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«r. 220
Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheßen) Donnerstag, (8. September (924
Der enteilende Mars.
Besuch auf derMünchenerSterntoarte.
An einem der wenigen sternklaren Septernber- aLende vvllführie ich um die zehnte Stunde eine kleine Reise. Rach Dogenhausen, ins Astronomen- viertcl roo die Münchener Sternaxrrte, erfüllt von emsiger Forschertätigkeit, ein vom Lärm und von der Hast des Tages befreites Dasein fuhrt. Da der Mars noch immer .die Stunde regiert", galt natürlich mein Besuch in der Hauptsache ihm, imb ich will nicht verschweigen, dah ich mrt mancherlei Erwartungen in das Allerhelligste des Observators eindrang.
Die geheimnisvolle Refraktor-Kuppel, der Dau für das Riefenfernrohr, nahm mich auf. Da schaut man sich selbstverständlich erst mal tüchtig um, und alle möglichen Fragen kommen auf Die Lippen. Der liebenswürdige, auskunftsbereite D^errscher dieser .Dunkelkammer" verhinderte mit dankenswertem Takt lvenigstens die dümmsten meiner Fragen und zeichnete mit knappen^ klaren und lehrreichen Worten das äußere Dild der ungewohnten Umgebung. Er zog den „Vorhang auf“ und öffnete die Rirsenkappel zu. einem Ausblick in -die Sternen-Ferne. Da steht das mächtige Fernrohr, der Refraktor, in der Mitte des Raumes. Ein imponierendes Wert. Zu meiner groben Ueberraschung erfuhr ich, dah der optische 2eil des Apparates von dem berühmten Münchener Meister Fraunhofer stammt und seit 1824 in unsere. Sternwarte im Gebrauch ist. Wir hätten also in diesem Jahre em regelrechtes
Wirtschaft.
• Zinsfuhermäbigung bei der Rentenbank Wie die Berliner Blätter hören, hat die Rentenbank beschlossen, zur Entlastung der notleidenden Wirtschaft ihre langfristigen Kredite durch Herabsetzung des Zinssatzes auf Reichsbankdiskont (10 Prozent) zu verbilligen. Die Der- billigungsaltion der Reichsregierung soll durch diese Maßnahme unterstützt werden.
• Tic Reubildung des Ruhr-Kvh- lenshndikats hat sich in der Weis« vvll- Wflcn, das) 90 Proz. der Zechen freiwillig die Mitgliedschaft erwarben, während die übrigen unter Druck gemäß einer Verordnung des Reichsarbeitsministers beitreten. Der behördliche Zwang wird amtlich wie folgt begründete Der Ruhrberg- bau hat |ich bekanntlich nach schwierigen inneren Kämpfen am 13. September in Essen mit rund 90 Prozent der gesamten Beteiligungsziffer zu einer freiwilligen Syndikatsneubildung aus fünf Jahre im Anschluß an die Ende dieses Monats ablaufende Vereinigung für die Verteilung und den Verkauf von Ruhrkohle zusammengefunden. Bedingung für den Zusammenschluß war aber, dah die noch außenstehenden Bergwerks des iher, unter denen sich drei ausländische befinden, bis zum Abend des 16. September Mitglieder geworden seien. Die vom Reichswirtschaftsminister an die Außenstehenden unter bezug auf das Kohlen- wirtschaftsgesetz gerichtete Aufforderung zum Beitritt hatte bis heute kein Ergebnis.
Unter diesen Umstanden war damit zu rechnen, daß ein lebensfähiges Syndikat nicht mehr zustande kam. Angesichts der Gefahr, dah sich in der gegenwärtigen kritischen Wirtschaftslage einer unserer wichtigsten Wirtschaftszweige in inneren Kämpfen verzehrte und angesichts der volkswirt- schaftlichen Bedeutung, die ein straffes Kohlensyn- dikat, insbesondere auch für die Regelung der Ausfuhr und die Durchführung der Reparationskohlenlieferungen hat, konnte die Regierung nicht untätig bleiben. Die Verlängerung des bisherigen Zustandes hätte die bereits eingetretene Zersplitterung verschärft und die Aussichten auf einen festen Syndikatszusammenschluh, wie er jetzt allseits als dringlich anerkannt wurde, nur vexmin- dert. Trotz der Bedenken, die an sich gegen float- 'liehe Eingriffe in die wirtschaftliche Selbstverwaltung sprechen, und trotz der Einwendungen, die im einzelnen gegen manche Bestimmungen des Shndikatsvertrages geltend zu machen wären, entschloß sich der Reichswirtschaftsminister, den von der überwältigenden Mehrheit des Ruhrbergbaus geforderten restlosen Zusammenschluß auf der von ihr angenommenen Grundlage dadurch herbeizufuhren, daß er die außenstehenden Derg- werksbesiher aus dem Verordnungswege in das Kohlensyndikat einfügte.
