feit« 20 bi« 80 Iwmtt tm beiGebier Slbt. 5>iefe hätten volle Gelegenheit gehabt, die e zu untersuchen und darüber zu berichten. <t sei nicht recht ersichtlich, welche weiteren 3nf Donationen diese Kommission wohl sammeln tonnte. Die Ansicht, die in den mab- g.b-nben ßc-nboner Äretfen vertreten w:^de, ist jedoch di«, baß diese beiden Kragen vollkommen abseits d«S Hauptpunktes liegen, der der ist, ob die Rheinlanbkommisslon irgendeine Politische Macht und daher in der Lage ist, die separatistisch« Bewegung in der Pfalz a n • zuerkennen Aach britischer Ansicht habe sie keinerlei derartige Befugnisse. Man sei weiterhin der Ansicht, das), wenn die Bevölkerung der Pfalz wünschte, von Deutschland losgetrennt zu werden, wie behauptet werde, sie die Ma- fchinerie der Weimarer Verfassung habe, wonach */, der Stimmen der Bevölkerung notwendig ist. um diese Frage aufzuwerfen.
Der neue Pfälzer „Präsident"
Speyer 14. 3<m. IPriv.-Tel.) Für den btm der Vottsjustiz gerichteten ,Präsidenten" Heinz-Orbis hat sich noch kein Nachfolger gefunden. Dt verlautet, baß der .Herr" Wirtschaftsminister Blay di« Nachfolge abgelehnt hat. Da jedoch irgend jemand zunächst al« provisorischer ^Präsident" fungieren must. Hai dem Vernehmen nach der wegen Spionage und Unterschlagung vorbestraftes!) 23jähdge .teparalist Ische Major" Kuhn aus Speyer die vorläufige Führung der ,Präsidialgeschäfte" übernommen
Thüringen.
Berlin, 14. Ian. (Wolfs) Di« Erörterungen zwischen derAeichsregterung und der t hü- ^ingischen Staatsregterung sind nun- mehr abgeschlossen.
Heber das Ergebnis wird amtlich mltgctctü: Die zahlreichen Beschwerden, die bei dec Reiche- regierung über die thüringische Landesregierung aus dem Lande Thüringen eingrganaen ftno, sowie dem immer briigficht dort gestellten Verlan- aen nach Einsetzung deS Relchskommis- fars haben btt Reichsregierung veranlaßt, auf Grund bzi Art. 15 der Aetchsversussung Beauftragt« zu den thüringischen Landeszentralbehbr- den zu entsenden. Die Berichte der Beauftragten sind in eina'henden Verhandlunaen mit dem thüringischen Minister erörtert worden.
Di« thüringisch« Landesregierung entspricht in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung objrk« tid nicht den Dorschriftrn der thüringischen Landesverfassung.
Die gegen die thüringische Landesregierung erhobenen Beschwerden haben sich auch nach der eingehenden Aussprache mit den Vcriretern der Landesregierung zu einem erheblichen Teil als begründet erwiesen. Namentlich gibt die Be- amtenpolltik der thüringischen Lanbrriegie- cung ber AeichSregierung zu schwerer, Bedenken Anlast, weil btt Grundsätze be8 Ar i!els 130 der steichsversassung vielfach außer Acht gelassen worden sind. Die Dersehlungen gegen das Reichest rusgsetzbuch im thüringischen Mtnsitetium bet Qhtnern die im Zusammenhang mit ber Be- amlenpolittf stehen, bilden zur Zeit den Gegen- ’tanb einer st ras recht lichen Ain terfu - chu na.
Die thüringisch« Oanbt6regkrung nimmt von diesen Erklärungen Kenntnis und erklärt dazu folgendes:
Die thüringische Landesregierung bestreitet nach wie vor, daß die gegen sie erhobenen Vorwürfe begründet sind und dast ein Anlaß vorliegi, mit Maßnahmen auf Grund M Art. 48 der Reich-Verfassung gegen sie bot* Suoehen.
