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Landkreis Gießen.

x Wieseck, 17. Sept. Sn diesen Tagen verliest unS unser langjähriger Mitbürger und Sngenderzieher, Lehrer i. R. Sa lob Braune- w e l L um zu seinem Sahn in Bad-Salzhrm'eu zu sieben. Geboren am 18. Oktober 1861 zu Ober- Hilbersheim, Kreis Oppenheim, als Sohn eines Landwirts war er nach seiner Konfirmation drei Sahrc im LuciuSschen Institut zu Sugen­heim i. Ah. Aach dem Besuch des Lehrerseminars zu Friedberg 187881 erhielt er seine ersten Verwendungen in Rauheim, Är. Groh-Gera i, R ichelsheim i. O., Volxheim und Rteder-Winsen, Kr Alzey. 1883 bestand er sein Staatsexamen und wurde am 11. Sanuar 1887 in SrbeSbüdes- heim Är. Alzey, definitiv angestellt. Hier fand er auch in Katharina Weber von Offenheim eine treue Lebensgefährtin, die ihm der Tod 1919 tn dir Ewigkeit vorauSholte. DaS Vertrauen der Ge­meinde machte ihn hier zum Rechner der neu- gegründeten Spar- und DarlehnSkasse, das seiner Rollegen zum Obmann deS DezirksvereinS Wen- de'sheim und Agenten der Ludwig- und Alice- Vtiftuna, wvmit auch die Geschäfte alS Rechner und Schriftführer verbunden waren. 1894 wurde er Dirigent des Swang. Kirchengesangvereins. Eine am 23. September 1935 ihm hier übertragene Lehrerstelle trat er am 11. Oktober an, an Reben* amtern fehlte es ihm auch hier nicht. So war er von 1914 biS 1922 Vorsitzender des AufsichtSrats deS Landwirtschaft!. Konsumverein« und leitete den Obst- und Gartenbauverein, dessen Erfolge bei Ausstellungen nicht zuletzt seinem bei der Auswahl streng sichtenden Blick zu verdanken waren. Sm Sommer 1922 stellvertretender Rektor, trat er im Winterhalbjahr 1922/23, noch frisch und arbeitsfähig, auf Grund des Abbaugesehes in diesem Jahre in den Ruhestand. Seiner Kirchen­gemeinde diente er von 1913 bis zu seiner Er­nennung zum Kirchenrechner, 21. Äovember 1917 als Kirchenvorsteher! seit zwei Sahren war er Mitglied der Kirchengemeindevertretung. Den langjährigen ausgezeichneten Lehrer, den auch tn ollen Rebenämtern peinlich gewissenhaften Mann, den auch unter den schwersten Heimsuchungen der Letzten Sahre standhaften Menschen geleiten die wärmsten Wünsche der Gemeinde für den Feierabend seines Lebens.

£ 2llten ° Duseck, 17. Sept. Am Sonntag abend kam es hier gelegentlich der KirmeS zwischen jungen Leuten zu Streitigkeiten, die zu einer erheblichen Schlägerei miß­arteten. Dabei wurde der Arbeiter Gustav Dapper aus Wieseck so fürchterlich zugertch- tet daß er in schwerverletztem Zustande in die Gießener Klinik verbracht wurde. Er befindet sich i.t Lcoensgetahr, ist aber vernehmungsfähig. Dte Behörden haben die Untersuchung des Vorfalls energisch in die Hand genommen.

Kreis Friedberg.

_> Bad-Rauheim, 17. Sept, Untere Stadt trägt festliches Gewand. Wan will gern ge­sehene Gäste begrüben, die Dahnärzte Deutschland«, die :u ihrem 12. Ver- bandStage auf einige Tage hier weilen. Je­der Zug brachte heute Teilnehmer an der Tagung in grober Zahl. Da« Strahenbild war vollkom­men beherrscht von den Gästen aus allen Teilen des Reiches. Etwa 800 Aerzte sind angekommen, zumeist noch mit Angehörigen, so dah heute aus Anlaß des Berbandstages schon rund 1200 Be­sucher hier anwesend sind. Sm Vordergrund der

Allein-Vertretung für die und Wetzlar;

