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Nr. 244 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheffen)Donnerstag, (6. Moder (924

drei

der

hin

mangels ausreichenden Beweises in allen Fällen frei.

trugen 675 Mk. Rachdem der '-venyer oer aeu- mühle, Otto Christ, der wiederholten Aufforde­rung der Stadt, die genannte Summe mit 4 Proz. Zinsen zu ersehen, nicht nachgekommen war, hatte die Stadt den Klageweg beschritten. Die Be­rufung der Stadt gegen das Urteil des Amtsgerichts Sieben vom 30. April 1924 wurde jetzt zurückgewiesen und die Klägerin mit den K o st e n belastet. Entscheidend war hier­bei, daß Christ versicherte, er habe bei dem Erwerb der Aeumühle nichts davon gewußt und es sei ihm auch nicht bekannt gegeben worden, dah er für die Reinigung des betr. Daches zu sorgen habe. Die Eintragungen in das Grundbuch in dieser Hinsicht waren ebenfalls nicht gewahrt.

Handlungen vorgenvmmen habe. Das Schöffen­gericht (Sieben hatte ihn seiner Zeit in zwei Fällen freigesprochen und in einem Fall zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die heutige De- rufungsvcrhandlung fand unter Ausschluh der Oeffentlichkeit statt: über 50 Zeugen wurden ver­nommen. Das Gericht sprach den Angeklagten

f Grünberg, 15. Oft. Zu dem heutigen B i e h m a r k t waren nur 11 Stück Rindvieh, aber 890 Ferkel aufgetrieben. Die Preise der Rinder von 11,0 Jahr waren ungefähr 180 Mk., ältere Kühe 2'50 bis 280 Mk., jüngere Kühe 450 bis 500 Mark das Stück. Der Handel ging langsam, es verblieb trotz des geringen Auftriebs Aeber- stand. Der Handel mit Ferkeln ging erst zaghaft, wnrde aber bald lebhafter, und man kann wohl sagen, dah bei dem geringen Aeberstand nur noch tr-CTÜg gute Tiere vorhanden waren. Es wurden bezahlt: für 67 Wochen alle Ferkel 12 bis 15 Mk., für 78 Wochen alte 15 bis 18 Mk., für 810 Wochen alte 18 bis 25 Mk., für 1012 Wochen alte 25 bis 32 Mk., über 12 Wochen alte 40 bis 45 Mk. pro Stück. Die S t a d t G r ü n- berg hat im Jahre 1917 die Ar scher sbach von der Reumühle aufwärts gemäh kreisamt­licher Weisung räumen lassen. Die Kosten be° 675 Mk. Rachdem der Besitzer der Reu-

Grohe Strafkammer.

* Gieben, 14. Oft. Gegen den Lehrer Jo­hannes Eckstein von Weickartshain war Anklage erhoben worden, dah er als Lehrer in den Wintern 1921/22 und 1923/24 mit drei noch nicht 14 Jahre alten Schülerinnen unzüchtige

Ich habe einen Borschlag," sagte Grace ruhig.

Welchen, mein Kind?" Der Präsekt be­trachtete sie mit väterlichem Lächeln. Er war ganz vernarrt in Grace. Er bedauerte, dah se ihr Gatte in dieser Sache nicht unterstützen konnte. Ihre Geschicklichkeit kannte er von früher her, konnte aber nicht glauben, daß sie in einer A ge­legen heft dieser Art imstande wäre, Leute, die vermutlich zu den berüchigsten Verbrechern von Paris gehörten, zu überlisten.

Erstens," sagte Grace,wollen wir die Dert- lichkeit, die uns Dalentin zeigt, gründlich durch­suchen lassen." f r r .

Gewih! Obwohl es vermutlich umsonst fern wird. Gerade wenn Valentin uns die Wahrheit sagt werden diese Burschen fraglos das Kind vorher weggeschafft haben, um sich auf morgen abend vorzubereiten."

