Ausgabe 
16.8.1924
 
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Krestinsky über die politische Lage. Eine Unterredung mit dem russischen Botschafter.

Der fowjetrussische Botschafter in Berlin Nikolaj Nikolajewitsch Kre­stinsky hatte die Freundlichkeit, un­seren Berliner Vertreter zu empfan­gen und ihm eine Unterredung über die politische Lage zu gewähren.

Der Botschafter begann die Unterhaltung mit einer sehr interessanten Bemerkung über den gegenwärtigen Stand der Lon­doner Konferenz. Er erklärte: Ich habe den Eindruck, daß die deutsche Regierung sehr klug und sehr konsequent ihren Standpunkt vertritt, und ich glaube auch, daß sie Erfolg haben wird. Was die gegen­wärtigen Schwierigkeiten der Londoner Kon­ferenz betrifft, so sind derartige Erscheinungen für einen alten Diplomaten durchaus nichts Neues oder Welterschütterndes. Iede Konfe­renz hat ihre Krisen, und ich bin der Meinung, daß die gegenwärtige Londoner Krise sehr schnell überwunden werden wird.

Sowjetrußland empfindet eine gewisse Genugtuung darüber, daß nunmehr die lang­wierigen Verhandlungen über den englisch- russischen Vertrag beendet werden Tonnten. Man muß aber dabei im Auge be­halten, daß es sich lediglich um eine vor­läufige Vereinbarung handelt, und daß noch sehr ernste SchwieriAeiten zu über­winden sind. Wir in Sowjetrußland sind längst daran gewöhnt, mit außerordenttichen Schwie­rigkeiten zu kämpfen, und wir haben in der Londoner City einen Partner, der viel schwerer zu behandeln ist als der ftanzösische Ministerpräsident Herriot. Ich habe nicht die Ehre, den ftanzösischen Ministerpräsidenten persönlich zu kennen, da ich während seines letzten Aufenthaltes in Moskau bereits hier in Berlin war. In Moskau schätzt man aber den neuen französischen Ministerpräsidenten außer- ordenttich wegen seines ehrlichen Willens und seines durchaus idealen SttebenS nach einer Polittk der Verständigung. Ob er die Polittk, die er sich vorgezeichnet hat, zum Erfolg füh­ren wird, läßt sich zur Zeit sehr schwer über­sehen, aber es steht fest, daß seine Politik die auhenpolittsche Lage Frankreichs wesenllich verbessern würde.

In Sowjetrußland ist die Lage jetzt eini­germaßen befriedigend. Der Tod Lenins hat zwar das Sowjettegime schwer getroffen, aber wir können sagen, daß man sich in Rußland daran gewöhnt hat, den neuen Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare Rhkvw als einen wenn auch nicht ebenbürtigen, so doch wür­digen Nachfolger Lenins zu betrach- ten. Man sagt immer, der kommende Mann in Rußland sei Trotzki. Ich bitte Sie: Trotzki ist für uns einer der Tüchtigsten! Aber der «kommende Mann"? Es gibt bei uns keine kommenden Männer. Wir werden mit allen Kräften versuchen, unser Werk fortzuführen, und da mutz jeder an seinem Platze arbeiten. Trotzkis Stellung ist durchaus gefertigt. Glauben Sie nur nicht, daß man in Rußland einen hervorragenden Staatsmann kaltstellen -wird!

Die diesjährige Ernte in Ruß­land ist zwar schlecht, aber sie ist nicht I etwa mit der Mißernte von 1921 zu verglei­chen. Trotz aller Beschränkungen, die wir uns ' auferlegen müssen, wird es doch möglich sein, daß wir noch einige hunderttausend Pud Ge­treide auZführen können. Die Mißernte ist durchaus nicht allgemein, sondern örtlich be­schränkt. In den hauptsächlichsten russischen Getteidegebieten ist eine mäßige Mittelernte xu verzeichnen, die nunmehr auf die notleiden­den Gebiete verteilt werden nruß. Es werden schon jetzt alle Vorbereitungen getroffen, um die von der Mißernte betroffenen Gegenden tatkräftig zu unterstützen. Ich glaube daher nicht, daß wir wieder ausländische Hilfe in Anspruch zu nehmen brauchen.

