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eingesetzte Regierung. xyntDlgebdfeh tu be- stimmt, vorn Sonntag, 17. Februar, 8 vor­mittags ab übernimmt der KreiSauss^lst für eine Uebergangszeit und ohne Aenderung der staatsrechtlichen Verhältnisse die Aufgabe, unter feiner Bettung unb feiner Verantwortung der Besahung^hehörbe alle er­forderlichen Mah»ahmen für bi: Auscech'e.hU- tung der Ordnung und drS Betriebes des offtnt- lichen Dienstes zu ergreifen.

Die oetonomeÄegierung steM vom dem nom* liehen Zeitpunkte ab jegliche Betätigung der Legierung, der Derwaltung und der PvK» -ei ein.

Der Kreisausschuh wendet sich an die gesamte pfälzische Dev?lberung, ohne Unterschied der Par­teien mtt$utoirfen an der Wiederherstelluag und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit <3r wird Durgcrschutz gewährleisten, aber er verlangt, dah ein Zeder sich ruhig verhält und dah bei Vle,vung schwerster Swafmahnah- men jedwed? Reprejsalirn gegen irgend eine Par­tei unterbleibt.

Der KretSauSschuh: Dr. DayrrSdörfer.

Geheimer SanUätsrat, Stellvcrtr. Borfitzeridrr daS Pfälzischen Kreistags

Speher. 17. Febr. (WTB.) Die Beratun­gen zwischen dem französisch-belgischen Unterta- chungSausschuh einer- und den Beauftragten der bciynrjdxm Qtegierung andererseits haben tu einer vorläufigen Vereinbarung geführt Diese Deretn- barung enthält folgende Punkte:

1. Die von den Separatisten auSgewiese- nen Beamten kehre» automatisch in die Pfalz -»rück,

2. biS zur Wiedereinsetzung der verfas- sungsmößigen LegiernngSgewalt wird der KreiSauSschnß an der Herstellung von Luhe und Ordnung Mitarbeiten.

Auf Grund dieser Vereinbarung hat Dberregie» rungSrat 6 tähler in Speyer die Geschäfte der Äreiäregierung bereits wieder übernomwn und seinen Amtssitz vorläufig bn DezirkSamtSgebäude in Speyer eingerichtet, bis die Räumung des 2Lc- gierungSgebäudes von den Separatisten durchge­führt ist. OtcrregicnmgSrat 3a c ob 8 ist von den Separatisten aus der Haft entlassen worden. Lud­wigshafen haben die Separatisten SamStag nacht Vgl2 Übt unter Begleitung von Franzosen und deS hiesigen Delegierten vcclassen und sind in zwei Triebwagen in der Richtung Speyer ab­gefahren.

Französische Verhaftungen.

Paris, 17. Febr. (WB.) Die HavaS auS Koblenz berichtet, hat die französische AKlllär- prsizei einen Studenten namens Kettler wegen angeblicher Machenschaften bei einem gegen den Düigermeister von Kvxheim in der Pfalz be­gangenen Attentat verhaftet. Die Militaipoltzei soll ferner in Verbindung mit Den Vorkommnissen in Pirmasens zahlreiche Derhastun- g e n vorgenommen haben. 3n Kaiserslau­tern sei der Polizeipräsident mit zwei Polizisten verhaftet worden. Außerdem feien tn Pirmasens 6 weitere Personen fest genommen wor­den, und zwar bet Gerichtspräsident, der Polizet- kominissar und vier Feuerwehroffizrere.

Eine Rede Strefemanns.

