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Blatt

1?4. Jahrgang

3« N. III über dem Weltmeer

Englands Kampf in Asien

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3n Sachen dieser Angettge:hftt ist nun seit einigen Tugen der Leiter der Abteilung für Luftschiffbau im Reichsverkehrsini- n i st e r i u m nach London gefahren und man hofft, dort Vereinbarungrn tref.ei zu können, die die llnt:r|" .ung Englanls für eine Auf­hebung dsbtrsf nden Ar kels m le fa I e* Der.rage sichern. De.rächtli, e Schwier.gieite i würde allerdings Frankreich nachen, w. l Frankreich dem deutsch n Luit chifsba 1 mit äuße- stem Miß rauen g gen b rst hi Eve.tue I w r e dem Völkerbünde die A geleg* eit v rge tragen werd.n und es würee veruch. werden, dort eine ilml gung der b treffen en Testi t: u - gen zu err ich n d'e Deutsch an) die Forft^h ung feines Luftschiffbaues enn. glichen.

Gegen die Zerstörung der Zeppelinwerke in Deutschland.

Reuyork, 14 Oft (TU ) Die amerilani d): Pref.e veröff^n l cht einen Ausruf des B 0. - fchastsrats von L.Winski in dem das amerikanische, Volk cufg f rdert wird, die deut-

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« M te j. ceofr,

Dienstag, 14. vnover 1924

Annahme von Aitze.u^r für die Tagevnummer bis

fchen Zeppelinwerke nicht durch die alliic 'e Äo^ ttc lltc mmif Honen zerstören >u la sei, d reichende K 0 n t r 0 1 l m ö 11 cd k e > e . a'ü vorhanden seien, daß in Deutsch an > ,c e Lui - schiffe für militärische Zwecke gebaut w.rd n. Eine Zerstörung der Zcpp> linwerle.e u eine sinnlose Dernichtu n g deulfcher Ideen.

Frankreich und der Amerika- Zeppelin.

Paris, 13. Oft. (TU.) Aussüh lich b richtrn über die Fnhrt des Arnerikazeppelins he 1: s.ü:i nur die amerikanischen Blätter, während die Pariser Zeitungen nur Meldung?n aus Berlin abdrucken. Frankre ch hat vom Zeppeltn nichts mehr zu sehen bekommen. D e Einwohner von Diion konnten das Luftschiff nur wnhrend einiger Augenblicke beobachten. Sie brachen, nie der Korrespondent der ..CH cago Tr.bane' 1 ec- sichert. tn spontane Degeisterungsruse aus. Man erwartet, daß wenn die gegen­wärtige Stundengeschwindigkeit beibeh ilte.i wer­den kann der Zeppelin m 50 bis 60 Stunden, d. h Dienstag abend oder Mittwoch früh, in L a k e h u r st eintrifft.

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Die arabische Brücke

Ein Blick auf die Gliederung Vorderasiens, trie Aachkriegsverträge sie zurecht geschneidert haben, genügt, um sich auch von den Gegensätz- lichkeiten ein Bild zu machen, die sich neuerdings wieder in den Vordergrund drängen. Beteiligt find an den Streitigkeiten vornehmlich Eng­land, die Türkei, Frankreich, Rußland und Amerika. Mit Ausnahme des letzteren sind die genannten Staaten territorial inter­essiert. Wieweit außer der Türkei zu Recht. darin gerade gipfeln die Probleme. Am schwie­rigsten ist gegenwärtig zweifellos Englands Lage, dessen imperialistischen Bestrebungen nicht nur in Vorderasien, sondern auch in Aegypten, Indien und Afghani st an Widerstände er­wachsen. In seinen diplomatischen Ränken schreckt es selbst vor deren letzten Konsequenz, dem Auf- c in ander Hetzen verwandter Stämme, nicht zurück. Ein augenfälliges Beispiel hierfür waren die letzten Kämpfe zwischen den Hed - schas und den Wahabiten in Arabien. Englands Kr-egsziele in Vorderasien richteten sich auf die Ausbreitung seines politischen und hauptsächlich wirtschaftlichen Einflusses. Es brauchte einen Landweg vom Mittelländischen Meer bis zum Persischen Golf. Die Unzufrieden- heit der arabischen Stämme mit den zentralisti­schen Tendenzen Konstantinopels kamen ihm hier zustatten, es begünstigte einzelne Stammesführer, erhob sie zu Königen, sicherte ihnen große Rechte zu, und unterstützte sie mit Geld. Zum Zweck der Schwächung der Vasallen spielte es sie dann gegeneinander aus. Heute ist die arabische Drücke im Bau.

