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Die Derhandlunyspauss.

Paris, 15. Hob. (TA.) Der deutsche Dod- schgster Don Hvesch empfing die Vertreter der Preise in Paris und machte ihnen Mitteilung über die Anterbrechung der deutsch-fronröfsicheu 2831.1= schaftsvertcags-Verkcrnt-lui'ge:,. D e e An e b e- chung rühre bon einer Meinungsverschiedenheit über die 26prozentige Abgabe, die kürzlich bon Frankreich eingeführt wurde, her. Die deutsche Regierung hat gegen die Einführung dieser Ab­gabe schon Ende September mit Rechtsargumenten bei der französischen Regierung Einspruch erhoben. Der Leiter der deutschen Delegation wies gleich zu Beginn der Pariser VerhandlungöN Dirauf hin, dah die bon Frankreich geforderte Abgabe auf dem Gebiet des Hand.lZvertrages uno der deut­schen Exportwirtschasi sich überaus störend bemerkbar mache. Es kam zu einer konteren* mit Herriot, die aber keinen weiteren Erfolg hatte, als daß Herriot die Aufhebung der 26pro-entigen Abgabe ass einen Eingriff in das Repa­rationsgebiet ablehnte. OSe; ereWi t cha'chs- berhandlungen zwischen den beiden Delegationen haben daraufhin nicht mehr stattgefunden. Auf deutscher Seite wird daran festgehalten, daß eine Fortführung der französischen Reeovery-Maßnah- men, die überdies bon allen anderen repa- rationsberechtigten S a len üpermommei, werden könnte, eine unerträgliche Belastung deZ deutschen Exports darstellen de. Eine halbamtliche Dar­stellung der srarizüs scheu Reg'erung spricht bon einer politischen Maßnahme, die mit dem

bedang seiner Schulden jüyriich 43 Mill. Pfund Sterling an Tilgungen und Zinsen abzusühren. erhalte aber dabei bon seinen Schuldnern nicht einmal die rückständigen Zinsen. Die 2dlßenstände bei den ehemals rerbündetrn <5toa= ten betragen insgesamt mehr als zwei Milliarden Pfund. Mit Ausnahme bon De gi ch°Ko. go t) 4" keiner dieser Schuldner Rückzohuirgen geleistet oder Zinsen bezahlt. Dadurch wird der S and der kritischen Finanzen wesentlich beeinträchtigt. Der Scbah kanzler beabsichtigt, auf der im Lau e deS nächhen Monats stattfi'.rdenden Konferenz der berbündeten F ina n z m i n i ster die Frage der Rückzahlungen an England energisch in Angriff zu nehmen.

Die bolschewistische Propaganda in England.

Die Kommission zur Untersuchung des S-nosvjew-Briefs.

London 15. Hob. (TA.) Die aus dem Kabinett zu bildende Antersuchungskommission des Sinowjew-Briefes ist gestern ernannt worden und besteht aus Austen Chamberlain. Lord Birkenhead, Lord H o g g und Johnson Hicks. Es wird ausdrücklich betont, das) bon einer Aufhebung der Anerkennung Sowjetruß- Ian&8 keine Rede sein könne, im Gegenteil will die Regierung alles versuchen, um die Dinge nicht zu einem Bruch kommen zu lassen. In politischen Kreisen ist man der Meinung, daß der Antevausfchuß sich weniger mit der Antersuchung des Sinowjew-Briefes als mit der Feststellung der allgemeinen Lage der Moskauer Propaganda in England be­saht. Es verlautet sogar, daß es dem Anter- ausschuh bereits gelungen sei, an Hand des vorliegenden Materials die geheimen Zufüh- rungskanäle aufzudecken, durch die Moskau seine Anterstutzungen an die englischen Kommunisten gelangen läßt. Es soll sich soviel belastendes Material ergeben haben, daß die Regierung entschlossen sei, sämtliche festgestellten russischen Agenten auszuweifen, selbst wenn sie die highsten diplomatischen Aemter bekleiden sollten.

Grey zur britischen Auhenpottt 6.

