Ausgabe 
14.11.1924
 
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flO 0-2^2 "

Nr. 269 Zweites Blatt

grettag, (4. November X92f

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen)

btS

6

von

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518

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Älnbcr

130

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Kinder

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Mütter. Zusammen 1140 Teilnehmer.

Jahren:

Kleinkinderschule:

Jahren:

Vollsttn der garten:

Jahren:

M ü l terspeisestelle:

fjterung

Dawes-

anleihe im Ausland. Derbilllzung der und der Kohlenpreise, daneben auch a-e Mäßigung der Umsatzsteuer, sind nicht Aenderungen in den Bedingungen der

sogenannten Kantilene nur toeiig EntwicklungS- mögt chkecken bietenden gerlichen Kom 0 e

Dieses neue Werk eröf ntt tn fe ner Ab k hr von den altbewähtten LieoS- und M. rd s äre.r des landläuf gen Opemlll>,ettos. mit s.-inen Diel* lecht allzu kühnen Orifr .ins volle Mensche.r« leben" dem musikalisch-dramatrschen Sch ffc; einen neuen Weg, den anbcre nach mir viel e cht mit mehr Talent und Glück g hen mögen. Ich bin mir klar, dah auf diesem bi#'^r un betretenen Wege sich der korrekten Ausführung meiner Ab* sichten gewiß heute von mir noch nicht gerhn e Lchwierigkeiten entgegen ftri en wer en. M in Geleitwort möge den lieben und obferm ui er Vermittlern meiner künstlerischen Z.e e b.a ea Sängern und arbe ts'r.ud.ge i Kapell neiitern bet der Lösung dieser Probleme ein nicht unwill* kommen er Führer und Heiser seinl"

Ueber das Glöckchen im Qberhefsifchen Museum,

von dem wir tn Ar. 7 der , Heimat im Bild" Mitteilung machten, schreibt a-s D. Karl Kalb­fleisch Professor bei klassi'chc. Philologie an der Lanoesunrversität: Die 2?iung c ' ? chrift des Glöckchens wird wohl jedem, d- ?.i rvrig griechisch kann, alsbald klar fein: nur uT.tnrerf^ai .Den Blicken bin ich unterwon en". Indem das Glöckchen so fpricht. gibt es üch als Amulett zu erkennen, das, an einem Band am Halse getragen, den von den Aber­gläubischen so sehr gefürchtetenbösen Blick'« aus sich ablenken will. ,

Iahren:

Ela dtmadchenschule: 280 Kinder

Orchester-Zeichen bis auf wenige 6teTen, in denen zugu .ftcn einer notwendige r grobe > S.cige- Hing der Sänger von dem zu auf) mt rr Kraftent- wicklung anwach'enden Orch -fier überflutet tret en daZ die Tex Worte vom Zuhörer deu ltch »if- gefaxt werden müfav Ich Hove kein Lob w:h- gefälliger, als wenn mir aU Dir-^mten meiner Clek:ra' die Anerkennung gespendet wird: ,§ue abend h.>de ich mal jedes Wort verstanden." Ist dies nicht der Fall, so f ern mit Eich rh i der Schluh g^-gen w.r ei, dah der Orche e b-rt nicht in der von mir genau vorgrschr ebenen Weise triebergegeben wurde Eine vorlau e Stimme kann wich ige 01 benfä^en -ertöver. 3e polyphoner und komplizierter eine Partitur ist. desto notwendige er'cheint es. d«h jeder 3nft u- mental.st, unb kämm ort darum, welch StörksgraLe feinen Rachbarn im Orchester vo-ge chricb-n snd, genau die Zeichen spiele, bte in feiner Stimme stehen Es seien zur Erläuterung hier einige Monumental-AuS pröche Hans v. Bülows einaeflochten: .Erescnrdo httht pv. diminuendo = ff!Die meisten Kapellmei'ter tonnen feine Par­tituren lesen.' Ein-m berrhm en Tenor schnob er ins Album: .Mein lieber Wachtel, ein Viertel ift fein Achtel." Auf einer Orchester probe in Meiningen rief er dem ersten Horni ten zu

