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orimung hat aber als unvermewricye Rottnah- nahme ihre Schuldigkeit getan. Sie hat beson­ders bewirkt, Laß der Osterverkehr nach dem Süden, der sonst unerträglich und nach Art der im Frühjahr Reisenden besonders kostspielig gewesen wäre, abgestoppt wurde. Zahllose Goldmillionen, die im wesentlichen zu Ver­gnügungszwecken ausgegeben worden wären, sind dadurch im Inlands zurückgehalten wor­den und der Gesamtwirtschaft erhalten geblie­ben. Nachdem die Lage der Währung die Auf­rechterhaltung einer so einschneidenden Maß­nahme nicht mehr zwingend erfordert, kann nunmehr die Aufhebung der Verordnung er­folgen. Diese entspricht der bei dem Erlaß der Verordnung sofort erklärten Absicht, sie nicht länger aufrechtzuerhalten, als dies zum Schutze der Währung unumgängig notwendig sei.

Zuli vergangenen Jahres ausgesprochenen Grund­satzes, wonach die Regierungskommission des Saargebietes in ihrer Gesamtheit dem Völkerbundsrat gegenüber auch für die Hand­lungen ihrer einzelnen Mitglieder verant­wortlich ist, ersucht, Anlaß zu diesem englischen Schritt gab ein Schreiben des französischen Präsidenten der Regierungskommission des Saar­gebiets, Herrn Ra ult, vom 8. April d. I., in dem dieser davon Kenntnis gibt, daß er persön­lich eine Reihe von Beigeordneten und Kreisdepu­tierten nicht bestätigt habe. Die englische Reaie--

Einigung mit den Eisenbahnern.

Berlin, 17. Juni. (Priv.-Tel.) Die gestri­gen Verhandlungen der Gewerkschaftsver­treter der Eisenbahner mit der Re ichs- regierung haben, mehreren Blättern zufolge, zu einer vollenEinigung geführt. Die Lohn­erhöhung beträgt danach durchschnittlich 10 Proz. Die zehnte Arbeitsstunde in der Dahnunterhaltung fällt in der Sommerzeit fort. Die Bezahlung der neunten Stunde als Lieberstunde findet nicht statt.

rung hat daraufhin in einem Brief an ____

Generalsekretär des Völkerbundes vom 26. Mai

Saarfragen vor dem Dölkerbundsrat.

®enf, 16. Juni. (WTD.) In der heutigen öffentlichen Sitzung des Volkerbundsrats begründete Lord P a r m o o r den Antrag der englischen Regierung, der um noch­malige Feststellung des im Versailler Vertrag und in einer Resolution des Rates aus dem

Macdonald über deutsche Fragen.

London, 16. Juni. (WTD.) Im Lin - t e r h a u s e sind unter anderem folgende Fra­gen an die Regierung gerichtet worden: Hat Deutschland zu irgendeinem Zeitpunkt den Wunsch geäußert, in den Völkerbund ein­zutreten? Besteht Grund zu der Annahme, daß eine Einladung des Völkerbundes zum Beitritt in dem gegenwärtigen Zeitpunkt angenommen werden würde? Wird die britische Vertretung im Völkerbund angewiesen, darauf zu dringen, daß eine solche Einladung ergeht? Macdo­nald antwortete: Deutschland hat bisher kein formelles Gesuch um Aufnahme in den Völker­bund eingereicht. Das Verfahren ist so, daß die Rationen, die den Wunsch hegen, dem Völker­bunde beizutreten, einen entsprechenden A n - trag bei diesem stellen. Der Völkerbund for­dert die Rationen nicht auf, ihm beizutreten. Die letzte Frage erübrigt sich daher.

Die Regierung Seiner Majestät würde in­dessen sicherlich einer Zulassung Deutschlands zum Völkerbund zum frühestmöglichen Termin günstig gegenüberstehLN und ein Gesuch um Zulassung begrüßen.