Die Betreuung der heimkehrenden Ausgewiesenen.

Berlin, 15. Aug. (WTB.) 3m Reichs­tagsausschutz für die besetzten Ge- biete trnirde heute die Frage der Abänderung der Detreuungsvorschriften für die Rückkehrer beraten. Retchsrninister Hoefle er­klärte, dah das Reichssinanzminislerium vor Aus­gang der Londoner Konferenz keine endgül­tige Stellung nehmen könne. Es wurde ein Antragangenommen, nach dem die zurück- gekehrten Privatpersonen, soweit sie noch keine Beschäftigung gefunden haben, eine lieber» gangsbetreuung auf sechs Monate er- halten sollen, und zwar Bezüge wie bisher. Wie Hoefle weiter erklärte, sollen die zurück­kehrenden Arbeiter und Ange st eil­ten der Eisenbahn ebenso wie die zu­rückkehrenden Privatpersonen be­handelt werden. Weiter beschloß der Aus­schuh, die Reichsregierung zu ersuchen, mit Rück­sicht auf die verspätete Zulassung der Steuernot­verordnungen im besetzten Gebiet und die dadurch verursachte Häufung der Steuerfälligketten die Finanzämter anzuweisen, auf begründeten Antrag wettgehende Stundungen zu gewähren.

Aufdeckung einer kommunistischen Terror- Organisation.

Nach einer Mitteilung des Polizeipräsi­diums von Gelsenkirchen hat die dortige Polizei eine Organisation von kommu­nistischen Terror- und (Sabotage» gruppen, die bereits im April festgestellt worden waren, aufgedeckt. Es gelang auch, den Leiter der Organisation fest zu neh­men. Es befinden sich fünf Mitglieder in Haft. Die Terrorgruppe hatte von der Partei­leitung die Anweisung erhalten, neben der 1

Beseitigung von Poltzeibeamten bei den kommenden WirtschafWkämPfen die Zechenanlagen durch Sabotage­akte zum Stillstand zu bringen. Mit­glieder der Gruppen versuchten denn auch, den Dettieb mehrerer Zechen dadurch zu stören, dqß sie beladene Förderwagen in denSchachtwarfen. Drei Mitglieder der Terrvrgruppe sind noch flüchtig. Sie sind von der Berliner Zenttale der K. P. D. nach der Tschechoslowakei abgeschoben worden.

Tagung der Nationalsozialisten.

Weimar, 15. Aug. (WTB.) Als Auftakt zu der Tagung der nationalsozialistischen Frei­heitsbewegung fand gestern nachmittag hier zu­nächst eine Dertreterversammlung in Gegenwart Ludendorffs und abends eine Aussprache der aus­wärtigen Vertreter Grobdeutschlands statt, an der ebenfalls Ludendorf, teilnahm. Vor­mittags wurde im Nationaltheater die Haupt­versammlung eröffnet, in der u. a. Ludendorff über Ziele und Aufgaben der nationalsozialisti­schen Freiheitsbewegung sprach. Prof. Adolf Bartels über die geiftige Vertief ung der Bewegung.

Völkische Verständigungsversuche mit den Deutschnationalen.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 16. Aug. Der Weimarer Partei­tag der Nationalsozialistischen Foecheitspartei wird sich, wie verlautet, namentlich auch mit der Frage befassen, welche Haltung die Partei künf­tighin den Deutschnationalen gegen­über einzunehmen haben werde. Es steht fest, öatz in der Leitung der nationalsozialsstischen Freiheitspartei der Wunsch besteht, die De- ^iebungen zu der deutschnationalen Partei, die man als eine Nachbarpartei betrachtet, wieder freundlicher zu gestalten. Insbesondere ist damit zu rechnen, daß die unter beutfd)natio­nalem Einfluß stehenden einzelstaatlichen Regie­rungen in Thüringen und Mecklenburg nach wie vor von nationalsozialistischer Seite gestützt wer­den, damit der gemeinsame Einfluß der Rechts­parteien nicht geschwächt werde.