Fritz A. Nennstiel

v\eixgiDu»unietri<x>t. Der Reoner zeigte aus einer reichen Erfahrung heraus an einer Fülle von Beispielen, wie man zur Religion Der Tat erziehen kann. Lehrer H e b e r e r von der Seminarübungsschule hot k»rauf (Srbnuung tm besten Sinne des Wortes durch eine Probe- [ c 111 o n mit Kindern des 5. und 6. Schul',ahres, dabei die Forderung »Arbnt «unterricht tm -Ke* ligivnsunterricht" in die Praxis umsch.'nd ~ i- febr lege Aussprache stimmte dem Vortrag und ter Unterrichtsstunde fast voll und ganz zu nenn sich auch Stimmen geltend machten, die betonte., die alte Lernschule, die doch auch ihr Gute. ge­wollt und geleistet Hube. nicht gan^ beiseite zu schieben. Rektor Koch (5itebbcrg). der Bor- fihenbe deS KreiSlehrerverci's. da kt? dem e e kanat für die freundliche Einladung der Leh. er- schäft und wünschte, wie D.kan Vogel, ein Zu- sammcnarbeiten der Geistlichen und Lehr.-, in den wichtigsten Fragen der Sugenderzie' ng. glaubt ober nicht, dah die neue Be fugun i uh r die Beaufsichtigung des Religio isunterri t au angetan sei. ein tragbares Verhältnis zu s i'asse.'. Wenn auch anerkannt werden müste. dah ic Beaufsichtigung des Relig o isu iterrichts in He - len durch die Geistlichen fast durchweg m r?r- nehmster Weise ausgeübt worden fe. so lehne die Lehrerschast die von der Verfügung gc'.ch e äleberwachung de« Religionsunterrichts d ch^ad Don Geistlichen und Lehrern muhten h,e nor­men gesucht werden, die die Finge in i em Sinne lösen, der jegliche Möglichkeit zu Ernen­nungen vermeide zum Vesten von Kirch und Schule.

Turnen, Sport und Spiel.

Siegreiche Fußballspieler.

£ Am Sonntag spielte die 1. Mannschaft der F.T. Giehen gegen die gleiche Mann­schaft des Sp.-V. Herborn. Erwartungsge- mäh siegte die (Siebener Elf mit 2.0. Auigtei- eben Tage halte die 1. Mannschaft der F. X. -S e- s e ck die 1. Mannschaft aus W e i d e n ha u - f en au Gast. Weidenhausen, das nur mit 9 Mann antrat, muhte Den in neuer Ausstellung spulen­den Wieseckern mit 8:0 Toren Sieg und Punkte überlassen.

Feldbergrennen.

Für das Feldbergrennen am 5. Oktober macht sich in sportlichen Kreisen auhrrordrntlich rogoS Interesse bemerkbar. ®8 liegen bereits so f^rabt man uns, so viele Anfragen aus allen Terten des Reiches vor, dah mit einer sehr starken Be­teiligung und dem Zusammentreffen erster Kon- lurrmlen um ixm Siegerptd«

muh- Sic it>cale -Bcrgftredc, du' »b°r 8 K>,°metcr bei einer (Steigung von 8 Prozent durch 34Äaixn führt ist in bester Verfassung und wird einen glatten Verlauf des fdjarfen Reimens gewahr leisten. Bei diesem ersten Rennen in den eben geräumten Gebieten ist, worauf noch besonders hingewiesen sei, mit irgendwelchen Schwi >ng:e ten beim Ueberschreiten der früheren Grenid>* zu rechnen, da alle Zoll- und PahbeUn«. isigen auf gehoben sind.

der Ruhrbefetzung postiert waren. Die Lotv- mvtivwerkstätte selbst ist vorläufig noch besetzt, doch schweben über ihre Räun^ung Verhandlungen.

Hciscn-Naffau.