London, 15. Hob. (WTB. Funkspruch.) Der ehnnalig? liberale Auhrnminister Lord Grey erflärte in einer Funkanspra^e, cs muse eine auswärtige Politik für alle Teile des bri­tischen R iches geben und die muhten gegenüber dem übrigen T-ü der Welt eine gemeinsame Front darstellcn Eine auswärtige Politik für das ganze Reich könne nur erzielt werden durch gleichzeitige Fühlungnahme mit den Premier­ministern der Dominions. Infolge der weit­tragenden Geschütze und der Luftfahrzeuge sei Groh-Britannien nicht mehr eine Insel in früherem Sinne. Die Gefahr, dah Groh-Bri­tannien in kontinentale Verwickelungen hineinge­zogen werden könne, sei grüher als zubor. Die britische Regierung könne den Dominions sagen: Wir versprechen, dah wir bei jedem Streit mit einer auswärtigen Ration Vorschlägen werden, die Ang l genheit einem internationalen Gerichtshof im Völkerbund oder einem Schiedsspruch zu unterbreiten, damit wir nicht in einen Streit hineingezogen werden, dessen Beschaffenheit zu beurteilen wir noch nicht Zeit .fanden. Der QJölferburtb ober die Politik der ^Schiedsgerichtsbarkeit könne in grobem Mähe -dazu beitragen, das Prob em der Erzielung der Einheitlichkeit zwischen allen geographisch ge- , trennten Teilen des britischen Reiches zu lösen.

(Biebener Stadttheater.

Georg Kaiser: Kolportage.

Georg Kaiser, der Dramatiker des Kapi- lalismus, der bit.er sarkastische So ialkritiker, war­tet mit einer Komödie aif,gesch ieben zur För­derung der Kinderfürsorge und des zeitgenössi­schen Theaters". Was das Motto verspricht, hält das Stück. Einen ausgewachsenen ,,Courths-Mah- ler" in feiner ganzen üblen Kitschigleit hat Kaiser mit fabelhafter Raturtreue auf die Bretter ge­stellt oder besser stellen wollen. Denn seine Parodie ist ihm eigentlich nur im Vorspiel böllig gelungen. Da rollt sich in der Tat ein Hinter­treppenroman mit allem nötigen Drum und Dran vor uns ab. Die berühmte Mesalliance zwischen amerikanischer Holzhändlertochter und schwe­dischem Grafen zur Sanierung des erlauchten Hauses Stjeonenyö, Ehescheidung, Kindesentfüh- Tung, wobei statt des echten Grafensohnes der von der Straße aufgelesene Balg einer Bettlerin untergeschoben wird, Flucht nach Amerika auf der tuFurtofen Jacht des guten al en Onkels, das sind alles rmentbehrliche Requisiten des zugkräf igen Kolportage"-Romans, wie sie k<ine der Koryphäen dieses vielbegehr en, vielgelästerten, unausre ;ba «n Literaturzweiges besser hätte zusammenstein n tonnen.

I Wenn's nur in diesem Tempo fortginge! Aber tat frUNHl'ä; Da kommt dem KomvdrLnichreiber

Ein Jahr Rentenmark.

Vor einem Jahr am 15. Rovember, wurde die Rentenmark in den Verkehr gebracht. Ein Hufatmen ging durch das ganze deutsche Volk und seine Wirtschaft, mit der Einführung dieses wertbeständigen Geldes war der Inflations- katastrophe ein energisches Halt ge­boten. Waren auch die ersten Wo^n nach der Einführung der Rentenmark noch außerordentlich schwer so machte sich doch bald ein frischerer Zug in unserem Wirtschaftsleben bemeifbar; der Kaufmann konnte wieder auf weite Sicht ar­beiten und mit festen Preisen operieren. Ganz ebenso lagen die Dinge bei der werktätigen Be­völkerung, die nach fünf Jahren unerhörter Geld­entwertung die feste Mark nicht genug zu schätzen wußte. E.n Jahr ist inzwischen vergingen; w.is man nicht für möglich hielt, ist Tatsache ge­worden: Einnahmen und Ausgaben im Staats­haushalt konnten balanciert, die Deamtengehälter nicht unwesentlich aufgebessert und auch an eine Aufwertung der Reichsanleihen herangegangen werden. Auch das Ausland faßte wieder Zutrauen zu uns, als es sah, wie das deutsche Volk sich aus dem Richts eine neue Währung schuf und dem Zahlentaumel mit einem Schlage ein Ende bereitete. Rur der hohen sittlichen Kraft der breiten QHaffe des deutschen Volkes, die auch die schlimmsten Jnflations- per.oden nicht zerstören konnte, ist es zu danken, daß das große Werk der Schaffung der Renten­mark bon Erfolg gekrönt wurde.

