, über daS Kirchenlied diejen'gTN. die die Wissenschaft am reichsten befruchtet haben und noch haute nicht veraltet sind 3n den fey'en Zähren lerne» Lebens hatte er einen Ruheposten als Bchlu>:hc1ar aus d-m schönen Sch lost Lorvey deS Herzog» von Rattbor gefunden, schrieb da­mals seine zwar etwas breiten, aber inter­essanten Memoiren .Mein Leben" unb nahm begeisterten Anteil an der von ihm so Heist er­sehnten Einig', na des Deutschen Reiche-. Am 19. Zanvar 1874 starb er; aber fern 21 nbeiden wird als daS eine- echten deutschrn Mannes, als deS Schöpfer- des Deutschland-Liedes unoergesfen fein.

Partei im ganzen jedoch noch nicht durchg -ränge» Die Drohe Koalition war eine

die innerpolitischen Ereignisse.

auf den Prinz regen len Hirvtutv bei bet Heiligkeit dieser Person ein für japanische Tfcr- hältnifse besonders ernst zu nehmender Anschlag unb alS Folge davon der Ttücftritt des erst im Herbst zusommcngetretenen Äabinett» Varna- moto. Die Ursache zu alledem ist bei asten innerpolitischen Krisen Zapans während der letz-

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nne zusamm mgetragen für bi * deutsche L te- rat'trgeschichte und Do kskunde B sonders in d'r Ersrrschung des Liebes vereinigte 'ich seine dich-

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ten Zähre in der immer wieder im japanischen Reichstag zu Fast gebrachten Regierungsvorlage über Einführung deS allgemeinen und gleichen Wahlrechts zu suchen Die beiden daS japanische Parlament «leben völlig bestimmenden Parteien, die S e i j u k a i und die K e u s e i k a l, vertreten fast ausschliest!tch die Untcrnehmerkreise und daS Kapital. Unb wenn auch die Keuseikai daS all­gemeine Wahlrecht neuerdings in ihr Programm ausgenommen hat, so ist das doch nicht ehrlich gemeint, sondern soll nur dazu dienen, dieser Oppositionspartei das parteipolitische Geschäft tm Lande zu erleichtern. Zapan sind also die sozialen Kämpfe ebnisowenig erspart geblichen wie asten anderen modernen Industriestaaten, und gerade die lebten Ereignisse zeigen unS, dast es jetzt mitten darin stecht Es hätte sich die sozialen Auseinandersetzungen unb manches andere er­leichtern können, toenn es auch hier sich die Er- sahrungen der anderen Industriestaaten zunutze gemacht hätte; aber bisher ist das nicht geschehen Vielmehr hat die Regierung auch berechtigten fetalen unb wirtschaftlichen Forderungen der Ar­beiter gegenüber nur den Weg der Gewalt unb der Hntcrbrüdung eingeschlagen Auch bie Er­nennung bcs Vicomte K i j o u r a zum Nachfolger des 2ldmirals Bamamvto läffl erwarten, bafj man auch für die nächste Zeit diesen Weg nicht ver­lassen wird DaS aber trägt bei der immer stärker

auffullcn Dieses Ziel ist beute gel<» sachlicher lieber<inrtimmuni noch nicht er­reicht Ee war sehr b dauer ich bah die Deutsch-

ging. Die naive und harmlos fröh'ichc 2latur Host mann» zeigt sich nira mös reiner und an­mutiger als in dm besten seiner Äinberlicb t, bie in ihrer An nicht übertroffen worden find Die männliche Resonanz seines liebcn-wctten Tha- rasters tönt auS den Trink- und Studenten- liebem, den vaterländischen Gesang m.

