Ausgabe 
14.10.1924
 
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llr. 242 Zweites Statt Etetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhetzen) » Dienstag, 14. TNober 1924

umfaßt also im toeient-

drn sachliche Geltungs

Anatole France t

Landschaft zu gestalten bei uns nur Arno Holz

gewe. bliche De- Reben betriebe".

des Umft anbeä, daß das eb'.el tage Itattfanb, darf der D f.ich

Schulstatistik. Acubearbeitung der Schulstatistik. Dienstnachrichten.

tende materielle Inhalt klichen nur acht Artikel.

Artikel 1 beschränkt bereich überhaupt auf

Turnen, Sport und Spiel.

Deutsch-französische Fußballwettspiele in Paris.

Paris, 13. Oft. (WTD.) Zum ersten Male seit dem Kriege trafen sich auf dem Dufallo- Sportplah in Paris eine d e u tsche und eine französische Fußballmannschaft Die deutsche Mannschaft wurde gestellt vom Arbeiter- Turn- und Sport-Bund Dresden (Dundesmnster 1924) Bei ihrem Eintritt trugen die Spielführer Blumensträuße, die sie sich gegenseitig über-

Ar. 68 vom 10. Oktober entbä; der AnstaltAliccstif'' bei Dar änderung der Bekanntmachung ü mung von Gntschädigungebehör Grund des Artikels 297t des S-i enteignenden Gegenst n ..

nähme. Unterhaltung der '

Vie ArdeitrZeit im Washingtoner Abtommen. Don Georg Streiter-Berlin, M. d. R.G. R.

Gegenüber der unvollkommener gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit in Deutsland gewin ;t das vielumstrittene Washingtoner Arbeitszeit b kommen sowohl bei Arb.iigebern als auch bei Arbeitnehmern immer mehr an Tedeu ung. Me. k- würdig ist nur, daß im allgemeinen beide Kreise darunter etwas anderes verstehen oder Der« sch icdenes aus ihin glauben h.rauslesen zu können. Diejenigen Arbeitnehmervertreter, d.e einen Bolksentscheid über dieses Abkommen herbeiführen wollen, m.inen, der Acht'.unde^rtag sei glatt in ihmverankert". Diel. Arbeitgeber sind der Auffassung, daß die völlige Sche­matisierung der Arbeitszeit in allen Berufen und Betrieben auf 8 Stunden täglich oder 48 Stunden wöchentlich ersolge.r soll.

Daß beide Auffassungen irrig sind, soll an Hand des Abkommens dargelegt werden, das, rein äußerlich gesehen, angenehm kurz ist. Es besteht aus 22 Artikeln. Reua Artikel ent­halten glatte Formolbestimmungen, fünf Artikel nehmen die östlichen Länder (China, Britisch-In- dien, Japan, Persien, Rumänien und Siam) aus. Der für deutsche Berhällnisse zu betrach-

Landwirtschaft, Handel, Schiffahrt, häusliche Dienste usw. sind ausgenommen. Unter den ge­werblichen Betrieben sindBergwerke, Sten- brüche uird andere Anlagen zur Gewin 'ung von Bodenschätzen" an erster Stolle genannt. Den unter Tage arbeitenden Bergleuten ist damit kein kürzerer als der Achtstunöeatag äuge billigt worden, während die bisherigen deutschen gesetzlichen Bestimmungen h er Ausnahmen, allo Verkürzungen, durchaus zu lassen. Auch die Eisenbahner Werder durch das Ab rm- men mit ersaßt. Eine Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten gewerblichen Betrieben wird nicht gemacht.