Tb Landesregierung ist verfassungsmäßig, ob- ' lcht sie in ttr Zahl ihrer Mitglie->er ber ßan- <-Verfassung zur Zeit nichi gan>, genügt ®« ist
. 'tx vor der Neuwahl des Landtags nicht möglich, <lrte GrgänzungSwahl vorz unebnen oder eine Vertrvuenskuudäebung für die jetzige Regierung k'urch den Landtag hevbeizusühecn Die Tätigkeit ber Landesregierung h't d e breite Oefi.nl- ltchkelt nicht zu scheuen. Die ß.m ■>kreglemng hat deshalb folgende Massnahmen Ixfi/Lfen
1. Die thüringische Landesregierung wird Anstellungen, Besördirungen und Entlassungen 'Bersehungen in den Warte- ober Ruh.'stand) sowie Teifchungtn von Beamten einschitest lick der Hcchschuilehrer und Lehrer bis zur Neubiwung der Landesregierung
nur mit Zustimmung eine« Ausschusses von fünf Mitgliedern
vornehmen und die nach dem thüringischen Not- gesetz über die Hrrabminderuna ber BcZonal- uusgadm vom 28. Dezember 1923 (Gesetzsammlung S. 839) dem Staat-Ministerium vde> einem cln^Iiwn Ministcrium Auflefcnhcn Befugnisse nur mit Zustimmung dieses Ausschusses au-üvrn Dor- sitzender dieses Aurschusts ist der Präsident deS Oberlanbesgericht«- in Je ia. Don
(Eine Fundqrube für gute Lustspiele.
Di« Klage darüber, dast es in unserer Ottern tut so weniae gute Lustspi.'le gibt ist alt. und wenn man mit Schauder und Lnngw tte erlebt. waS uns gegenwärtig von den Theatern als Komödte vorg.setzt wird, so möcht.' man fist an rcc Fähigkeit ber drutschrn Dichter verzweifeln, in künstlerischei Weife von her Bühne hrab Humor und Komik zu pf egen Aber das b utsch« Schrift- fuffl ist aar nicht so arm an guten Lustspi l n und wir deslyen sehr viel mehr bTitilfl.’r Werke, als nur das immer wieder angeführte Dreiblatt von Lessina» ..Minna", K esit« . Zerbrochenem Krug" und Arrytags .Journalisten'. Der Karlsruher Literai Historiker Pros. Karl Holl, dem toi en? Inhaltrr-iche Geschichte des deutfch'n Lustspiels .verbanfen, das wir in Bälde einer eingehenden Würdigung unter^'ben tobten, mulie. t den Vorrat an älteren Lustspielen unserer Dichtung, die eine Ausführung wohl verdienen wurden, unb bringt eine gan) statt.ich« Anzahl zusammen. Dabei wird von vielgespielten W-rkm. tote den Märchenstücken Raimunds, den Possen Nest r o y s, ben Meist» rkomö bien An zenarubers «edg.-seben. Unter ben altdeutschen Fast nackt- svielen Mhxben sich so manche, bi« eine Aufführung toohl lohnen würden besonders einige ber derben Sz.men der Nürnberger Rofenplüt und Wolz oder das ergötzlich: Llu rner Fastna ,tt- spiel .Vom klugen Knecht" Auch das .Spiel von zwei ©befcuk'n" des Schaslhanf ner Maler- dtchtevs Tobias Stimmer, das Witkowski neu
ben übrigen Mttgl edern des Abschusses tpetb* zwei von ber Derrrnigtrn S oz i o l de m v fr s- tischen Partei des Landes Thüringen und zwei von ben vereinigten bürgerlichen Parteien ernannt. Komm: ber Ausschuß in dte'rr Zusammensetzung nicht zustande, so werden zwri Mitglieder von der Reichsregierung, zwei von ter thüringischen Landes vegieruna e. nannt. Der Aur^ schuh saht seins Beschlüf'c imt SiM'Menrn?hrh:it.
II. Das thüringisch' Finanzministerium wird beauftragt, mit Beschleunigung für die Zeit vorn 16. Januar bis 31. März 1924
«inen Bedarfsnachw«iS auszostellru und d?n ordentlichen und außerordenllichen Bedarf aller Ministerien auf eine frstbsgrsv-ts Summe zu kontingentier««.
