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Die Deutsche Volkspartei im Wahlkampf.

Dortmunder Reichsparteitag.

Der

Dortmund, 14. Rov. (TU.) Unter unge­heurem Andrang fand heute noi) den gtinalttgen Kundgebungen des Vortages der eigentliche Reichspalieitag der Deutschen Volkspartei im Fredertbaurn statt. Die langen Tischreihen waren dicht besetzt. Auf den Tribünen staute sich die Menge der Gäste. Alle Wahlkreise hatten zahl­reiche Vertreter entsandt. Auch die befreundeten Organisationen, die Grvßdeutsche Dolkspartei Oesterreichs, bte Deutsche RatiorrLpar.e- der Tschechoslowakei und die Dolkspartei aas dem Saargebiet urti> auS Da nz ig hatten den Parteitag mit Delegierten beschickt.

Unter lebhaftem Beifall der Versammlung wurde zum Vorsitzenden Geheimrat Dr. Kahl gewählt, der schon zahlreiche Parteitage geleitet hat. Dr Kahl begrüßte die zahlreiche Devsamm- lung, die wohl als ein Beweis der Lebenskraft und des Lebenswillens der Deutschen Dolkspartei gelten könne. (Stürmische Zustimmung.) Gr stellte fest, daß der- Parteitag in voller Einheit und Ge­schlossenheit vcrsanrmelt sei. Wir sind en schlo sen, so führte er auS. den bevorstehenden Wahlkampf in Treue für unsere Sache und sieghaft zu ds- stehen. Wir wollen appellieren von dem mangel­haft unterrichteten Wähler vom 4. Mai an das besser unterrichtete deutsche Volk vom 7. Dezember. (Stürmischer Beifall.)

Tr. Kahl erklärte, er denke nicht daran, die Verdienste der Volkspartei zu monopolisieren, wie es auf dem demokortischen Parei ag geschrien sei (Heiterkeit), Io daß man hätte glauben kön. en, die 28 Mann im Reichstage hätten alles geschafft. (Erneute Heiterkeit.) Tie Verdienste der anderen Koalitionsparteien sollen nicht gechmälert wer­den, auch in gewissem <Siirue die der Opposition nicht. 2lber das Hauptverdienst an dem, was in der Außenpolitik mkt ihrer glücklichen Rückwirkung aus dfe Innenpolitik er eicht ist, ha' der Führer der Deutschen VolkSpartei, Dr. S t r e- femann (stürmischer Beifall) und mit ihm die Partei selbst, die mit klarer Entschlossenheit ohe Blick nach rechts und links die'e Politik gein.'cht hat. Wir werden diesen Wahlkampf selbständig betreiben. Tie Auseinanderie-Mrg nah rech's muh ritterlich und vornehin ohn? Rück'alle sich vollziehen. Tann ist erst die Aussicht au-s eine fruchtbare Arbeitsgemeinschaft ge­geben. 3n grobzügigem Geist soll der Wa!)l- kampf geführt und der Si-g e rungm werden.

Der Parteitag trat darauf in die sachlichen Verhandlungen ein. Als Grundlage diente das Thema:

Nationale Nealpolitik.

