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Zrettag, <7. Gttover 1924

Kt. 245 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen)

Aus dem Reiche der Frau.

Eine Frauenpartei?

Don Marie Bousfet

In letzter Zeit ist die Idee einer besonderen Frauenpartei mehrfach aufgetaucht und hat in Fcauentreisen interessante Erörterungen heravr- gerufen. Dor allein ist es Frau von Oheimd, die frühere Reichs tags abgeordnete der De itschen .Volkspartei, die diesen Gedank.m mit Lebhaftig­keit ausgenommen hat. Allerdings ist sie in der Frauenbewegung mehr als Außenseiter zu be­trachten und dürfte daher nicht als Kronzeuge in dieser Hinsicht anzusehen sein Aber auch auf autoritativer Seite, was das Gebiet der Frauen­fragen anbetrifft, steht man der Ide: vielfach wenigstens nicht ablehnend gegenüber, und sie ist auch auf der Mannheimer Tagung des Bundes Deutscher Frauenvereine sie wurde besonders durch Marie Daum vertreten der Gegenstand lebhaften Interesses gewesen.

Ohne Zweifel ist die Hauptui^ache zu solchem Vorhaben in den mancherlei Enttäuschungen zu suchen, welche für-die Frauen in ihrer parlamen­tarischen Tätigkeit nicht ausgcchlieben sind. Sie betraten die politische Arena mit demfröhlichen Vertrauen des besseren Menschen", ater die Dirk- lichkeit trat ihnen dort, den Schil!ers.tzen Worten entsprechend, entgegen:

»Doch alles ist so klein, so eng . . .

Sie geben, ach! nicht immer Glut Der Wahrheit helle Strahlen . .

So muhten die Frauen das starke Hervor» treten der wirtschaftlichen, der Berufs- und Klasseninteressen, die Auswüchse des Partei­wesens: rücksichtslosen Parttieg^ismus und eng­herzige Beschränktheit, die Hnarten im parlamen- tarijchen Getriebe: die Vielvederei und die un­schöne, ost gehässige Art der Bekämpfung des Gegners alles dieses muhten sie höchst un­angenehm empfinden: sie wurden abgestoßen üoa demAllzumenichlichen", das gerade auf politi­schem Gebiet recht unverhüllt zutage tritt: von dem persönlichen Machthunger und dem Ehrgeiz der einzelnen. Auch fühlten sie sich vielfach in ihren Bestrebungen gehemmt durch den von der Partei ausgcübten Druck, und wurden zu un­erwünschten Kompromissen gedrängt In einer Frauenpartei so hasst man teerten die Mit­glieder in der Hauptsache zusammengehalten durch das Bestreben, dem Ganzen zu d enen sie können sich unbeeinträchtigt durch Parteirücksichten, unbelastet von der Schwere materieller Inter­essen über hemmende Gegensätze hinweg in einheitlicher Stärke für eine von allen erstrebte edle Kultur- und Wohlfahrtspolitik einsetzen. Es ist das schöne Bild von einer Partei der Mensch­lichkeit, das den Frauen vorschwebt.

An die Erörterungen über diese ganze Frage knüpst Dr. Rosa Kempf ernste besinnliche Be­trachtungen (in derFrau"), mit denen sich zu beschäftigen wohl der Mühe wert ist. Einiges sei hier wiedergegeben:

Ich will hier nichts sagen für oder gegen die Möglichleit und Zweckmä^gkeit einer Frauen­partei. Aber ich will die Gesinnung anklagen, aus der diese Forderung teilweise begrüntev wird. Wie billig von der Frau, von Heter- wucherung der materiellen Forderungen und Interessen in der männlichen Politik zu sprechen, solange sie den gigantischen Kampf mit den mate- viellen Voraussetzungen des gesitteten mensch­lichen Daseins und des gesitteen Familienlebens fast ganz dem Manne zu leiten überläßt! . . . Drang und Rot der politischen Arbeit ist doch auch nur ein Ausdruck des ewigen Widerstreites zwischen Idee und Materie, zwischen Dienst am Ewigen und Rot des Zeitlichen. Der Dienst an der Idee fordert die Meisterung der Wirklich­keit, nicht ihre Leugnung.

