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.schwtzven Beeidigung" der Besahungstrappen durch einen Artikel vom 22. Juni. Ferner ist die Vorführung des FilmsSchneider Wibbel" noch dem gleichnamigen Theaterstück verboten worden.

Die Interalliierte 'Rheinlandkommission macht ferner Folgendes bekannt: Trotz fünf gegen sie erlassener Verbote, trotz der eingegange­nen Verpflichtungen (! Schriftl.) fährt die »Deutsche Allgemeine Zeitung" fort,* in ihren Spalten besonders verleumderische Ar­tikel zu veröffentlichen. Die Interalliierte Rhein­

landkommission beschränkt sich Darauf, als ganz | ausnahmsweise milde Maßnahme dieser Zeitung eine strenge und letzte Verwarnung &u er­teilen.

Wiedereinführung von Brückenzöllen.

Höchst a. M., 15. Juli. (Wolff.) Die Brückenzölle über die der rheinischen Eisen- bahnverwaltung gehörenden Drücken sind auf Ersuchen der Regie hin wieder ein­geführt wvr de n.

Innerpolitifche Gefahren.

Kommunistische Hochverräter ohne Ende.

Rach einer Meldung aus Schwerin verhaf­tete die Landeskriminalpolizei den neuen Landes­leiter der K. P. D. für Mecklenburg, Äeubacher. In seiner Wohnung wurde chiffriertes Material gefunden, dessen Entzifferung der Kriminalpolizei bereits gelungen ist. Die Aufzeichnungen enthal­ten Angaben über die Bewaffnung der Mitglieder der kommunistischen Partei. Gegen Reubacher soll Anklage wegen Hochverrats erhoben werden.

Der Kommnnistenskandal im Preußische» Landtag.

Berlin, 15. Juli. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt der Bericht des Geschäfts- vrdnungsausschufses über den kommunistischen An­trag auf Herausgabe von Material, das bei der Durchsuchung der Räume der kommunistischen Fraktion beschlagnahmt worden war.

Der Berichter st alter, 2160. Ruschke (Dem.), legt die Gründe dar, die die Mehrheit des Ausschusses zur Ablehnung des kommunistischen Antrages bewogen. Die Ausschutzmehrheit habe den Standpunkt vertreten, datz es notwendig sei, bei ähnlichen. Durchsuchungen die Rechte des Par­lamentes zu wahren.

In der Aussprache erklärt A6g. Dr. Deerberg (Dntl.), die Immunität des Abge­ordneten müsse da ihre Grenze finden, wo die In teressen der Allgemeinheit ge­fährdet würden. Die Entscheidung in sol­chen Fragen liege ausschließlich beim Präsidenten, der im vorliegenden Falle gar nicht verpflichtet gewesen wäre, dem Hause die Gründe mitzuteilen, die ihm der Untersuchungsrichter für sein Vor­gehen mitgeteilt habe. Der Bericht des Reichs­tagsausschusses über die kommunistischen Haftent- lafsungsanträge habe gezeigt.

Daß die kommunistische Tscheka tatsächlich Morde vorbereitet und zum Teil schon aus- geführt hat.

(Unruhe und Rufe der Kommunisten: 400 Morde von rechts: rechts sitzen die Mörder. Der kommu­nistische 2Ibg. Dahlem erhält wegen eines gegen den Redner gerichteten Zwischenrufs einen Ord­nungsruf.) Die kommunistische Tscheka fade Eisenbahnsprengkolonnen eingerichtet und sogar Cholera - und Typhus bazil- len als terroristische Kamp f mittel vorbereitet. (Ruse bei den Kommunisten: Das sind Lügen! Unruhe. Präsident Leinert droht den kommunistischen Zaischenrufern rücksichtslose Anwendung der Geschäftsordnung an.)

