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Belegung alter Gräber, wobei die Knochenreste verbrannt zu werden pflegen, die Herabsetzung der Derwesungsfrist von 50 auf nur 20 Jahre in vielen Städten zwingen diese, dem Gedanken der Feuer­bestattung näherzutreten. Die Vereinigung wird in nächster Zeit in einem Lichtbildervortrag die Vorteile der Feuerbestattung nachweisen und hofft dadurch, zu. den Über 200 vorhandenen Mitglie­dern neue zu gewinnen, so daß im Verein mit den Vachbarstädten Wetzlar und Marburg die Er­richtung eines Ofens, dessen Kosten sich auf ca. 25 000 Mk. belaufen, in (Ziehen gesichert ist und der städtische Zuschuß sich ermäßigen dürfte. Der Hahresmitgliedbeiti'ag wurde auf nur mindestens 2 Goldmark festgesetzt.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 8 Ähr: Gastspiel von Sandbichlers Oberbayerischen Bauerntheater:Iägerblut". Radio kluö, 8i/3 Ähr: Beginn des Dastelkurses im Physikalischen Institut. Schneider-Zwangs- innung, 8y2 Ähr: Monatsversammlung für die Damen. Rundfimkhaus, Löberstr., 8V2 Ähr: Konzert. Lichtspielhaus, Bahnhofstr.:Der Geigerkönig". Palastlichtspiele:Der Zeugene Tot". »

Reichsbund der höheren Beam­ten: Freitag abend Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.)

Artillerie-Verein. Donnerstag abend außerordentliche Monatsversammlung. /Siehe Anzeige.) I

Mettervoranssage

Warm, südliche Winde, auch Regenfälle.

Landkreis Gictzcn.

A Lang-Gons, 16. Juni. Ein va ter- kändi sches Fest fand gestern hier statt: der Kriegerverein beging sein 5 0jähriges Jubilä um und die Ortsgruppen des> Jung- deutschen Ordens von hier, Pohl-Göns und Oberhörgern Merten ihre Bannerweihen. Aamens der Kriegerkameradschaft Hassia über­brachte Medizinalrat Dr. Bogt- Butzbach dem Kriegerverein Glückwünsche, bei der Dannerweihe hielten Dr. Lenz- Gießen und Dr. Werner- Butzbach Ansprachen.

Lang-Göns, 16. Juni. Gestern fand in Muschenheim das Dezirksfest des 5. Bezirkes (©au Hessen) statt. Vom hiesigenTurnver- ein nahmen 17 Wetturner teil, die sämtlich als Sieger heimkehren konnten. In der Stufe der ak­tiven Turner errang Richard Kaiser den Ehrenpreis, Rorbert Grünebaum 1. Preis, Richard Lüdge 9. Preis. Iugendturner Oberstufe: Willi Druckes 2. Preis, Willi Beppler 3. Preis, Wilh. Weil 10. Preis. Eugen Wagner 22. Preis. Iugendturner, Änterstufe: Wilhelm Schmidt 5. Preis, Wilh. Brück 14. Preis, Wilh Pcm 15. Preis, Otto Metz 25. Preis. Schüler: Wilh. Dreier 5. Preis, Ernst Hock 15. Preis. Wilh. Laub er 27. Preis, Karl Wentzel 31. Preis, Erich Merz und Albert Dergk 33. Preis.

Kreis Schotten.

wg. Gedern, 16. Juni. Für das am 27. Juli ^rer stattfindende oberhessische Kirchen- zesangsfest ist Pfarrer G ö ck e l aus Hungen ;um Festpredrger ernannt worden. Die an dem Fest teilnehmenden Kirchengesangvrreine sind zur Zeit eifrig beschäftigt mit dem Einstudieren der vorgeschriebenen Gesamtchöve und halten darum »umteil zweimalige Äebungsstunden in der Woche ab. Da es natürlich aus räumlichen Gründen un­möglich ist daß alle oberhessischen Kirchenchöve an dem Fest sich beteiligen, hat der Vorstand des Evangelischen Kirchengesangvei-eins für Hessen die- Icnlgen Chöre bestimmt welche an dem Fest teil- nehmen sollen. Es sind dies die Kirchengesang­vereine von Oberau, Stamntheim, Altenstadt, Vil­bel. Orlenberg, Wallersthausen, Büdingen, Oter- Seernen. Gedern, Schwickartshausen und Herchrn--

ham. Diese Dererne vurrren einen Massenchor v)n etwa 500 bis 600 Sängern und Sängerinnen darstellen.