Elberfeld, 17 Febr. (WTB) Auf dem Parteitage der Deutschen Dolkspartei bn Regie­rungsbezirk Düsseldorf-Ost sprach der Minister des Aeuhern Dr. Stresemann über Deutschlands auf;en- unb imrenpolitische Lage <8r führte u. a. auS ' Der heutige Tag soll im Reich als Pfalz­tag begangen werden DaS bedeutet, bafj er die (Erinnerung wach halten soll an all das 11 n- r Cjp t, das im besetzten Gebiet gegen deutsche Freuen und Manner begangen worden ist, ar all^daS Unrecht, in dessen Mitleidenschaft gerade die Deutschen in der Pfalz gezogen worden finb Die pfälzische Frage, die beute die Welt beschäs- tigt, ist ein besonderer Ausdruck der Frage der gesamten Deutschen im besetzten Gebiet, TBa» bort sich geltend gemacht hat als separa­tistische Bewegung, axti nicht erwachsen auf dem Boden irgendeines deutscher, DollS- willens und irgendeines deutschen Volksempfin- dens. Kein Volk hat soviel an äubetem Druck und innerem Elend erfahren wie das deutsche, ohne zum Aufruhr, zur Revolution zu fd)reiten Wenn mit einem Male der Rebel zerreibt, den die französische Berichterstattung über die Vorgänge in bet Pfalz gebreitet hat. so muh das für die­jenigen schmerzvoll sein, die diese (lllusionSvolitik träumen. Wenn man darin ein Aufbäumen des deutschen Volke« sieht, so muh man sich fragen, tote weit eS da General de Metz getrieben Haven muh, bah sich so etwas ereignen konnte Einzelne m den Reihen unserer (Segnet moch­ten durch eine Politik von Zuckerbrot oder Peitsche die besehtrn ©cHctc loh n machcn in ihrer Reichsfremidlichkeit mrd sie schliestlich

seelisch *ermnrb<n, um sie hinüber- oder we­nigstens wegznziehen vom Deutschen Reich. UriAveifelhaft tft die Frage der besetzten Gebiete eine ganz irncndlich schwierige. Wir waren viel­fach mit uidcren Äcäftei nach: in der Lage, dem b^-gicn Gebiet so zu helfen, tne wir batten helfen sollen, vielleicht hatten Hetzen müsen Aber wir stehen heute unter der aUoearct/ert deutsch rnSchut- ialsfrage, ob ei uni g trogt, diele« Deutschsnb vor einem wirtschafttichon und 'ozialen Schavs zu betoohren und über die ©tabdifienmg hir.-rus zum W iederauf bau zu bringen. RichtS stand unS dabei mehr im Wege als dir von Frankreich und Belgien beib<ig-:führte Ab we n- dung deS besetzte nGebietes vom übrigrn Deutschland. Die ygcnaxirtig-m Beräa-rdiungen nahmen als Aasgangsrunft die Verhaltn deS besetzten Gebietes: dir auSgetauschten Denkschriften tx.'egen sich auf alle Fragen, die das vesetzte Gebiet angebet. Wiederherstellung der Zollfrei- hell unb Verkehrsfrechn , unb alle dir andere«, bte sich in eine zusammrnfassen lossen. Wieder- herstellungderdeutschenSouverani- t ä t innerhalb bet Grenzen deS deutschen Gebiets. Man ctflärt? von vomhcrem, dah btefe Beryand- lungcn zwecklos seien imd nur bm Beweis dafür brächten, das) das Deutsche Reich und das Mini­sterium deS Aeuhern sich von Illusionen lei­ten sichen. Ich glaube nicht, bah diese Kritik zu- trifft. Wir können heute mir die 2llchenpolink eines ti afferiofen DvlkeS führen

Der eine Politik der Verhandlungen und Terftänbigmxgzn tritified, der matz anch sa­gen können, toaS er an die Stelle dieser Poli­tik setzen könnte.

We Fragen deS besetzten Gebietes werden ab- häi gig sein von der Verftärck^gung über die grö­bere Frage, die Frage der Aeparationslösong überhaupt Wenn ich txmfe an die Xerbanbhtngcn, die in Paris geführt wurden von den Lachverstän» tigenkomiteeS und die in Berlin fortgesetzt wor­den sind, unb wenn man mich da fragt, ob aus diesen Verhandlungen etwas zu erwarten sei, möchte jch mich bem anfchliehen. was ein deutscher Wirtschaftler, der feit fahren diese Sisyphus­arbeit mitgemacht hat und der die Ergeb.'iSlosig- feit dieser Bemühungen sah, äuh-erte, er sehe zum ersten Male einen Silber st reifen an dem sonst düsteren Horizont. Auch in denjenigen Ländern, die sich als Cicgcrftaatcn l-ellachten, bc- flmnt man zu zweifeln, ob der Weg. den man ein» geschlagen hat, der richtige sei.