Das erste Jahr der Stabilisierung. Eine Unterredung mit dem Reichöfinanzminifter.

Berlin, 15. Rob. (TA.) Anläßlich des ersten Jahrestages der Einführung der Renten­mark am 15. Robember empfing Reichsfinan.z- minifter Dr. Luther einen Vertreter der Tele- graphen-Anion zu einer Unterredung, in der er einleitend daran erinnerte, daß der Weg bom Entschluß der Reichsregierung, das neue Zah­lungsmittel zu schaffen, bis zum Einführungstage mit Schwierigkeiten, ja man kann sagen, mit Schrecknissen geradezu gepflastert war. Trotzdem ist die Rentenmark dann am 15. Robember her­ausgekommen. Von diesem Tage stammt der Wiederaufbau der öffentlichen und wirtschaftlichen Erneuerung Deutsch­lands. Es ift wohl auch nicht überflüssig, daran zu erinnern, aus welch entsetzlicher Rot unser ganzes Volk durch diese Maßnahme bereit wor­den ist, deren erste am 15. Robember 1923 wirk­sam wurde. .

Frage: Sie meinen also, Herr Mini 1er, daß durch die Herausgabe der Rentenmack allein die Rettung nicht vollzogen worden ist?

Antwort: Selbstverflän'll'ch war die Renten- mart ein Za übermittel, das mit magische. Kraft die Wirllichkeit verände.t hätte. Sie war nur eine Voraussetzung. Vollzogen worden ist die Rettung aus der Aol durch d.e harten Maß­nahmen der Beschränkung der Aus­gaben des Reiches auf das äußerste und eine Steigerung der Einnahmen, die über viele, in anderen Zeiten berechtigte Rücb> sichten hinwegsehen mußten. M an f mn es auch so ausdrücken, daß, so schwer die Schaffung der Rentenmark auch gewesen sein mag, ihre Er­haltung noch viel schwieriger war. 3n den öffentlichen Erörterung m der ©egentoar. sieht es jetzt manchmal so aus, als wenn b^e Grund­lage unferer Rettung überhaupt vergessen worden sei, ja als ob man gar nicht mehr wüßte, wie furchtbar die Zeit der Inflation war. Jetzt macht man vielfach für die Rot, d.e herrscht, die Maßnahmen der Regierung vec- antwoptlich, statt die Arsache da zu suchen, wo sie ist, nämlich bei Dem Ausgang des Weltkrieges und bei D:r entsetzliche i In­flation. Es ist, als wenn man den Kapitän eines Schiffes bei stürmischer F.hrt für dir See­krankheit verantwortlich machen wo.l.e.

Die Rentenbankkreditanstalt

Berlin, 15. Rov. (TA.) Der Leiter des Deutschen Handelsdienstes hatte eine Unterredung mit dem Präsidenten der Deutschen R e n t e n b a n £, in der Exz. Lentze u. a. aus­führte: Durch die Dawesges chgebing ist der Ren­tenbank ein borzeitiges Ende bereitet worden. Die Hauptschwierigkeiten bei der Liquidation der Rentenbank sieht Exz. Lentze darin, dah der der Wirtschaft gewährte Kredit innerhalb von drei Jahren getilgt sein ickuß. Da an diesen Krediten die Landwirtschaft den größten Anteil hat, hat man bekanntlich den Gebauten aufgenommen, die Aeberschüsse der Rentenbank dazu zu verwenden, der Landwirtschaft bei der Ablösung der Kredite zu Helsen und aus den Heber» schlissen gemeinsam mit dem Vermögen der Rentenbank ein neues Jnsti ut zu schassen, die Rentenbank-Kredi: an st alt. Dis neue Institut ist als Dachg^ellschast ge'acht. Alle in­teressierten Kreise stlle, gleichmäßig zur Mit- arb.it h ring z gen werden und au tz geichmä i] ih en Einfluß gelten) machen. Bei uer nu e - ordentlich wichtigen Ausgabe, ti: i ie Ren e b nb K e itanstalt sich stellt, der Landwirtschaft für die demnächst fällig m Kreaite Hilfe zu schaffen, ist es bedauerlich, daß die Au lösung des Reichstages dir endgültige Gründung de) Institutes zu verz.ögern scheint, und es fei eine Lebensfrage für die Landwirt,chaft, daß de Gründung alsbald durch eine Rotverord.rung ge­schieht.