Auf die Frage, ob die Regierung die Ge­wißheit besitze, dah D e u t s ch l a n d die B e - stimmungen des Versailler Ver­trag e s hinsichtlich der erlaubten Rüstun­gen dem Buchstaben und dem Geiste nach ein­halte, antwortete Macdonald, er könne im ge­genwärtigen Stadium der Verhandlungen mit Deutschland über die Tätigkeit der interalliier­ten Kontrollkommission keine direkte Erwide­rung auf diese Frage geben. Er könne nur sa­gen, dah der Angelegenheit angespannte Lauernde Aufmerksamkeit geschenkt werde, um die gebührende Beachtung der er­wähnten Verpflichtungen durch Deutschland sicherzustellen.

I von 7000 Ausweisungsoeseylen vor­geschlagen. Die Rheinlandkommission habe in allen Fällen diese Vorschläge angenommen. Dis zum 1. Mai fei in 5 0 0 0, seitdem in weiteren 2 0 0 0 Fällen die Rückkehr ins besetzte Gebiet gestattet worden. Von den 800 aktiven Zollbeamten seien 590 wieder in Dienst gestellt und 80 000 Eisenbahner seien in das Personal der Regie ausgenommen worden. In den übrigen Verwaltungszweigen seien nach Prüfung der ein­zelnen Gesuche und nach Verpflichtung zu loyaler Mitarbeit mit den Besatzungsbehörden 150 Be­amte wieder eingestellt worden.

Man glaubt darauf Hinweisen zu können, dah ein Teil der ausgewiesenen Beamten von der deut­schen Verwaltung erseht worden sei und dah an­dere ihre Wiedereinstellung nicht nachgesucht hät­ten, ferner hätten 580 Personen, die von den Mili­tärgerichten der französischen Zone verurteilt wor­den seien, 268 ihre Strafe verbüßt, 210 seien be­gnadigt worden und 44 ohnehin in Abwesenheit verurteilt worden. In den Gefängnissen des be­setzten Gebietes befänden sich noch 58. Die meisten von ihnen, behauptet der Bericht, seien wegen schwerer Verbrechen verurteilt worden, die nicht mit dem Tatbestand des passiven Widerstandes gleichzustellen seien.

Schacht über die Kolonialfrage.

Berlin, 16. Juni. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hatte vor einigen Tagen dem Berliner Vertreter desReuyork H e r a l d" seine An­sichten zur Kolonialfrage entwickelt. Die Aeuherungen Dr. Schachts haben, wie dieVoss. Zeitung" mitteilt, in der Auslandspresse zu Kom­mentaren geführt, in denen von einemWiederer­wachen des deutschen Kolonialimperialismus" ge­sprochen werde. In den Erläuterungen, die Dr. Schacht in dem Blatt seinen Aeuherungen gibt, erklärt er, es sei geradezu sinnlos, aus seinen Ge- I danken die Tendenz zumKolonialimperialismus" herauslesen zu wollen. Im Gegenteil sei eine wirkliche internationale Befriedung nur dann möglich, wenn einem 60 MiMonen-Dolk

Landtags - Eröffnung in Darmstadt.

Präsident Adelung eröffnete die Sitzung stern vormittag um 10,15 Llhr.

darauf hingewiesen, haß dieses

persönliche Vorgehen des Herrn Rault im Widerspruch stehe zu den Dertragsbestim- < mungen,

