besetzten Rei-psoayngebket, sowie zwischen Der M« igie und Der Kölner Zone wird mit Geltung vom 16. Juli bei Gütern Der Klassen c und f, sowie bei Kohlen, soweit Diese Güter zu Den Ausnahme- tarifen gefahren werDen, Die Deutsche Reichsbahnfracht um Die Halste Der eingerechneten Abfertigungsgebühr aekürzt.
* Herabsetzung Der Haben-Zinsen bei Den Berliner Banken. Die Mitglieder der Bereinigung Berliner Banken unD Bankiers beschlossen, mit Wirkung ab 14. auf Rentenmark- unD Papiermarkkonten für täglich verfügbare Gelder 6 Proz. p. a. Haben-Zinsen zu vergüten, was eine Herabsehung um 2 Proz. von bisher 8 Proz. bedeutet.
• Genehmigung Der Getr eiDea us - fuhr aus DeutschlanD. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat durch einen Erlaß vom 11. Huli die Ausfuhr von Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Rogaen- und Weizenmehl und -fieie zugeüssen. Den Sendungen muh eine LlnbedMklichkeits-DescheiTri- gung des Reichskommissars bei Der Deichs- getreidestelle befestigt sein, an Den AuSfuhr- antrage unmittelbar zu richten sinD.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
3n Unionen Prozent
Frankfurt a. M
Berlln
Schluß Äur»
iSchluh flure
Schluß, fiur»
Schluh. flurr
Datum:
11. 7.
14. 7.
11. 7.
14. 7.
5*/o Deutsche Reichsanleihe -
0,301
0,213
C.315
0,285
4% Deutsche ReichSanleih« .
w
0,525
0,550
0,540
3'///o Deutsche Retchsanleihe 3% Deutsche RetchSanleihe . Deutsche Svarprämienanleth«
0,400
0,100
0,400
0,i98
0,870 0,1 ?o
0,955
0,950 0,180
C,975 0,180
■4*/o Preußisch« KousolS . . .
0,416
0,415
0,430
0,420
4% veflen...........
0,600
0,550
0,600
^/.'/.Lessen..........
STo Hessen...........
—
—
0,540
0,430
0,440
0,470
Deutzche Äertb. Dollar-Lut.
4,2
4,2
4,2
4,2
dto. Doll.-Schatz-Lnweiiag.')
86,1
80,1
80
4'/« Zolltürken.........
6,70
—
6,125
6.6
5% Äoldmeptkaner......
-
—
-
85
Berliner Handelsgesellschaft.
Commerz- und Privat-Bank.
ie,5
3.60
3,80
20,8 M
14
8,60
Darmft. und Nationalbant .
6,2
6,50
6,5
6,14
Deutsche Bank.........
Deutsche BereinSbank ....
0,3^0 7,67
oÄ
7,30
7,30
DiSconto Lommandit ....
7.8
8,1
8
Metallbank...........
10, 25
9,75
—
Mitteldeutsche «Kreditbank. . Oestcrreichtsche Lredttaastalt
1,95
0,825
2
1,00
0,315
—
0,3 0,2
Westdank............
—
0,22
0.3
Bochumer Suß .......
—
•
39
38
BuderuS............
6
6.62
6
5.25
Taro..............
7 71
7 SO
7.65
7,625
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. .
41 41.75
40,6 42
40,50
41,75
41
40,75
Harpener Bergbau......
Kaliwerke AscherSleben....
Äs
6,25
46,6
6,3
45,5
6
Kaliwerk Westeregeln.....
8,76
9,20
8,25
La urahütte...........
4
—
3,75
3,80
Oberbedarf...... • •. .
7,75
7
7,25
6,275
2i,5
Phöntr Bergbau . ......
—
21,60
17,25
22,25
Ryeinstadl...........
17,75
17
16,5
Rtebeck Montan........
30
27,75
29,1
26
TelluS Bergbau .....
