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dti»tiL Für uns gäbe es nur einS: die fpeziftfch deutsch« Arbettsleistung der Herstellung von Qualitätsware wieder zu erreichen. Don diesem Gesichtspunkt aus müßte auch beim Zolltarif und den Handelsverträgen ausgegangen werden. Die Kapitalbildung müßte wieder ermöglicht, die Finanzsätze müßten abgebaut, die öffentlich«» Ausgaben auch der Gemeinden auf das notwen­dige Maß eingeschränkt werden. Ein weiterer energischer Abbau der Steuer müsse Platz grei­fen und die gesamte Wirtschaft müsse sich in den Rahmen einer wahren nationalen Wirtschaft ein­fügen.

Rur in einem wirtschaftlich gesunden und starken Staat foime ein starkes und gesundes Beamten­tum sein. Darum habe auch das Beamtentum ein Interesse daran, den Staat stark zu machen. Der Minister rich'.et in diesem Sinne an die Be­amtenschaft die Mahnung, der Wirtschaft durch ihr Beispiel zu zeigen, das) Geld nicht das letzte und. höchste Gut fei, anderseits aber aus der Wirt­schaft Den Geist der Selbstverwaltung und den Geist, der das Letzte aus sich her­an s h o l t, zu entnehmen. So wenig wir uns des verlorenen Krieges zu schämen hätten, so wenig brauchten wir uns zu schämen, wie stark wir diesen Staat schon wieder gemacht haben, und auch dieser Staat trage seine Ehre und Würde in sich.

Stresemann

zur Auswertungstrage.

Essen 17. Rov. (TU) H er sprach Reichs- Luhenminister Dr. Stresemann in einer von der Deutschen Bolkspartei abgehaltenen Der- sammlung. Mit außerordentlicher Wärme trat Dr. Stresemann für Reichsfinanzminifter Dr. Luther ein. Er sagte:Ich bin der Meinung, bah das Reich ihm dafür dankbar sein müsse, bah er ig schwerster Zeit den Etat in Ordnung gebracht hat und daß er alles unter dem Ge­sichtspunkt betrachtet habe, ob es möglich sei, die neue Währung zu erhalten." Heute dürfen wir sagen, daß zunächst einmal das Exempel gelungen sei. Rachdem wir den Etat ins Gleichgewicht gebracht und sogar eine 2Irt'jar)I Verpflichtungen abgedeckt ur.d nun Die internationale Anleihe er­halten haben, die wenigstens für ein Jahr die Repaval onsleistungen deckt, können wir daran denken, die Aufwertungsfrage zu lösen. Das Reichskabinett hat beschlossen, sie dem Reichstag zu unterbreiten. Hierbei sind nach unsere Meinung drei Gesichtspunkte zu be­achten:

1. Eine in bescheidenen Grenzen gehaltene Verzinsung der Anleihe,

2. bezüglich der Hypotheken eine an- geme'sene Erhöhung des Aufwer­tung s P r o z e n t s a h e s .

3. die Feststellung der Fristen, innerhalb derer Ansprüche auf Aufwertung geltend gemacht werden können.

Das Reich könne nicht Daran den'en, im gegenwärtige Augerbl.ck Di: 90-M Ili rden-Ai- lcihr voll aufzubri gen, ohne aj je >:r ei seine unter Len Steuern, Die der Zinfendienst erford:rt, zusammenbricht. Es kann sich nur darum handeln, t-te Ungerechtigkeiten zu mildern, de sich daraus ergeben, daß oie Mensch m. die Dem Staat in der Zeit Der Rot ihr Leites gegeben haben, am schlechtesten behandelt werden. Die Leistung sfähigkeit muffe rnaßgeentz sein. Kommunale Finanz- und

l. Wohnungspolitik.

Arrderungcn des Deutschen Städte- tagcs.