Die grundlegende Bestimmung über die Ar­beitszeit enthält der Artikel 2 Danach soll die Arbeitszeitacht Stund 'n täglich und 48 Stun­den wöchentlich nichl übersteig n". Richt nur in dem gleichen Artikel, sonder i auch im gleichen Absatz werden die Ausnahmen mitgeteilt, die schließlich noch vier volle Artikel umfassen. So werden alle Betriebe ausgenommen, in denen lediglich Mitglieder einer und der­selben Familie beschäftige sind. Ber- trauenspersonen sowie die leitenden und beaufsichtigenden Arbeitnehmer fallen ebenfalls nicht unter die Beschränkung der Arbeitszeit. Auch bei technischen Betriebs- störungen und Unglücksfällen sind Ausnahmen gestattet. Es ist sogar die 56-Stunden- Woche zugelassen für Arbeiten, dieihrer Ratur nach" einen ununterbrochenen Fort- gang mit Schichtwechsel (Hochöfen, Pump­arbeit in- Gruben usw.) erfordern. Auch kann, wenn nach Gesetz, Gewohnheit oder Dereinbaru'g zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänten die Arbeitszeit an einem oder mehreren Tagen ber Woche weniger als acht Stunden beträgt, durch Dersügung der zuständigen Behörde oder durch Vereinbarung zwischen den genannten Ver­bänden eine Überschreitung der achtstün- . digen Arbeitszeit in den übrigen Tagen ber Woche gestattet werden (Weekend, blauer Montag usw.). Für die an solchen Tagen an acht Stunden fehlende Arbeitszeit soll an den anderen Tagen der Woche über acht Stun­den hinaus gearbeitet tt> r.en können: diese Überschreitung darf aber, wie es in dem Ab­kommen heißt,nie mehr als eine Stunde be­tragen". Für Schichtarbeit wird der Aus­gleich unregelmäßger Arbeitszeit <in einzelnen Tagen in der Woche nicht auf diese Woche be­grenzt, sondern auf drei Wochm ausgedehnt: doch darf der Durchschnitt de.- Arbeitszeit innerhalb dieses Zeitraums acht Stunden 'äglich und 48 Stunden wöchentlich nicht übersteigen.

Rach Artikel 3 ist eine Begrenzung der Ar­beitszeit oder die Anrechnung der Ueberarbeit auf spätere Zeit in Fällen technischer Beto ebs- ftörungen und bei Unglücksfällen nicht vorgesehen.

Artikel 4 sieht für Ne le eits erwähnten Ar­beiten (nicht für Betriebe) de ö6-Stuirden-Woche vor. Eine Definition der Begriffe Schichtwechsel ununterbrochener Fortgang usw. fehlt jedoch völlig. Hier wird die Änp.'.s ung an die Mvells besonderen Verhältnisse der einzelnen Lander offengehalten werden müßen.

Ter Artikel 5 scheint insbesondere auf Ar­beiten und Gewerbe mit Saisoncha- rakter zugeschnitten zu 'ein. Er ist ie.chllch unklar gehalten:Erw.iset sich die Bestimmungen

am Spielverlauf tc die deutsche

triebe und deren

Dom Taunusklub.

vw. Butzbach, 13. Oktober

Es war ganz gewiß für den Taunusklub eine äußerst mißliche Sache, daß zwischen dem Stammklub und seinen in den Taunustälern ge­legenen Zweigvereinen durch den Paßzwang eine trennende Schranke au gerichtet war. Mit großer Freude mußte man es darum begrüßen, als jene verkehrserschwerende Maßnahme aufgehoben wurde. Der Stammllub lud darum am 21. 9.

guter bezeichnet werden Das Spiel der deutschen Mannsu ast anerkannt. Das Publiiu.n nah /. lebhaften Anteil und begrüß

Mannschaft mit lebhaftem B.ifall

Aus dem Amtsvei n'ndigungdblatt.

