Ausgabe 
16.5.1924
 
Einzelbild herunterladen

zitzmöAktthkeit Md bte -weTgestoltung tn Fvarü- ireicb zur Zeit günstiger liefen. 3m übrigen bilden amerikanische Mehle noch immer eine starke Äon» Juvrena, und es ist erstaunlich, woher angesichts ter geringen Devisenzuteilungen die ausländischen ^-Zahlungsmittel zum Bezüge derartiger Mengen hergenommen werden. 3n Weizen war das An­gebot, namentlich aus Sachsen, ziemlich stark und konnte nur unvollkommen und nur zu stark ge­senkten Preisen Unterkommen finden. Ein Teil der Mühlen liegt immer noch still oder arbeitet mit starker Einschränkung. "

Hafer, zum Teil auch Gerste, muhten sich eine Preissenkung gefallen fassen. Roch schwieriger gestaltete sich der Roggenumsatz. Befürchtete Qua», litätsminderung drängt zu vermehrtem Absatz, idem Rachfvage kaum entgegensteht. Die Reichs­getreidestelle versucht durch Kreditgewährung bei Käufen jede Äonfurrena auszuschalten. Auch dort ist die Gefahr, dah große Lager Getreide für die menschliche Ernährung unbrauchbar werden, noch außerordentlich stark. Wieder einmal zeigt es sich, dah ein 3nstitut, wie die Reiä-sgett-eite- stelle, das sowohl von lairdwir-tschaftlicher Seite, als auch vom Hantel von Airfang an bekämpft worden ist, nicht nur dem Staat zur Last fällt, sondern direkt eine GesaHr für die Wirtschaft werden kann. H. W.

9

Heberschu h in Ver Reichskasse. Dach der Liebersicht über die Geldbewegurrg bei der Reichs hau ptkcrsse vom 1. bis 10. Mai beträgt die Summe der Einzahlungen 121931 745 Gold- mark, der Auszahlungen 117 461697, mithin ist ein Lleberschuh tmi 4 4M 778 Goldruark zu ver­zeichnen, wodurch der bisherige Zufchuhbedarf seit 1. April 1924 auf 15,6 Millimren Goldmark zurückgegangen ist.

* Ab bruch der deut sch-ru ssische n ErdvlperHandlungen. Zwischen ber Ber­liner russischen Handelsvertretung und einer Gruppe deutscher Firmen, der »Deutschen Erdöl- Akt. -Ges." war tov kurzem ein provisorischer Ver­trag geschlossen ijjutten, demzufolge im Lause eines Zcchres Benzin und Schmieröle im Werte von 43 Millionen Goldmark nach Deutschland ein» geführt werden sollten. Das Abkommen sollte mit kleinen Abänderungen in diesen Tagen rati­fiziert werden. Rirnmehr hat die russische Han­delsvertretung den deutschen Firmen mitgeteilt, Latz im Zusammenhang mit dem bekannten Zwi­schenfall weitere Verhandlungen gegenwärtig un­möglich seien.

* .Zur Frage der Einführung des Getreide-Termin Handels. Der Verein der Berliner Produkten Händler hat die Einfüh­rung des Getreide-TernünhanLels prinzipiell ge­nehmigt. Die Rvtweirdigkeit des Termingeschäftes wird im Znteresse ter Drotvcrsorgung der Be­völkerung auch von den Mühlen anerkannt. Die spekulativen Elemente des Getreidegeschäftes dürf­ten durch die Stabilisierungskrisis der letzten Mo­nate ,fast gänzlich entfernt worden sein, .so dah als Gegenkontrahenten nur noch solid- Firmen in Frage kommen. Mit der Wiedereinführung des Termingeschäftes will man jedoch bis zur Klärung der Reparativnsfrage warten.

A.-G. zur Ausnutzung der Dahri­schen Wasserkraftwerke. Linker der Füh­rung der Wirtschaftsbank Bayern A°G. in Mün­chen hat sich ein Konsortium gebildet zum Aus­bau und zur Aiusirutzung der Lechwasserkräfte bei Landsberg. Man rechnet mit der Gewinnung von mindestens 25 000 PS., die für eine Stickstvff- industrie ausgenuht werden sollen.

