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rück vorgesehen. Zu wünschen wäre jetzt nur noch, bafo derBetrieb weiter nach den Orten Staden und Stammheim ausgedehnt werden Dante, um auch diesen Orten die Verbindung mit unserer Stadt zu erleichtern.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Mainz, 16. Oft. Hier wurden von der Staatsanwaltschaft der Frauenarzt Dr. Dill- mann-Mainz und ein Weingutsbesitzer aus Ingelheim verhaftet und in das ^Unter­suchungsgefängnis gebracht. Der inhaftierte Dr. Dillmann verübte in seiner Zelle Selbstmord durch Erhängen.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M, 17. Oft. 3n de. vergangenen Nacht drang eine Einbrecher­bande durch den Wintergarten einer Villa an der Eckenheimer Landstraste in die Speise­räume ein und st a hl aus diesen g roste Men­gen Silber fachen von bedeutendem Wert. Es wurden u. a. gestohlen: ein silbernes Kaffee­geschirr im Gewicht von etwa 10 Pfund, silberne Obstschalen, vergoldete Körbe, Brotkörbe und viele andere Sachen. Außerdem wurden Perser- teppiche gestohlen. Von den Einbrechern fehlt bisher jede Spur. Vach polizeiamtlichen Mit­teilungen aus Berlin ist wegen A k t i e n f ä l - schu n g im Werte von mehreren Millionen Gold- mark der am 9. Oktober 1892 inHöch st a. M. ge­borene Kaufmann Heinrich Wehrfritz flüchtig gegangen. Wehrfritz ist etwa 1.70 Mir. gr-oh, beleibt, hat rundes volles Gesicht und trägt schwarze, nach hinten gekämmte Haare. Er hält sich vermutlich bei alten Bekannten auf und will wohl von hier aus versuchen, die holländische Grenze zu erreichen. Einen neuartigen Schwindle rtrick wendet hier mit gutem Er­folg ein bisher nicht ermittelter Mensch bei Fuhrwerksbesthern an. Er geht auf den Hof und gibt hier an, er sei von den auf dem Felde ar-, beitenden Knechten geschickt und müsse ein neues Pferdegeschirr holen, da das andere un­brauchbar geworden sei. 3n den meisten Fällen händigt man dem Manne ahnungslos das Ge­schirr aus, der damit auf Vimmerwiedersehen verschwindet.

S. Frankfurt a. M.» 17. Oft. Die Ar - beitsma-rktlage der Stadt Frank- f u r t hat gegenüber der Vorwoche eine leichte Besserung erfahren, und zwar hauptsächlich durch Wiedereinstellung von Arbeitern in der Metallindustrie. 3n kaufmännischen und tech­nischen Berufen und im Gastwirtsgewerbe ist die Lage verschlechtert. Die Zahl der Ar­beitsgesuche beträgt 12 787. Besetzt wurden 1678. 0n Erwerbslosenunterstützung befanden sich 6471 Hauptunterstützungsempfänger.

][ Marburg, 17. Oft. Wie in der Stadv Verordnetenversammlung mitgeteilt wurde, haben sich um die ausgeschriebene Oberbür- germeisterstelle über 90 Bewerber ge­meldet. Als Zubiläumsgabe zur Vier- jahrhundertfeier der Llniversität im Jahre 1927 stellte die Stadt zur Erbauung eines die gesamte Kunstwissenschaft in Lehre und For­schung umfassenden Kunstinstitutes int Biegen- Viertel Gelände im Werte von 100 000 Mk. zur Verfügung.

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allmählich wieder in den Kreis der Erörterung tritt Es wild sich empfehlen, dast die Kreise, die es zunächst angeht, die Entscheidung über die Erbauung der Linie als eine ihrer nächsten Auf­gaben betrachten.

