Ausgabe 
17.7.1924
 
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Nr. 166

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Erstes Blatt

V4- Jahrgang

Donnerstag, 12. Juli 1924

General-Anzeiger für Oberheffen

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Druck imd Verlag: Brühl'sche Aniverfitäls-Vuch- und Sleindruckerei H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re­klame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/ Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Der erste Tag der Londoner Konferenz.

Macdonald über die Aufgaben der Konferenz. Herriot bietet Macdonald den Borsitz an. Bemerkenswerte Auslassungen des Vertreters Amerikas.

Das Schauspiel von Bonbon hat begonnen. Wenn wir diesen manchem Leser vielleicht un­passend erscheinenden Ausdruck gebrauchen, liegt die Tlvsache in den üblen Erfahrungen der Ver­gangenheit und in der Tatsache begründet, datz die gestern au8 Paris gemeldeten Beschlüsse der Repko die deutschen Bedenken gegen den Erfolg der Konferenz unterstreichen mutzten. Nun wird heute gedrahtet, datz der gestern gemeldete De- fchlutz der Repko nicht der Wirklichkeit entspricht. Vielmehr besage der wichtige Punkt 5 nicht, datz die Zeichnung auf die Anleihe, son­dern der Abschlutz von Verträgen, welche die Zeichnung sicherten, einen wesentlichen Faktor für den Beginn der prak­tischen Anwendung des Dawesberichtes bilde. Mit den Verträgen sei der vorläufige Abschlutz von Abmachungen zwischen der deutschen Negierung und den ausländischen Banken gemeint. Die Ka­pitalgeber würden nicht in die Tasche greifen, bevor alle im Sachverständigenbericht enthaltenen Bedingungen erfüllt seien. Dies beziehe sich deut­lich auf die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets; mit anderen Worten, die Reparationskommission schlage den Abschlutz von Verträgen vor der Räumung und die Zeich­nung der Anleihe n a ch der Räumung vor. Tie Auffassung der Kommission über die praktische Anwendung des Dawesplanes sei den Regiermn- gen lediglich al» Meinungsäuberung unterbreitet worden. Cs bleibe abzuwarien. ob die Regierungen diese annehmen würden.

Wie dem auch sei, mit spihfirrdigen Ver­drehungsversuchen der Grundlagen des Sachver­ständigengutachtens kann die begreifliche Erregung über diese Versuche nicht aus der Welt geschafft werden. Tlnd die Londoner Konferenz wird, um Mrruhigung in Deutschland und die notwendige Bereitwilligkeit zur Durchführung der entsprechen­den Maßnahmen herbeizuführen, in eindeutiger Weise den Vertrag als Ganzes, ohne Rücksicht auf .Preftig e fragen und politisch-milita­ristische Forderungen annehmen müssen. M a c- donald und der amerikanische Botschafter K e l l o g haben in ihren gestrigen Reden dies mit erfreulicher Deutlichkeit betont, lind die vorliegen­den Drahtberichte über die Halsung der a m e r i - kanischen Presse beweisen, datz die Ab­kehr von den Methoden PoincarSs als die Bedingung für die Durchführungsmögtichkeit des Dawesplanes in den Vereinigten Staaten an­gesehen wird. Von der Notwendigkeit dieser Ab­kehr und den verderblichen Folgen der Politik der Gewalt und Rache ist gestern in London viel ge- sprvcheii worden. Wir wollen hoffen, datz es nicht bei den Worten und dem äutzerlichen Schauspiel bleibt, das derartige Konferenzen seit 1918 der Welt geboten haben, sondern datz derGeistdes ehrlichen Kaufmanns, um dessen Sieg Deutschland seit 5 Jahren verzweifelt kimpft, in London einen Boden findet, der endlich Taten ermöglicht.

Die Rede Macdonalds.

