erhalten: Fricke 10 Monade GefÄngms. Hoffmann, Thomsen. Mackensen TD u l - bre de uno Richter je 6 Monate Gefängnis.
Aus der .Uvtcil6bcgrüni)uitg ist folg et wes he lworzu heben: Der Stautsgecich4shof hat keines- wegs terfannt, daß es sich hier um jugendliche Menschen handelt, die zunächst vielleicht ntchit aus chrvul-ührigen QIZotiixn gehandelt haben, und die auch durchaus vielleicht berechtigt Daren, in Empörung zu geraten über einen Verräter, den sie in ihren Reihen fanden. Der Ge- richtShvs hat auch gewürdigt. das) die sämtlichen Airgeklagten im wesentlichen noch nicht vorbestraft sind. Immerhin konnte mit Riickfrcht auf den außerordentlich schweren Rechtsbruch, der durch die scheußliche Tat bewiesen worden ifl und der dne Beunruhigung sondergleichen in die Bevölkerung Hineingel ragen bet, nicht davon die Rede sein, irgendwelche mildernde Llrnstände gelten zu lassen.
(9iit Spionagcprozcst in
Leipzig, 17. März. (Wolff.) Am 20. Mäz findet vor dem Reichsgericht die Hauptverhand- lurg iin Spwnage-Prozeh gegen den fran > zösischeu Hauptmann Pen da ries d'Armont statt. Der Genannte war Leiter der französischen Spionagezentrale In Basel und tvurde. als er mit seinen Agenten in Deutschland in Verbindung treten wollte, a u f de u t s ch e m G e b i e t verhaftet. Von französischer Seite sind zwecks Verhinderung des Pro- ,>crfe3 und um die Freilassung ihres Spionagechefs Annont zu erweichen, dre' .r. gesehene Deutsche, Ober.andesg.'lichtsdirektor /’nbe in Bochum, der erste Staatsanwalt Schukte - Pcl - Tum in Gssen und 'der Bürgermeister Wedel- st e d t in Gelsenkirchen verhaftet worden. Den zuerst als Geisel verhasteten Senatspräsidenten X?e ii ) bc rg vom Oberlaudesgericht Düsseldorf mußten die Franzosen wieder freilassen, da drr Aufenthalt in der ihm zugewiesenen 2>A Meter langen Jelle mit abgoblendeten Gitterfenstern eine Lebensgefahr bedeutet hätte. Alle Protzte der deutschen Regierung gegen diese wiherrech^» liel-e Geiselfestsetzung waren bislang vergeb- l i d) Man sieht dem Priest, der über die Or- gani ation des mit ungeheu ren Mitteln arbeitenden frai'zöii chen Spion g ri nstes Klarheit schaffen wird, mit grober Spannung entgegen.
Die Deutsche Vokkspartei.
Berlin, 16. März. (Wolff.) Der nach Berlin einberufene Parteivorstand der Deutschen : Dolkspartei hat zu der in der Presse veröffentlichten Gründung der natronalliberalen Vereinigung der Deutschen Bolkspurtei Siellang genommen. Der Parteivocstmid stellte erneut einstimmig fest, das) die Duldung einer politischen Sonder-- organisation in der Partei unmöglich und für die Partei untragbar sei. Die aus dem Lande eingelausenen zahlreichen Kundgebungen, die sich ausnahmslos gegen diese Zersplitterung in der Partei wenden, zeigen, daß die Organisationen im Lande auf demselben Boden stehen wie der Parteivorstand.
Die Lage in der Pfalz.