Eine neue Revolution in Brafilien?

Neu York, 15. Aug. (Wolff.) Die Zei­tungen melden, daß große Unruhe infolge der Nachricht über den Ausbruch einer neuen Revolution in Brasilien herrsche. Der Staat Amazonas sei seit Monatsfrist vom Verkehr abgeschnitten. Das brasilia­nische Generalkonsulat dementiert jedoch das Gerücht. Verschiedene Handelshäuser be­mühen sich vergeblich, mit Manaos eine Ver­bindung aufzunehmen. Wie eine Schiffahrts­gesellschaft mitteilt, herrsche in Para Ruhe, doch würde die Schiffahtt im Amazonenstrvm sowie der Zugang zu Manaos durch Regie­rungsbefehl verboten.

Aufstand in Afghanistan.

Moskau, 15. Aug. (WB.) Die russische Telegraphrnagentur meldet aau3 Taschkent vom 11. August: In Afghanistan ist plötzlich ein neuer Aufstand gegen den Emir und seine Reformpolitik ausgebrochen, der insgeheim von engli­schen Agenten geschürt wurde. Diese versorgen die Aufständischen mit Geld und Waffen. In letzter Zeit hatte sich die Lage des Emirs im Zusammenhana mit der von ihn in Djivga einberufenen Volksversammlung sehr gebessert, was den englischen Agentcm ein Dorn im Auge war. Die Aufständischen haben einen neuen Thronprätendenten, Abdul Ke- rim, aufgestellt, der sein ganzes Leben in Inden in englischem Solde verbracht hat Die Ver­bindung zwischen Kabul und den Regerungs- truppen ist unterbrochen. Unter den Auslän­dern herrscht Panik.

Aus Stadt und Land.

® leben, den 16. Aug. 1924.

Beobachtungen auf dem Wochenmarkt

Wenn man in Urlaub ist und daheim bleibt, weil das Groh- und Kleingeld zum Reisen und zu größerem Wandern fehlt, und wenn man im Reiche der Frau in allen Winkeln und Töpfen herumguckt, dann versucht die bessere Ehehälfte meist, den Allzuneugierigen möglichst oft aus der Wohnung herauszubringen. Sie muntert ihn auf zu Spaziergängen in die Stadt und schleppt ihn auch gern auf ihre Einkaufsgänge mit, damit er nur ja Abwechselung bekommt und von dem Re­vier fortbleibt, wo er nach der Hausordnung nun einmal nichts zu suchen hat. So ging es auch mir dieser Tage. Damit ich andere Eindrücke bekomme, nahm meine Frau mich mit auf den Wvchen- markt, und da habe ich denn auch diese anderen Eindrücke in so großer Mannigfaltigkeit empfan­gen, daß ich wenigstens einige hier erzählen möchte.

Es ist sehr interessant, als harmloser Schlachtenbummler unseren Hausfrauen auf die­sem Schlachtfeld des Einkaufs zuzusehen. Schon die Annäherung der einen, der kaufenden Partei an die andere, die verkaufende, geht mit so einer Art kritischem Mißtrauen vor sich, wie man es draußen im Felde hatte, wenn man beim Vorgehen nicht recht wußte, ob drüben am Ziel alles wunsch­gemäß lag. Sind die Parteien aneinander ge­kommen, dann geht das Geplänkel los. Man fragt nach den Preisen, an deren Höhe es allerlei aus­zusehen gibt oft ja auch mit Recht, dann wird natürlich sofortfestgestellt", daß beider dort drüben" alles billiger ist. Kommt hierauf die freundliche" Einladung, dann doch beider dort drüben" zu kaufen, so wird meist gerade an Ort und Stelle gekauft, jedenfalls weil man beider dort drüben" überhaupt gar nicht gewesen war, oder man geht zu einer ganz anderen, die man nun zu seinem Preisstandpunkt breitzuschlagen versucht. Ob das gelingt, steht freilich auf einem andern Blatt geschrieben, aber amüsant waren diese kleinen Kampflisten einiger Hausfrauen für mich doch, denn sie zeigten mir, wie man es an­fangen mutz, um vielleicht auch mal zu einem sehr vorteilhaften Einkauf zu kommen. Mehrere andere Hausfrauen haben mich mit einigen weiteren, aller­dings weniger harmlosen Tricks beim Einkauf ge­fesselt. Diese Hausmütter hatten sich nämlich an­scheinend mit demlöblichen" Vorsatz auf den Markt begeben, neben der Erledigung einiger Ein­käufe auch noch ihren Appetit auf frisches Obst