Forte". Der Hornist bIW stä 1er Bulow ttobf e ab und sagte sanft verw-isend: .Ich habe Ihcren doch gesagt forte." Der Hornist bl.es noch starker Bülow Aum drittenmal ab klopfend, nut merklich erhobene. Stimme:Erstes Horn, forte! Der Hornist antwortet oa^oeifeU: -2lder Herr v. Bülow, ich tarnt nicht mehr starker Malert

5 achten rage Er- n>.-i tlose deutschen

rissenen Wirtschaftseinheit des rii.nnism w schen Industriegebietes, eine getoi ' . ' ri i in den Geldverhältnissen, der Erfolg der .:

BezirkSschule: 215 Kinder von 614 Iahren; Stadttn oben schule: 320 Kinder

Iahren;

Mütterspeisestelle: 50 werdende oder stillende

l i ch e Angelegenbeit zu behandeln, haben in England Beunruhigung ausee.öst. weil man darin den^cginn einer kontinentalen Indu­strie-Kooperation erblickte.

Die Zahl der Arbeitslosen in England, die seit Ende Februar im Sinken begriffen war, begann von Iuni ab unaufhörlich zu wachsen, so dah Anfang September 1 150 000 Arbeiter, d. h. ai. 12 Prozent aller Versicherten, arbeits­los waren, wobei in den letzten zwei Monaten die Zahl der Arbeitslosen um 140 000 Mann zu- genvmmen hat. Am schlimmsten ist die Arbeite- lvfigfeit in der Kohlen-, Eisenhütten-. Schisss- bau- und Textilindustrie Die geschilderten Verhältnisse waren in jeder Weise geeignet, die Bestürzung innerhalb der wirtschaftlichen Streite Englands zu steigern, so bah bald nach Beendi­gung der Londoner Konferenz Schritte getan wurden zur Bildung eines ständigen Ausschusses, bestehend aus Vertretern der Hauptzweige der englischen Industrie, wobei sich das Komitee sowohl aus Arbeitern wie auch aus Unter- nehmern zufttmmenschte, die durch Ausführung des Dawes^Planes in Mitleidenschaft gezogen waren <' * '

Die englische Oefsentlichkeit verlangt von der Regieruttg, dah sie mit Deutschland in Ver­handlungen trete, um einen Handels­vertrag auf der Grundlage der Meistbegünstt- gung abzufchliehen, wodurch also England alle jene Vergünstigungen garantiert werden, die sich die Franzosen ausbedingen: nicht zuletzt fufjt man darauf, da b England als Geldgeber Frankreichs und Deutschlands es in der Hcnü> habe, auf diese beiden Länder einen Druck auszuüben. Bemerkenswert ist die von englischen Finanzkreisen in die Zeitungen lancierte Antwort auf die seitens der englischen Grohiichustrie entfaltete Agitation gegen die Zeichnung der a uf gelegten oeut schen Anleihe: die Bankiers behaupten nämlich, dah der Dawes-Plan die Grundlage zur Stabilisie­rung der europäischen Währung bilden, den Konsum der breiten Masse heben und normale Verhältnisse für den Wettbewerb schaffen wird. Man glaubt, dah nach Behebung der Kredit­schwierigkeiten innerhalb der deutschen Industrie der Beschäftigungsgrad Deutsch­lands steigen wird, wodurch wiederum eine Erhöhung der Löhne cintreten dürste, so dah der Unterschied zwischen dem Lebensstandard des englischen und des deutschen Arbeiters un­gefähr auf den Dorkriegsunterschied reduziert wird, den Engländern aber infolge ihrer kapital­kräftigen Industrie sich nicht nur ein Absatzmarkt in Deutschland ähnlich wir vor dem Kriege erschl.ehen wird, sondern sich auch die Möglich­keit bietet, den Wettbewerb mit der deutschen Industrie auf dem Weltmärkte erfolgreich auf­zunehmen.

Wirtschaft.

Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage.

Im Monat Oktober Hai die leichte Besserung deS Aibeitsmarktes, die seit Ende Autzutt zu beobachten wat. im ganzen angcbaltcn. D< run­zelte Rückschläge haben, wie wir dem ReichS- arbeitsblatt entnehmen, auch diesmal natiirl.ch nicht gefehlt. Langsam setzten sich die Wi fungen der Annahme des Dawesploms durch, in dem Mah, wie nüchterne Beurteil ...» sie erttxirten konnte. Das Fallen der Schranken im Westen und damit die Wiederherstellung der künstli.h -er-

Voltewirtschaft. .