Wo ist der Beweis dafür, daß die Frauen weniger eng und ehrgeizig, weniger machtlüstern und weniger gehässig sind wie die Männer? Wo ist der Beweis dafür, daßso viel Geist und Freiheit, Liebe und Menschlichk.it in den Frauen" ist, daß sie für sich eine Partie der Menschlich­keit in Anspruch nehmen wird? . . . Wo sind die Frauen, die um der sozialen Gerechtigkeit willen verzichten auf die Erhöhung des Lebens­standes der eigenen Familie?

Die Ausführungen über die Frauenpartei scheinen mir vielfach weit entfernt zu sein von der demütigenden Einsicht in die namenlosen Schwierigkeiten des politischen Tuns. . . . So leicht ist der Wert von der Geisteskne>Htschaft

Beratungsstellen in Sittlichkeitsfragen.

Don Sophie Werner.

Wenn auch die Zeiten vorüber sind, wo das ftrnge Mädchen fast völlig unwissend über seine Bestimmung und über seine Verpflichtungen in die Ehe ging wenige noch vorkommende Aus­nahmen bestätigen nur die 'siegel - f 0 doch über das Ausmast dieser Pflichten, über Folgeerscheinungen derselben, wie ' ber das ganze groste Gebiet der Beziehungen der Geschlechter zueinander, sowohl bei Hnverheirateten wie ge­heirateten noch viel Unkenntnis. Aus Schamgefühl unterlassen meist El'ern und erfahr rene Freunde dahingehende Veleh u gen der Eh^ anteärter beiderlei Geschlechts und tonten sich mit dem Gedanken, dah diese, wie erirstmals ne selbst, ihre eigenen Erfahrungen machen, viet.ercyr durch eigenen Schaden klug werten wurden.

Welche ungeheure Gefahr für jene ui dieser Gelassenheit, ja Gleichgültigkeit gegenüber cen wichtigsten Grundlagen zur Festigung und Dauer des Lebensglückes liegt, braucht w.hl ange ichts der heutigen wirtschaftlichen Verhaltnr se, rer unsicheren Zukunftsaussichten für den einzelnen für die Familie wie für die Gesamtheit unseres Volkes und ganz besonders im Hi Blick auf die Sittenlosigkeit und Unmoral die veramerten, ja man möchte fast sagen,auf den Kopf teW en sittlichen Anschauungen unserer KU Nicht nah.r erörtert zu werden. Es ist d« höchste Zeit, dast der Unwissenheit auf di fern Eebie e. d:e bezeich­nenderweise in allen Kreisen zu beobachten ist, energisch gesteuert wftd und du^ ständige Auf­klärung und Belehrung die Schaden ausgedeckt

zur Geistesfreiheit, die Wahl zwischen Dienst am Geiste und materiellem Genüsse nicht zu finden, dast wir uns vomEkel" erfassen lassen dürften über das Treiben der politischen Parteien.

Wenn die Frauenpartei kommen sollte als technische Rotwenoigk il für die Durchsetzung be­stimmter politischer Forderungen, dann möge sie kommen in voller Erkenntnis der schicksalhaften Schwere aller politischen Arbeit des deutschen Volkes, mit sich bescheitende. Anerkennung der Kraft und des Willens, den viele der besten Männer bisher im politischen Kampf eingesetzt haben: sie möge kommm als Zeichen der Reife und Selbständigkeit der Frauen, nicht als Zeichen ihrer Ungeduld und der Ueberschähung ihrer eigenen Kraft."--