tn wohsseuirer Weise zu befneDtgen. Sie machten das ganz schlau so, daß sie hier und da mit ober ohne Erlaubnis der Verkäuferin bald dieses, bald jenes Obst probierten; einmal war's zu sauer, dann zu hart, wieder mal zu teuer, und was dergleichen Gründe mehr plötzlich gegen den Kauf vorlagen. Das Ende des dermaßen ausgefüllten Ganges über den Markt war, daß diese ganz schlauen Dertre- terinnen des holden Geschlechts selbstverständlich kein Obst gekauft hatten, ihr Obstappetit aber doch auf seine Rechnung gekommen war. Darüber werden sie sich natürlich gefreut haben, ihr Be­dauern werden sie aber vielleicht nicht etwa den genasführlen Verkäuferinnen, sondern wohl nur der Tatsache zuwenden, daß sich so ausgedehnte und preiswerte" Stichproben nicht auch bei mancherlei Wurst, Schinken, Butter, Käse, Eier usw. vor­nehmen lassen. Wenn das auch noch möglich wäre bis jetzt konnte ich es noch nicht beobachten, dürfte sich ja barm ein ganz erträgliches Fttih stück zusammenbringen lassen. Auch eine dritte Gruppe von Hausfrauen, die mit den beiden vorhergehen­den sachlich anscheinend wenig oder gar nichts zu tun hatte, nahm meine Aufmerssamkeit in An­spruch. Ich hatte sie schon bei meiner Ankunft auf dem Markt bemerkt, nach einigen ausgedehnten Rundgängen meine Frau war schon längst wie­der heimgekehrt an derselben Stelle wieder zu­sammen gesehen, und als ich nach zwei bis drei Stunden mein Beobachtungsfelb verließ, standen sie immer noch beisammen, selbstverständlich in an­geregtester Unterhaltung. Mein Bedauern galt nur den armen Männern, die am Mittagstisch vielleicht einesehr kurz geratene 11 eberraschung vorgefunden haben werden, meine Kritik aber rich­tete sich gegen die Marktkommission. Diese hat nach meinen Wahrnehmungen im allgemeinen eine gute Organisation auf dem Markt geschaffen, sie hat aber vergessen, für dienotwendigen" gründ­lichen Hausfrauenberatungen die erforderlichen Stühle bereitzuhalten, vielleicht auch einen aus­reichenden Schuh vor Regv^ in Gestalt einer flie­genden Baracke und schließlich noch etliche Droschken zur beschleunigten Heimbeförderung von Verspäteten verfügbar zu machen. Die Kosten dieser Einrichtungen wären felbftrebenb nur den Verkäufern aufzubürden, denn die allein sind doch schuld an der Massenansammlung auf dem Markt­platz. Mit diesem Monitum soll mein heutiger Be­richt seinen Abschluß finden, die Fortsetzung be­halte ich mir vor.

Ieboch eine wichtige Feststellung mutz ich noch machen. Mein Bericht schildert bis jetzt nicht etwa die Gesamtheit oder die Mehrheit der Gießener Hausfrauen, sondern nur eine Min­derheit. Die meisten Hausmütter und -töchter sehen nämlich nach meinen Beobachtungen den Wochenmarkt als eine Durchgangsstation an, die man schnell durchlaufen muß, um wichtigeren Aufgaben des Tages gerecht werben zu können. Das ist gut und ein Lichtblick für uns Männer im allgemeinen und wohl auch ein Hoffnungsanker für die Verkäufer und Verkäuferinnen, die viel­leicht der Zuversicht leben können, daß mancherlei hausfrauliche Untugenden nun ein Ende fin­den werden, nachdem die holbenSünberinnen" jetzt schwarz auf weiß lesen konnten, daß sie er­kannt find. Teddy.