Die kommunistische Reichstagsabg. Ruth Fischer habe im Reichstag erklärt, die K v m - munistenseiensämtlichHochverräter. Bei dem Zusammenhang der kommunistischen Tscheka mit der kommunistischen Zentrale sei der Untersuchungsrichter durchaus berechligt gewesen, die Räume der kommunistischen Fraktion durchsuchen zu lassen. Die Untersuchung habe gezeigt,

r dah das deutsche Volk von einer furchtbaren 2 kommunistischen Gefahr bedroht ist,

gegen die der Innenminister Severing mit r großem Rachdruck Vorgehen sollte. (Beifall rechts, Pfuirufe bei den Kommunisten.)

Abg. Dr. Meh e r - Ostpreußen (K.) erklärt, der Untersuchungsrichter Vogt habe amtsverbre­cherisch gehandelt. (Rüge des Präsidenten) Dieser deutschnationale Untersuchungsrichter habe auch seinen Parteifreund Deerberg falsch informiert. Es handle sich durchaus um harmlose Briefe und parlamentarische Akten. (Ruf rechts: Das ist ja nur ein Verzeichnis der harmlosen Sachen. Das belastende Material ist nicht dabei!) Heber das tt-eiter zurückbehaltene Material haben wir kein Verzeichnis. Dieses Material wird wahrscheinlich durch Spitzel vom Schlage Haarmanns ergänzt werden. Die grobe Eil- und Leichtfertigkeit des Präsidenten Leinert ist ihm von f ebnem Partei­freund Dr. Cohn im Ausschuß bescheinigt worden. Demokratische und sozialdemokratische Ausschutz­mitglieder haben die absolutistische Wlllkür zurück- ireifen müssen, die Präsident Leinert bei der Aus­übung feiner Macht anwenden wollte. Er ersucht um Annahme eines kommunistischen Antrages, der gegen Vogt ein strafrechtliches und disziplina­risches Vorgehen mit dem Ziele der Amtsent­hebung verlangt.

Es erübrigt sich, den weiteren Verlauf der Debatte, in der sämtliche kommunistische Anträge abgelehnt wurden, darzustellen.

Frau Wolsfftein

Berlin, 15. Juli. Der Aeltestenrat des Preußischen Landtages beriet h.ute über den E i n- sprach der 2lbg. Frau Wolffstein (Kom.) gegen ihre Ausschließung. Der schrif t- lich niedergelegte Einspruch fügt der im Plen im gegen den Präsidenten ausgesprochenen Beleidi­gung eine neue Beleidigung hinzu.

Präsident Leinert beantragt trotzdem eine Milder ung dahin, daß der Lllisschlllß nur bis Ende der laufenden Woche gelten soll. Das wurde von allen Parteien abgelehnt. Es bleibt also bei dem Ausschluß auf 8 Tage. Bayerische Enthüllungen.

München, 15. Juli. (WTB) Der Ver­fass u n g s au s s chu ß des Bayerischen Landtags beschäftigte sich in längerer leb­hafter Debatte mit den Anträgen der Kom­munisten, des Völkische nBlocks und der Sozialisten auf Aufhebung des Aus­nahmezustandes in Bayern, welch» abgelehnt wurden.

Rach Begründung der Anträge erklärte der Redner der Bayerischen Volkspartei, Schäffer, daß die Nationalsozialistische Arbeiterpartei kürzlich einen Geheimerlaß herausgegeben habe, nach dem bei den kommenden kommu­nistischen Anruhen sich die Nationalsozialisten neutral verhalten müßten.

