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kehr auf, weil sie die andern nicht erst heraus- lassen; sie wollen Zeit gewinnen, verlierva sie aber in Wirklichkeit durch ihr Llngrstüm. Wie gut täte ihnen ein wenig Geduld! Ich Hube bk Erfahrung gemacht, daß jung. Märchen, die immer ungeduldig waren, dadurch geduldig wu.- den daß ihnen in der Ehe ein Kindchen die Anfangsgrunde in dieser Wi senschaf t be b ach e Da haben sie es gelernt, unzählige Male hin- und hnzulaufen, sich zu bücken und all die vielen Heinen Handgriffe zu tun, die solch junger Erden- bürget verlangt, ohne viel zu fragen, ob die Mutter Geduld dazu besitzt; sie lernt sie cb.n besitzen! Unb siehe da, wozu früher keine Mach: der Erde fähig gewesen toäi«, das wirkt jetzt die zarte Hilflosigkeit der Llnmündigen! Schade, dah es für Männer keine solche Geduldsschule gibt aber- vorderhand sind sie ja noch davon .entbunden, sich in den Tugenden der Hausfrauen zu üben, und sie weiten es wohl auch in alle Ewigkeit sein, denn ich glaube, sie würden auch da keine Geduld lernen.
So wird wohl mein Schrei in der Wüste
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6t einem Bokke etn Stand gedeihen iann, wenn die anderen Stände Hot leiden! Der Apostel Paulus sagte einmal: „So ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit." Kommt Hnglüd über ein Doll, so wird ein Stand nach dem anderen — das ist etne Lehre, die unS die Weltgeschichte gibt — in das Derderben gezogen. 3n der Zeit der napoleonischen Kriege hatten die westdeutschen Land- tDttte, weil sie von der Kriegsfurie verschont blte= den, gute Absatzmöglichkeiten, namentlich in den Aheinlanden kamen sie sehr voran. Aach dem Kriege aber hatten sie schwer zu leiden. Das Hungerjahr 1816, Mäuseplagen im Jahre 1819 und besonders un Jahre 1822, die Zollschranken, die die einzelnen deutschen Bundesstaaten gegeneinan- t>er ausgerichtet hatten, brachten den Bauernstand tief herunter. Dis vor kurzem haben sich die bäuerlichen Betriebe rentiert, nun sind auch sie getroffen. Die Steuern drücken, es fehlt an Barmitteln, der verhältnismäßig geringe Ertrag der diesjährigen Ernte vermehrt das liebel.
Wir Menschen haben es nicht in der Hand,
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— tstn origineller Wander-mann besuchte uns gestern nachmittag auf der Redaktion. $cr junge Mann, beinahe 26 Jahve alt, hecht Willy Holthaus und stammt aus Bremen. Er ist auf einer Fußtour durch die europäischen Länder begriffen, hat am 9. Juli ds. Js.. von Bremen aus seine Wanderfah.t angetteten und hofft, in vier Jahren dort wieder- airzukommen Zn jeher Stadt, die er besucht, läßt er sich von ber Behörde einen Wimpel mit dem betreffenden Etadlwappen und in den Landesfarben geben, die er dann allesamt an einer langen Stange bei sich trägt. Wenn die Stange gefüllt ist, schickt er seine Wimpelandenken heim und hef.et dann seiner Stange die nächste Kollektion an. Bei uns trat er mit einer Sammlung an, die an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig lief). Die Abzeichen zahlreicher Wände, vereine schmücken die Brust des Untern.hnungSlustigen, le fei Marsch jetzt über Kassel, Halle. Leipzig. Dresden. Berlin nordwärts nach Skandinavien gehen soll. Das) der junge Mensch in seinem originellen Auszug in dm Straffen allerlei Aufsehen erregt, ist na-
Turnen, Sport und Spiel.
Schwimmen in der D. T.