Es haben 2577 typische Industriebetriebe bn Oktober an das Reichsarbeitsblatt b eichtet Der Anteil der D triebe mit fch'.e. tem C'e'JxJ Ä-iong oerminberte sich von 49 v. H auf 42 v. H ; die gut beschäftigten Betriebe erhöhten Iben Anteil von 15 auf 18 v. H. Ebenso lassen auch die Berichte der Landarbeitsämter eine Bessrung der Gesamt- lage des Arbtttsmarktes crlem-jen.

So hielt sich die Steinlohlenförde- tung im Ruhrgebiet fast auf der Höf? des Vormonates, Während die Besserung der Aosotz- verhältnlsse. die im September einzusetzen schien, im Oktober nicht anhielt. Der Kaliabrus aus dem Auslatch hat sich im Berich tsmonai infolge des Abkommens mit der elsässischen Kaliindustiie gesteigert. Auch der Inlandadatz nahm zu. Auf dem Sisenmarkt machte sich im zweiten Drit­tel des Monats eine leichte Dttebung geltend. Sie war aber zu einem wesentlichen Xcil auf Eindeckungskäufe zurückzuführen, die getätigt wur­den, weil die Bildung von Ellenverbänden bevor­stand. Die Kaufkraft des deutschen Inlandes ist noch gering. Auf dem Roheisenrnarkt herrschte in Westdeutschland ruhiges Geschäft Dir Ermässigung der Preise vom 1. Oktober ab um 6 bis 8 Mark für die gangbarsten Sorten löste hier zunächst keine regere Kauftätigkeit aus In Oberschlesien allerdings fente be eite Anfang Ok­tober mit der Poeisermähigurrg eine lebhaftere Rachsrage nach Roheisen ein, die bis gegen Mitte des Monats anhielt, sich bann aber bis Ende Oktober wieder abschwächte. Die Eisengiehe- reien in Westdeutschland verzeichneten z T. ein langsames Anziehen der Auftoagseingän/!e. 3n den übrigen Gebieten scheint sich der ruhige Ge­schäftsgang der (Siebereien nicht wesentlich ver­ändert zu haben. Im Maschinenbau hat eine gewisse Besserung in der Beschäftigung der Ma­schinenbau-Anstalten sich erfannen lasten, allster im Lokvmotiv- und Waggonbau. Sie ist ober im ganzen wenig bedeutend Aus der elektrischen Industrie wird eine leichte Bes erring der Lage bei meist befriebtgeniter Beschäftigung gemribet. Als schlecht wird der Auftragseingang nach ein­zelnen Berichten für die Fabriken, die elektro- medizinische Apparate Herstellen, bezeichnet. Für die chemische Industrie erschint das Ge­samtbild noch nicht wesentlich günstiger als in den Vormonaten. Die Aufträge brich änk'en sich auf den jeweiligen Bedarf. Die Beschäftigung der Textilindustrie kann im all gemeinen als

Mit der oerfloflenen Sommerspeisung ist ein Hilsswerk au Ende gegangen. daS In absehbarer Zeit in solchem Umfang wo dl kaum mehr mög­lich fein wird. So muhte schon die Teilnetzmer- zatzl für die am 10. d M angesang -ne etKifung im Winter 1924 25 erheblich emgvX'rdnti n»er- den. Die Zuteilung von Lebensmitteln seitens des Deutschen ZenrralauSschusses für Kinderspci- sunq konnte mir in ganz geringem Muhe ge­schehen, so dah die höheren Schulen leider von der Speisung ausgeschlossen werden muhten. Rur mit Hilfe der Restbestände au3 der Sommerspeiseperiode und der Zusammenlegung der beiden Rationen zu einer Ration, deren Ka­loriengehalt der früheren Ration Va entspricht, konnte von einer Herabsetzung der Teilnehmer­zahl in den Volksschulen abgesehen werden. Zur Zett werden gespeist:

deutsche Industrie in ihrer Produktion gehemmt wurde, bemerkte man eine vorübergehendeBe­lebung der englischen Kohlen- und Hüttenindustrie: dieser Zustand währte indes nur kurze Zeit, bald machte er wieder der gewohnten Stagnation Platz