Preußischer Land tags abgeordneter Dr. L e i - b i g gab einen Uoberblick über die preußische Politik der letzten vier Jahre. Entscheidend wa­ren hier die Mehrheitsverhältnisse. Sozialdemo­kraten, Demokraten und Zentrum hatten die Mehrheit. Cs stand also zur Entscheidung,' ob man einen Linksblock regieren lassen wollte oder die Große Koalition mit Hilfe der Volkspartei. Für jeden, der nationale Politik treiben wollte, war es llar, daß ein Linksblock in Preußen ver­hindert werden mußte. Es galt, in Preußen eine Regierung zu schaffen, die unseren Idealen frei­lich in keiner Weise entsprach, die aber doch manches vor dem Verderben bewah­ren konnte. In mühevoller Arbeit lind wir so weit durchgediungm. daß wir in P wißen an^ sere Finanzen wieder in Ordnung gebracht haben, wenn auch unter schwersten brutalen Ein­griffen in Vermögen und gewerbliche und land­wirtschaftliche Verdienste. Der Redner streifte dann die preußische Schulpolitik, die jetzt von Dr. Dölitz ganz anders geleitet werde als vorher von Adels Hoffmann und Konrad Hoen sch. Um der Zukunft des Volkes, um der Seelen der Jugend willen, habe die Partei die Koalitwns- politik unternommen, unl> Jeft begründet sei heute die christliche Volksschule. Untere Liebe ist Severing nicht, aber wir haben doch mit ihm zusammenarbeiten können. Fast um jeden Rachtwochter habe ich mit Seoering gekämpft. (Heiterkeit.) Don 400 Landräten stehen doch min­destens 200 in ihrem nationalen Empfinden uns nahe. Das ist ein Erfolg der Deutschen Volks- Partei. Don den unglücklichen, gedemüligten deut­schen Ländern ist Preußen am schwersten getroffen. Und nun ist die Weimarer Verfassung geschaffen, gerade von einem unpreußischen Mann, der sch Preuß nennt. Wir werden nicht ruhen, bis die Heiabdiückung Preußens und der Länder durch diese Verfassung beseitigt ist. Wir brauchen keine neu: Wrisrnabstimmung 'feinen Separatis­mus. der sich auf einen Artikel der Reichs- Verfassung beruft. (Stürmischer Beifall.) Darum fort mit Artikel 18, der jedem preußischen RegierungSbez rk die Möglichkeit der Lostrennung von Preußen gibt.

Abg. Dr. Wunderlich -Leipzig gab einen Utf>erbLcf über die Entwicklung öcr { Aufwertungsfrage

im Reichstage. Die Deutsche Volkspartei habe da­bei eifrige Arbeit geleistet und anfeuernd gewirkt. Der Redner gedach.e be anders der verdienstvollen Tätigkeit Düringers. Unverständlich sei es, daß der Rentner - und Sparerverband sich nur für die Dcutschnationalen und Völkischen er­klärt habe: dabei sei die Deutsche Volkspartei« die eigentliche AafwertunKspartei. Letztere fordere nwglichst baldige Vermiung der öffent­lichen Anleihen unter Ausschluß der Spekulation. Die Soziallösung deö F.n'.nzministers, für die

auch die Demokraten mit Dernburg seien, sei ein Almosen. Hier handle es sich aber um eine Rechts­frage.

Dann nahm

Außenminister Dr. Stresemann von der- Versammlung freudig begrübt, das Wort. Er wies darauf hin. daß man den Sinn einer außenpolitischen Stellungnahme nicht in bartet» politische Fesseln schlagen könne. Dr. Schacht habe von einer demokratischen Außen­politik gesprochen. Er müsse es ablehnen, daß von einer solchen, wie von einer konservativen ge­sprochen werde. Hier spiele der Gedankengang mit, daß man moralische Eroberungen zu machen glaube, wenn von der deutschen als von einer de­mokratischen Politik gesprochen wird. Die Er­fahrungen sprechen für die Annahme, daß die westliche Demokratie bann eine Anerken­nung ihrer Grundsätze sehe. Auch sprechen die Erfahrungen dagegen, daß von derSchafsung eines deutschen Linksblockes außenpolitische Vorteile zu erwarten seien. Die schematische Uebernahme der Grundsätze der westlichen Demokratie hat einen Frieden von Versailles nicht verhindert.