Neustadt, 16. März. (WTB.) Heber den Besuch des Sonderausschusses der Rheinlandkommission in der Pfalz vom ; 11. bis 14. März wird uns zusammenhängend von berufener Seite gemeldet: Der Zweck der Inspck- tionsreise des Ausschusses war. sich za unterrichten, ob die Ruhe und die Ordnung in der Pfalz zurückgekehrt und ob die Verwaltung wieder in Fluß gekommen sei. Sowohl der Kreisetussch aß wie auch die Vertreter der Gemeinden, Bezirks-- ämt* und Berufsgruppen habe mit Offenheit und Entschiedenheit ihre Wünsche und Befürchtungen zum Ausdruck gebracht. Vor allem wurde auf die große Hnruhr hmzewiesen. die sich dev Bevölkerung wegen der zahlreichen Verhaftungen in Pirmasens. Druckheim und Reustadt bemächtigt hatte: insbesondere wurde von dem Vertreter der pfälzischen Regierung betont, DaD es dem Rechtsempfinden zuwiderlaufe, wenn man
den eigentliche» Ordaungsstürer», den Eepa» rct'kften, völlige Straffreihrit zufichere, wahrend auf der anderen Seite viele «perfor.cri ms Gefängnis geworfen werden, deren Vergehen allenfalls darin bestanden habe, daß sie sich an der allgemeinen Abwehr gegen den unerträglichen Terrorismus der Separatisten beteiligt hatten.
Diese impulsive Bewegung habe doch schließlich lediglich den Selbstschutz im Auge gehabt und kern Mensch habe ie die Sicherheit der Besatzungstruppen bedroht. Don allen Rednern wurde der Svnderkommission die dringende Bitte vorgetragen, daß st: sich für diesofor lige Entlassung der Gefangenen einsehen möge. Richt minder heftig war der Protest gegen
das Auftreten dec Separatisten in anderer Form und unter dem Ql amen der rheinischen Arbei terpartei, an die sich nun seit den Versuchen zur Einführung des Qleun- stundentages die radikalen Elemente »nnschlössen, und die eine neue Gefahr nicht nur für die Pfalz, sondern auch für die ganze Beoöckerung des linkem Rheinufers bedeute. Die Sondertom- Mission hat leinen Zweifel darüber gelassen, das) eine Störung von Ruhe und Ordnung in keiner Form geduldet werde und daß ein Grund zur Beunruhigung für die Dcvöllerung in dieser Richtung nicht bestehe.
Die Arbeit des Völkerbundsrats.
Genf 16. März. (WTB.) Der Völkerbunds- rat beschloss nach fünftägige-: Arbeit seine 28. Tagung abzuschliehen, die stark mit politischen, vor allem mit den die Interessen MitteleuroMs und 'Deutschlands berührendcn Fragen überladen war. Dazu gehören die. Danziger und die faar- ländischen Probleme, die allerdings in für die betreffenden Gebiete durchaus unbefriedigender Weise geregelt wurden. Die Memelfrage, die trotz Schaffung einer 'Autonomie innerhalb des litaulsch.m Staates nicht unter dem Gesichtspunkt des Selbstbestimmungsrechts der Memeler Bevölkerung, sondern vor allem unter dem Gesichtspunkt der litauischen Brechungen gelöst wurde, und die Frage der Staatsangehörigkeit der Deutschen in Polen, über die der Rat noch> keinen Beschlust -fassen konnte, da die deutsch-p )lnischrn Verhandlungen troh aller Bemühungen von deutscher Seite ergebnislos verlausen nxtven. Eina ■y*r wichtigsten 'Ausgabe, der Derhandlung galt ferner e
bet finanziellen Sanierung Ungarns und Oesterreichs.
Do bestätigte der Rat endgültig das kürzlich fest- gestellte Finanzierungsprogramm für Ungarn, während er gleichzeitig — entgegen den in Oesterreich taut gewordenen Wünschen —- in einer scharf gehaltenen Entschließung seinen Willen zur unveränderten und strikten Durchführung des Fi- ncnrzierungspr-vgramms für Oesterreich und vor allem des Haushaltsabbaues Ausdruck verlieh. — In der für die Weiterentwicklung des Vökkm'- bunds und feirer friedensfördernden Tätigkeit entscheidenden F.age feines Eingreifens in die Konflikte zwischen DölkerbundSmitglir- deril wurde nur eine K o m p r o m i ßl ö s u n g zwischen den von Salandra, H.inoteaux und dem von Brunting vertretenen Slandpuntt gesunden, die trotz grundsätzlicher Anerkennung der Zuständigkeit des Dölk'.rbundes bei de artigen Konflikten Zwangsmastna hmen militärischer Art auch in Zukunft nicht au sichlest! und nicht ohne weiteres mit Völkerbundssanktivven bedroht.