Dortmund, 17. Rov. (TU.) Dir De're- tmg der Stadt Dorimund von Der fraizösi.chen Besatzung Hot die Verbände des D^rt chea u *D Preußischen Städtetages veranlaßt, am 11 und 15. Rov mber Sstrn. -g. n in Dortmu d abzuhal en In diesen Sitzungen standen die Fi a :y- und Woch ungsfrage im Vordergründe. Zur bevor­stehenden Reugestaltung des Reichs- Finanzausgleichs erhob der Den sche Stadt tag nochm ls die gru nDIecenDe Frverung. daß die auf Den Grund Der Se l östvera.nt- toor tu !i g inih n e Selbstverwaltung u - ter allen Umständen ?uh durch d e Wie der - verleihung der Zuschlagshoheit jur Einkommensteuer ihre nctwe -dig ' 5rgi = zung findet, wobei es der ßänDem überlassen sei, für einen weiteren Ausgleich u ter den Ge­meinden zu T rg n In der Aus-ahme kommu­naler ausländischer Anleihen ist äußerste Z u r ü ck h a l ung der einzelne i 6 ae am Platze Der Städtetag stimmt dabei durch­aus der Reichsr g u-g und der preußischen Re­gierung zu, daß Ausandanl?ihrn nur zu pro­duktiven Zwecken zuläisig in > und De De pfän' ung einz I er Si hwheitsvbje e g nzlich ausgeschlvsseir ist. Eine oll -emein? Aufwer­tung Der städtischen An leihen läßt sih nach der Auffassung des Städtelagrs bei Der gegenwärt'g n La e der öffentlichen Finan, en nicht rechtsert'g n. In der Wohnungs­frage ist die Erreichung Der freien Wirtschaft als Ziel aufzustellen. Indessen kann dieses Ziel nur schrittweise erreicht werden in dem Maße, in dem Angebot und 2lachfrage sich ausgleichen. Einstweilen muß mit Hilfe der Hauszins steuer t« k äf ig' För­derung des Wohnungsneubaue.- -t- strebt wer'en Gegen eie Abicht des preußischen Handelsminiäe iums, auf Um rege t die stä tische Elektrizirä'swirtichafi unter staatlich? Auf i ). zu bringen, wurde schärfstens Stellung geicmmen.

PreWscher Landzememdetag.

Berlin, 15. Rov. (WTB.) Der int Reichs­tage zu einer Sitzung zusammengetretene Preu­ßische Landgemeinde c-g hat zur Finanzreform ein­stimmig eine Entschließung angenommen, in der die Wiederher st ellung der gemeind­lichen Finanz- und Steuerhoheit, insbesondere die Rückgabe des Zuschlags- rechtes der Gemeinden zur Einkommen- und Körperschaftssteuer, sowie ein ausreichendes,Zu­schlagsrecht zu den Besitzsteuern gefordert wird. Bei der Steuerveranlagung müsse das Mitwir­kungsrecht im Sinne der alten Doreinschätzungs- fDntmijftonen sichergestellt werden. Die Verein- fachung Der Landesverwaltung durch Zusammenlegen von Ministerien und die Auf­rechterhaltung Der preußischen Regierung als alleiniger Mittelinstanz seien beschleunigt durch­zuführen. Der Landgemeindetag wendet sich wei­ter gegen Die restlose Einführung Der Landbür- germeistereien unD gegen Die allgemeine Auslö­sung Der Gutsbezirke: er lehnt nachdrücklich Die

Bestimmung ab, derzufolge Landräte vom Staats­ministerium ernannt werDen können, und be­kämpft die Zurücksetzung Der LanDgemeinden unD ihrer Bevölkerung hinter Die StäDten.

Die Gemeindewahlen in Anhalt.

Dessau, 17. Rov. (211.) Das Ergebnis Der gestrigen anhaltischen Gemeindewahlen ge­staltet sich folgendermaßen: In Den Klammern stehen die bei Den LanDtagswahlen erzielten Stimmen).

Stadtverordnetenwahlen in Dessau: Soz. 17 540 (18 190), 16 Sitze, Kommunisten 1132 (1398), i SY. Baltische 887 (1174), keinen Sih, Bodenreformer 807 1642), keinen Sch, Demo­kraten 3848 (3862). 4 Sche, Volksgemeinschaft 16 028 (16 397), 15 Sitze.

Stadtverordnetenwahlen in Dernburg. Soz 7322 (6968). Kommunisten 1338 (1620), De­mokraten 810 (1108), Völkische 1391 (1593), Haus­besitzer 1260 (0), Volksgemeinschaft 6432 (c507).