Der Redner Lästerte sich näher zu den bisher von Deutschland geleiteten Reparationen, die von der französischen Presse als nicht genügend hinge­stellt wurden. Frankreich hat nur einen kleinen Teil dessen bezogen, was es Hütte begehen sollen, well rS für seine Industrie die deutsche Konkurrenz fürchtete. Der Fall bei französischen Franken wird 'ich weiter vollzicchen, wenn die Uerlängcrimg der Mic um-Ber- trä ge unmögllch ist. waS heute schon fehl lebt, unb wenn mau nicht zu einer Reparatif.rSlösung kommt.

Stresemann bemerkt sodann zu der von Deutschland aufzunehmenden Anleihe.

Die Anleihe fetzt ganz nach der Oleffaflimg aller Sachverständigen die Schaffung einer deutschen Derkehrseinheil, die Schaffung einer dentschen ReichHemheit und die Wiederherstel­lung der Verhältnisse vor der Ruhrbcsetznng voraus.

Ohne die deutschen Reichsbahnen gibt es leine Anleihe. Die deutsche Reichsbahn ohne die Reche» bahnen stellt feine BerkehrsernhÄt dar. Das Deutsche Reich, daS nicht seine Soaveränität im Rahmen feiner Grenzen ausübt. ist nicht ein Dvlkskvrper. der der Welt Sicherheit gibt, dast die ihm gewährten Anleihen auch dauernd ver- Mst werden. In der französischen Äammerbebatte steht man eine Unsicherheit darüber, ob die uns gegenüber rcrfolg'e Polllil die richtige war. Wi>- fiebert wahrschrrnich vor grasten Cn^djeibunjen. Die nahe ?,ufitn, t wird ein; Verständigung biiuqen, Deien wir uns har fcarüb ,. Jede Tt- flä xbigung wi d ans autzerord n siche, in norrraku oriteg lanni erträgliche Lasten bringen unb wird mit dem (Sütfluh des iittemation.ilcn Kapital« auf diejenigen Institutionen verbündet fein, bei denen es sich beteiligt Gewisse Organe, die sich so gern allein national nennen, weiden davon sprech m dast man Deutschland unter eine internationale Kontrolle stelle. Wenn wtr eine Goldnotendank schaffen, für di? wir daS Kapital nicht allein ausoringen können, weiden die anSländifchen tSläubiqcr ihre Vertreter im Aufsichterat verlang-n, ebenso wie die deu 1 - fck> en Cfntufliidlen ihre Dertreter verlangen würden. Man soll nicht glauben, diese rein real» pelitsicken allaemevnea jmgen mit allgemein-a Rei>.msarten ab tun zu können. Ane andere Frage, bei der es an harter Krittk nicht gefehlt hat. ist

bit Frage der W^llerdeiahllrag der De- satzungSkosten.

Die Vertreter der besetzten Gebiete waren kürz-

DieWNDWoHfian.

Sin Roman auS dem 21. Jahrhundert von Han« Dominik

14. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

.Habe ich ein Leben voll endloser Sorgan und Mühen geführt, habe ich gearbeitet wie ein Zugstier, um alle«. waS ich besihe. fchll-rstllch einen cfenben IellungSschrriber in bi? Tasche stecken zu sehen?!"

Francis Gan'in fand fein- Warte mehr für feine Stimmung. Wil feinen starkknochigen Hän­den ergriff er ein unschuldiges Tabu rett und fliieh eS zu Boden, bah ihm die büimc.i chti*es'fck>e,l Pvrz-'llansächelchen wie eine Fontäne um den Kopf flogen und im nächsten Augenblick in lausend Scheiben am Boden lagen.

.Schäm dich. Pa! Wcin schöneS Por» yltan. ba5 ich selbst auf meiner Reife in Koschgar gekauft habe .Eine Hebe Erinnerung

.Der Teufel bole deine Heile . und die liebe Erinnerung... unb vor allem diesen 5mF

..Pa!" klang eS strafend aus dem Kvrbsessd. .Mr. For ist ein Gentleman, der mit eigener Ge­fahr deine Tochter gerettet hat unb dem du höchsten Dank schuldest"

.Allc-S hat seine Grenzen! . . Auch Die Dankbarkeit. Ich will Den Mann emphingen unb belohnen . . . wie fern anderer Mann in hen Staaten ihn besser belohnen konnte . Aber dich ihm geben?! . . . Wäre b'tcfer For ein Gent' Icman, hatte er eS niemals geaxxgl. dein Gefühl einer übertriebenen Oanfbarfdt so zu seinen Gunsten auszubcuten»"

»Ach. Pa! . . . DaS tut er ja gar nicht . . . Leider . . ."