• Keine diesjährige Getreideausfuhr aus Rußland. Dem russischen Obersten Wirtschaftsrat lagen di« Ergebnisse der diesjährigen Ernte auf Grund statistischer Zusammenstellungen vor. (5m Höchstfälle wird die Ernte auf 41—44 Mill- Tonnen geschätzt, denen ein inländischer Verbrauch (Saatgut und Viehfutter ein- geschlossen) von mindestens 401/J Millionen Tonnen gegenüberstehen. Demnach ist von größeren Exportmöglichkeiten, wie es in früheren Versicherungen £rle6, in diesem Bahre keine Rede.
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 17. Sept. Tendenz: Anleihe lebhaft und fest, Aktien still. — An der Börse gewann heute eine freundlichere Stimmung die Oberhand. Die bessere Stimmung ging von dem Anleihemarkt aus. Gleich zu Beginn setzte ein sehr lebhaftes Geschäft ein und regte stark an, so daß sich außerordentliche Kursavancen ergaben. Ausländisch« Renten lagen ruhig bei wesentlich verbesserten Kuvsen. Das große Gebiet der Aktienpapiere trat demgegenüber anfänglich in den Hintergrund, da die Abwanderung nach dem Anleihemarkt allgemein war, doch waren die Kurse allgemein gehalten. Verstimmend wirkten immer wieder auftauchende Gerüchte von ungünstigen Zusammenlegungsverhältnissen im Anilintonzern bei der Goldmarkumstellung. Die Kaufneigung für Dividendenpapiere hielt sich darum in engen Grenzen. Am Montanmarkt waren einzelne Öfcrtc anfänglich gebessert, die übrigen hielten sich auf gestrigem Stand. Ruhig verkehrte der Dankaklienmarkt, wo die Tendenz farblos ist. Am Anleihemarkt der Industriepa- piere waren große Kursveränderungen nicht zu verzeichnen. Die Kurse eröffneten auf gestrigem Stand. Die Stimmung auf dem freienMarkt war etwas lebhafter, im Vordergrund standen Api und Ufa. Api 25/8. User 12.5, Benz 3%, Entreprise 21,5 Petroleum 17, Grvwag 0,170. Am Geldma r kt war die Lage unverändert. Der Devisenmarkt war wiä>er etwas lebhafter. Das englische Pfund wurde mit 4,473/s Dollar genannt, der Pariser Frank wird mit 83,55 in Pfundparität und 18,69 in Dvllarparität bewertet. Die Mark wird mit 4,193 Billionen gehandelt.
Wichst gesucht
der in der Nähe (Bit- hens einen Ober- primancr mit Oben realschulbildung bis Dfitrn zum Abitur Dorbtreitet in Deutsch, ßnMch, Iran-vM. ®t* schichte und Seo-
araphie.
Schr. Singen, u. bingnngen u. 71530 an den Gieß. An;
Heimarbeit wirb noch angenommen m Stricken
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6,90 2,181 111,26
78,93 65,18 12,54
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20,95 71,09 18.80 22,62
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18,5 • 67,86
6,92 2,205 111,82 79,39 55,46 12,60
5,41
Berliner Dorfe.
(Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".) Berlin, 17. Sept. Die bereits gestern an der Rachbörse hervor getretene st arte Rach- f rag c nach inländis chen Anleihen ha! lyute außerordentlich zugcnomnren Zwar waren es im ossiziellen Verkehr nicht so hohe Pt.antasie- turfe. wie die bei dem Vormittags verkehr von Bureau zu Bui'eau genannten, doch ergab sich auf der ganzen Linie eine bemerkenswerte Steigerung des Kursniveaus. Desoirdere Gründe für diese neue Bewegung können nicht ins Feld geführt werden. Am Aktienmarkt hielten sich die Umsätze auch heute in engen Grenzen, doch zeigt sich im Vergleich zu gestern eher eine freund- Ikbere Tendenz. Man ist lehr befriedigt darüber, dah das Reichswirtschaftsministerium durch rasches Eingreifen die Auherseiter des Kohlensyn- dilals zum Beitritt gezwungen und damit wenigstens eine klare Situation geschaffen hat. Diese Sachlage ist vor allem wichtig wegen der schwebenden Kreditverhandlungen. Man weist auch daraus hin. daß der Beschäftigungsgrad der Industrie zwar langsam, aber stetig sich bessert. Während der heutigen Börse fand eine Sitzung des Börsenvorstandes statt, in der beschlossen wurde, am Samstag in Zukunft keine Börse abzuhalten. Im Devisen - und Geldver kehr ist die Lage unverändert.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 17. Sept. Es wurden notiert Weizen Wetterauer 24 bis 25, Roggen, intänb. 22 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 2J, 5>afer. inländ. 22 bis 2275, Mais (gelb) 19,75 bis 20,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36,25 bis 36,75 Roggenmehl 30 bis 31, Weizenkleie 12,50 brs 12,75. Roggen kl eie 12,25 bis 12.50 Mk. Tendenz behauptet. Bei Weizen und Gerste kommen geringere Qualitäten zu wesentlich billigeren Preisen zum Abschluß.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 17. Sept. Am Getreidemarkt herrschte weiter« Knappheit in Roggen. Weizen und Weizenmehl nicht niedriger, trotz Reuyork, aber in Inlandsweizen wenig ilmfatj. Cs notierten je 1000 Kg.: Weizen (märt.) 228 bis 236, Roggen (märt) 205 bis 209, Gerste (märt) 222 bis 250, Gerste (neue) 200 bis 210, Hafer (märt) 183 bis 191; für je 100 Kg.: Weizenmehl 32.25 bis 35.00, Roggenmchl 29.75 bis 32.00, Weizenkleie 15.00, Roggenkleie 13.00 bis 13.20, Diktoriaerbsen 38.00 bis 46.00, kleine Erbsen 22.00 bis 26.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 17.00 bis 18.00, Ackerbvhnen 20.00 bis 22.00, Wicken 16.00 bis 17.00, Lupinen (blau) 12.50 bis 13.00, Lupinen (gelb) 14.00 bis 17.00, Seradella (alt) 13.50 bis 14.00, Rapskuchen 14.80 bis 15.80, Lein bi chen 25.00 bis 26.00, Trockenschnihel 13.20 bis 13.50, Torfmelasse 9.00, Kartofselslocken 19.50.
Buntes Allerlei.
Der gute 24er in Frankreich.
Ein besonders gutes Weinjahr steht für die Hauptweingegenden Frankreichs, für die Gebiete von Bordeaux und Burgund, nach den letzten Berichten der Pariser Blätter in Aussicht. Alle bekannten Weinberge verheißen eine reiche Ernte von hervorragender Qualität. Rur die geringeren Weine im Süden dürsten eine nicht so reiche Dritte ergeben. Unter den Bordeaux- Weinen erwartet man bei den berühmtesten Marken einen vortrefflichen Ertrag, besonders bei den weißen Sauternes-Weinen. Die bekanntem Burgunder Weinberge, wie Montrachet und Meursault Pommard, Bolnah Romane«, Clos Vougeot, Chambertin usw., versprechen eine vorzügliche Saison. Der Wein Hst bisher dank' unaufhörlicher Vorsorge allen Gefahren entgangen, und auch die Hagelfälle die das Burgunder Weingebiet heimsuchten, haben wenig Schaden getan. Wenn man in den nächsten Wochen noch viel Sonne hat, so dürste der 1924er den allerbesten Jahrgängen beigezählt werden.
Steinzeitliche Funde in China.
