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Die Wahlen zum Bezirkstag der Amts- Hauptmannschaft Plauen ergaben 24 2lb- gevrdnete der Rechtsparteien und 16 Ab­geordnete der Linksparteien zusammen. Ms her gehörten dem Bezirkstag 24 Sozialdemokraten und 16 Bürgerliche an.

nur oon zwei von lyaen, ernzuverusen tn Der An der Washingtoner Konferenz.

Macdonald erNärte, er sei durchdrungen von der Aeberzeugrmg, daß man sich, sobald einige der gegenwärtig bestehenden Schwierigkeiten in Europa beseitigt seien, unt der Frage der Rüstungen sehr ernstlich befassen müsse. Wenn er den Eindruck habe, daß die geringste Mög­lichkeit auf eine gute Aufnahme einer ent- sprechenden Anregung bestehe, so sei er be­reit, sie zu machen.

Er glaube der Zustimmung des ganzen Hauses sicher zu fein, wenn er erkläre, daß», toerm er von irgendeiner anderen Macht ausgefvrdert wurde, mitzuhelfen, eine derartige Vereinbarung zustande zu bringen, seine SU reiner s olche n Ein­ladung offen stehe. Er würde gerne sehen, Daf?. dies allgemein sei. ES sei von Der größten Bedeutung, daß nicht nur kein G und zum Streite, sondern auch keinGrundzuMißversländ nissen zwischen Frankreich und Eng­land bestehe. Es sei äußerst wichtig daß dies so sei. 2lber. wie das Haus wisfx, g be es an­dere Mächte, die an diesem vedaue lichen Wettrüsten in der Luft teiln hmen, daö bereits begonnen habe. Es würde nxit besser sem. w.nn man eS erreichen könnte, eine 211 von Washing­toner Abkommen zustan e zu bring- n nich nur enj äleb rein kommen zw s - e i zw i Mach rn 'on- b-cm zwischen vielen Mächten, damit Frank eich, England, Italien und alle anderen ein gewiiseS Maß von Sichwhüt erhielt, n. DaS grobe Pro­blem sei, ein Gefühl von S i che r he i t zu schissen, und das sei ja in dec Hauptsache eine psycho­logische Angelegenheit.

Kleine politische Nachrichten.

Ser Berliner Stadtvervrdnetenausschuß für den Abbau des Magistrats hat den sozialdemo­kratischen Antrag, den Posten des Stadtschul­rates beizubehalten, abgelefynt. Somit ist der durch seine schulreformerischcn Bestrebungen be­kannte Stadtschulrat Paulsen in erster Lesung abgebaut tporben.

3m Prozeß gegen die Adjutanten Roßbachs und Röhls, die Leutnants a. D. Heines und Oswald sowie gegen den Leutnant v. P r o cf) vom LandcSpolizeiamt München vor dem VolkS- aericht München I wurden die Angeklagten wegen Beihilfe zum Hochverrat zu je einem Jahr drei Monaten Festungshaft und je 100 Ml. Geldstrafe verurteilt. Sämtliche Angeklagten er­halten Bewährungsfrist bis zum 1. April 1928 und werden sofort auf freien Fuß gesetzt.

ocrorDnung n icyt langer a is un Deoingi n o i i g in Kraft zu lassen und diesen auf der B^rmionjUiaft lastenden Druck sobald als irgend angängig von ihr zu nehmen. 2lus die Länder II n d 0 emeinden entfallen 500 000 Beamte, Angestellte und Arbeiter, die bereits aus dem öffentlichen Dienst ausgeschieden sind ober in der -nächsten Zeit auf Grund Der Persvnalabbauver- DtLi.ung ausgeschieden werden.

Teilwkiscr Verkehrsftreik in Berlin.