H^len sagte eS in cümm Ton. der schrrzbaft klingen sollte und doch viÄ Rrsianation entyiell.

.Was?"

FranciS Garrin blieb mit einem Ruck vor kiner Tochter stehen. Sein offner Mrmd gab einen Ton von fit. brr an die nbblas?nben Sicher^ hcitSventil? einer Statttlofonwtire erinnert?.

»WaS . . . willst du mich ganz und gar vcirückt machen? ... Er will dich gar n-cht . . . C:tbcr?r

. Lcider." nickt? Helen betrübt _ Tas beibt er hat noch gar nicht gesagt, bist er mich will...

Bravo! . . . Mr 5*»r ist mein Mann Sin ö;nii;mon. her meine Lochte- vorn Tode gerettet hat unb Heinen Anfpruch auf ihre Hand m.icht . . . die sie ihm entgrgenstreckt . . .

Pa! Da« ist zu arg. Erst bei ndigt du Mr. For unb jent mich "

Sie e-hot» ui und trat, ihm der Lückcn lehrend, gut Brüstung ker Terrast -. Sic brodle sich auch nich. um, als Francs ®?rtHn i itr tret und in einem Ton? oolki Befriebigung fortfubc:

»Ich werde mich r>vanchicren. mt) Darling. Morgen kaufe ich die Thllago-Prest und schenke sie bestem Fvr Du wirkt b-?r Dann . M

.Der Wann ir«vb das Getchmk nicht cm- nehmen . .

Heicri hatte sich umg-^reht und fah ihren Daten mit blitzenden A'acn an.

»Abo>irt<n. mein Klein's' . . . Dre zwölf Mckst-nen Dollar, bk N? <kitmxg kosten wird, nimmt jeder, bm Francs Gärvin sie schenken

ixt in \öentn verlammen, unb aue neruuegten, bah die Detaf ungskvsten bezahlt würden, toal die Richtbezahlung mit der Plünderung der städtischen Kassen und der Wegnahme de« Privateigealums gleichbedeu­tend fei. Dic Frage der deutschen rheinland- pvStik ist eine Frage der Rücksichtnahme auf das besetzte Gebiet unb nicht eine F.age der Außen­politik. Wir toerben auch hier nur so Seit gehen können, tric es die finanziell« Sage erlaubt Wir wollen dem besehte« Gebiet zeigen, bah wir da« letzte mit ihm teilen wolle«. Sie Frage muh im Gesamtrahmen der Repa­rationen gelöst u>erben. Sie nimmt einen Umfang an, der für uns unerträglich ist. Die Be- satzungStotzen nehmen auch denjenigen da« Kost­barst k weg von dem, wa« fie >a dekonmr« haben, unb die da glauben, bu ch eine Verätzung von 176 000 Mann sich Sicherheiten verschaffen zu müssen.

Stresemann wendete sich dann innervvliti- schen Fragen zu Die Hauptsache fei. dah wir kein Defizit mehr im Etat hätten. Die Reichs­bahn sei auf eigene Fühe gestellt worden, und es würde» chr noch 30 Millionen Goldrnark mit- gegeben. Mit der Post werde dasselbe wie mit der Eisenbahn geschehen. Bevor die Rentenmark balle herausgegeben werden Knnen, hätte doch der Etat in Ordnung gebracht werden müssen. Die Rentenmark haben wir in den Derkehr ge­bracht, al« wir in der Lage waren, den Etat zu balancieren. Der viel angdtinbeie Finanzunnister Dr. Luther hat alle« getan, um seinen (Bat bis heute in Crbtning zu halten.

ES I anbei! sich jetzt darum, für dir deutsche Dtitschast und auch für die deutsche Laud» wirtschaf! Kredite zu schaffen.