Stadtvervrdnetenwablen in Cöthen. Soz. 6335 (6191), 13 Sitze, Demokraten 1374 (1363), 3 Sche. Völkische 540 (630), 1 Sch, Volksgemein­schaft 6683 (6255), 13 Sitze.

StadtverorDnetenwahlen in Zerbst J^os. 4330 (5244), 10 Sche, Demokraten 789 (1074), Z Sitze, Kommunisten 185 (420), keinen Sitz, Volksgemeinschaft 4581 (4788), 11 Sitze

Aus Dem Ergebnis geht hervor, daß die Wahlbeteilig ingetwasschwächer ge­wesen ist als bei Den LanDtagswahlen, in erster Linie bei Dem Bürgertum. Eine wesentliche Ber­sch.ebung bcs Stimmmverhältnisses ist aber ntcht eingetreten.

Die SLadtvsrordneLenwahren in Schwerin.

Schwerin. 17. Rov. (TU.) Du Dm gestri­gen Stadtverordne enwah'en in Schwe in er­hielt en dir bürgerltch-wi tfch ^fttlch: Em eilsltste 9739 (11547), Die 9 em Briten 2693 (1-00), Die Sozicl^mrkraten 6658 (6353). die K)mm rntstea 689 (830). die Rationalsozialisten 1398. D e An­gestelltenliste 447 und die freren Bürge 141 St mm en. Die bürg l ch-wir!sch ft i I e Er h tts- l.ste erzi:lte damit 23 (28). die Demokraten 6 (4), Die Sozialdemokrat:n 15 (15), die K^mmrnt t n 2 (3), D e Rationalfozialisten 3 unD Die Ange- stelltenlifie 1 Sih.

Die Militärkontrolle.

Haltlose Verdächtiannaen derTimes"

Berlin. 15. Rov. (WTB) Dir V r'Wtung von erfundenm Meldungen über angeb ich £C- Henne Rüstungen in Deuts hl nD. Die in La fe Der GeneralInspektion selige teilt Worten 'ein sollen, ist nunm.hr von de. frmzösi^chei Presse auch auf DieLime s" üb rgegriff n Di tzes Blatt veröffentl chte in ien letzten Tagen e.ne Re.be von Artik ln seines Ber ine- Son e - berichterstattrrs, in te. ebenfalls Verstöße ge;en Die Abrüstungsbestimmung n des Vertr ge- von Verfalles sritens Deut chlandZ gemrl e werden Obgle ch ang momm- n werden kann Datz auch ein Dementi Dieser neuen f tzschen Rachri Eie i De s h st e malisch betriebene Hetze niJjt zum St llstand bringen wird, sei g ?genaber den ein­zelnen frischen Behauptungen DerLimes" fol­gendes festgestellt:

1. In Dresden wurden Mite gro en Waffen- oder Munitionsfundr gemacht. Fest- geftcLt wurden t itsächlich n ir 20 völlig u n - brauchbare A rmeesättel, 10 ver­rostete Karabiner und 15 Maschinen- gewehrläufe.

2. Bei Krupp wurde H e Fabrikation von Gew'hrläufen festgestellt. Die Veh-auptung, l<$ ) gerade bei Krupp unter Den Augen Der BesahungsbehörDen 20000 Gewehrläufe h imlich hergcht-lllt werden könnten, richiet sich selbst.

3. Die zug^lassene und von Den Kontroll- offixieren m:hrsach be i htig e Festungsar- t i 11 e r i e in Königsberg steht nach wie vor unb'w'g'ich auf b tonierten Be bargen.

4 Tie Kontrclllvmnri!ion überzeugte sich in Den letzten Monaten durch annähernd 600 Be­suche davon, daß sich in den Kammern Der Reichswehr auh nicht ein S ück Ausrüstung mehr befind t. als durch Den Vertrag von Ver­sailles genehnigt ist.