Mancherlei brennend gewordene Fingen deS Schwimmens veranlaßten den Schwimmwart der D. T., Braun- Frankfurt, den Schnimmausschus) zusammen mit den Kreisschwimmivarten zu einer Besprechung zusammenzurufen Man belpiach u.a. die Schaffung eines I urnerischen Schwimm jach- blattes. Die W e11 k a m p f b e st i m m u n g e n werden für 1925 neu hevausgegeben. Die Einführung der Kreisgruppen in die Gliederung der D. T. ist auch auf dem iScbieJc des Schtrim- menS eine Roitvendigkeit geNwrden. Mehrfach ausgetretenen Mängeln in der Besetzung von Kampsrichterposten soll dadurch abgeb?i- fen werden, das) die Kreise Kampfrichterlisten auf- stellen sollen, auf die nur unbedingt zuverlässige und technisch geeignete Persönlichkeiten zu setzen sind. Einschneidende Aenderungen wurden für das B r u st s chwi m m e n getroffen. Die neue Wettkampfbestimmung wird das Anschlägen mit einer Hand und das Drehen des Kopses gestatten Das Schwimmfesl der D. T. wird am 23. August 1 925 in Frankfurt a. M in dem dann fertiggestellten neuen Stadion statt,inden. Am selben Tag wird dort auch die turnerischo Wasserballmeisterichaft ausgespielt. Im nächsten Jahre sollen wieder alle Kreise ein Kreisschwimmfest abhalten, das möglichst in den Juli zu legen ist.
Turnerische DarlehnSgenossenschaft.
Um Turnvereinen, die vorübergehend in Geld» Verlegenheit sind oder zum Ausbau ihrer Anlagen wie Turnhallen. Spielplätze usw. gröberer Mittel bedürfen, geldliche Unterstützung zuteil werden lassen zu können, hat der schwäbische Kreis- t u rntag beschlossen, eine Darlehns- genossenschast einzurichten. Man muh dem Versuch der Selbsthilfe der schwäbischen Turnvereine mit grobem Interesse entgegensetzen, da die Möglichkeit der Ausbreitung einer berartlgen Genossenschaft über ganz Deutschland nicht von bei Hand zu weisen ist und u. U. auch auf diesem Wege die Lösung der Turnhallenbau- ober Spielplatz- ftage in Angriff genon men wird.
Spiclplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 19. Oktober, abends 61/2 älyr^ Die Zauberflöte. Montag, 20.: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag, 21.: La Traviata (Violetta). Mittwoch, 22.: Figaros Hochzeit. Donnerstag. 23 : Carmen. Frritag, 24 : Fidelio. Samstag. 25.: Tiefland. Sonntag, 25., abends 5 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg.
Schauspielhaus. Sonntag. 19. Oktober, abends 7 Uhr: Die Hermannsschlacht. Montag. 20 : Dame Kobold. Dienstag. 21.: Der Liebestrank Mittwoch. 22.: Der zerbrochene Krug. Hierauf: Zierpuppen Donnerstag, 23.: Die Eenci. Freitag, 24.: Sechs Personen suchen einen Autor. Samstag, 25.: Der G'wissenswurm. Sonntag. 26., abends 8 Ühr: Sechs Personen suchen einen Autor.
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etB uno‘J>auer manit. «n Alfred stngt diesmal Herr Curl Richter, der von feiner früherer Tätigkeit an unserem Otabttbeatcr her Ja noch in gutem Andenken steht.
— Der Gesangverein Heiterkeit teilt in unserem heutigen Anzeigenteil mit, daß sein Konzert vom 26. Oktober au* den 9. November verschoben wird.
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verhallen: „Geduld, meine Herren! " er.
Gießener Wochenmarktpreise
am 18. September 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: Butter Pfd. 235—250, Matte 35 Käse 75. Eier Stück 17—19. W.rstng Psi). 9-112 Weihkraut 6—8. Rotkraut 9—12, gelbe Ruben 8—10, rote Rübrn 10, Spinat 35, Romisch- kohl 8 Dohnen 25, Blumenkohl Stück 20—150, Salat' 10, Salaigurken 5—10. Endivien 10—20, Ober-Kohlrabi 8, Anter-Kohlrabi Pfd. 6. Grünkohl 15 Rosenkohl 30—40. Feld alal 40. Tomctten 50 Zwiebeln 12—15, Lauch Stück 5—20, Rettich 10^—15, Meerrettich Pfd. 35—40, Sellerie Stuck 20-75 Schwarzwurzeln Pfd. 60, Kürbis 5, Kartoffeln'5, Aepfel 10—20, Dirnen 8—10, Brombeeren 50, Zwetschen 18, junge Hahien 100, Suppenhühner 100, Gänse 100—120, Rü fe 50 55.
