Nr. 2'8 erstes
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GießenerFamiIienblätter Heimat im Bild.
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F e r n f p r e ch.Anfchlüffe: öchnftleitung 112, Der« log undGefchöftsslelleSl. Anschrift für Drahtnach» richten LnjeigerSietzetu poflfchtcktor.ro:
granffurt a. M. 11686.
Blatt
174. Jahrgang
Donnerstag, 18. Dezember 1924
General-Anzeiger für Gberhesfen
tmd unb Derlog: Vrithl'schr Univerfitätr-Vuch- und Steinbrucferet R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: §chu!straße 7.
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Annahme von h .j... ,i für die Tagesnummer bi» zum Dardmitiag vorher ol,ne jcdeDerbindlichkeit.
Freis für l mm hohe für Anzeigen von 27 mm Steile örllich8, auswärts 10 Goldpfennig; für De» blame»An zeigen v 70 i in Yrcite 35 U olbpfennig. ’pk.tjoorfd)ii|t20J .Aufschlag. - Derantworllich für Politik u. Ieuitleton. In.3rieör.Wilh Lange, für den übiigcn Teil: Ernst Blumfchein; für den Anze genteil. .^a i-rDeck, sämtlich in Gießen.
Die erste Phase der Regierungskrisis.
Vas Zentrum für Fortführung der Koalition der Mitte. — Stresemann verzichtet auf die Kabinettsbildung.
Die Kabinettskrise nimmt ihren Weg genau tvie all ihre zahlreichen Vorgängerinnen. Wir haben ja nun allmählich Hebung darin, wie so etwas gemacht wird: Jede Fraktion zieht sich in ihre FraktionSzimmer zurück und verbirgt sich frintr Rllolut.onen, die mög'ichst p i izipientreu gefaßt sind, aber doch immer noch irgendwo eine Hintertür auflassen. durch die eine Verbindung zu den anderen Parteien freigelassen wird. Zur größten Meisterschaft hat es darin daS Zentrum gebracht, von dem die weitere Entscheidung zunächst abhing. dessen Beschluß deshalb auch mit größter Spannung erwartet wurde.
Es hieß allgemein auf der Linken, dah dos Zentrum mit Entrüstung jeden Gedanken an ein Zusammengehen mit den Deutschnationalen ab- lehnte, daß es vielmehr mit einer gewaltigen Mehrheit sich zur großen Koalition bekennen würde. Möglich ist ja bei der Partei der Parteiunmöglichkeiten alles, daS Zentrum kann, weil es immer seiner Anhänger sicher ist, Taktik machen und braucht sich deshalb auch nicht darum zu kümmern, daß im Mai nach den Wahlen derselbe Reichskanzler Dr. Marx und dieselbe Fraktion des Zentrums sehr ernsthaft mit den Deutschnationalen über deren Eintritt in die Regierung verhandelt haben, während iezt Herr Dr. Marx den Gedanken an eine Verbindung mit den Deutschnationalen für eine halbe Sünde hält.
Wenn man allerdings den Beschluß durchlieft, den bas Zentrum gefaßt hat, dann scheinen die Demokraten Recht zu behalten, das grundsätzliche Bekenntnis zur Regierung der Volksgemeinschaft ist eine unverbindliche Liebenswürdigkeit nach rechts und links, die nirgends hin Türen zumacht. Dagegen lehnt das Zentrum aus vorwiegend außenpolitischen Gründen die Beteiligung an einer Rechtskoalition ab und ist nur bereit, sich an einer Regierung zu beteiligen, welche die G e - währ für die unveränderte Fortführung der bisherigen Politik der Mitte bietet. Lediglich nach dem Buchstaben gelesen sollte damit allerdings der Anschluß nach, rechts zu Ende sein.