Berlin, 17. April. (Priv.-Tel.) 3n der Lohnbewegung bei den großen Berliner Ver­kehrsunternehmungen ist eine Entspannung in­sofern eingetreten, als bei der Straßen­bahn in Verhandlungen zwischen Personal und Direktion eine Einigung in der Frage der Aufbesserung der Löhne erzielt wurde. Der für die Hochbahnange st eilten er­gangene Schiedsspruch wurde vom Schlichter für Großberlin, Wissell, verbindlich erklärt. Die Urabstimmung unter dem Personal der Berliner Hoch- und Untergrundbahn hat eine Dreiviertelmehrheit für den Streik ergeben. 2Iuf Grund dieses Ergeb­nisses haben die Funktionäre für SamStag früh den Streik beschlossen. 3n den Verhand­lungen zwischen Direktion und Fahrpersonal der Berliner Omnibusgesellschaft ist eine Verständigung über die Lohnaufbesserung erzielt worden.

Eine Sonderliste des hessischen Bnuernbnndes.

D a r m st a d t, 17. April. (Vriv.-Tel.) Zur Reichstagswahl hat der Hessische Bauern­bund, nachdem die Verständigungsversuche mit der Deutschnativnalen Partei gescheitert sind, gemeinsam mit der rheinhessischen Bauern­schaft folgenden Wahlvorschlag aufgestellt: Dorsch, Wilh., Wolfersheim in Oberhessen, Dr. Otto Mob US, Siefersheim bei Alzey, Rheinhessen, Glaser, Konr. Karl, Nordheim, Starkenburg, und Fritz, Wilh., Crainfeld in Oberhessen.

Eine Nüstungsdebatte im britischen Unterhaus.

London, 24. April. (WB.) 3m Vaterhaus fragte Kenworthy den Staatssekretär des Auswärtigen, ob einVertragzwischen den Regierungen der Türkei und des Deutschen Reiches abgeschlossen wurde und ob sie Bedingungen des Vertrages dem Unter- häufe mitgeteilt werden könnten. Ponsonby er­widerte, es sei nicht Brauch, dem Parlament Verträge zu unterbreiten, die zwischen Dritten ab­geschlossen wurden. Ob der Vertrag derartig be­schaffen sei oder die britischen 3nteressen so be- . rühre, daß er ein Abweichen vom allgemeinen Brauch rechtfertige, sei eine Frage, worüber die britische Regierung nicht urteilen könne, bevor sie nicht den Wortlaut erhalten habe. DaS liberale Parlamentsmitglied General S e e l h warf dann die Frage der Rüstungen in der Luft auf und sagte, er glaube, der gegenwärtige Zeitpunkt sei günstig für einen Versuch, die Last zu erleich­tern, ' die so schwer die Völker Europas, ins­besondere Englands und Frankreichs, drücke. Die Lage sei außerordentlich ernst. Frankreich habe eine große Luftstreitmacht aufgebaut. Er glaube nicht, daß sie gegen England gerichtet sei. Es sei jedoch Tatsache, daß mit einem Wett­rüsten in der Luft begonnen worden sei. Er hoffe, daß der Premierminister in der Lage sein werde, eine Konferenz der Mächte, vielleicht sogar

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. April 1924.

Karfreitag.