1,90
1,2
—
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llohd.....
18 05
3,75
18
8,75
18,30
3,9
15,18
3,8
Lheramische Werke Albin . .
1,85
1 55
—
—
Zementwerk Heidelberg . . .
7,75
7,625
—
•b.
Philipp Holzmann......
2.M
2,40
2,70
2,40
Analo-Tont -(»uano.....
Badische Anilin........
Chemische Mayer Blanin . .
10,45
6,75
10,90
7,30 11
7,25
10,85
1
1.1
—
—
Noldschmidt..........
8,4
8
8,10
7,76
GrieS l etmrr Electron ....
10.1
8,30
10.76
8.4
5,18
10,6
10,6
Höchster Farbwerke......
8,50
8,40
Loli Verkohlung........
1,05
—
—
KüigerSwerkr.........
OS
9
9,875
8.75
Echetdeanstalt ........
10,80
11
—
Alla. TlektrizitätS-Tesellsch-st Bergmann...........
Ma in Kaliwerke........
5,96
6,62
10,125
6 10,80
6,75
9,6
ü
6
—
—•
Schlickert............
27
27,50
27
Siemen« A HalSIe......
38,25
17,25
35,625
35,25
Adlerwerke Kleyer ......
1,15
1,10
1
1
Daimler Motoren. ......
1,70
1,70
1,40
1,80
Heyligenstaedt ........
Meguin.............
1,80
1,90 8,1
M
*
7,75
8,6
8
Skanffurttr Armaturen . . .
0.41
—
—•
—
-Dnservenfabrik Braun . . .
0,610
0,61
0,65
—
Metallgesrwchaft Frankfurt.
9,75
9,65
—
—
1
1
1,125
1.1
Schuhfabrik Her,......
Sichel..............
Zellstoff Waldhof.......
2.05
2
2
2
2.80
2,85
7,8
2,40
2,75
7,26
7,40
7,4
Zuckerfabrik Frankenthal . .
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
2,75
2,25
2,^5 2,15
2,1
1,08
•) Dom AuckzahlungSw-rt
Berliner Börse.
Berlin, 14. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Die LonDoner Konferenz wirft ihre Schatten voraus. Das Geschäft an Der Börse stagniert völlig. Die Spekulation ist von einer allgemeinen Lustlosigkeit befallen. Sie hält es für geboten, im Hinblick auf Die ungünstigen Aussichten Der Londoner Konferenz w itvehe oste Zurückhaltung »u üben. Die Berliner Grohfir.anz beurteilt die außenpolitische Lage als äußere ri ent» lich ernst. Man ist sich Darüber klar, daß Do3 Scheitern Der Konferenz gerade für Die Börse sehr unangenehme Folgen nach sich ziehen könnte. Trotzdem glaubt man, daß eine Bindung deutscherseits nicht eher eingegangen wird,'als bis diejenigen Garantien geschaffen sind, die Der deutschen Wirtschaft ein bestimmtes Existenzminimum
Oer Alte aus Topper.
Rofnan von Hanns von Zobeltih.
16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
«Also, Gottlieb, du hast eS selber gesehen: mit der Fahne in Der Hand sind Der Herr Stnbs- kapitän blessiert worden?" hat Der Gestrenge eindringlich gefragt, und seine Augen glänzten dabei.
„Zu Befehl, gnädiger Herr. Hatte die Fahne ganz hoch, und dann fiel er mit 'nem Male, wie ein Daum."
„Weiter! Erzähl' du weiter!"