Die Höchstsätze der Erwerbsloscnsürsorge.

Dom 11. August ab treten laut Verordnung des Reichsarbeitsministers folgende Höchstsätze in der Erwerbslosenfürsorge in Kraft:

in den Orten der Ortsklassen

1. für männliche Personen:

a) über 21 Jahre ....

b) unter 21 Jahren . . .

2. für weibliche Personen:

a) über 21 Jahre ....

b) unter 21 Jahren . . .

3. als Familienzuschläge für:

a) den Ehegatten ....

b) die Kinder und sonstige unterstühungsberechtigte Angehörige.....

B C Du. E

in Rentenpfennig. 93 86 79

56 52 48

84 78 72

51 47 43

33 31 29

23 21 19

Die Stadt G ie ße n gehört zur Ortsklasse B. Für weibliche Erwerbslose über213apre, die nachweisen, daß sie Familienangehörige zu ernähren haben, gelten dieselben Höchstsätze wie für männliche über 21 Iahven. Die Familien­zuschläge dürfen insgesamt das Anderthalb­fache der Hauptunterstühung, im Falle der Nr. II die Hauptunterstützung nicht überfteigen. So­weit die Gesamtunterstützung den durchschnitt­lichen Reinverdienst vergleichbarer Arbeitnehmer­gruppen erreichen würde, dürfen die Familien­zuschläge. auch abgesehen vom Fall der Nr. II, die Hauptunterstühung nicht überffeigen. Die selb­st ä n d i g e n Unterft Übungen, die mehrere in einem gemeinschaftlichen Hausstand lebende Familienmitglieder erhalten, dürfen insgesamt das 2>/2fache der Unterstützung nicht übersteigen, die dem höchstunterflühten Mitglied der Familie für seine Person zusteht. Der Vorstand der Familie gilt im Sinne dieser Bestimmung als ihr Mttglied.

Die ReichH-Tenernngszisfer.

Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungs­kosten für Ermähraiib, Wohnung, Heizung, Be­leuchtung und Bellerdung beläaft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für Mittwoch, den 13. August, wie in der Vorwoche auf das 1 14billionenfache der Vorkriegszeit. Die Preiserhöhung bei Fleisch, Fettwaren und Zucker wird ausgeglichen durch den weiteren Rückgang der Kartoffel- und Gemüsepreise.

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Giesiener Wochenmarktpreise

am 16. August 1924 (Händler-Preise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfb. 2 Mk.; Matte Pfd. 30 Pf.; Käse Pfd. 5060 Pf.; Eier Stck. 14 Pf.; Wirsing Pfd. 20 Pf.; Weißkraut Pfd. 20 Pf.; Rotkraut Pfd. 30 Pf.; gelbe Rüben Pfd. 15 Pf., rote Rüben Pfd. 10 Pf., Römischkohl Pfd. 5 Pf.; Bohnen Pfd. 15 Pf.; Blumenkohl St. 11,80 Mk., Salat St. 10 Pf., Salatgurken Stck. 1020 Pf.; Einmachgurken Stck. 34 Pf.; Endivien Pfd. 20 Pf.; Ober-Kohlrabi St. 1015 Pf., Erbsen Pfd. 25 Pf., Tomaten Pfd. 30 Pf.; Zwiebeln Pfd. 1520 Pf.; Rhabarber Pfd. 15 Pf.; Pilze Pfd. 10-15 Pf.; Kartoffeln Pfb. 5 Pf., Falläpfel Pfb. 8 Pf., Aepfel Pfd. 2030 Pf.; Birnen Pfd. 1525 Pf.; Brombeeren Pfd. 50 Pf.; Heidelbeeren Pfd. 30 Pf.; Zwetschen Pfd. 40 Pf.; Mirabellen Pfd. 4050 Pf.; Reine- klauden Pfd. 40 Pf.; Honig Pfd. 30 Pf.; junge Hahnen Stck. 1.00-1,50 Mk.