ES würde einen großen, seelischen Ge­winn bedeuten, wenn die Menschen unserer Zeit, auch die, die nicht in die Kirche gehen, in der Karwoche, besonders am Karfreitage, den Bericht der vier Evangelien über das Lei­den und Sterben Jesu lesen würden, und zwar in stiller Stunde, langsam, jeden Sturz über­denkend. Sophokles, Dante, Shakespeare, Goethe reichen mit ihren Dichtungen bei wei­tem nicht an die packende Gewalt der hier ge­schilderten geschichtlichen Ereignisse heran. Erschütterndes spielt sich vor unseren Augen ab. lieber dem letzten Ostermahl, das Jesus mit seinen Jüngern hält, liegt tiefer Friede ge­breitet, nur am Schlüsse macht sich Wehmut geltend, als der Meister von sei '.em nahen Tode spricht. Der Vollmond scheint, als Jesus den Kidronbach überschrei et und nach Gethse- mane geht. Voltaire, bec mit seinem Spott oft genug Heiliges angetastet hat, ist still gewor­den, als er von dein urüer uralten Bäumen be­tenden und ringena-en Manne las. Fackelschein kommt aus der Ferne, ( eüet an dem Busch­werk auf und nieder, Judas kommt mit einer schwerttra enden Schar, und Jesus wird ge­fangen genommen. Eine unruhige Nacbt folgt. 3m Palast des Hohenpriesters wird der Ge­fangene verhört, Petrus sagt sich draußen im Hofe, am lodernden Feuer vorübergehend von ihm los. Beim Tagesgrauen geht der Zug zu Pilatus. Ein gewaltiges Drama spielt ftch dort ab. der hochgestellte Römer kämpft, um sein besseres Selbst, um ein unverletztes Gewissen zu bewahren, und unterliegt schließlich dem Druck der Menschen. Vergebens warnt ihn seine Gattin, die sein guter Geist ist. er ver­urteilt den, den er für unschuldig hält, zum Lode. Run reiht sich ein ergreifendes Bild an das andere: der k.euzttagende Jesus auf dem steilen We e, Simon von Khrene, der ihm bad Kreuz abnimmt, die klagenden Frauen am Wegrande. Enolich sehen wir das Kreuz auf­ragen und sehen unter ihm das Menschen- geschlecht in verschiedenen Typen ausgeprägt: die verrohten, den Sterbenden verspottenden Kriegsknechte, die Führer des jüdischen Volkes im Gefühle ihres Triumphes, aber auch den wilden Mann mit der dunklen Vergangenheit, der in der Todesnot sich an Jesus wendet und von ihm die Kraft erhält, ruhig zu sterben, und Maria, die Mutter Jesu, durch deren Seele nach einer alten Weissagung in dieser Stunde ein Schwert dringt. 3n solcher Umge­bung stirbt Jesus, er stirbt, wie er gelebt hat. Er weiß sich in Gottes Händen wie einst, da er im Sturm Über den See Genezareth fuhr, er bekundet seine Liebe zu den Menschen wie einst in glücklichen Tagen auf den Fluren Galiläas, er vergibt seinen Feinden, wie er es in der Bergpredigt seinen Zuhörern als neues Gebot eingeprägt hat.

Man darf Jesu Tod nicht isolieren. Seine Bedeutung kann man nur ermessen, wenn man ihn mit dem Leben des Heilandes in Verbin­dung bringt. Jesus trat mit einem ganz unge­heueren Ansprüche unter die Menschen. Er nennt sich den Sohn Gottes, den König des Himmelreiches, er will der Bote aus einer an­deren Welt sein. Es werden Worte von ihm überliefert, die ein ganz seltenes Selbstbewuht- sein bekunden und seine Stellung in der Welt als eine einzigartige bezeichnen:Ich bin das Licht der Welt. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch er­quicken. Mir ist gegeben alle Gewalt imHimmel und auf Erden." Die Art, wie er stirbt, ist der Beweis, daß Jesus in der Tat über alles Menschenm ah hinausragt und mit irgendwel­chen Religionsstiftern nicht auf eine Stufe ge­stellt werden kann.

Man darf das Ereignis auf Golgatha auch nicht gegen die Geschichte der machfolgenden Jahrhunderte isolieren. Diese Geschichte be­weist auch, daß Jesu Selbstzeugnis nicht maß­loser Veberspannung entspringt, sondern daß Jein heiliges Leben, das in feinen letzten Stun­den zur Vollendung kommt, und daß die Art, wie er stirbt, auf die Menschheit in ihren tief­sten Röten und dunkelsten Rätseln tröstend und wegweisend wirkt. 3n allen Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung haben Men­schen, das eigene Kreuz nicht nur in Geduld

Das deutsch-russische Wrrtschastsbüudms.