* Di v idendenlvs. Am 11. Mai haben bte Aufsichtsräte der Ge lsenkirchener Bergwerks - A-G., des Bochumer Vereins für Bergbau- und Guhstahlfabrikation and der Deutsch-Luxemburger Berg­werks- und Hütten - A°D. getagt und be» schlossen, den Generalversammlungen, die auf den 3. Juni cinberufen werden, vorzuschlagen, von einer Dividenden-Verteilung abzusehrn.

* Allg. Jndustrieverkaufs- 21.»©. Frankfurt a. M. Das Llnternehmen hat sich gezwungen gesehen, Geschäftsaufslchi zu beantra­gens Dte an sich noch junge Firma hatte "verhält- vismäßig starken Export elektrotechnischer Artikel na«I"Englan- und anderen Staaten und ist in ,6er Deyxühung, größere Auhenständr hercinzubekom- mech durch die gegenwärtige mißliche Kveditlage im.3nnern tn Schwierigkeiten geraten.

Pfälzischer Weinreichtum. Man schreibt uns aus der Pfalz: Die Weinbergge- biete der Pfalz stehrn' in diesem Frützsahr mehr denn je im Zeichen der Weinversteigerungen. Mancher ängstlich zurückgehaltene Vorrat der drei lehten--Weinjahre kommt jetzt auf den Markt und geht auf dem Wege des Meistangebots in andere Hände über. Die bekanntesten pfälzischen Wein- orte sahen in den Vorwochen Kaufliebhaber und Weinkommissionäre auf ihren großen Wemver- steigerungen. Jetzt schließen sich die Weinberg» besitzer der abgelegenen Weinorte zusammen, um die Gewächse von 1921, 22 und 23 zu versteigern. Auf diesen kleinen Versteigerungen ist die Teil» nehmerzahl geringer, das Kaufinteresse ebenfalls und die Preise bewegen sich abwärts. Es wurden an der Haardt für den 1921er Weißwein durch­schnittlich 1500 Mark bezahlt für tausend Liter. Für den 1922er Weihwein 760810 Mk. Für den 1923er Rotwein 510 Mk. und für den 1923er Weihwern 10801620 Mk. Es nähert sich also der Zeitpunkt, an dem ein gutes Glas offenen naturreinen Weines wieder für einige Pfennige zu haben sein wird.

* Aktiengesellschaft Mix und Ge­nest, Telephon- und Telegraphen- Werke in Berlin-Schöneberg. 3n der v. G.-V. waren 48 875 000 Mark Aktien vertreten. Der Geschäftsbericht wurde, ebenso wie die Bilanz und Gewinn- und Verlu st rechn ung, mit allen gegen 21 Stimmen genehmigt. Demnach wird der buch­mäßig sich ergebende Reingewinn von rund 2 000 000 Billionen Mark nach Rückstellung von 27 000 Goldmark für die Tätigkeit des Aufsichts» vates auf neue Rechnung vorgetragen, ©egen diesen Beschluß wurde von feiten der Opposition Protest zu Protokoll gegeben. Gleichzeitig wurde von dieser der Antrag gestellt, eine Ävidende von 10 Goldmark je Aktie an die Aktionäre zur Ausschüttung zu bringen. Diese Ausschüttung würde einen Betrag von 765 000 ©oldmark er­fordern, der jedoch nach der Erwiderung des Vor­standes nicht flüssig sei. Die Kreditfrage aber sei das wichtigste und schwierigste Problem das jetzt überhaupt ein Aktienunternehmen zu 'lösen hat. Schon an dieser Tatsache würde der Antrag auf ungeheuere Schwierigkeiten stoßen. Wenn auch zugegeben werden müsse, daß die Dilänz «einen sehr guten Stand des Llnternehmens aus­weise trotzdem es sich um Papiermartzahlen handele so könne doch nicht zugegeben werden daß ein Gewinn von 2 Millionen Goldmarl ent- standen sei. Die Opposition wies darauf hin, daß

Banknoten,

Revarc.