Tie Reichs-Teuernngsziffer.
Die Reichsindexziffer für die Lebensh l ungs- foffen (Ernährung, Wohnung. Heizung Beleuchtung, Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen d.s Statistischen Reichsamtes für Mittwoch, 15. Oktober 1N4. auf das 1,2 3 fache der Dorkriegszeit (in Papiermark auf das 1.23billio- nenfache der Vorkriegszeit). Gegenüber der Dorwoche (l,21fach) ist demnach — besonders als Folge ter Erhöhung der Ernährungskosten — eine Steigerung von 1,7 vom Hundert zu verzeichnen.
** DieWählerli st enbzw. Wahlkarteien zur hessischen Landtagswahl, die bekanntlich am 16. Rovember stattfindet, sind laut ministerieller Anordnung vom 26. Oktober bis einschl. 2. Rovember ouszulegen.
** Zum Flugtag in Gießen. Die Arbeiten der Ausschüsse für diese bedeutsame flugsportliche Veranstaltung in unserer Stadt am Sonntag, 2 6. Oktober, sind in vollem Gange. In der Stadt wird in den nächsten Tagen an zahlreichen Stellen der Vorverkauf der Eintrittskarten beginnen. Der Werbeausschuß, der in der Bürgerschaft Zeichnungen für einen Garantiefonds sammeln soll, wird sich am Montag auf die Besuchsreise begeben. Möge dieser Ausschuß überall eine freundliche und gebefreudige Aufnahme finden, eingedenk der Tatsache, daß es sich bei diesem Werke auch um die Förderung einer nationalen Aufgabe, der Wiederaufrichtung des deutschen Flugwesens, handelt.
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* Die Wohlfahrtspflege Hessens ist wegen ihrer guten Organisation bekaimtt Sie wird zum weitaus größten Teil von christlicher Liebesarbrit geleistet Sv stehe.i z. B 80 Proz der Erziehungsanstalten unter ihrer Obhut D c Fürsorge für Epilepti che und Krüppel wird fast ganz von der Inneren Mission und ihren An ftalten betrieben. In den meisten Bundesstaaten sind darum auch diese freien Anstalten steuerlich den staatlichen und städtischen Anstalten gle.ch- gcftcllt. Wie wir Höven, liegt dem Hessischen Landtag ein Antrag in der gleichen Rich.ung vor der in nächster Zeit verhandelt wird. Cs dürfte wohl keinen Einsichtsvollen im ßanCe geben dem die ttieberwindung sozialer Rotstände ernst 'ist der diesem Antrag nicht freudig zu- stimmte zumal die Erhaltung dieser Anstal en in der schwersten Zeit nur unter größten Per- sönlichen Opfern möglich war.
" Die Grundstücksverpachtun- ge^der Stadt Gießen finden vom Donnerstag nächster Woche ab statt. Näheres im heutigen Bekanntmachungsteil.
"JnderGiehenerKunstfammlung und Gustav-Dock-Stiftung im Reuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, wurden im Graphischen Kabinett neue Werke von I. Cohn- Turner., 21. Eckener. 21. Mann, 21. Sch-urihel. H Wolf, E. Dracht. W. Bader. O. Ubbelohde und 21. Wondra ausgestellt. Ebenso wurden im Ritgen-Kabinett die seither ausgestellten Aquarelle ausgewechselt. Die Ausstellung ist an Sonntagen von 11 bis 1 Mr bei freiem Eintritt geöffnet.
Bornotizen.
— Tageslalender für Samstag. Rundfunlhaus Löberslvatze: 7 älhr »Der fliegende Holländer". — Gießener Rudec-Gesellschaft von 1877 9 ttlhr Gener-alversammlung im Bootshaus. — Freiw Gailsche Feuerwehr: 8V2 älhr Feier des 69 Stiftungsfestes in der Turnhalle des Turnvereins von 1846. — Lichtspielhaus. Dahnhofstr.: . Mädchen, die man nicht heiratet". — Hessische Dilderbühne: „Lawine". — Astoria-Lichtspiele: „Luftpiraten".
