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-ie Türken ^yrerseits behaupten, Der Status q u o des 30. September wäre maßgebend. Die Beschwerde und Die sich daran anschließende Drohung der Engländer werden in der neuesten Bote von den Türken aufs schärfste zu- rückgewiesen. Die türkische Regierung sucht alle Vorwürfe zu widerlegen.

Die Grenze vom 30. September toäre von den Türken nicht überschritten worden. Die Truppenkvnzentration wäre nur erfolgt, um Räuberbanden zu bekämpfen. Mit ihrem Abtransport wäre bereits begonnen. England hätte nicht das Recht, die Bestimmungen des Döllerbundsrats willkürlich zu ändern und aus­zulegen. Trotzdem wäre die türkische Regierung be­reit, wenn England es für notwendig hält, den Rat um die Auslegung des Beschlusses vom 30. September zu ersuchen. Da England fortfährt, Die Ruhe zu stören und zum Angriff über­geht, werde die Derantwortung hierfür allein auf England zurückfallen. Die türkische Regierung ersucht Den Völkerbundsrat, Maßnahmen zu er­greifen, die geeignet sind, beide Parteien zur Ein­haltung der von ihnen übernommenen Verpflich­tungen zu bewegen.

Die Kämpfe in Arabien.

Flucht der Hedschas-Reqieruug. Die Wahabiten in Mekka.

Kairo, 14. Oft. (TA.) Die Besprechungen Zwischen den Wahabiten und der Regierung wur­den von Hedschas abgebrochen. Der neue König von Hedschas, Ali, der seinen Vater Hussein nachgefolgt war, hat Mekka verlassen. Die Wahabiten dürften zur Stunde schon in Mekka sein. Man ist in London der Aeberzeugung, daß nichts sie auch von der Einnahme Medinas wird zurückhalten können.

Die Kapitulation Schanghais.

Ein Sieg der Pekinger Zentral­regierung.

Reuhvrk. 14. Ökt. (TA. Funkspruch.) Asso­ciated Preß meldet aus Schanghai, daß die Tsche- king-TruPPen, die Schanghai gegen die Kingtsu- Truppen verteidigten, kapituliert haben. Ein Waffenstillstand sei abgeschlossen worden.

Amtliche Meldungen aus China besagen, daß nach den jetzigen schweren Kämpfen, die mit einer Niederlage der Truppen Chekians endigten, Mar­schall Lu Younghsiang und General H o - Zen-Lin, die Führer der Truppen, die Schanghai verteidigen, sich im Schiff nach 3a» panbegeben haben. Man ist jetzt der Ansicht, daß die Revolution zusammenbrechen vird. Pressemeldungen fügen hinzu, daß die ein­dringenden Truppen in guter militärischer Ord­nung vorgehen. Die ausländischen Marine- und Landtruppen, die die Niederlassungen der Euro­päer schützen, glauben jedoch, daß sie Mühe haben verden, die Söldner, die mit Cheliangs-Trup- pen kämpften, im Schach zu halten. Die euro­päische Bevölkerung verhält sich bisher recht unbesorgt. Heute waren Fußball- und Tennisspiele angesagt, die sehr gut besucht waren. Die freiwilligen Wachen sind darauf vorbereitet, Leben und Besitz der Einwohner zu schützen.

Die Pekinger Sentrabx gierung kann ihren ersten bedeutsamen Erfolg buchen' Die auf­ständische CH. kiang-Armee, in i.ere Häm en sich bisher Schanghai b fand, hat rapi u.ieren uno einen Waffenstillstand cbschließea ;en. Di (er SiM der Pekinger Regerung ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung, da 'X einmal einen EiJdruck auf Die übrigen Rcbrllei richt ver­fehlen wird und zum anderen die an dec Che- kicmg-Front kämpfenden Truppen f ü r D i e O p e = rationen im Norden Pekings frei werden. Die Niederlage des Gouverneurs von CH kiang, der über vier D.vsionei v rf gte wire vielleicht niemals eingetreten der doch m.n e stens zu einem viel späteren Zeitpunkt, trenn nicht drei Divisionen plötzlich zudenKiang u- Truppen ü berg e g a n g : n teä en S kam n die Chekicmg -Truppen in .i e u gib st g Sm a- tion, die von Der Truppen ter Pe.i ge. Zentral- rcgicrung sofort ausg nutzt w rde.

