Samstag, (8. Vttoder (924
Ht. 246 Drittes Blatt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhehen)
Wo
tug
nge
•*D
len Machtpolitik einer
ng
»
1
n
M
He
Hohe Heizknaß. altbewährt?
ßaubep, billig cdtbeäehrtr*
frei von hauch, (oepuch und büß.
Briketts
in9
7
Ohne Schlacke, ohne (opu?.
mit der neuen faszistischen Mentalität auszuglei- chen, und sich damit die Gefolgschaft der Mehrheit im Lande zu sichern.
ing er hiermit
5?tx'gimg zur intransigenten Machtpol tirtei erstarrte, desto deutlicher spurte man die xiftion der liberalen Mentalität gegen die Fa-
t ragen.
Was die Eingemeindung Wiesecks nach Gießen betrifft, so halte ich diese Frage noch nicht für spruchreif.
Kaufmann Wilhelm Horn, Vorsitzender des Detailliften-Vereins (tziesten:
Diese beiden Fragen haben in letzter Zeit wiederholt die Oeffentlichkeit beschäftigt und Veranlassungen zu Erwägungen gegeben, ob die jetzige Zeit die Lösung beider Probleme bringen könne und müsse.
Ich möchte mich hauptsächlich mit dem ersten Teil Der Angelegenheit beschäftigen, „D i e Weiterführung der elektrischen Linievon Marburger Straße bis Wiese ck", und hierzu sei bemerkt: Zweifellos besteht bei weiten Teilen der Bevölkerung lebhaftes Interesse und
ng8toC oche.
IlttlU
8096D
nigstens soweit die jüngere Generation aus den Kreisen der bürgerlichen Intelligenz in Frage kommt. Eine prosaszistische Strömung machte sich gerade bei der älteren Generation geltend, die dem parlamentarischen Geben nahesteht, nicht aus Sympathie, sondern aus der alten Gewöhnung an das System der Kompromisse.
Wie wird sich nun die Tagesordnung in der weiteren Entwicklung der Krisis auswirken? Die Spaltung der Partei, die von der intransigenten Opposition außerhalb der Partei gern gesehen würde, von der Partei selbst aber umgangen werden möchte, scheint zunächst auch Der» mieden zu werden. Die beiden liberalen Minister Casati (Unterricht) und Sarocchi (öffentliche Arbeiten) haben Mussolini das Verbleiben im Kabinett zugesichert, weil der Parteitag ein bestimmt formuliertes Dedo nicht ausgesprochen habe, und weil sie sich durch die Auffassung ihrer engeren Parteifreunde gestützt fühlten. Mussolini hat sich, entgegen seiner Entschließung in den Tagen der populären Mitarbeit damit zufrieden erklärt, und scheint, da er sich offiziell zum Ausgange des Kongresses nicht geäußert hat, der Entscheidung der parlamentarischen Fraktion nicht vor greifen zu wollen, die am 15. d. Mts. zusammen tritt
Es ist aber nicht wahrscheinlich, daß die Fraktion eine bindende Entscheidung so kurz vor dem Wiederzusammentritt des Parlaments am 8. oder 10. November fällen wird. Die ersten Tage nach Zusammentritt des Parlaments dürften kritische Tage erster Ordnung werden. Die offizielle Opposition crflärt schon heute, an den parlamentarischen Arbeiten sich nicht beteiligen zu wollen, das Parlament würde so eine Art Rumpfparlament werden. Die Möglichkeit einer Sprengung der MehrheitsPartei und die Gefahr eines Mißtrauensvotums ist nicht cusgeschl ssen. Mussolini stellt diese Möglichkett auch in Rechnung, und er wird nicht demissionieren. Anders ist seine Rede in Mailand nicht zu interpretieren, wenn er sagt, daß das, was die Opposition unter Normalisation anftrebt, nichts anderes sei als die Schaffung der Möglichkeit, der Regierung ein Mißtrauensvotum auszusprechen: aber das Parlament ist nicht die einzige Instanz, von deren Z. stimmung die Regierung abhängig sei.