Fernp. 15. Mai

30

60

8

16

<0

20

3)

5 es

toec LverrerhavungSftmdS noch mit 300 Millionen Papiermark aufgeführt werde, die eine bessere Verwendung durch Ausschüttung an die Aktionäre erfahren hätten. Die V«waltung bemerkte dem­gegenüber, daß diese Summe durchaus so gut wie möglich verwertet worden und nicht der In­flation ausgesetzt gewesen sei. Der Antrag wurde davaufhin abgelehnt, ©egen sämtliche Beschlüsse gab die Minderheit Protest zu Protokoll, mit der m Aussichtsstellung der Beschreitung des Rechts­weges gegen diese Beschlüsse.

* Zu lius Berge r Tiefbau-A-G., Berlin. Der Bericht über daS am 31. Dezember 1923 abgeschlossene 18. Geschäftsjahr weist nach Abschreibungen von 1 250 478 580 730 169 Mark (1 869 174 Mk.) einen Reingewinn einschl. Vortrag 1922 aus von 71 612 125 165 724 69 M. (57 98 818 Mark), der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll (100 Proz. Dividende). Der Geschäftsbericht führt u. a. aus: Mit der Ausführung der aus dem Vorjahre übernommenen Arbeiten sind wir noch einige Zeit beschäftigt. Die Hereinbringung neuer Aufträge im Inlaute wird von der Ent­wicklung unserer schweren Wirtschaft^- und Kre­ditlage abhängen.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

Britt

74,79

25,68

71,93

112,53 158,19

6,01 4,21

18,50 19,15

20,95

4,56

12,68

68,76 2,01

68,40

gier Nölen ........

slsche Noten ....... It Noten .........

>!sch: Noten »tsche Noten........

«.Oesterreich, 4 100 Krone»

mische Noten.......

be Noten..........

ische Noten..... ..

re Noten

Ungarische Noten Tschechoslowakisch« Not«. .... Norwegische Noten .......

Rumänische Noten...... -

Gvauische Note».......

Keld

74,41

26,54

71,62

111,97 157,41

5,83

4,19

18,40 19,05

20,85

4,54

12,67

68,45 1,99

68,10

) Dom Rückzahlung-Wert.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

fOf» Billionen Mart auSgedrückt. BoenoS-StreS, London, Neu» Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Dien und apest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.» Telegraphische Auszahlung.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M-, 15. Mai. Tendenz: Behauptet. Die Börse eröffnete beute mit einer großen Enttäuschung. Rachdem gestern nachbörs­lich eine kräftige Erholung eingesetzt, Halle man für heute eine weitere Aufwärtsbewegung als Beginn einer allgemeineren Befestigung des Marktes in der dringenden Aufwertung ter Pa­piere erwartet. Aber es kam anders. Die Rach- richt von dem Abbruch der Berliner Verhand­lungen über die Beilegung des Bergarbeiterstreiks machte einen schlechten Eindruck, wenn es auch heißt, daß diese heute fortgesetzt werden sollen. Denn man erblickt in dem gestrigen Abbruch der Verhandlungen den Beweis dafür, daß es noch

Frankfurt a. M.

Berlin

3n Billionen Prozent

Schlich.

Sd)lUi:.

Schluh«

Schluf,.

Kur»

Kurs

ßur«

Kur,

Datum:

14. S.

15.5.

14. 5.

16. 5.

6% DeaN<vc RelchSonirlv« . T'« Deutsch« NctchSanleihe .

0,081

0,081

0,077 0,430

0,077 0,430

JScutfiic Rclc-Sonleth« tf« Deutsche ReichSanletbe . Deutsche Svarprämtenanleth,

0,210

6,219

0,900

0,375

104,5

0,895 0,115

<*A Kreußtschc .«ollsol« . -

0,250

0,220

0,217

0,219

</» Hrfsen ............

V

1 I i

-

Deutsche Wertb. Dollar-Sul.

4,2

4,2

4,2

4,2

dto-Doll.-Schatz-Anwetsnug. *)

78

77,70

78

77,7

*/e Zolltürvu

W» Soldmeritau« ......