DaS Rein, das vielen als Ausdruck de: Kraft in der Außenpolitik erscheint, ist weite-, nichts als das Gefühl oberflächlicher Einschätzung gegen­über den Tilgen, die man glaubt, mit Schlag­worten abtun zu können. Vor der Londonev Konferenz had:n wir den fremden Reg c ungen deutlich zu verstehen gegeben. daß mit der Annahme des Gutachtens die Be­freiung des Ru hrge bietes verbun­den sein müsse. Die Reichsregierung habe sich den schwersten Angriffen ausgesetzt Der Drang der Linken, die immer vorher alles annehmen wolle und dann alles andere erhoffe, hab: unS bisher nichts eingebracht. Der Stanopunkt, daß wir auf die Lebensbedürfnisse Rück­sicht nehmen, da- ist die Methode, die uns in London zum Erfolg geführt hat Wir haben uiifeTe Politik nationale Realpolitik genannt. Dies ist nicht nur em neues Schlagwort, dee Gedanke schließt in sich einen ganz bewußten Gegen- sah, nämlich den zum Illusionspoli- t i r e r, und ich fasse eS als eine der Haupt­aufgaben der Gegenwart auf, das deutsche Volk aus der Illufionspolitik herauSzurellen

Die Deutschvölkischen treiben Kraftmeiertum, haben aber keine politische Idee. Ankämpfen müssen wir aber bagegen, daß man im deutsch- nationalen Lager nur schwer dazu kommt, die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist. Man darf sich nicht eine Macht vortäuschen, die man nicht mehr besitzt. Ich stelle das nicht dar, um damit draußen Stimmung zu machen, sondern ich be­tone unser Recht auf Erfüllung des Vertrages, nachdem wir den Ver­trag erfüllt haben. Dr. Wirth hat kürz­lich gesagt, die Deutsche Volkspartei solle etwas vorsichtiger sein in der Adoptierung der ®c- dcmkengänge anderer Parteien und er hat die heutige Außenpolitik angesehen als die voll­kommene Durchführung der Grundsätze, die früher von ihm und seiner Partei verbreitet wurden. Diese Behauptung ist ebenso abwegig wie die andere, daß die Deutsche Volkspartei in ihrer außenpolitischen Einstellung sich etwas geändert habe in bezug auf Anerkennung dessen, was man Repavat io ns pflicht nennt, was ich aber Kriegsentschädigung nennen mochte. Wir verwahren uns g g n die moralische Kriegsschuld Deutschlands, erkennen aber die Folgen des ver­lorenen Krieges an. Wir sind und bleiben die alte Rationalliberale Partei, wenn auch unter anderm Ramen und in neuem Ge­wände. Der Crbschaftsprozeß dürfte in allen Instanzen heute wohl für die Deutsche Volks- Partei entschieden werden, sofern die Demokra­tische Partei überhaupt noch Ansprüche erheben sollte. (Heiterkeit ) Wir müssen eine bewußt liberale Partei sein, die den alten Grund­satz der Toleranz nicht aufgeben kann. Deshalb hat die jüngste Kulturtaqung der Partei leb­hafte Befriedigung erweckt. Sie zeigte, wie stark die seelischen Kräfte in unferm Volke und in der Volkspartei leben. So glaube ich. daß die Partei geschlossen und einig wie wohl kaum je in den Wahlkampf tritt. Mit gutem Gewissen sieht sie der Entscheidung der Wähler entgegen. Lasten Sie uns hosten, daß wir ge­stärkt hineingehen in das Parlament: Hie gut nationalliberal, hie gut deutsch allewege!

Als Dr. Slre'emann endete, erhob sich bLe Versammlung und spendete ihm begei" eri Beifall.

Ter Parteitag genehmigte dann ei mutig den vorgeschlagenen

Wahlaufruf der Deutschen Dolkspartei.

In dem Wahlaufruf heißt ^s: Die D freiung unseres Valerien es vn m vil schen und matriellen F s'eln ist un'er Ziel. Der Wlle-stand g^gm R.chtsbruch Dceritändi nrng m t d m Gegner auf dem F rße der Gleichb recht g ng Uebe - nähme von Lasten nur gegei S che ung von Fre hnt. Ehre und Leb'.n em^s K lturvvbe^. die Wiedereinführung Deutsch! nds als Faktor in der Weltpolitik und in der Weltwirtschaft, das find die Me len- steme unseres Weges. Auf diesen W-ge werden wir auch den unrnjäMar.n Anspruch auf kolo­

niale Betätigung zu erkämpfen wissen Eine erfolgreiche Au^npolitik setzt im Innern bte Wiederherstellung des Rechts und der Staatsautorität. f?toic die Wie - dergesundung der Wirtschaft voraus. Die Wunden, die der Krieg, die Revolution und die Inflation schlugen, werden sich erst bann wieder schließen, w.nn die unglücklichen Schven der Entrechteten und Geschädigten und der Kr egs- beschädigten unter Anspannung der äußersten Kräfte deS ganzen Dol'es w eder aufgerichte fein werden.