Was so manche auS der Unzahl ferner Verse, bie ihm so leicht und lebendig von den Sippen flössen, iugcnbfnfdb erhalten hast da» ist ihre Beflügelung durch den Gesang. Für Host­mann war Dichten und Singen, tote für bie alt- deu.schen Barden, gieichbed utend. .DaS wahre lyrische Dichten", sch.eibl er einmal, .erscheint mir wie ein musikalisches Komponieren mit Worten, wir schreiben stau der Töne Worte auf rh ha e mich so daran gewöhnst bah ich beinahe nie dichte, ohne zugleich zu fingm. Da er selbst ferne Roten kannte, schrieben ihm wohl Freunde die Weisen, bie er beim Dichten gelungen hatte, auf, unb man hat in neuester Z it sogar Host- mannS Bedeutung für die MusikgeIchich te entdeckst Dottschall betonte in einer f nti Dur- bigung seiner Kunst, bah .die Wirkung ber Hoffmannschen Lieder gröhkenteils auf dem brruht, waS man ihre .Inszenierung" nennen mochte. Man muhte sie fingen hören, denn eia grober Teil ihrer Pointen trat erst durch die glücklich gewäh tm Melodien hervor Der Witz lag oft in dem pikanten Kontrast zwilchen Tett und Melodie." Ms der Sänger seiner eigmen Lieder ist der Dichter so berühmt und gsterert worden.

Dieses Improvisatorische feiner Begabung be- stimmt den Eharokter sem.-r ganzen Dichtung und lieb ihn bei bestimmten Gelegenheiten bei benen sein Blut m Wallung geriet, bst glücklichsten Ton treffen Airs dem Kummer über Deutsch­lands Zerrissenheit, aus der Entrüstung über bie

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kaum hervor, blieb pastiv unb widmete sich fast nur m>ch seinen gelehrten Studien

Hoffmann ist unS ja nicht mir als Dicht«, teuer, sondern auch als einer der eifrigsten unb glücklichsten Mitarbeiter b?r Bruber Grimm bei der Schöpfung der Wissenschaft vom deut­schen Altertum und beutsct>7n Wesen Mit Simrock, Wackernngs-l u. a g hört er zu jenen liebenswerten Gestalten au» der Früh,eit der deutschen Philologie, bie sich mit Heller Begeiste­rung ia die beuische Verganaenheit veriiefien und bie so lange verschütteten Schätze von brutlcher Art unb Sitte wieder anS Licht hoben Mil «rohem Kindern ück unb rührendem Fleih hat er n seinen rerfchiebenen Zeitschr ften »ah reiche

Hoffmann von Fallersleben.

Zu seinem 50. Todestage, 19. Zaamar. Don Dr Friedrich Spreen.

August Heinrich Hoffmann, der sich nach feinem Geburtsort von Fallersleben nannte, ge­hört zwar nicht zu un'eren arshen Dicht.'rn, aber im Herzen seines Bo.kes lebt er fort als der Schöpfer von.Liedern, bie noch jugcmbfrisch unter uns leben und dem Kind: wie dem Mann teuer sind Wenn die Kleinen in ihren Dild:rbüch'rn Gedichte kmen. wie .'Alle Döael find schon da", .Darb ein Blümlein mir gelchenfet", .Kuckuck. Kuckuck ruft» aus dem Wald", so frag'n sie wohl nach dem .Onkel", der daS gemacht hast und der Vame Hoffmann von Fallersleben prägt sich in diesem elften Erwachen des Bewuhts tns schon in btc Seele ein Dem Erwachsenen aber hat er feine heiligsten Gefühle gebeutet, feine Dater- landsliebe, feinen Glauben an feine Heimat, er hat den Deutschen ihre BolkShymne geschenkt in dem unvergänglichen .Deutschland. Deutschsand über alles" unb ihm Lieder gegeben wie .Treu und unerschütterlich wachsen unsere Eachen", .Wie könnt ich Dean vergessen" usw. 3n den Kinkfer- ficbem und den vaterländischen Gedichten liegt beute allein noch bi? künstlerische B?deutung des Dichters. Seine .Unpolitischen Lieder", die i n einst berühmt machten, in die Reihe der politi­scher Sänger des .jungen Deutschland" ftcllten und in mancher Hinstcht sein Schicksal bestimmten, haben in ihren flotten Reimen nur noch kultur­geschichtlichen Werst spiegeln in amü anter Weife eine längst verschollene Zeit un> eins liebens­würdig-aufrechte Persön.'tchk ist bie dem Ze tg ist herzhaft, aber gutmütig ohne daS leidenschaft­liche Pathos eines Herweah oder die scharf I pointierenbe Bosheit eines Dingelstedt zu Leibe |