4,8

5,13

4,67

47,5

5,13

48,25

BaHnrr HandclSaesellschaf». «omnierr- und Privat-Bank.

25,75 4,2

27

4,3

25,25

4,5

4,5

Darmst. und Naiionalbank .

7.13

8,63

7,4

8,63

Dculiche Baut.........

fl,9

9,?5 0,650

8,75

9,63

Deui'chc BeretnSbank ....

,0,650

WSconlo Lommandit ....

8,75

9,7

8,87

9,7

Metall bank ..........

13,1

1,75

14,5 1,85

_

Mtkteldeuische Lredltbank. . Oeftklreichtsche Lredttaustall.

1,87

1,87

0,4375 0,360

0,425

0,400

46

0,125

0,825 45

0,425

Bochumer ... , . , .

51,25

Buderus............

11

12

11

12,25

Caro..............

15,4 42 46

16

15

16,25

45

62,5

Deutsch -Luxemburg......

Kelsenltrchcner vergwett* .

47

61,25

46,75

48,13

Harvener Bergbau......

«altwerle AfcherSlebei:. . . .

56,5

60

55

69,75

10,37

11,4

9.13

10,8

yaliwert Westeregrlu. ....

/ 15

15,<5 8,63 15,6 27,5

14,87 8,2

14

16

Lourahütte

7,8 14,25 25,26 25,75

8,63

15.5

27.9

28,5

L>drrbedors...........

Vdöntr Bcrata» .......

Nvetnstabl ...........

miebtit ll>?ontau.......

26

38

1,8=

41,5 2

37,8

40

tellu» Bergbau.......

Hamburg-amertka Palet. .. Norddeutscher Lloyd .....

22,87 |

5,37 | 40

24

5,63

44

2,9

5,2

23,75 6,4

Cheramischc Werke Sllbtu ..

Zementwerk Hetdelb«, . . . Ddtltpv Holzmaua ......

3,t 18,5

8,75

8,63

20.5

8,75

20,B

8*5 21,75

Analo-Cont.-Kuano.....

Badische Anilin........

14,87

1,5

14,63

14,75

18

Chemische Mayer Alapta. . .

1.4

Äoldschinidl..........

11,6

12.63

11,37

121

Griesheimer Electron ....

11,25

12.5

1',25

12,75

Höchster Farbwerke......

11,63

12,5

1M

11,7

Holjverloblung.......

7,3

8,2

13,87

ÄütgcrSwcrke.........

12.4

13,5

S che idecm statt.........

13,26

)4,5

CDg. ElekkrtzilLlF^»elrllschatt

8,6

9,8

8,4

9

Bergmann...........

10,5

6,2

11,5

5

11

12

Mainkraftwerk» ........

6d)urftrt............

29

35

31.5

36

Stemen» & teUb ......

42

47

!9,s°

46,5

Adkerwerke Sleye» ......

1,8

1,95

1,63

1,9

Daimler Motoren. »»...«

9,2

2,9

14,25

6,2

t,1

3,2

g

15

15,5

-

^ranlsurter Armaturen ...

0,650

0,660

--

Zlonstrvenfabrik Brami . . .

14

1,5

1.6

1,6

1.9

ZNmhfabrtk Heri.......

2,1 6,25

8,5 6/8

2,76

2,6

.^'eUfioff Äal'dhof.......

7.25

8,25

7,5

8,5

Zuckerfabrik Frankenthal ..

Zuckerfabrik Waghäusel .. .

3,4

tM

4.5

4,5

2,8

2,9

14. Mai

15. Mai

Rcpart.

Amtliche Geld

Dotierung Briee

Amtlich: 1

14.

|15.

Geld

Brief

Umll.-Nott.

157,21

1ö7,99

157,41

158,19

1

1

Drss--?lntw.

21,05

21,15

21,35

68,45

21,45

hon

voll

Christlania

E8.45

£8,76

58,75

12

0

Kopenhagen

71.6?