Die deutsche Wirtschaft ist nicht mehr ux der Lage, sich das Geld zu beschasien, das sie so notwendig ;ur Fvrtsütziung ihrer Betriebe braucht. Diese Kredite brauche^« wir. Ls soll hier ein Bank­institut geschaffen werl-eu, das neben dem Gold der Reichstank DcutsHland auLländifcheS Gold in Form von Krediten geben kann, auch für die Bc^urfnisie der deutschen Landwirtschaft. Dies brauchen wir, weil wir nur so m der Lage sind, Ma Arbeit ganz wieder aufnebmen zu kön­nen. Die Fahl der Kupzacr-eiicr ist auf ein Viertel guiü(gegangen. Dr. Schacht hat in Pari« ertrirft, dcch wir eine Goldnoteubank er­richten. Das Preblem, die Währung stabil zu hell­ten. ist das Problem der Probleme.

Sei Minister besprach noch die Frage der Auf­wertung b : r Hypotheken Sr erklärte, hier sei ein KompromM geschaffen worden, denn eine v.lle Aufwertung sei nicht möglich gewesen. Man solle sich auf beiden Seiten damit einver­standen erflit? i. Zu der Frage der Auswertung ter Staatsanleihe!'! bemerkte ^cr Mr'.ister, die Aufwertung müsse solang? -.urüdgefl eilt weiden, klinge g-zwunaen sei n. cniölänbrsche Hilfe zu beanspruchen. San wir über die garzen letzten Menatr sF-icklich hinweggekommen sind, müssen wir dankbar dem Delle gegenüber anerkennen. WaS wir dem Dolle zugemutet haben, geht über das, was jemals eine Regierung einem Dolle zu gemutet hat. Wir müssen jetzt noch einen ganz schlimmen Weg gehen. Wie lange er dauert, weih ich nicht. Elirs sehe ich al« hoff­nungsvoll an: bah das Ausland, das getan hat. als ob Deutschland ein falscher BiD gegeben hat. mm ctnfief>l, dah wir au« eigener Kraft im Innern Ordnung geschaffen haben. Das war ein grobe« Plus. daS wir dem Sachver- ft&nbigcirfomike aufzuweisen hatten.

(Sin französischer Kapitalflnchtskandal.

Paris. 17. Febr. (WB) Sott einigen Tagen ist eine LIntersuchiurg gegart zwei in Paris anr säfsig? ongli s che Bankiers wegen Kapital­flucht durch verbotene Einfuhr ausländischer Wert­papiere hn Dange. Rach demÜHtln wird die An,, logenheit auch auf Persönlichkeiten aus den höchste Kreisen tn Frankreich über- g offen. Dom lln eisuchungsrjchter lägen zur Zeit rit l weniger als 40 Klagen deS Finanzminlsters vor Es handelr sich u. a. um die gesetzwidrige Einfuhr einer groben Anzahl Aktien der Royul- Dutch-Sbett- n d Menecm-Eagle-Gesellschaften. Es bestehen Anreichen, dast dabei die Dorschriften auch von der Dcrwaftung durch die Erteilung der .igen Stempel verletzt worden sind.

Kleine politische Nachrichten.

Ser Präsident der französischen Republik. M i l l e r a n d, hat in offiz: 'Ücr Audienz mit trm tabei übtiefen Zeremoniell den deutschen Bot­schafter von H ) e s ch empfangen zur Heber- reif ung lief Schreibens, das ihn als auberorbent- lich 7". utib bevollmächtigten Hefter des Deut­sch n Riichrs in Paris beglaubig:. Beim Empfang wurden bedeutsame Ansprache ausgetauscht.

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Bei der eidgenössischen Abstimmung übet die lex Schultheb. Abänderung deS § 41 deS schwei­zerischen FabrikgefeyeS, DerlängerRng

oer 4S-Stu«oenwoche aut die ö4-Srundentooche wurde die Borlage mit 313 288 Ja unb 430 5^5 TLcrn. uffo ntii über 117 000 Stimmen abge- lehnt. Für das Geien stimmten nur Kamoae mit botiviegend bäuerlicher BevölKrung

3n Warichau wurde die baltische Kon­ferenz unter dem Dorsih deS polnischen Austen- Ministers Zamodski eröffnet Gegenstand der Beratungen ist der von ZamoysV ausgeacveitete Bericht über bw inrcrnattonalc pvlittsche Lage, ein Bericht über die Mitarbeit der auf bc Konferenz vertretenen Länder in Den Böller bunbefragen und ein EchiedsgerichtSadkommen bn baltischen Staaten.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 18 Februar 1924.