Wertung von Hypotheken anb ähnliche» Forderungen im Rahmen des wirtschaft» I i ch Mögrichen als durch Recht anb Gerechtigkeit geboten ins besondere im 3ntcie4fc des durch die Gelbentwerlang befenbev# hart getroffenen Mittelstandes unb erhebt ent- '4«ebenen Einspruch gegen alle Bestrebungen, durch einen Mr der Gesetzgebung die Auswertung solcher Forderungen unmbglich zu machen.

kleinlichen Derhältnisse wurde er zum politischTn Dichter, ohne deshalb ein Revvlutwnär oder Parteipolitik.r zu sein Sv streng unb ironisch er die Verhältnisse gristcltr, er blieb doch ton g treu Sen.c Kritik war kindlich unb keck naia unb gütig, ohne das Aufreizende ober Dämonische eines Herweg!) unb Freiligrath Deshalb erscheint es uns heute um so unbegreif.ichcr, hast s.ine volks­tümlichen Lieber, die er alizu absichtlich .un- politi'ch nannte, von der Regierung für so staatsfeindlich erklärt wurden. Hoffmann toutb.- seiner Profosfur in Breslau cntfe.)t und bamit zum Märtyrer gestempelt. Sein romantrscher Wandet trieb trug dazu bei, ihn von nun an noch unsteter zu machen, rrnd so zog er für die Sache txr Freiheit umher, von allen ® cf Innung*- qcnolfcn begehen aufgenommen. Damals, zu Anfang der 40er Zahre, wird unS fein 2usfe5en folaendermasten g-fchildeN: .Eine Hohr, männlich kräftige Destalst der man es ansiehst bah sie nicht geschaffrn ist. um Rücken anb Racken ru beugen, freundliche Züge, ein klares, treues deut­sches Auge, blondes Haar und Barst Einfachheit, TreuherztgkTil im ganzen Wesen, einen Anklang deS nicbcrbaitfdkn Dialekts in der Sprache unb Offenheit unb Ticderherzigfeit in jcdrm Ausdruck, so trat er uns entgeam; er läht den Gelehrten und Professor im ersten Augmb.ick vergessen unb dafür den gemütlichen, durchaus volkstümlichen Dichter in ungc schminkt er Form sehen" Der vom Dann» strahl der Regierung getroffene Sänger fand schließlich in Mecklenburg eine neue Heimast wo ihn ean Rittergutsbeslher nach dem damaligen Recht der .Ritter" als seinen .ritterschaft- lichen Hintersassen" bd sich aufnahn. Die Revolution von 1S43 brachste bem Dichter die ©enugtaung. dah man feine Rechte wieder an­erkannte; aber polittsch trat er in dieser Zeit

Die sächsischen Wahlen.

Die am vergangenen Sonntag im ganzen Lande Sachs;it oorgenomm nen Reuwablei zu be* Gemeindevertretungen auf bi. das ganze politische Deutschland mit Spannung ge- schaut hat, haben bas erho.fie Ergebnis ge­zeitigt. die unangreifbar ersche n.ird: Rchrde-.r bet fczwttstifchn Parteien ist b^ltiast Don brauffee g-sehen, wirb man bas Ergebnis der Gemei*dewahlen nur als einen in fich begrerzten iSJolj a«r-usprcchm geneigt le n. hat sich doch in «rner i mm erbt n nicht unerheb ichen Zahl ber Gc- mnnben eine Linfemedrherl noch behaupten tön- not unb ist. rein tab.enmähig b.trachtet, auch Vorst wo btc bürgerliche Mehrhc t erkämpft würbe, die Stimmrnzahl ber Linfen boch betracht- Nch «cbluben 9mz über biefe rein zahlenmährae Ivertung h n,iu»g hende politif che Betrach­tung bes Desamteraebnisfes. wie sie notwenbig ist. wenn ben besonderen Voraussetzungen dieser Wahlen Rcchnun i g trage« werden soll wird zu einem anderen Urteil gelangen und bas Wah - ergebnis ber sächsischen Gemeinbrwahlen aleti en hrchbedcuiangSvolfen Sieg bei Bürger­tums würdig n