„Zu Befehl, gnädiger Herr. Ich hab' drauf eine ganze Weile gelegen. Weih selber nicht, muß wohl nicht recht bei Besinne gewesen sein. Sind auch über mir weggelaufen, Infanterie und Kavallerie, daß ich ein paar feste Dräschen h nlen am Kopf hatte, von Fußtritten oder Hufschlag. Wie ich draus wieder bei Besinne gekommen bin, hab' ich mir aufgekappelt, und da hab' ich gedacht, mußt doch mal nach dem Herrn Stabs- kapilän suchen. Rämltch, es ist nu ziemlich stille gewest dorten, wo ich war, bloß die Blessierlen Ichrien, und ein paar Kalmücken schwärmten herum, raubten die Toten aus und so. Aber wie ich so an der Erde entlang krieche, da hab' den Hemm Stabskapitän gefunden. Er war ein Stüct abwärts gerollt und lag grab in einem Loch. War auch ganz bei Verstaube. Ich sollt' ihn liegen lassen, mit ihm wär's Doch am Ende, fyat er gesagt, und mich fortmachen. Aber ich hab' ihn zucechlgerichtet, so gut ich gekonnt, und dann sind wir liegen geblieben, bis es ganz dunkel geworDen . . ."
tm Seuchen Des SachverstMMgenprv-granrms ermöglichen. Das Interesse an Den politischen Dorgängen ist sogar stärker als Das an Der wirtschaftlichen Lage. Die Meldungen aus Dem Ruhrgebiet über Betriebseinstellungen lauten immer : ungünstiger. Die Umsätze waren h?ute auf den meisten Märkten gänzlich unbedeutend. De vnders lebhaft ging es heute wieder auf Dem Kriegsanleihe markt zu, Dod> überwog auch heute hier das Angebot. Die Lage Des GelD- und Devisenmarktes ist unverändert. Die Kursveränderungen waren auf Den meisten Märkten nur geringfügig. Besonders erwähnenswert ist das lebhafte Geschäft, das sich seit einigen Tagen in derfch ebenen StaDtanleihen und Pfandbriefen entwickelt hat.
Frankfurter Börse.
Frankfurt«. M, 14. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Tendenz: Am Effektenmarkt ist zu Beginn Der neuen Woche eine merkliche AenDerung auf keinem Gebiet zu verzeichnen. Lustlosigkät unD Zurückhaltung sind Das charak- tertstiiche Merkmal auch Des heutigen Verkehrs. Besonders wirkt Die Erwartung über Den Ausgang Der Londoner Konferenz hemmend auf Die Im großen unD ganzen nicht unfreundliche Grandstimmung. Auch Die Rede des Reichskanzlers über Die politische Lage war nicht besonders Dazu angetan, Das Geschäft ausleben xu lassen wie es überhaupt an Anregungen fehlt. Rach wie vor ist man bestrebt, möglichst liquide zu bleiben, und Die Folge ist em äußerst kleines Geschäft, das heute vielleicht Den bisher überhaupt verzeichneten geringsten Umfang hatte. Die Kurie fast Des ganzen Marktes eröffneten auf Dem Stand vom Freitag, kleine Bewegungen nach oben ober unten waren unwesentlich Am Geldmarkt ist Tagesgeld bei i/< Pro Mille angeboten, Monats- geld wird schon mit 1®/R genannt. Im Devisen- verkehr hält die Festigkeit Des englischen Pfundes weiter an. Der Pariser Frank behauptet seinen Stand, desgleichen die Mark. Dom Aktienmarkt ist wesentliches nicht zu berichten. Am Montanmarkt, Der gehalten ist, ist bemerkenswert der scharfe Rückgang, Den Stinnes-Riebeck mit 3 Prozent erfuhren. Ruhig war Der Der laus des Verkehrs am Dankaktien markt, Der zumeist gehalten blieb. Am Rentenmarkt waren in Kriegsanleihen einige Llmsätze zu verzeichnen, doch gab Der Kurs um 8 Milliarden Prozent nach. Das Geschäft in ausländischen Renten lag fttl. Rur für Bagdad-Bahn, Zolltürken und 1902er Russen wurden einige Umsätze getätigt. Im Freiverkehr herrschte äußerst stilles Geschäft. Soweit man hörte, wurden genannt: Api l7/8, Decker-Stahl 1,25, Decker-Kohle 3,25, Petroleum 10, Growag 0,110, Ufa 4* 1 */2. Im weiteren Verlauf trat eine bemerkenswerte Aenderung Der Dörfenhaltung nicht ein.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
<gn Billionen Mark auSjebrädt VuenoS'AtreS, London, Reu- hort. Japan, Rio de Iavetro für eine Einheit, Wien and Budapest für 100000 Ein betten, alle« übrige tot 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung.