Für die gerechte Aufwertung werden wir wie bisher kämpfen. In der Sorge füv die Ausland- und Grenzdeutschen, wie für die Derdringten und Vertriebenen werden wir nicht nachlasten. Auf der Grundlage des notwendigen Schutzes sind Handelsvertragsverhand­lungen zu fordern, die unseren Wiedereintritt in die Weltwirtschaft sichern und unserer Ausfuhr- industrie die notwendige Enstaltung gewährleisten. Wir müssen fest im nationalen Boden wurzeln, den Staat, die Wirtschaft und die Er­ziehung mit liberalem Geist erfüllen, und im Sozialen durch den Ausgleich der Gegensätze eine deutsche Volksgemeinschaft erstreben. Die Grund­lagen. die wir legten, werden wieder zerstört und das Ziel der Befreiung rückt aufs Reue wieder in unerreichbare Ferne, wenn der Radikalis­mus und der Sozialismus zur Herrschaft kommen. Der Linksblock will die Entwicklung noch einmal zurückdrehen, und das Volk von neuem wieder in Klassenkämpfe stürzen. Die Deutsche Vollspartei stellt sich diesem Treiben entschlossen in den Weg und wird mit allen Mitteln für die geradlinige Fortführung ihrer Aufbau- und Gesundungspolitik kämpfen.

Unter falscher Flagg:, mit irreführenden Pa­rolen, ist der Wahllamvf eingeleitet toorien. Ver- fassungsfragen stehen nicht im Vordergründe. Die Grundlagen deS Staates bedroht mir, wer das Volk nicht zutammenführt, sondern in zwei Teile zerreißen will. Danm-rparaden lenken vrn We­sentlichen ab und tragen die Gefahr der ilebc:- hebung und Verhetzung in sich. Was not tut, sind nicht Schlagworte, Formen und DiSkustivnen. Rur Arbeit und starkes Dewin Wortung slswuht- sein und offener Sinn führen zur Fre heit Wir kämpfen für nationale Realpolil jk. eine starke Regierung auf den GrundlaFo.i des Rechts­staates und gesunde Wirtschaft. Unter dem Sym­bol der alten Rcichsfarben Schwai-z-Weih-Rot wollen wir ein glückliches neu<4 Deutschland schaf­fen. Der Weg zu diesem Aufstieg führt nicht rechts noch links, er führt geradeaus.

Die Wirtschaftsverhandlungen mit Frankreich.

Die Pariser Presse ist empört, erregt, auf- gebracht bis xum Höch ten ©tobe, sie spritzt Gift und Galle, weil die deutsche Deleg Hon es gewagt Hat, während der Verhandlungen über de i neuer pautsch-französischen Handelsvertrag die Frage dev 26prozentigen Reparationsabgabe aniu- sch.'.eiden Ebenso grenzenlos wie ihre E ftrü >u g sind auch die Verdächtigungm. daß d c deutsche Delegation ein vorb^achles Spiel treibe und es darauf abgesehen habe, Schwierigkeiten zu scha'- fen. Das offiziell? und nitztoffizirile Fccrnlreich verschweigt aber ganz, dcvß man auf deutscher Seite den Standpunkt vertrat, an das Londo­ner Abkommen sei nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich gebunden, Frankreichfe infola dessen c&e so wie Deut ch land die Richtlinien oes Dawesgutach e s inne- halten und auf die selbständige Einkas­sierung von Reparationen, wie das durch di? widerrechtlich eingeführ'e 26prozenti e Erportabgabe geschieht, verzichten. Daß Deutschland auf ein? Durchlöcherung des Londoner Abkommens sich nicht einlasten kann, verst?h sich von selbst: toerm Frankreich sich also weigert, die Exportabgabe aufzuh:b?n und die Lon^ver Der« cinbai ungen lot>al tmrchzuführen. so trigt nicht Deutschland, sondern Frankreich die Te a :t- woitung für die jetzt entstandene Krise. Dec Meiirungraustausch, der im An ch'. an die Dif­ferenzen zwischen Paris und Berlin eingeleitet wurde, w:rd feinen Zweifel dambw la'fen daß die Reichsrogierung und die deutsche Delegation auf dem gleichen Standpunkt stehm, und daß di? Verhandlungen nicht den gewünschter E f l; bringen werden, wenn di? Pariser Regelung weiter an der wj'errechtlich eingeführ.e^r Repa­rationsabgabe festhält.