Moskau. 16. 2lpril. (Russische Telegr.- 2Igentui.) Die gesamte Soroietpre.se verzeichnet die Wiederkehr des zweiten Jahres­tages des Rappallovertrages. Die bervorraqende Rolle Deutschlands im Außen- handel Sowj trußlands wird allgemein hervor- gehoben. Die Wirtschaftspresse bringt eine Ueber- sicht über den deutsch-russischen WirtschaftSvec- iebr nach dem Abschluß des Rappallovertrages: darnach betrug im Jahre 1922 der Export e-ajct u' l lnds nach Deutschland 165 Millionen Goldrubel, der Import 187 Millionen Gold- '.ubel: im Jahre 1923 betrug der Export 73 Millionen un) der Import 180 Millionen. Unter den Konzessionären steht Deutschland an erster Stelle, bisher wurden 16 landwitt- schaftlich-e, industrielle und Eisenbahnkonzessionen an deutsche Firmen gegeben. 3n einer ilntcr- rebung mit einem Vertreter der russischen Tclr- g-.-aphenagentur würdigte

Tschitscherin

Die welthistorische Bedeutung des Rapallover- rraged, der den Abschluß der ersten RachkriegS- periode und des Triumphe- der Siegerstaaten L-.^eutc. Aus Genua, wo die Ententemächte das widerspenstige Sowjetrußland auf die Knie m zwingen hofften, wo die Frage der deutschen Reparationen ausgeschaltet worden sei, hätten ,i ilcin Deutschland und Sowjetruß- :an'o einenVertragheimgebrächt, der -,uth Eckstein einer ganzen Periode ihrer Be- ziehungen geworden sei. Vom Gesichtspunkte der eigenll.chen diplomatischen Kombinationen habe der Rapallovertrag sehr bedeutende politische Vorteile für be-de Staaten gebracht und deren internationale Lage gefestigt:

nicht nur Sowjetrußland habe hochwichtige

s., 2 Sst ' unkte gewonnen, sondern auch Deutschlands m s nationales spezifisches Ge­wicht sei sofort gestiegen.

Abg-schen von den politischen Kombinationen der regierenden Kreise erblickten die weitesten Volksmassen beider Länder im Rapallovcrtrag die beginnende Verwirklichung von Gedanken, die von der größten Bedeutung für die Zukunft seien. Die gewaltige Bedeutung eines Wirt­schaftsbündnisses beider Länder sei von beiden sofort erfaßt worden. Zugleich sei der Ra- palloverttüg der Ausdruck einer ti^wurzelnden Besonderheit der Politik der Sowjetrepubliken als eines Freundes aller unterdrückten und bedrohten Völler. Zwei Jahre seien eine so kurze Frist, daß nur die ersten Keime der welthistorischen Bedeutung des Rapallovcrtrages zur Reife ge- läugen könnten. Der Vertrag bleibe ein Weg­weiser für bie Zukunft. Die unüberseh­bare Bedeutung der ihm zugrunde liegenden poli­tischen Konzeptionen werde sich in Zukunft ent­falten.

getragen, sonvern in ihm auch einen Quell OeS Segens gesehen, weil sie auf Jesu Kreuz hin- chauten. Unter der Anklage des Gewissens wäre so mancher verzweifelt, wenn Golgatha nicht gewesen wäre. Und daß sie mit dem Tod« innerlich fertig geworden sind und die Brücke, die von diesem Leben in das jenseits des Gra­bes liegende Land führt, ohne Furcht betreten haben, ist Unzähligen nur deshalb möglich ge­wesen. weil f.c auch auf sich das Wort des ster­benden Erlösers bezogen:Heute wirst du mit mir im Paradiese sein." H. D.

4?

Gicstencr Wochenmarktprcise

am 15. April 1924 (Händler-Preise).

Cs kosteten: Butter Pfd. 200 Pf., Matte 30. Käse 70. Eier Stück 1112, Wirsing Pfd. 60 Weißkraut 35, Rotkraut 5060, Gel.e Rüben 20. Rote Rüben 30, Spinat 100, Blumenkohl Stuck 200250, Salat Kopf 6080, Rupfsalat Pfd. 400, llnter-Kohlrabi 8, Grünkohl 60, Rosenkohl 120, Feldsalat dOO, Tomaten 180, Zwiebeln 30, Lauch Stuck 1020, Meei-wettich Pfd. 40150, Sellerie Stück 10 ICO, Schwarzwurzeln Pfd. 100, R-aoieschrn Bund 40, Karlo,sein <jtr. 550, Aepsei Psuno- 2530, Dörrobst 30, Suppenhühner 100,