Das ist möglich. Jedenfalls wollen wir suchen. Rachher werde ich Dalentin bitten, ein Auto für mich zu führen. Er ist von Beruf

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

y. Staufenberg, 15. Oft. In der ver­gangenen Rächt wurde in den Räumen d s hiesigen Konsumvereins ein Einbruch verübt. Die Suter entwendeten wnftvol e M anu- f a k t u r tt> a r e n und liehen d.e L a d e n t a s f e mit sich gehen. Sie scheinen mit den Oertlich- feiten bekannt zu sein. Dis jetzt ist keine deutliche Diebcsspur vorhanden.

Grace beugte sich vor und sprach einige Mi­nuten leise auf den Präfekten ein. Er horchte sehr aufmerksam auf das, was Tie sagte: ge­legentlich lächelte er oder nickte mit dem Kopf. Plötzlich schlug er mit der Hand fest aus den Tisch.

Bravo!" rief er.Sie sind der geborene Detektiv. Wir werden die Räuber fassen, das Geld und ziemlich sicher auch das Kind wieder- bekommen. Ich beglückwünsche Sie."

"Also glauben Sie, dah es gehen wird r

Ich seh? nicht ein, wie es sehllchlagen konnte Es ist eine Eingebung! Ich werde gewch außer- ordentlich froh sein, wenn ich Stapleton fern K.nd und sein Geld zurückgeben und gleichzeitig die Kindsräuber hinter Schloh und Riegel sehen kann. Ich würde nie zulassen, dah man sagen konnte, die Pariser Polizei habe wissentlich einer ver­zweifelten Terbvscherbande gestaltet, mit einer chalben Million Franken zu entwischen, ohne einen Ringer zu rühren."

Er erhob sich und sah nach der Ahr.Kom­men Cie, mein Kind, es ist Mftternacht vorbei! Sie haben einen langen und aufregender Tag hinter sich und sind sicher müde. Sie ruhen nun besser recht aus."

Grace stand auf.Richard war schrecklich verwirrt, als er mich sah"

So?" lachte der Präfekt boshaft.Es ist wirklich ein starkes Stü ckvon ihm einen Schritt weit von seiner Frau zu sein und sie mcht zu ettennen!

Grace schien den Witz der Lage kaum zu fassen.Ich finde es schändlich," sagte he.AriE Richard er wird es mir nie verzeihen. Ich glaube 'wirklich, ich sollte es ihm sagen/'

Lefevre schüttelte den Kopf.Wenn Sie das tun, mein teures Kind, ist all<s vereftelt. Er wird verlangen, dah Sie den Fall sofort fahren lassen, und das würde für mich höchst ungunftig

Aber Herr Präfekt, im Grunde brauchen Sie "mich ja gar nicht, mit allden geschickten Männern, über die Sie verfügen."

Wer weih vielleicht gelingt Ihnen, was sie nicht erreichen. Ich habe grohes Vertrauen in das feine Gefühl einer Frau. And Sie haben es ja in achtundvierzig Stunden weiter gebracht, als meine Leute in zehn Tagen. Ich gebe zu.

Chauffeur."

Sie wollen ihn ins Vertrauen ziehen?" fragte Präfekt einigermaßen beunruhigt.

Stein. Ich tage ihm nichts weiter, als wo- er fahren soll."

Gilt. Aber seien Sie vorsichtig. And dann?"

dah der Zufall mithalf, als diese Räuber gerade Cie bestimmten, um Stapleton ihre Forderung zu übermitteln. Ich gestehe, dah ich ihre Gründe hierfür nicht ersasse. Sie müssen gewußt haben, dah Sie die Geschichte außer ihm auch mir erzählen wurden. Vielleicht war es Groß- tuetei ihrerseits ein Kennzeichen, das ich bei vielen Verbrechern festgestellt habe. Sie schftnen sich zu rühmen, der Polizei ein Schnippchen zu schlagen. Die Burschen meinen zweifellos, se hätten die Sache so fein eingefädelt, dah sie unmöglich gefaßt werden können. Ich glaub« aber, wir werden ihnen eine kleine Aeberraschung bereiten."

Er machte die Tür auf und ließ Grace vor- angehen.Gute Rächt, mein Kind," rief er ihr nach, als sie die Treppe ßinaaifging.Ich will noch eine Zigarre rauchen!"