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Der Völkerbunds rat ernannte zu Mitglieder» der Regierunqskommisslon des
SaargebietS:
An Stelle des bisherigen saarländischen Mitglieds Land den g?gentoärtigen Präsidenten des Lund- aerichts, Costmanir, an Selle des bisherigen dänischen Mi glieds Moltke-Huttfeldt den ©bautet Espinosta de los MontereS.
Mit diesen beiden Ernennungen bat der Völkerbunds rat den Wunsch der Soarbevölkerung, bei der Ernennung des saarländischen Mi gltedes gehört zu werden, wieder nicht erfüllt, und auch den offiziös von bei hier wellenden saarländischen Vertretung vorgeschlagenen Führer der Zentrumsfraktion deS Landtags, Lepachel. nicht ernannt, sondern den Gegenkandidaten der Re- gierungökommiNion, Crstmann. Was das zweite neue Mi glied anbetrifft, so hat sich der Rat nicht für die von Branting und Lv'd Parrnoor vvr- geschlagrne nordische Kandida'ur forlern für den spanischen Anwärter, der als Kanoidar des f ra nzv s i sche n Ra t s m i t g l ied s Hanoi e a u r gi t. aus^efprvch n Dir E.-non-rung der beiden neuen Mi glleder soll mit 8 gegen 2 (Stimmen erfolgt fein.
Deutschland und der Völkerbund.
London, 16. März. (WB.) Churchill erklärte in einer Wahlrede, wenn man die Gefahr von Kriegen besei igen wolle, so muhte v o l 1° ständiger Aufschluß über dieRüftun - gen durch eine internationale Körperschaft erfolgen. Die Schwäche des Völkerbunds liege darin, dast er sich nur aus den siegreichen Rationen zusammensehe: er trete für den Einschluß aller Rationen, darunter auch Deutschlands und Ruhlands, ein. Vor allem mühten Anstrengungen unternommen werden, um den Beitritt Amerikas zu erreichen. Es dürste sich für den Völkerbund lohnen, gewisse Aenderungen in seiner Verfassung vorzunehmen, um den Vereinig en Staaten zu ermöglichen, ihren Platz im Völkerbund einzunehmen. Der Völkerbund werde jedoch nie ein leitender Faktor in der Welt fein.
MWttesWW-Wn.
Gin Roman auS dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.
48. Fortschung. (Dachdruck berboten.)
Er verband sich direkt mit der Station von Terek Dort hatte er den gewaltigen Staudamm anlegcn lassen, um plötzlich einbrechende Wasfer- mengen sicher auffangen und sp-ichwn zu können. Durch die Unfähigkeit eines Bauleiters batten die Arbeiten sich stark verzögert. Erst in den letzten Wochen hatte Georg Isenbrandt mit eiserner Hand dazwl chengegrifsen, hatte dir tüchtigsten 3ng-cnkurc an diese Stelle gesetzt und dir Vollendung des riesigen Betondammes mit allen Mitteln betrieben.
Erst gestern hatte er die B anstelle besucht. Der Damm war setzt fertig. Aber die letzten Teile der gewaltigen bergehohen Staumauer waren erst vor 48 Stunden in die Holzformen etngeftampft worden. Diese Zei-l war viel zu kurz, um den Beton schon erhärten zu taffen. Kamen jetzt plötzlich die schwersten Hochwasser, prestten die gestauten Mengen mit vollem Druck auf den noch frischen Teil der Mauer, fo war ein Dammbruch, eine schwere Katastrophe zu gewärtigen.
Er fragte durch den Apparat und erschrak über die Antwort. Das Wasser schon zwei Meter unter dem st ischgestampften Teile. Stieg die Flut in dem bisherigen Tempo weiter, mutzte sie in kürzester Zeit die frischen Teile erreichen, und dann begann die schwere Gefahr.