' Das Amtsverkündigungsblatt

Seit 1896 Mitglied der französischen Akademie, 1921 mit dem Robelpreis für Literatur aus­gezeichnet, in dem ihm 1915 sein großer Lands­mann Romain Rolland vorangegcmgen war, emp­fing er diese Ehrung lächelnd sehr Post feftum und gab das Geld den hungernden Kindern Ruß­lands Sein kleines Landgut war ihm Glückes genug. Als im Mai dieses Jahres die franzosr- schen Wahlen den überraschenden Sieg der Lin­ken erbrachten und Poincares Faust von Euvo-xt wich, standen imOeuvre" folgende Worte von Anatole France:Ich begrüße diesen großen Sieg. Frankreich hat seinen Friedenswillen be- funbet. Ich habe oft gesagt: Ich glaube nicht, daß der Krieg eine ewig menschliche Notwendigkeit ist Ich'wünsche, ich erhoffe, ich ahne eine Zu­kunft des Friedens und der Eintracht zwischen den Völkern gleicher Kultur. Dererten tetr btefen wünschenswerien Frieden vor. Trauen wir nicht dem alten Sprichwort: In Wirklichkett muß man den Krieg vorbereiten, wenn man den Frieden will Das ist unser Wunsch. Das ist unser Ideal. Das muß unser Werk fein. A beiten wtr am Welt­frieden Ist das nicht eine Aufgabe, würdig der größten Seelen und des stolzesten Mutes? Das Rom der Cäsaren hat sie unternommen, als es das Weltall beherrschte. Möge das Europa von heute sie vollenden!" , . ,

Ms die Dreyfuß-Affäre Frankretcy bdpegte, trat France zusammen mit Zola für den Verur- teilten ein.Ich habe mich tonen 2IugenbM ton ben Verbrechern im Generalstab irreteiten lassen, bte Meineid auf Meineid und Fälschung aus

reichten, wobei sich die Spielführer umarmten. Beide Mannschaften hatten ein ausgeglichenes Spiel und waren sich ungefäb gleichwertig. In der erften Halbzeit stand das Spiel sür Deutsch­land 2:0, in ber zweiten Runde gelang es den Deutschen, noch einmal den Ball in bas Dor der Franzosen zu schießen. DaS Spiel endete also mit 3:0 für Deutschland. In Anbetracht an einem Werk» als ein ziemlich gute und faire wurde allgemein

cgclber in t.' Ab­te Best im«

_. u.u, Holz' Pflicht ist.

Ein langes Leben lang, ein reiches Leben lang. Aus Tausenden von Chroniken blüht eine neue Chronik lebendigere Blüten, ist mit so seinen ironischen Lichtern erhellt, atmet Menschengute und Liebe Da waren Kinderjahre in einem Laden, vollgestopft mit alten Schweinsleder­bänden, Waffen, ausgestopften Vogen. Da war auch einmal ein staatlicher Derufsbib.iothekar des Senats - da fing es mit Politik an Vicwr Hugo trar noch Senator. Da waren lournaltstische Jahre in derTemps". Da waren Reisen: Italien, Aegypten, Griechenland und gleich nach dem Weltkrieg: Berlin, Und über all dem waren die Augen jung, strahlend, gut geblieben, um so ganz langsam einzuschlafen, noch einmal den bunten SSerbfl der Gärten und Wälder um Tours herum mitzunehmen auf einem Lächeln, das wie Frieden ist und an keinen Haß der Völker glauben möchte. Was bleibt o, sagt nicht, daß es Bücher, viele

Fälschung häuften, um einen Unschuldigen zu­grunde zu richten." Mit diesen männlichen Worten hat er seinen Mut in einer Angelegenheit bc^ wiesen, die erst Jahrzehnte später zum Abschluß kommen sollte. Was bedeutet dagegen die noch so fruchtbare Arbeit eines Schriftstellerlebens, früh in ihrer internationalen Bedeutung erkannt und getcertet! Es bleibt eine Arbeit ohne den Rausch der Arbeit, ohne Warten auf göttliche Eingebung, auf den Musenkuß. Man hat sich selbst an seinen Schreibtisch zu zwingen, aus Hunderten von be­schriebenen Zetteln das Bild eines Menschen, einer Landschaft zu gestalten eine Methodik, wie sie

Häufung ber Arbeit usw. Die Zuitimmnng der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmer ver­bände hierzu ist n i ch t erforderlich. Sie brauchen nur gehört zu werden. Das Ab.ommen begrenzt dabei auch keineswegs die Höch i zahl der Ueber- stunden: das soll in den behördlichen Verordnun­gen geschehen: aber, so sagt dos Abtommen: Diese Ueverstunden müssen niindestens um 25 Prozent höher bezahlt werden." Ein Mindeste lohn fehlt j^)och.