Grace lag lange wach, dachte an Richard, an ihr Heim auf dem Lande und an die v e'en glücklichen, dort verbrachten Stunden vor die ei unerwarteten Anterbrechung ihrer Flitterwochen Es schien ihr höchst sonderbar, allein hier zu liegen. Irgendwo in dieser Riesenstadt schliss Richard gleichfalls und sie war nicht bei ihm.

Ihre Erregung über die Geschichte schwand langsam. Das Zusammentreffen mit Richard aus dem Dampfer, das sie sich so schön ausg-emall hatte, als sie von zu Hause wegging. war zu­nichte geworden. Sie hatte es dann in Gedanken bis zu seiner Ankunft in Paris verschoben, und nun war er hier und noch hatte sie nicht einmal seine Hand berühren können!

Endlich schlief sie ein mit dem inbrünstigen Wunsch, dah der morgige Tag die Gefangennahme der Entführer und so das Ende ihrer umrutzen und traurigen Trennung her bei führen möchte.

(Fortsetzung folgt.)

wie im frühkapitalistischen Zeitalter unseres Äul- turkreises in europäischen Ländern. Run ist die moderne Wafte ein ebenso legitimes Kind der modernen Technik wie die Maschine und in den Anfangszuständen einer modernen Wirtschafts­gesellschaft spielt sie sogar eine viel größere Rolle. Die maschinelle Produktion setzt die Los­lösung des Individuums aus den Bindungen patriarchalischer Sitten und traditionalistischer Gewohnheiten und seine Disziplinierung für ein Zusammenarbeiten in Grohbetrieben und für den Verschleiß industrieller Massenartikel voraus. Das geschieht teils durch individualistische Welt­anschauungssysteme, teils durch die Organisation moderner Heere. Die Zersetzung der asia­tischen Kulturen durch die Propaganda für moderne Ideen" ist seit Jahrhunderten im Werk, die Organisation moderner Heere ist viel jüngeren Datums und ist in China erst in den letzten Jahren eigentlich in Schwung gekom­men Die moderne Waffe vervielfältigt die Macht, die ein Einzelner Über seine Mitmenschen aus- üben kann genau so, wie die Maschine die Ar­beitskraft eines einzelnen Arbeiters vervielfäl­tigt. In allen Ländern, die für die moderne Technik neu erschlossen werden, muß sich wenn nicht, wie in Indien, eine Fremdherrschaft es mit Gewalt verhindert der Militarismus rascher entwickeln, als der Industrialismus, schon weil sich ein primitiver oder in unserem Sinne kul­turell rückständiger Mensch schneller in einen mo­dernen Soldaten als in einen modernen In­dustriearbeiter und Konsumenten moderner mate­rieller Kultur verwandeln läßt.