In der näheren Umgebung Mussolinis drängt man auf eine nochmalige Diktatur. Wird die Krone zustimmen? Wird die Krisis zwischen Faszismus und öffentlicher Meinung sich zu einer Krisis zwischen Krone und Mussolini umgestalten, bei vorsichtiger Zurückhaltung derjenigen, die sich
teien (also auch der faszistischen) entzogen werden — die Konstitution darf nicht in ihrem Wesen geändert werden — die Regierung ist rtn V» Q tt ft i m m H n n beä Landes qe= > unu uer xioeruitii »u uvcl ei yai
Junten, äs h-iht, an di- Wtimmung d-s gto- | »-rnwcht. di- traiitionelk liberale Mentalität
•s? llUjlKf* •itabg^
warme Sympathie für die Ausführung dieses Planes, und wenn ich noch im besonderen den Standpunkt der Geschäftswelt, speziell deS Einzelhandels, skizzieren dars, so ist der allgemeine Eindruck der, daß ausnahmslos in diesen Kreisen dafür Verständnis besteht, daß ein Derlehrsinstitut wie die elektrische Straßenbahn, sobald sich dtt Möglichkeit der Erweiterung und Wetterführung bietet, unbedingt gefördert werden muß. Dabei oll nicht die ÄützlichkeitSfrage für den einzelnen das entscheidende Moment sein, sondern die Angelegenheit muh von dem Gesichtspunkt aus betrachtet werden, daß die engere Verbindung zweier Rachbargemeinden zueinander nur förderlich für beide sein kann und sich schon recht bald in wirtschaftlicher Hinsicht günstig auswirken würde.
Daß die Stadt Gießen jetzt schon ihrerseits diesem Projekt nähertreten kann, muß stark bezweifelt werden, nachdem die Stadtverwaltung das Verkehrsnetz in Der Stadt Gießen selbst noch nicht voll (siehe Bahnhofstraße) dem Verkehr übergeben hat und noch starke Einschränkung des Fahrplanes besteht. Ob diese Maßnahme vom Standpunkt der weisen Sparsamkeit aus gerechtfertigt werden kann, soll hier nicht näher untersucht werden: jedenfalls ist die Einschränkung sehr bedauerlich, und es wäre m. E heute aller ljbd)ltc Zeit, den vollen Betrieb wieder aus-unehmen, scvon aus dem Grunde, um den üblen Eindruck zu beheben, den jeder Fremde, der in unserer Stadt einig« Stunden oder länger Aufenthalt nimmt, von Du. Unzulänglichkeit und Aermiichteil dieses Verkehrsmittels erhalten muß. Es bedeutet sicher!^ keine Erschütterung der städt. Finanzen, wenn h»r recht bald Wandel geschaffen wird
Wenn deshalb das Problem, Verbindung Der Gemeinden Gießen—Wieeck durch die elelml ye Straßenbahn im gegenwärtigen Moment stärker gefördert werden soll, muß die intensivere Propaganda auch von Wieseck aus geschehen, Denn Der Bevölkerung dieser Gemeinde, speziell der Arbeiterbevölkerung, würde mit der Herstellung dieser Verbindung der größte Dienst erwiesen. Außeracht soll hier auch nicht gelassen werden, daß auch ein größerer Teil der Bewohner der Gemeinde Alten-Buseck Die Straßenbahn von Wieseck aus gern benutzen würbe, so daß Die Renia- bilitätsfrage hierDurch eine weitere günstige Beurteilung erfahren toürDe.
Die baldige Lösung dieser Aufgabe wird- Dann ganz von selbst Die Frage Der Eingemeindung Der Nachbargemeindc Wieseck auf Die TagesorDnung bringen, Deren ausgiebige BehanD- lung heute noch als verfrüht zurückgestellt werden muß.
Skadtv. Kreisschukrat Mischer:
Taß Die Frage „Gießen-Wieseck" in diesen Tagen anfängt, Die Oeffentlichkeit weder zu beschäftigen, mag ein Zeichen Dafür sein, Daß ach 10 Jahren Der Bedrängnis wieder daran gedacht werden kann, an Unternehmungen heoanzutrerea, Die über Die zwingendsten Notwendiglei en Des Augenblicks hinaus Wege frei machen sollen in eine bessere und gesündere Zukunft. — Von Den beiden zur Erörterung gestellten Fragen hu Die Angelegenheit Der Straßenbahn Gießen- Wieseck schon einmal vor der Entscheidung gestanden. Entschlossenes Zugreifen hätte Damals zum Ziele führen müssen.