Die weiteren Artikel enthalten mehr formelle Bestimmungen. Rur Artikel 14 ist noch von ein­schneidender Bedeutung. Er gibt jedem Lande trotz Ratifikationen, trotz Volksentscheid die M'og- llchkeit, das ganze Arbeitszeitabkommen und damit auch den. Artikel 2 illusorisch zu machen.Die Bestimmungen dieses Uebereinlommens könne., in jedem Lande durch die Regierung im Falle eines Krieges ober anderer Ereig­nisse, welche die Landessicherheit ge­fährden, außer Kraft g cf eßt werden." Man wird nicht umhin können, hie-bei besonders auch anSanktionen" zu denken, die uns bei Richterfüllung von Leistungen auferlegt werden.

Keine Regierung will recht an die Ratifizie­rung des Ablommens heran, der frühere eng­lische Arbeitsminister will es am liebsten sogar abändern, weil die englischen Arbeiter un­ruhig darüber sind. Deutschland soll mög­lichst vorangehen mit derRatifiz"erung, wie aus der Zusammenkunft der Arbeitsminister Deutschlands, Englands F ankre.chs und Belgiens in Bern erkennbar geworden ist. Beim bevor­stehenden Zusammentritt des Reichstags wird die deutsche Reichsregierung gegenüber den vorliegenden Interpellationen zur Arbeitszeit- frage folgenden Standpunkt vertreten, der bereits am 2. August 1924 von ihr festgelegt worden ist, wegen der Vertagung des Reichstages aber nicht betanntgegeben werkten konnte:

Die Reichs reg ierung hat die Ratifikation des Übereinkommens von Washington über den Acht­stundentag niemals grundsätzlich abge­lehnt Die jetzige deutsche Gesetzgebung über die Arbeitszeit ist von der Reichsregierung als eine Rotgesetzgebung betrachtet und ge­kennzeichnet worden, an der sie von vornherein nicht länger festhalten wollte, als es die ganz arßerordentlich schwierige Lage Deutschlands er­fordert ilnferc Verluste, Lasten und Bindungen infolge des Krieges sind so viel schwerer als die aller anderen Staaten, unsere wirtschaft­liche Zukunft ist so ungeklärt, daß niemand von Deutschland ein Dorangehen in der Frage der Ratifizierung erwarten kann. DaS gilt um so mehr als der Inhalt des Uebereinkommens und demnach auch das Maß der Bindung bisher in Gesetz und Praxis der einzelnen Länder eine sehr verschiedene Auslegung ge­funden haben. Deutschland ist gern bereit, mit den übrigen in Betracht kommenden Staaten eine Verständigung hi ruber hrbelzufuhren und würde sich in diesem Frlle zu einer Ratifikation des Washingtoner Ueb.reinkommens bereitfincen. Dabei muß die Reichs regiecung als selbstverständ­lich voraussehen, daß zur Verhütung außerordent­licher Gefährdung deutscher Lebensnotwendig- keiten der Artikel 14 des Washingtoner Abkom- mens Anwendung findet.

Bei den Besprechungen der Arbeitsminister in Bern wurde feftgeftellt, daß Deutschland nicht beabsichtigt, im Falle einer Ratifizierung des Washingtoner Ablommens dessen Durchführung auf Grund des Artikels 14 unter Berufung aus die Rc-parationslasten hinauszuschieben daß vielmehr eine Anwendung dieses Artitels 14 nur f ür außerordentliche Rotlagen in Frage kommen soll, die Deutschlands Lebens- Notwendigkeiten gefährden, wie z. B. im Falle drohender Sanktionen.