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 6\2 ttlhr „Die Fledermaus". — Ehemalige 24er Leibdragoner. Standartenweihe 2 Tihr auf dem Hof der Zeughauskaseme. — Dauerscher Gesangverein: 4 ttlhr in der Aula der Universität Woh.tätigkeitskrnze t zum Wste.i der Kriegsblinden. — Goethe-Bund: 81 2 älhr im Kaufm Dereinshaus Cä Flai chlen-GefeiU- feier. — Lichtspielhüuier w.e Eams.ag.
— Aus dem Stadttheaterbureau roirb uns gesd)rleben: Es fei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Sonntagsaufführung der „Fledermaus" um 61/2 Tlhr beginnt. Don Mitgliedern des Opernhauses wirken nach Mitteilungen der Frankfurter Direktion in dieser Darstellung mit: die Herren von Schenk, Gar-
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unser Schicksal zu gestalten, dieses ruht vielmehr in der Hand Gottes. Er allein meistert die Ratur, er allein schafft auf den Feldern das Gedeihen. Wir freuen uns über die deutsche Tatkraft, die sich in dem Zeppelinflug nach Amerika auswirkt, aber wir wissen, daß auch die Technik unsere Felder nicht gegen Hagelschlag, nasse Witterung und Frostschäden schützen kann. Das aber haben wir in der Hand, daß wir einander zu verstehen suchen und einander helfen. Wenn Golt uns reichen Erntesegen versagt, so ist seine Absicht dabei, daß wir die Grenzen unserer Kraft erkennen, daß wir aber auch, unchristlicher Habsucht den Abschied gebend, uns zur gegenseitigen Hilfeleistung zusam- menschliehen. Es ist das Zerrbild der Wohltätigkeit, wenn man kritiklos jedem Landstreicher, der an unsere Tür klopft, gibt und dadurch möglicherweise das Verbrechertum fördert, jeder aber hat in seiner Umgebung arbeitslose Männer, darbende Frauen, hungernde Kinder, Sozial- und Kleinrentner, alte, alleinstehende Menschen, denen er beistehen kann. Sage niemand, daß.er jetzt dazu nicht imstande sei, wer wartet, bis er über eine Ueberfüllc verfügt, der wird nie einem anderen helfen können. In der Bibel steht: „Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Baler, ist der. die Wallen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt erhalten " Es wird eine heilige und weihevolle Verbindung sein, wenn dieser Gottesdienst, der sich in werktätiger Liebe äußert, sich zu dem Gottesdienst findet, da man am Erntedankfeste Gott auch für geringe Gaben lobt. Ä- 2.
Geduld, meine Herren!
Geduld ist eine seltene Ware, und es gibt keine Krämer, die sie fellhalten. Aber auch wenn sie noch rarer wäre, würde sie niedrig im Kurs stehen, denn sie ist keine Sache, die man überall schätzt. Und doch ist sie cm Stück edelster Lebensweisheit und das größte Ge chenk, das einem die Grazien in bie Wiege legen konnten.
Was wissen wir nervösen Menschen denn von wirkliche: GeduldI Man kann täglich sehen, wie daraus, doß jemand einen Augenblick warten mutz, die merkwürdigsten Tragikomödien entstehen. Die Herren der Schöpfung spielen gewöh l ch dabei die Hauptrolle; nicht zwar so, als wenn das Stück überhaupt nur für Männerrollen geschrieben wäre, aber die Frauen pflegen dach im allgemeinen ihre Ungeduld nicht so fühttar und für aridere nicht so peinlich zu machen. Mir klingt das Wort eines Bah rboannten im Ohr, der einem Herren zurief: „Geduld, mein Herr, warfen Sie. bis der Zug steht I" Der Angerufene hatte die Tür geöffnet, ehe der Zug hielt, stand schon auf dem Trittbrett und sprang ab, ehe die anderen Türen geöffnet wurden. Daß dabei großer Schaden entstehen kann, ist selbstverständlich denn die aufgerissene Tür kann jemanden auf’ dem Bahnsteige die Glieder zer chl gen, und das nur, weil ein hastiger llUensch einige Sekunden ersparen und als erster durch die Sperre
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