Hetzt aber kommen die großen Hnterpre» t e n und fangen an, uns diesen Beschluß zu erklären. 3n der allgemeinen Tendenz haben sie recht, wenn sie zunächst einmal die Frage stellen, wo denn nun das Bekenntnis zur Großen Koalition ist. DaS ist richtig, der Beschluß läßt sich auch von den linksschielendsten Augen nicht als der Wunsch nach einer Rückkehr der Großen Koalition auslegen, woraus sich ergibt, dah der Wirth-Flügel der Fraktion eine Riederlage erlitten hat, die, nebenbei bemerkt, so groß sein soll, daß Herr Dr. Wirth sich neuerdings auf Reisen zu begeben beabsichtigt.
Wenn man genauer zusieht, steht allerdings von den Deutschnationalen nichts in dieser Entschließung. Eine Rechtskoolition wird zwar abgckbnt, aber schließlich, was heißt das? Der Begriff der Rechtskoal tion würde eine Annäherung der Parteien vorauZfehen. wie sie zuletzt etwa in der bürgerliche Arbeitsgemeinschaft der Mitte bestand. Dafür wird das Zentrum natürlich nicht zu haben sein. Das ist aber auch nicht geplant. Dem Buchstaben nach kann neben der abgelehnten M-glichkeit einer Rechtskoalition sehr gut d i e Möglichkeit einer Regierung bestehen, die sich auf Zentrum. Deutscher Volkövartei. Dnll'chnatio- nalen, 'Bayerischer Volkspert'i und Wi tschaft- lichcr Vereinigung stützt. Das toärc dann eben keine Re-chtZkoal tion s ndern eine Regierung der Mitte mit einer Verlängerung nach rechts. Genau besehen ist das chic Dort- flauberei. wenn man aber weiß, wie in F.'ak-- ttonen stundenlang um ein einziges Wort gerungen wird, dann wird man für die Feinheit dieser Hnterscheidungen vielleicht das nötige Verständnis aufbringen.
Das Zentrum rechnet offenbar auch da auf. daß die Demokraten sich nicht vollkommen ablehnend verhalten werd n. nicht so sehr aus polit schen, so edern a ich aus sachlichen G ü i- den. Wenn der Dorsitzenb: der De ck^che i Volls- partei die A isgabe übernimmt, eine Regierung zuscrmmenrustellen, dann kann er sich da auf stützen, daß der Zwang zum gemeirfimen Ha dein der bürgerlichen Parteien aus dem gleichen Ziel der Arbeit e gentlich untoiberl gba; ist. Er kann darauf verweism. daß de Grundlagen des künftigen Eteuerprogromms vom Finanzministerium bereits arregearbeitet sind und die Zustimmung aller bürgerlichen Part eien einschließlich der Demokraten gefunden haben, während die Grundlagen der Sozialpolitik, wie sie vom Kabinett vorgesch'agen werden, ebenfalls nur bei den Sozialdemokraten Widerstand frmben. Während auf der andren Sete die Außenpolitik schon durch d e T rtsache. daß Dr. Stresemann im Amt bleibt an der Een Linie festgehalten wird Eine solche Gemeinsam leit der Zielrichtung feilt?, wenn der F.altionsgeist nicht gar zu verbohrt ist, stark genug sein, um eine tragfähige Regierung darauf auf bauen zu können. Wenn nicht, dann sollen die Parteien, d.e vor den DeuNch- „ationccken ausschkehlich um ihres Ramens
tollten Angst haben, allein sehen, wie sie mit einer Regierungsbildung fertig werden.
Die Entschließung des Zentrums.
Berlin, 17. Drz. (TH.) On der um 11 Hhr begonnenen Sitzung der Re'chstagssraktion des Zentrums berichtete Reichskanzler Marx über die politische Lage und die Aussichten der Regierungsneublldung. Die Reichsla S raltion faßte darauf einstimmig folgende Entschließung:
„Die ZentrumSsraktivn des Reichstags hält grund'ählich an dem Gedanken einer Volksgemeinschaft fest. Eie lehnt, vorwiegend auS außenpolitischen Gründen, die Beteiligung an einer Rechtskoalition ab. Eie wird sich nur an einer Regierung beteiligen, die die Gewähr für die unveränderte Fortführung der bisherigen Politik der Mitte bietet.“
Stresemann lehnt ab.