Richt überall aber glückt ihm sein Spiel. In Aegypten lehnt man sichzunächst diplo­matisch" gegen die englische Vorherrschaft auf. Und so groß des englischen Premiers Versprechun­gen waren, keine kolonialen 2lbenteuer zuzu- lassen, so schroff steht er jetzt im Gegensatz zu Aegypten. Dessen Forderungen find bekanntlich die Entfernung englischer Truppen, die Aufhebung aller Bevormundung und die Unterteilung des Suezkanals unter den Schuh des Völkerbundes. Der Gegensatz hier ist nicht ohne weitere Derwick- lungen denkbar, die um so drückender werden, dürften, als die ägyptische Bevölkerung auch national erwacht. Im asiatischen Fragenkomplex tritt das erwachende Rationalbewußtsein der unter englischer Oberhoheit stehenden Völker immer deutlicher zutage. Was in unseren Regio­nen Skatabende und Kränzchen finb, das find bei den Indern z. D. Zusammenkünfte, auf denen gemeinschaftlich Waren zur Verdrängung der englischen Konkurrenz he gestellt werden. Der Befreiungskampf beschränkt sich nicht aus Volks­reden und Straßenkämpfe, wie sie erst jetzt wieder in Burma vorgekommen sind, sondern greift zu praktischen wirtschaftlichen Mitteln.

Englands Expansion illustriert in sehr drasti­scher Weise seine Vorherrschaft auf dem per­sischen Markt. Während es vor dem Krieg an der persischen Einfuhr mit 25 Proz. be­teiligt war und Rußland mit 75 Proz., besteht heute genau das Gegenteil. Auch in die Politik Persiens greift England über. Alles das mit dem Ziel, die Kette der wirtschaftlichen Einfluß­sphären zu schließen, um dann in ganz Vorder­asien die Vorherrschaft an sich zu reihen und die Türkei nach Möglichkeit zurückzudrängen.

Von Persien her erstrecken sich Englands An­sprüche auch auf das gegenwärtig im Mittelpunkt stehende Mossul-Gebiet, dessen reiche und vielumstrittene Petroleumvorkommen den Zank­apfel bilden. Ein Sohn des von den Engländern im Stich gelassenen Hedschas-Königs ist im I r a k (Mesopotamien) Herrscher von Englands Gnaden. Don Bagdad aus wird nun versucht, die Oel- vorkommen südlich von Mossul politisch­administrativ zu erfassen, von Persien aus durch auch zu erklären, daß Kurdistan für die Türkei Wilajets Mossul selbst liegt in der Hand des Völkerbundes, dem die Türkei kein Zutrauen schenft, weil sie befürchtet, die strittige Frage könnte im englischen oder französischen Sinne entschieden werden, ilm sich jedoch den Besitz Mossuls zu sichern, hat sie vor vierzehn Tagen die wich­tigeren Teile des Wilajets beseht.

ober 1924.

>s, Pfarr».

wiederholt.) stoffdiebe.

rManzeigerS" Einbrecher, die werken eint und Spreng- mehr verM intimsten Siegt ei Liebenlvem

ivrdet.

cdacht, auf da» bei KnswK ir MchtB er- Scheuneder- inmehr da ' igle Gulskul kiö fand ?»