Die im Laufe ber letzten Zahre unternomme­nen verg blichen Versuche, da» Stimmenverhältnis in Sachsen zugunsten des Bürgertum- zu ändern, hätten in bem sächsischen Bürgertum vicl'ach die Aifsassunq grohgezogm. dah die hier benannte Festung sich für Die Dauer al» uneinn hmdar erwiesen habe Zudem wurde die sächsische Be- vdlkerung am jetzigen 13. Zanuar unter den denk­bar ungünstigsten Zeitumständen an die Wahl­urne gcidfrn Kein Teil des ReichIgedicteS wird von bet furch brrrn W i r t s cha s t S n o t un'erer Tage, und ganz besonbcrS von der Arbeit»- lofig leist härter betroffen al» ba» reine In- btflriclanb Sachf m (allem in Dresden 63 003 vo'l Enr-erbSlos-". IHcfe notvollen Zustände waren das beiberfebnte Wrster für tne mit fieberhafter ÄiafUnfJltunq betriebene Agitation-mühle ber sozialistischen Parteien Weiter wurde be. Wahl- termin von ber damals noch allein regierenden Sozialdemokratre berar. kurzfristig anberaumt, dah die Wahlvorbereitung d r nichtsozialistt- sch.m Kreise dadurch eine empfind ich. Hemmung erfuhr Endlich kam den Linksparteien ihre straff unb geschickt g leitete zen rale Propaganda zugute, während bk Rücksichtnahme auf lokale öonber- tntcreffcn des zersplitterten Bürger­tum» nur rein lokale Wahlvorbereitung ge­staltete.

Wenn irohaHcbem bie Linksmehrheit in fast allen grohen Städten be» Landes unb auch in den mrtftcn Landgemernden g brachen werden konnte, so b beutet biefe Tatsache eine ganz über- rascherrd schwcreRieberlagc berSozial- b c m o! r a 11 e. Die in ihrem Entsetzen über d efes Wableraebnis nad) Worten hngenbe sozialistische Presse Sachten» sucht die .Erklärung" für biefe Riedcrlage krampfhaft in auherfäch'ischen politi­schen Vorgängen und hier b sonder- in ber .schäb- iichen Koalition»politik ber Sozialdemo­kratie in b-n Kabinetten Stresemann Rr. 1 und 2". Weiter enttüstet sie fich über bie skrupellose Agitation der Kommunisten und über eine .unanständige" Propaganda der Bürgerlichen '^ie tiefe wirkliche Ursache ihrer Rieb.'rlage Met't dagegen geflissentlich unberührt. Diese aber ist einzig unb allein in bet Erkenntnis weitester Schichten be» sächsischen Volkes zu sehen, dast die radikal-sozialistische Rcgreruog zmethobe der letzten Zahre das denkbar furchtbarste Fiasko er­litten hast Der sächsische WahUag des 13. Zanuar bedeutet den (hoff.ntlich cnb.jültig n) Zusammen­bruch eine» durch die Ramen LrainSky. Fleihter, Liebmann. Böttcher und vor allem Dr Zeigner grkcnnzcichnctcn Regierungsshstems. daS die So- zialdcinokvatie durch alle b cfc Zahre hinburch mit ihrem Ramen unb mit ihrer Vevontworckrch- feit g.deckk hat Da» Ergebnis deS 13. Zanuar ist keine ftimmung'gcb'r ne ZufallStat ache sondern ein E.ttschlust der Mehrheit der fachfisch'n De- t>6!Icning, den Hctzw?g be» Terrors und eng­herzigsten Partcig fiel endaü tig zu verlassm u b Ruhe und Ordnung in Sachsen später auch ohne R ich»- unb ReichswehrhUse au» eigener Kraft ficherzustelletst