Die Kämpfe an Der CH kmng-Front können also heute wohl endgültig als abgeschlossen gelten. Dieser Erfolg bedeutet aber noch keines­wegs, Daß General Tsang-Tso-Lin, Der vom NorDen her langsam g eg e n P e kin g vo r - rückt unD einer Der bedeutendsten Generale Chi­nas ist, nun mit Derselben Leichtigkeit zurück- geschlagen werben wird, wie Das den Pekinger Truppen Den Aufständischen von Chekicmg gegen­über möglich war. General Tsang-Tso-Lin, der über eine sehr gut ausgerüstete Truppe verfügt, Dürfte Dem General Wupeifu, Der Die Pe­kinger Truppen führt, noch schwere Sorgen be­reiten, zumal er bis jetzt erfolgreicher operierte als lein Gegner.

Wiederaufbau des rheinischen Waldes.

Abschluß der dcutsch-franzöfifchen Forftverßaudlnnqe" in Koblenz.

Koblenz, 13 Oft. <TA.) Von de i Ver- hanDlungen der forstlichen Abteilu :g ter teat- schen Abord u g bei der Tech bche i K:>nfe enz sind einige Ti leig b ft se bereits bekannt g w d:n. Seit dem 21. September muht.' Die Be- wlrtschaftung der Deutschen Staatssor f en w'eder nach deutschen Vorschriften erf lgm. Tie Durch Das LonDv er Abkommen geschaffene Rech siege verbie.et in de v>n den Alliei n ber i.s Holzve käufern zugewest- nene Bestä den jede A >. holzung ta ab 1.:ptcmb:r D?r Deutsche Wald so, wie e sich an Däfern Tage b:>and, frei von den Be­lastungen durch die Ausbeutungs- Verträge der Alliierten in De i Besitz des Landes zuriickg ht. Abg f. hen daven si d nun die Deutschen forstwirgchastlichen Bestrn- mungen wl d.r in Kraft getreten, gemäß enen in den fraglichen Holzbeständen eine Selbst- Werbung durch Holz Verkäufer nicht zulässig ist. Tie Firmen Der Holzh nJer- gruppen Himmelsbach und Schont haben sich am 24. September schriftlich verpflichte, auh in den durch besonder? Be trag' (fogenann e Zu­satz hiebe) von d.n Fra'zosen i berla fenea Wal - beständen keine Fällungen meh v rzunch» men. So ruht setzt di? Art im Walde und der Wiederaufbau der Stcatsforsten im beseh - ten Gebiet kann nach Rücktehr der Deutschen Forst» bcamten mit Ablauf Der Aebergangszeit, Ende Oktober, wieder beginnen.

Stegerwald für die Nechtskoalition. Eine Rede auf dem Jubiläumskongreß der christlichen Gewerkschaften. Köln, 14. Oft. (TA.) Auf Der Vertreter­versammlung der christlichen Gewerkschaften führte Ministerpräsident a. D. Stegerwald aus: Wir wollen nicht die gleichberechtigte Eingliede­rung der Arbeiter in Die gegenwärtige bürger­liche Gesellschaft, sondern deren Resorm an Kopf und Gliedern, atlerDingä nicht auf dem Wege Der Gewalt, sondern auf dem Der Evolution und Der organischen Entwicklung^ Wir sind nicht nur eine christliche, sondern auch eine nationale Gewerkschaftsbewegung. Aus den gleichen Gründen, aus denen ich seinerzeit, für Die Heranziehung Der Deutschen Volks- Partei zu Der staatlichen Verantwortung ein­trat und Denen heute auch Die SozialDemo- traten zustimmen, bin ich heute für Die Her an­zieh un g Der Deutsch nationalen Volts Partei zur politischen Verantwortung. Die Deutschnationale Vollspartei und Die Bay­rische Vol kspartei, die ebenfalls außer­halb Der politischen Verantwortung steht, ver­treten jetzt schon mindestens 75 Prozent Den landwirtschaftlichen Produktionskräfte.

Den bodenständigen Teil des deutschen Volkes im katholischen und evangelischen Lager zu einer ver­nünftigen gesamtpolitischen, staatspolitifchen und sozialpolitischen Auffassung zu bringen, das muß eine der großen Aufgaben der christlich-nationalen Arbeiterbewegung Deutschlands sein.