Vicht ganz so einfach liegt die Sache bei der Frage der Eingemeindung von Wieseck. Vor allem eins: Wenn diese Angelegenheit an- gefaht wird, wird man nicht bei Wieseck stehen bleiben können: dann wird man sofort auch von der Eingemeindung von Klein-Lind en sprechen müssen (wie ja auch bei der Strasten- bahn die Linie nach Wieseck nur einen Anfang darstellt, dem weitere Verbindungen nach Vachbar­gemeinden folgen müssen). Aber selbst bei Be­schränkung auf Wieseck ist unter den gege­benen Verhältnissen vorsichtige Prüfung am Platze. Grundsätzlich ist zu sagen, daß die Eingemeindung von so nahe gelegenen Vachbar­gemeinden unbestreitbar einen Fortschritt darstellt, weil dadurch die Lösung wichtiger kommunaler Aufgaben erleichtert, oft überhaupt geradezu mit einer gewissen Zwangsläufigkeit herbeigeführt wird. Eine weitsichtige Kommunalpolitik findet hier gewiß wertvolle Aufgaben vor. Dabei braucht (in normalen Zeiten!) die Frage, welche der bei­den Gemeinden mehr gibt unb welche mehr emp­fängt, nicht die Hauptsache zu sein, so gewiß sie sich bei den Vertretungen beider Gemeinwesen als­bald sehr beflimmenb einstellen wird. Die Frage steht doch wohl so: Wird durch die Eingemeindung der Weg frei gemacht für kommende Entwicklung? Das ist in Fällen aus der Vorkriegszeit, in denen es sich um Großstädte handelt, ohire weiteres zu bejahen (Frankfurt, Mannheim mit seinen Ein­gemeindungen bis Sandhofen herunter!). Lind viel anders war es vor dein Kriege auch in den Mittelstädten nicht. Ob freilich nicht auch sehr leistungsfähige Städte (gibt's die heute eigentlich noch?) sich jetzt nach dem Kriege in der Eingemeindungspolitik grö­ßere Zurückhaltung auferlegen müssen, mag offen bleiben. Letztlich kommt die Sache doch auch wie­der auf den gleichen Punkt hinaus wie bei der Straßenbahn: ohne erhebliche finanzielle Auf­wendungen geht es nicht ab. Freilich werden sie sich weniger sofort als nach und nach einstellen. Deutlicher möchte ich nicht werden. Das wäre hin­zunehmen, wenn nicht hinter allem Wollen zu kommunalem Fortschritt heute stets die ernste Tat­sache stünde, dah wir in der Steuerbelastung bei allen Berufsständen bis an die äußerste Grenze gekommen sind. So dars bis auf weiteres ein großes Vorhaben doch nur angefaht werden, wenn es unabweisbar ist. Lind eine besonnene Stadt­verwaltung wird sich manchmal Zurückhaltung auferfegen müssen, wo sie gern weiter gehen möchte.

Das gilt auch von der Angelegenheit der Eingemeindung von Wieseck (und anderen Vor­orten). Der Plan ist gut und notwendig, seine Ausführung wird eines Tages gefordert werden müssen. Solange die Oemeinben aber mit schweren Gegenwartsaufgaben zu ringen haben neben zurückgehender ©teuerfvaft der Bürger! wird die Angelegenheit im Hintergründe bleiben müs­sen. Doch hoffen wir auf den Tag, an dem unsere Stadtverwaltung mit größerer Freiheit als heute wieder über den Tag hinaus großzügig Pläne fassen kann. Dann wollen wir cingemeinfen.

StadLv. Kurt Moosdorf:

Der in den Vr. 222 und 229 in Ihrer Zei­tung öffentlich zur Erörterung gestellte Plan ist nicht neu. Sie können versichert sein, daß sich dre sozialdemokratische Fraktion öfters damit be­schäftigt hat. Auch aktiv ist sie in dem Smne

tätig gewesen, wie aus den amtlichen Proto­kollen der Stadt Gießen ersichtlich ift. Wir freuen uns daher besonders, daß bie Diskussion dar­über in der Oeffentlichkeit beginnt, denn das bedeutet einen Schritt vorwärts auf dem Wege der Verwirklichung dieses Planes.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 17. Oft. An Stelle des von hier verzogenen Lehrers i. V. Jakob Draunewell wurde Lehrer Karl Schneider zum Kir­ch e n r e ch n e r ernannt. Die Kaution ist in lie­genden Gütern zu stellen.

X Lang-Göns, 17. Oft. Am Dienstag wurde hier einer der letzten Veteranen aus dem Jahre 1 87 0/7 1, der Johannes Wagner 8., zu Grabe getragen. Mit ihm ist eine in der hiesigen Gemeinde allseitig geachtete Persönlichkeit aus dem Leben geschieden. Er war lange Jahre im Ortsvorstand tätig, als Feldge­schworener half er die schwierige Aufgabe der Feldbereinigung durchführen. Es war ein ergrei­fendes Bild, als die fünf übriggebliebenen weiß- bärtigen Veteranen unter Führung des Ehren­vorsitzenden der Kriegervereine und Veteranen Kiefer dem alten Kameraden das letzte Ge­leit gaben. Der Kriegerverein beteiligte sich ge­schlossen an der Bestattung und ließ durch seinen Vorsitzenden, Obervorsteher Flach, einen Kranz niederlegen. Allgemein wurde bedauert, daß man einem treuen Kameraden nicht durch die Ehren­salve die letzte Ehre erweisen konnte.

K W i rb erg, 17. Oft. Der von den Fran­zosen vertriebene und zu Gefängnis verurteilte Pfarrer Haupt aus Mainz-Weisenau, einer der trotz des Vertrages.Unbeliebten, die nicht zu­rückkehren dürfen, predigte am letzten Sonntag bei uns und in Harbach. 3n seiner Predigt schilderte er die Vot und den Kampf der Brüder am Rhein und zeigte, was in dieser Vot, wie auch in .der Vot des ganzen deutschen Volkes helfen kann: Christus. Eine Kollekte für den Evang elischen Bund, dessen General­sekretär Pfarrer Haupt ist, ergab 10 und 2 Mk.

Kreis Büdingen.