Die außerordentliche Steuer vom vcbäudebesitz.

Reuveranlagung auf Antrag.

Der Ausschlag der nach dem Gesetz über eine a n & e r o r drn tliche Steuer vom De- bäudebefitz für 1923 za erbebenden ©teuer hat nach der Dvrschrift m Artikel 1 diescS Ge- festes gern äst den Borschriften des Gemeinde, umlaaengesetzes vom 7. August 1920 zu erfolgen ist akso dem Ilusfchlage zugrunde zu legen der gemeine Wert der in Betracht kommen- den Objekte Allgemein ist dieser Wett letzt­mals festgestellt worden für daS Steuerjahr 1914. Rach dieser Zeit von der BerantagungSbehörde in einzelnen Fällen rergenommcnc Höher« bewert« n aen infolge von Sigentumsüber. oüngen (Äaufbreife) uftr können auf Antrag der Steuerpflichtigen auf den Stand von 1914 zu rückgeführt werden. Ebenso sind nach 1914 neu errichtete Gebäude auf Antrag deS Pflich­tigen so zu bewerten aste eS für 1914 geschehen wäre, wenn sie damals schon bestanden hätten. An sich stehen die Struettoette. die zuliHt im Beicmlagungsverfahren für 1922 grundsätzlich fest­gesetzt worden sind, rochtskrästtg fest, soweit gegen sie kein RechtSnnttef erhoben wnrde MU Rücksicht auf die Höhe des Steuersatzes hat jedoch das Finanzministerium die Finanzämter ermächtigt, in allen Fällen, in denen nach 1914 Höher- ober Neubewertungen flattgcfynben haben, auf An­trag ber Steuerpflichtigen eine Re u veran­lag u n g in obigem Sinne vorzunehmen.

Ge neralleutnant von Madai 80 Jahre alt. Morgen. Dienstag, den 19. Fe- truar, vollendet der Generalleutnant a. D. von Madai, der cinssige Komwandeuk unseres 3n farterie-Regiments Jtaifer Wilhelm, sein acht­zigstes LebrnSjahr. General von Madai ist hei- Mrgegangen aus dem Inj -Reg 5S und wurde am 15. Apcll 1996 RegimentSkommundenr tn Dieben. Iv den drei Oahren, tn denen er Bürger unserer Stadt war, hat er eS in seltener Weise verstanden, sich Liebe und Achtung zu erwerben; inSbetondere hat er mtt ber studentischen Jugend manche fröhliche Stunde verlebt, unb die Allen Herren unserer Korpvvcrtionen bewahren ihm eine dankbare Erinnerung Am 18 April 1899 wurde Oberst non Mapai unter Beförderung zum Ge­neralmajor zum Kommandeur der 79. In'antette- Brigabe ernannt, am 15. Rovember 1901 unter Derleihung des EharatterS als Generalleutnant zur Dispc si t ion «stellt. Während des Wei'kriege« stellte er feine Kraft erneut dem Baterlande zur Verfügung unb war Kommandeur der stellver­tretenden 14. Infanterie-Brigade tn Halberstadt. Zum letzten Male weilte General vcm Madai zur 100jährigen Regimentsfeier hn Juli 1913 tu un­seren Mauern Kaiser Wilhelm verlieh ihm da­mals das Decht, die Uniform des Regiments za tragen, eine Auszeichnung, auf die der General, beffen ganze Liebe seinem allen Regiment gehötte, besonders swlz war. ®r ist der einzige General ber diese Uniform tragen barf. ©eit feiner Der akschiellung lebt General von Madai in Dessau Er verfugt noch über eine erstaunliche geistige unb Vrperltchc Rüstigkeit und Frische. Die alten Hes­sen. die unter ihm .gebient haben, werden sich seiner morgen gern erinnern.