Der Redner machte dann Mitteilung von aufsehenerregenden Geheimerlas­sen der Rationalsozialisten und er­klärte, datz, wenn der parlamentarische -Unter» suchungsausschutz sich mit den Vorgängen anläß­lich des Hitlerunternehmens befassen müsse, man zwei sehr wichtige Dokumente vorzu­legen habe, welche in den öffentlichen Verhand­lung des Hitlerprozesses nicht erwähnt worden seien. Das eine sei das Aktionsprogramm der sogenannten Völkischen vom 22. oder 23. Sep­tember 1923 und ein zweites Schreiben, datiert vom 28. September 1923. Am 26. September fei bekanntlich Kahr zum Generalstaatskommissar be­stellt worden. Der Gedankengang des Aktions­programms sei folgender: Wir leben in einer un­geheuren wirtschaftlichen Rot und müssen die Stimmung für uns ausnützen. Der Bayrischen Volkspartei muh nahegelegt werden, einen Er­nährungsdiktator zu bestellen, welcher Maßnah­men treffen muß, die unbedingt zu einem Konflikt mit dem Reich führen. Bei den kommenden grohen politischen Unruhen müssen wir uns nach außen der Staatsregierung zur Verfügung stellen, jedoch unter der C^bingung, datz wir das Münchener Polizeipräsidium, das Innenministerium und eine Art Generalstaatskommissariat in die Hände be­kommen. Dann haben wir die Macht in Bayern ohne Revolution. Schaeffer sagte, dieser Plan sei an der Bestellung Kahrs zum Generalstaatskom­missar am 26. September gescheitert.

Im zweiten Schriftstück vom 28. September heiht es:

Die Bestellung v. Kahrs von den Klerikalen sei ein sehr guter Schachzug gewesen. Es wäre jetzt unmöglich, die Macht in die Hand zu nehmen. Gegen Kahr, der einen großen Teil der vaterländisch Gesinnten hinter sich Habe, müsse folgende Taktik eingeschlagen werden. Es seien ihm vaterländisch klingende Forderungen zu unterbreiten, von denen man wisse, daß sie u n du r ch f ü hr b a r seien. Lehne Kahr sie ab, weil sie unmöglich seien, dann werde er als Schwachmatikus unter die Räder kommen: nehme er sie an, sei er auch erledigt. Auf diese Weise sollte Kahr beseitigt werden.

Demgegenüber erEIärten die völkischen Ab­geordneten Strasser und Stelzner, datz ihnen von solchen Geheimerlassen nichts be­kannt sei: sie müßten deren Bestehen be­streiten.

Der Minister des Innern lehnte namens der Staatsvegierung die Aufhebung des Ausnghme- zustandes in Bayern ab.

Aus Stadt und Land.

Giehen, den 16. Juli 1924.

Somrnerbrauu.

Was man vor dem Kriege sehr selten in der Stadt sah: daß Menschen von der Julisonn-e braun gebrannt sind, das ist heute, wo die meisten Städter ohne Hut gehen, ein gewohnter Anblick. And viele kleidet es wirklich recht gut; es gibt ihnen ein gesundes Etwas, das sie sonst nicht hatten.

Man ist überhaupt nicht mehr so empfindlich wie früher, wo bei Damen der Sonnenschirm eine sehr große Rolle spielte. Heute findet man ihn selten und hat auch da noch den Eindruck, kmß er zu entbehren wäre, denn die aUgütige Mutter Sonne ist wirklich nicht so bösartig, wie man früher auf Schritt und Tritt in der Furcht vor Sonnenstich annahm.

Auf das Ganze gesehen sind wir in den letzten aebn Jahren doch viel natürlicher geworden, der blasse Teint wird zwar immer noch von manchen Herren geschätzt, aber dieser Geschmack tyranni­siert nicht mehr die holde Weiblichkeit. Sie dür­fen ruhig hübsche braune Arme haben, einen, braunen Racken, braunes Gesicht und braunes Rasenjoch wir finden das alles reizvoll, wenn es mit der Kleidung zusammenstimmt.

Die gesündere Art der heutigen Mode, die Bewegung in frischer Luft, das Angebundenere im Umgang der Geschlechter miteinander hat uns freier und kräftiger gemacht. Wer Sonntags in fröhlicher Gesellschaft draußen in der Ratur ge­wandert ist, möglichst nicht in den ausgetretenen Spuren der großen Karawanen, der bringt Mon­tags früh in sein Bureau und an seine Arbeit eine Frische und Fröhlichkeit mit, die ihn manches nicht so tragisch nehmen läßt, wie er es sonst nehmen würde. Die Augen des sonnenverbrann­ten Menschen leuchten anders als die des ge­langweilten nervösen Stubenhockers, der drauhen seinen Strohhut ängstlich auf den wohlfrisierten Locken scheitel preßt, und die Handschuhe immer sorgfältig zu knöpft. Wem das Sommerbraun über das Gesicht spielt, der ist einem Scherz geneigt; du wirst selten finden, daß er sich ziert und blasiert tut, sein Umgang mit der Ratur hat ihn natür­lich gemacht.