Der schwedische Geologe I. G. Andersson, der seit einigen Jahren Ausgrabungen im nordöstlichen und westlichen China, und zwar in den Provinzen Fengtien, Honan, Shensi und Kansu durchgeführt hat machte wichtige steinzeitlrchc Funde, über die Dr. Stiaßny nach einem Vortrag St. Arnes im „Cicerone" berichtet. Es wurden Wohnplätze aufgedeckt, die aus der Periode des Lleberganges vom Steinzeitalter in die Bronzezeit stammen. Unter den steinzeitlichen Gefäßen aller Art, die ans Licht traten, fanden sich auch Tongesäße, deren geometrische Muster sich mit denen der keramischen Funde von Anau in Westturke- stan und aufa vergleichen lassen. In Kansu, der am meisten nach Westen vorgeschobenen Provinz, wurden neben Kupfergeräten Tonscherben mit reihenweise angevrdneten Vogelornamenten gefunden, zu denen die Parallelen ebenfalls in Westasien sich finden. Die Aehnlichkeit der kera-
ün Unionen Prozent
®<tfnnr.
Banknoten.
Börsenkurse.
(Ohne Gewahr.)
mischen Muster läßt sich bis in die Bukowiner verfolgen und bildet einen Beweis für die Beziehungen. die zwischen der chinesischen Steinzeit und der des Westens bestehen. Man darf danach annehmen. daß vor 5 Jahrtausenden in Asien und Europa eine einheitliche Kultur herrschte.
Im weiteren Verlauf erfuhr die L « b b a f 11 g ■ leit am Rentenmarkt eine Zunahme, dagegen blieb der Aktienmarkt vernach - lässig t.
Jubiläum, das aber da draußen so ganz in der Stille ohne Festakt und Rhetorik, gefeiert wird. Das Fernrohr hat seinerzeit nut einem Schwesterapparat. der jetzt in Dorpat im Gebrauch ist, großes Aufsehen erregt. Es hat 5 Meter Brennweite und gibt, bei einem Objektivdurchmesser von 28 Zentimetern. 270fache Vergrößerung.
Das vlelerprobte Instrument für die Himmelsschau ist parallaktisch montiert, d. h. es ist so aufgestellt daß es um zwei aufeinander senkrecht stehende Achsen drehbar ist. Und zwar liegt die eine Achse parallel der Erdachse, daß sie also in ihrer Richtung zum Weltpol weist. Die große Kuppel, durch deren Spalt der Refraktor wie ein Kanonenrohr auf die leuchtende ferne Welt gerichtet ist. läßt sich drehen. Durch einen einfachen Handgriff ist es möglich, die Kuppel so zu drehen, daß man jederzeit das gewünschte Objekt ins Rohr zwingt. Run dreht sich „bekanntlich" (hier stimmt das Wort ausnahmsweise) auch unsere Erde, und zwar ohne unsere Handgriffe, und das hat zur Folge, daß durch die Erdrotation die ins Rohr hineingezwungenen Sterne dem Gesichtsfeld wieder entschwinden. Hm diese Flucht zu verhüten, wird das Fernrohr durch ein Uhrwerk gedreht, so daß das Objekt immer im Gesichtsfeld bleibt. Dieses Hilfsmittel funktionierte auch vortrefflich, als später mein Laienauge durch das Heine Okular auf unfern Planetenbruder Mars gerichtet war.
„So, nun entdecken Sie mal einen Kanal da oben", ermunterte mich der Astronom. Und dann stieg Dr. Silbernagel eine schwanken e „Himmelsleiter" hinan, auf ber an einer Sprosse ein
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Schweres Grubenunglück in Amerika.
Paris, 17. Sept (WB.) Rach einer Ha- vasmeldung aus Sublet (Wyoming) lind 81 Bergleute infolge schlagender Welter verschüttet worden. Ein dichter Rauch entsteigt bei Grube, in die die . Rettungsmannschaften nicht eindringen können. Durch die Gewalt der Explosion stürzte der Schachteingang zusammen, Uxi4 die Rettungsarbeiten außerordentlich eilchwerl Man befürchtet, daß alle Verschütteter tot sind. 'Acht Leichen sind bis jetzt geborgen worden. Sie sind derart verbrannt, daß sie nicht erkannt werden konnten.
Dcr Bürgerkrieg in Brasilien.
Buenos Aires, 17 Sept ,WB) Brasilianische Aufständige bemächtigten sich Guayanas am oberen Paranafluß. Im südlichen Brasilien wurden die Truppen getötet ober gefangen genommen, mit Ausnahme des Kommandeurs und vierzehn Soldaten, denen es gelang, auf argentinisches Gebiet zu vnitommeu Flüchtlinge berichten, daß der westliche Teil des Tales bei Parana unter der Herrschaft der Auf- ständigen sich befinde.