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Bornotizen

Tageskalender für Donners» tag: Allg. Disch. Gewerkschaftsbund, 2lllg. freiet Angestclltenbund, Allg. Dtsch. Deamtenbund: 8V< älhr in der Turnhalle wissenschaftlicher Vortrag. Jugendabteilung des D. H. V: 8 älhr im Kauft männlichen Vereinshaus Versammlung. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Der Halunkengeiger". Palast-Lichtspiele:Menschen und Masken . Astoria-Lichtspiele: »Die geheimnisvollen Vier."

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Das neue Silbergeld. Wie die Dossische Zeitung" mitteilt, wird das Silbergeld erst nach Ostern zur 2lusgade gelangen. Die Ausprägung der Münzen ist schon ziemlich weit fortgeschritten, jedoch noch nicht soweit, um zu: Verhinderung des Sammelns der Münzen sofort ausreichend große Qltengen in den Verkehr zu werfen.

* Zu der Falschmünzerei, die bei verhaftete Zeichner Willi Mohr in unserer Stadt getrieben-hat. ist nach den polizeilichen Er­mittlungen bis jetzt bekannt geworden, daß der Täter insgesamt etwa 300 falsche Ein-Vlllivnen- scheine anfertigte und von diesen etwa 200 in den Verkehr brachte. Die Falschscheine gab er zum großen Teil auf der Messe aus, aber auch in verschiedenen Geschäften der Stadt wurden sie ihm ab genommen. Bei einem Einkauf, den er mit einerBlüte" in einem Zigarrengeschäft im Stadt­zentrum machen wollte, wurde sein Treiben ent­deckt und er alsbald der Polizei übergeben. Etwa 100 falsche Scheine wurden noch bei ihm bzw. in seiner Wohnung vorgefunden. Rach seinen An­gaben hat der Falschmünzer die Scheine ganz allein angefertigt und auch selbst verausgabt. Soviel die bisherige Untersuchung ergab, scheinen in der Tat andere Personen mit dem sträflichen Treiben nicht in Ver­bindung zu stehen. Die Scheine sind bei. einiger Aufmerksamkeit schon infolge des mangelhaften Dr ckeZ l icht als Falschstücke zu ernennen: manche Druckstellen sind schlecht gelungen, die '.Kummern sind handschriftlich-zeichnerisch mit der Feder auf die Scheine geschrieben und aus beliebigen Ziffern zusammeng seht. F rner i,st ein besonderes Merk­mal, daß, die Scheine gänzlich neu sind und ganz den Eindruck einer eben vom Druck kommender Arbeit machen. Der Täter wohnte seit 1920 in Heuchelheim, wo er in Arbeit stand, und feit Mitte 1923 in Gießen, während er zuletzt in Wetzlar in Stellung war.

* Die Hundeausstellungen in Hessen sind wegen der Tollwutgefayr letzt ver­boten worden.

** Oberhefsischer Kunstverein. Die W. Darthel-Gedächtnis-Ausstellung bleibt noch während der Osterwoche auch an den Feier­tagen zu den früher bekanntgegebenen feiten geöffnet

** Eine Radio-Halle eröffnet die Firma Herso heute abend in der.Lesehalle am Kirchenplatz. Der Radiodienst wird jeden Abend vorgeführt werden. Näheres im der heutigen Anzeige.

** Schont die Weidenkätzchen! Wanderer und Spaziergänger, die jetzt im Frühling in das Freie hin ausziehe ck' sollten das Abrupfen der blühenden Schätze der Ra- tur unterlassen. Besonders die Weidenkätzchen sind es, die leider stets eine besondere An- ziehungskraft ausuben. Es ist daran zu erin­nern, daß die Bluten der Wewe die ersten und die einzigen und daher wichtig­sten RahrungSquellen für unsere Dienen sind.

Karfreill glegenden»

Don Ernst Edgar Reimörves.