Die Volkcipartci für eine bürgerliche Mehrheitöregiernnq.
Berlin, 18. Dez. (SU.) Wie schon kurz gemeldet, empfing der Reichsprä ident gestern mittag den Reichsminister des Aeußern, Dr. Stresemann, nach de'sen Rückkehr aus Jür- stenberg zu einer längeren Aussprache und bot ihm in deren Derlauf dir Regierungsbildung an. Dr. Stresemann bat sich Bedenkzeit aus, bis der Beschluß seiner Partei zur Regierungsbildung feststehe. Die Aussprache In der Reichstagsfraktion der Deutschen Dollspartei ergab die einstimmige Auffassung, daß die einzige Lösung der Frage einer Regierungsbildung entsprechend der bisherigen Politik der Reichstags,'raktion nur in der Tilgung einer tragfähigen, bürgerlichen Mehr- heitsregierung zu erblicken ist. Die Fraktion hat ferner nach der Bekanntgabe des Beschlusses der Zentrumsfraktion beschlossen, f i ch an der Regierungsbildung führend nicht zu beteiligen. Auf Grund die es Beschlusses hat Dr. Stresemann den Reichspräsidenten gebeten, von der Betrauung seiner Person mit der Regierungsbildung ab 3 u* sehen. Der Reichspräsident hat darauf den Reichskanzler Dr. Marx für heute vormittag zu sich berufen.
Der rheinische Bauernv rein zur Regierungsbildung.
Köln. 18. Dez. (TH.) Der Haaptvorstand des Rhein schen Da aernvereins bat eine Entschließung angenommen, in der der Erwartung Ausdruck gegeben wird, daß die neue Regierung im Reiche und in Preußen auf einen Zusammenschluß der Parteien vom Zcn- t i u m über Ba yerische und Deutsche Volkspartei dis zu den Deutsch atio - nalen aufgebaut werde, da nach Lage der Dinge nur eine solche Koalition sü: eine ernste, aufbauende Po.itck in Betracht komme.
Die Kommentare der Parteipresse.
Berlin, 18. Dez. (Priv.-Tel. des Wolff» burcaus.) Die „Germania' unterstreicht, daß der gestrige Beschluß der Zentrumsfraktion, der eine Beteiligung der Partei an einer Rechtskoalition ablehnt, einstimmig gefaßt wurde. Von einem linken und einem rechten Flügel innerhalb der Zentrumspartei könne keine 'Re.ee sein. Das Blatt betont sodann weiter, der Beschluß sei so zu verstehen, daß weder eine direkte noch eine indirekte Beteiligung des Zentrums in einer Rechtskoalition in Frage komme. Rach Darlegung der Gründe, die zu dem Beschluß geführt haben, und die nicht nur außenpolitischer, sondern auch innenpolitischer Ratur seien, wird vor allem erflärt. daß es den Deutschnationalen in erster Linie um die Wiedererringung der Macht, insbesondere in Preußen, zu tun sei. Das Zentrumsblatt b-tont schließlich, dah der Beschluß der Zentrumsfraktion endgültig sei. und daß die nunmehr einzuschlaaende Richtung laute: Zurück zur Mitte! Die drei Mittelparteien, die bisher die Träger der Regierung waren, müßten sich wieder zusammenfinden und erneut die Regierung aus ihrer Mitte hüben.