Abschluß eines Handelsvertvages in keinerlei Zu­sammenhang gebracht werden könne. Wenn man die deullche Forderung auf Aufhebung d.eser Ab­gabe erfüllen würde, so könnten alle anderen ähnlichen Bestimmungen des Versailler Vertrages in Frage gestellt werden. Einer solchen Möglichkeit müßte bon bornherein borgebeugt werden.

Ein neuer Sieg der Wahaditen.

Kairo, 15. Rob. (WTB. Funkspruch.)Rach den letzten Berichten aus Dschidda sind die Streit­kräfte des Königs Ali bon Hedschas von den auf­ständischen Wahabi en vollständig geschla­gen worden. Man erwartet, dah die letzteren in Kürze den Vormarsch auf Mekka begin­nen werden.

2lus aller Welt.

Ad'chirdsferer für Dr. Erkner.

R e u Y o r k, 14 Rob. (Kakel ie ist der TA.) An dem AbchiTsbankttt . ec deu ich-im r koni­schen Verbände zu Ehre, Dr Ecke ers, ba3 i.h zu einer großen Ku. g.bung ge.talteie, nah n auch Der Reuyork. r Bürgermeister Hy lan teil. Hilan hob in lei.ier Anspv.r^e Die Leistu g n der Deu'sch-Am.r k ne : her or, wählend Dr. E-ckensr Gewicht auf <i: Feststellung, legte, daß in ganz Amerika e.n gri -e. ^tim- inu gtiumschwung zugun ei Deutsch an s ein e treten s.i. Jub.lnder 'Beifall tour e ausge.iZt, als Dr. Eckener und Hylan Fah en mit Den al e t Re-chssarben und den ameriöanisck^n Farven überreicht tourDen.

Die Ncckarwasserftraße.

Stuttgart, 14. Rob. (Wolff.) Der Süd- westdeutsche Kanal-Verein hat in einer aus allen Teilen Südtoestdeutschlands stark be­suchten Mitglie.erver,ammlung beschlvisen, die Re­gierungen und Voltsvertretung m des Reiches und der Länder Württemberg, Baden und Hessen zu bitten, mit aller Energie so rasch als irgend, möglich und ohne Anterbrechung den begonnenen Aus bau der Recka r- Wasserstraße vom Rhein zur Donau durchzuführem

Dr. fiubo Hartmann gestorben.

In Wien ist der ehemalige österreichische Ge­sandte in Berlin, Professor Dr. Ludo Hart­mann, im 59. Lebensjahr einem Herzschlag er­legen. Der Gelehrte war Verfasser einer Reihe bedeutender historischer Werke, die sich namentlich mit der Geschichte Italiens befaßten.

Kesselexplosion auf einem Dampfer. ___

Helsingsors, 15. Rov. Im Hafen bon Kvtka ereignete sich aus einem Dampfboot, auf dem sich 65 Passagiere befanden, eine Kessel- explosion. 25 Personen werden vermiht. Von den übrigen Fahrgästen haben '22 Beinbrüche, Armbrück^ oder Brandwunden erlitten. 3 Per­sonen sind bereits ihren Verletzungen er­legen.

Schweres Schadenfeuer in Amerika.

London, 14. Rob. (WB) Wie Reuter aus Jersey-City mA et, ist in ier Richn*b on Chemical Compag ry ein Brand au g?br ch n de vier Stunden lang wüt.te. Der Sch dm celiuft sich auf einige Millionen Dolrar. 15 Personen wurden schwer verletzt. 920 Familien sind

obdachlos.