Kreis Friedberg.

fpd. Bad-Nauheim, 16. Juni. Hier verstarb in der vergangenen Nacht ein Mann unter schweren Fischvergif- tungserscheinungen. Die Ehefrau will die Fische (Bücklinge) in einem Frankfurter Fischgeschäft gekauft haben. Die Frankfurter Polizei fahndet jetzt nach dem Geschäft.

Hessen-Nassau.

fpd. D a d H 0 m b u r g v. d. H., 16. Juni. Auf der von allen Autofahrern wegen ihrer Steilheit und scharfen Kurven gefürchteten Saalburgchaussee forderte am Samstag. abend abermals ein Auto Unfall zwei Menschenleben. Der Ingenieur Walter Suhr und das Fräulein Meta Dinges aus Frankfurt fuhren in schnellem Tempo von der Saalburg talwärts und wollten ein anderes Auto überholen. Dabei geriet der Wagen des Suhr ins Rutschen, überschlug sich zweimal und sauste schließlich in den Straßengraben, wo er zerschellt liegen blieb. Der Führer Suhr erlitt schwere innere und äußere Verletzungen und einen doppelten Schädelbruch und verstarb nach wenigen Augenblicken. Fräulein Dinges trug sehr schwere innere Verletzungen und einen Schädelbruch davon und kam in hoffnungs­losem Zustand in das Homburger Kranken­haus. Suhr war als ein scharfer Fahrer be­kannt.

Verband der hessischen Geschichts- und Altertumsvereine.

(Eigener Bericht desGieß. Anz") sf. Friedberg, 15. Juni.

Der Verband der hessischen Ge- schichts- und Altertumsvereine httte zu seinem diesjährigen Ausfluge die geschichtlich interessanten vberhrssischen Städte Butzbach und Friedberg gewählt. Nachdem der gestrige Tag den Sehenswürdigkeiten von Butzbach gewio-- met war, traf er heute vormittag hier ein.

Während die historische Kommission zu einer geschäftlichen Sitzung im Rathaussaale zusainmen- trat, begaben sich die übrigen Teilnehmer zunächst in das Museum, in dem Prvf. Dr. Blecher die Führung übernahm. Als der Friedberger Geschichts- und Altertumsverein im Jahre 1896 durch den damaligen Ghmnasialdirektor Dr. Goldmann gegründet wu:de, konnte man viel­fach die Ansicht hören, daß man mit der Grün­dung des Vereins zu spät komme, da die früher der Stadt und Kirche gehörigen Altertümer uirb Kunstdenkmäler durch die Kurzsichtigkeit und In­teresselosigkeit der damaligen Behörden verschleppt und verschleudert tourten, so wurden die der Kirche gehörigen unersetzlichen Kunstwerte öffent­lich zur Versteigerung ausgeboten und in alle Welt zerstreut. Aber aus dem jetzigen Bestände des Museums ist zu ersehen, daß es zum guten nie zu spät ist: wenn auch vieles unwiederbring­lich verloren ist, so ist doch noch vieles zu retten gewesen und der Boden birgt noch so viele Schätze aus vorgeschichtlicher, römischer und späterer Zeit, daß die Gäste erstaunt waren über die Reichhaltig­keit ter aufgestellten Gegenstände Sv birgt das Friedberger Museum einzelne Stücke, um die es vielfach selbst von größeren Museen beneidet wird: auch die mittelalterlichen und neuzeitlichen, svw e auch die kirchlichen Gegenstände bieten viel des

Interessanten und Sehenswerten. Wenn erst, wie verlautet wird, auch die auf ter Kapersburg gemachten Funde, die jetzt zum großen Teile auf der Saalburg aufbewcchrt sind, hierherge­bracht werten, dann wird die Sammlung römischer Altertümer in Friedberg Wohl eine ganz hervor­ragende sein.