Wir Städter können es uns tatsächlich zum Lobe anrechnen, datz wir vom Landvolk heute nicht mehr für so große Raturignoranten gehalten werden, wie noch vor einem Jahrzehnt, wo alle Witzblätter voll davon waren, was für törichte Fragen die Sommerfrischler stellten. Sie stellen gewiß heute noch reichlich viel unnötige Fragen, aber das liegt schließlich in der ganzen Art der Urlaubsstimmung und in der Behaglichkeit so einer ländlichen.Umgebung begründet. Man traut uns doch langsam zu, daß wir Weizen von der Gerste und Hafer vom Roggen unterscheiden können.

Rein wirklich, wir sind wieder ein klein biß­chen Raturkinder geworden, wenigstens viele von uns, und wir sind stolz auf die sommerbraune Haut von Gesicht und Händen.

And sollte einer darüber die Rase rümpfen, so mag er es tun, denn die Art derer, die grund­sätzlich immer das andere wollen, stirbt ja nie aus!

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ftzkestener Wockienmarktpreise

Es kosteten: Butter Psd. 180190 Pf., Matte 28, Käse 55, Eier Stück 12-13. Wirsing Pfd. 30,

gelbe Rüben 20, rote Rüben 15, Römischkohl 10, Bohnen 3540, Blumenkohl Stück 30100, Salat Stück 5, Salatgurken 50 tO, Eiumachgurken 45, Ober-Kohlrabi 1020, Erbsen Pch 20, Tomaten 70-100, Zwiebeln 20, Ret.ich 30-40, Kartoffeln, neue 812, Himbeeren 80, Kirschen 2535, Em- machkirschen 4045, Heidelbeeren 40, S ache!leeren 2540, Johannisbeeren 35, Mirabellen 90.

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* Beflaggen der Di e n st ge b ä u de am Verfassungstag. Unter dieser lieber» schrift berichtet dieDarmstädter Zeitung": Das Gesamtministerium hat in einer an sämtliche unter­stellten Behörden gerichteten Verfügung angeocd- net, daß sofern es noch nicht geschehen i|t für sämtliche staatliche Dienstgebäude und sonstige öffentlichen Zwecken dienende Gebäude, wie Rat­häuser, Schulen usw., schwarz-rot-goldene Fahnen bis spätestens zum diesjährigen Verfassungstage | zu beschaffen sind. Weiterhin ist den zuständigen Ministerien bis zum 5. August zu berichten, daß diese Reichsfahnen beschafft sind bzw. zur dies­jährigen Feier des Verfassungstages (am 10. und 11. August) aufgezogen werden.

** Goldmünzen in Sicht. Das Reichskabinett genehmigte den Entwurf des MünzgefetzeS, der die Prägung von Goldmün­zen zu 10 und zu 20 Reichsmark und von Silbermünzen zu 1 bis 5 Mark, sowie von Stücken über 1, 2, 5, 10 und 50 Pfennigen vor- sieht. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes wird spater von der Reichsregierung bestimmt.