Georg Isenbrandt sprang auf uird lief un- ruhig üu Raume hin und her. Einen Augenblick
erwog er den Gedanken, selbst nach der Terek- station zu fahren, um ihn dann sofort wieder zu verwerfen. Etwas anderes . . . etwas Gröhe es muhte geschehen. Währen) er hin und her wanderte, fiel sein Blick auf die Apparatur, in der ihm neulich das Helium erstarrt war. Da. . . greifbar vor ihm lag das Mittel, alles zu verhindern, was er befürchtete. Mußte cc es nicht .auf jeden Fall anwenden? Ganz abgesehen von dem gewaltigen, mit Sicherheit zu erwartenden Materialschaden — waren nicht auch Hunderte von M.istchenleben auf das schwerste bedroht, wem dir Hochwasser des Dammes von Tevet Herr wurden?
Die Verantwortung war fürchterlich schwer. Ruhelos lief er durch den Raum. -
Was tun? Was waren die Menschenleben, uni> waren es auch Hunderte, gegen di» Tausende und aber Tauscnde, dir ihr Geben lassen muhten, wenn er fein Spiel zu früh ausdeckte? Dann war alle Wirkung seiner wohldurchdachten Pläne verloren.
Das Mittel einmal anvenden, hieß eine vollkommen veränderte Lage schaffen, Hirst die besten Waffen vorzeitig schädig werten lassen.
Einen Ausweg!. Das Hebel tarn von den chinesischen Berg n . . . Das älnheil an der Quelle verstopfen . . . Sollte das möglich sein, ohne das Geheimnis preiszugeben?
Vielleicht! . . . Fox war der einzige, der außer ihm um das Mittet wusste. Wäre er hier, wäre es leicht auSzufüh en gewesen. Wen jetzt sendon? . . . Wen einireiben ? . . .
Der alte Schmelzmeistec Franke trat «in. Der hauste jetzt seit einigen Wochen unten am Bal- kaschsee. Ör kam, um sich Instintktionen zu holen.
solange nicht einige der großen Nationen tn einem wirklichen Versuch, die Streitigkeiten der Vergangenheit beizulegen, zusammengebracht worden seien.
Der tschechoslowakische Außenminister Bene sch erklär.e zur Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund, die,es System werde in immer akuterer Form gestellt. 3m Interesse des europäischen Friedens und des Völkerbundes sei es wünschenswert, dast Deutschland in Genf vertreten sei, aber es könne davon nicht die Rede sein, bevor die beiden Hinderni.se, auf die man zur Zeit immer wieder flohen werde, endgültig überwunden seien. Es mülse in erster Linie zu e.ner urnstchfenden, w nn euch nur vorläufigen Re- g xung der Reparationsfrage kommen und uann müsse in diesem oder j tt.m S.nne öle durch den Ruhrkvnslitk g :schaf,ene Lage liquidiert werden. Erst nachher werde min an einen Eintritt Deutschlands in den Vötterbund denken dürfen.
Kleine politische Nachrichten.
Der hessische Minister des Innern von Brentano hat eine Wiederaufstelluitg als Reich ttagskandidat aus Gründet dienstlicher und par.ameistaMchee ä.kb.rlaftmng abgelehnt.
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In den letzten Wochen sind vom Reiche sehr erhebliche Meagen der grosten Goldanleihestücke gegen Rentenmark ausgetan scht worden. Es handelt sich um Betrage von etwa 150 Millionen Goldmark, die sich zum grvsten Teile im Besitz der Banken befinden. Auch Ile kleinen Teile der Goldanleihe werden vom Reich zatückg,kauft werden. Der Vorgang läßt auf eine erfreuliche Besserung der Reichsfinanzen schliesten.
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In München fand eine gewaltige Treuekundgebung der vaterländischen K.eise Münchens auf dem Königplatz im Beisein von Vertretern der staatlichen and städtischen Behörden, der Landespolizei, der Studentenschaft usw. für die Ausgewiesenen der Pfalz statt. Rund 70 000 Personen »rahmen an der Teranstaltung teil.