und angesichtss der Bedeutung der Frage sei eine Stellungnahme des Rates erforderlich. Der Präsident der Regierungskommission suchte darauf in einem weiteren Briese an das Völkerbunds- selretariat die Llebereinstimmung ferner Haltung mit den Bestimmungen des Vertrages durch die nachträglich? Mitteilung zu beweisen, daß dre be­treffende Richtbestätigrjng der Beigeordneten die ZMimmung der gesamten Regierungskommission g:senden fjafce. Obgleich letztere F.age tatsäch­lich^ in der heutigen Verhandlung nicht geklärt wurde, bot doch der zweite Brief des Präsident, n der Regie ungskommission dem s.anzösi chen und auch dem italienischen Mitglied die Handhabe za der Feststellung, daß auch Herr Rault die k o l - lektive Verantwortung anerkenne und damit das Mißverständnis über die Aus­legung der Befugnisse der Regierungskommission als beseitigt ge.ten tonne. Aus gründ dieser Frst- stellung stlmmte der Völkerbundsrat, ohne den konkreten Fall Wecker zu berühren, also grund­sätzlich der von Lord Parmoor ausführlich ver­tretenen These von der

kollektiven Veraniwortl'chkeit der Regierungs- kommisston

zu. Besonders wichtig in der Erklärung Par- moors ist in die «em Zusamme change folgende Schlußfolgerung:Die englische Regie ung ist der Ansicht, daß, wenn eine von einem Mitglied der Regier ungskommission ergriffene Verwaltungs- maßnahme zu Zweifeln Anlaß gibt, und eine Rechtfertigung erfordert, diese Rechtferti­gung ausdrücklich von allen Mitgliedern der Regie.ungökommission gebilligt werden maß. Die englische Regierung ist Werler der Ansicht, daß alle an den Völkerbund gerichteten Berichte, w:nl? sie auch von dem Präsidenten unterzeichnet worden si.rd, im Namen der gesamten Re­gie r u n g s k o m m i s s i o n und unter ihrer kol- lelsiven Verantwortung ausgearbeitet werden müßttn.

Die Behandlung der deutschen Note iibri. die von der Regierungskommission ver­hinderte zollfreie Einfuhr deutscher Waren in das Saar gebiet wurde auf morgen vertagt, ebenso die wichtige Frage der Staatsangehörigkeit und den Schuh der deutschen Minderhei ea in Polen sowie dre Entschädigung der deutschen Ansiedler.

Frankreich will fich in ein gutes Licht stellen.

Paris, 16 Juni. (WTD.) Wie Havas aus Ko blenz meldet, hat die Rheinlandkom- m r s s i o n in den letzten Monaten zahlreiche Gna- ^bnm^nahmen betreffend die während des passi-

-Widerstandes ausgewiesenen Personen ver- !ug die f ranzösische Zone habe das französische Oberkommissariat in Koblenz nach Prüfung der einzelnen Gesuche der Ausgewiesenen der Rhernlandkommission die Zurückziehung

Zu Beginn der Sitzung widmete Präsident . w Adelung dem verstorbenen Abgeordneten Ober»

bis natürlichen Entwicklungsmöglichksiten ge- bürgermeister Dr. Köhler-Worms und Abg. sicbrrt werden Landwirt Lau fer«Bieber warme Worte des

(« .= < . rvv»... , $ , Gedenkens. Der Präsident gab bekannt, dah an

Ernes der Mittel hrerzu sei dem deutschen Stelle des Abg. Ebner Dr. Greiner-Ju-

° f £1 D n 1 °35et ä t i g u n g genheim tritt, an Stelle der verstorbenen Abg.

.um militärische und rm° Dr. Köhler-Worms und Landwirt Lauser- perralistische Gedanken in Bezug auf dre Kolonial- Bieber die Herren Stadtverordneten Lauf er­fragen auszuschalten, habe er angeregt, die ganze Darmstadt und Landwirt H a u ck V -Schaafheim, tfrage auf eine internationale wirt- or, s ~ «n *

schaftli che Regelung ab^s,eilen und Bor. 2tntIa9 W Sr Werner und

geschlagen, dah sich sämtliche Kulturnationen an v

der Errichtung einer internationalen Kolonial- Abänderung des Mmisterruhegehaltsgesetzes gesellschaft nach Art der altenChartered Com- von 1919