5. Es giut in Deutschland kein Institut, Das sich mit der Herstellung von Kampf­gasen bedjäfiigt. Das Kaiser-Willelm-Instiiut in Berlin und Das ihm am geschlossene Institut für physttali che Chemie uno Elekirochemie be­schäftigen sich lediglich mit Humanitären und wissenschaftlichen Forschungen. Die im Kr ege für die Herstellung von Kampfgasen er ichteten 2ln- lagen sind zerstört. Diese Tatsache ist der Kontrollkommission, unter deren ständiger Kon­trolle diese bei en Cmftilu'.e stehen, sehr gut b - kannt. Schließlich sei noch festgestellt, daß auch Die vom Berichterftai'er DerLines", ebenso wie von dem Teestcht.wstattew deSManche'er Guar­dian" aufgestellten Behauptungen über Diffe­renzen zwstch n dem Auswärtigen Amt und Dem Reichswehrminister jeder GrunDlage ent­behren.

Nicht zugeiassene hessische Beamte.

DarmstaDt, 17. Rov. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, sind folgende Ausgewiesene bis jetzt in ihr alte# Amt durch den Ob.rdeiegie ten noch nicht zugelassen worden: 1. Präsident des Hess. Larrdtnges, Bürgermeister Adelung- Mamz, 2. Bürgermeister Reff- Bingen 3. Po­lizeioberinspektor Ahl- Worms, 4. Schulrat Bach-Mainz, 5. Studienrat Dr. Schorn- Mainz, 6 ßebrer Carra - Mainz.

Personalwechse!

im besetzten Gebiet.

Pa ris, 16. Rov. (LZ.) Die Generale De Metz und Denvignes, die in Speyer und Mainz Das Oberkommando ausüben, werden durch zwei Beamte Der Rhein lan tz- ko m m i s s i o n erseht wortzon. He r De Metz steht von den Separatistenausständen in Der Pfalz her noch in übelster Erinnerung.

Die Sicherheit Belgiens.

London. 15. Rov. (TU.) Die Kammer­reden des Außenministers HhmanS und des früheren Ministers Jasper über Die Sicher­heit Belgiens haben in Der englischen Presse lebvafteä Interesse erregt. ..Daily Telegraph" schreibt, es wäre kein Geheimnis, daß Die meisten

belgischen Staatsmänner für Die belgische Sicher­heit viel lieber eine Verständigung mit England sehen würden als das im Genfer Prvttkoll niedergclegte Uebereinkornmen, das von Der belgischen Regierung nur unter dem Druck Der Alliierten angenommen worden ist. In maß­gebenden englischen Kreisen scheine man jedoch eine gewisse Zurückhaltung zu bewahren. Aus Den Erklärungen eines englischen Regie­rungsvertreters gehe aber hervor, daß England einen provozierenden Einfall in belgisches Gebiet niemals gestatten würde Da Der in Cannes abgeschlossene eng­lisch-belgische Vertrag nur eine Wiederholung des belgischen älnverlehlichkeits-Vertrages des früheren Reutralitätsvertrages sei, wäre ein G a- r a n tie a b k o m m en mit England unD Frankreich für Belgien natürlich wertvoll, weil es Den Deutschen einen Durchmarsch Durch belgisches Gebiet wie im Jahre 1914 un­möglich mache.

Aus aller Welt.

Für Crhaltnnq der Friedrichshafener ZLuftschiffßalle.

Berlin, 15. Rov. (WTB.) Der Aero­klub Spaniens richtlste an Die Federa­tion Aeronautique 3ntcrnationale, Der auch Deutschland bs zum W ItTreg' ange­hörte, zu Hänaen des 2fei-ofL:.b3 von A gent n en folgendes T legr mm: Der Aer EL 6 vpn Spa­nien bittet Die Federation dringend, bet Den alliierten Regierungen öor ft eilig zu werden, daß die Lufrschiffhrl e in Friedrichs­hafen im Interesse Dr Weltluftfahrt nicht zerstört werde.'De: Aer^kl b von Spanen ist überzeugt, daß die Halle in F ieXichsha'ea ein Element ersten Ranges für Den Fort­schritt Der Weltluftsahrt DarftzIIt und b ttet Die F deration Aeronaatique Internatto- nale, bei Den alliierten Regierunge r feinen Wunsch, daß diese Halle nicht zerstört werde, zu unterstützen.

Die Tanfe des Z. R. III.