Die Verelendung Deutschlands, die verstärk­ten französischen Hegemonieansprüche in Europa und die ganze älnruhe, welche sich Europa be­mächtigte, lastete schwer auf dem englischen Han­del. Die einflustreichsten Wirtschafts- und Fi- nanzkreise Englands verlangten von ihrer Re­gierung möglichst schnelle Schlichtung des deutsch - französischen Gegensatzes und eine wenn auch nur provisorische Lö­sung des Reparationsproblems. In­folge dieser Vorbedingungen fand der Dawes- Plan durch die englischen Wirtschaftskreise eine sehr günstige Aufnahme, denn man rech­nete nach der Annahme des Londoner Paktes mit der endgültigen Stabilisierung des Friedens. Der langsame wirtschaftliche Wie­deraufbau Deutschlands wird von englischen Wirtschaftskreisen, insbesondere der Grohin- dustrie, mit sehr gemischten Gefühlen beobachtet: denn obwohl feit Der Stabilisierung der deutschen Währung die GeldentwerttlngZ - Exportprämie fortfäüt, ist doch jedem wirtschaftlich denkenden Engländer klar, dah DeutscUand, um die nötigen Reparattvnssummen aufzubringen, gezwun­gen sein wttd, seinen Export zu billigen Preisen möglichst auszudehnen, waS sich nur durch Verlängerung der Arbeitszeit und noch weitere Herabdrückung des Lebensstandards der Arbe terschuft ermöglichen läh'.. Selbstverständlich werden die Rückwirkungen auf die Lebenshaltung der Arbeiterschaft der gesamten europäischen In­dustriestaaten nicht au8M.iben.

Wie bekannt, hat infolge der ReparattmrS- politik am meisten dieKohlenindustrie Eng­lands in den Iahren 1920 und 1921 gelitten, denn die U<6erfättigimg h.s französischen Martes mit Reparationskohle setzte die Franzosen in den Staird, die deutsche Kohle weiter nach Ita­lien und Holland zu exportieren, wodurch die englische Kohlenindustrie um ihre besten Absatzmärkte gebracht wurde, so dah d e Kohlen­preise rapide fielen und die Industrie genötigt war, die Löhne der Bergarbeiter zu reduzieren. Hieraus ging der Riesenstreik der B rg rEeiter hervor, der nach drei Monaten mit einer Rieder- lage der Arbeiterschaft endete, we che sich mit der Verschlechterung ihrer Lebenshaltung abfinden muhte.

Es ist daher nicht verwunderlich, bah sich nach Abschluh des Londoner Pattes zuerst unter den Bergarbeitern ülnruhe be» merfbar machte. Ende August hat sich der Aus- schuh der Dergarbnter von Grohbritarmien an Macdonald gewandt mit der Bitte, mit seinen Delegierten über die sich durch Annahme des Dawes-Planes für die englische Kohlenindustrie ergebenden Weiterungen zu beraten, und beson­ders darüber, welche Mahnahmen gegen die Versorgung der europä ischenMärkte mitdeutscher Repa rat ionskohleidurch die Franzosen ergriffen werden mühterr.