China wird daher nicht sobald aufhören, mit größerem Eifer moderne Macht als moderne Industrie zu produzieren, um so mehr, als es nur auf diese Weise hoften kann, sich aus dem Retz jener alten Verträge zu befreien, die seine Gewerbe schonungsloser fremder Schleuderkon­kurrenz aussetzen, es aber hindern, in genügen­dem Amsang eigene moderne industrielle Kräfte zu entfalten, die mehr als einen verschwindenden Bruchteil der freigesehten Elemente aufsaugen könnten. Man sieht bereits, wie eine fremde Macht nach der andern instinktiv anfängt, diesen Amsländen Rechnung zu tragen. Die Erfolge der sowjetrussischen Diplomatie, die von vornherein die Anabhängigkeitsbestrebungen des chinesischen Voltes unterstützte, haben in Japan imperialistischeBegehrlichkeitenzu- rüdgebrängt und die auf dem Prinzip der Richteinmischung beruhende russisch- japanische Verständigung beschleunigt. Der Versuch, den Werkzeuge des britischen Imperialismus in Kanton unternahmen, eine Freiwillige Armee" im Stile des Deni- kinschen Antemehmens in Rußland zu organi­sieren, die zunächst die Regierung Sun Bat sens stürzen sollte, ist Läglich mißlungen. Wenn man jetzt hört, daß in England in den Kreisen der Liberalen manche in ihrer bisher starr oppo- sittonellen Haltung gegenüber demRussenver- trage zu wanken beginnen, so mag das mit der Wendung, die Lage im Fernen Osten zu nehmen beginnt, zusammenhängen. Soll man sich um der schönen Augen Bruder Jonathans willen in Asien alle Möglichkeiten verscherzen, im Ver­ein mit den anti-imperialistisch orientierten Mäch­ten mit dem chinesischen Rationalismus und Mili­tarismus Geschäfte zu machen? Soll England in Asien mit für die Sünden der Washingtoner Etnwanderungspolitik büßen? Was England noch sehr stark an Amerika fesselt, ist die Furcht, daß ihm durch eine Politik völlig freier Hand die wichtigsten Dominions, Kanada und Austra­lien, verloren gehen könnten. Doch warum sollten schließlich englische Ausfuhrinteressen und Rück­sichten auf den Umfang der Arbeitslosigkeit nicht einen stärkeren Zwang auf die Londoner Außen­politik ausüben können als die Stimmungen in den Dominions, die fieberhaft bestrebt sind, sich auch industriell vom Mutter­lande unabhängig zu machen. Downing- street könnte sich eines Tages vor das Entweder- oder gestellt sehen, auf ein oder zwei Domi­nions oder auf die zukunftsreichsten Weltmärkte zu verzichten, und wenn dann die Behauptung der Herrschaft über die Dominions noch die Ge­wißheit in sich schlösse, in fernöstliche kriegerische Abenteuer verwickelt zu werden, so wäre es doch sehr fraglich, ob für Onkel Sam die Vettern- schaft John Bulls Ribelungentreue bedeuten sollte.

- Lich, 15. Oft. Der hiesige Schützen­der ein 192 1 hat sein diesjähriges Preis- schießen beendet. Die Beteiligung war, sehr lebhaft Im ganzen formten über 20 zum großen Teil gestiftete sehr wertvolle Ehrenpreise ver­teilt werden. Es erhielt den 1. Ehrenpreis, einen von S. D. dem Erbprinzen Hermann Otto zu Solms-Hohensvlms-Lich gestifteten Becher, §:rr Karl Peter mit 34 Ringen, den 2. Ehrenpreis mit 33 Ringen Herr Willi Hahn, den 3. Ehren­preis S D. der Erbprinz Hermann Otto zu Solms-Hohensvlms-Lich mit 33 Ringen, den Ehrenpreis im stehend-freihandigen Schießen, einen von Herrn Maidhof gelüf­teten Decher, Herr Willi Hahn mit 21 Ringm. Die Jungschützen konnten alle mit Preisen bedacht werden Es erhielt den 1. Preis (Decher) der Jungschütze W T a m m mit 33 Ringen Für ferne gute Leistung erhielt er noch einen Ehrenpreis (Dild). Den 2. Preis erhielt der Jungschühe K. Wick mit 30 Ringen usw. Am Abano fand im Hotel Holländischer Hof unter regster Deteiligung der Schützen mit Familien AbrndunterHaltung mit Preisverteilung und Aeberreichung von vier ausgeschossenen Ehrenscheiben statt. Die Feier war durch gute Musik und Vorträge von F l Men­del s o h n und Herrn Hammel nbto chslungs- reich und unterhaltend gestaltet. Den Schluß des sehr gut verlaufenen Aden s bildete ein Tänzchen. Es kann mit Recht im kommenden Jahre mit starker 'Beteiligung an den Veranstaltungen des Schühenvereins gerechnet werden.

Kreis Friedberg.

* Butzbach, 15. Oft. Für die Stadtver­ordnetenwahl am 26. Oktober, bei der 21 Stadtverordnete zu wählen sind, hat der Stadt- wahllommissar acht Wahlvorschläge zu­gelassen. Es treten als Bewerber vor die Wähler­schaft: die Sozialdemokratische Partei, die Kom­munisten, das Zentrum, Liste Heil, eine neutrale Liste, eine Deutschnationale, Liste Jouh und die Liste der Angestellten und Beamten. Die Listen Heil und Joutz sind verbunden. Man muß es bedauern, daß, sich die bürgerlichen Gruppen der­art stark zersplittert Habern

Die Lage im fernen Osten.