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Bei den Stadtverordnetenwahlen in Potsdam hatten die rechtsstehenden Parteien einen grosten Erfolg. So erhielten die Deutschnationalen 1*950 und die Sozialdemokraten 3392 Stimmen.
Am 20. März beginnen in «Straßburg die Verhandlungen über die im Friedensvertrage vorgesehene Revision der Rheinschifffahrtsakte von 1868. Die deutsch- Regie- rurg wird vertreten sein durch den Gesandten S e e l i g e r , Staatssekretär Peters für die preustische, Ministerialdirektor Fuchs für die bayerische, Ministerialrat Wand für die badische und ^Ministerialrat Kranzbühier für die hessische Regierung.
In dem Beuthen benachbarten Städtchen «Scharley wurden durch polnische Polizeibsamte bei einer grosten Anzahl von deutschen Einwohnern Haussuchungen vorgenommen. Dabei erfolgten zahlreiche Verhaftungen. Auch aus vielen anderen Städten Polnisch-Ober- schlefiens werden Haussuchungen bei Deutschen gemA.vt. Die Mastnahme der polnischen Be- bärbe toirb als Vergeltung für die Verhaftung von Mitgliedern der Insurgcnten-Orga- nifationen in Deutsch-Oberschiefien hingestellt.
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Der König von Italien hat Gabriele d'A n- nunzio zum Fürsten von Monte Re- vos o ernannt.
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Die schwedische Regierung hat beschlossen, Sovjctruhland de jure anzuerkennen. Der Wi 1 äaftsre t ag Aw's.chrn Schweden and Sovjettustland wurde uit?rg ihntt. Ser Vertrag gründet sich auf das Prinzip der Meistbegünstigung.
Das erste ägyptische Parlament ist eröffnet worden. Es kam zu begeisterten Kundgebungen. König Fuad vollzog die Eröffnungs- zer^monie. Die Th-.onrede, die der Premier- Minister Zaglul Pascha verlas, besagt, die Aufgabe bc5 Parlaments werde die Herbeisüh- tu g ter vttlständi en ilnab£äng!.g’cit Aegyptens seir D e Regierung sei bereit, die Verhandlungen mit Gv Hhvitanmen zu eröffnen, um die Wünsche ier Ration zu re.'wirckliHen, die sich auf Aegypten und den Sudan beziehen.
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In Deirut sind 50 P-in^n und Prinzessinnen der türkischen Kaiserfamilie eingetroffen, darunter auch di-e Witwe Abdul Hamids.
Die gewaltigen Wasstrrnengen, die der 3fi seit zwölf Stunden in den See trug, beeinflussten dort die Dampfentwicklung. Der Alte wollte wissen, ob neues Dynotherm in den See gegeben werden solle. Er meldete, dast die Rohrborste am südlichen ©ecufer schon zum Teil überflutet seien, und er fluchte grimmig auf die Gelben. Ebenso test wie 3renbraiT'>t war er davon überzeugt, dast diese plötzliche Flut nur auf Schmelzungen im chinesischen Iligebiet zurückzusühi^en sei.
Schon immer hatte er ihnen einen solchen Streich Augctraiit. Es war ja bekannt, dast auch die Gelben über grobe Dynothermvorräte verfügten, wenn sie auch • das neueste Präparat Isenbrandts noch nicht besahen. Seit langem puderten sie auf ihren 'Bergkämmen herum. Bisher war das aber immer mir in kleinem Maststabe geschehen und immer so. dast die erschmolzenen Wassermengen ben chinesischen Strömen zugute kamen und die Rachbarn jenseits der Grenze niht gefährdeten.
Isenbrandt war no<b im Zweifel, ob das Urt= hcit mit Absicht v.-rursacht oder ob es durch einen urglücklichen Zufall, durch eine unvorsichtige Do- si rurg des Schmelzpulve s hervorc-erusen worden sei. Der alte Franke war unerschütterlich davon überzeugt, dast es ein purer Schabernack der Gelben sei.