Der Protestantismus sei in Deutschland eine ganz andere Geistesmacht als der Sozialismus. Er habe eine geistig bedeutende Entwicklung über eine nicht zu entbehrende charitative Tätigkeit Durchgemacht, wähvenD Der Sozialismus als Geistesmacht z u sa m m e n g eb roch e n sei. Wenn Die Katholiken und die Protestanten zu­künftig sich nicht verstehen lernten, sei auch Die Einheit Des Reiches nicht aufiechtzuerhalten. Stegerwald wies nachdrücklich Die Annahme zu­rück, daß er Die Sozialdemokratie vom politischen Einfluß ausschalten wolle. Er wolle lediglich bei dem Wiederaufbau Der Sozialdemokratie nicht eine überragende Stelle überantwortet wissen. Kommunistisches AWrauens- votum gegen die Regierung.

Eine Tagung kommunistischer Parlamentarier.

Berlin, 14. Oft. (TA.) Gestern nachmittag traten sämtliche parlamentarischen Vertreter der Kommunistischen Partei Deutschlands zu einer Konferenz zusammen. Beschlossen wurde, durch Die Reichstagsfraktion ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung Marx-Stresemann einbringen zu lassen. Die Konferenz erklärt, daß die Lage Der arbeitenden Klasse sich seit Der Annahme des Londoner Abkommens ständig verschlech­tert habe.

Die Entscheidung Der Kommunisten hänge da­von ab, was Die Regierung für oder gegen Die In­teressen Der arbeitenden Bevölkerung tue. Es wur­den zum Schluß mehrere Forderungen ausgestellt, Dai unter Ausheb ung des Ausnahmezu äandes, Freilassung aller politischen Gefangenen Der pro­letarischen Parteien, sofortige Aufhebung Des Staatsgerichtshofs zum Schuhe Der Republik, so- fertige Vollsozialisierung Der In­dustrie, Des Bergbaues, der Eisenbahn, des Groh- grundbesihes, Des Großhandels und Der Banken. Ferner wurde verlangt A ifhebung der gegen» revolutionären Orga.nif. timen, Entwaffnung Der Polizei und Der Reichswehr und dafür Be­waffnung der Arbeiter. In a U npoliti­scher Beziehung wird Die Ablehnung Des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund ver­langt. Außerdem wird Der sofortige Abschl'ß ci es engen Bündnisses mit Sowjetru bland verlangt.

gu ammenlritt des Reichstages am 21. Oktober.

Berlin, 14.Oft. (TA.) Der Aeltesten- rat des Reichstags trat gestern nachmittag zu einer Sitzung zusammen, um die Tagesord­nung für die nächste Plenarsitzung festzusetzen.' Für den Fall, daß die Regierungsbildung zustande kommt, hat der Aeltestenrat für die nächste Plenarsitzung Dienstag den 21. Oktober in Aussicht genommen.' Für die Tagesordnung sind folgende Punkte vorgesehen: Beamten­fragen, Personalabbauverordnung, Woh- nungs- und Siedlungsanträge und etwaige Interpellationen. Es ist jedoch möglich, daß zunächst in der ersten Sitzung eine Erklärung oer Regierung erfolgen wird.

Ein Konflikt

im Rechtscrusschutz.

-Berlin. 13. Oft. (SU.) Sm Ncchtsaus. schuß des Reichstages kam es heute zu einem Konflikt zwischen den bürgerlichen Parteien und dem Vorsitzenden, Dem Kommunisten Abg. Katz. Die D'rtreter Der bürgerlichen Parteien erklärten zu Beginn Der Sitzung, daß sie mit Dem Abg. Katz, Der in Der Rcichstagssihung vorn 29. August Die Deutschen Richter schwer beschimpfte und auch Die Mit­glieder des Rechtsausschusses beleidigt habe, nicht mehr zusammen arbeiten könnten. Der Protest wurde in einem Schreiben an den Reichstagspräs Dentcn niedergel gt, das von Dr. Kahl (D. Vp.) dem Rechtsaisschuß verlesen und in dem die Anterzcichner erklären, daß sie diesem Vorsitzenden fein Vertrauen mehr schen­ken. sie bitten den Reichstagspräsidenten, daß ein Parteienwechsel im Vorsitz des Rechts­ausschusses eintrete. Dem Protest schlossen sich sämtliche bürgerlichen Parteien an, mit Aus­nahme der Nationalsozialisten. Die sozialdemo­kratischen Mitglieder des Ausschusses erhoben gegen das Schreiben Einspruch und behaupteten, es handelte sich um eine Obstruktion gegen Die auf Der TagesorDnung stehenden Anträge Der Sozialdemokraten und Kommunisten auf Ein­führung des Wiederaufnahm verfahrens Bei Ar­teilen des bayerischen Volksgerichtes. Nachdem die bürgerlichen Vertreter Die Sitzung verlassen hatten, war Diese beschlußunfähig.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichspräsident hat Den Reichsder- tebräminifterOefer inf^ae Der (Srnenmtna