Ss wird Sorge tragen, bah ein Zugriff ber Behörden auf die öffentlichen Kassen auf die Höhe eines für die Dauer von vierzehn Taa-in im voraus zu berechnenden Beda NS begrenzt wird. Das thüringische Staatsministerium wird dem Finanzminister erweiterte Vollmachten Übertragen. Gegen den Ginspruch des Finanz- mtnlsters oder seines Beauftragten dürfen Ausgaben nicht geleistet und finanziell? Verpflichtungen nicht übernommen werden Tas thü- ringische Staal-mlnisterium wird der Reichsregie- rung über ble in Ausführung dieser Beschlüsse getrotsencn Mahnahmen Mitteilung zuz^hcn lassen und ihr ben ausgestellten Bedaifsnachw.-is 'ui Kenntnisnahme vorlegen Die Reichs reg ie^ung nimmt von ben Erklärungen drc thüringischen Landesregierung Kenntnis und steht davon db, dem RerchSpräsidenten Maßnahmen auf Grund des Artikels 48 der ReichSversasfung vvrzufchla- gen. Die thüringische Landesregierung gibt ber Erwartung Ausdruck, dah der Milttärbe- f e h l s b a b e r in Weimar durch Vernnttlnng ber Reichsiegierung veranlaht toirb, in den dem ^lamhieritoiden der Landesregierung und bei Ausschusses unter Nr. 1 vorbebaftenen Ausgaben- kceis nicht elnzugreisen.
I Kieme politische Nachrichten.
Der Äeichsverk.hreMinister Oeser hatte in Da.m,radt eine Besprechung mit ben QJÜtgl ebern der Mainzer Eiscnbahndirettivn. b:n Berrretern tK Beamtcnfchatt uiw d:r Arb.iter und d r hessischen Rrgi.rung wyb.i baapl'ächtp toitü^e Pe.tonal- uns Berkrhr-.fraa?n. bie sich cuts ber Besetzung emes grotzen Teiles fcti hef ische. Gebietes ergeben.
Der Hitler-Prozeß soll einer dar größ- len Prozess w rken. bk feit langem in München ein Gericht beschäftigten. Der genaue Termin steht noch nid); test. Drei Staatsanwält« sollen die Anklage vertreten, ben Angeklagten werden neun Verteidiger zur 6t le Men. Schon das Studium ber geaxil'tg angewachsenen Akten stellt eine groh: Aufgabe bar. Zahlreich: auswärti g e Zournalistcn, taru.rter auch amerikanische, haben sich bereits für ben Prozeß angemdtc. Man rechnet mit ehwr mehrwdchigen Dauer der Verhandlungen.
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Das ,Ztntrol!omit?t für die Generalversammlung der Katholiken Deutschlands" bat b schloss n. die diesjährige Grneral- veriammlung mHunnover vom 31. August bis 2. September abzuhallen.
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3n München ist Geh. Medizinal rat Pevfessor Dr. Ernst Schtoeninger, der langjährig« Lech- arzt Bismarcks, im Alter von 73 Zähren gestorben.
Der ehemalige deutsch? Botschafter in Madrid, Prinz Mar von Ratibor und Evrveh ist am Samstag in Sierz lOberbayrrn) gestorben. Sein? erfolgreiche Tätigkeit in Madrid wöhrrnd des Krieges wird unv;rgessen bleiben. Der Reichs- minister des Auswärtigen Dr. Ötrefemann bat Im Namen des Auswärtigen Amtes den Hinterbliebenen herzlichste Teilnahme ausgesprvchen.
Ein italienisch-jugoslawisches Bündnis.
Belgrad, 18. Jan (Prlv.-Tel) Die Belgrader Konferenz ber Kleinen Entente, dir SaniStag geschlossen wurde hat eine atobe politische Uebeuafthnnfl gebracht. Den Abschluß eines Bündnisses Atotfd-en Italien und Iugoslavien nach vottxriger Grsedigtlirg der Fiumesrage. Italien annektiert Aiume dagegen fallen Baros und daS Delta an Ougoflairien, überdies wird Zugv- slawten aus 50 Jahre das 2?nutzui,gSrecht für den Hafen von Arume haben. Drmit steht Süd* slawren seine natimralen und wirtschaftlichen Wünsche befriedigt, um so mehr als das in italienischem Besitz verbleibend« Fiume selbst feinen KrtegSwert hat. Wichtiger freilich als dieses Abkommen über Fiume ist das bevorstehende
pvtttische und militärische Abkommen zwischen Italien und Sudsiawien.