p-my "bE.gen sotten. berichtet W Reiber (»k): Der Ausschuss

3m übrigen brauche Deutschland, um Repa- Hobe dem Antrag des Dr. Werner stattgegeben, rationcn zahlen zu können, für feine Produk- $>ie Regierung zur Vorlage einer Abänderung tion Märkte, und zwar m aufnahmefähigen bett Gesetzes aufzufordern. Abg. Dr. Wer- KolonialaLbiewn ner (Dtschn.) ergreift selbst das Wort zur Be-

nr , ... . ÄOlomaiflei>wt«n. grundung seines Antrags und weist besonders

-euict) für den Abfluß der deutschen Bevölkerung auf die Regelung in Preußen hin, die in die'er ein koloniales Siedlungsgebiet nötig, dessen Hinsicht vorbildlich sein könne. Nachdem Staats- Eröffnung für Deutsche ein weiteres Moment zur Präsident Ll l r i ch auf die Absicht des Reichs Beruhigung der Welt bilden würde. Schließlich oing.wieen hatte, von Reichs wegen eine gene» bedürfe Deutschland Kolonien zum Bezugkolo- teile Regelung dieser Frag? vorzunehmen, wurde n i a l e r R o h st o f f e, die es heute unter schwerer sowohl von Abg. Dr. Dingeldey (D Vp ) Belastung seiner Wirtschaft mit fremder Valuta Ivie von Dr. Werner (Dtschn.) gerügt, daß die bohlen müsse.. Zum Schluß betonte Dr.Schacht, hessische Regierung nicht selbst die Initiative in dah seine Ausführungen nur die logische Weiter- dieser Angelegenheit ergriffen habe. Staatsprä- entwicklung der Gedankengänge darstellten, die in sident Ll l r i ch betont die beponberen Verhältnisse der Richtung auf wirtschaftliche Gemeinschafts- die. für die hessische Regelung 1919 maßgebend arbeit im Sachverständigengutachten angeschnitten gewesen seien. Abg. Kjndt (Dn.) bezeichnet es worden sind. als unwahrscheinlich, daß der Reichstag eine gene-

-------- I teile Regelung der Ministerpensionsfrage den Die ßnaliichsmerihaniSths Ländern aufdrängen und sich in deren Privat- viiyuja; angelegenhetten einmischrn wolle. Jedenfalls

»Reiberei. könne man noch lange warten, wenn nicht der

London 16 rnvR \ Kontor moihot Landtag jetzt die Initiative ergreife. Der Antrag zu der Angelegenheit des??itischen Ve^- M Ausschusses wird einstimmig angenommen, tretets in Mexiko weiter, auf Ersuchen der 5rau Roth (Komm.) begründet einen An- mexikanischen Regierung, Cummins abzube- tca9 auf genaue Llntersuchung der rufen, sei von der britischen Regierung geantwortet , Vorgänge in Frieddera

worden, daß Sir Thomas Hohler bald in nr . e -> Ä ,

Mexiko eintreffen werde. Alsdann werde der bri- Oubres Abg. v. Helmolt

tische Vertreter abreisen. Die mexikanische Regie- t ^en ^u^^hrungen der Vor­rang habe darauf vorgeschlagen, daß die britische ü^enuber Beharwtungen

Regierung gewisse Mitteilungen, die ihr durch

Cummins gemacht worden wären, desavouieren Beamtenschaft. Mr-

nröchte. Die britische Regierung sei aber auf die fn o weist ebenfalls Seite ihres Vertreters getreten, was von der tn Sorten die unbegründeten Angriff

mexikanischen Regierung alsBeleidigung ?^tzlten der ^Horden zuruck und

ihrer Würde" betrachtet werde. Hohler habe SUP0* *** parlamentarrschen

London noch nicht verlassen. Anstan^Dehauptungen auchzu geifert. Wer-

®ailD Expreß" berichtet aus M e x i k o, daß L^.^ut^oberhesirsche Abg Dre hl- 18 Männer, darunter auch Volizeiagenten die Kochwersel (Dbd.) dre allgemerne Achtung, welche britische Gesandtschaft seit Sonnabend ber Krersdirektor dort genrehe.