Reuyork, 16. Rov. (Kabeldienst der Tele- graphen-älnion.) Die erste P :obesahrt des Z. R. III ist wegen des schlechten Wetters auf Mittwoch verschoben worden. Ende der Woche wird dann wahrscheinlich Die Fahrt nach Washington erfolgen, wo unter Teilnahme des Präsi­denten Coolitzge und Der Regierung die Taufe des Z. R. III fiattfinDet Frau CooliDge wird bei dem Taufakt eine weiße Taube als Zeichen Des Friedens aufsteigen lassen.

Französische Luftfahrpläne.

Paris, 16. Rov. (WTB) Rach Dem Journal Des Debats" ist ein Projekt cmsgea"b:i° tet tooiten, das eine Luftpvstv:rb ndung zwischen Frankreich und Südamerika sowie von Paris über Toulouse S pan ien , Marokko und die afrikanische Küste bis Dakar, weiter über Ratal nach R i o de Janeiro und Bue­nos Aires voisteht. Der Plan unD Das Ka­pital feien französischen Ursprungs, Die Inge­nieure und Die Flugzeugführer Franzosen. Alle Vorstudien seien beendet und Der BeistanD Spa­niens unD Der verschiedenen Staaten von Süd­amerika sei sichergestellt.

Internationale Grundstücksschwindler.

Die Berliner Kriminalpolizei ist einer inter­nationalen Bande von Grundstücksschwindlern auf Die Spur gekommen. A u f Grund gefälsch­ter Vollmachten verkauften sie Ausländern gehörige Berliner Grundstücke und erbeuteten so große Summen. Ein gewisser Prüfer, der bei Den Geschäften als Vermittler auftrat, ist bereits in Haft genommen worden. Auch soll eine ganze Reihe Berliner Grundstücks­makler bei Den verschiedenen Geschäften beteiligt fein.

Ein Berliner Raubmörder verhaftet.

Der Kriminalpolizei ist es gelungen, den Raubmörder Leest, der vor mehreren Wochen Den Kriegs in validen Briefmarken- händler Hamburger in Der Elsässer Straße ermordet unD beraubt hatte, zu verhaften. Leest trug sich gerade mit Dem Plan eines neuen Kapitalverbrechens.

Aus Stabt und Land.

Gießen, Den 17. Rovennber 1924.

A«f Schienen.

Ich fuhr neulich im V-Zug Durch Die neblige Landschaft. Ein kleiner Ou^.ge, der mit feiner Mutter mir gegenüber saß, sagte:Mutti, es ist Doch gut, daß der Zug auf Schienen gcht. sonst toürDe er sich bei Dem Rebel verlausen." Ich sage:Herrgott, es ist doch gut, daß auch so viele Menschen auf Schienen laufen, sonst wüß­ten sie oftmals üb.rhaupt nicht w)hin. Ich viel­leicht auch nicht, und Die Mutti des Kleinen auch nicht ach., wer alles nichtI"

Aber weil wir Die Schienen nicht sehen, glauben wir nicht daran, und halten uns für freie Menschen. S^gar der ausgepich'ests Bu- reaufrat, Dem es doch allgemach selbst auffallen müßte, daß er jeden Tag den elben Wet macht, jeden Tag als erste feierliche Handlung im Bureau Lineal, Fetzerhllter, Gummi, Tintenstift aus dem Pult nimmt, es ordnet, genau ausrichtet, sich dann überzeugt, daß der Sch ü sel zum Rach- bariXTum noch vorhanden ist und dann zur Arbeit kommt, wie er eben alles sogewohnt ist. Irgend jemand hat sein Gleis nun einmal in Die er Weise gelegt, und er ist darauf eingrfah.en, bei gutem Wetter und bei Regen, im Sommer unD im Win­ter, nie würde er sich verlaufen.

Wir alle haben unsere Schienen. Die Frauen brauchen Da Den Männern nichts vorzu­werfen unD Die Männer Den Frauen erst recht nichts Ist nicht alles Daraufeingespielt", Daß es möglichst glatt, reibungslos unD schnell von- statten geht! UnD wenn man es einmal an De rs machen würde, so käme man eben aus DerReihe" (lies: aus DemGleise"). Es bleibt auch einer Frau, Die Den ganzen Morgen angestrengt im Haushalt beschäftigt ist, gar nichts weiter übrig, als ganz mechanisch vorzugehen, wenn sie nicht einS mit Dem andern vergessen will.