Diese Ausführungen Rosa Kempfs werden alle Anhängerinnen der geplanten Frauenpartei zu ernstem Rachdenken stimmen: wir müssen ihr, die sich selbst als geborene Frauenrechtlerin be­zeichnet, danBar fein, dast. sm uns in die Be­sinnung führt und uns die verlockend erscheinende Idee im Lichte der ihr eigenen Geistesschärfe und -tiefe zeigt. Auch wer in ihre Gedanken- gänge nicht voll eingehen kann un> sie vielleicht etwas einseitig findet, wird sich doch den darin enthaltenen Wahrheiten nicht versch'.iesten können. Mit ganzem Herzen aber werten alle folgenden Worten zustimmen, mit denen sie an die Frauen appelliert:

Ich möchte ... die Frauen dazu aufrufen, dast jede in dem ihr erreichbaren Lebenskreis den Sieg des Geistigen über das Materielle leoi. Haus wie Politik werden gesunden, wenn ter männliche und der weibliche Politiker im Hause seiner Mutter gelernt hat, dast Geist und Freiheit, Liebe und Menschlichkeit im Leben bestehen, dast es den Frauen möglich ist. sich selbst und ihre Um­gebung hinzuziehen zu einem Leben, das den anderen Doltsgenossen Liebe und Gerechtigkeit zu geben vermag, auch auf Kosten te3 Wohlbehagens der eigenen Familienglieder.'

Frauenarbeit im Stadlparlament.

Don Marie S i e g e r t, M. d. pr. L., Reuwied.

Ehe uns Frauen die Wählbarkeit zuerkannt tourte, haben sich die Vorkämpferinnen scharf für das Frauenstimmrecht eingesetzt. Wenn auch damals das politische Wahlrecht in weiten Srauenfreifen noch nicht Heist erstrebt wurde, so war doch bei vielen der Wunsch rege, in der Kommune mitreden und mittaten zu können. Run ist dies Ziel erreicht und es ist mir oft schier unbegreiflich, wie wenig Frauen, wenigstens in mittleren und kleineren Städten, sich Bereit finden, das Amt einer Stadtverordneten anzunehmen.

Gerade die Mitarbeit der Frauen im Stadt­parlament ist dringend erwünscht, weil von ihnen eine Menge Fragen im ethischen und sozialen Sinn anders aufgefastt werden, als dies dem Mann mit seiner mehr theoretischen und in­tellektuellen Einstellung möglich ist. Unserer prak­tischen Art liegt es mehr, den Kern ter Dinge in unmittelbarer Anschauung zu erfassen, und wir haben daneben häufig Gelegenheit, die Rote und Sorgen der Familien kennen zu lernen, sie auf ihren Gehalt zu prüfen, um dann warmen Herzens für deren Linderung eintreten zu können. Hefter vier Iahre bin ich nun Stadtverordnete, zuerst mit einer Kollegin des Zentrums, einer Demokratin und einer Sozialdemokratin. Rach den kürzlich getätigten Gemeintewahlen gehöre ich leider nur als einzige Frau noch dem Stadt­rat an. Auf die Mitarbeit aus diesem Grunde! zu verzichten, lag für mich kein Anlah vor.

Im Gegenteil möchte ich die Frauen energisch bitten, die Scheu vor den Arbeiten im öffent­lichen Leben zu überwinden. Das Amt führt uns meist in Gebiete, die uns Frauen nahe­liegen. Ich wurde u. a. in die Schulkommissivnen, einschliehlich die der Fortblldungsschule für schul­pflichtige Mädchen gewählt, außerdem gehöre ich dem Ausschuh für die Armen-, Waisen- und Iugendwohlsahrtspflege an. Für die Belange ter Kleinrentner und Sozialrentner. konnte ich bei der Stadtverwaltung eintreten und dort manche wertvolle Unterstützung erreichen. Daneben gab es im besetzten Gebiet viele Gefahren und ernste Geschehnisse, die von uns Frauen naturgemäß tiefer empfunden wurden, und die zu lindern und zu bekämpfen wir berufen sind. Weiter

teerten, an denen so manche Ehe krankt, und wie die Tatsachen beweisen schließlichin die Brüche" geht.