Büchcrtisch.
'HeinrichRuppel, HelleH« rzk a turn c r n. Geschichten vom inneren Leben Melsiui- gen, A Bernccker, Heimatschollen-Derlag. — Die neue Gabe Heinrich Ruppels stellt sich als eint schätzenswerte Bereicherung guter Heuncttliteratur dar. Dem Erzähler eignet hiebei«, unverstellte Art, Menschen und Dinge zu beobachten, er kennt sich in seiner Atmosphäre aus, man merkt, was er schreibt, ist selbst erlebt, Gestalten von Fleisch und Blut umweht der Hauch des wirklichen Lebens. Immer bleibt bei fesselnder Fabel in diesen Geschichten das Auge des Dichters den Satteren deS Ethischen zugewandt. Auch das scheinbar Rebensächliche gewinnt unter feiner geschickten Hand Bedeutung. So einen sich die Erzählungen zu einen Band, dem man insbesondere unter unserer Jugend die wichtigste Verbreitung wünscht. B.
• Eine billige Dvlksausgäbe von Tirpitz Erinnerungen. Wie wir erfahren, erscheint in den nächste.. Tagen in dein bekannten Verlag von K. F. Köhler in Leipzig eine billig« Volksausgabe der Erinnerungen des Großadmirals von Tirpitz. Rach feiner Wahl in der Reichstag werden weile Kreise des deutlchen Volkes diese preiswerte Ausgabe des polili.chen Bekenntnisses jener kraftvollen Persönlichkeit mb Freuden begrüßen, zumal da dem Buche eine Auswahl der Aufsehen erregenden Kriegsbriefe des Großadmirals beigefügt ist.
polkappe weil „bekanntlich" das Fernrohr das Objett auf den Kopf stellt. Diese Schneefelder an den Polen wechseln in Form und Große mit den Mars-Jahreszeiten. Im Sommer werden si< kleiner und im Winter größer. Zur Zeit ist der Südpol der Sonne zugewendet daher ist's auf dem Mars jetzt Sommer. Der Rordpol ist gegenwärtig der Sonne abgewendet und nirgends zu sehen.
Am Rande der Südpollappe bemerkte ich ein fortwährendes Flackern und Brodeln. Das käme von Den Luftschichten, die unseren Erdball umgeben, wurde ich belehrt. Unb ganz dr ttlich sah ich noch etwas; Scharf begrenzt die großen dunklen Mars-Meere. In der Mitte ber Scheibe, von Osten nach Westen sich ziehend, ein Gebiet, das in seiner Form an die Landkarte von Afrika erinnert. In der Rähe der Südvolkappe lag ein kleineres, scharf begrenztes Gebiet und ein drittes, noch kleineres, in der Rähe des Rordrandes ber Marsscheibe. Eine längere, senkrecht laufende Wellenlinie auf der Westseite trat außer den geschauten „Flecken" immer wieder deutlich vor mein Auge.
Ich konnte wirklich zufrieden sein mit diesem Blick auf ein winziges Stückchen des unermeßlichen Weltalls mit seinen unfaßbar viele Lichtjahre entfernten Sonnen und Trabanten. Als ich dat stille Forscherheim um Mi' m rchk »erlieft, erschien mir so vieles Irdisch' -in und bedeutungslos. und mit freiem A igc und leichten Herzens sah ich noch mehr als einmal in bie Unendlichkeiten b:? Sternenhimmels.
Gust. Ad Muller.
kleines Sihbrett angebracht ist. Er richtete das Rohr, zeigte mir einige Handgriffe und überließ mir bereitwillig seinen Forschersih. Ich sah nun bald in völligem Dunkel und versuchte, zuerst mit wenig Glück, den nur „drei Lichtminuten" entfernten Rachbarplanelen (seine Entfernung betrug an diesem Abend die Kleinigkeit von 60 Millionen Kilometern) ins Rohr zu bekommen. Als große Dollmondscheibe flammte er am Ost- himmel. Da stand er nun, ber Geheimnisvolle, so ganz nah« vor meinem Auge. Unser rätselhafter sich jetzt wieder entfernender Rachbar mit seinen so tüchtigen Riesen-Kanalbau-Spezralisten und seinen „hüpfenden und fliegenden Bewohnern mit Vogelgesichtern".