Von Otto C o r b a ch.

In den Meldungen und Erörterungen über tzen chinesischen Bürgerkrieg ist bisher viel zu viel Wesens davon gemacht worden, daß hinter den sich bekämpfenden Parteien und Heerführern fremdeBanken undRegierungen steck­ten, die sie mit Geld, Waffen und allerhand gu­ten Diensten, wie Verbreitung von Schwindelnach­richten, unterstützten. Dadurch hat sich die irrige Auffassung verbreitet, als beständen die Truppen, die am Bangtsee oder zwischen Mukden und Pe­king aufeinanderschlagen, vorwiegend aus feilem Gesindel, das seine Haut im Solde gekaufter Generäle und Staatsmänner zu Markte trägt. Davon ist indes nur soviel richtig, daß jede der rivalisierenden fremden Mächte dieBataillone derjenigen Partei stark zu machen sucht, deren Kriegsziele ihre Interessen am wenigsten ge­fährden. In Wirklichkeit ist jeder der feindseligen Milltärgvuverneure ein 100prozentiger Chinese: Tschangtso Iin , Lu jung tschang, und Sun Bat fen so gut wie Wu pei fu und Tschih Sijuang, und gerade daß sie sich fortgesetzt gegenseitig beschuldigen, im Solde fremder Interessen zu stehen, beweist, toie_ stark jeder von ihnen von der ganz China aufwühlen­den fremdenfeindlichen Bewegung ab­hängig ist, deren Führer je eher je lieber mit allen von der verrotteten Mandschu-Dynastie hinterlassenen Vorrechten der fremden Mächte auf» räumen würde. Vorläufig bekämpfen sich die Ver­teidiger auseinanderstrebender Teile des Riesen- reiches, weil sie alle felsenfest davon überzeugt sind, es auf der Gegenseite mit Landesverrätern zu tun haben, die erst gezüchtigt und unter- toorfen werden müßten, bevor China das 3 o <f) derungleichen Verträge abschüt- teln Bann. Schon heute mag man bei jeder der fremden Mächte wegen seiner Günstlinge unter den chinesischen Militaristen denken: Gott schütze mich vor meinen Freunden, vor meinen Feinden würde ich mich selber schützen wenn man eben die Freunde" nicht so gut bewaffnet hätte. Aber man befindet sich in der Lage eines Spie­lers, der gezwungen ist, seinen Spieleinsatz fort­während zu erhöhen, nicht deshalb, weil er das Spiel liebte, sondern weil er jetzt nicht mehr aufhören kann zu spielen, ohne sich dem Verderben preiszugeben

Unter solchen Amsländen spricht alles für eine lange Da u e r der Wirren in China. Droht einer Seite eine vernichtende Riederlage, so werden die ausländischen Freunde ihre An­strengungen verdoppeln, deren Widerstandskraft zu steigern. Wenn sich eine Pekinger Meldung desPhiladelphia Public Ledger" bestätigen sollte, wonach Tschangtso lin nicht nur von Japan und R u ß l a nd , sondern auch von Frankreich, von dem man längst munkelt, daß eS mit Japan heimlich verbündet sei, unterstützt würde, so werden Amerika und England nicht säumen, der Pekinger Zen­tra lregierung und ihrem militärischen Werkzeug, Wu Pei fu nachdrücklicher als bis­her unter die Arme zu greifen, würde doch mit deren Herrschaft die kommerzielle Vorherrschaft der angelsächsischen Mächte zusammenbrechen. Jeder unentschiedene Ausgang des gegenwärtigen Kampfes um die Macht in China könnte aber nur von einer Atempaus e abgelöst werden. Bald genug müßte er von neuem und um so er­bitterter entbrennen. .