Die .Ze i t". das Organ der D. V. P.. hält gleichfalls den D r'uch, auf tragsäh ger und D r- lamertar scher Mehrheit e nc bürgerlich: Rs- girrunq zu b Iden, für endgültig gescheitert. Das Dl-t n.mmt an. daß sich der Reichs- präs.bent nun an das Zen t r um m t d m An trag: der R giciungib idang we den w rde. 3 n Gegensatz zur .Germania" glaubt bie .Zeit" nicht an eine Freisetzung des Kab netts der Mitte, da eine solch: R:g erung b:i der mi-re- r schen Schwäche der Parteien, d e hint-r ihr stehen würd.m. keinen Bestand h b n könn e, und halt es für das Gegeben^ daß das Z:ntrun versuche, e nen Linksblock zu b Iden. Q3e- | sondere D.d utung komme in d esem Zusammnn- । bang Der Entschl eßung der R ichs- und Land- I tagsfraktivn der W i rt s ch a ft s p artei zu, die
dahin lautet, daß die Partei eine Regierung, in der die S o z i a l b c m o l r a t i c vertret n 11, grün? sä lich nicht u n t e r st ü tz e n w rd. Einer bürge;heben R g erung gegenüber toe ‘De die Partei chre Stellungnahme von dem Verhalten zu den Forderungen des Mittelstandes abhängig machen.
Die „Voss. Zt g." will w sien. daß Dr. Stresemann gl.ichzlltg mit lei: er Ablehnung der K tbineüsb idang dem R ichsp.asi- ber.ten vorg schlagen habe, den bisherigen Reichskanzler M arx m t d r K abinct s- bÜbung zu b trauen. D r R ich-pr s deut b de sich seine wiit.re Eitschliehung vorb.ha ten, habe aber bereits den bisher gen Reichskanzler Marx für heute vormittag zu sich berufen.
Der neue Vorstand der Deutschnationalen.
Dcr 2(bfl. Schiele erster Fraktion ^Vorsitzender.
D e r l i n, 18. Dez. (TH.) Als e r st e r Dorsi h e n d e r der b:ut cfviat onabn Reichstagsfraktion war bereits gestern vormittag der Aaae- ordnete Schiele b: stimmt toorben. Als Stellvertreter wurden in d.r Aaendsihung der Fraktion gewählt die Abgeordneten Brüh n, v. (Solbäder. Rippel und Schultz- Drom- berg. der zugleich Sprecher sein wird. Die vier stellvertretenden Versitzenden haben gleiche Rechte. Kassenwart wurde der AoAeordnete Behrendt. Zum Fraltionsgcschäfts.üyrer wurde der Abgeordnete Lambach und für die Kontrolle der Ausschüsse der Abgeordnete Hensel bestimmt. Beisitzer sind Dachmann, Frau Behm. Diener. Dietrich. Hergt. Hugenberg, Lawerrenz. Leopold, Lind. Mumm, Thomen. Vogt, Wallraf. Werner und Graf Westarp. Den Chrenvor- s t 5 der Fraktion hat Erz. von T i r p i h übernommen. Tie Fraktion beriet außerdem über ihre Haltung in der ersten konstituierenden Vollsitzung des Reichstages. Es wurden Dorschläge für das Präsidium und das Bureau des Reichstages gemacht.
Die Sozialdemokraten.
Berlin, 18. Dez. (Priv -Tel des Wolfs- bureaus.) Die sozialdemokratische ReichZtagssrak- tion, die heute nachmittag zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammentritt, dürste sich laut ^Vor- wärts" u. a. auch mit der Wahl des Reichstagspräsidenten beschäftigen. Wie das Blatt bemerkt, wird sowohl im Zentrum wie auch in der Demokratischen Partei die Auffassung vertreten, daß der Reichstagsprä ident aus der stärksten Fraktion, also aus der Sozialdemokratie, gewählt werden soll.
Die Pariser Presse zur deutschen Negierungs-Krise.