London, 16. Juli. (Wolfs.) Sri der Er­öffnungsrede Macdonalds auf der heutigen inter­nationalen Reparationskonferenz heißt es dem heute abend 8 Ahr ausgegebenen Eommuniqus zufolge:

Meine ersten Worte und Gedanken sind die des Willkommens im Namen sowohlmeines Landes als auch meiner Regierung an die Ver­treter der Nationen, die, während der Krieg wütete, an unserer Seite kämpften und die jetzt die Verantwortung teilen, Europa Frieden und Sicherheit zu bringen. Die Nachkriegsprobleme sind zahlreich und verwickelt gewesen und es lag in der Natur der Dinge, daß wir bezüglich ihrer nicht immer gleicher Ansicht sein tonnten. Aber jedesmal, wenn tpir verschiedener Meinung waren, haben wir einen neuen Be­weis von der gebieterischen Notwen- digkeitderEinigkeit erhalten, wenn unser Sieg wirklich Europa sowohl für die großen Mächte als auch für die kleinen Nationalitäten sicher machen soll. Nichts hat uns m:hr ge­hindert als die wirtschaftlichen Probleme, die aus dem Kriege entstanden sind und unter diesen sind d i e Reparationenein es der schwierigsten gewesen. Zu Beginn des letzten Jahres entstanden

ernste Meinungsverschiedenheiten unter uns über diese Frage, die, wenn nicht ein starker guter Wille in unseren Herzen gewesen wäre, zu üblen Folgen hätte fuhren können. Schliehlich beschloß die Reparationsk'Jmmrsswn mit Zustimmung der Regierungen einen Ausschuß von Sachverst ändigen zu ernennen, um Dass ganze Problem zu erforschen und uns bei feiner Lösung zu leiten. Im April lieferte uns der Aus- schuh einen Bericht, der nicht nur durch seine Fähigkeit, sondern auch durch seine Einstimmig­keit, uns allen die gebieterische Pflicht auferlegte, ihn unverzüglich zur Durchführung zu bringen.

Wir haben bisher eine Politik verfolgt, die nicht nur verfehlt hat, die erwarteten Repa­rationen ernzubringen, sondern die als Folge zu einer Unbeständigkeit der Gemüter geführt hat, zu einem Anwachsen des aggressiven

Militarismus und zur Verstärkung einer Furcht, die jedes Sicherheitsgefühl aus­schaltete.

Die Nationen haben nicht eine Hoffnung vom Anbrechen eines friedlichen Tages erblickt, son­dern in eine graue Aussicht drohender Gefahr geschaut. Es ist unsere Pflicht, sie zu been­den und zu versuchen, die neue Gelegenheit zu er­greifen und glücklichere Aussichten zu schaffen. Ich unterschätze Perneswegs die Schwierigkeiten unserer Ausgabe. Andererseits hoffe ich jedoch, datz Sie nicht die Aufrichtigkeit unseres Wun­sches, sie zu überwinden, unterschätzen. In eini­gen seiner Vorschläge ist der Bericht vielleich t auch anfechtbar. Aber wir sind von den Sachverständigen gewarnt worden, datz er als Ganzes genommen werden mutz und wer ihn immer sorgfältig untersucht hat, wird zu demselben Schluß kommen. W i r dürfen reicht versuchen, seine E i n z el- heiten abzuändern, sonst fallen wir wie­der in die Meinungsverschiedenheiten, in denen wir uns früher befunden haben. Versuche, Verein­barungen über fleine Tinge von geringfügiger Bedeutung zu finden, werden stets fehlschlagen.

Der Bericht fordert nicht nur Verpflichtungen von Deutschland, sondern auch von uns.

Wir müssen ihm eine Chance geben. Wir müssen unsere Maßnahmen so anwenden, datz wir Bedingungen schaffen, unter denen der Plan, wie uns gesagt worpen ist, arbeiten wird, und von diesen Bedingungen sind zwei unbedingt wesentlich:

1. Daß die wirtschaftliche und fiskalische Ein­heit Deutschlands wiederhergestellt toirb,.

2. daß angemessene Sicherheit den Gläubigern | gegeben werden kann, die ersucht werden sollen, eine sehr große Anleihe vorzustrecken, welche die Grundlage des Planes ist.

Der Mechanismus, durch den dies getan werden soll, bietet einige Sicherheit, und ich bin überzeugt, daß die Schwierigkeiten überwunden werden können und daß wir als Schlußwort unserer heu­tigen Beratungen das Wort schreiben können, das von unseren Beschlüssen solangefehlte, näm­lich das Wort: Erfolg! Der Dawesbericht hat einen scharfen älnterschied zwischen den wirt­schaftlichen und politischen Erwägungen gezogen und sich auf die e r st e r e n konzentriert. Der erste Sah, der Schlüssel des Berichtes selbst, gibt den Schlüssel zu der Lage. Die Sachverständigen sogen: Wir sind an unsere Aufgabe als Kaufleute herangetreten, be­strebt, wirkliche Ergebnisse zu erzielen.