* Königsberg (Kr. Bied.'nkopf), 17. Sep­tember Am Sonntag feierte unsere Schuljugend unter der Leitung von Lehrer Tarn sch ick auf der Schlvhruine ein S u g e n d f e st. Der Fest­leiter hatte mit seinen Arrangements (u a Ge­sangs- und Rrandolinenvorträge, Wettlaufen, Wurstschnappen usw.) wi.der mal, wie schon oft, das Richtige an edler Geselligkeit getroffen. Be- mervenswert ist. dah die Gea igs- und Mando- linendarbietungen von den Kindern ge^ebrn wurden, denen Lehrer Tarn schick den Unter­richt auher der Schule erteilt hatte. Abends wurde auf der Freilichtbühne daS Märchen- spiel ^Rübezahl" unter starkem Beifall der Zuschauer aufgeführt. Den schönen Absch^uh der Tages bildete ein Zacke I zu g durch den Ort, wobei die Kinder dem pensionierten Lehrer H e i - bach anlählich seines 70. Geburtstages ein Ständ­chen brachten. Sm benachbarten Hohen- s o l m s ° L i ch gehörige Sckloh vom Christ- svlms- Lt ch gehörige Sch loh vom Ehrist- lich-deutschen Bund auf 5 Jahre gepach­tet. Das Schloh hat früher oI6 Witw.n i) ge­dient und stand schon längere Zeit teer. Am Sonntag wurde es einem neuen Zweck übergeben, und zwar soll e« als Erholungsheim für die Mitglieder des Bundes dienen. Es kann m.t 60 Personen belegt werden. Kommenden Corrn- tag feiern Andres (Seiler und Ehefrau in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit.

H Marburg, 17. Sept. Der seit einer Reihe von Jahren hier in seiner Heimat im Ruhestand lebende Kgl. Württembergische Oberst a. D. Ernst S u st i, Aller Herr und Ehren­mitglied de« Korps Teutonia, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Am 4. und 5. Ok­tober findet hier ein Hessischer Sung- lehrertag statt. Es wird-mit rund 600 Teil­nehmern gerechnet.

Kirche und Schule.

$ Friedberg, 16. Sept. Dieser Tage sanden in den Bezirken Bad-Rau heim, Duhdach, Friedberg und BUbel unter der Leitung des Kreisschulrates Feuerbach amilihe Lehrer- konferenzen statt, deren Tagesordimng sich hauptsächlich mit den neuen Lehrplänen für die Grundschule und die oberen Sahr- gänge der Volksschule befaßte. Es wurde rer- cinbart, nach den Herbstferien mit der Durchfüh­rung der neuen Destimmunge.i zu beginnen, vor allem die neuen Stundenpläne, die der Lehrplan­entwurf vorschlägt, in Kraft treten zu lassen. Sie Beschlüsse des Landtages, die ländliche Fortbildungsschule betreffend, gaben An­lah zu einer allgemeinen Aussprache Über die Fortbildungsschule. Vollständiges Reu sand ist b>i uns in Hessen noch die weibliche Fortbildnngs- schule, mit der sich kürzlich hier eine besondere Tagung der daran interessierten ßefyrerfrcite Hes­sens beschäftigte. Frl. Else Sander, die Lei­terin der Leipziger Mädchenfortbildungsschule, gab aus reicher Erfahrung h>raus wertvolle An­regungen. Anknüpfend an diese Tagung erbreiterte sich nun auf den Konferenzen Schulrat Feuer­bach eingehend über den äcknterrichtsbetrieb der Mädchenfortbildungsschule, deren vorr.ehnstes Fach die Lebenskunde sein soll. Ferner hatte das Dekanat Friedberg zu einer Konferenz der Religionslehrer des Dekanats eingeladen. 154 Geistliche und Leh­rer traten zu der Versammlung erschienen, die Dekan Vogel (Bruchenbrücken) mit Worten herz­licher Degrühung eröffnete, dabei vor allem seiner Freude darüber Ausdruck gebend, dah Kreis- lehrerverein und Bezirksverein nochmals beson­ders zu der Tagung eingeladen hätten. Lehrer und Pfarrer könnten die dem Religionsunterricht gestellten Aufgaben nur in gemeinsamer Arbeit lösen: sie wollten in Zukunft eine Arbeitsgeme li­schest zu gegenseitiger Anregung und Förderung auf dem Gebiete des Religionsunterrichts bitten. Einen inhaltreichen Vortrag hielt Prof. Keller über den Arbeitsschulgedanken im

Tagung stehen bedeutsame wifsenlcyasiiicyc Vor­träge und da« eingehende Studium der Bade» und Kuranlagen. Der Erholung dienen gesell­schaftliche Veranstaltungen der verschiedensten Art.