Der Ged-ächtnistag von Christi Kreuzestod, der Tag tiefster Trauer und Klage, hat seit den ältesten Zeiten die Gemüter der Völker erregt und zu zahlreichen Mythen und' Legendem Ver­anlassung gegeben. Wahrend die Menschen jener Tage meist mitleidslos dem Leiden und Sterben hes Heilandes beiwohnten, nahm die Ratur innigen Anteil daran. Wie in der D^bel steht, Derb .eitete sich eine Finsternis über das ganze Land, die Erde erbebte, die Felsen zerrissen und die Gräber taten sich auf. Ein unendlicher Schmerz durchzitterte die Ratur in der Stunde, als der Welterlöser au* Golgatha verschied, ilm das Kreuz, an dem er starb, schlingt sich ein Kranz von Sagen, an dem viele Volker 2lnteil haben und auf der Daumesart, aus welcher eS gezim­mert tourte, ruht nach allem Volksglauben bald Fluch, l-a!i> Segen. Als die römischen Kriegs- frletzte aus Ler Suche nach dem Kreuzhvlz waren, leisteten so berichtet eine ungarische Sage alle Baume heftigen Widerstand und wolllen fiel; nicht fallen lassen. Die Eiche wehrte sich mit allen ihren Kräften: t>ie Tanne stach mit ihren Radeln, die Weide bog sich bald nach rechts, bald nach links, so das) die KrisgSknechte sie nicht abhauen konnten. Da ergriffen sie die wehrlose ,Espc, die seit dieser Zeit heftig zittert, aas Angst, wieder zu einem so schändlichen Werk dienen zu rüussen. Anderer Deutung mich wurde die Gspe, weil sie stolz und regungslos dastand, während Me anderen Bäume erbebten und sich zur Erde neigten, von Gott dazu verdammt, nie zur Ruhe joU kommen und ewig zu zittern. Wie eine pol­

nische Sage erzählt, ist der Espe, seitdem sie als Kreuzholz diente, die Kraft verliehen, Schuh gpgen Blitzschlag zu gewähren. Rach einer pomnmr- schen Sage hat die Tanne das Holz für Christi Kreuz geliefert; seitdem wachsen ihre Zw i,.e rund um den Stamm herum, so daß eine Anzahl kleiner Kreuze entsteht. Weil daS Blut des Gekreuzigten an ihr herunrerflvß, wurde sie der einzige Daum nördlicher Länder, welcher das ganze Jahr hin­durch sein Grün behäll. Auch die Erle soll als Kreuzholz gebient haben, sie wird deshalb heule noch an der. Stelle, wo man in sie hineinschnerdet, bluttawt. Eine süddeutsche Legende ea-zählt, daß die Weide deshalb ihre Zweige hängrn läßt, weil die Kriegsknechte daraus die Ruten flochten, mit denen sie den Heiland pettschtm. Di^er warf dem Daum einen Blick des Schmerzes zu und sprach:Traure, Weide!" Dom Brombeer- strwlch heißt cs, daß daraus die Geißeln gemacht worden seien. Deshalb zeigen seine Blätter heute noch rötliche Flecke. Dre Weinrebe, die Zeugin von Christi Tode war, vergoß darüber Tränen. AlS ihre Früchte gekeltert waren, gaben sie eiivn besonderen köstlichen Wein, den die Winzer La- crimae Christi nannten und der hurte nc»ch in Sütütalien angelxmt wird. Don tieem Schmerz erfüllt war auch der Kreuzdorn, in manchen Ge­genden .unseres Heilands LNarierdorn" genannt, aus be|fan Zweigen die Kttegs knechte trotz seines heftigen Sträubens die Dornenkrone des Erlösers wanden. 'Da Christus seine Vnschuld kannte, seg­nete er ihn und seitdem trägt er weiße Blüten. 3n Suddeutschland heißt heute noch eine be­sondere Art der Wildrosedes Heilands Dornen-- kröne". Die roten Punkte auf ihren Blättern sollen von Christi Blut herrühren, das einst da­