Und tragisch nimmt Diese Schienen auch schließlich kein Mensch. Hat man eben wenig Ab­wechslung, so ist man auch mit wenig zusrieDen. Es muß auch bescheidene Menschen geben, und Die find in ihrer Art Die glücklichsten. Wie eng ist Doch der Lebenskreis der Meisten, und wie be­haglich leben sie trotzdem I Sie wissen zwar, Daß viele andere sich im Sturm heftigen Ehrgeizes verzehren, oder von einer Tat zur andern schrei­

ten. Aber das stört sie nicht. Sie sind Kleinbah­nen, die mit Den D-Zügen zwar auf derselben! Tafel stehen, aber sonst wenig oder gar nichts mit ihnen zu tun haben.

Und es ist für alle ein Glück, daß es in De» Menschheit neben Den O-Zügen auch Kleinbahne» gibt! in.

Gießener Wochenmarktpreise

am 15. Rovernber (Händlerpreife).

Es kostete auf Dem heutigen Wochenmarkt das PfunD: Butter 210220. Matte 40, Käse 75. Wirs.ng 58, Weißkraut 5, Rotkraut 710, gelbe Rüben 810, rote Rüben 8, Spinat 30, Unter- Kohlrabi 5 Grünkohl 15, Rosenkohl 60, Feld­salat 50, Zwiebeln 1215, Meerrettich 2530, Schwarzwurzeln 40, Kartoffeln 5, Aepsel 1520, Birnen 12, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppen­hühner 100, Gänse 100-110, Russe 60; Das Stück: Eier 18, Blumenkohl 30150, End Wien 1020, Ober-Kohlrabi 5, Lauch 515, Sellerie 1030.

BornoLizen.

Lageskalender für Montag. Raturhelver^in: 3 Uhr ö.fmllicher Vortrag über Arterienverkalkung" im Saalbau üauer. Reu­stadt. Sc^ aldemvkratische Partei: 8.15 Turn­halle öffeit.iche Versammlung. Lich-spillhaus Tahnhvllt'aße und Astoria-Lchtspiell: ..Auf gc- fährl:chen Spuren".

Deutsche Demokratische Partei: Mittwoch öffentliche Wahlverfaanrnlung (siehe An­zeige.)

Deutschnationale Dvltspartei: Donnerstag öffentliche Wählerverfammlung (s. Anzeige).

Wettervoraussage.

Wenig Aend.rung Der herr che dei Witterung.

*** DerK reiLausschuh G ießen über D ie Besoldung der Gemeintzebea in­ten. Das Kreisamt Gi ßen hatte mit Wirkung vorn 1. Dezember 1923 die Erhöhung Der De- schäftigungs.auer für die Dürgerme.ster und Ge- meinderechner für notwendg erachet und Den Gemeinden entsprechende Vor ch äge gemacht. Einige Cem ind.-vertre ungen Da.ten die Vor­schläge des Kreisamts nicht angenommen. Da die von den Grm indevertre.u geil befchlolscne Be­schäftigungsdauer und Die sich hieraus errech­nenden Verg tzurgen bzw. Be ol u gen nicht im richtigen Verhältnis zu den zu stelle den A isor- Derungen standen, mußte gemäß Art. 81 Pos. 5 b;w. Art. 138 Pos. 2 über die Meinungsde schie­de Helten im Verwal ungsstveüversaihven ent chie- den werden. Der Kreisausschuß Hai in fei; er Si.u-g vom 7. Rov 1924 entschieden, daß die vcm Kl::isamt vcrg chlager.e De chäs igun s auer arg mtzs.-n und die sich hieraus b.oechnenDrn Vergütungen zu g währen seien. Da auch über dir Gewäh u. g ces Foaujenzufch'ags Meinu^ gZ- verch e)er häten zwischen Dem Kre.samt u d ein­zelnen Gemeinii ev nttve u gen bestanden, mußt« auch h'erüber im D.rwaltu gsstreitveifahren en< schieden wrtzen. Der Krei-rausschuß ha: eib sprechend Dem Vorgehen der Rei Hs- und de; Landesregierung e.finnt, daß Der Frauenzuschlag als Bestandteil der Besoldung anzrsehen und im Verhältnis M Der festgesetzten Beschäftigungs Dauer zu gewähren sei.