71,08

71,62

71,98

2

2

Stockholm -

111,97

112,63 1»,f.8

111,72

112,28

5

5

Helsingforr

10,62

10,57

10,63

voll

voll

Italien .

18,83

16,405

4,13

18,95

18.95

19,05

4

20

London..

18,493

16,405

16,495

1

2

Neunork . .

4,21

4,19

4,21

1

1

Paris....

25,01

25,16

23,14

25,23

60

50

Hchmel, .

74,51

74,99

74,41

74,79

2

r

Spanien > .

Wien in D -

08,33

W,65

68,45

68.75

10

20

Oest. abgel

5,93

6,02

5,98

6,02

voll

voll

Prag....

Budapest. .

12,43

12,54

12,43

12.M

10

1(1

M8

4.52

4^3

4,72

voll

voll

Buen^AtreS

1,383

3,03

1/95

1,385

1,695

voll

Bulgarien.

5.11

£.11

voll

voll

Japan .. . tiiio ve Jan-

1,683

1,693

1.685

*

voll

voll

0,475

1.482

i',475

0,485

voll

voll

Belgrad .

6,265

5,295

5,255

6,295

voll

voll

Lissabon .

12,63

12,74

12.55

12.64

voll

große Schwierigkeiten zu überwinden gibt, wenn eine Einigung erzielt werden soll- Auch die neuerdings auftaucheichen Gerüchte bezüglich neuer Schwierigkeiten bei der deutschen Kabinettsbildung blieben nicht ohne alle Wirkung auf den Verlaus der heutigen Börse. Die Käufer übten nun zunächst Zurückhaltung. Da aber auch kein großes Angebot vorlag, blieben die meisten Kurse unverändert. Spater machte sich die Nachricht, daß der Beirat der Federal Reserve Boar eine wirksamere Linier- stühung des Dawesplanes und eine Beteiligung Amerikas an der deutschen Goldnotenbank för­dere, das Geschäft etwas belebend, so daß kleine Kursbesserungen verzeichnet werden konnten. 3m freien Verkehr waren Becker-Werte schwächer. Becker-Scahl 43 */<. Decker-Kohle 7, Api 33/4. Petro­leum T *2l/<>, Kcügershall 4Vs, Ufa 85 * * */8. dagegen sind ®ntrebrife fest 38, Growag 0,24, Contibank 0,08.

Berliner Börse.

Berlin 15. Mar. La die mißliche Sette und Kreditverhältnisse die Haaptursache für die wochenlange Depression an der Börse getocfeix sind ist mit ihrer Besserung auch die Hanvtsorge von der Börse genommen. Kurzfristiges Geld tixir heute reichlich angeboten und bei Sätzen von 1 bis i/2 o/no kaum unterzubringen. Auch am Devisen­markt war ein weit stärkerer Rückgang in den Anforderungen als an den Dortagen festzustcllen, so daß die Reichsbank ihre Zuteilungen für einige Rebenplähe wieder erhöhen konnte, und, was be­sonders ins Gewicht fiel, auch für London, auf welche Devisen wochenlang nur 1 Prozent entfallen ttxiv, 2 Prozent bewilligte. Gegenüber dieser er- freulichen Erleichterung traten die ungünstigen durch den Streik im Ruhrgebiet geschaffenen Ver­hältnisse, wie sie in den beabsichtigten Stillegungen bei einzelnen großen Llnternehmungen geplant sind und teilweise durchgeführt wurden, in den Hintergrund, zumal man auch auf einen befriedi­genden Ausgang der stattfindenten Einigungs­verhandlungen nach wie vor rechnet. Linier diesen Llmständen erhielt die Dorfe eine freundlichere Veranlagung, und eine Erholung der Kurse konnte bei vorwiegenden Deckungs- sowie auch Meinungs­käufen angeblich auch seitens des Auslandes wei­tere Fortschritte machen. Hiermit ist gleichzeitig auch ein frischerer Zug in das nun seit Wochen stagnierende Geschäft gekommen. Das Interesse wandte sich in der letzten Zeit hauptsächlich den im Kurse erheblich zurückgegangenen Papieren zu, so daß die Mehrzahl der Montan- und Pe- troleumaktien Besserungen von 1 bis vereinzelt sogar 4 Billionen Prozent und mehr erfahren konnten. Bei den Schifsährtsaktien wirkte sich der Llmschwung vorerst nur in geringen Kurserholun­gen aus. Auch die zu Einheitskursen gehandelten Zndustriepapiere profitierten in entsprechendem Ausmaße.