umzingelt halten, in der Absicht, den bri- Es folgen ein Ausschußantrag, bett. Schlie- tischen Vertreter Cummins, dessen Ausweisung der u n 9 von Haltestellen auf verschiedenen Präsident Obregon befahl, zuverhaften. Cum- oberhessischen Bahnstrecken, dem zu- mins sei vollkommen isoliert, die Was- gestimmt wird.

serversorgung der Gesandtschaft fei blök- Zu Punkt 38, Antrag der Abg. Frau Roth kiert und die Telephonverbindung abgeschnitten. (Komm.) und Frau Steinhäuser (Soz.) bett.

Cummins verfüge über reichliche Lebensmittel und Qlhffhaffnnn SS vis via iv»<2

sei auf eine 'Belagerung eingerid>te\ Die aus» -rwfcyaslung der tzZ 218, 219 des Sirafgesetz- toärtigen Diplomaten suchten in De Handlungen vuchs (AolrewUNg)

mit dem Auswärtigen Amt eine Lösung des Kon- berichtet Abg. Nuß (Ztr.), dah der Ausschuß slrktes zu finden. I diesen Antrag abgelehnt hat. desgleichen einen

Llnterhaus. Ma c do na l d sagte in einer län- I abändernden Antrag Schildbach (Soz.). Frau geren Erklärung über die Reibungen zwischen der Roth (Komm.) begründet ihren Antrag mit der b^ltrschen und der rnexikanischen Regierung, am Rücksicht auf die.Volksgesundheit (!). Abg. Dr. 13. Mar sei ihm mitgeteilt worden, daß, wenn Greiner will es ebenfalls den Frauen übrr- der britische Vertreter Cummins nicht zurück- lassen, frei (I) über das keimende Leben zu ent3 gezogen würde, er ausgewiesen werde. Die scheiden. Abg. Nuß (Ztr.) betont demgegenüber brrttsche Regierung sehe das Vorgehen der mexi- bas christliche Sittengeseh und die chrrsttiche Mo- kmrrschen Regierung als einen ernsten Ver - ral: auch die Mehrzahl der Wissenschaftler weist st o h gegen die internationalen Gepflogenheiten auf die tiefen Bedenken hin, die eine Aufhebung aT}- der mexikanischen Regierung mitge- I der §§ 218, 219 mit sich brächte.

terlt, daß wenn sie gegen Cummins Schritte unter- Auch Frl Birnbaum lD Vv 1 rnoiff in Sne u^ünÄab»^ ^Äei»

mMw^Aoblers^ ©onber» ner zurück, daß das sowjetrussische Verhalten in

miffion Hvhlers unterbleiben werde. dieser Frage maßgebend für Deutsche sein könne.

----------- -- Der Schutz der Frau erfordere gebieterisch, die Aushebung der Ausreisegebühr. unserer deutschen Bestimmun-

V ,. y x 1 9fn- ^Uch Abg. Werner (Dn.) sagte, dah feine

Berlin, 16. Ium. (WTD.) Das Partei sich mit ganzer Kraft gegen die Vorschläge

ReichSkabinett hat in feiner heutigen §vage stemmen werde. Man würde sonst

Sitzung beschlossen, dem Reichspräsidenten die s.'^I^sdung des werdenden Deutschland ge- Aufhebung der

von 500 Mark zu empfehlen. Der Reichs- Antrag des Ausschusses, d. h die Ablehnung des Präsident hat fich damit einverstanden er- Sozialiftenantrags, wird angenommen.

klärt. Der Erlaß einer entsprechenden Dervrd- _ Punkt 39 wird die Genehmigung zu der nung steht bevor. Das Reichskabinett ging bei Mbiau^na^9?!?^

seinem Beschlüsse davon aus, daß die bekann- verjagt.^Zu Punkt 41 bericht wttuS ten Gründe, die seinerzeit zur Einführung der den Ausschuß-Antrag, ein Eingangsformat Verordnung führten, nämlich die besonders be- ?rr3 * erlichen ilrteileIm Namen drvhliche Lage der Währung, zur Zeit in dem Dolks einzuführen Der Antrag wird ein-

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. Juni 1924.