rauf fiel. Zu den Blumen, von denen die Legende berichtet, daß sie unter dem Kreuz von Golgatha erblühten, gehörte außer der Stein­nelke, die aus Dluttropfcn des Erlösers entftan- den sein soll, die buigenaimte Passionsblume (Passiflora), die im 17. Jahrhundert nach Europa kam. Sie trägt in ihrem Kelch die Qltartertoerf- zeage Christi: Dornenkrone, Rägel, Hammer usw. An daL Leiden des Heilandes soll auch der rote Klee oder Dlutklee erinnern, der ursprüng­lich weiß war. Alls Jesus tn Gethsemane betend mit seinem himmlischen Vater rang.f fielen seine Schweißtropfen auf die Kleebluten, die über 2?acht rot wurden und einen bitteren Geschmack bekamen. Seitdem meiden die Bienen den roten Klee und befliegen nur noch den weißen. 2^.n der Moos- rose erzählt eine sinnige Legende, sie sei aus einem Blutstropfen Christi entstanden, der auf das Moos fiel, wäh end die Damaszener Rose au8 ben Schweißtropfen erwuchs, welche er auf dem Wege nach Golgatha vergoß. Wie die Pflanzenwelt hat frommer Glaube auch die Tier-" well mit Christi Leiden und Sterben in Zusam- meirhang gebracht. Dom Rotb-tzlckxm heißt cs, daß- es betrübt das Kreuz umflatterte und ver­sucht habe, die Dornen aus dem Haupt Christi zu entfernen, wobei seine Brust vom Blut rot gefärbt wurde. Der Kreuzschnabel bemühte sich, mit seinen schwachen Kräften die Rägel aus Hän­den und Füßen hevauszuziehen. Seit dieser Bett hat er einen kreuzweise verbogenen S.hnabrl, Die Lerche wollte für den dürstenden Heiland in ihrem kleinen Schnabel Wasser h^beiholen. Zum Dank segnete sie dieser und verlieh ihr den schönen Gesang und den hohen Himmelsflug. Don den Fischen des Flusses, an dem Christus auf dem

Wege zur Schädelstätte vorbeikam, erzählt die Legende, daß sie sich versteckt hätten, um seine Qualen nicht mit ansehen zu müssen und daß das Rotauge sich die Augen bluttg geweint habe. Rur der Hecht schwamm raubgierig hin und her. Als Jesus das 2iauschen des Wassers hörte, sah er hinein und ließ- sein 2Luge freundlich auf dem Tier ruhen, das von Reue ergriffen schnell unter­tauchte. Bon da an trägt der Hecht in seinem Kopf aus Graten gebildet die Marterwerkzeuge des Heilands, damit 4r ihn nie vergißt. Aber nicht nur von Tieren und Pflanzen ist in den Karsreitagsmythen die auch der Mensch spielt eine Rolle darin. Am bekanntesten ist die Legende vom Schweißtuch der heil gen Veronika, jener frommen Frau, welche, von Mitleid er­griffen, Christus auf seinem Gange nach Golgatha ihr Tuch reichte, um Angstschweiß und Dlut da­mit abzuwischen Als sie es zurückierhiell, zeigte es den deutlichen 2lbdruck des Gesichtes Christi. Uralt ist die Legende vom ewigen Juden, dem unbarmherzigen Schuhmacher AhasvcroS zu Je­rusalem, der- dem erschöpften Heiland auf dem Wege zur Rtchtstätte die kurze Rast vor seiner Tür verweigerte und ihn toeitertrteb. Zur Strafe traf ihn der Fluch, nirgends Ruhr zu finden und wandern zu müssen bis zur Wiederkehr Christi zum Weltgericht. Diese Mythe hat die Völker in allen Ländern seit undenklichen Zeiten be- schästigt, mehr noch säst, als die Faustsage, älns Deutschen aber ist eS ein Rationalmythos gewor­den, denn die in ihm verkörperte Anschauung, daß, wer am Göttlichen frevelt, nach dem Tode keine Ruhe findet, ist in zahlreichen anderen Sagen, wie br der vom wilden Jäger, vom fliegenden Holländer usw. tevtvetak