" Die S traßenbahn verkehrt von heute ab nach einem wesentlich erweiterten Fahrplan, und zwar ist jetzt der 7 Vz-Minuten-Der- kehr von morgens V28 bis abends 8Vr übr durchweg durchgeführt, während er bisher nur in einigen Vor- und Rachmittagsstunden bestand und im übrigen die Wagen nur alle Viertel­stunde fuhren. Mit dieser Verbesserung des Der- kehrsdienstes hofst die Straßenbahnverwaltung den berechtigten Anforderungen der Bürgerschaft an den Straßenbahndienst genügen zu können. Die Erweiterung des Fahrplans verursacht natür­lich erhebliche Mehrkosten des Betriebs, die nur durch eine ständige rege Inanspruchnahme der Dahn zu decken sind. Wenn diese rege Benutzung der Dahn nicht eintritt, dann dürfte es sehr leicht auch mit der Verkehrsverbesserang mietet Essig werden, und dann hätte die Bürgerschaft es nur sich selbst zuzuschreiben, wenn wir wie­der zu einem Straßenbahnfahrplan zurückge­schraubt würden, den man mit der Bedeutung unserer Stadt schlecht in Einklang bringen könnte.

** Balalaika und russische Volks­lieder im Stadttheater. Das Domra- Balalaika-Orchester unter der Leitung von Dr. Eugen S w e r k 0 s f, das sich zur Zeit auf einer Konzertreise befindet, hielt gestern abend auch in unserem Stadttheater Einlehr und bereitete hier einem ziemlich gut besetzten Hause einen sehr ge­nußreichen Abend. Das Programm wies eine recht ansprechende, belebende Färbung auf; im ersten Teil brachte es instrumentale Darbietun­gen mit einigen Liedern eines Belgrader Tenors, im zweiten Teil neben einigen kleinen Tanzein- lagen den Männerchorgesang einer Reihe russi­scher Volkslieder. Im instrumentalen Teil sowohl, wie auf dem Gebiete des russischen Volkslieder­gesangs gehören die geschickt und sehr wirkungs­voll gesteigerten Darbietungen dieser Künstler­gesellschaft mit zu den besten Leistungen, die wir bisher auf diesen Gebieten hören konnten. Da­bei muß der straffen und ruhigen künstlerischen Führung Dr. Swerkoffs, der sein Orchester vortrefflich in der Hand hatte, ein besonderes Wort der Anerkennung gesagt werden. Die Gesangs­solisten V. Grigorieff und W. W i k t 0 r 0 f f erwiesen sich als (Sänger von ausgezeichneten künstlerischen Qualitäten. Die Darbietungen auf dem Gebiete des russischen Volkstanzes zeigen leider einen gewissen Abstieg von der sonstbr guten künstlerischen Höhe des Abends. Obwohl die Leistungen der Tänzerin Frl. Ostrvmens- kaja und des Sängers Smirnoff zu beach­ten sind, müssen wir doch sagen, daß wir diese Tänze bisher schon verschiedentlich um etlicheGvade besser dargestellt gesehen haben. Das Publikum zeigte sich namentlich den instrumentalen und ge­sanglichen Darbietungen gegenüber in steigendem Matze dankbar und ließ Deifallssalven ertönen, die man nicht gerade allzu häufig hört.

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Bornotizcn.

Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:The Kid" und Taras Dulba". Rundfunkhaus, Löberstrahe: 8V2 UhrDer schöne Klang".

Baugenossenschaft 1894. Don­nerstag abend 81/2 Ähr außerordentliche General­versammlung. (Siehe Anzeigenteil.)

E in Vortrag über China totrb am Donnerstag abend 8V2 ^r im Vereinshaus Löberstrahe stattfinden. (Siehe Anzeige.)

Mcttcrvoranssage

für Donnerstag:

Bei zunehmender Wärme und südlichen bis westlichen Winden erhöhte Regenwahrscheinlichkeit, später etwas kühler.

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Landkreis Gießen.