Man glaubt in England allgemein, dah die HandelSvertragsverhMrdlimgen zwischen Frank­reich und Deutschland nicht nur infolge des Lon­doner Pattes zu einem günstigen Abichluh ge­langen toeeb.m; denn im Versaufe von l'/z 3ab '«i hatte die Micum hinreichend Stegen beit fich mit den F.brikatwnsverhällnissen der Ruhr­industrie vertraut zu machen, so dah man eng­lischerseits bn der deutschen Schwerindustrie vollste Geneigtheit vorauSsetzi, nut der französischen In­dustrie zu einer Derernbarung zu kommen, da letztere sich im Besitz der deutschen Fabrikationsgeheimnisse befinde. Die Engländer nehmen als sicher an, dah der fran- zös.sch-deutsche Hand lsoert.ag in erster Linie den Austausch von Produkten der Hütten­industrie rcg-ln wird, und zwar in der W'ise, dah der französischen Eisenindustrie der Ruhr oks gesichert ist und auherdem der Einfuhr französi­scher Stahl- und E.sen-Halbfabrikate nichts im Wege steht. D.e Wahrscheinlichkeit, dah Frank­reich sich die zollfreie Einfuhr von elsässlschenTextilwarennachDeutsch- land auSbed.ngen wird, hat auch höchste Besorg­nis unter den Lanrashirer Baumwvl iadustrie len erweckt. Unb nicht geringe Sorge bereite den Erg- länbern die günstige Entwicklung der Kunst­seiden-, Wall-, Leinen. Automobil- und der Äettro-Industrie in Frankreich, die für Eng­land nicht nur den Verlust guter Absahmärk e tn Fcantreich bedeutet, sondern ihm auch auf dem Weltmärkte in der französischen Industrie einen aggressiven Rebenbuhler erstehen labt.

Die Gefahr der Annäherung Deat'chlandS an Frankre ch war schon mehrmals für Eng and akut. Die Vereinbarungen L o u che u r-R a t he n a u an Iahre 1921, S t in ne s - L u be r s a c im Iahre 1922, die den Versuch darstellen, die Reparatöons frage als eine rein geschäf t-

Amerikanische Kinder­speisung im5ommerl924.

Dom städtischen Wohlfahrtsamt wird unS mttgetctlt:

Die Svmmerspeiseperiode 1924, die am 12. Mai begann, ging mit Anfang der Herbst­serien in den Schulen zu Ende. Während dieser Zeit wurden an 84 Tagen durchschnittlich 1440 Teilnehmer täglich gespeist. Don dieser Zahl entfallen auf die Speisestellen Kinder von 6 bis 14 Iahren: Bezirksschuie 213, Stadtknabenschule 319, Stadtmädchenschule 280, Höhere unb Erw. Mädchenschule 80, Gymnasium 20, Realgymna­sium 40, Oberrealschule 160;Zum Löwen" 50 stillende ober werdende Mütter und 70 Kinder von 26 Iahren, Kleinkinderschule (Diezstrahe) 120 Kinder von 26 Iahren, Dolkskindergarten 70 Kinder von 26 Iahren, Solbadekur im Volksbad 18 Kinder von 614 Iahren. Zusam­men 1440 Teilnehmer.

Ab 16. Iuni trat in der seitherigen Form der Speisung eine Aenderung ein, als 2 Ra­tionen ausgeg b.n wurden, und zwar eine schliere (Ratwn VI) und eine leichtere (Ration Va). Die Auswahl der Kinder zur Teilnahme an den ver­schiedenen Rationen wurde durch die Herren Schulärzte getroffen. Die leichtere Ratton ent­hielt 525 Kalorien täglich und beftanb auS Trink­milch und Kakao sowie einem Brötchen im Ge­wicht von 85 Gramm, das zu jeder Mahlzeit ver­abfolgt wurde. Die schwere Ration hatte einen Gehalt von 647 Kalorien täglich und bestand aus Reis ober Maisgrühe mit Corned beef, ober Kakao. Auch bei dieser Ration wurde zu jeder Mahlzeit ein Brötchen in genannter Gröhe ver­abfolgt. Die Wirkung der Speisung war recht erfreulich. So wurde eine Gewichts­zunahme bei den Kindern in folgenden Schulen festgestellt:

Dezirksschule bei Mädchen durchschnittlich 1,907 Kg, bei Knaben durchschnittlich 1,692 Kg.; Stadtknabenschule durchschnittlich 1,702 Kg.; Stadtmädchen schule durchschnittlich 2,004 Kg.