ES trxir ein glückliches Zusammentreffen, hast diese politische tb.m i des 13. Zanuar an Wahlen gerade zu den ®cmeinbcocrtre- tunqcn g knüpft war. Durch daS Mittel der radikalen neuen .Demeinbercform" d n sozia­listische TT h Helt n in ben Gern.,ndevertretungen daS einstmile b.üh nde und noch foulte gutg.fügte Gemcrnbew.'sen Sachsens in -Kürze ebenso zer­schlagen hrbm wie unter ihrer AllRn errschaft der Staat ruiniert worden ist. Di: sächsischen StaatSbü-ger hrb n al» @cmclnxcbürger diese schwere Gefahr b sonberS nah? gefühlt

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Aus dem Landesausschutz der D. D. P.

Darmstabst 16. Zan. (Priv -Tel) Der ßan- desari-schust der Deutschen Bolkspartei. Wastl- kreisverbanb Hessen, trat am Sonntag in Darm­stadt zu einer aus allen Teilen des Landes be­sonder- gut besuchten Tagung zusamm n

Al» elfter Referent sprach der ReichStagS- abacorbncle be» Wah.kreise». Erz Dr Becker. Seine zweistündigen, eindrucksvollen Ausführun­gen nahmen Stellung zur Sntwicklung unserer politischen Lage seit dem Regierungsantritt dos Kabinetts E u n o Redner gab eine nähere Kenn­zeichnung ber ilmftänbe. die zur Regierung (Juno führten, sowie eine Charakterisierung biefe3 Kabi­netts selbst, ba» frei von allem unberechtigten Op!imi»muS. an die persönlich so viele Opfer er­heischende Arbeit gegangen sei. unb besprach bann nach eingehenber Würdigung be» Ruhrkampses bie Totgänge, bie zur Brck^ang einer Regierung der G > osten Koalition unter Stresemann führten. Ds zeigte sich bald, dast die Sozialdemo­kratie immer noch ihre parteipolitischen und tatti- sehen Ziele in den Vordergrund stellte. Aas die Dauer war bei diesen Derhältntisen ein* er priest- lichc Arbeit im Kabinett nicht zu Lfitcn. Erz. Becker führte tm Zusammenhang? damit weiter au», bah die Svzia.b.mokratie auf> infolge i*)re3 Versagens auf wirtschaf ltchem Gebiete, auf Grund ihrer doktrinären Einstellung, fo?ute für die Reich»regierung nicht alS bündnis- fähig betrachtet werden könne Rach der He Do­tation war die Sozialdemokratie Bund 'sgeno se. um diese mit einbämmen zu h lf m. Heust' h rnd le es sich aber darum, bie Revolution in ioren schädlichen Auswirkungen zu liquidieren xu diesem Standpunkt hat sich die Soz a'.bemokralrschr