Ein vorbildlicher Sparentschlust Dom Kreisamt wird uns geschrieben: Die in Diesten wohnenden Mitgll,t<r des Kreisaus­schusses haben, der Rot der Zeit Rechnung tragend, in dankenswerter Weife auf Anwesen­heit sgeldcr verzichtet

"Die Kältewelle der letzten Tage macht den Freunden deS Eisspotts natürlich viel Freude, denn sie ermöglicht ihnen, sich, wie z. B. geftern nachmittag, nach Herzenslust auf der Eisbahn zu - - >V. x-*

tu nun ein. Der schneefrei gewordenen Saaten gibt ter Frost aber leider manchen hatten Schlag, die tote bei bet Ernte erst tn ihren Auswirkungen kennen lernen werden, und ebenso verursacht er den Hausfrauen, die nur über einen geringen Brennstoffvorrat versiigrn, manche forgenvolle

will. Du hältst biefen Foe für einen schlechte.' Geschäftsmann."

..Ich halte ihn für einen Gentlmian, der dir kein Geschenk vor die Fütze werfen wird."

^Wetlln. bah nicht?"

..Das gilt, Pa! Derlterst du. mäht du mich zu her Cinwiiöung drS BilkaschfeeS mit nach Asien nehmen! . . . Abgemacht!"

Ein Ti ner brachte eine Karte und überreichte fk Helm Ganstn. Sin freudige« Leuchten aing über ihr Gesicht, bad aber schnell einem Schern der Trauer anch.

.St rcnrc Tew^y! Dut. Ich gehe gleich mit. Auf Lieberfeheti, Pa. Die Wette gilt . .

ÄkrenceT

etc tfcg auf bi? Freundin zu und fable Jte an beiden Schult crn.

.Du bist eS wirklich... Ern unerwarteter Drsuch

^Ich denke wohl. Helen bear."

Ein gröberer Gegensatz alS zwische-i diesen beide., greunbunwn war kaum denkbar. Helen G.irvin . das Zköpfchtn von a.itbig schimmern­den Locken um teben, graste blaue Augen, dn Stumpsnäechrn mit rosigen Flügeln . . DaS Ganz: eine Rrvpcsftgur aus Mnstnrr Porzellan.

Daneben Florence Dcroetz schLank und st)lz. Sck-aar.zeS Haar um ein blcichoS Antlitz, dessen Äl.ibaster durch einen Trcolcnartigen Hauch ge­färbt wurde. Trotz ihrer 3cgenb lag Ernst, ja Ttau-^r in ben schönen 3üqen des Mädchen«

Bon Augcnb an raren Helen Garvin und ^Aorence De.nct). btc Töchter 6er beiden reichsten Leute von Friskr. eng befreundet

Helen Garvin fragte:

.Du bist noch hier? Ich glaubte, bu hättest die geplante grobe Reife längst angel reten?"

Es war mehr der Plan meine« DaderS als meiner. Ich habe ihn wohl erwägen . . aber bettrerfen. Es hätte auigdehen wie eine Flucht."

Eine glühende Röte bedeckte ihr Gesicht, und ihre Stimme nahm einen leidenschaftlichen Klang an

.Ich fliehen? . . . Und tooo.'r? . . Dar höf lichem Kfattch?! Rein ntemal« "

.Unb doch waren es sicherlich schwere Tage, die bu damals durchlebt dast '

Hclen legte den Arm lellnahenvoll um btc Schulter her Srennbin Florence duldete die Um­armung mehr, al« sie sie erwiderte.

.Was weiht du. Kleines, von den Kämpfen, die mir da« Herz zerrissen? Danke dem Himmel, dah du nicht »en tausendsten Teil davon tenneq- gelernt hast.

Wäre es nut das eine gewesen . . . bah der fchcrar-e Blutstropfen, der v)n Vaters S-eiten in meinen Adern rollt, mir in emer rein weihen Gesellschaft S-wieriakeiten macht . . gelacht hätte ich darüber Aber hast ich deshalb auch n>?inc $heb* lallen muhte . . bah ich

Die Kehle schien ihr »uaeschaütt Die Stimme e versagte. Vie richtet- das Gellcht empor, um bie Tränen mit bet langen Wimpern zurückzuhalten.

.Quäle dich nicht. Florence . . . versuch? Avertl Lon^ale zu vergessen! Eln Mann, der dich um solch Bnrutteil lassen firmte, ist deiner mche ttücNg. hat dich nie wahrhaft geliebt"

.Atx ril? . . . Avettl mich vettasfen?! ... Rein Er tat e« nicht!"

< Fortsetzung folgt-,

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