1t. Juli
H Null
Repart.
Amtliche Notierung
Amtlihr Notier 11, (Sf(6 | "riet
Meld
Briet
11.
,14.
Smst-Roti Brff.-Antw Thristiania. Kopenhagen Stockbolm . HelstngforH. Atalien. . . London. . . Neuhork . . Paris. . . . Schweiz . . Spanien . . Wien in D-- Oest. abgest Prag Budapest. . Buen -AireS Bulgarien Japan . . . wo de Fan Belgrad . - Liffabon .
158, ?0 18,90 55,88 67,03 111,42
10,47 17,91
18,238 4,19
21,46 76,61 65,31
5,92 12,84
5,04 1,335
3,04
1,74 0,406
4,93 11,27
169,0J 19,00 66,14 67,17 111,98
10,58 17,99
18,326 4,21
21,55 76,99
65,58
8,91 12,40
5,06 1,245 8,06 1,76 0,415
4,95 11,33
Ba n f n
158,36 19,15 66,11 67,33 111,47
10,47 18,00 "ft 21,70 76,61 65,81
8,92 12,41
5,04 1,345
3,05 1,73
0,375 4,93
11,27 oten.
169,15 19,25 (6,89 67,67
112,03 10,53 18,16
18,485 4,21
21,80 77,21 66,09
5,94 12,47 6,00
1.865 8,07 Ä
4,96 11,33
voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
voll voll voll voll voll voll voll voll voll
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Amerlkanische Noten .....
Belgische Noten........
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Englische Noten ....... Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten......
Norwegische Noten......
Dcutsch-Ocsierr, ä 100 Kronen Rumänische Molen......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten......
4,11 18,95 67,08 18,81 21,71 157,85
18,00 5t>,g;
5, 8 1,81
111,1> 76,91 65,56
12,41 4,91
4,21 19,05 67,4? 18.41 21,80
158,85
18,10 1)8,24
6,02
1.88 111,69
77, 9
65,81
12,47
4,93
voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
Märkte.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frank furt a. M, 14. Juli. (Drah!dericht des „Gieß. Anz.".) Auftrieb: Rinder 13.8 S uck, darunter Ochsen 340, Dullen 62, Färsen und Kühe 976, Fresser 2, Kälber 387, Schafe 42, Schweine 2861. Es kosteten Der Zentner Lebendgewicht:
„Hat denn der Herr StabSkapitän noch was zu bii gesagt, Gottlieb?"
„Zu Befehl, gnädiger Herr, daß ich, so ich heil fortkäme, das gnädige Fräulein aus Leich- holz schönstens von ihm grüßen sollte . . ."
„Sonst nichts, Gottlieb? Sonster nichts? Gar nichts?"
Der Mai zanke kraute sich im zerzausten Haar. „Weiß wirklich unD wahrhaftig nicht, gnädiger Herr. Wird wohl noch mancherlei gesagt haben. Ja doch: Mein Lvttchen, mein Lottchenl UnD Drauf wohl auch einiges wie: ilnfer armer großer König! Ja richtig, und hat mir befohlen, trenn es aus mit ihm wäre, sollt' ich von ihm Die Geldtasche nehmen und dem gnädigen Herrn schicken . . .“
„Sonst gar nichts, Gottlieb?"
„Doch — richtig! Ein paar Male hat er Topper gesagt. Topper."
Der alte Herr atmete schwer auf.