Dir-ses Abkommen will den heutigen Zustand In Mitteleuropa durch gegenseitige Waffenhilfe aufrechterhalten. Die Presse fpncht darüber begeistert aus: diese Festlegung des europäischen Fi.iedens verscheuche diebulgarischen und ungarischen Rachegedanken, und das Ansehen Gubssawiens werde nach innen unb aasten gesteigert St ist geplant, dast demnächst btt beiden Ministerpräsidenten. Mulfalini und P a s ch i t s ch, Äiifammentreffen sollen. Möglicher- tr-dfe werden sich auch beide Königspaare gegenseitig besuchen. In Rom toirb das Grgeb- nis als
auMrotb«ntfi<b«r Erfolg Mussolinis
?«wertet, da es btt Kleinen Gntente die antt- tallenlftfc Gvitze abbricht und verbinden baf> sich eine antiitalicnische Front von der Ostfe-r bis zum ägäischen Meer unter sranzSstscher Führung bildet
Sehr richtig führt da« ^Giornase d Italia" au«: Italien wolle mit seinen Abmachungen im östlichen Mittelmeer verhindern, dast sich im westlichen Miltelmoer dauernbs Hegemonien bilden, welche Italien als Werkzeug benützen und baldige Kriege unvermeidlich machen würden.
Der neue Kurs, den die Kleine Snienie nunmehr einfAlagen muß, wird hier als ein ernster Mißerfolg Poinearäs unb Beneschs an- 0«f«b«u,
da mrnmehr deren Plan unausführbar wird, die durch Polen unb Griechenlanb verstärkte Kleine Gntente als östlichen Ann der französische» Zange gegen irgendtvrn anzusetzen. Die Verständigung mit Rust sand wird da« italienische System der neuen Abkommen l^ervpll- ständigen, indem der Abschlust des itukienilch- russischen Hanbeksvertrag« mit stillschweigeuber Anerkennung SowjetrustsaudS unmittelbar bevvrstehl.
Zum Präsidenwn vor Memel-Kommission hat der Präsident deS VölkerbundrateS ben amerikanischen Fii'an»mann Norman Davis ernannt. Davis ha! die Ernennung angenommen. Die Memelkommiss on ist auf ber Pariser De- »emberlagung des Völlerbundrates eingesetzt worden mit der Aufgabe, die Memel betreffenden Fragen, vrr allem die Derkehrsproblemr »wischen der Botschasterkonferrnz und ber litauischen Regierung zu schlichten und im endgültigen 2b- wmmcnsentwuri das künftige Statut fürMe- met auszuarbciten.
Die Pariser Warenbörse bat infolge der aufierpitentlidxn Hausse des englischen Psun- de« und des Dollars beschlossen, heule sämtliche Waren nicht zu notieren Der Durchschniltskurs dr« Dollars tietrug 22.8, der Ltzirchschnittskurs des englischen Pfundes SV, 11'/,.
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Die Abstimmung der britischen Bergleute in Borlshtre und Northumberland zeigt eine überwältigende Mehrheit zu Gunsten ber Beenbigung des allgemeinen Lohnabkommens. Die Gefahr eines Lohn st reiss in der Borgbarr- industrie und eilte« Gisenbahneraus- standes berurfaAtn in den Kretlen ber Arbei- tepartei Anruhe, haben aber ben Gntschiust der Arbeiterführer, sobald wie msglich die Reglorung zu übernehmen, nicht erschüttert.
Aus Stadt unb Land.
Gießen, den 15. Januar 1924.
Wintsrnokhilfe (Siesten 1I9S.