Es steht zu hoffen, daß die parlamentarischen Verhandlungen über das Washingtoner Arbetls- zeitabkommen jetzt, nachdem seine Einzelheiten klarer erkennbar sind, nicht mehr zu innerpollti» , schen Verwicklungen führen werden.

n für die aus benvertrags zu rncnftanhSauf- reiSstraßen.

des Artikels 2 über die Arbeitszeit ausnahms­weise als undurchführbar, i h r nur in biee.n Falle, kann durch Vcrcinba.ung zwischen Ar­beiter- und Arbeitgeberverbänden die tägliche Arbeitszeit auf der Grundlage einer für einen längeren Zei.raum aufgeftell en Arbeitspla n ge­regelt w.rkten, sofern jenen Tereinbarungen von der Regierung, rer sie v rzulegen sind, i ic Kraft von Verordnungen g g ben wirb. Tie durchschn t - liche Arbeitszeit berechnet aui die Zahl ter im Plan festgesetzten Wochen, dar< unter leine i Um- fänden 48 Stunden wöchentlich überschreiten." Soll die ausnahmsweise unmögliche Durchführ­barkeit im volkswirtschaftlichen eiter privat wirt­schaftlichen Sinne gemeint lein?

Rach Artikel 6 können die Behörden dar:rnde oder vorübergehende Ausnahmen -ulatc' zur Regelung von Vorbereftungs- und Hil,sarbei en, der Arbeitsbereitschaft, bei außergewöhnlicher

Wirtschaft.

Die Lage der rheinisch-westfälischen Grosteisenindnftrie.

(Don unserem Essener Mitarbeiter.)

Der Monat September ist für die rheinisch- westfälische Großeisenindustrie der schiechteste gc- toclcn in der Reihe der wirklich nicht sehr guten Monate der letzten Jahre. Die bei vielen Werten vorgenommenen Betriedsein'chränkungen lonnten daher nicht aufgehoben sie mußten zum Teil sogar noch verschärft werden. Tdcr mit den Verhältnissen in der Großeisen, industrie auch nur einigermaßen vertraut ist, weiß, daß die Verkaufsprei'c die Selbstloften der Werte bei weitern nicht decken. Rach angcjtcUten Ermitt­lungen setzen die großen Werke bei . inem Preise von zirka 120 Marl ic Tonne Stabeisen 10 bis 30 Ml. je Tonne zu. Eine Vcrbiitigung ber Koh­len usw. kann daher an sich betrachtet leinen An­laß geben zu einer Herabsetzung der Verkaufs­preise: sie kann höchstens dazu beitragen, die bis­herigen Verluste herabzusetzeu, oder nach Möglich­keit für die Zutunst zu vermeiden. Ev scheint so, als ob bei den Abnehmern diese ileberlegung all­mählich sich durchgefeht hätte, wenigstens läßt sich seit den ersten 'Oktobertagen die Beobachtung machen, daß die Zahl der Aufträge sich vermehrt hat und daß die Preise sich wenigsten 5 in etwas gesetzt haben. Cs hat demnach de.- Anschein, als ob z. B. der Tiefstand der Konjunktur etwas überschritten fei. m .

Auf dem Auslandmarkt liegt das Geschäft in allen Fabrikaten fast vollständig ruhig. Die Preise sind daher auch hier zurückgegangen. Die Angriffe in den ausländischen Zeitungen gegen zu billige deutsche Angebote aus dem Weltmarkt wollen meß' verstummen. Es ist bemerkenswert, daß immer nut von einem deutschen Dumping die Rede ist. In Wirklichkeit liegen jedoch die Verhältnisse so, daß die belgischen Werke als Folge der dortigen Koks- Preisermäßigung die Preise für Walzcisensabri. kate weiter heruntergeseht haben. Die deutschen Werke sind daher gezwungen, wenn sie überhaupt Auslandaufträge hereinholen wollen, ihre Ex­portpreise den belgischen Preisen bzw. den sonsti­gen ausländischen Preisen anzupassen.