Eine Weile schwieg er. Sah auf Den Kien- span und das glimmende Herdfeuer. Hatte Den Kopf dabei In beide Hände gestützt, die Kappe ganz in Den Racken geschoben.
„Wie seid Ihr denn weiter fortgekommen?" fragte er endlich.
So erzählte Der Mar-anke, daß sie bis in die Rächt gewartet und Dann sich in das Dickicht gerettet und daß Der Herr Stabskapitän Da noch einen Trupp Flüchtlinge gesammelt, und wie sie am Morgen nach einem Dorf gekommen und daß sie dorten auf Den König getroffen. —
Hoch auf horchte der Gestrenge. „Wie sahen denn Seine Majestät aus?"
Der Gottlieb verwunderte sich. Wie Der König ausgeschaut? «Ja ... der Fritz ... er hat
Rinder. Ochsen: DoUJL, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 42—48, junge fleischige, nicht aus- gemästete und ältere auSgemästete 35—41, mäßig genährte junge, gut genährte ältere 28—34; Dullen: vollst., ausgewachsene höchsten Schlachtwcrtes 34—38, vollfl. jüngere 30—33; Färsen unD Kühe: vollfl- ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 42—48, vollfleischige ausgemästete Kuh: höchsten Schlachtwertes 35—42, wenig gut entwickelte Färsen 32—40, ältere ausgemästete K- b> unD wenig gut entwickelte 28—34, mäßig gen, .>re Kühe und Färsen 22—27, gering genährte Kühr und Färien 10—15. Kälber. Feinste Mastiälber 48—56, mittlere Mast- und beste Saugkälb.r 28—37, geringere Mast- und gute Saugkälber 30—36. Schweine. Dollflerschige Schweine von 80 bis 100 Kilo 60—63, vollfl. unter 80 Kilo 52—60, vollfl. von 100 bis 120 Kilo 60—63, vollfl. von 120 bis 150 Kilo 60—63, Fettschwrine über 150 Kilo 60—63, unreine Sauen und geschnittene Eber 48—56. Marktverkauf langsam gehandelt. Großvieh und Schweine etwas ileberftanb. Kleinvieh auSverkauft.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 14. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz."^) Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 17,75 bis 18, Roggen, inländ. 16,75 bis 17,25, Braugerste 17 bis 18, Hafer, inländ. 17,50 bis 18, Mats, gelb 16,75 bis 17. Weizenmehl, inländ. Spezial 0 29 bis 31, Roggen mehl 24,50 bis 25, Weizen» und Roggenkleie 9,25 bis 9,75, Erbsen 18 bis 24, Heu, neue Ernte 4 bis bis 4,5, Weizen- und Roggenstroh 4,5 bis 5, Treber getrocknet 11,50 bis 12. Tendenz: Steigend.
Berliner Produktenbörse.
D e r I i n, 14. Juli. Am Produktenmarkt hält die Preissteigerung infolge der erweiterten Teilfreigabe des Exports an. Die Kontingentierung auf 3000 Tonnen je Firma Dürfte relativ hoch sein und könnte unter Ämständen den Markt entscheidend beeinflussen. Roggen war bis 156, also 7,80 Mark je Zentner, Weizen bis 162. Einzellie Rebenprodukte, ie Palmkuchen, haben nach der jüngsten Steigerung die Weltmarkthöhe erreicht. Auch Kleie ist bereits nahe am Weltmarktpreis. Es notierten je 1000 Kg. Weizen, märt. 156 bis 162, Roggen, märf. 139 bis 146, Gerste, märt 152 bis 164, neue 144 bis 150, Hafer, märf. 135 bis 146, Raps 240 bis 245, Leinsaat 310 bis 320, je 100 Kg. Weizenmehl 23 bis 26, Roggenmehl 21 bis 23,50, Weizenkleie 9,10 bis 9,20, Roggen kl eie 8,80, Diktoriaerbsen 20 bis 21, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 13 bis 14, Wicken 15 bis 16, Lupinen, blau 9 bis 10, gelb 15 bis 16, Rapskuchen 10 bis 10,20, Leinkuchen 18,80 bis 19, Trocken- schnitzel 8, Kartoffelflocken 20 Mk.