Ist Der Zeitpunkt zur Erbauung Der Bahn jetzt gekommen? — Wenn dazu nur die Be- dürfnisfrage entscheidend wäre, könnte ein Zweifel überhaupt nicht entstehen. Denn das Bedürfnis ist unbestreitbar vorhanden. Es erschaut mir überflüssig. Neues dazu sagen zu wollen, nachdem in dem Artikel der Schriftleitung und in den Darlegungen eines Ettrsenders aus Wieseck in Nr. 229 alles gesagt ist, was Beweisk-aft hat. Es ist in der Tat ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, daß eine große Landg.-mrinde unmittelbar vor den Mauern der Stobt liegt unD daß für beide eine andere Derkehrsgelegenheit als die Gandstvaße heute noch überhaupt nicht vorhanden ist. Der Zustand ist erstaunlich unD wird nur noch an wenigen Orten zu finden fern, daß Hun derte von Menschen gezwungen sind, täglich dea Wog zu ihrer Arbeitsstelle zu Fuß zurück^ legen, wo doch eine besondere Schwierigkeit zur C'chasfimg einer zeitgemäßen Fahrgelegen leit überhaupt nicht gesehen werden kann. Also die Dedürfnisfrage ist — so scheint mir — längst entschieden. — Aber heute kommt dazu, daß die Frage, ob eine Gemeinde schon wieder an große Unternehmungen h manschen kann, sehr gewissenhaft geprüft werden muh, weil die Kapitalbeschaffung Kosten verursacht, wie nie zuvor. Es ist doch eine bedenkliche Sache, ein Unternehmen von vornherein mit einer so unerträglichen Last der Verzinsung zu bepacken, wie sie bei dem gegenwärtigm Geldstand entsteht. Aber wir sind doch nun toiecer so weil, daß wir wied.r ! hoffen dürfen. Nachdem unsere Ange'e e he t mit dem feindlichen Ausland in ein ruhigeres Fahrwasser gekommen ist, dürfen wir auf eine weitere Entlastung in der Wirt chafl und auf eine > weitere Behebung Der Geldverknavpuag rechnen- Solxttd Diese Entwickelung weiter fortgeschritten ist, sobald Die Verhältnisse auf Dem Geldmarkt Die Inanspruchnahme fremden ^rapitals tu ch die Gemeinden wieder erlauben, ist der Augenblick , gekommen, in dem an Den Dau Der Verbindung Gießen—Wieseck herangetreten werden sollte. Das । wird nach meiner Ueberzeugung früher der Fall fein als mancher heute noch glauben mag D<s- । halb ist es aber auch Zeit, daß das Unternehmen
-wck
45.___
W "S.S g,,WM rkßleber^
■■■■■■ löffeln tro-kene
- *Aso. Mark chrinaiw
für Die Nachfolge rüsten?
Zu allen diesen Möglichkeiten kann man heute keine Prognosen stellen. Es läßt sich nur eins sagen: Die moralische Stoßkraft des Faszismus ist erschöpft. Der Faszismus hatte Die Kraft, den Staat in einer Periode Der Schwäche zu überrennen, die Sanktion Der Krone zu erhalten, Das Damalige durchaus oppositionelle Parlament zur Annahme Der Wahlrechtsvorlage zu zwingen, Die Die Basis für Das neue nationale Parlament gegeben hat, er hat auch Die Kraft gehabt, Die beiden großen Parteien Der Popolari unD der Liberalen zu zersetzen, aber er hat nicht
während Die Erörterung von Spezials ragen Dem geeigneten Zeitpunkt Vorbehalten Mich, und in Anknüpfung an Die ebenso eingestellten Ausfüh-
Rvm, 10. Oktober 1924.