Bülow, mit mephistophelischem Lächeln unb äuherfter Süh-gkeil im Ton: .Das ist eS gerade Ich sage Ihnen die ganje Zeit forte unb Sie blasen fortwährenb foriffinw." DroheS Hallo. Von diesem Tage an war der Unterschieb zwi­schen so unb sfo endgültig festgestellt Viele trau­rige Erfahrungen muhten den Wruisch tn wir immer dringender machen, auf alle Fälle zu ver­hindern, dcch ein Pult-Virtuose mit die Blech­instrumente begeistert anfeuenücn Fäusten, im Vertrauen auf die Unzerstörbarkeit einer Tristan"- oberMeister!inge-"-Partitur den Sänger zum blohen Mundo ff nen begrab ere K i e noch so glanzvoll bröhnerrde Darstellung des orchestralen Teils durch viele unserer beule Leiber auch Opern dirigierenben Kon^rtt.'pellmttster kann bie berechtigten Klagen über Derlei Ohoen- schmäuse auf Kosten deS Ve.-slänbnisses der Hand­lung unb deS Dichterwortes verstummen machen. Diesem Bedürfnis verdantt die Partttur beti Ariadne" ihre Entstehung Ohne dah bas Or­chester hier zu einem blohen Degle.ttnftrument verurteill ist, müssen in jeder Aufsührung bei aller Ausdruckskraft desKammervrche't?rs' Ton unb Wort des Sängers immer verständlich bleiben, sei der amtierende Dirigent noch so herzlos'. 3m ersten Aufzug derArradne" ist btt abwechselnder 2lnWendung von reiner Prosa, Secco- unb pathet.schein Rezitativ mit voller Sicherhen Der Gesarnttttl angttch'.agen, der nun­mehr imIntermezzo" brs zur äufoerften Kon­sequenz durchgttührt wurde. In keinem andern meiner Werke ist aber auch die Bedeutung, die dem Dialog zukommt, gröber als in dieser der

val-win und der Dawes-Plan.

Don unferem 8-Korrespondenten.

lAachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

London, 12. Rov. 1924.

Der Wahlsieg der englischen Konservativen war gröber als man selbst bei sehr optimistischer Schätzung erwartet hatte. Die Konservative Partei wird im Unterlaufe mit absoluter Mehrheit ver­treten sein, unb sie wird zu sehen müssen, wie sie der ihr bevorstehenden Schwierrgketten Herr wird, denn diese Schwierigkeiten sind angesichts des Tiefstandes des englischen Handels und der damit verbundenen Arbeitslosig­keit, gegen welche die breiten Massen des eng­lischen Volkes bei der Arbeiterrsgierung ein Uni- versalrezept vermuteten, gar nicht so leicht zu überwinden wie Macdonald sich über­zeugen muhte. Nachdem Macdonald in der De-. banÖlung dieser brennendsten für ganz England bedeutungsvollen Frage nicht den geringsten Er­folg ausweisen konnte, ist bet der groben Masse des englischen Volkes, das für sozialistische Dok­trinen nicht das geringste Verständnis besitzt, der Versuch, daS grobe politische und soziale, Iahr- hunderte hindurch bewährte System als ein un­zulängliches hinzustellen, das durch den Sozialis­mus abgelöst werden müsse, gescheitert unb ein Umschwung zugunsten der konservativen Partei eingetreten; denn Millionen von Stimmen sogenannter kleiner unb kleinster Leute haben sich für die weitere traditionelle weltwirtschaftliche Entwicklung entschieden.

Der Ucbergang der RegterungSmacht an die Konservativen wirb eine Reuorientierung der englischen Politik bedingen, d. h. die Pvlltik der Internationalen Verständigung, die bisher von Macdonald betrieben wurde, wird der tradi­tionellen britischen Interessenpoli- t i k Platz machen, was sich insbesondere in der Stellungnahme der Tories, die die bedeutenden Interessen der englischen Grostindustrie vertreten, bei Au sführung des Londoner Pak­tes auswtrken wird; denn kaum war die Lon­doner Konferenz zu Ende, als m den Kreisen bet englischen Grohindustrie Befürchtungen laut wurden, welche bie ungünstigen Folgen für die englische Industrie bei Durchführung des Dawes- Paktes zum Gegenstand hatten.