Die westlichen Pazifisten übersehen ganz bet ihren löblichen Weltfriedensbestrebungen, daß die Verhältnisse in Ländern, die wie die Asiens und großenteils auch Osteuropas von der modernen Technik noch wenig erschlossen sind, auch unter hist arischen Gesichtspunkten beurteilt werden wollen. Richt, als ob die künftige soziale Ent­wicklung in diesen Weltgegenden eine genaue Ko­pie derjenigen Westeuropas oder Amerikas sein müßte, aber es waltet da doch etwas wie das hiognetische Grundgesetz ob, wonach jeder Orga­nismus in seinem Ansangsstadium gewissermaßen die Entwicklungsgeschichte der Gattung rekapi- tultert. Was jetzt in China vor sich geht, ist die Entstehung einer modernen Wirt­schaf t s g e sell s ch a f t aus einer verfal­len ben, patriarchalischen, traditio- nalistischen alten. Dieser Vorgang unter­scheidet sich von den entsprechenden Stadien der Vergangenheit der westeuropäisch-amerikanischen Kulturwelt nur durch ein ungemein rasche- res Tempo, das sich aus den gewaltigen Kräften erflärt, die der Weltverkehr im Ver­gleich zu früheren Zeiten für solche Zwecke mobil zu machen vermag. In Jahren werden letzt in den asiatischen Riesenländern mehr Menschen durch die Konkurrenz der Maschine aus uralter­tümlichen Gewerbebetrieben herausgeschleudert,

fpd. Harheim b. Vilbel, 15. Ott. Rachdem erst vor einer Woche ein Einbrecher früh­morgens in die Wohnung des Installateurs Menges eingedrungen und die 18jährige Toch­ter niedergeschlagen hatte,.wurde gestern früh die Ortsbewohneischast durch Feueralarm aufgeschreckt. Es brannte die Scheune des Land­wirts Quirin. Trotz aller Hilfe brannte das Ge­bäude völlig nieder. Man nimmt an, daß der Brandstifter und der Räuber die gleiche Per­son ist und glaubt schon eine gewisse Spur ent­deckt zu haben.

Kreis Alsfeld.

'Homberg a d Ohm. 15 Ott Die Vor» bercitungen für den dies adrigen Kalten Markt am Mittwoch, 22 Ott; her s.nd in vollem Gange. Es findet großer Schweinemarkt statt: man rechnet in t einer Zasuhr von 1200 bis 1500 Ferkel Die Geschästs.eut lrerden alles aufb eten, damit der Marit ben enigen derB r* kriegszett übertreffen wird. Im Franks urter Hof findet Tanz statt und in anbeien Lotelen spielen Tiroler Kapellen, auf dem Juxplatz vor der St .bt- Halle werden alle möglichen Schaubuden auf» gestellt. Sonntag, 26 d. M , ist die diesiähäge Kirmes. Wenn wir das schöne Wetter be­halten, wird der Verkehr wohl ein gewaltiger werden, da verschiedene Verkeh öoereine gerade ür diesen Sonntag Veranstaltungen au efagt haben. A. a. beabsichtigt der hiesige Fißball- klub für diesen Sonntag zwei Wettspiele.

Alsfeld, 15. Oft. Der Stadtvor« stand hat in seiner jüngsten Sitzung dem Turn­verein für die Rein igu ng der Turn­halle eine jährliche Vergütung.von 5 0 0 Gold - mark bewilligt, die damit begründet wird, daß den Schulen die Mitbenutzung der Halle zu­steht und die tägliche Anhäufung von Staub und Schmutz zum weitaus größten Teil durch die Schulen verursacht wird. Der Landeswonder- bühne wurde eine Beihilfe von 50 Mk. je Aufführungsabend, sowie freier Transport der Theaterrequisiten von der Dahn bis zur Auf­führungsstätte zugesagt. Dem Erwerb des An- iresens des ehemaligen Deutschen HauseS beabsichtigt die Stadt näherzutreten. Man beab­sichtigt. das Haus zu einem städtischen Saa l- bau umzugestalten. Zur Beschlußfassung ist man bis jetzt noch nicht gekommen, obwohl die Kauf­absichten der Stadt s; hr ernstlich ftritt

Kreis Lauterbach.