In ber Sitzung des ArbeiksauSschusses vom 11. Januar wurde die Geschäs'sfübrung ermächtigt. die B o l k s k ü ch e in der Pr.ovinzial-Pslege- anstalt mit der in ber Braugaise zwecks Dercln- fachung und Verbilligung zu vereinigen, sobald den technischen Erfordernissen genügt ist. lieber die ged gc Verwendung der Werbemarken wird gcilagt. E« wäre erwünscht, b.rst die Käufer grösterer Gegenstände oder Warenmengen es sich nicht nehmen lassen, die kleine Steuer von l, 2 oder 5 Pfennigen bei der "Bezahlung zu en'richten. Das aefpenbe1« Schu hwerk soll durch Vermilt-lung deS städtischen Wohlfahrtsamtes nach genauer Prüfung der einzelnen Gesuche durch die Organe bei ötfcntlichen Fürsorge verteilt werden Lebhafte Entrüstung erregte In der Versammlung bi? soeben bekannt g.-tonrecne Milchpretserdöhung aus 32 'Pfennige, die nur aus die Erhöhung der Molkereispanne zurückzuführen ist. für die die Oeffentlichkeü keine strchhalitgen Gründ- sieht. Die Arbeit ber Wintemothilse toirb gern bezu In ihren Wirkungen aufgehoben, wenn so lebenSwichtiae Nahrungsmittel, mit benen der Gesundheitszustand unserer aus« schwerst, bedrohten Cnificnb eng Verbund m und deren Preis noch immer ein Vielfache« les Friedenspreise« ist, verteuert werben, anstatt Deibtlltgt, wie es die Oef- , fentlidi/elt zu erwarten etn Recht hätte IN wurde I
berauflgegeben hat, dürfte in feiner fbiftfreari- läytn Iktbfnbuna von Witz und H>.rmv'- ein anspruchsvolle« Publikum b.friedigen. i£4n.- sichere Bühnenwirkung wird auch des Havnccciu« köstliche Poise .Syan« Psriem oder Meister K.ckS" au «üben. Aehnliches gilt für die erste (l b a - rakterkvmödie der deutschen Literatur, ben .Vinrentiu« Ladislaus" bei Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig, und eb:nfo ift Ayrers .Julius rediviou«" bühnenwir-siam. D.is beste Lustspiel des 1Z. Jahrhunderts, Andreas Grvphius' .Geliebte Dvrm-l'se" ist ja schwn wiederholt mit Erfolg gegeben worden. Auch von des genialen Christian Reuter Eha- rancrposse L'honnete Femme ober die ehrliche Frau von Plisiirre" dürste eine Neuausführung Erfolg bringen. AuS der Luslfpielliteralur des 18. Iahrhunbert» vor Lessinz sind Job «t Sita« Schlegel« leine Rokvlokomöbi? .Die stumme Säiönhcit", Ioh Ehdstian Krügers .Bauer mit der Erbschatt" und B o r k e n st c i n «' prächtige Hamburger Ookalposfe .Der Bocke-beutel" au empfehlen. Unter ben Werken des Sturm und Drangs hat man bereits mit hort Dramen von V«nz, Dem Hofmeister" und den .Volbaten- einen Besuch gemacht, auch fein: .Freund« mv<d-n bon Philosophen" sind bühnenfäbg^ von Klinger der Derwifch". Bon Iffland. dem einst so viel getieften LheawrV.chter. könnte man wenigstens mit den .Hagestol,e,t" »en Verbuch
machen. Bon Kotzebue, dem zu U trecht viel Geschmähten, iß aber oc»ch gar vieles lebensfähig. 2rixn den bereit« hier und ba aufgerrommeaen rapschen ÄlrinftaMcrn", unb bet Beiden
Klingsberg' empstehlt Holl ro* besonders die
.Pagenstrdch." und den .Redbock". Von romantischen Lustspielen kämen Brentano« geistvolles .Pot^e de Leon". Gichendorffs .Freier" und Pla tens Märchenkomödie .Schatz des Rhmnpsentt" tn Betracht Auch die Lokal- p o s s« biekt eine Fundgrube für Neueinstudie» runge-n. wobei nur an Angelns -j5«H der Hanb- totrter". an -es Fra» Nun er« Malz .Di« Gni- führung oder der alte Bürger-Kapitän" und an Nietergalls genialen .Datterlch'' erinnert fet Neben den kosten Lustspielen Bauernfelbs sind ko amüsant- Stücke wie Gutzkows .Urbild des Xartüffe", Gotts cha l iS »Pitt unb Ave". Schleich« .Bürger und Junker" und Töpfer« .Rofenmüll'.r und 5tnfe* zrr nennen. 3um Sck-Luh nennt Holl von drei erst vor Curgem verstorbenen Dramatikern Lustspiele, die da« Theater zu feinem eigenen Schaden vergessen bat; dmd Gött mit .Mausern" und .Der Schu arzfünstier", Fritz Stavenhagen mit ,De dütsch« Michel' und .De rüg« Hofs". Joies Ruederer mit . Fahnenweihe" und .Morgenröte".
Di« Wieb«rf«hr des Kachelofens.