Turnen, Sport und Spiel.
Weitere große Erfolge des Gießener Schwimmvereins.
Am Samstag und Sonntag ging in Darmstadt vor zahlreichen Zuschauern das nationale Schwimmfest des Darmstädter Schwimmklubs „Iungdeutschland" vor sich». Wiederum gelang es dem Gießener S. D. einige prächtige Siege trotz äußerst zahlreicher Konkurrenz zu erkämpfen. Waren doch Vertreter aus Den deutschen Schwimmsportzentren, u. a. aus Köln. Magdeburg, Dreslau, Derlin, Gelsenkirchen, Göppingen usw. zugegen. Frl. Arndt-Gießen könnt» zwei überlegene Siege im Dcust- und Rückeufckwrm- men mit nach Hause bringen. Die von ihr ge- schwornrnenen Zeiten erbeben Anspruch auf beste deutsche Klasse. Die Zeit im Brustschwimmen über 100 Meter in 1,36 Min. und die Zeit im Rückenschwimmen über 100 Meter in 1,37 Min. sind als ganz hevorragend zu bezeichnen, da diese fast den deutschen Rekord streifen. Fritz Pascoe wurde im 2. Senior-Brustschwlmmen über 200 Meter in 3,15Vz Min. Zweiter; man darf von ihm infolge seines glänzenden SttleS noch viel erhoffen. Fcl. Emmh Schüler, wrlche erstmalig an den Start ging, konnte unter 18 Konkurrenten Im Damen-Iugendbrustschwimmen über 100 Meter in l,483/10 Min. einen guten 3. Platz belegen.
Erfolgreiche Gießener Ruderer.
Die Gießener Ruder-Gesellschaft 1 8 7 7 errang auf Der diesjährigen großen Ruder-Regatta des Lahn-Regatta-Derbandes in Limburg am Samstag und Sonntag vier Siege, und zwar im Hungmann- und Großen Einer, im Doppelzweier und Ermunterungs-Die- rer. Das Doppelzweier-Paar, Georg Müller und Curt Georgi, erzielte bereits in Frankfurt a. M. einen schönen Erfolg im Rennen um den Taunuspreis, Der gegen ansehnliche Wettbewerber mit mehreren Längen gewonnen wurde. Mit den fünf diesjährigen schönen Leistungen ist die Gesamtzahl der von der G. R.-G. errungenen Preise auf 135 gestiegen.
seinen alten Rock angehabt, und da war Wohl keine Dürste dran gewesen. Dreckig sah er aus...“
„Ich meine, tm Angesicht?"
„Zu Befehl, gnädger Herr. Ich weiß nicht recht. Wie ein aller Mann. Oder vielleicht, daß er nicht viel Schlaf gehabt hat. . ."
„.Ünb war gnädig?"
Ha wohl, war er. Ist gleich auf den Herrn Siaoskapilän zugelvmmen, hat gefragt, und dam Hut er den Herrn Leibmedikus, den Mo;jö Co he- nius, beordert, Der Hut den Herrn Kapitän verbinden müssen. Hat mich auch versorgt . .
„Weiter, Gottlieb. .
„Ha, und wir sind drauf noch bis zur Oder gekommen. Da haben wir am Fährhaus etwas Drot gekriegt. ilirb Da war Der König wieder da, mit Dielen Generalen, und Da hat er einen Wagen für uns geschafft und dabei gestanden, wie Der Herr Kapitän verladen wurde. Ha . . . richtig . . . unD Da hat er auch noch gesagt. .Meine Empfehlung an den Herrn Da er' . . . oder so . . . und alles würd' wieder besser werden."