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Die Mossulsrage.-

sehr zum Aerger naturgemäß des Mandat-In- Habers England.

Wirtschafts-geographisch und in nationaler Hinsicht gehört Mossul zur Türkei. Die Zahl der dort wohnenden Araber ist verschwindend klein, dagegen machen die Kurden einen er­heblichen Teil der Bevölkerung aus. So ist es auch zu erklären, daß Kurdisten für die Türkei mit den Waffen einzugreifen bereit ist. Auch wenn England nur die Oberhoheit in diesem Gebiet verliert, bleibt die Wirtschaftsfrage doch schwer lösbar, weil außer anderen auch Rechts­ansprüche der Rachfolger Abdul Hamids vor­liegen, der die besten Oelvorkommen seinerzeit in feine Zivilliste hat einreihen lassen. Mit Frankreich dürfte sich England in der Mos­sul-Frage verständigen, nicht so leicht aber mit Amerika. Einer der größten Gegner Eng­lands in Vorderasien, der Sowjet-Staat, sieht der Entwicklung der Dinge zunächst passiv zu, da es ihm um die Londoner Anleihe zu tun ist.

Die englisch-türkische Spannung.

London. 14. Olt. (TA.) Die Verhältnisse im Irak und die englisch-türkische Spannung wer­den in London mit ernster Sorge betrachtet. Eine Meldung aus Konstantinopel besagt, daß man auch dort über den Stand der Dinge stark beunruhigt ist und daß sich die tür­kische Regierung mit der Frage einer allge­meinen 0H 0 b i I i f i 6 r u n g beschäftigt. Die Türkei hat alle Maßnahmen für militärische Ope­rationen im Irakgebiet eingeleitet. Die Türkei will sich keineswegs England in der Iraksrage unterordnen oder Englands Befehlen gehorchen. Meldungen über militärische Zusammenstöße an der Grenze liegen bisher nicht vor. Kemal Pa­scha hat eine besondere Parlamentötagung ein» berufen. In englischen RegierungSkrcisen erwar­tet man die Absendung einer Antwort­note auf die letzte türkische Rote. Die Londoner Abendblätter berichten, daß die Antwort der Tür­kei sehr wenig befriedigend sei, denn die Türkei erkenne den Status quo im Mossulgebiet nicht an und außerdem sei der angeschlagene Ton sehr an­maßend. Die Türkei bestreite, daß der Einmarsch der türkischen Truppen in das Mossulgebiet einc Verletzung des Lausanner Vertrags darstelle. Die Rote enthalte ferner keine Angaben darüber, ob die Türkei die Truppen zurückziehen will.

Englands Antwort auf die Iraknote.

London, 14. Oft. (WTB. Funkspruch.) Times" berichtet, daß die türkische Antwort auf das britische Ultimatum vom letzten Donnerstag, in dem dieunverzüglicheZurückziehung der türkischen Streitkräfte gefordert wird, die in das britische Mandatsgebiet ii Meso­potamien eingedrungen sind, sorgfältig geprüft werde. Man wnne nicht sagen, daß die türkische Rote die Hoffnung auf eine friedlich.' Regelung zulasse. Die britische Regierung werde jedoch wahrscheinlich erklären, daß die von Angora an- ggeführten Beweisgründe nicht angenom­men werden könnten.

Die Türkei ruft den Völkerbund an.

Genf, 14. Oft. (TU.) Beim Völkerbunds- fefretariat ist eine Rote der türkischen Regie­rung eingetroften, die geeignet ist, die ernst­hafteste Beunruhigung h.'rvorzurufen. In seiner Sitzung vom '30. September hatte der Völker­bundsrat in der Mossulfrage die Entscheidung gefällt, daß sich bis zur Untersuchung der An­gelegenheit und bis zur Fällung eines Schieds­spruchs sowohl die Engländer wie die Türken sich jeder kriegerischen Hand­lung enthalten müssen. Die Engländer legten die Entscheidung des Rates dahin aus, daß die vom Lausanner Vertrag festgesetzten vorläufigen Grenzlinien von beiden Seiten respektiert werden müssen, während