Wie die Konjunktur in der nächsten Zeit sich gestalten wird, darüber gehen die Ansichten nicht unerheblich auseinander. Vermutlich wird aber ein grundsätzlicher Tendenzumschwung zum Besse­ren nicht eintreten. Es ist nicht damit ,)u rechnen, daß das Auslandgeschäft sich erheblich beleben wird. Auch die Bestellungen der Reichsbahn, die früher ein starker und regelmäßiger Abnehmer der Eisenindustrie war, werden nach der nunmehr erfolgten Umorganisation vermutlich (wenigstens in der ersten Zeit) nicht stärker fließen. Die deutsche Wirtschaft wird nur ganz allmählich in Gang kom­men, so daß der Eisenverbrauch auch nur langsam wieder zunehmssn wird. Schließlich ist auch nicht zu vergessen, daß der Eisenverbrauch der Eisenwerle für Reu- und Umbauten usw. infolge der Geld- und Kapitalknappheit für absehbare Zeit nur ver­hältnismäßig gering sein wird. Die einzige Hoff­nung für eine baldige und ins Gewicht fallende Besserung der Konjunktur besteht in der möglichst baldigen Belebung des Baumarktes. Das Bau­gewerbe ist immer einer der stärksten Eisenver­braucher gewesen, so daß seine Belebung für die Eisenindustrie von großer Wichtigkeit wäre. Dabei ist wesentlich, daß die Schaffung normaler Zu­stände auf dem Baumarkt in der Hauptsache nur von uns abhängt, während die Wiederherstellung regulärer Verhältnisse in anderen Wirllchasts- zweigen in weitgehendem Maße von der allgemei­nen Weltkonjunktur bzw. vom Ausland abhängig ist. Eine Belebung des Baumarktes wäre aber

Bücher sind, die nun schnell neue Auflagen nötig haben, mit denen die Händler viel Geld ver­dienen! Es bleibt der beruhigende Schlag eines Herzens über Frankreich hinaus!

Die Nachrufe der Pariser Presse.

Paris, 13. Oft. (TU.) Die Presse widmet dem Verstorbenen bewegte Rachruse, in denen er als der größte französische Schrift- steller gefeiert wird.Echo de Paris" schreibt: Anatole France ist tot. Heute legen diejenigen, die an die Majestät des Geistes glauben, in. den zivilisierten Ländern, wo man das Schone liebt, Trauer an. ES genügt, über Liife E in st im m i c,- teit nachzuden'en, um die Größe des V r- lustes zu ermessen, den w.r erleiden An. tote France war der Schriftsteller, de- s ine .' anft und seinen Geschmack am weitesten ver­breitet hat. Er war von denjenigen, di unsere Sprache schreiben, der bekannt . c an) i i zu unserer Zeit derjenige, der sie am 6e .en ge­schrieben hat Sein hervorragendes T.ilent, sein feinsinniges Eeni/ hatten ihm ein ßr e erworben, dessen Gegenwert in der noie ich Welt nicht anzutreffen ist Dast diese F. ..nme erloschen ist und daß daS F u ö e ' JM nicht mehr brennt, ist Ing!

wir empfinden und daS uns sein iniirriges Werk von dem wir jetzt mi f n da') s für immer abgeschlossen ist, nur noch wertvoller macpt

seine Zmeigvereine zu einer gemeinsamen , Wanderung auf den Gipfel des freigeworde­nen Feldbergs em. Und viele folgten dem < Rufe, so daß sich droben auf der wall)bekränzten Höhe eine große Anzahl Sauniber ein frohes Stelldichein gaben. In dem Kapitelsaal des Feld­bergturmes sand ein stimmungsvoller Festakt statt, wobei der Vorsitzende des Stammklubs, Rech- nungsdireftor Kramer, seiner Freude Ausdruck verlieh, daß es ihm vergönnt sei, die 3ttteigttereine des besetzten Gebietes hier auf der Höhe des Taunuskönigs persönlich begrüßen zu tonnen. Herr Karl Eisfert vom Stammllub trug nachstehende Dichtung von Rektor Stvrch-Dutzbach vor, die begeisterten Widerhall fand:

Zum Abschied rüstet sich der Sommer dieses JahreS,

Der Sommer, der so manches Hoffen uns geraubt. W i e hatten wir im Lenz, durchschreitend unsre Fluren,

An reichsten Segen in Getreides-Gvld geglaubt! Und doch, wenn auch Enttäuschung reichlich uns geworden.

Ein feig Verzagen kennen wir als Deutsche nicht. Wir schauen mutvoll, wie wir immer es gewesen, Aus grauem Düster in ein helles, neues Licht. Ruht dies denn heute nicht auf unsren Heirnal- bergen?