Wett^rvor

Heiter bis wolkig, Rachtfröste, stellenweise Rebelbildung, sonst t roden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den^5. Rovem.er 1924.

Sehr geerthe Redackziohn.

Sie hawwe schun e bahrmal e Schreitoes von mei Kallche abgedruckt in ihne ihrer Zeiring, das ich dodevon nett besonnerscht erbaut fein kenne se sich denke, ich kann ihne nor midteile, das ich den Leusbub schun emol uff de backe gehaage hunn von Wege sei Geschribbsel. Aich fein immer der Ansicht un wer se aach dorchiehe das so e Bub sei Finger von de Zeidungsschreibevei lasse soll un wos annerscht treitoe sollt, besonne Acht erscht rächt, trenn er wie sei Siebter ssggt taa ver- schtecstemich bon richtiger Ottogravieh in seim Himkaste hott. Letzt an em Mitwoch, wo mei

der persiflieren, veralbern will, Kaisers eigent­liche Ratur, Der soziale Ankläger, ins Gehege, da fliehen dem satirischen Dichter ein paar bittere Tropfen Moralin in die Feder und verderben ihm gründlich das Rezept. Aus der hier einzig möglichen Ironie wird blutiger Hohn, aus dem lächelnden Augenzwinkern des Sallrikers wird bitterer Sarkasmus. Der Dichter steigt in eigenster Person unter die Courths-Mahlerschen Marionet­ten und läht sie in gewichtigen Sentenzen die so­ziale Frage erörtern. Die Angriffsfront wird ver­schoben: aus einer Parodie des Kolportage­romans wird eine Gesellschaftssatire, Die manch anderer besser gemacht hätte.

Rach zwanzig Jahren, am Vorlage der Mündigkeitserilurung des jungen (Sr.ifen, sieht sich alles in dem mit seinem großväterlichen Erbe standesgemäß reflaur ecten Schloß Stier- nenhö wieder. Aus der unt rgeschobe:iLi Bettler- göhre ist ein passabler Edelmann g worden, der auf Rasse sieht und dank s iner hochadiigen Er­ziehung und seinen untadel gen aristokratischen Anschauungen die ferD. le Verwandt chaft mit dem Schönheitsfehler seiner bürgerlichen Geburt aussöhnt, ©-'m Sproß aus ältestem Geblüt, Daro- nessc Barrcmk^ ona w rd ihm verlobt, die er» laucht gste E bgräfin Tante übe b ingt chm dos Leutnantspatsnt der Kön gZdragonei zum Wiegenfeste. Der gcäsliche Herr P 4>.i hat em Aeb.riaschung anderer Art: des S.chieZ Erbe ist in den zwanzig Jahren aus die adlige Erziehung und das standesgemäße Leben fernes Erzeugers

Hopps gegangen. Aber das ficht den Adelssprvh nicht an; im Gegenteil, er dankt dem Da'er. daß er ihn auf anständige Weise von dem plebejisck-en Mammon befre.t hat. So ist al.es in ros gstee Festesst immung. Da platzt di: D.mbe. DieHolz- Händlerin" mit dem echten Graser Erit erscheint zur festgZetzten Stunde auf der D ldstäche, um D e Erbschaft in Besitz zu nehm n Auch die Mutter des Pseudografei,, jetzt wohlsituierte Jnhabeiin eines Klippsischladens, ist pünktlich zur Stelle, um Elternrechte gellend zu mache ,.Ich habe ein warmes Rest bereitet, in das er sich sehen soll", sagt sieRur mir wird den Lebensabend die Achtung und Die Liebe meines Kindes wärmen". Aber ihr Sprößling hat be­greiflicherweise feine allzu große Sehnsucht nach den, Klippsischgeschäst der Frau Appeblom. Die Lage erscheint so verzwickt wie möglich. Die hoch- gräflichen Herrschaften ziehen sich von Dem Strolch" mit bemerkenswerter Eile zurück. Der Graf macht ein paar Selbstmordversuche, die in den Vorbereitungen stecken bleiben. Der Baron Darrearkrvira sucht die Sache durch einchangez les places" zu arrangieren, dafür dankt aber fein Töchterlein, das an dem entlarvten Ver­lobten festhält. Der echte Grafensproß als ge­wiegter ameristlnischer Geschäftsmann durchhaut den gordischer, Knoten. Er pfeift auf sein Erbe . und hilft dem Rebenbuhler zu einer neuen ' Existenz jenseits des gcvßen T iches. Die Ameri­kaner ziehen ab und Die gräfliche Familie kehrt beveimigt an den Teetisch zurück.