** Zuschläge für Steuerrück­stände werden nach einer städtischen Be­kanntmachung für jeden auf den Fälligkeits­termin .folgenden angefangenen halben Mo­

nat in Höhe von 2 v.H. des Rückstandes erhoben.

** Die Allgem. Ortskranken­kasse lädt im Anzeigenteil auf den 26. Au­gust zu einer Ausschußsitzung ein.

** Zur Gründung einer 30er« Altersvereinigung wird im Anzeigen­teil auf den 19. Aug. eine Versammlung ein­berufen.

** Da s Lichtspielha us Bahnhof­straße hat noch bis einschl. morgen einen Aas- stctttangsfilm (Ein Traum vom Glück') auf dem Programm, den man der Aafmerksamkeit aller Kinofreunde empfehlen kann. 3m Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Liebesgeschichten auf einmal. Vollste Anerkennung muß man auch den Darbietungen der Hauskapelle des Lichtspiel' Hauses zollen.

** Prüfung von lan dwirt schas t-A lichen Lehrlingen. Die Herbstprüfung von landwirtschaftlichen Lehrlingen findet voraussicht­lich im September b. 3. v>r der Prüfungskom­missim der Lanbwirtschaftskammer statt. Die Prü­fung hat den Zweck, den landwirtschaftlichen Lehr­lingen nach beendeter zweijähriger Lehrzeit die Möglichkeit zu geben, sich einen Befähigungs-, nachweis für ihre praktischen Kenntnisse zu er-; werben. Diejenigen jungen Landwirte, welche an der Prüfung teilnehmen wollen, müssen sich bis spätestens 15. September b. 3. bei der Lanb­wirtschaftskammer an gemeldet haben. Mit der Anmeldung ist gleichzeitig emzafenben: Ein kurz­gefaßter, selbstgeschriebener Lebenslauf, eine Zu­stimm ungserllänmg und das Zeugnis des Lehr-' Herrn, sowie das letzte Schulzeugnis, eine De- s^^ißung öer Lehrwirtschaft, der Nachweis der zweijährigen Praxis die Prüfungsgebühr in Höhe von 5 Mk. Die Prüflinge werden von dem Termin und dem Ort der Prüfung schriftlich in Kenntnis gesetzt. Die Bestimmungen für die Lehrlings­prüfung find bei der Landwirtschaftskammer zu erhalten.

** Der gestrige Bericht über die Sitzung des Schö f f eng erich ts vom 13. August enthält die Angabe, daß der Verurteilt« H. ®. sich an einem von dem Erziehungs vereis bei ihm untergebrachten Mädchen sittlich ver­gangen habe. Zur Verhinderung etwaiger Beun­ruhigung und zur Vermeidung falscher Schlüsse wird hierdurch von unterrichteter Seile fest gestalt, daß die Leitung des ErziehungsVereins bei der Unterbringung des Mädchens völlig einwandfrei gehandelt hat. Das Mädchen wurde an die be­treffende Stelle gebracht, nachdem vorher an zu­ständiger Stelle Auskunft über den H. G. ein­geholt war, die befriedigend lautete, so daß von einer Fahrlässigkeit keine Rede sein kann. Tat­sächlich handelt es sich auch um eine Einzelver^ fehlung eines bislang unbescholtenen Mannes.

Vornutize».

T ageskalender für Samstag? R. E. K. Mitgliederversammlung. 8 Ahr bei Heck­mann. Rundfunkhaus, Löberstraße, 8i'2 Ahr: Literarischer Abend. Rad io halle, Kirchenplah, ab 4 Ahr: Radivvorträge. Lichtspielhaus:Ein Traum vom Glück'.