Nach der Besichtigung des Museums versam­melten sich die Teilnehmer, zu denen sich noch viele Mitglieder des Friedberger Vereins und sonstige Einwohner zugesellten, in der Aula des Gymna­siums zu dem Dortrage, den Archivdirektor Die­terich über das ThemaWege und Ziele der Ortsgeschichte" hielt.Deutschland ist arm", so hört man immer sagen, demgegenüber behauptet der Redner,Deutschland ist auch heute noch reich, reich an schlummernden Schätzen, die noch gehoben werden müssen. Zu diesen gehört in erster Linie die Pflege der Heimatkunde und Hei- m a t l i e b e , die jetzt toieter in erfreulichem Auf­schwünge begriffen ist. Der Redner weist besonders auf die Bedeutung hin, die die Sammlung der alten Flurnamen, ter Namen der Gassen und Häuser für- die Kenntnis ter Ortsgeschichte hatten, dankbar gedenkt er besonders ter Mithilfe der Iugendkolrnnen .bei Ausgrabungen, der Tätig­keit der Behörden, ter Pfarrer und Lehrer: er stellt fest, welche ungeheuren Werte heute noch in den Kirchenbüchern und Ortsarchiven schlum­mern, welche Bedeutung auch den familieng schicht- lichen Forschungen beizulcgen wäre und gibt zum Schlüsse noch interessante Aufschlüsse über die Tätigkeit und Einrichtung des Staatsarchias. Die Ziele der Pflege der Ortsgeschichte sind die Ver­tiefung der Heimatkunde und Heimatliebe, denn wer sein Vaterland kennt, ter wird es auch lieben, und wer es lieben soll, ter muh es kennen.

Nach einer Ruhepause, die durch ein gemein­sames Frühstüsk ausgefüllt wurde, trafen sich die Teilnehmer um 3 Ähr am Portale der Lieb­frauenkirche, Professor Dreher übernahm von jetzt an die Führung. Nach Besichtigung des Aeuheren, besonders des durch seine schöne Bild- hauerarteit berühmten Vrautportales, tourte das Innere der Kirche besichtigt. Die herrliche Archi­tektur, die diese Kirch: zu einer ter besten Bei? spiele reinster Gotik macht, die wundervollen Glas­malereien, das Sakramentshäuschen, das in seiner eigenartigen Schönheit wohl nur selten in Deutsch­land übertroffen wird, fanden bei allen Be ucherrn die vollste Würdigung: mit Bedauern muhte der Führer feststellen, dah gerate die hervorragendsten Stücke, wie z. B. ter berühmte Marienaltar, s. Zt. aus Änvcrstand aus der Kirche entfernt wurden und teilweise jetzt im Darmstädter Museum zu den größten Sehenswürdigkeiten geboren. Von hier aus führte der Weg zu einer weiteren be­sonderen Merkwürdigkeit Friedbergs, dem Iuten- bad. Dieses ter jüdischen Gemeinde gehörige, unterirdische Gebäude, welches vor einigen Jahren gleichzeitig mit ter Stadtkirche von dem Archi­tekten Kratz toieter hergestellt wurde, ist ettoa in derselben Zeit entftanten, tote die Liebfrauen­kirche, also im 14. Jahrhundert: ähnlich: Bäder finden sich m Deutschland noch in Worms und in Speyer, doch kommt keines derselben in seiner Erhaltung und kunstgeschrchtlichen Bedeutung dem Friedberger gleich Der Lehrer der israelitischen Gemeinde, E h r m a n n, ein hervorragender Ken­ner der israelitischen Altertümer, gab hier noch wertvolle Ergänzungen. Als letzten Punkt des Ausfluges schritt man nun zur Besichtigung der Burg Friedberg. Wenn auch manches Erinne­rungszeichen an vergangene Zeiten im Laufe ter Jahre verschwunden ist, trenn auch hier und da Altes und Neues bunt durcheinantergewürfelt ist, so bietet doch die Lage in ihrer Gesamtheit durch ihre Tore und Mauern und besonders den wundervollen trutzigen Advlfsturm, das Wahr­zeichen von Friedberg, ein echt mittelalterliches Bild, dessen Zauber' und Reiz sich wohl fein Be­sucher entziehen kann, besonders wenn es uns durch einen so lebensvollen Vortrag, wie der