Der Großstadt Hamburg blieb es Vorbe­halten, als erste in Deutschland eine Sexual- Deratungs stelle zu grünten. Der Plan dazu, schon lange Iahre voll Verständnis für die d.ingente Rotwmdig eit s i er Verte rkl chung gehegt, konnte aus Mangel an Mckteln erst zu Beginn dieses Iahres rerteirllicht werden. Mit Unterstützung einer Reihe tüchtiger Kräfte: sozial vorgebildeter Frauen, Pädagogen, ersahre- ner Aerzle, Rech sberater und Anwälle. die sämt­lich ehrenamllich tätig sind, tourte die e gemein- nütz ge Tätigkeit ausgenommen die toie der rasch steigende Besuch tetoeift, einem tatsächlich dringen­den Bedürfnis entgegenkam und deshalb vor einigen Wochen um eine z weite Beratungs­stelle, und zwar mit Unterstützung der Allge­meinen Ortskrankenkasse, erweitert werden mußte. Unter den Ralluchenden sind fast alle Stände vertreten. Reben Ei zelpersonei, vor allem Frauen und Mädchen, ftnden sich auch Brautleute und Ehepaare ein, um 'ich über die verschiedensten Fragen des Gesch'echtslebens be­lehren zu lassen. Im Einzelfalle komme 1 nach­einander- oft sämtliche Hilsskräste zur Beratung und Belehrung in Frage, und wo ärztliche Be­handlung noiwendig wird, geben die zu 'änd'.-en Fachärzte den 'Ausschlag, ob die Ra.suchenden einem Krankenhause irgendeiner der zahlreichen Wohlsahrtsorganisattvnen ter Stadt oder ihrem ständigen Arzt zur weiteren Behandiung oder Beaufsichtigung rord Beratung ütertote e 1 teerten.

Da fämtl che Auskünfte völlig kostenlos erteilt werden die Zahlung von 33 Pf. Buchungsgebühr kann nicht in Frage kommen so steht auch dem Aermsten der Armen, die stän-

möchte ich auf die hohe Bedeutung ter Schul- fragc in ter Iehtzeit Hinweisen. Gerade uns Frauen muß die Ausführung des § 146,2 der Aeichsversassung am Herzen liegen, wie sie sich in den Kommunen gestaltet. Es fragt sich da, ob wir für unsere Iugend in Zukunft eine kon­fessionelle oder weltliche Schule resp. Simultan­schule haben werten.

Auch die Bildung der neuen Jugendämter bietet uns Frauen in den Stadtparlamenten reichlich Gelegenheit, dafür zu sorgen, daß Per­sönlichkeiten zur Mitarbeit aufgerufen werden, die nach ihrer ganzen Einstellung dazu geeignet sind, zu Rutz und Frommen unserer Iugend mit­zuwirken. Wohin ein ernster Mensch mit Haren, guten Augen schaut, tritt ihm Elend und Rot entgegen, und wir Frauen sollten uns immer bewußt sein, daß es unsere dringende Pslicht ist, zu Helsen, wo wir nur eben können. Dazu gehört aber, daß wir uns die Zeit nehmen, ernstlich über kommunale Belange nachzudenken und daß wir fleißig Umschau halten, wo wir Rachahmens­wertes sehen, das sich in dem Rahmen unserer heimischen Verhältnisse durchführen läßt.

Iedenfalls lassen sich durch ein enges Zu­sammenarbeiten mit den männlichen Kollegen Werte schäften, auf die wir nicht verzichten können. Die Arbeit in den Stadtparlamenten ist trotz manchem Kampf und mancher Schatten­seite reich und schön. Darum nochmals die drin­gende Ditte an die Frauen um tätigen Anteil an den Arbeiten in der Kommune.