Die liberale Partei hat Italien regiert t seiner Einigung zum Nattonalstaat von 1860
1919 zunächst als eine Rechtspartei ftwour, Spaventa, Giobertt, Minghetti), und r-n 1876 als eine Linkspartei (Depretis, ttlpi, Giolittt), Doch immer geleitet von Den, aus , Risorgiments übemommmen unD in Der Kon- itution Earl Albert nieDer gelegten liberalen -imDfähen. Erst mit Der Einführung Des a l l - . meinen Wahlrechts unter Grolitti, und ?c Proportionale unter Nitti, Famen Die 3 8 i a 11 ft e n und Popolari tn numerischer lärfe in das Parlament, unD bekamen so einen inflrch aus Die Regierung. Der liberalen Partei it m Den Kämpfen mit diesen beiden Parteien >ü Massen Das gefehlt, was diesen ihre Kraft ib: Die feste Pa rteiDisziplin unD em cir umvandeteS Programm Sie zersplitterte
in Gruppen und Grüppchen, und auch Der | hvend Der Wahlen von 1919 und 1921 geformte j jnt onaile Block, Der alle Liberalen und die Na- I tcnaliftcn umfaßte, wurde eigentlich nur Durch | tn Negatives zusammengehalten, Durch Die ge= infame Furcht vor .Rot" und .Schwarz", und Hit sich nach Den Wahlen nie auch nur als eine Arbeitsgemeinschaft Der liberalen Fraktionen erfüllen. Der FasziSmus hat Die Partei noch weiter zi-setzt und in zwei Gruppen gespalten: Die in- ftansigente Opposition, Die, von Amen- foja geführt, als konstitutionelle Oppo- ß t i v n auS Der Partei ausschled, Die gemäßigte Opposition, beten Exponenten Gio» |itti unD OUbertini sind, und Die Gruppe, Die Die Regierung, wenn auch bedingt, unterstützt, Die so° o-w unten Fiancheggiawren, Der Flankenschuh, 6er sich um Salandra zusammen schließt.
Die Disziplinlosigkeit Der früheren Zeit unD bi8 AuSeinanDerfallen unter Dem faszistischen An- jlurm hat Die Ansicht aufkommen lassen, als ob ler Liberalismus mit Der großen historischen Der- pngenheit sich überlebt habe. Man verwechselt Aber Die Form mit Dem Inhalt: Die liberal^ Partei ist erschüttert, Der Liberalismus hat sich ft-enskräftig erhallen. Der Liberalismus in Ita- len ist kein Paitteiprogramm im engeren Sinne: tr ist eine Mentalität, Die, wie Die Norm im Gest das Wesenti.che Darstellt, allen Parteien, mit Ausnahme Der kommunistischen, wesentlich gemeinem ist. Er umfaßt Die Auswirkungen Der raffen» nötig bedingten Individualität des Italieners auf Die Staatsauffassung.
Je mehr der Faszismus aus einer geistigen
Italiens politische Sommerbilanz.
Der Kampf der liberalen mit der faszistischen Staatsauffassung
Don unserem römischen Ha-Korrespondenten. (Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Gießen r' s Wieseck.
larnents — nur dem Heere ist der Schuh des Eine . noe
Landes anvertraut und keiner Partei steht das "' “ *
Recht zu, eine bewaffnete Macht zu organisieren. Im Anschluß an unseren Artikel in Nr. 222, Wenn auch in Dec Begründung Der Tages- tn Dem diese Frage zunächil nur vom prinzi- orbnung ausdrücklich betont wird, daß sie nicht | Piellen Gesichtspunkt aus JiebantKlt wurde, die Opposition gegen die Regierung bedeute, so ist sie inhaltlich jedenfalls oppositionell und bekommt diesen Eharakter noch schärfer durch die ,------- .