Meine Herren! Können Sie etwas Besseres tun, als die Anwendung dieses Berichtes in d e m- selben Geiste, in dem er gefaßt worden ist, zu fordern? Wir müssen damit rechnen, datz wir alle andren Fragen als die alleinige und einfache Anwendung des Berich­te s b e i s e i t e st e l l e n. Wir dürfen nicht Fra­gen verwickelt gestalten, indem wir sie mit frem­den Fragen verbinden. Die verhängnisvolle Ge­wohnheit, eine Frage mit einer anderen zu ver­binden, ist zum größten Teil verantwortlich ge­wesen für den Mißerfolg, irgend etwas in der Vergangenheit zu lösen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen, indem wir jede Frage soweit tote möglich isolieren und lösen, bevor totr zu der nächsten Frage Übergehen. Der Dawesbericht ist nicht in sich eine endgültige Losung aller un­serer Probleme. Aber lassen Sie uns erst den Boden freimachen, in dem wir den Dawes­bericht zur Durchführung bringen. Danach bin ich bereit, mit Ihnen für die anderen Fragen eine Lösung zu suchen.

Die Gerechtigkeit des Dawesplanes, ferne Un­parteilichkeit und sein Gleichgewicht

haben allgemeine Anerkennung gefunden. Er ist ein praktisches, wirtschaftliches Werk, das auf­richtig im Lichte der Tat aufgeführt wurde. Was sein Ziel betrifft, so kann ich nichts Besseres tun, als den ausgezeichneten Auszug anführen, der aus Dequemlichkeitsgründen vorangesetzt wurde. Lieser Auszug erklärt folgendes:

Das Ziel des Planes ist

' 1 eine Maschinerie zu errichten, um die größten Iahrcszahlungen von feiten Deutsch­lands zu erlangen, t

2 größtmöglichste Transfers an die Gläu­biger Deutschlands zu ermöglichen

3 die Frage, was Deutschland zahlen kann, aus dem Gebiet praktischer Anregungen heraus- zunehmen, Ä _ .. , ~ .

4 eine endgültige und umfassende Verein­barung über alle Reparationsprobleme unb die damit zusammenhängenden Fragen zu eneichtern, sobald die Umstände dies möglich machen.

Die Sachverständigen machten sich daran, Mittel zu ersinnen s ü r den W i e d e r a u f ba 4 Deutschlands, Seite an Seite Mit der Be­zahlung von wesentlichen Reparationen an die Alliierten, und soweit sie dies erreicht haben, haben sie doppelt für den Wiederaufbau Deutsch­lands beigesteuert. Daraus geht klar hervor, und dies ist ein Punkt, auf den die Sachverständigen selbst Wert legten, datz es im eigenen In­teresse Deutschlands liegt, diesen | Plan durchzuführen. Es ist nicht nur em

Plan, um Zahlungen von Deutschland zu er­halten ; er versucht auch, die Stabilisierung der deutschen Währung und die Ba­lancierung des deutschen Budgets sicherzu st eilen.

Er bietet tatsächlich die einzige Hoffnung für Deutschland, aus dem finanziellen Sumpf, in den es fast unrettbar gesunken ist, hrrauszu- kommen.

Macdonald schloß: Wir wünschen einen beson­deren Willkomm Len amerikanischen Vertretern darzubieten. Ich weiß, Sie sind nicht hier als Volldelegierte. Die Lage in Amerika verhindert dies. Aber Sie sind hier als ein Beweis des mitwirkenden Wohlwollens. Amerika war ein großer Partner von uns in Tagen, w) wir uns im Kriege befanden'.^ Sein Geist erhellt den Bericht, der uns hier zusammengebracht hat. Wir werden es bitten, nicht als eine Regierung, sondern als ein Volk mit zahlreichen Hilfsquellen und gutem H^zen Anteil an den finanziellen Plänen zu nehmen, die zur Durchfüh.ung g.bracht werden müssen, wenn ein baldiger Wiederausbau in Europa slattfinden soll. Außerdem wird es als Zuschauer, der zurückgezogen ist, von den Ge­fühlen und Erwägungen, die uns Europäer be­wegen, vielleicht eher in der Lage sein, in kri­tischen Tagen mit freieren Ansichten und mit ruhigerem Urteil zu Helsen, als wjr, die wir inmitten der Gefahren stehen, fähig sind. Wir begrüßen unsere amerikanischen Freunde herzlich auf der Konferenz, und ich kann nur die Hoffnung hier wiederholen, indem ich die Konferenz für eröffnet erkläre und Sie bitte, Ihre Aufgaben zu beginnen, daß, wenn ich he schließe, ich Männern Lebewohl sagen werde, die in ihre verschiedenen Länder zurückkehren, stolz und glücklich über den Erfolg ihrer Arbeit!