Der unvorhergesehene Gast.

Don Dr. Ella Mensch.

Die Gastlichkeit gewinnt toieter an Doden, auch in dem verarmten Deutschland, wo sie eigent­lich nie ganz gestorben ist, selbst nicht in den knappsten Iahren ter Kriegs- und Rachkriegszeit. Am schlimmsten um Gastlichkeit und Geselligkeit war es bestellt in den Zeiten unserer höchsten Dlüte, wo man in gewissen Kreisen kaum noch wußte, zu welchen Formen ter Aufmachung für seine Gäste man greifen sollte, damit einem diese überhaupt noch die Ehre des Erscheinens antaten! Geselligkeit war das schon nicht mehr. Rur noch ein Zusammentreffen an elegant und raffiniert hergerichteten Futterkrippen. Und trotz dieser Fülle und dieses Ueberflusses konnte ein unvor­hergesehener Gast, der ahnungslos in diese Atmo­sphäre des Glanzes hineingeriet, eine empfindliche Störung verursachen, sich und die Hausfrau in die größte Derlegenheit bringen, falls er nicht etwa den Takt besaß, sich sofort zu empfehlen. Man hatte ja nicht auf ihn gerechnet, er paßte nicht in die vorhergesehene Tischordnung Hinern, vielleicht auch nicht zu den andern Geladenen.

Iedoch in den Kreisen, wo die echte Herzlich­keit und unbefangene Fröhlichkeit walten, wo man nicht so viel Umstände machen kann, weil diese gar nicht zur Haushaltungskasse stimmen würden, ter oder die Unvorhergesehene eher als an­genehme Ueberraschung empfunden, die ihrerseits noch zur Vermehrung des Behagens und ter gu­ten Stimmung tei trägt.

Hebet bestellt ist es um die echte Gesellig­keit, wo man auf Redensarten stößt wie:Wir trollten uns gerate zu Tische setzen, da klingelt es und es kam Besuch, welch unlebsame Störung!" Es ist wirklich.schon ein hoher Grad von Schwer­fälligkeit, wenn man bei einem unerwarteten Be­such nicht zusammenrücken, nicht rasch noch einen Teller oder eine Tasse herbe iHv len kann. Wird ter unvorHergesehene Gast gewahr, daß sein Kom­men keine Hnbequemlichkeit verursacht, so wird er selbst sich rasch behaglich fühlen und das Plauder­stündchen am Kaffee- oder Abendbrottisch durch nette Hnterhaltung würzen helfen.

Es ist taftächlich nicht immer Mangel an Gastlichkeit, es äst Mangel an Beweglich­keit, wenn man mit unvorhergesehenen Gästen nichts anzusaingen weiß. Machen wir es uns doch leicht mit unserer Geselligkeit! Behandeln wir sie nicht wie eine Ausgabe, dke im Schweiße unseres Antlitzes und mit viel Hnkosten heruntergearbeitet sein will. Die Ausgabe löst sich ganz von selbst, wenn man sie nicht zu schwer nimmt. In einem Haushalt, in welchem es im allgemeinen ordentlich zugeht, bedarf es keiner grvßenScheuer- undPuhfeste, wenn einmal ein paar Menschen zu einer Tasse Tee erwartet werden. Wer von ter Furcht des Beredetwerdens nicht lvskommen kann, ter besitzt keine innerliche Freiheit, hat kein Ta-

dige Benutzung der Sepualberatungsstelle im Be­darfsfälle frei und es ist ohne weitere Z einleuch­tend, toie segensreich die Austoir.ungen.ec Tätigkeit fein müssen. Demnächst wird sich auch ter P reu ß i s che Landtag mit die er neuen Einrichtung zu beschäftigen teten. di ihn ein Antrag vorliegt, d.-r die teldm g chste Grün­dung toeiterer Sexualbevatunasstel e.1 und durch diese auch Beratungen der Ey konditer teu bezüg­lich gesundheitlicher und sexueller Eignung zur Ehe und zur Aufzucht des Rachwuch'es f örtert, die in dieser Hinsicht den Mütterberatungsstellen Vorarbeiten könnten, die sich ja derstillenden" Mütter zum Besten ter Säuglinge schm feit Iah­ren mit segensreichem Erfolge annehmen.