Räumung des Siegkreises.

Siegburg. 15. Rov. (TU.) Rach einem Schrieben de: Des lhungSb hride an den Landrat des S:eglrei es Werder ab 17. Rovern e , 12 Uhr nachts geräumt sen: 1. das südlich der Strecke Obeacaftel^Etieldvrferhon-F eckwink:l-Ro't ge­legene Geb et des Sieg'ne les e'ms ch ießl'.ch Kö­nigswinter und Honnef, 2 die Bürger­meister er Much. 3. de: besetzte Teil de: Bürger­meisterei Ruppichtspoth, also das Gebiet, das b'L zum Januar 1923 zum unbesetzt -n Gebiet gehört hat Die D satzungsbehör.e rechnet mit der M twirkung der deut chea Behörden zur Unterdrückung aller Kandg.b^N'en vor, während und nack» der Räumung.

Die Generalinspektion.

Zuerst hieß man sie Milrtärkontrvlle, heute ruft man sie Generalinspektion und wenn es draußen wieder grünt, wird sie Wohl I n - vestigation heißen. Ihre Vater sind also md)t faul gewesen, ihr hübsche Ramen zu geben, die immer weniger bezeichnerrd werden Und doch tft sie o i n i) ä ß ! i d> trächtigem Charakter, nur Häßliches erzeugt hat: die Interalliierte Militärkvittrollkommstsicm

Solche Einrichtungen, die den Schattenseiten der menschlichen Ratur. in diesem Falle der R a ch- s u ch t und der Angst, ihre Entstehung verdanken, werden nicht sauber, auch wenn sie viel, viel län­ger leben, als man ihnen bei ihrer Geburi vor­aussagte und wie ihre Erzeuger selbst annehmen. Ihre Rutznießer empfingen als Drohnen die letzten Groschen eines ra ch verarmten QM. cd. ihr lockeres Leben vergiftete die Stimmung und verhinderte jede Möglichkeit zur Aussöhnung mit den Rach­barn jenseits der Vogesen. Und die guten Fran­ken führten manchen hungernden Deutschen vom Pfade der Anständigkeit ab und machten ihn zum Verräter an seinem Volke.

Frankreich braucht die I. M. K. K., um Deutschland unter Druck halten und jederzeit, wenn es ihm paßt, aller Welt zu verkünden, Deutschland starre vor Waffen: es brauch, die I. M. K. K., damit seine Staatsmänner im Zei­chen von Genf auszusprechen sich unterfangen können, der Abrüstungsgedanke sei eine gefähr­liche Illusion: cS braucht die I. M. K. K , um einen Vorwand zu haben, die Armee des Mar­schalls Foch am Rhein zu lassen. Die I M. K. K. muß die Blöße decken, die sich die Pariser Macht­haber geben dadurch, daß sie auch heute noch an der Ruhr stehen.

Die 2. M. K. K. verdankt ihr langes Leben der Lüge: sie ist eine Sumpfpflanze, giftig und von üblem Geruch. Bedauernswert sind die Män­ner, die in ihr Dienst tun müssen. 'Brutaler Zwang hält sie an, an den Orten, wo die Spitzel sie hin­schicken, und mögen sie noch so unerfreulich sein, zu suchen. Sie müssen in den Kauf nehmen, daß deutsche Arbeiter, die ihnen helfen sollen, die ver­steckten Schätze zu finden, ihnen verächtlich den Rücken kehren. Es ist nun einmal nicht ander- in der Welt. ,,Wer Pech ansaßt, besudelt sich!"