Ministerpräsident Herriot führte aus: Herr Premierminister! Ich bin sicher, der Wortführer der hier versammelten Delegierten zu fein, wenn ich Ihnen für die edelmütigen Worte danke, die Sie soeben geäußert haben. Jeder von uns, wir alle von Ihnen hierher eingeladenen Vertreter sind uns des Ernstes unserer Pflicht bewußt, die wir hier zu erfüllen ha­ben. Tie Frage ist, die Interessen der Mensch­heit, die in gleicher Weise und während langer Zeit durch einen grausamen Krieg gelitten haben, zu versöhnen mit der Notwendigkeit, den Frieden wiederherzustellen, zu dem wir alle streben wol­len. Die Aufgabe, die uns erwartet, ist außer­ordentlich schwierig und ich frage mich, ob in der Geschichte die Vertreter von Regierungen je einer schwierigeren Ausgabe gegenübergestanden haben. Aber jeder einzelne und wir alle zusammen wer­den hierher die Liebe des Landes, das totr ver­treten. und die von uns selbst empfundene Liebe mitbringen. Wir wollen alle soviel wie möglich daran arbeiten, eine Lösung zu erreichen, und toir sind, wie Sie, Herr Prästdent, besonders froh, hier unsere guten Freunde aus der Vereinigten Staaten zu sehen.

Herr Premierminister! Ich bin sicher, daß ich unsere gemeinsamen Gefühle zum Ausdruck bringe, wenn ich Sie int Namen meiner Kollegen bitte, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen und unsere Zusammen- kunst zu leiten.

Der amerikanische Botschafter Kelloq sagte: Im Namen meiner Kollegen und in meinem eigenen Namen wünsche ich den Premieimiinistern dieser beiden großen Länder zu danken für ihre edelmütige Begrüßung der Delegierten der Ver­einigten Staaten auf dieser höchst wich­tigen Konferenz. Cs ist wahr, daß wir nicht in derselben Eigenschaft kommen, mit den­selben Befugnissen, tote die übrigen Delegierten, weil wir nicht Teilhaber des Ver­sailler Vertrages oder der jetzt in Kraft befindlichen Sanktionen sind. Olber wir kommen in demselben Geiste und wir wünschen, hilfreich zu sein.

Es ist nicht unser Wunsch, auf irgendein Land einen unangemessenen Druck auszuüben und eine Politik anzmrehmen, die nach se'mer An­sicht wirtschaftlich und politisch n cht feinen Interessen dient, sondern, wenn wir bas kön­nen, zu versuchen, das größte wirtschaftliche Problem in Europa seit Generationen zu lösen. i

Ich werde Ihre Zeit nicht in Anspruch neh­men, um die Probleme zu erörtern, deren Erörte­rung zuerst von feiten der unmittelbar daran interessierten Länder kommen fort. Aber die Not­wendigkeit, daß etwas geschehen muh, wurde von der Reparationskommission und den die Er­nennung des sogenannten Tawesausschusses inter­essierten Regierungen erkannt. Ich habe die Ehre, einige dieser Herren zu kennen. Es sind alles Männer vonVerantwortlichkeit und Erfahrung. Ich weiß,' datz die amerikanischen Mitglieder Männer von Höch st er Fähigkeit, Er­fahrung und Charakter sind. Ich glaube, alle von ihnen sind an die Frage in einem liberalen Geiste herangetreten, in der Ab­sicht, fair zu sein und die Rechte aller Länder anzuerkennen und vor allem die

Frage ohne Rücksicht auf die poli­tischen Ansichten irgendwelcher Län­der vom wirtschaftlichen und fauf- männlichen Standpunkte aus in Be­tracht zu ziehen. Ich glaube, sie haben dies getan. Sir haben Monate mit Erwägungen An­gebracht. Hat jemand einen besseren Plan?