Fraa Hotztaagk hatt, sollt er mit in'n Waald un helfe 5>annebbe£ lese, denn die sein doch needig wann mer im Winter nett die Knoche fort) un klar» verfriehre will. Do hott er gesahd ei kennt nett mit in de Waald gieh er hätt e grüß Schuluff- gab ze mache. Woas do der mehr war hunn aich am Samstag im Gäißer Wocheblättche geseh wo er Widder allerlei Geschriebs verzabbt hott. Do soll doch e getoidder nimr fahre, S' schennste tooar das er letzt gegen Owend in de schiehse Balke wo aich mei gewehntes Vertelche vrdinähre trinke tu gekumme äs un hott' gesahd, Dadder aich muh Pabbier un enne nei' Fedder beim Duchbinner Durschewah hole, mer müsse in der Schoul e>, Affsazz über de Fliegertoagk schreiwe. Am bei bene ärmere Koh lege, die ebbe aach ihr Dertelch? petzte, nett in de Derdagt ze kumme das aich für die Bilding des Kallche nix iwrich hält, hunn aich n 10 Penning gegetoe unir als guter Dadder uff e zwettes Vertelche Verzicht, beS aich mer noch leiste wolld.

Daß er des Geld awwer nett zu Pabbier sör de Schulugfsats verwend hott deg^e 4ör c Böll- chetong im Anzeiger, könnt ich mer an de sinf Finger abzehle un richtig am Samstag schtands auch in, Aa.zeiger, soll mer do nett De Kreml griefje, ich mecht bitte, toeim er dorchaus for ihne ihr Wocheblatt schreiwe soll das sie aach des nsediche Pabbier schtelle un aach de Feddern, de Dinve schtrenzt er wie sei Freund Schosch seggt doch in der Schul.

Letzt hottn e Feldschitz verwischt wie er beim Drachesteihe über n Dickworhacker gehibbt is, Do hqtt er dem Schih en falsche Rame aagegeww'. er tät Kunrod heiße un in de Hondsgaß wohne des dos awwer nett geschtimmt hott hott der Schitz g(ei eraudgefunne Denn uff dem Drach hott mei Kallche sei Viehsittekart uffgevabbcht un do schtonn Druff Kallche aus de Zozzelsgass Schriest stehler. Aha hott der Schih gesaht des Berschch.' kenn aich un nach fein Vadder, des gib&t es sch.r Brottogoll. Do hunn aich erscht mei Kallche ge= heerig abgezoge un sein nachher zum Schitz un hunn zu em gesaht Adam mach laa Bosse, mei Kallche hottn Greesewahn von Wege seine Schriest steilere,, tu mer de aanzige Gefalle un zeige nett aa es soll mer uff e vertelche Kvrtze nett aa= komme. Der Schih, es wor ibbrigens nett der- felbige Der letzt e mol uff die Schtrohpupp im Kornhauster geschosse hott, hott e Eisehe gehott und hott gesaht Edeward dir will aich den Gefalle tou awwer wenn ich des Kallche nod> emol ver­wisch gibbts verrissene Hosse. Er hott in sei Rohtiz- buch Die Sach Widder ausgeschtriche, aich hunn e Vertelche bezoahlt un alles war Widder än De Reih. Sie sehe was unser ahns för e Last halt mit seine Duwe, aich winscht nor sie hätte so e halwes Dutzend von Dere ©ort, wo mit ich ihne herzlich grüße

hochachtungsvoll

Kall Söniohr Vadder aus de Zozzelsgass.

8'ewer guder Zcidnngsonkel.