Reckte sich Der Gestrenge, saß nun ganz aufrecht, und in feine Augen kam ein Leuchten.
„So — so," sagt er und.Weiler nichts.
Stand Dann auf, trat an* Den Kienspan, kramte in seiner Tasche, zog eine Handvoll Silbcr- münzen heraus, suchte Darunter, bis er einen hurten Taler fand, einen noch aus den guten Hahren, einen vollwichtigen. Besah sich eine Weile tm Sinnen bei Dem flackernDen Licht das BilD- nis Seiner Majestät, kam zurück zum Bett und legte den Taler Dem Gottlieb Marzanke auf Die Decke
Kunst und Wlssenscynsr.
Ein neues Serum gegen Tuberkulose.
Ein neues Serum, das geeignet sein soll, Öen Menschen gegen die Anslecking mit Tuberkulose immun zu machen, wird von Dem französischen Forscher Prof. Calmette in einer Mitteilung angekün- Digt, Die er Der französischen Akademie für Medizin machte und Die großes Aufsehen erregte. Calmette erklärt, er habe Die Frage Der Impfung gegen Tuberkulose viele Hahre hindurch studiert. Er verwendete einen besonderen Bazillus, Den er aus 230 aufeinander folgenden Kulturen aus der Milz eines Ochsen erzielte, Der die Eigenschaft der Bildung von Tuberkeln verloren halte, und er hat durch Impfung mit diesem Bazillus bei Jungen Kälbern eine solche Immunität erzielt, daß sie 18 Monate nach Der Impfung noch Der Impfung mit einem starken Bazillus widerstanden, der sonst in 8 Wochen den Tod hervorruft. Aehn- llche erfolgreiche Versuche wurden an Affen ausgeführt, Die in engster Gemeinschaft mit anderen, an schwerer Tuberkulose leidenden Affen zusam- m en lebten und trotzdem gesund blieben. Dadurch ermutigt, Hal Calmette diese Methode bei jungen Kindern tuberkulöser Eltern angewendet, Die ihm für Diese Versuche an vertraut wurden. 217 solcher junger Kinder wurden dreimal mit dem neuen Impfstoff in Zwischenräumen von 80 "Stunden In den ersten Tagen nach Der Geburt geimpft. Während 18 Monaten wurde keine schlechte Wirkung beobachtet, aber die Wirksamkeit der Behandlung als einer Immunisierung gegen Tuberkulose-Ansteckung kann nicht eher als sicher angegeben werden, bevor nicht mehrere Hahre der Beobachtung verstrichen sind. Doch lassen die großen Erfolge bei Kälbern und Affen die Wahrscheinlichkeit zu, Daß das Serum auch bei jungen Kindern wirksam sein wird. Calmette empfiehlt allen Arrzten, die Behandlung bei Reugeborenen in tuberkulösen Familien vorzunehmen, und besonders in Fällen, wo die Mutter tuberkulös ist; er erklärt aber, daß Die Behandlung nur bei ganz jungen Kindern wirksam ist. die noch nicht mit Tuberkulose angesteckt sind.
Büchertisch.
— Giacomo LeopardiS Ausgewählte Werke in einer ausgezeichneten Hebertragung von Ludwig Wolde sind soeben im Insel-Verlag zu Leipzig in würdiger Ausstattung erschienen. Man hat Leopardi den Italte- nischen Hoelderlln genannt und hat damit manches getroffen, was gerade uns Deutschen den den Italiener, der wie Hoelderlin tm ersten Sprossen seines dichterischen Schassens, schnell dahinwelkte, so nahe liegt. Eine tiefe Melancholie, eine Innige Verbundenheit mit der Ratur und eine erstaunliche Erkenntnis der Zusammenhänge des Lebens machen die Schöpfungen auch heute nach fast hundert Hahren zu einer Quelle Der Weisheit und Schönheit.