Di« groben Maif«nwvhaung«n. die vor btm Kriege tn ben Großstädten fo zahlreich empor- scho^'en, waren möglichst drkxillich und praktisch eingerichtet, so daß eine Wohnung <o auSfah tot« die ander« Da man die Räume nach Kräften ausnutzt«, fo wurden die Heizkörper möglichst unauffällig angebracht Die Zentralhet-una verlcake sie an bi« Wände, wv fie vieksach noch mit Holz verschalt wurden, und wenn man doch
vev^wzien, beim srädtifchen LebeirSrnrrreiamt und bei der hefstfchen ßanbee ixr > o .gung» fbelte (dfrrtft- liche Verwahrung ct tyi Legen.
Oietze»kr -bochcnmarktpreise am 11 Januar 1924. fHänbkerpretsg,)
Es kosteten auf dem heutigen Wochrnimartl Butler, tu» Pfund 120 dis 1J0, Matte 18 Ps, Käse 80 vis 8? Pf , Sier, ba« Suick 2D Pf. Wlrfing, das Pfund 20 bi« 30 Pf., Weißkraur 10 fcA 15 Pf.. Rclkrour 15 bis 40 Ps. ®elhe Rüden 15 bic 20 Pf.. Blumenkohl, bas Stück 20 Pt. bi« 2 Mk . Unter-Kohlcad, ba» Pfund 6 bis 8 Pf . ®rüntobi 25 bis 40 Pf. Roienkohl 2 Mk., Zwiebeln 30 Pf. Lauch, ba« Stück 10 bis 25 P>.. Ret ich 5 Ps Meerrettich ba« Pfund 30 Pf.. SUlerie. das Stück 20 bt« 30 Pf . Scha-arz» wurzeln, das Ptund 93 Pf. Frühäpfel unD Kall- Lpfel 15. 20. 25 Pf Birnen 20 Pf. Dürrvvst 30 Pf, Honig 25 Pf, junge Hahnen, da« Plund 1 Mk, SuMxnfübner das Plund 1 Mk.. Gänse das Pfund 1,40 Ml.
” Die 5 0. Wiederkehr bei Todestag« Hoffmann von 3all«r«lebc Am 19. Januar d. Is jährt sich zum sünsziaften Male der Totestag Hrfiniann« von Fallers lebe.». T-itfer vaterländische Dichter steht dem deutschen Volk« al« Derlasier des DeutschlanbskMfes. un feier jetzigen liatirnalbnnin:. te’onbert nak«. Das Landesamt für das Bildungswefen empfiei-lt da- her den Schulleitungen, am 19. Januar in ben Schulen in geeigneter Weise auf ben Todestag Hoffmanns von Fallersleben und seinen Ledens- gang hinzuweisen.
M Di« Brotgutscheine des Kvm- munalverbandeS betrifft eine wichtige B» kanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, die wir hm antercHenttn zur loigfälligen Boach- tung empfehlen.
•• Willi) Barthel f. Bor einigen Tagen verstarb hier der in weiteren Kneifen als Künstler und Mensch geschützte Maler W. Barthel Der Heimgegangene war ein gebotener Gfe- lene v, ein Svhir bei vor vier Jahren im 88 Lebensjahre gestorbenen Bildhauers unb Zeichen« lehrers B, ber fünf Jahrzehnte in unserer Stabt wohnte. Willy Barthel würbe geboren am 23. Dezember 1869 in Schotten, wohin sein Bater zur Tcgiünbung ber Dvqelsberger Holzbild- hnueiei unb Kunstmöbelsabrilatbon aus fliilbbutg- hausen durch die Regierung zu Ansang der 60er Cfabr« vor. Iahrb berufen worden war Gr besuche zuerst di« Realschule unb bas Realgymnasium feiner Daierstabt, fobaim vom 18 Lebensjahr an bi« Düsseldorser Kunstakademie, wo er ben Prvsessvren P Iansew S Tu cf er unb O. 3em- bfifl näher trat. Al« Allisterschüler Pros. Eugen Dückeo« stellte Barthel seine Bilder au, den internal tonalen Kunstausstellungen In München, Berlin und London mit gutem Erfolg aut Jr suchte seine landschasllichen Motiv« h^tup'iächlich in feiner hessischen Heimat. Besonder« seine Winter- flimmungtn haben ble Ausmerksamßeit feinsinniger Kunstkenner erregt. Das erste grobe .Winterbtlb au« dem Gießener Wald", ba« seinerzeit tn ber Märzausstellung der .Freien Vereinigung" m Düsselbors ausgestellt war. hatte einen durchschlagenden Erfolg. Ebenso sanden die .Werra- Bilder" die er im Mater 1921 22 im Austrag des Lundgrafen Ehlvdtoig von Hessen Im Schloss« »u Herleshausen an ber Werra malte eine be- ftmbcri gut« Ausnahme in Kunstkreisen Seine Bilder sanden guten Absatz unb gingen Immer tn Yurjer Zeit in Privatbefih über so baß sein« besten unb -stimmungsoollsten Werke in letzter Zeit kaum noch in die große vesfentlichkeit gelangten. Willy Barthel gehörte zweisellos zu ben b deutenderon Hessischon Malern. Dr R.