Paris, 18. Dez. (T. H) Die Ablehnung Dr. Stresemanns hat frhr nicht sonderlich überrascht, da die von den Berliner Korrespondenten allgemein Doraudgcfagt war. Dagegen erregt die Stellungnahme der Z e n t r u m s f r a k- t i o n gegen den Bürgerblock großes Interesse. „Echo de Paris" schreibt: Während der letzten Krise hat das Zentrum erklärt, daß es einer bürgerlichen Koalition cber.f lls betreten werde, die gan-c Verantwortung war damit auf die demokratische Fraktion abgewälzt worden. Diesmal hat das Zentrum für die große Koalition Stellung genommen und damit die Deranw.r ung auf die Volkspartei ab« gewälzt. Weiter gibt das Dlllt der Ansicht Ausdruck, daß bis zum 10. Januar 1925 keine politische Parte, die Verantwortung für die Hebernahme der Geschäfte auf sich nehmen werde. Keine Partei wolle für eine Verlängerung der Besetzung verantwortlich gemacht werden.
Der Prozeß des Reichspräsidenten.
Magdeburg, 17. De- «WTD) Der Zeuge ®obert erklärte, er sei der Monn, her in der Treptower Versammlung Ebert den Zettel mit der Frage hinauf gereicht bo5e. wie man sich den Gestellu-gsbefeh'e.n ge. ea- über oetfo tm solle. 5'ert habe hir auf geaat» tt-o trt. n-o so le j den a IdenGestellungs- befehlen nicht Folge leisten. Wenn der Fall eintrete, solle man sich an die Partei wenden, bie dann das Nötige veranlassen werde. Auf die Frage des Vorsitzenden. ob Ebert nicht vielleicht gesagt habe, wenn solche Befehle kommen, so werde sich die Partei iür ihre Rückgängigmachung einseyen. farte der Zeuge aas. dies lönne mog ich sein, er sch i he es jedoch aus. Der Zeuge schilderte die Einrel- beiten bei der Zettelüoerrnichung und frltb: bei wiederho ten Dorha^e-n de5 Do sitze den ob nicht ein M ßoerständnis vorliegen könne, bei seiner Aussage. Auf 21"trag des Rech sanwalls Landsberg wird d.e Reich tags:ede des A - geordneten Ebert vom 22. Oktober 1918 verlesen, in der sich bet Redner an Wilson wendet,
Vorauf hinweist. daß die deutsch: Widerstands' kraft noch nicht gebrochen fr. und erwartet, datz Wilson sich für einen gerechten demolla:Ischen Frieden eit f tz ’ t we tbc
schiedene toc.tcrc Re.chs agsreden E.e ts sowic Artikel und Flugblätter der SPD., worin dir Partei für die Landesoerllid.gun i cinhiit, verlesen. Die Beweisaufnahme ist damit geschlossen. Die PlaidoyerS beginnen am Freitag vormittag.
Dis Pariser Wirtschaftskonferenz.
fteinc iLvndrrabma innigc:i der dcutscsten Srfiiurrinbiiitrie.
Paris, 18. Dez. (?U.) Der Führer der deutschen W.rlsch ist-del gat on in PaickS, Staatssekretär v. T r c n ö c l c n b u r n. hat fleftern die Vertreter d:r d utschea Preis: empfangen, um die in den letzten Wochen sich mehrenden Gerüchte über c-.n f e l b Jt ä n b i g c 6 und eigenmächtiges Vorgehen der deutschen Schwerindustrie in den j tz gen Verh ndlungen zu b richt g n. Der St at c re- tär erklärte: Die d.utsche schwer ndu'tr.e ist s ch darüber völlig im klaren, daß sie keiner lei Abnrachungen außerhalb des S) a n ‘ delsvertrageS tr f.c i d r , und cS ist nicht zu b-sürchten. daß rg:ndw lch: Der. nbirunzen auf Kosten der d:utfch:n Derbr.lucher. d. h. aus Kosten der d:utsch?n. e senv r.rö t.rndeir Industrie getroffen w rden. D e D.rtrrter bei deutschen Cchw r ndustr.e, d c gestern w eher in Par.s eingetroffen s.nd. w rb m mit den hier we lenden Dertr.t ra d.r d ätscher M schi ien- und c senvcrnrb itciiben 3..bu r cx neue.dings in Fühlung treten.