Optionsrecht der Oberschlesier.

Auf Grund des deutsch-polnischen Staats­angehörigkeitsabkommens haben mit dem Tage des Liebergangs der Staatshoheit über das jetzige Polnisch-Oberschlesien auf Polen (15. Juni 1922) zahlreiche frühere Deutsche, die an diesem Tage ihren Wohnsitz im jetzi-, gen Polnisch-Oberschlesien hatten, die deut­sche Reichsaygehörigkeit verloren und die pol­nische Staatsangehörigkeit erworben. Mit gleichem Tage haben andere Deutsche, die an demselben Lage zwar außerhalb Polnisch- Oberschlesiens wohnten, die aber in Polnisch- Oberschlesien von zur Zeit der Geburt dort wohnenden Eltern abstammen, unter gewissen weiteren Voraussetzungen zur deutschen Reichsangehörigkeit die polnische Staatsange­hörigkeit hinzu erworben. Das Staatsange­hörigkeitsabkommen gestattet den in Bettacht kommenden Personen jedoch, binnen besttmm- ter Frist für die deutsche Reichsangehörigkeit zu optieren bzw. auf die hinzu erworbene pol­nische Staatsangehörigkeit zu verzichten. Die Frist läuft am 1 5. Iuli ds. Js. ab. Das Ver­fahren ist durch eine Verordnung der Reichs­regierung vom 15. Mai ds. Js. -geregelt. In Hessen ist die OpttonSerklärung oder Ver­zichterklärung auf die polnische StaatSange-, Hörigkeit vor den K r e i s ä m t e r n abzugeben Diese erteilen auch Auskunft über alle mit bei Option in Zusammenhang stehenden Fragen.

Gießener Wochenmarktpreise

am 17. Juni 1924 (Händlerpreise). )

Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: das Pfund Butter 150, Wirsing 60, gelbe Rüben 30, Spinat 40, Römischkohl 30, Spargel 120, Erb­sen 60, Tomaten 200, Zwiebeln 20, Rhabarber 25, Kartoffeln, alte Zentner 350 bis 500, neue, Pfund 25, Kirschen 45 vis 50, Erdbeeren 140 bis 150; daS Stück: Eier 12, Blumenkohl 50 bis 150 Salat 15, Salatgurten 120 bis 150, Ober-Kvhlraüi 25 Ret­tich 25 bis 40 Pf., Motte 30, Käse 60 Pf. das Pfd.

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* * In den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde auf Grund des Personal-Abbau-- gesehes die Lehrerin an der Volksschule zu Gießen Marie Birnbaum mit Wirkung vom 1. Julr ab.

* * Der Mittel west deutsche Steno­graphenbund Stolze-Schreh hielt am Samstag und Sonntag unter außerordentlich großer Beteiligung seine 35. Jahreshauptver­sammlung in Weilburg ab. Rektor Friedgen- Düsseldorf hatte den Festvortrag mit dem Thema Die Bedeutung der Kurzschrift für Schule und Leben" übernommen. Beim Wettschreiben wurden Höchstleistungen von 380 und 400 Silben in der Minute erreicht. Auf den Gießener Verein entfielen folgende Preise: Abt. 260 Silben: Ehren­preis Heinrich Krauskopf, Abt. 200 Silben: 1. u. Ehrenpreis: Otto Schenck, Abt. 180 Silben: 1. u. Ehrenpreis: Karl Damm, Abt. 160 Silben: 1. u. Ehrenpreis Hans Guth, 2. Preis Karl Häuser, Abt. 140 Silben: 1. und Ehrenpreis Alfred Röper, Abt. 120 Silben: 1. u. Ehrenpreis Hans Schäfer, 1. Preise Anton Roth, Hennh Reitz, Abt. 100 Silben: 1. u. Ehrenpreis Willi Praß, 2. Preise Michael Kreß, Herbert Homberger, Alfred Walther, Käthe Schicker. Außerdem er­zielte der Verein die dritte beste Gesamtleistung. Im Herbst soll ein Vertretertag in Gießen statt­finden.