Dringt's freuderweckend nicht in jedes Taunus tal? Gar manches, was ein kühler Sommer nicht ge­zeitigt,

Das reifet nun Septembers milder Sonnenstrahl. Drum greift zum Wanderstab froh nochmals der Taunide,

Stimmt seine Harfe glückerfüllt zum neuen Lied, Zieht jubelnd zu dem Gipfel des geliebten Berges, Weil dort vereint sich heute, was so lang man schied.

Gefallen sind die Schranken, die, verkehrs­erschwerend,

Wir alle fühlten als den eisenharten Zwang. Run bringt die Freiheitssonne auch in unsre Herzen,

Weckt Wiedersehensfreude, die geschlummert doch so lang.

Wie tut es wohl, wenn wir zum Taunusbrudev sagen,

Die Rechte bietend ihm:Schlag ein, Gutfreund, schlag ein!

So mbg der Taunusllub mit allen Zweig vereinen Ein leuchtend Vorbild unsrem deutschen Volke fein, Auf baß es einig steht vom Rheine bis zur Memel, Vom Alpenfuß hinauf zum deutschenMeeresstrand, Gescharet um das Danner, drauf es weithin leuchtet:

Ein Volk, ein Herz, ein heil'ges teures Vater­land!

Und neues frisches Leben scheint in den Taunusllub bzw. seine Gauverbände mit ihren Zweigvereinen wieder einzukehren. Das ging auch aus den Verhandlungen der am 5. Oktober in Oberursel stattgehabten Hauptausschuß- sihung hervor. Die Aussichtstürme, Wegmar­kierungen sollen nun wieder in besseren Zustand verseht, von neuem ein illustriertes Monats blatt: Der Taunus" herausgegeben, in den Zweigver­einen besondere Sorgfalt den Jugendabteilungen zugewandt werden usw.

Die diesjährige Hauptversammlung findet Sonntag, 19. Oktober, in Ried statt. Der dortige Zweigverein hat eine recht glanzvolle Veranstaltung geplant.

In Zukunft sotten der geschäftliche Teil, die Hauptversammlung und der festliche Teil, die Festwanderung zeillich und räumlich voneinander getrennt werden.

Letztere sott, wie es auf der Hauptausschuß- sihung bestimmt wurde, nach Butzbach verlegt und der dortige Zweigverein mit der Durch­führung einer schönen Festordnung, ähnlich der von 1912, die noch in aller gutem Gedächtnis ist, betraut werden.

Von R. Hambruch.

Ein mystisches Hinübrrdämmern, kein Sterben ist es für diesen Mann europäischer, ubereuropar- scher Bedeutung gewesen, seitdem er an der Wende seines achtzigsten ©eburtdtag^, bett läoerig wurde, um in den bolleren immer noch einmal Arbeiter des Detst^ zu wer- im Sinne reinste. Dtostchüchtoi. D.ese°»rd stets über seinem gewaltigen Werk an Romanen und Rovetten stehen, die auch m Deu sch and hohe Auflagen erlebten und bereu ^ahlumg allein eine Spalte beanspruchte Das Wort An seeles:Die Einigkeit der Arbiter M Wellfriede sein" beschließt seine kurze Aillobio graphie, die er 1904 für den Verla?skatalog Albert Laiigen, München, schrieb. Es steht sonst nicht vtel absonderliches darin, viel weniger denn wJemen Büchern, die es in billigsten Drucken tote m &,U3Äe" nikd-m Vergnügen Erstehen können, in die Vitrinen anderer Leute hineinzu- gucken", sagt dieser Sohn eines Pariser Anttguars dessen Familie eigentlich 2,.)ioault hieß. Hineingucken betrieb er mit der Drundllchkett eines Balzac, eines Flaubert: und es zwang ihn zu tiefgründiger Arbeit, wie fte sonst nur lehrten eigen ist, und ganz selbstverständlich auch zur Politik, zu einer Pollttk die über ben - teien steht, wenn er selbst ft? auch cmmal als .unifizierte sozialistische Partei" bezeichnet hat. I