Weim mer krank is kann mer net fiel schreiwe. Awer wie ich so braurig im bedl getege hab sinn uff arnol zwa junge leuD hinne in unhem Hof for mei fenfDer gefomme unn hawwe mer e toun^ nerschee schdändche geprachd mit finge unn mußtet mache unn das Hot mich gefreuD. Mehr tan ich Der heud net serzehle ototoer do hob ich in nteim bedt im a'zeiger gelefe unn gelefe unn alles fjatoto ich ferfd)banne mit außnahme da, wo de als ge- Dt-uckd hasd: Rachdruck oerboten. Siehste Daß fei - schDeh ich nu nett. Du drucksd doch aach immer in unfjer zeidunq, wah ich dir schreiwe Dhu unn nu schDehd Da: Michdruck verboten unn so Dhu mer doch emal erklährn was daß heiße dhud, Du machst mer e freuD Demit.

Dei Kallche aus de Zoh^sgah

Liebe s Karlchen

Da Dein prächtiges (Siebener Deutsch mir nicht geläufig ist, Du aber Doch Wohl aus Den Anterhaltungm mit Deinem Lehrer auch Hoch­deutsch verstehst, wage ich es, Dir in meiner Mundart zu schreiben. Zunächst: Deine Erkran^ fung hat mich betrübt, aber ich hoffe doch, daß Du Dich bald wieder rauskrabbeln wirst. And nun zur Beantwortung Der Frage, Die Dir Wiß­begierigen so sehr am Herzen liegt. Die Sache liegt so: Soweit Die Redakteure desGießener Anzeigers" Die Aufsätze für ihr Blatt nicht selber schreiben, Denn sie können doch nicht alles wissen und nicht alles allein leisten, stehen ihnen eigene Mitarbeiter für Den(Sie­bener Anzeiger" zur Seite. Du gehörst ja jetzt auch dazu. Ein Teil dieser Herren schreibt nur größere Aufsätze, die anderen Mitarbeiter schicken Berichte aus ihren Wohnorten über alle Lagesneuigkeiten. Diese Mitarbeit bezahlt der Gießener Anzeiger" selbstverständlich und hier­nach gehen alle diese Beiträge in sein Eigen­tum über. Am dem(Siebener Anzeiger" das alleinige Abdrucksrecht dieser Original- beiträge zu sichern, muß er den Rachdruck ver­bieten. Das geschieht durch die Worte Rachdruck verboten", die bei den groben Artikeln leicht angefügt werden können. Leider ist das aber nicht ebenso leicht bei den viest^ kleineren Originalbeiträgen für DenAnzeigers Durchzuführen, die aber auch ohne diese Worl^ selbstredend nur DemGießener An-

Adolf T e l e ky s Spielleitung hatte es nicht ganz leicht, mit diesem Aebermaß von Krtsch fertig zu werden. Das Vorspiel gelang am besten Frau SturmseIs wußte sich als Frau Karin Bratt, geschiedene Gräfin Stjernenhö, ausge- zeichslet auf Den richtigen Ton einzustellen. Carl Juhnke als Der Onkel aus Amerika sekun­dierte ihr gut. Die Frau Appeblom Luise Jünglings hätte auch in weniger aristokra­tischen Kreisen gelinden Schrecken erregen kön­nen. 2m Vorspiel fiel sie durch ein fast zu natürliches" Spiel etwas aus dem Rahmen. Der gräfliche Cowboy Julius Bastes ver­mied g schickt naheliegende Aebertreibungen. Die Seele der Geg npartei war unzweifelhaft die erlauchte Erbgräfin Auguste Marcks', ganz Distinktion und dünkelhafte Annahbarkeit. Max Hoffmanns Graf James war durchaus stan­desgemäße Dekadence. Der knickebeinige Baron Rudolf Golls gab ihm Darin nichts nach. Herr Baum unterstläch die sympathrschen Zuge des falschen Erben. DenKatechismus der AdelSgeschlechter" mochte man ihm allerdings nicht recht zutrauen. Ein recht meDttches Darv- ne Leben mit dem Herz auf Dem rechten Fleck war auch Gerda Bachfeld. Wahre Heiterkeits­stürme entfesselte Die bibelfeste Miß Erika Rohrs. Ludwig L i n f m a n n Dagegen wußte aus Der Figur des Wucherers nicht allzuviel zu machen e.