vvrausgegangene Ablehnung der Tagesordnung I iimgen eines Wiesecker G^nerrrderats tu unserer Ricci mit fast der gleichen Stimmenverteilung. Nr. 229 haben wir eine Rundfrage an eine Diese bot der Regierung unter nur allgemeiner Anzahl hervorragender Personen unserer Stadt Betonung liberaler Grundsätze bedingungslose und Wiesecks gerichtet, um Deren S.ellungnahme Mitarbeit an Die genehmigte Tagesordnung Pe- zu dieser dyrage kennen zu lernen. Einige Herren drazzi übergeht die Frage der Mitarbeit und haben uns mitgcteift, sie seien aus ganz be.onderen überläßt Die Entscheidung Der parlamentarischen Gründen nicht m Der Lage, zur Zeit öffentlich zu Fraktion stellt aber Minimalforderungen auf, Die dieser Angelegenheit zu sprechen. Bon Den ein- Die Abgeordneten einhrlten müßten, und drückt gegangenen Mernungsauß.rungen geben wir nach- damit ein Mißtrauen gegen Die pazifikatorischen stehend einige Gießener Stimmen wieder, weitere Reden Mussolinis aus. Denen nicht zugleich Taten Erklärungen werden wir in Den nächsten Tagen folgen, Die eine Garantie für Die Durchführung I folgen lassen. Es erklären
listen: „Der Staat gehört uns." Die erste Reak» ion gegen diese Auffassung hatte schon derPar» fcitng der Popolari in Turin 1923 gezeigt, Der als -vlstisches Testament Don Sturzos Die Auto- lomie Der Partei — Die logische F^ge aus Der Ablehnung Der faszistischen Aufiasfung — bestätigte. wenngleich Die Partei zur Mitarbeit bereit blieb. Die gleiche Forderung stellte Die Demo kraft che Partei auf, indem sie noch kurz vor Den Dahlen auf eine eigene Liste nicht verzichten pl.Ute, trotzdem auch sie zur Mitarbeit geneigt txir. Eine entsprechende Klärung hat die intransigente Opposition aus Der liberalen Partei geneben, Die Partei als solche aber hatte bis da- ! ;it eine bestimmte Stellung nicht eingenommen.
Doch machte sich Die Reaktion Der liberalen Mental tät außerhalb Der Partei um so fühl- urer. Das zeigt Die politische Sommerbilanz, Die rr.t Den Versammlungen Der Mutilati in Fiume int- Den ©ambattenti in Assisi beginnt, Die Dea Richter tag in Turin und Den Kongreß Der Presse n Palermo umfaßt, unD Die mit Dem Kongreß er liberalen Partei in Livorno schließt. Die vier rfien Versammlungen haben keinen Parteicharak- -7, sie geben Die Auffassung Der italienischen Dttelligenö Wieder, bestätigen Die Lebenslust des liberalen Gedankens in al» < n Berufs schichten und haben als Ge- n>:nsames Die Forderung zum älebergang zu i»rmalen Zuständen gebracht, und zwar ganz unabhängig von den spez fizierten Frrderu.r- gcm irgendeiner Partei: das ist in andere Worte IcfleiDet das, was die Krone und der Senat xn, Der faszistischen Regierung fordern, wenn von kt Wiederherstellung normaler und friedlicher Auslände gesprochen wird. ,.1-r ,
Nun hat als letzte auch die politische Hrtei gesprochen. Die in erster Linie die Wort- Wrerin dieser liberalen Mentalität ist, oder we- irtzstens sein sollte. Die Tagesordnung Pedrazzi, nit der Der Kongreß der liberalen Partei in Li- h>:iro schloß. unD Die mit 23 000 gegen nur 8000 Etimmen angenommen wurde, hat insofern eine gvoße Bedeutung auch für Die weitere Entwicklung der Lage, als die liberalen Grundsätze m bnfveter Anwendung auf Die Kardinalpunkte des ^egierungsprograrnms festgestellt werden:
Der Staat muß der Hegemonie Der 'Par
der Pazifikation geben. tiomtncrxiciirat Schirmer,
Die leader Der Partei, Giolitti unD Sa- ..... w s ° /etirwr -ithrfä.
lanbra, Die sich wohl beiDe mit Dem GeDanken Präsident der (^zeftener Handels
Der Nachfolge tragen, waren Dem Kongreß fern- kammer:
geblieben. Doch Solari sprach für Giolittt und 3* pin gern bereit, meine Ansicht über Die Codacci Pisanelli für Salandra, und beide haben beiden angeregten Fragen zu äußern.