des verdienstvollen Führers, dem Verständnisse und ter Anschauung nahegerückt wird.

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Turnen, Sport und Spiel,

Dom Radsport.

®er Gau 73 Lahn des Bundes deut­scher Radfahrer veranstaltete am Sonntag seine FernfahrtRund im Gau". 150 Kilometer, als Gaumeisterschaft im Einer-StreckenfahMen. Dem Starter, Gaufahrwart Marx-Gießen, stellten sich von 32 Gemeldeten 23 am Start. Trotz des herrschenden Windes tourte ein sehr scharfes (Tempo gefahren: Dem Sieger, A. Deibel -Gie- hen, gelang es schon nach 50 Km., dem Felde zu enteilen und mit einem Vorsprung von 22 Min. am Ziel einzutreffen. Ergebnisse: Junioren: 1. A. Deibel (1885 Gießen) 4 Std. 48,20 Min., 2. W. Göbel, Wetzlar, 5 Std. 10 Min., 3. K. Möller, Wetzlar, 5 Std. 11 Min., 4. W. Kraft. Weilburg, 5 Std. 15,20 Min., 5. R. Bläser. Als­feld, 5 Std. 18,30 Mim, 6. Hch. Gorr, Butzbach, 5 Std. 19,10 Min., 7. K. Losekann, Kirchhain 5 Std. 27 Min., 8. C. Welker, Alsfeld, 5 Std. 34 Min., 9. Aug. Gorr, Butzbach 5 Std. 34,30 Min., 10. Emil Heß, 1885 Gießen, 5 Std. 38,20 Min. Senioren: 1. Gg. Sauer (Fortuna Gießen) 6 Std. 25,10 Miw. 2. E. Änderzagt, 1885 Gießen, 6 Std. 40 Min

D. C. Wetzlar D. f. D. Gießen in Wetzlar.

Das schmeichelhafte Resultat 2:1 des V. f. B. Gießen gegen V. f. R. Fürth tourte mit dem 4:1* Resultat gegen Ffm.-Eckenheim als gerechtfertigt bewiesen. Das Spiel der aufwärtsstrebenten, jungen V. f. D.-Mannschaft am Sonntag mit dem beachtenswerten Ergebnis 5:1 für V. f. B. doku­mentiert nicht nur allein eine Spielweise, deren Klassenniveau weit über dem des Gegners starck», sondern beweist, daß die trortertgen Resultate nicht Zufallsergebnisse waren und spiegelt das Können ter Mannschaft im testen Bilde wieder. Das Spiel Jtanb unter dem Zeichen der Äeberlegen- h:it V. f. D.s. Gießen ging nicht lange nach Spiel­beginn durch einen Roller seines Halbrechten in Führung unb erhöhte die Dorzahl bis Halbzeit auf 3, während Wetzlar dem nichts entgeMnsetzen konnte. Nach Halbzeit hatte Ballspielklub den starken Nvrdwest zum Bundesgenossen und tDante für sich ein Ehrentor buchen, während die Be- wegungsspieler ihre Äeberlegenheit durch zwei weitere Tore zum' Ausdruck brachten.

Die 2. Mannschaft spielte gegen die gleiche des B. C. Wetzlar und brachte ebenfalls einen erfreulichen 3:1-Sieg mit nach Hause. Diese Elf berechtigt zu ganz besonderen Hoffnungen, weil sie sich ausschließlich aus jungen und jugendlichen Spielern zusammensetzt, deren durchdachtes Spiel noch von sich hören machen wird.

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