)) Lich, 14. Juli. Der ©emeinberat stimmte rn feiner jüngsten Sitzung einem von dem Bürgermeister vorgelegten Entwurf eines Rachtrags zur Baupolizeiverordnung für die Stadt Lich, der bei § lc der Baupolizei­verordnung vom 9. Juli 1904 folgenden Zusatz vorsieht, zu:Die Anbringung von Firmenschil­dern senkrecht zur Straßenfluchtlinie, sowie von Haken und ähnlichen zum Aushängen von Waren und dergleichen dienenden Vorrichtungen kann im Falle eines vom Gsmeinderat anerkannten Bedürfnisses in Ausnahmesällen und nur in stets widerruflicher Weise gegen 'Ausstellung eines Re­verses gestattet werden, wenn sich der Anlieger ;ur Zahlung einer Anerkennungsgebühr, die jähr­lich mindestens 2 Mk. für jedes Schilp Haken oder dergleichen betragen soll, verpflichtet." Ferner stimmte er dem Entwurf einer Polizeiverord­nung zur Friedhofs- und Degräbnis- ordnung der Stadt Ach zu. Die Verpach­tung der Fischgewinnung im Schwa- n e n f e e für das laufende Jahr an Hugo Klein dahier zu 10 Mk. wurde mit Stimmenmehrheit genehmigt. Die zum Ausbau verschie­dener Straßen erforderlichen Mittel sollen im Wege der Aufnahme einer Anleihe be- 1 schafft werden. Der Im April zurückgestellte An­

trag aus Ausgabe von Inhaberabllgatwnekr wurde gegen 2 Stimmen angenommen. Die An­leihe gewährt eine doppelte Sicherheit. Durch sie werden 10 000 Raummeter Duchenscheitholz verpfändet und außerdem wird Wertbenänvig- leit auf der Dollarbasis garantiert. Rückzah­lung und Verzinsung werden auf Wunsch m Holz, geleistet. Auf diesem Weg: hofft man, die Anleihe in Lich und seiner näheren Umgebung unter;abringen. Gelegentlich einer Straßen­vermessung in der Ziegelgasse war festgestellt worden, daß die Einfriedigungsmauern der Grundstücke der Karl Ludwig Kaspar Jang Witwe und des Ludwig Scherfs dahier auf städtischem Straßengelände stehen. Der Gemeinderat erklärte sich in Anbetracht dessen, daß das Versehen der Mauern größere Kosten verursachen wird, damit einüerftaiben, daß die­ser Zustand in widerruflicher Weise bestehen blei­ben soll, wenn die De ih :r sich zur Ausstellung eines Reverses und Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 1 Mk. verpflichten. Um ein UeberHandnehmen der Feld­dieb stähle zu verhüten, empfiehlt der Ge­meinderat den Erlaß einer feldpolizeilichen An­ordnung über die näch tliche Sperrung der Feldgemarkung Ach während der Sommer- u. Herbstmonate. Als Sperrzeiten axir= den vorgesehen: Juli and August*Pon abends 9 bis morgens 5 Uhr, September und Oktober von abends 8 bis morgens 6 Uhr. Ein Gesuch eines hiesigen Handwerkers um freihändige Ab­gabe von 1 Festmeter Eichenstammholz 3. Klaste wurde unter Zugrundelegung eines Llbgabeprei- ses in Höhe des diesjährigen durchschnittlichen Dersteigeiungserlöses genehmigt. Dem Bei­tritt der Stadt Lich zum Vogelschutz- verein für Hesien wurde zugestimmt. Der Bürgermeister gab bekannt, daß er auf Be­schluß der Landwirtschaftlichen Kommission das Grundstück des August Heupel an der Butz­bacher Straße, Flur VII1 Ar. 527, 1004 _ Qua­dratmeter zum Preise von 3765 Mk. für die, Stadt Lich erworben habe, und daß er aus An­laß der Versetzung des Schutzmannes Meyer in den Ruhestand diesem vor der versammelten städtischen Beamtenschaft den Dank der Stadt, gleichzeitig auch un Ramen des Gemeinderates ausgesprochen habe.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Bensheim, 14. Juli. Geh. Rat Eck­stein, der Kreisdirektor von Bensheim, ist gestern nach längerem schweren Leiden irn Alter von 62 Jahren verschieden.