— Wilhelm von Scholz Der Zu» f a l l", eineDorform des Schicksals. Geh. 0,60 Mk., geb. 1,50 Mk. Walter Hä decke Verlag Stuttgart. Das eigenartig geschürzte Problem des Zufalls veranlaßte den Dichter Wilhelm von Scholz zu dem Versuch, ein im Geheimen walten» des Gesetz aufzuspüren, das er In einer Anziehungskraft des Bezüglichen gefunden zu haben glaubt (z. D. zwischen Eiaentümer und Eigentum bei verlorenen Gegenständen — wir sagen bann wohl, Der Gegenstand will zu Dem Eigentümer zurück). Zur Erhärtung seiner These brinat Scholz ein reiches Erfahrungsmatertal bet, das sich spannend, ja oft atemraubend lieft. Die gebauten- reichen ^lntersuchungen, die ein klarer Geist ohne alle Verstiegenheiten führt, erhalten ihre Stoßkraft von Der bezwingenden Gewalt dichterischer Intuition. Fern am Horizont tauchen leise Möglichkeiten auf, die den Leser mit metaphysischen' Schauer erfüllen.
— Briefe eines Ban kdirektor s an seinen Sohn. Don Argentartus. Reuer Dand: Die Kreditbank. Erster Teil. Dank Verlag, Berlin W 57. (Drosch. 1,50 G.-M, geb. 2.40 G.-M) Die Sammlung von Briefen, in Denen der alte Dankdirektor seinen Sohn und zugleich Den Leser nach und nach durch alle volkswirtschaftlichen Gebiete führt, ist mit Der Zeit zu einem festen und wertvollen Destandteil Der ökonomischen Literatur geworden. Der neueste Dand beleuchtet die Rolle, die das Dankwesen in derWirt» schast spielt. Wie die Bank unter bestimmten Voraussetzungen „ruhendes Geld" an sich zieht, um es in „tätiges Geld" umzuwandeln, wie sie dadurch die Struktur des Erwerbslebens und das ganze soziale Gesicht des Zeitalters verwandelt, wie sie aber ihrerseits wieder abhängig von Der Verfassung des Wirtschaftslebens ist, zugleich Subjekt und Objekt derselben, das wird mit der Gedankenstärke ausgemalt, die den alten Dankdirektor von jeher auszeichnet.
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I. V.: Heinz G o r r e n z.
„Da — nimm Er. Dist ein braver Bursch!" Merkwürdig weich klang die Stimme, und der Marzanke sah mit Erstaunen, könnt' es gar nicht recht glauben: in Den Augen war etwas Rasses. Mochte wohl fein, Daß der Kien beizte.
„Ich werd' ihm auch Den Med kuS schicken. 11 nb feine Douteille Ungar zur Stärkung. Etliche haben die Russen wohl noch im Keller gelassen. Daß bu uns balde wieder heil wirst . . . ja . . . Der König braucht seine Bursche! Rächt' auch, Gottkieb I"
UnD hinaus war er, ohne einen Dank abzuwarten.
Es wollte und wollte nicht besser werben mit dem Herrn Stabskapitän.
In der Rächt nach seinem Eintreffen war richtig auf seinem dicken Schimmel der Darsalias aus Sternberg gekommen, ha te sein kl ig'leZ Gesicht aufgesteckt, stark mit lateinischen D ocken um sich geworfen, mit Der Sonde in der Wunbe herumgewühlt, bah der Patient mitten im Fieber vor Schmerzen au schrie, hatte cin Pflaster ordiniert und zwei Mebizinen, abwechselnd einzumh- men. Darauf hatte er als Frühtrunk eine ganze Flasche Pontac getrunken und war scheinbar befriedigt von bannen geritten.
Es würbe aber nicht besser. Rur, daß Die Kräfte Des Dlesierten sichtbar verfielen unb er manche Stunbe wie ein Tot r lag, In tiefster Erschöpfung.
(Fortsetzung folgt.)