Märkte.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 15. Mai. (Wolff.) Für die Ent­wicklung ter Saaten bleibt die Witterung recht günstig, gleichzeitig aber erweckt sie täglich mehr Besorgnisse wegen ter Haltbarkeit des Inlands- aeireites und des Mehles. Die Folge davon ist, daß sich die Inhaber der Ware beim Verkauf äu Preiszugeständnissen geneigter machen. Dies ist am meisten bei ter Reichsgetreidestelle der Fall, die ihre Bestände teilweise zu jedem Gebot unter­zubringen zu versuchen scheint. Da ter Hantel an ter Produktenbörse hierdurch aus dem Ge­schäft ausgeschlossen wird, bleiben die Llmsätze am Produktenmarkt unverändert gering. Das gleiche gilt auch für Gerste, Hafer, Mehl und Kleie. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen, märt, 157 bis 160 (ruhig), Roggen, märt, 128 bis 133 (behauptet), Sommergerste, Braugerste, 168 bis 182 (ruhig), Wintergerste, Futtergerste, 150 bis 158 (ruhig), Hafer, märt, 127 bis 134 (behauptet): für je 100 Kg.. Weizenmehl 21.50 bis 24.50 (still), Rog­genmehl 19 bis 21 (still), Weizenkleie 9.50 (matt), Roggenkleie 9.30 (stetig), Raps 300 (still), Lein­saat 400 (still), Viktoriaerbsen 23 bis 25, kleine Erbsen 13 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Pelusch­ken 11 bis 12, Wicken 12, Lupinen, blau, 11 bis 11.50, Seradella, alt, 15 bis 15.50, Seratella, neu, 11.75 bis 13. Rapskuchen 10 bis 10.20, Leinkuchen 19 bis 20, Trockenschnitzel 9.10 bis 9.20.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 15. Mai ES notierten für je 100 Kilo: Wettevauer Weizen 17 bis 17.25, Roggen 14,75 bis 15, Braugerste 17.75 bis 18,25, Hafer, inländisch 14,25 bis 14,75, Weizenmehl fübb. Spezial 0 26,25 bis 28, Roggenmehl 22,5 bis 2^ Weizern- und Roggenkleie 9,25 bis 9,75.

Vermischtes.

Aach Ungarn gefluchtet.

Berlin, 15. Mat Die polizeilichen Ermttte- lungen zur Aufklärung des Mordes im Te­geler Forst haben, den Blättern zufolge, zu der einwandfreien Feststellung geführt, daß sich ber Mörder' des angeblichen Leutnants Müller- Dammers, Grueke-Lechder, nach.Ungarn begeben hat. Es seien bereits Maßnahmen getrof­fen worden, seiner dort habhaft zu werden. Bei ter Frage der Auslieferung spielt die Feststel­lung eine Rolle 'ob die Mottve zur Tat ^wirklich rein politischer Äatur waren.

Bestialische Verbrechen einer Fran.

Dresden, 15. Mai. (Priv.-Tel) Kürzlich wurde laut Dolizeibericht die Arbeiterfrau I. wegen Abtreibung in mehreren Fällen festgenom­men. Die eingehende polizeiliche Llntersuchung er­gab, daß die I. sich nicht nur gegen das keimende Leben vergangen, sondern mehrfach lebendige Kinder in bestialischer Weise umge­bracht. Sie nahm Frauen tagelang In ihrer Wöhnung auf, wobei die Geburt beschleunigt, die neugeborenen Kinder mit Decken erstickt, rnitPe­troleum begossen und im Ofen ver­brannt wurden. Auch einige Mutter büßten durch die unsachgemäße Behandlung ihr Leben ein. Der Ehemann sowie eine Mittäterin wurden ebenfalls sestgenommen. Die polizeilichen Erör­terungen schweben noch.