Ein eigenmächtiger Abschluß der Schwerindustrie mit der französischen Zndustrie ohne 'Berücksichtigung der ncutiaien Interessen und ohne Genehmigung der d:utsch:n Regiertang ist ausgeschlossen. Die gegenwärtigen Der- ßandlungen sind überaus umfangreich und schwierig, da sie fast den ganzen deutschen Zolltarif umfassen und die deutscher Hnterhändler außerstande find, Im Augenbliä über die Verhandlungen der Oefsentlichk.it Rede und Antwort zu stehen. Rach der W c i h n a ch ts pause, die freute beginnt, w:rden die Verhandlungen am 30. Dezember wieder ausgenommen werden. Dis dahm sind keinerlei Reuigkeiten zu erwarten.
Der deutsch-französische Luftverkehr.
Dir Hindern sse des Londoner Ult matnms.
Berlin, 18. Dez. (TH.) Pariser Meldungen zufolge sollen auf Ersuchen Frankreichs auch Lustverkehrsfragcn zwi chen Deutschland und Frankreich im Rahmen des deutsch- französischen Handelsvertrages geregelt werden. W e die Telunion von lachverstan- diger Seite erfährt, stehen jedoch die Luftfahrtfragen in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit den Hande svertrags-Ber- handlungen. Erstere müssen durch besondere Verträge geregelt werden, wie sie Deutschland schon mehrfach abgeschlossen habe. Der 2lb- 'chluß derartiger Verträge mit (Sntenteftaater stößt jedoch noch aus erhebliche Schwierigkeiten, da Deutschland noch immer unter dem Druck der Beschränkungen steht, die seinem Luftfahrzeugbau im LondonerHltimatum auf- gezwungen wurden.
Von Verhaltungsmaßnahmen der deutschen Regierung, von denen der ^Matin" zu svrechev sich erdreistet, kann nicht die Red: sein, da 2>.-utsch- land eben durch das Londoner Ultimatum gezwungen ist, die Einfuhr und auch den Einflug größerer Luftsahr,euge als die Begriffs- oeftimmungen es zulaffen, nicht zu dulden und demgemäß auch notlandend: französischr Fahrzeuge festhalten müsse. Die angeblichen internationalen Luftverhandlung rn i ? Pa is si-nd in ihrer Bedeutung in drr Presse überschätzt worden. Die Verhandlungen tragen einen rein privaten Charakter und werden von der 3ata (der internationalen Aio-Trafsio-Aso. der von den deutschen großen Lustverkeh.-s-Gesel'.schaften nur eine angehört) geführt. Bei den Verhandlungen wurden reine Gcschä täf.agen erJrt rt wobei in der Form technischer Rormen Vereinbarungen dem deutschen Volke F'.ugzeugbau- weisen mundgerecht gemacht werden sollen, die angesichts der Beschränkung unseres Flugzeugbaus unserem Luftverkehr niemals dienlich fein können und den falschen, durch langjährige De- triebserfahrungen widcr'egten Eind uk erwecken, als seien die deutschen Flugzeuge nicht sicher genug erbaut
Die deutsch-italienischen Handelsvertrags-
Verhandlungen.
R o m, 17. Dez. (TH.) DiVerhandlungen $um deufch-italien.schen 5>anb?i3t):rtTig werden über Weihnachten eine wrh-scheinlich zwei- wöchige Hnterbrechunge l i en. di. beat* schcrs'its dazu benutzt werden soll um einige juristische Fragen im ReichSfinanzmini erüim zu klären. Es ist kaum anzunehmen. d<iß vor Weihnachten die BallS der g.nersller Verhandlungen verlassen werdm kann, wenn auch die Ernennung des StaatSrateS Luciell^