Ich kann einfach sagen, daß meine Regierung und das amerikanische Volk glauben, daß die Annahme des D.rwesberichtes der erste große Schritt in der Wiederherstellung Europas, bei der Stabilisierung seiner Industrien und zur

Wohlfahrt und zum Glück des Volkes ist.

Der italienische Delegierte de Stefani erklärte u. a., die italienische Delegation sei fun­damental überzeugt von der Notwendigkeit der Arbeit der Konferenz und sei bereit, dieser Arbeit wirksame Mitwirkung zu leihen. Von dem Er­folg der Konferenz hänge, wirtschaftlich und poli­tisch gesehen, vollkommen der Wiederaufbau und der Friede Europas ab.

Der japanische Delegierte Hahashi erklärte, die japanische Regierung wünsche, datz ihr Vertreter in ernster Weise mitwirke, um die Arbeiter der Konferenz zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen.

Der belgische Minister Thennis erklärte, die belgische Regierung und das bel­gische Volk seien tief überzeugt von der historischen Bedeutung der Arbeiten der Konferenz. Er gab der Zuversicht Ausdruck, daß sie erreichen werde, der Welt Gerechtigkeit und Frieden zu bringen.

Macdonald

erklärte zum Schluß, er werde fein Bestes tun, der Konferenz vorzusitzen, die historisch sein werde und, wie er hoffe, erfolgreich sein werde.

Heute keine VoNsttzukg.

Paris, 17. Juli. (WTD.) Tie Konferenz von London wird, wie Havas meldet, heute leine Sitzung ab halten. Es tagen aber die bretl Kommissionen, und zwar die erste um 3.30 Uhr, die zweite um 4.30 Uhr und die dritte um 5.30 ülhr.

Gold aus Quecksilber.

Ein sensationeller Erfolg der deutschen Wissenschaft.

Dem Leiter des photo-chemischen Labora­toriums der Technischen Hochschule in Berlin- Charlottenburg Professor Dr. Miethe und seinem Privatassistenten Dr. Stamm- re i ch ist es gelungen, durchexperimen- telleZertrümmerungvonQuecksil- beratomen Gold herzu stellen. Eine praktische Bedeutung kommt dieser hervor­ragenden wissenschaftlichen Entdeckung jedoch n i ch t z u, da zur Herste Nun z von einem Kilo­gramm Gold nach dem Verfahren der beiden genannten Gelehrten Quecksilber und elek­trischer Strom im Werte von mindestens 20 Millionen Mark aufgewendet werden müßte.

I Reich und Bayern.

Ministerpräsident Held für Einheit und Geschlossenheit.

München, 16. Juli. (WTB.) In der Land- tagssihung ergriff der Ministerpräfident das Wort. Nachdem er auf die notwendige Hilfe für die Landwirtschaft hingewiesen hatte, streifte er die Kreditfrage, die ein Pro­blem der Stunde fei, und erklärte zum Dawesbericht, daß dieser Deutschland trotz seiner ungeheuren Verarmung wieder schwere Lasten auferlege. C r betonte die Einig­keit zwischen der R e i ch s r e g i er u n g und den Vertretern der Einzel- staaten in Berlin, und daß bei dem Gutachten ein Minimum von E h r e n s o r de r u n gen des deutschen Volkes die Voraus­setzung für den Abschluß von Verhandlun­gen sei. Held sagte weiter, die Zeitungsmeldungen von einem zweiten Koalitionsprogramm seren un­richtig, die Regierung treibe keine Politrk des doppelten Bodens, und bemerkte zur Denkschrift über die Abänderung der Weimar e v Verfassung, sie sei geeignet, in Zukunft Kon­flikte zwischen Bayern und dem Reich z u v er« hindern, und trete nicht als Gegner, sondern als Freund des Reiches auf, weil die freie Gestaltung des einzelnen Staatslebens die beste Klamnrer für die Reichs- e i nh eit sei. Es wäre pflichtvergessen, dem Reich in der schwersten Zeit den Rücken zu kehren, man müsse vielmehr für die Ein­heit undGeschlossenheit des Reiches ein- treten. Der Kommunismus fei d i e größte Gefahr für den Staat, d i e natio­nale Beweauna begrüße er, sie müsse