Isenbrandt unterbrach den Redefluh des Schmelzmcister-s:
..Ob der Damm noch zu retten sein wird, ist fraglich Aber die Möglichkeit besteht, den Sch ecken zu kürzen, di? Zeit der Furcht und der Gefahr zu verkleinern."
Verständnislos blickte ihn der Alte cut
Aus Stadt und Land.
G test en, den 17. Marz 1924.
Wiederbelebung des städtischen Wohnungsbaues.
Wie wir erfahren, hat die Stadtverwaltung im Einvernehmen mit den zuständigen Kommis- sionen der S adtvervrdneten-Versammlung vorbe- h.ll.lich der Zustimmung des Stadtparlamen.s beschlossen, zur Belebung der B a u t ä tigkeit einen größeren Extra-Holzeinschlag in unserem Stadtwald vorzunehmen. Zwischen der Lichrr Stvahe und dem Schiffenberger Weg sotten 2000 Festmeter Kiefernholz geschka gen und zum Verkauf gestellt werden. Der Erlös sott im Interesse der Ausführung des Wohnungsbauprogramms 1 9 2 4 Verwendung finden . Ein Gutachten des Stadtv. Prof. Dr. D o r g m a n n betont, dast diefer Sonderhieb im Interesse einer teilweisen Verjüngung des Waldes gelegen sei. Das Ministerium hat zu dem Einschlag die Genehmigung erteilt. Wie wir weiter Höven, hat bie Stadt begründete Aus.iHt, auf ihre n-mgebauteaHäufer ei e Hypothek von etwa 20000 0 G okd ° mark zu erhalten, die zu dem Erlös aus dem Holzverlauf hinzukämen. D.'ide Summen fallen Lie Möglich?eit geben, eine ganze Anzahl neuer Wohnungen zu schaffen. Bis jetzt fte';t fest, dast im Riegelpfad drei Doppel^ Wohnhäuser mit 18 Wohnungen und an der Kaiserallee zwei FachwerDauteu mit 16 bis 22 Wohnungen erbaut werden. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.
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Gichencr Wochenmarktpreise
am 15. März 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: Datier 2,10, Kä/e 0 60 bis 0,70, G.-M. das Pfund: Eier 12 G.-Pfg. das Stück: Wirsing 50, Wcistkraut 35, Rotkraut 45, gelbe Rüben 25, rote Rüben 30 G.°Psg. das Pfund: , Spinat 1 G.-Mk. das Pfund: Blumenkohl 0,50 bis 1 G.-Mk. das Stuck: Llnter-Kohlrabi 9, 5 Grünkohl 60 G.-Pfg., Rosenkohl 1.50 G.-Mk., Feldsalat 3 G.-Mk., Tomaten 1 50 G.-Mk. Zwiebeln 25 G.-Pfg. das Pfund: Lauch 20 G.-Pfg. das Stück: Meerrettich 0,40 bis 1.20 G.-Mk. das Pfund: Setterie 0.60 bis 1.00 G.-Mk. das Stück: Aepfel 20 bis 30 G.-Pfg., Dünen 25 G.-Pfg. das Pfund: junge Hahnen 1 G.-Mk. das Pfund.
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** Von der Landesversicherungsanstalt Hessen. Wie bereits mit» geteilt, hat die Landesversicherunqsanstalt Hessen in Darmstadt das Heilverfahren für Tuberkulöse seit einiger Zeit wieder ausgenommen. Nunmehr hat sich die Anstalt entschlossen, auch das Heilverfahren für die Versicherten, die an anderen Krankheiten als Tuberkulose leiden, in Gang zu bringen und in geeigneten Fällen Kuren für Herzkranke, Nervöse, Rheumatiker usw. wieder zu übernehmen. Damit ist die Krankenfürsorge im früheren Amfange wieder hergestellt.
•* Straßensperre. Wegen Vornahme vr-n Dauarbeiten durch das städtische Dauamt ist der R i e g e l p f a d auf die Länge der Eisenbahn- Rebenwerckstätte bis auf weiteres für jeden Fuhrwerks- und Fuhgangerverrehr gesperrt worden.