* Lauterbach, 15. Oft. In der jüngsten Auftichtsratssihung der Volks bank legte der Vorstand die Bilanz für ba8 erste Halb­jahr (1. Januar bis 30. Juni) vor. Diese weist, demLauterbacher Anzeiger" zufolge, aus, daß sich die Genossenschaft gut weiter entwickelt Hal und die Amsähe in stetiger Zunahme begriffen find. Die Verwaltung hofft, au« dem lausenden Verdienst die alten Spareinlagen aufwerten zu können, mindestens aber in der gleichen Höhe, wie dies von anderen Kasten beabsichtigt wird. Es ist dies um so hoher anzuerkennen, als die VolkObank dies aus eigener Kraft leistet, zumal sie aus der Inflation keinerlei Immobilien, Warenbestände und Sachwerte herübergerettet hat. Ein Zeichen des zunehmenden Vertrauens ist, baß bereits 400 Geschäftsanteile voll eingezahlt ftnb unb bie Spar­guthaben ständig wachsen.

K Schlitz, 15. Oft. Die Kartoffel­ernte ist in unserer Sandgegend recht gut ausgefallen Rur auf lehmigem Boden war auch über Fäulnis zu klagen. Der Preis für gute Spetsekartosteln beträgt 4 Mk. der Zentner. Die Herbstbestellungsarbeiten sind bereits in vollem Gange. Die Gräfliche Forftver- Wallung faust Kastanien in großer Menge auf und speichert sie imBenderhause" auf, um sie im Winter zur Wildfütterung zu ver­wenden Für das Pfund werden 2 Ps. bezahlt. Die Schuljugend hat ihre Ferien ausgenützt unb fleißig gesammelt. Aermere kinderreiche Familien haben Gelegenheit, sich so etwas zu verdienen.

Kreis Schotten.

* Hartmannshain, 14. Oft. Unter Seit- nähme einer außerordentlich .zahlreichen Men­schenmenge wurde am Sonntag das Ehren - denkmal für unsere im Weltkriege ge­fallenen Söhne eingeweiht. Der Gedeick- stein ist in einfacher und schlichter Form rehallen, besitzt die Gestalt einer abgeftumpften Pyramide und hat seinen Platz mitten auf dem Friedhöfe gesunden, dort, wo die Straßen sich kreuzen. Die Weiherede hielt der Kirchspielsgeistliche, Pfarrer von der Au. Verschönt wurde die Fe ec durch Gesangsvorträge der Schullinder und des heimi­schen Gesangvereins und Weisen des MullkchorS von Rieder-Moos. Einige Kranzniederle­gungen. die üblichen Ehrensalven sowie eine An-

Sdtfame Mlterwochen.

Roman von Arnold Fredericks.

21. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Er will die Vorschriften buchstabrch gmau aussühren den Erpressern das Geld geben, um seinen Jungen zurück zu gaben

Lefevre erklärte dornig: Er ^rfeS nidjt! Der dumme Kerl! Er verdirbt uns alles.

Grace lächelte sttll vor sich hin. -Darf man es Tummheit nennen, Herr Hr°^? Der arme Mann ist außer sich über den Verlust der Kna em Er tut alles, um ihn wiederzuhaben. Ich kann es ihm kaum Übelnehmen." ~

Ser Präfekt streckte die Hand wasDer zeihen Sie, mein Kind! Ste haben recht. Es rft vielleicht für ihn nur natürlich, so zu cmpftnden. Aber eS stehen andere Tinge auf dem Spieß bie Entdeckung des Kindes, tfur mich bedeut^ die Bezahlung der großen Summe Einverständnis, die Verbrecher entwi chen zu lassen, nicht nur eine schwere Hinwcgsehu S über bie Macht der Pariser Polizei, vtelmeh: Ht es auch eine Angerechtigkeit der All^memheft gegen­über. Gelingt diesen Leuten ihr Anschlags so werden sie sich noch weiter betätigen und amere Kinder rauben. Das kann ich nicht zug:ben. An.er allen Amständen muß cs vermieden werden. Dee Gauner müssen vor Gericht kommen.

Wie können Sie es verhindern, Herr Le­fevre? Stapleton ist entschlossen.

Das, mein Kind, ist die Frage. Ich kann Stapleton nicht hindern, wenn er d« Straße nach Versailles hinausfahren unb hunderttausend Dol­lar in das erste beste Auto werfen will, das an Ihm vorbeifährt und ein blaues Licht zeigt.