nationalen bei der fehlm Acuvlduna ber Rricher g.crung das Zustanv.kommen <in-r Re.'ie- rung. die alle bürgeriichm Parreic:, umfast: te. verc stett haben Der nächste Wahlkamp le gegen btc s ozialiftischen Grundsätze gd). n Jn innerpolitrsch.r Dezfeh m gelt c« bc Abfeh: von bem ungefanb überspannten llnuari»- mus ber Weimarer Verfassung Ein Ausb ick a .f die Auhenpolitik gestatte vicstlcichr bie Fest Tei­lung einer etwas gröberen Dcrchanbiungxigeneiat- focit Frankreich» Ohne Erfüllung unserer Mindcstforberungen. durch Ausheb;ng dvs uner- trugtlch:cr Druckes von den befehlen Gebieten. Wiebethrrstellung rer'afsung-rechtlicher Zu.än?e, Rückkehr der DeNn benen und Freilass.n^ der Gefangenen, kam,.- min icdoch nicht zu einem be­friedigenden Abschluß kommen Ein- Aend rung der staatlichen Beziehungen» besetzten Gebietes xu ihren Landern müsse auf da» ent­schiedenste b c l ä m p, t werden. Zum Schlüsse kri­tisierte der Borstragcnde d c Art und Weise, wie lyeutc derBeamtenabbau vielfach einfach schematisch durchgeführt werd? Weiter sei Stel­lung zu nehmen gegen die Absicht des Rrlchs- inanzministers betreffs Wcgiieuerung einer Auf- Wertung ber Hypotheken usw.

3n ber Aussprache, an der sich namentlich die Landtagsabgeordncten Dinzelbey unb Dr. Osann beteiligten, ergab sich Uebcretnftimmung in ber gcschi beiten Beurteilung ber Sozialb mokratie. 64 wurde festgestellt, bast bie Groste Koalition im Reich durch die alleinige Schu b ber Sozi tldemo- fratic gescheitert sei und dast nach diesen Erfah­rungen weitere Dersuche, im Reich' oder in Hes en mit dieser Pattei zusammen za arbeiten solange nicht angängig feien, al» bie Sozialdemokratie ihren internationalen Klassenkampfcharakter unb ihre wirtschaftsschädliche Einstellung Mbcbaltc. Dagegen müsse eine Zusammenarbeit aller bürger­lichen Parteien erstrebt werden auf Grundlage der uoverändetten und unverbrüchlichen Zusam­mengehörigkeit bes Dc rtschen Reiche», ber Freiheit der Wirlsaxstt und der Steigerung der Güter- erzeugung auf allen Gebieten

Rechtsanwalt Dingelbey, M. b. L-, sprach dann über

die hessische Frage.

Redner ging aus von ber tiefen Depression bet iSnbc bes Ruhrckampses. bie eine bedauerliche Stärkung aller sepaiatistischcn Tendenzen zur Folge hatte. Damals wurde bekanntlich bie Frage aufgeworfen, ob daS besetzte Gebiet nicht selbst fein Schicksal in die Hand nehmen tonne. Das Schaffen eines Gliebstaates im Rahmen des Reiches gewann neben ben aoberen besondere An­ziehungskraft. Reben gutgläubiger Propagtcrung diefer Ideen zeigten sich auch andere, auster- ordentlich gefährliche Bestrebungen. Man glaubte, ohne da» Reich mit Frankreich verhandeln zu sollen. Dagegen wurde die Forderung aufge­stellt. dast man in staatsrechtlicher Beziehung ben Franzosen, die ihre eigenen Pläne verfolgten, selbst nicht im vermeintlich besten deutschen Sinne cmch nur ben kleinsten Schritt entgegenkommen dürfe. DaS Vorgehen Frankreichs im besetzten Gebiet fei in allem ein Ausschnitt ber grosten französischen Politik Unser Verhalten müsse dem­entsprechend in Uebcrrlnfttrnmung mit den Schach- zügen sein, die daS Reich vorzunehmen habe. Dementsprechend müsse einem .Drost Hessen" gegenüber eine ablehnende Stellung einge­nommen werden.

LandtagSabg. Dr. Osann besprach nament­lich bie neuen ©tcuerentmürfe ber hessi­schen Regierung unb Fragen beS Beamten- a b b a u e S Die Deutsche Volkspattei werde neuen Steuerenttoürfen nicht ohne weiteres ihre Zustimmung geben Da die wirtschaftliche Rot­lage breitester Kreise unseres Volles erschreckend geworden sei, was Redner eingehend darlegte, so müsse alles getan werden, ba» Los bes Mittel­standes vor allem zu erleichtern. Der Beam'en- abbau sei zu einem traurigen Kapitel geworden. Im Sonderausschust deS Landtags habe die Pattei erfolgreich gegen ben schematisch durchgeführten Abbau Stellung genommen