Soziale Fragen.

Pflichtarbeit der Arbeitslosen.

In der Entwicklung der Erwerbs­losenfürsorge bedeutet die Derordnung vom 1 Rovember 1923 eine wichtige Hmgestaltung. Don diesem Zeitpunkt an wird die Gewährung der Hnterstühung von einer Arbeitsleistung abhängig gemacht. Die verlangten Arbeiten müssen gemeinnützigen Charakter haben. Damit ist eine Pflichtarbeit der Arbeitslos en ein- gesührt worden. Die Praxis ist dieser Verordnung überraschend schnell gefolgt, und schon heute ist es möglich, zu beurteilen, ob der neue Gedanke gesund und gerecht war, und toie er zweckmäßig durchzuführen ist. Besondere Bedeutung hat die Pflichtarbeit für die erwer bslose Iugend. Beachtung verdient das Beispiel von Frankfurt a. M. Hier wurde ein Helfer­dienst der Iuaendlichen organisiert. Als

Unb dementsprechend auch O annUn,"nI> Familienkreis nach fernem

e g m.n engen Gcs chtsounkt aus Er v.'rNert öfter»

t ,,x s. ick. wenn unerwartet bcv ^schulst mit den te- reitä Anwesenden hergestelll werten soll.

unerwarteten Kommen

S höchster Reiz. Für Taufende

von Familldn ist es noch nicht angängig, häufig Einladungen zu verschicken. Aber wer zufällig am Sonntag nachmittag oder auch an einem an- tem ^age zur Kaffee- oder Teestunte rorspricht der sei willkommen. Rian weiß, daß ter unrortergefeftene, ater deswegen nicht minder herzlich begrüßte Gast keine Ansprüche stellt und man sich ihm gegenüber mit der Dewirtunä keinen Zwang aufzulegen braucht.

Praktische Ratschläge für Haus und Küche.

Verwertung von missratenen buchen

Es kommt im Haushalt wohl einmal vor, daß besonders Hesekuchen stellenweise oder auch ganz unausgebacken, toie man sich ausdrückt,klitschig", bleibt. Es gibt nun freilich Liebhaber auch von solchem klitschigen Kuchen, jedenfalls aber ist dessen Genuß nicht ratsam, weil die Wasserstreifen schwer und unverdaulich sind. Ist der Streisen nicht er­heblich groß, so schneitet man eben das Ausge- backene rings herum ab. Den Wasserstreifen braucht man deswegen nicht wegzuwerfen. Man kann ihn entweder, in kleine Würfel geschnitten, rösten und als Einlage in Haferflockensuppe geben, oder ungeröstet in Drühsuppe legen und etwa 10 Minuten in der Brühe mit durchkochen lassen. Sollte der ganze Kuchen sich als llitschig erwei­sen, so braucht man ihn deshalb auch noch nicht fortzuwerfen. Man kann ihn als Hefeklöße verwen­den. Dazu schneidet man ihn in würfelförmige Stücke Don'35 Zentimeter Durchmesser und legt diese in kochendes Salzwasser oder lochende Brühe, worin sie eine Viertelstunde leicht kochen müssen. Sie werden nun entweder in der Brühe, der viel­leicht noch Reis zugefüg war, gegessen, oder her- ausgehoben und statt der Kartoffeln zum Braten oder auch nur zu geschmortem Obst, dann mit etwas Fett, zu Tisch gegeben.