* * V. H. C. Begünstigt vom schönsten Wander­wetter unternahm dec V. H. C. Gießen am Sonn­tag seine Juniwanderung nach den Aasläufern des Wester Waldes. DasDieberliesch»" brachte die stattliche Wanderschar (86) nach Rodheim, too der Ausstieg zum Himberg gleich kräftig ernsehte. Leider blieb die Fernsicht durchs einen leichten Dunstschleier ziemlich beschränkt, doch b)t der Blick auf die nähere Llmgebung genug des Reiz­vollen. Lieber das Frauenkreoz and die alte Kultstätte, den Königstuhl, ging es durch das lieb' liche Schwalbenbachtäl zur Dicken Eiche, wo Rast gemacht wurde. Ter Weitermarfch^ erfolgte durch Feld und Wald, immer hübsche Ausblicke bietend, durch Hof Bubenrod, der leider seine gastliche Pforte n>ch immer verschlossen hält, über den Dleidenberg, am Fuße des Altenbergs vorbei zur großen Heide, w) man einen prächtigen Blick auf oas hochragende Hohensolms mit seinem alten Schlosse genoß. Nach genügender Erholung führte die weitere Sttecke durch das vielgewundene Dech- linger Tal, das durch seine Schiönheit und Lteb- lichkeit als der Glanzpuntt der Wanderung an­gesehen werden kann, xum Endziel Aßlar. Der weitaus größte Teil 5er Wanderer benutzte jedoch noch den inzwischen eingetoeterten Sonnen» chein, um nach> Wetzlar za marschieren, von wo die Heimfahrt erfolgte.

** Vereinig ung für Feuerbestat­tung für Gießen und Umgegend. Man berichtet ans: In der gut besuchten General«-Der- amrnlung, in welcher Apotheker Schwieder zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, hielt Ober» reallehrer Geller einen Vortrag über die Ent­wicklung der Feuerbestattung bis zur heutigen Zeit. In fesselnder, lehrreicher, klarer Weise wies der Redner nach, daß die Feuerbestattung aller­dings bei den heidnischen Völkern zuerst in Ge­brauch war, daß aber auch das nichtheidnische Volk Israel diese Sitte Bannte and nur vorneh­men und reichen Personen diese Ehre zuteil wurde, weil die Beschaffung des Brennmaterials zu den Scheiterhaufen in der meist holzarmen Gegend Pa­lästinas nicht für jedermann möglich war. Die ortschreitende Technik (Gasfeuerung) bereitete die durch die Studien des klasfifchrn Altertums und die Männer der Aufklärung (wie Friedrich der Große) geförderten Ideen weiter vor und so er­taub nachdem auch seit 1855 hygienisch» Kongresse die Einführung der Leichenverbrennung für eine Notwendigkeit erklärten, das erste neuzeitliche Kre­matorium 1876 in Mailand; 1878 folgte der erste Ofen in Deutschland (Gotha) und während im Jahre 1900 die Feuerbestattung nur in sechs beut­eten Staaten mit sechs Krematorien offiziell an­erkannt und gesetzlich zugelassen war, waren es 10 Jahre später bereits 13 Staaten mit 24 Kre­matorien und heute find in Deutschland 53 Kre­matorien erbaut, in denen jährlich 15 000 Ein­äscherungen ftattfinben. Die Friedhoferweiterun­gen bei den heutigen hohen Bodenpreisen, die Neu-