Es kamen dann folgende

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des Lanbesausschusses zur Annahmen

I. Der Landesausschust ber Deutschen Volks- Partei tn Hessen erachtet die burch Entscheidungen der Gerichte. inSbesonberc deS höchsten Gerichts­hof» des Reichs, al» zulässig erkannte Aus-

Da» Wahlergebnis zeigt einen Wohlersolg ber völkischen Gruppen (Bölkstch-Svziale, Deattschfozialc ufw j, die in einzelnen grasten Städten Ivo: allem in Leipzig. Plauen unb Dres­den) tm ersten Anlauf mehrere Sitze erobert haben auf dem Canbe »edoch gänzlich ausgeiallen sind; ihr unbestreitbarer Waylerfoig düttte aoer butter ihren eigenen Erwartungen sehr erheblich nurüdgcbltcbcn fein. Durch die fast allgemein duichgefühtle Verbindung sämtlicher bürgerlicher Wahllisten ist der au» ber weitgehenden Zer­splitterung der bürgerlichen Seite befürchtete Schaden grösttenteilS vermieden worden

Der ^timmenperlufl ber Sozialdemo­kratie ist durchweg ganz bedeutend; die Partei ist im Durchschnitt wohl auf zwei Drittel ihres BeirystandeS herumergegangen Dieser für Sachsen über alles Erwarten groste Verlust der Linken wird nur zu einem Teil durch das all­gemein zu verzeichnende starke Anfchwcllen der kommunistischen Partei auf gerne gen Die Kommunisten haben in Plden Fällen bie An­zahl Ihrer Sitze verdoppel n tonnen unb manchmal selbst btc Sozialdemokratie überholt Vielerorts gingen auch die Unab­hängigen SvAialbem vkra ten mit eige­nen Listen vor. ohne sich jedoch irgendwie durch­setzen zu können Da» Gesamtübergewicht der ver­einigten Bütge.rlichen übet die vereinigten Linls- Parteien düttte im Durchschnitt des ganzen Fr«- float» fünf bi» zehn Prozent betragen. Am energischsten haben die Städte die Ltnksmedc- heiten abgefchüttelt Zn ben Lanbbezirken find die Ergebnisse ungleichmästig Dem hochettreu- lichen Gesamtergebnis ber sächsischen Gemeinde- Wahlen kommt angesichts ber herannahenden RcichStagswahlrn als Dradmttser für bie voll- tische Grundstimmung auch in ben sozialistisch stark durchsetzten Teilen des Reiches eine ganz besondere rerchspolitische Bedeutung zu.

Für Sechsen lelbft hat ber 13 oanuar durch­aus ben Charakter einer hochpolitischen Entschei­dung. auf Grund dieses Wahlergebnisse» kann der mit der Errichtung der Grosten Kvalitim eingc- fd/agene neue Kur» au» guten Gründen we i- terge steuert werden; das sächsische Bürger­tum bat ter sächsischen Sozialdemokratie nunmehr gezeigt, dast die ihren gemähtgten Tkrtretern gc- reichte Hand eine starke, kräftige Hand ist, die sich Notfall» auch ohne die Sozialbemo- kratie freie Bahn zu schassen verstehen würde. Die kommunalpolitische Bedeutung ber Gemeinde- Wahlen enolich besteht vorzugSweife darin, dast unberechenbarer Schaden von der grosten Mehr­zahl der sächsischen Gemeinden nunmehr endgültig abgctocnbet werden konnte 3m 3n- unb Aus- Lan>e aber wird man ben Tag ber sächsischen De- meindewahlen mit Recht al» ein neue» bebeut- sames Zeichen für Deutschland- entschlossenen Willen, sich allen inneren Widerständen zum Trotz au» notoollfter Gegenwart zu einer besseren Zukunft Hindurchzukampf en. anfehen und zu wer­ten wissen