< An Fleischvergiftung erkrankt.

Dambera 15. Mat 3m Vorort Gaustadt smd zahlreiche Personen an Fleischver g if - tung ertrankt. Zwei davon sind gestorben. Die Bakteriologische Llitters uchnngsanstalt tn Wurzburg hat einwandfrei Paratyphus fest- gestellt ter durch Len Genuß von typhösem Fleisch verursacht war.

Die Wiederbevölkerung des Meeres.

Die beständige Abnahme der Erträge in ter Fischerei ist em schweres Problem, das in den letzten Jahren unter den verschiedensten Ge­

sichtspunkten studiert worden ist. Erst kürzlich tarnen wieder Meldungen aus England, tote außerordentlich die Zahl der Fische zurückge- gangen ist, und man muß befürchten, daß es immer weniger Fische im Meer geben wird, wenn nicht die Wieberbcvöllei-ung gelingt. Maß­nahmen werten in allen Ländern Europas mit Küstenland, in Großbritannien und Amerika er­griffen und erwogen. 3n gewissen Gebieten ist das Fischen wegen der Kleinheit der dort vor­handenen Fische verboten, und jede Llebertretung wird schwer bestraft. Aber trotzdem wird noch eine große Verschwendung mit den für uns so wertvollen Bewohnern des Ozeans getrieben. Alljährlich werden Tausende von Tonnen Fische ans Land gebracht, die wegen ihrer Kleinheit wertlos sind, die liegen bleiben, verfaulen und dann billig als Dünger verkauft werden. Winde man sich beim Fischen nur auf ausgewachsene Tiere beschränken, so würde man nicht nur bessere Ware für die Fischmärkte liefern, sondern auch die Meere nicht von Tieren entblößen, die im reifen Zustande durch ihr Laichgeschaft den Vorrat an Fischen beträchtlich vermehrt hätten. Jedes Hahr werten houjc Erhebungen und Statistiken über die Bevölkerung ter Wassertiesen gemacht. Lotungen werten uorgenonimen, die Temperatur deS Wassers unb der Last gemessen, und durch eine sinnreiche Meihvte ter Kennzeichnung wer­den die Geheimnisse der Fischwanderungen er­gründet. Gewaltige (dummen werten alljährlich für Belohnungen a.rsgkgsteui. die die Fischer er­halten, die solche gekemczeichneten Fische an die betreffenden Fischerei»Znstitme abfiefery... Reben diesen Schutzmaßnahmen aber wird auch in großem Mcchstnbe, besonders in Amerika, in England und in Rvrweaen, die künstliche Züchtung von Fischer, betrieben. Einige Mo­nate vor ter La ichzeit werten reife Fische durch besonders dafür erbaute Duinvser mi\ dem Schleppnetz gefangen und in große Tanks über» führt. Die Eier werten in besonderen Kästen auf- bewahrt. Lim die Wirkung ter natürlichen Be­wegung des Meeres hervorzurusen, werten diese Kästen beständig in Bewegung gehalten: sie sind derartig gebaut, baß die Eier auch noch darinnen bleiben, wenn eine Strömung von Seewafser un­aufhörlich durch sie hindurch fließt. Den Kästen wird auch noch (oaaerftoff zugeführt, unb das Wasser wird erwärmt, um die künstliche Züch­tung zu sichern. (Sin oder zwei Monate teerten die Eier sorgfältig beobachtet, bis dann eines Tages Millionen junger Fische da find, die ihrem natürlichen Element zur weiteren Entwicklung Übergeben werden. /

Büchcrtifch.