* Darmstadt, 15. Juli. Bei der Schutzpolizei in Babenhausen äußerte ein junger Polizeibeamter namens Schmidt, er könne eine Handgranate so werfen, daß sie noch in der Luft explodiere. Das Experi­ment mißlang jedoch und die Granate ex­plodierte noch in seiner Hand. Schwerver­letzt muhte er nach dem Krankenhaus ge­bracht werden; er starb aber bereits auf dem Transport. Die Granate forderte noch ein zweites Menschenleben, denn sie brachte noch eine andere Granate zur Explosion, die einen Kameraden ,namens Becker so schwer verletzte, daß auch er bald seinen Geist aufgab.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M. 15. Juli. Die Stadtverwaltung kaufte vorbehaltlich der Zu­stimmung der Stadtverordnetenversammlung das bei Cronberg gelegene Kurhaus Cron- thal samt dem Quellenbezirk für 85 000 Goldmark. Sie will das wertvolle Anwesen nach seiner vollständigen ©rrteuenmg selbst bewirt­schaften. Vor mehreren Wochen wurde von ' zwei unbekannten Personen in einem Hause am Dornbusch auf eine alleinstehende Dame ein 11 eher fall versucht. Die Räuber versuchten die Dame durch Vorhalten eines Revolvers ein- zuschüchtem, was aber an dem energischen Auf­treten der Äeberfallenen mißlang. Die Räuber mußten unverrichteter Sache das Haus verlassen. Runmehr gelang es, den einen der Täter in der Person des Bereiters Achilles Hahn festzuneh­men. Hahn wurde steckbrieflich gesucht. Gr ist ein vielfach rückfälliger Dieb und Räuber, auf dessen Konto eine erhebliche Zahl anderer Raub­überfälle kommll Am Goetheplah raubte ein Mechaniker aus Klingenberg einer Ange­stellten, während dieser sich die Lluslagen eines Schaufensters ansah, einen Wertbrief über 115 0 G 0 ldmark. Er flüchtete, konnte aber von einem Schühpolizeibeamten eingeholt werden. Wie der Geldräuber bei seiner Vernehmung an* gab, hat er sich den ganzen Tag über im Post­scheckamt aufgehalten und aus dem Publikum dort sich das Mädchen ausgewählt, um es später an geeigneter Stelle zu überfallen. Den Raub will er ausgeführt haben, um seine Schulden decken zu können.

Scheidemann und drei Kasseler Stadträte zwangsweise pensioniert.

Kassel, 15. Juli. (WTB.) In einer ver­traulichen Sitzung der Stadtverordneten wurde von den anwesenden Mitgliedern der Rechtsparteien und des Zentrums endgültig beschlossen, den Oberbürgermeister S ch e i de- mann sowie die Stadträte R0 s en stv ck und W i 11 r 0 ck und den Oberbaurat Höhle zum 1. September in den Ruhestand zu ver­setzen.

Landwirtschaft.

* Die Dullen auktion des Land» Wirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen in Alsfeld am 7. Juli brachte, wie schon lurg. berichtet, den Züchtern einen un­erwarteten Erfolg. Für besonders wertvolle Bul­len tourben Preise erzielt, die bei freihändigem Verkauf wohl niemand zu fordern gewagt hätte. Der teuerste Dulle ging in den Besitz der Ge­meinde Rieder-Ohmen für 92 0Mk. aus der Hand des Karl Schäfer I. in Zell über. Die beiden nächsten Dullen brachten je 810 Mk. Züchter waren Hch. Rahn -Angersbach und P. A b t - Memmingen (Oberbaden), Besitzer Gg. Weitzel- Eisa, Käufer die Gemeinden Wa l l e n r 0 d bzw. Rieder-Ohmen. Aus der Zucht von Föl- zing- Billertshausen ging ein Bulle zum Preise von 780 Mk. an die Gemeinde Groß- Felda. Von 47 zur Auktion gebrachten Dullen fanden 26 Abnehmer. Der Durchschnittspreis betrug 550 Mark. Die nächste B u l l e n a u k t i 0 n, du vorzugsweise aus den Kreisen G> ehen, Fried­berg und Düdingen beschickt wird, ftiidei Ende Juli in L i ch statt. Auf diesem Marll kom­men auch die I ä h r l i n g 3 b n* e ber fürstliche^