Ob wohl diese von den Mars-Phantasten entdeckten wunderlichen Leutchen eine Ahnung davon hatten dah in den letzten Tagen besonders viele irdische Blicke auf ihren Globus gerichtet waren? Heber die „Kanäle" gehen ja feit Schiaparellis Entdeckung die Meinungen der Gelehrten weit auseinander. Auch ich habe, bescheiden wie ich bin nur wenig damit gerechnet, durch einen Blick in das bewährte Fraunhofersche Perspettiv ein neues Wert den Mars-Kanalbau-Ingeniearen zuschreiben zu dürfen. Immerhin erschien mir mein astronomisches Debüt wie ein Blick in die C®elt ber Wunder. Rachdem ich mich einigermaßen mit dem Apparat vertraut gemacht hatte und durch das besagte .Uhrwerk in der Lage war, die Doll- mond-Marsscheibe ohne Fluchtversuche genai zu bec.[achten, sah ich '.anz deutlich d,e schnee- b: t c, weihglö de Südpollappe des
Pl.c.^.^.i. Auf der Sch ibe erscheint st: als Rord-
Ncpark.
voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
•) Dom Rückzahlungswert.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. HL
(9n Billionen Mart auBoebrüdt. BuenoB-AtreB, London, Neu» hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einbett Wien und Budapest für 100000 Ein betten, alle» übriae für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
p/o Druttche RktchSanleld« . 4% Deutsche RelchSanlety« . 3'/,*/« Deutsche Nelcheanlethe S% Deutsche ReichSanleibe . Deutsche Svarpranuenanlethe <°/o Preußische KonsolS . . .
4e e Hessen
::::::::: Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dio. Doll-Schatz-Anwetiug.'» «•/. Zolltürfen I 6% Aoldmexikan« I Berliner Handelsgesellschaft Commerz- unb Privat-Bant TannfL unb Nationaldauk . Deutsche Bank.........
Deutsche BereinSbank .... DiSconto Commandit .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Treditbank. . Ocsterreichtlche Creditanftalt Westbank............
Bochumer @aB BudcruS....... . . . .
Taro..............
».Luxemburg trchcner Bergwerke. .
Harpener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Oberbedarf ......
Phönix Bergbau...... .
Ryeiullahl ....... Vitcbeck Montan........
TelluS Bergbau
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....
Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Lnglo-Cont-Nuano ..... Badische Anilin.......
Chemische Mayer Alapdl . . Goldschmidt GrieSiielmer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ...... ittütgerSwerke ........ bchetdeanstalt.........
«llg- TlektrizttütS-Desellschast Bergmann...........
Mainkraftwerke . Schlickert.....
Siemens A HalLke......
Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt ........ Meguin Frankfurter Armaturen . • . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselvchaft Frankfurt. Pet. Union A--G........
Schuhfabrik Herz Sichel .........
Zellstoff Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Berkin, 17. Sept.
Amerikanische Note» .... Belgische Noten........ Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten......
Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterr-, i 100 Kron« Rumänische Noten......
Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten
sfrankkurta M.
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18,35
18,45
vollpoll
London. . .
10,685
18,775
18,736
18,825
vollpoll
Neuyork . .
4 13
421
4,19
4,21
VollDoll
Pari«. . . .
22,255
22,375
22,40
12,52
volilvoll
Schweiz . .
78,97
79,37
71,08
72,48
voll voll
Spanien . .
55.26
65.54
65,26
65,54
voll voll
Wien In®.«
Oest. abgest
5,925
5,935
6,925
5,935
vollcholl
Prag . . . .
12,67
12,63
12,57
12,63
voll^voll
Budapest. .
5,45
1,485
3,07
5,47
5,45
5,47
vollcholl
Buen.-AtreS
1475
1,475
1,481
vollcholl
Bulaarieo
5,09
3,08
8,08
voll voll
Japan . - .
1,#06
1,715
1,705
1,715
voll voll
)iio de Jan
0,395
0,405
0,395
0,40"
voll voll
Belgrad - •
5,67
5,69
5,77
5,79
voll voll
Lissabon .
11,97
12,03
11.97
12,03
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Ronnefeldt'sTee
JL V aromatisch unü ausgiebig, billig Im Verbrauch
Niederlagen in allen Stadtteilen