Frankreich hat die Generalinspektion ver­langt, weil eS ihrer auS politischen Grün­den bedarf, und seine Forderung damit be­gründet, seit Beginn deS Ruhrüberfalls habe man nicht mehr kontrolliert und Deutschland habe zweifellos diese Zeit berruht, um Kriegsmaterial anzuhäufen und auch sonst zu rüsten Es war interessant zu lesen, daß der Berliner Bericht­erstatter des Echo de Paris aus sicherer Quelle die ihm unter den Mitgliedern derBerliner Kontrollkommission gesprudelt hat. erfahren hat der Rüstungsstand Deutschlands se feit 1 922 unverändert. Damit ist der ganze Widersinn der Generalinspeftion er­wiesen und die ganze Welt sieht j ht. daß Frank­reich sich und den anderen Beteiligten dieses kostspielige Experiment lediglich aus Pre­stige-Gründen zugemutet hat.

Die deutsche Regierung hat alles getan, dre sog. Generalinspektion ohne Zwischenfälle zu Ende zu führen. Unausgesetzt sucht sie das Volk zu be­ruhigen und ihm dre Sach? durch dre Ankündigung schmackhaft zu machen, es sei nun wirklich das allerletzte Mal.

Das ging viele Wochen ganz schön und Mc I.M.K K. hat bald tausend Untersuchungen vor­genommen. Aber die Länge hat die Last. So ist es leider in Ingolstadt zu Delästigungm von Franzosen gekommen. Sehr bedailerlich» Der An­griff geht an eine falsch? Adresse Die Sendboten, die in ch? < sitzen, tun nur ihren Dienst, dessen sie sich wahcscheinIrch selbst schämen Ihnen hat Deutschland sicheres Geleit zugesagt. Das bürfen wir nicht vergessen. Also lehrt dcm traurigen An­blick den Rücken, und laßt die Kontrolleure bei Ihrem mißlichen Gewerbe a lein!

Immerhin wäre zu w.msch-n daß die Mit­glieder der Kontrri kommi''lon mehr Zurück­haltung an den Tag fegten. Warum z B. müssen alle diese Unterju l>ungsfahrten ir ja^er- de r Kraftwagen gemacht wer en In der Ci er- bahn wären die Herren unauffälliger und auch leichter zu schützen. Wenn fle u-angriag* irgend­wo erichnnen w ll n, was bisher die Ausi ahme zu sein schrint, könnten lle ja trotzdem den Kraft­wagen benutzen.

Und die Frage sei gestattet: Wie lange soll das Unwesen so weiter gehen? Der sogen. Generalinspektion muß doch ein Plan zugrunde liegen? Warum dieses verhängnisvoll" Sch' e- gen? Es sind eben nicht sachliche, sondern poli­tische Erwägungen, die die I. HL K K. Der in­dem, ihre aufreizende Tätigkeit ernzusteller. Würe Poincare am Ruder, so würde man g'aub n daß Zwischenfälle abgekartet Her en Das wollen die jetzt Frankreich führenden Männer sicher nicht Aber es ist anzunehmen, daß ih en der Mut oder die Kraft fehlt, di? Unlinn. ekelt der ganzen Institution einzugestehen und so käß man fatalistisch den Dingen ihren Lauf. Und Deu tfchla n b muß die Zeche bezahlen

England und feine Schuldner. Churchill für Cintrcibung der Außer» stünde.

London, 15. Rov. (TU.) Das Kabinett hat sich in seiner Sitzung ri"g herrd m ! der Fv -g: der interalliierten Schulden an Grohbri amrien be'aßt. Der Schahkanzler Churchlll äußerie sch dahin daß England energi'ch an die ®intre:bung feiner Außenstände gehen müsse. Eng'ond h be an die Verein igten Staaten zur Ab-

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