Roßhaare reinigt man auf folgende Weise:

Die Roßhaare werden in ein Waschfaß gelegt, mehrere Male mit kochendem Wasser übergossen und sofort zugedeckt. Rachtem sie eine Stunde in dem Dampf gestanden sind, läßt man das Wasser ablaufen, übergießt sie mit kochendem Seifenwasser und deckt sie wieder zu: wenn das Wasser etwas überkühlt ist. werten die Roßhaare gut ausgedrückt und gerieben, das Wasser abge­schüttet, mit reinem kochenden Wasser übergossen, mit einem Stock umgerührt und nach einer Stunde neuerdings mit frischem, kochendem Wasser über­gossen, nachdem das frühere abgegossen tourte. Dann toird das Roßhaar zum Trocknen auf Tücher in die Rähe eines (r-armen Ofens ober in die Sonne gelegt, bis es trocken ist und ge­zupft oder gekrempelt werten kann: es soll nie kaltes Wasser verwendet werden.

Feuchte Schränke

legt" man dadurch trocken, daß man in einem durchlässigen Deutelchen einige Stückchen Kampfer in den Schrank hängt. Der Kampfer zieht die Feuchtigkeit an sich. Da die Kampferstücke täglich kleiner trotten, muß man sie des öfteren erneuern.

Speisezettel.

Samstag: Gemüsesuppe, Semmelpudding mit Fruchttunke.

ßonntag: Fleischbrühe mit Schwemmklöß- chen, Kalbsnierenftraten mit Tomatensalat, Pflau­mentorte.

Montag: Aeissuppe, falscher Hase, ge­schmorte Gurken.

Dienstag: Apselsuppe, Leterauflauf mit grünem Salat.

Mittwoch: Drotsuppe, Kohlwickel.

Donnerstag: Buttermilchsuppe mit Grau­pen, Hammelkoteletts mit grünen Dohnen.

Freitag: Kartosselsuppe, gebackener Fisch mit Kartoffelsalat.

Auftraggeber kommen nur bedürftige Familien und Personen in Delracht, kinderreiche Mütter, alte Leute, arbeitsunfähige Männer und Frauen, die ihre notwendigen Besorgungen nicht selber machen und keine Hilfe bezahlen können. Die Iu­gend lichen besorgen häusliche Arbeiten, machen Botengänge, tragen und fahren Lasten ufto. Wenn es gelingt, fo in ter Iugend den Sinn für leben­dige Hilfsarbeit zu wecken, dann hat die Pflicht­arbeit eine gute pädagogische Wirkung ausgeübt. Wenn alle diejenigen, denen die Durchführung dieser wichtigen Verordnung obliegt Arbeits­nachweis. ihnen angegfteterte Verwaltung saus- schüsse, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich dieser Grundgedanken voll bewußt sind, wird die Pflichtarteit zu einem wertvollen Bestandteil ter deutschen Arbeitslosenhilfe werden.

Die Frau im kirchlichen Leben.

Zur Mitarbeit der Frau im kirch­lichen Leben hat ter De u tsche Evange­lische Kirchentag in Bethel folgenden Be­schluß gefaßt:Der Deutsche Evangelische Kirchen­tag hält bei der Größe ter Ausgabe der Kirche gegenüber dem Volksleben die stärkere Heran­ziehung der Frau zur kirchlichen unk Gemeindearbeit für dringend erforderlich und empsiehlt nachdrücklich die Derücksichttgung ter Frauen bei der Wahl zu den kirchlichen Kör­perschaften, namentlich auch zu den Synoden."

Amerikanisches Frauenstndinm.

In Amerika gibt es gegenwärtig 128 Hoch­schulinstitute. die nur allein für Frauen bestimmt sind, gegenüber 146 nur für Männer testimmten Kollegs. 324 weitere Kollegs nehmen Märmei und Frauen zugleich auf.