A Einem geriebenen S chwi ndler in die Hände gefallen sind Geschästske.lte von hier und Wetzlar. In Wetzlar traf am Freitag der angeblich? 3-ngenicur Dr. Hans Meyer ein und begab sich zu dem Automobilhändley Freche, wo er sich als Direktor der Corninrntal- trer.e zu Frankfurt a. M. vorstettte. Er erklärte, lxi6 sein Auto in Doun beschädigt worden sei und bat j.ur Wei e.weise nach Siegen um einen Wagen. Bor,ichtsh.ilber gab ihm der Besitzer einen Fahrer mit. Er fuhr aber anstatt nach Siegen, nach Gießen. Hier schwindelte er den Autohändlern unter dem Borwand, dast er augenblicklich in GeDverlegenh it sei, größere Summen ab. Ran erfolg>e die Fahrt nach Marburg. Er ma>chte. h:e- dieselben Manöver, jedoch ohne Erfolg. Die Gießener Geschäftsleute fragten nach der Abfahrt ke; ^Direktors" in Frankfurt bei der Fabrik art, erhielten aber zur Antwort, dast sie das Op'er eines Schwindlers geworden seien. Die er traute in Marburg dem Wetter nicht mehr, änderte abermals sein Reiseziel und fuhr nach Kirchhain, stieg vor der Stadt al und schickte den Fahrer nach Wetzlar zurück. Dieser wurde unterwegs wiederholt von den verfolgenden Auws und der Polizei ungehalten. Der Schwindler bestieg in Kirchhain den Zug und fuhr in der Richtung Kassel ab. Wie sich herausstettte, wird dieser Llutoschnündler schon von Stuttgart und von Hannover aus gesucht. Die Ausschreiben, die ebenfalls wegen Darlehens- schwind.-leien erfolgen, lauten hier auf den Rainen Hugo Schnecke. Offenbar handelt es sich bei dem Gauner um den 1888 in Berlin geborenen
„Wie sollte das möglich sein, Herr Isen* branöt? Sie Gelben haben in ihren Bergen gepudert. Das ist mir absolut klar... und da must es im Laufe der nächsten Stunden und Tage doch immer noch schlimmer werden."
Georg Isenbrandt ging zur Tür und schloß sie ab. Dann ging er zu dem Alten und legte ihm die Hande aus die Schaltern.
..Höven Sie, alter Freund! Es gibt Mittel, um das äl ich eil zu bekämpfen Ich habe es! . . . Aber ich kann es nicht selbst tun, und ich weiß keinen unteren und besseren als Sie, der sich schon fo lange Jahre als treu und zuverlässig im Dienste der Gesellschaft erwiesen hat. Ich tc-cift keilten besseren als Sie, dem ich das Ge- hstmnis dieses Kampfmittels anoerrrauen könnte. M.iit Geheimnis ist es! Ke n M-usch auch keiner der Herren von der E. S. C. weih darum. Ihnen will ich es in dieser Stunde der Rot zu treuen Händcn geben. Ehe ich Sie aber frage, ob Sie bereit find, die Tat zu tun, will ich Ihnen sagen, was zu tun ist . . . welche Gefahren damit verbunden find. Es muh jemand mit einem Flug- schiff, das er selbst steuert, die chinesischen Kämme abflLgcn und an allen, wenigstens an den Hauptstellen, wo die Gelben gefallen haben, das Gegengift streuen."
„Gegengift? Gegen unser Dynotherm?"
„3a, Franke! Es gibt ein Mittel, und ich habe es. Wird es aus die Puderstettett gestreut, so wird die Wirkung des Dynot Herms gebunden . . . Mer di? Sach? ist nicht ohne Gefahr. Sie müßten noch jetzt in die'er Rächt mit einem Schiff, von dem alle Kennzeichen der E. S. C. entfernt sind, den Flug unternehmen . . .
(Fortsetzung folgt.)