Man glaubt m England, bah durch den Lon­doner Pakt bie englische Industrie in zwiefacher Hrnsicht bedroht wirb. Erstens würbe als Folge­erscheinung bei der Durchführung des Dawes- Planes eine Ueberschwemmung des Weltmarktes mit deutschen Waren etntreten, zweitens würde Frankreich, als ein Land, das am metfien an den Reparationszah­lungen interessiert ist, unbedingt gezwungen sein, sich zu enger Zusammenarbeit mit Deutschland zusammenzu schließen, so dah die Durchführung des Dowes-Planes tn Wirklichkeit die Schaffung riesiger deutsch- französischer Industriegebildeim Ge- folge haben würde. Diese englische Anttthme findet beim auch ihre Bestätigung tn Zeitungsnachrichten, nach benen bie Verhandlungen zwischen den füh­renden Persönlichkeiten der deuttchen unb der französischen Industrie zwecks Einvernehmens über die Bildung eines Stahltrufls einen günstigen Verlauf nehmen, unb es sollen bereits vom Eomlt6 deS ForgeS be France unb bem Vorstanb ber Ruhrgruppe Einladungen an bte übrigen etferwnyugcntxm Länder ergtmgen fein, um bie- feiben zum Eintritt tn bte neu zu grünbenben Verbände zu bewegen. Die Grohindustrtellen Luxemburgs, wo französisches und brlglsches Kapital vorherrschend ift, sollen die Einladung bereits angenommen haben, ebenso Schwe den. Der Beitritt Belgiens wird als sehr wahr­scheinlich angenommen, sv dah man tn England damit rechnet, dah noch vor dem Abschluh ber französisch-deutschen WirischaitSverhand- lungert, bte In diesen Tagen wieder beginnen sollen, eine Einigung zwischm de Wendel, dem Wortführer des Eomites des ForgeS einerseits und Thyssen unb Dögeler für die Ruhr­gruppe andererseits, herbeigeführt wirb. Rach englischer Ansicht wird diese voraussichtliche Eini- gung vielleicht ber Auftakt zur Unterzeichnung deS französisch-deutschen Handelsvertrages sein.

England hat nach älnterzeichnung des Ver­sailler Vertrages sehr schnell die Gefahr deS deutschen Schleuderexports erkannt; denn wäh­rend die Regierung Lloyd Georges noch auf den Reparationszahlungen bestand, bemühte sie sich gleichzeitig, den englischen Martt vor dem sogenannten deutschen Dumping zu schützen, in­dem sie Gesetze über die Einfuhr von Farben (1920) und zum Schuhe der Schlüllelindustrien (1921) schloh; kamen beim Import von Er­zeugnissen der Schlüsselintdustrien auS den Län­dern mit entwerteter Währung besondere Dalutazuschläge in Anwendung.

In der Zeit der Ruhrbesetzung, seit Ianuar 1923, während weicher Pemode dte ganze

Richard Straub über sein Intermezzo".

Die Uraufführung des neuesten Wertes von Richard Strauh, desI n t e r m e z z o , zu dem er selbst das Buch schrieb, fand soeben in D reS - den statt. Zu dieser zweiattigen .bürgerlichen Komödie mit symphonischem Zwrschensplel hat Richard Strauh selbst ein Vorwort geschrien, worin er die Stilprinzipien des nerten Wer­kes erklärt. Es treten darin Menschen des -2ule tagsiebenS mit AlItagsgcsprächen auf, und rhre Deklamation will vor allem verdeullicht und nicht nredermusiziert werden, weshalb Strauh eine Art von Beschwörung an den Kapellmeister rrchtet. Er schreibt u. a.:

Orchesterpolypstonie, und sei ste in den zarte­sten Farben, im schwächsten Pianlssimo. ist nun einmal der Tob des auf der Bühne gesprochenen Wortes, unb der leidige Satan hat uns Deutsche den Kontrapuntt in bie Wiege gelegt, damit es uns auf der Opern bühne ntcht allzu wohl ergehe.

Selbst unferm gröhten dramattschen Metster sind Id«llrezitative", wenn ich mich so ausbrücken darf, nur inLohengrin" rmd Rherngvlb" ge­lungen, während keine Llbbampfung des Orche­sters tn den grohen polyphonen Symphonien, des zweitenTristan"-, des dritten Steg fried - Attes dem C ho.er dc Genuß des Drchtevworics vermitteln kann. Wr- meine späteren Op?rn:ar b turen genau Ecnnt. wird zrrgestehen nrui CTt, bafj bei deutlicher Textausipvache durch den Songer, bei ftrenaftcr Genauigkeit in der Beachtung ber

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