Tageskalender für Sonntag. Gießener Schwimmverein: 2 Ahr in der Müller» schen Badeanstalt Schwimmwettkämpfe. Rund­funkhaus, Löberstraße: S1/» Ahr Musikabend. Radiohalle, Kirchenplatz: Ab 4 Ahr Radiovor- träge. Lichtspielhaus:' Siehe Samstag.

Kreis Friedberg.

fpd. Bad-Nauheim, 15. Aug. Der Strafgefangene Ludwig Werder ist aus dem hiesigen Gefängnis entwichen. Er hat sich mit der Bahn nach Homburg begeben und sucht vermutlich das besetzte Gebiet zu erreichen.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 15. Aug. (Eigen. Bericht.) Vor dem hiesigen Schöffengericht stand der Eifenbahnunfall zur Verhandlung, der sich am 23. April b. 3. im Bahnhof Dieburg er­eignete. Zur Verantwortung gezogen würben der Lokomotivführer Sebastian Veeh und der Re- servelokomtztivführer Hugo Karl, unb zwar wegen Eisenbahntransportgefährdung. Den beiden Beamten wird vorgehalten, bei Einfahrt des Personenzuges Reinheim-Dieburg in der Station Dieburg das auf Halt stehende Signal ü b er­sah r e n unb den Zug, her in das tote Gleis abgeleitet wurde über den Prellbock hinaas in die Wand des Bahnhofgebäudes hineingefahren zu haben. Die Maschine des Zuges entgleiste. Der Anfall selbst ging noch glimpflich ab. Es wurden nur verschiedene Personen leicht verletzt. Er­schwerend wirb den beiden Angeklagten zur Last gelegt, daß sie beim Eintreffen ihres Abenbzuges am 22. April in einer Wirtschaft in Reinheim jeder 6 bis 7 Glas Aepfelwein getrunken und erst spät in der Nacht ihren Schlafraum im Stationsgebäude aufgesucht haben. Der als Sach­verständiger vernommene Regierungsbaurat Morrasch stellt fest, baß im fraglichen Fall das Vor- und Haaptfignal nicht beachtet worben sei. Veeh hätte unter allen Amstänben den Zug zum Halten bringen müssen. San.-Rat Schmidt, her das 'ärztliche Gutachten abzugeben hatte, bezeugt, daß beide Angeklagte sehr stark nach Alkohol gerochen hätten. Die Angeklagten hätten offenbar zuviel getrunken gehabt. Das Ge­richt nimmt mit der Staatsanwaltschaft Fa hr - läs sigkeit für beide Angeklagte an unb stellt sich auf den Standpunkt, daß eine Einwirkung des Alkohols bei Transportgefährdung eine Geld­strafe, wie sie die Verteidigung beantragte, unter allen Amstänben ausschließe. Veeh erhielt füifl Monate unb Karl 2 Monate Gefängnis.

* Babenha u sen, 15. Aug. (Eigen. Be­richt.) Wie wir berichteten, war am Anfang dieser Woche ein Grohseuer ausgebrochen. Heber die Arsache des Drandunglückes war man sich vor­erst noch nicht im klaren. 3nzwischen hat sich herausgestellt, daß Brandstiftung vorliegt. Es wurden bis jetzt drei hiesige Personen wegen dringenden Verdachtes der Brandstiftung vergif­tet unb in das Amtsgerichtsgefängnis nach Se­ligenstadt verbracht. Es ist noch unentschieden, ob fahrlässige ober vorsätzliche Brandstiftung vorliegt. .. Die Beamtenschaft der hiesigen Schutzpolizei wird in den nächsten Tagen zugunsten der Drand- geschädigten ein Wvhltätigkeitskonzert veran­stalten.

Hessen-Nassau.

spd. Frankfurt a. M, 15. Aug. 3n Hof a. b. S. wurde der angebliche Duchhalterr Wilhelm Pintscheritsch aus Marburg i. Ö. festgenom­men. 3n dem Besitz des jungen Mannes fand man ein wahres Arsenal von gestohlenen Sachen der verschiedensten Art: Fahrräder, Ähren, Ketten, Broschen, Taschen usw. Alle Sachen hat Pint­scheritsch gestohlen. Er reiste bei Bregenz t»

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