? Dad-Rauheim, 18 Sept Di: Kur­gäste, die gestern früh in der Trincktuvanlage well­ten, wurden erfreut und überrascht durch ein unvorhrrgesehrncs Konzert, das eine ober- hessische Dolksschulklasse gab. Die toun- dcrschömm, mehrstimmigen Ehöve fanden den leb­haftesten Beifall der Kurgäste und zogen immer mahr Zuhörer an. Wie wir feststellten, handelte es sich um eine Klasse aas 2 i cb, bic einen SchulauSslug nach hier unternahm und ihm Wan- derfreude durch den schönen Ge ang beredten 'Aus- druck verlieh Bei dem schönen Herbstw:t c: der letzten Tage ist unsere Badestadt jetzt täglich das Ziel von Schulausflügen. Richt nur aus allen Teilen Oberhessens, auch aus den benach­barten preuhischen Landesteilen finden sich Schu­len hier ein.

sf. Friedberg, 17. Sept. Sn vorbild­licher Weise macht sich. Professor Dr. Carl Schmidt (von der hiesigen Augustinerschale) durch die Einführung der (oäernannten Schuler- ko n z e r t e um das musikalische Leben Friedbergs verdient. Diese Konzerte, die nicht nur den Schülern und Lehrern der Anstalt, sondern auch den Angehörigen derselben und weiteren Kreisen bei freiem Eintritt zugänglich sind, haben den Zweck, hauptsächlich bei der Sugend den Sinn für ei>Ie Musik zu beleben, and bieten unter Mitwirkung hervorragender hiesiger und aus­wärtiger Kräfte mustergültige Darbietungen. DaS gestrige Konzert in der Aula der Schule fand ein sehr zahlreiches und danDares Publikum.

Mreid Schotten.

* äNrich stein, 16. Sept. Auf ungeklärte Weise geriet am Samstag abend ein Wohn­haus , das im unteren Teil daS Geschäftszimmer der Bürgermeisterei barg, in Brand. Das Feuer nahm grobe Ausdehnung an und sprang durch Funkenflug auf den Helm der Kirche über. Dieser stürzte brennend ein, wobei der Funken- regen die Rachbarhäuser gefährdete. Dec Turm brannte in seiner oberen Hälfte aus, die^G locken stürmten ab Amb sind anschei­nend teilweise beschädigt. Das Gehäuse der 11 br blieb allem Anschein nach verschont Das Kirchen­schiff samt der Orgel wurden gerettet.

i. Aus dem oberen Vogelsberg, 17. Sept. Während in der Wetterau und in den westlichen Teilen unseres Gebirges bis nach Ul­richstein und Umgegend die schlechte Witterung den Ernteertrag sehr beeinträchtigt hat, kann man das vom östlichen Gebirgsabhang nicht sagen. Die Heuernte war wie überall vorzüg­lich. Aber auch das Getreide, das zur Zeit der schlechtesten Witterung in der Reife noch zu­rückgewesen war, hat wenig gelitten und hat sogar mancherorts einen über den Durchschnitt hohen Er­trag ergeben. Hoffentlich bleibt das Wetter noch bei der Einfuhr günstig.

Kreis Lauterbach.

* Unter-Wegfurth, 16. Sept. Die hie­sige Schafherde weidete längere Zeit auf einem abgeernteten Weizenacker, auf dem noch recht viele gewachsene Kolben lagen. Diese schmeckten den Tie­ren jedenfalls gut, bekamen ihnen aber um so schlechter, denn ein großer Teil der Herde blähte bald sehr stark, und mehr als zwanzigSchafe gingen ein oder muhten abgeschlachtet werden. Das Fleisch der notgeschlachteten Tiere war nach Aussage des Tierarztes ungenießbar, da die Erkrankung durch eine Art Vergiftung hervorgerufen und das Fleisch völlig rot war. Ob die gewachsenen Körner ober, was wahrschein­licher ist, die geschimmelten Spreublätter die Schuld an der Krankheit trugen, läßt sich nicht einwandfrei feststellen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 18.Sept. (WB.) Die Fran­zosen haben seit gestern aibenb die Sperren, Drahtverhaue und Posten sowohl am Bahn­übergang in Griesheim wie auch an der Loko- . motivwerkstätte bzw. Werkstätte Amt II. zurück­gezogen. Die Posten sind jetzt wieder hin ter dem Waldfriedhof aufgestellt, wo sie vor

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