** Die Vorhut des Winters in Ge­stalt von Frost, gefrorenen Pfützen unD weihen Dächern macht sich feit gestern kräftig bemerk­bar. Gestern wurden in Gießen 5 Grad, heute früh 3 Grad Kälte vom Thermometer angezeigt, kein Wunder, daß Da viele Leute die schöne warme Stube besonders schätzten und, wenn sie schon hinaus mußten, eilenden Schrittes Die Stra­ßen passierten. In München ist übrigens gestern bereits der erste Schnee gefallen.

** Sperrung der Bahnhofstraße. Das Polizeiamt teilt uns mit: Wegen Vornahme von Hauscmschlußarbeiten durch daS Stadtbau- amt hat das Polizeiamt die Sperrung Der Bahn­hofstraße zwischen Liebigstraße und Bahnhof vom 17. Rovernber ab bis auf weiteres ungeordnet.

** Die Literarische Gesellschaft in Gießen ruft im Anzeigenteil unseres heuM tigen Blattes nochmals zum Abonnement auf Die von yjr angefünDigten Dichterabende auf. indem sie zugleich Den 20. Rovernber als letzten Termin zur Anmeldung erklärt.Leider ist, so schreibt man unsDie bisherige Beteili­gung so schwach gewesen, daß das Zustande- fommen Der ganzen Abonnements und Damit Die Durchführung Der geplanten Veranstaltungen ernstlich in Frage gestellt erscheint. Sollte auch Diese AuftorDerung ohne Erfolg bleiben, so wird sich Der Vorstand Der Gesellschaft genötigt sehen, Den bisherigen Mitgliedern die Auflösung Der Gesellschaft vvrzuschlagen. Es wäre allerdings beschämend für eine Stadt wie Gießen, Die zugleich Universitätsstadt ist, wenn sich für eine lebendige Fühlungnahme mit der Dichtung Der Gegenwart so wenig Interesse zeigen würde. Daß Veranstaltungen eingestellt werden müßten. Die in viel kleineren Städten als Gießen möglich sind. Das Publikum wird bis zum nächsten Soimerdtag Darüber zu entscheiden haben, ob es Die Fortdauer von Veranstaltungen wünscht, in Denen ihm bereits so manches Eigenartige, Schöm- und Bedeutsame geboten worden ist. Abonne mentserklärungerr sind zu richten an das Deutsch Seminar, Ludwigstrahe 19.

** Einen denkwü rDigen Vortrags abend boten der Marineverein Gießen und die hieftge Ortsgruppe des Deutschen Seevereins am Freitag einer außerordentlich starken Zuhörer­schaft in Der Reuen Aula der Universität. Kap tänleutncmt Mumm in vortreff icher We se Seeschlacht am Skagerrak. Als Einleitung des Vortragsabends, dem eine Heine Hauskapelle nach einem schneiDigen Marsch das Flaggenlied vorausschickte, wurden zwei kleine Filme (Die be­kannteLinien taufe" am Aequator und ,,Marine- leben auf See") gezeigt, Die viel Interessantes boten. Hierauf kam Der Skagerrak-Film, Den Kapitänleutnant Mumm i nvoickresflicher Weise erläuterte. An Hand zahlreicher TrickbilDer zeigte er den Aufmarsch der beiden Flotten und Die in Dem großen Kampfverlauf eingetretene Marsch und Gruppierungsänderungen eine Anzahl Augenblicksb'.lder von unseren Schiffen boten fes­selnde Einzelheiten von Der Betätigung des präch tigen Kampfgeistes unfrrer blauen Jungens. Dic instrullivm Bilder und Die klaren Erläuterungen des Vortragenden gestatteten Dem Zuhörer, De ein* Seinen Abschnitte Dieses gewaltigen Ringens un ferer ruhmreichen alten Qllnrine gegen eine sehr starke feindliche Uebeplegenheit im Geiste voll und gans mitzuerleben und sich so ein festes Ur­teil zu bilden über die außerordentliche Gröhe Der Skagerrak-Waffentat, Die mit dem Deutschen Siege ihren ArrSllang fand. Den, Vortragenden