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,, Am^nntagmorgen ist das Wunder beut- ^as Luftschiff Z R. III, von Friedrichshafen in die Lüfte gestiegen. Mit dem Fahrtziel: Amerika. Mit einer Durchschnittsge chwindigkeit von 65 Meilen b.fand «ich der '-S^tzpelin' nach weniger als vierzehnstündiger Fahrt über dem Atlantischen

Die Millionen wünsche aller Deutschen be­gleiten das Luftschiff auf seiner Amer kafahrt. Möge es ein "glückhaft Schiff" fei.il All r° öwgs fallt em großer Tropfen Bitterkeit in >en Bein der Begeisterung ganz Deut ch ands bei dem Gedanken, daß Z. R. III ja, obwchl ein Kind deutschen Geistes,drüben" umgetauft wird und künftig alsAmerikaner" g-lten wird. Wi- so manches andere, das im tiefsten Sinne deutsckes Eigentum ist, muh auch Z. R. III als Opfer des Versailler Diktats fremden Hän­den überantwortet werden.

Dennoch wird das deutsche Volk sich feine Freude an dem AmerikafahrerZeppelin" nicht verkümmern lassen, denn durch seine Ozeanreise trägt das Luftschiff sehr viel dazu bei. daß i n dc r ganzen Welt die deutsche Tüchtigkeit genannt wird. Ob Haß und Reid, ob ehrliche 2lnerfenmmg und Bewunderung durch die Kunde von der noch vor einem Jahrzehnt als schier un­möglich geltenden Weltfahrt eines Luftschiffes in den Herzen und Hirnen der Menschen ausgelöst werden: die Tatsache selber, daß deutscher Geist und deutsche Umsicht die Erbauer und Führer des AmerikafahrersZeppelin" sind, ist unbestreitbar, und der Erfolg, den wir Deutsche dem Schiff wün- fchen, wird nicht nur ein Triumph deutscher Technik fein, sondern wird auch dem seit 1918 to oft bis in den Staub geöemütigten Rutschen Ansehen im allgemeinen neuen. Glanz und neue Stärke verleihen. Richt nur bei den fremden Ra­tionen, sondern vor allem auch im eigenen Volk, das in Gedanken an den Z. R. III sich sagen kann und soll: Ein Volk, das m der Zeit tiefster Rot einenZeppelin" auf die Welft-eise schickt, darf nich^ untergehen, und es w i r b nicht unter­gehen, wenn jeder seiner Angehörigen mit der gleichen Pflichttreue und dem gleichen Zutrauen an -einem Platze tätig ist, wie jetzt bie brave Ds- citjung des Z. R. III mutig und gewissenhaft ihrer 2Iufgabe sich widmet: das ßuftfqjiff sicher an fein Ziel zu bringen.

Der Zeppelin nimmt Me Verbindung mit Amerika auf.

Berlin, 13. Oft. (TU.) DerLokalanz." erfährt aus Friedrichshafen: Das Luftschiff hat heute vormittag um 10 Uhr die Azoren er­reicht. Der Zeppelin befindet sich in stän­diger Verbindung mit der Marine- sl ation von Washington. Die letzten Rach- richten von Z. L. 126 trafen hier ein, als er sich den Azoren näherte. Die Marinestation hält ihre Verbindung mit Z. L. 126 bis auf weiteres aufrecht. Der Zeppelin befindet sich augenblick­lich im Telegrammaustausch mit der Marinestation Meri 0 n.

Die Funkstation Rorddeich meldete um 3,05 Uhr nachmittags: Z. R. III steht seit 2 Uhr in guter Funkverbindung mit Chatten (Rord- ainertfa).