Walter Trost »Echt unb Llnecht" (Ernst Reinhardt, München, 2 M.). Der Der- safser will zur Besinnung über die großen IBert» adjektive »Echt unb LI noch 1" yinführen. Seit Sv- koates ist das Ringen um Klarheit über dies« Begriffe spürbar, oft in ter Spekulation vermengt mit anderen Worten, meist nicht klar als Problem gesondert. Hier soll keine neue Wortlehre auf- Sstellt werten, sondern lÄiiglich Bestehendes in uelle unb Erscheinungsform, d. h. in nicht faß­lichem Llnbewußtem und, auf bewußter Stufe, im Degriffsleten, aufgehellt und tn seiner Wirk­samkeit erkannt werten. Das Problem ist ein Teilproblem zum uralten GutDöse, seine Eigen­art besteht darin, daß die Bewertungecht" mehr als betgut" dem gegebenen seelischen Llrgrund. dem seelischen Stoff, als ter Form zukommt. Das entsprechende empirische Erleben ist rein persön­lich auch in begrifflicher Fassung hat es mehr Inhalt sich bewahrt, als das heute sehr ins Formale gerateneGut". Die Spannungen, die zwischen dem in seinem posittven Moment aggres­siven (als Aufrichtigkeit, Selbsttätigkeit, Verant­wortungsgefühl), in seinem negativen Moment ^emut, Btscheitenhrlt, Schamgefühl) defensiven, Tugendkomplex und der zwangsmäßig gesetzlich wirkenden Llmwelt bestehen, werten klar heraus- gehoben. Die ^kethode ist eine gesunde Phäno­menologie, ter Ton ist warm und das Ganze eine begrüßung8toerte, klare Schrift.

Amor unb Pf y che. Roman von Cubtoig Biro. (Verlag Llllstein. Preis 1 Gm.) Diefer kleine Roman aus Siam battet bas ge­heimnisvolle Märchen von Amor unb Psyche um. Es ist bas Märchen vom Liebesgott, vom unbekannten Satten, der im zauberhaften Dunkel ter Rächt Psyche beschwort, niemals solle sie ihn zu sehen wünschen, weil dann alles zu Ente sein werbe. 3n ter modernen Fassung ist die Iungverrnählte eine Europäerin in Bangkok, bis nicht weiß, wer von zwei Vettern, fast Doppel­gängern in ber körperlichen Erscheinung, ihr Mann ift. Ein Personentausch wird vorgenommen, unter dem Zwang ter Gefahr. Daraus ergeben sich Verwicklungen tote im Lustspiel ober in ter Operette, mit amüsanter Situationskomik inein- anbergefügt und ausgestaltet mit der gewinnen- ten Klugheit und menschlichen Wahrheit, die Ludwig Diros . sichere Erzählungskunst so reiz­voll macht.

KirchlichS Nachrichten.

3fr. Religionsgemeinde. Gottesd.i. b. Synagoge (Süd-Anl.). Samstag, den 17. Mai. Dorabd. 7.45, morg. 8.30, abds. 8.20 u. 9.00.

3fr. Religionsgefellschaft. Sabbatfeier, 17.Mai Freitag abb. 7.30, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.00, Sabbatausgang 9.00. Wochengottesdienst: Mor- gens 6.30, abds. 7.15.

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)

Das Tangerabkommen ratifiziert.

P a r i s, 15. Mal. (WB.) Rachtem ter Prä­sident ber französischen Republik, ter König von Englanb und ter König von Spanien die Kon­vention über das Statut von Tanger valln 18. Dezember 1922 Ratifiziert haben, sind gestern im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten die Ratifikatrorlsurkunden nietergelcgt worden.

Die Einwanderungsfrage.

Washington, 15. Mai. (WB) Präsident Ew o l i d g e hat die Führer des Repräsentanten­hauses nach dem Weißen Hause geladen und ihnen erneut die Auffassung ter Regierung kundge e.'en, baß ter Ausschluß ter Japaner bis zum Abjchl.ch ter diplomatischen Verhandlungen verschoben werten soll. StaatSfekretär Hiighes war eben­falls zugegen unb gab der Be.wrgnis ter Regie­rung in dieser Finge Ausdruck.

Heftiges Erdbeben in der asiatischen Türkei.

Konstantinopel, 15. M<ri. (WB.) Die Gegend von E rjer« m ist durch ein deftiges Erdbeben heimgesucht irorten. Mehrere Dörfer tourten zerstört. Bisher sind 50 Obfei beklagen.