-h Vidda, 17. Oft. Am 1. Dezember b. 3. tritt Oberamtsrichter Geh. 3 ustizrat Röm - Held dahier in den Ruhestand. Mit ihm scheidet eine Persönlichkeit aus dem Staatsdienste aus, die sich als Mensch, Beamter und nicht zuletzt als Dichter gleichhoher Wertschätzung er­freute. Während seines langjährigen Wirkens hatte er regsten Anteil an der Entwicklung und dem starken Leben unseres Städtchens, sei es in wirtschaftlicher, politischer oder kirchlicher Hin­sicht. Den hiesigen Vereinen war er ein warmer Freund und treuer Berater und warb für sie in Wort und Schrift. Viele seiner Gedichte, die sich alle durch sprachliche Schönheit und Gemütstiefe auszeichnen, wurden von namhaften Komponisten vertont und werden gern gefangen.

Kreis Schotten.

-r- Ober-Schmitten, 17. Oft. Von den beiden hiesigen Papierfabriken wur­den in der Nachkriegszeit 5 Beamten- und 10 Arbeiter wo hnungen neu erbaut, von privater Seite 2 Einfamilienhäuser errichtet. Zwei weitere Veubcruten werden in Angriff gep nommen, so daß es gelingen wird, wenigstens die dringendste Wohnungsnot in unserer durch In­dustrie begünstigten und damit aufftrebenben Ge­meinde zu beseitigen. Leider unterblieb durch die widrigen Zeitverhältnisfe der bereits 1914 be­

gonnene Schulhausneubau, was sich in absehbarer Zeit bitter rächen wird.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 17. Oft. Mit dem Bühnen­anbau der Turnhalle beschäftigte sich eine Mitgliederversammlung unseres Turn­vereins. In seiner Darlegung über den Stand und den Fortgang der Arbeit bezeichnete der Vorsitzende das Unternehmen des Vereins als einen Schritt auf dem Wege, das Turnerheim immer mehr den Bedürfnissen entsprechend aus­zubauen und wohnlicher zu gestalten. Der Zeit­punkt der Einweihung und Eröffnung der Bühne läßt sich noch nicht genau feststellen, doch wird mit Vachdruck an der raschen Fortführung des Baues gearbeitet. Der Einweihungsakt soll zu einem Werbeabend für d i e deutsche T u r n s a ch e und den Verein Alsfeld ausgestal­tet werden. Die Beschaffung der noch erforder­lichen Bausumme erfolgt auf dem Wege hypothe­karischer Eintragung.

Kreis Lauterbach.

* Lauterbach, 16. Oktober. 3m öft- liehen Vogelsberg sollen drei Tal­sperren mit etwa V/2 Millionen Kubikmeter in Angriff genommen werden. Es handelt sich um die Stauung der Flüßchen Altfell, Alte Hasel und Prinzenbach, die sich bei Stockhau­sen vereinigen und ihr Wasser der Schlitz und Fulda zusenden. Zwanzig Arbeiter sind gegenwärtig damit beschäftigt, Stollen in die Talsohlen und Bergwände zu treiben, um die Lage des Basaltfelsens feftzustellen, in denen die Sperrmauern eingelassen werden sollen. Die Alte Hasel zwischen Rixfeld und Schadges soll gestaut werden und gegen 750 000 Kubikmeter Vuhinhalt bringen. Berg­rat Dr. Schottler- Darmstadt weilte hier, um die geologischen Verhältnisse sestzustellen. Die Altfell wird bei Altenschlirf, der Prinzen­bach bei Schlechtenwegen abgesperrt. Das Kraftwerk soll in der Nähe von Müs, an preußischen Grenze, errichtet werden. Bis zur Hohe 468 soll das Wasser der drei Staubecken geleitet und hier aus 130 Meter Höhe zum Absturz gebracht werden. Man gedenkt durch die Anlage der drei Becken einen Nutzinhalt von fast IV2 Millionen Kubikmeter Wasser zu erreichen.

Kreis Friedberg.

* Friedberg, 17. Oft. Die Votgemeinschaft Friedberger Winterhilfe veranstaltet am nächsten Sonntag einen allgemeinen Verkauf von Blumen und Postkarten, dessen Ertrag mit dazu dienen soll, die Spei­sung von notleidenden Mitbürgern auch im bevorstehenden Winter weiter durchzu­führen. Man hofft, daß die schon oft bewährte Gebefteudigkeit unserer Einwohner sich auch dies­mal voll bewähren wird. Die Fauerbachev Kommission für Kriegerehrung hat vor kur­zem wieder ihre Tätigkeit aufgenommen, um das begonnene Werk, Errichtung eines Denkmals für die im Weltkriege gefallenen Helden des Stadt­teils Fauerbach zu Ende zu führen. Mit der Sammlung der notwendigen Geldmittel soll am kommenden Sonntag durch die Kommissionsmit- glieder begonnen werden. Die neue Auto- linie Friedberg Nieder- Florstadt, die ein dringendes Derkehrsbedürfnis befriedigen soll, wird am nächsten Montag ihren Betrieb auf­nehmen. Es sind täglich fünf Fahrten hin und zu­

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