Ern Funkspruch aus Anapolis, den die Krnkstation der Telegrapheirumion. um 6,45 Uhr n<chmittags aufgefangen hat, meldet, daß d er amerikanische KreuzerMilwaukee" mit Z. R. Hl in dauernder funken- telegraphischer Verdindnng steht.

Wetterberichte und Peilungen werden dem Z. R. III laufend durch den Kreuzer übermittelt. Die Sta­tion Anapolis bestätigt weiter, daß der Z. R. III En 3 Uhr nachmittags mitteleuropäischer Zett die Azoren und um 3,35 nachm. mitteleurop. Zett die Insel Fayal passiert hat. An Bord b^ findet sich alles in bester Ordnung Rach einem Washingtoner Wetterbericht herrscht südlich txm Grönland Sturm, der sich in nordwestlicher Richtung bewegt. Südwestlich von Bermudas wird ein Tiefdruckgebiet gemeldet.

Gegen 8 Uhr abends m'rtteleuropäischer Zeit metbet Z. R. III im Funkverkehr mit der ameri­kanischen Funkstation Werivn, daß seine augen­blickliche Geschwindigkeit 110 Km. betrage und daß an Bord alles wohl fei.

Die amerikanischen Kreuzer aus der Wache.

Washington, 14. Ott. (TU.) Heber, bem Soll von Mexiko sollen sich schwere Wolken zusammengezogen haben. Die Kreuzer Detroit" unbMilwaukee" melben ebew falls, daß die Atmosphäre sich seit gesteim nach- mittag ungünstig Gilbet Sie Station Cha 1- l im tonnte die drahtlose Botschaft be8 3.ÄJI1 txmebmen, aber nur mühsam antwotten. wegen kr Geräusche, die die Motoren verursa^n. D» Station sprach gestern tron Seit zu Seit, d ersten Male um5Uhr nach mit tags, mit dem Luftkreuzer. Sie d-rng, wonach der Zeppelm, falls der Sturm aus b ^chen sollte,

d-rhrscheinlich erst Mittwoch abend^ber -Sonnet«- tag früh in Lakehurst emtreffen

Wirde. Andererseits sind längs der Atlantischen Liste 4 Rotlandung sp l a Ve.emg. lichtet fcwrben. Der Kreuzer .'-^ltvaake Kellen östlich ausgestellt ist, hat Befehl erhalten,

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sich um 500 Meilen südlich zu begehen, um bie drahtlose Verbindung mit dem Luftschi f aus­zunehmen. Auch der Kr.uzerC i n c i n n a t i", ber sich gegenwärtig in ber Rähe der Bermuda- Inseln aufhält, hat Befehl e. halten, m.t dem S. R. III in Verbindung zu treten.

3 N. III ruft denDetroit" an.

Rorddeich, 14. Olt. (TU. Funkspruch. Amtlich.) Die hiesige Station hört seit 4 Uhr mor­gens Z. R. III den amerikanischen KreuzerDe­troit" vergeblich rufen. Die Lautstärke ist ausreichend.

Dor den Bermudas.

R e u y 0 r k, 14. Oft. (T. U.) He ite früh um 8 Uhr wird Z. R. III die Bermudas pas­sieren. Ob ber Kurs wegen ber Zyklonen, die von ber Virginia-Küste gemeldet werden, direkt auf bie Bermudas gerichtet wurde, Hal Z. R. III bis jetzt noch nicht gemeldet, da er in die Land­wirbelwirkung des Zyklons noch nicht ein- getreten ist.

Amerika in Erwartung des Zeppelins.

Dke Vorbereitungen in Lakehurst. Die deutsche Besatzung.