** .Die Königin von Saba". Schon manches Erzeugnis ber Filminbustrie war mancherorts mit einer großen Reklame anaefünNg, worben, die es bei Licht b?f?bm eigmt ih k um in dem geleisteten Ausmaß pctbienl bitte Dagegen ist bas, was jetzt bem amerikanischen Groß- stl'N .Die Königin von Saba" — ber bis zum Donnerstag im L i ch t s p i«Iba u « Bahnhofstraße unb außerdem am Mittwoch zugleich auch in den Palast-Lichtspielen .-e^igt wird — an «mpseb lenden Worten voran«- geschickt wurde, wirklich voll berechtigt Man bat es hier In der Tat mit einer Film- schopsung zu tun, die zu den Seltenheiten gehört, hinsichtlich bet Handlung sotorhl tot n ich namentlich in hrzug au, die Au ist ittung Man glaub», oft ein .Märchen von Tauf n*> unb ein« Nacht" zu schauen, so glanzvoll ,inb die Bilde, von den beiden orientalischen Königshöfei des Altertums — ber M ber Königin dp i Saba unb bet des weisen Königs Salomo an denen die Höhepunkte bei Hanbluna sich abfDielen Dl« schauspltloiifchen Leistungen steh n bur^w-g au, sehr hoher künstlerischer öbife, nament H uxrbrn die haben Hauptrollen ble ber ÄMilgm von Saba unb bie b?s Königs Salons, l i rcch- ein- brucksvvtter Welse gespielt: brneben löst bis gofbige Sptel bei kleinen Kinde < David dn-n teaniKH. ht,lichen AnNanz au«. Inleressint «i d
Oefen ausstellw, fo wurden kleine eifern« Rahmenöfen ober FüllSsen bevorzugt Heut«, wo bie Zentralheizung vielfach unerschwl igil4) teuer geworden ist und man andererseits nicht mehr leben Zentimeter Raum auszunutzen braucht schlägt wieder die Stunde be# Kackirlolcns Allerdings nicht tn der hohen, dickleibigen un- sörmltchen Gestalt, In der dielet Geselle heb un Zimmer breit machte Denn man bat erkannt baß der große Cf en durchaus kein besonders auter Heizkörper ist Ader der modern« klein«« Kachelofen besitzt Umzüge, wie lie feine ander« 'Wcrm gewährt Diese Ehrenveituna des Kachelofens bebanbeli Willi Kehl stabt in einem Aul'ah bet 'chweizerltchen Monatsschrift .Das Werk". .Trotz aller Neuerung auf allen Gebieten bet Heizungstechntk. schreibt er. .hat sich tm Bolf di« Ucbiiitdcrung toach erhalten, bah ber Kachelosen bi« Wärme lang« speichert unb langsam abgibt, bah er also 5er anncnebrafUr Wärmespendei geblieben ist Diel' UeMkffungtn b-.achten ben alten Kachelofen allgemach wt«ör zu Shren, unb es kam dazu, bah entweder alt« Oden kopiert ober umgesetzt wurden, ober aber, bah bem Raumkünstler die dankbare Aus gab/ zusiel. Neues im überlieferten ober neuem Sinne au schaffen Das Haine Handwerk und die Öfen- Hauerei erhielten mnen neuen Impuls, die neuer Aufgaben lockten iu höchster technsichen Vollendung" So entrtc.-): LlmShssch ein« neue Blüte- zesi der Kachelherstellung. bei der besonders die Schmelzfachel bevorzugt wird, die aus ge- wöhulichem. Kalkhaltigem Töpleit^n besteht unb mit opaker Glasur bedeckt Ist, bei ber Zinn alA Flußmittel verwendet wird.