zur Frage Der Kollabvrat.on Deutlich Stellung Was in erster Linie Die W e i t e r f ü h r u n g genommen: Solari entschieDen dagegen, Co- elektrischen Straßenbahn nach
dacci Pisanelli ebenso entschieden dafür. Wieseck betrifft, wäre es gewiß mit Freuden Bedeutsam ist Die Stellungnahme Der jün- pegimhen, wenn dieses alte Projekt zur Aus- geren Elemente in Der Partei, Die ge- käme. M. E. sind hierfür zwei Gesichts-
schlossen für die Tagesordnung Pedrazzi und ^nfte ausschlaggebend: gegen die Tagesordnung Ricci stimmten, bedeut- j Stadtverwaltung finanziell dazu in
sam insofern, als sich Der Faszismus gern als Z)ec Qage, ohne Den Steuerbogen, den sie bereits Ausdruck des jungen Italiens darstellt im big äußerste angespannt hat, zum Bre-
Gegensah zum überlebten Italien der älteren li- bringen?
beraten Generation. Noch in seiner Rede in Mai- 2 In welcher Höhe würde sich Wieseck an den land hat Das Mussolini selbst ausgesprochen unb tpäter an Den Verwaltungskosten De
mi t den Worten: Die alten Parteien haben ihre teiligen?
Zugkraft auf de IugenD verloren. Der Parteitag feberrrt fast, als ob der Erwerb der Attien-
von Livorno hat das G e g e n^t e i l bewiesen, we- > Ehrheit der Unionbrauetei seitens Der Stadt Gießen, Der gewiß von großem D)rteil für sie ist, die Anregung bieten soll, um sie zu toeiteren kostspieligen Unternehmungen anzuspornen, und dagegen möchte ich doch in der gegenwärtigen Zeit meine warnende Stimme erheben, dazu sind die ganz unsicheren, ungeklärten Zeitverhältnisse denn doch nicht geeignet. Der ganze Verwaltungsapparat der Stadt scheint mir zur Zeit reichlich hoch: von Abbau und Sparen hört man nichts, sondern nur von neuen Steuern und wachsenden Ausgaben, und ich möchte in erster Linie empfehlen, allmähl-ch wieder zur alten guten Gepflogenheit des Sparens zurück^ukehren und den Versuch zu machen, die Lasten, die für die Steuerzahler nachgerade unerträglich werden, zu verringern. Ich fürchte, daß Die Weiterführung Der elektrischen Straßenbahn nach Wieseck nicht Das geeignete Mittel hierzu ist. Bei dieser Gelegenheit sei es mir gestattet, auszusprechen, daß ich Den Tarif der Straßenbahn für zu hoch halte. Ich bin der Ansicht, daß man mit 10 und 15 Pf. infolge Der Dann eintreten Den stärkeren Benutzung Der Dahn bessere Geschäfte machen würde, als mit Dem jetzigen Tarif von 15 und 20 Pf.
Was Den zweiten Punkt betrifft, so würde m. E- von Der Weiterführung Der Straßenbahn nach Wieseck letzteres den größten, wenn nicht ausschließlichen Vorteil haben. Dem Artikel des Mitgliedes des Wiesecker Gemeinderats in Nr. 229 Ihres geschätzten Blattes muh ich entgegenhalten, daß ich weder an einen Zuschuß der Reichspost zu Den bett. Baukosten glaube noch mir t»n der Benutzung Der Straßenbahn seitens Der Gießener Ausflügler, Die Den Hangelstein und Die Badenburg besuchen wollen, große finanzielle Vorteile für Die Bahn versprechen kann: auch für die Verlegung einer größeren InDustrie nach Wieseck dürfte die Weiterführung Der Dahn ohne jede Bedeutung sein, denn hierfür ist doch mit in erster Linie Eisenbahnanschluß maßgebend. Nein, Den Vorteil von dem Projekt mürDe fast ausschließlich Wieseck haben infolge Der besseren und leichteren Verbindung mit Der Stadt: auch würden sicher viele Familien ihren Wohnsitz von Gießen nach Wieseck verlegen und infolgedessen die Steuerkraft Wiesecks wachsen, die Gießens sinken. Wieseck 1 müßte dementsprechend an den Dau- und Den späteren Dcrwaltungskosten den Hauptanteil