Reuyork, 13. Oft. (TU.) In Lake- Hurst sind alle Vorbereitungen für den Emp­fang dcs Luftschiffes getroffen. Vor allen Dingen wurde ber Ankermast aufgerichtet, vor dem das Luftschift für den Fall, daß Stürme die Landung verhindern, verankert werden soll. Die Besatzung des Luftschifthafens ist durch mehrere hundert Matrosen verstärkt worden. Der Kommandeur von Lake­hurst wird das Lufllchiff bei ber Landung im Auftrage Amerikas abnehmen. Admiral Moffan wird nicht zugegen sein, da er sich an Bord des amerikanischen Luftschiftes befindet. Ob das Weihe Haus Vertreter zum Emp­fang entfenöen wird, steht noch nicht fest, doch gilt es als sehr wahrscheinlich. Lakehurst war bis zum gestrigen Rachmittag ohne jede Rach- rtcht vom Luftschift. Man nimmt an, daß der Zeppelin eine Zeitlang über Reuyork kreuzen wird.

Die Nachrichten über die Fahrt des Z. N. III wer­den in ganz Amerika mit ungeheurem Interesse verfolgt. Der höchste Grad der Spannung ist erreicht.

Sämtliche Zeitungen bringen Extrablät- tcr in großer Auf machun g mit Fahrt­berichten und Bildern der Besatzung. Alle Hotels in der Rähe des Flugplatzes Lakehurst sind schon jetzt überfüllt. Gestern morgen traf der Prinz von Wales, der sich zur Zeit in Amerika aushält, im Auto in Lakehurst ein. Die ameri­kanische Verwaltung hat 300 Haltemannschaften und 600 Marinesolbaten zur Absperrung des Platzes abkommandiert.

Die Mannschaften sollen bie Rückkehr der Shenand 0 ah" abwarten, die gegenwärtig an der pazifischen Küste tteuzt. Z.R. III sott dann ausprobiert werden, wenn bie Hüllen mit Heliumgas gefüllt sind. Das Marine- bepartement verfügt über dieses Gas nicht in genügender Menge und wftb wahrscheinlich ge­zwungen sein, von der Armee Heliumgas zu er­bitten, da sie sonst den Inhalt derShenanooah", bie den gesamten Vorrat an Heliumgas enthält, in den Zeppelin überfüllen muß. Die deutf che Besatzung wird zum großen Teil nach Deutschland zurückkehren. Einige Ingenieure unb Techniker werben jeboch in Lakehurst verbleiben, um bie amerikanische Be­satzung in ber Bedienung ber Maybach- Motoren zu unterweisen.

Die Lustschiffbauer ziehen nach.

Berlin, 13. Oft. (S. 11.) DieVoss. Ztg." meldet: Dr. Karl Arnstein, ber Erbauer des Z. R. III reift mit dem ganzen Ingenieurkorps ber Friedrichshafener Zeppelinwerke unb mit allem Instruk.ionsmctterial unb den Modellen am 1. Ro- vember nach A r 0 n im Staate Ohio, wo bie Zep­pelinbauten im Rahmen ber Voodylar Corpora­tion, einer amerikanischen Fabrik, fortgeführt werben. Dr. Karl Arnstein ist ber Konstruk­teur ber Zeppelinwerke. Er hat bie großen Kampf­luftschiffe unb überhaupt die letzten 60 Luftschiffe erbaut. Er hat an ber Technischen Hochschule in Prag ftubiert unb war bort eine Zeitlang Pro­fessor.

Deutsch-englischeverhandlungen über den deutschen Luftschiffbau.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 14. Oft. (Drahttiwldung) Bereits vor einiger Zeit waren englische Fachleute nah Deutschland gekommen, um mit beut chea Regie­rungsstellen Fühlung zu nehmen über etwaige Erleichterungen des Fridersverlra es, über den deutschen Lufftchiftbau. Rach dem Ver­sailler Verttag? barf Deutschlanb keine Luftschiffe mehr bauen, bie über einen Rauminhalt von 30 000 Kubikmetern h nausgohen. Englische Wirt­schaftskreise haben aber ein lebhaftes Interesse baran, Deutschlanb bie Weiterführung von großen Luftschiffen zu erleichtere um den Welt­verkehr in ber Lust, der auch für England eine große Rolle spielt, weiter ausbauen zu können.

General-Anzeiger für Oberhessen

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