zum iseneraioireltor Der Deutschen Rewysvaya auf feinen Antrag vom Amte als Reichsverkehrs­minister entbunden. Die Geschäfte des Reichs­verkehrsministerium nimmt bis auf weiteres Staatssekretär Dr. Kröhne wahr.

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Nach einer amtlichen Mitteilung werden Die französischen Truppen Remscheid am 2 0. Oktober verlassen. Di? Polizei wird Dafür verantwortlich gemacht, daß Die Bevölke­rung den Abmarsch Der Truppen nicht stört.

DasDerl. Tagebl." meldet aus Augs­burg, daß das Rechnungsjahr 1923 24 einen Darüberschuß von über 2,3 Millio­nen Gold mark des städtischen Etats ausweist. Der Aeberschuß soll in Der Hauptsache zur Er­mäßigung Der Steuern und Ge h - r e n verwenDet werden. Die städtische Getränke­steuer für Bier kommt überhaupt in Fortfall. Der Preis für Gas und Wasfer wird herabgesetzt und Die Preise für Ar beiterfahrkarten auf der Straßenbahn werden um 30 Prozent ermäßigt.

Der Präsident des Deutschen Landwirtschafts- rat8, Dr. Brandes, hat Die Mitglieder des Deut­schen Landwirtschaftsrats zu einer außerordentlichen Vollversammlung am 23.. und 24. Oktober in Berlin eingeladen. Zur Frage Landwirtschaft und steuerliche Gesetzgebung wird der Direktor der Bayrischen Landesbauern- kammer, Dr. Har lache r, sprechen. Aeber die Frage Handelspolitik werden Gras Keyser- lingk-Cammerau und Dr. Müller- Bonn sprechen. Schließlich wird Die Stellung Der Land­wirtschaft zur Reichsverftcherungsgesctzgebung von Landesrat Schrader -Kassel und Graf Dau- d i s s i n behandelt werden.

Der Budapester Antersuchungsrichter erließ einen neuen Steckbrief gegen Heinrich S chu l z der, wie bekannt, aus Der Anter- suchungshaft entlassen worden war, und so­fort spurlos verschwand. Dor seiner Ent­lassung legte er vor dem Antersuchungsrich'.er das Geständnis ab, daß er Erzberger er­mordet habe. Schulz wird nunmehr neuerlich verfolgt.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 14. Oft. 1924.

Gicszener Wochenmarktpreise

am 14. Oktober 1924 (Händlerpreise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 2.50 Mk. das Pfund, Matte 40 Pf., Käse 50 bis 70, Wirsing 10, Weißkraut 6, Rotkraut 10, gelbe Rüben 8, rote Ruben 10, Spinat 35, Römischkohl 5, Bohnen 30, Grünkohl 15, Rosen­kohl 40, Feldsalat 30 bis 50, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 40, Kürbis 6, Kartoffeln 5. Aepfel 14 b s 18, Dirnen 8 bis 10, Brombeeren 50, Preiselbeeren 80, Zwe scheu 15 bis 18, Nüsse 50 bis 60 Pf. das Pfund. Eier 17 Pf. das Stück, Blumenkohl 20 Pf. bis 1.50 Mk., Salatgurken 10 bis 3J, Endivien 10 bis 20, Ober- Kohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 60 Pf. das Stück, Radieschen B). 8 Pf., Suppenhühner 1 Mk , Gänse 1,20 Mk. das Pfund.

** Wichtig für abgebaute Beamte. Auf Grund d.r D.amten ie. lungsvercr.'nung kann Barnten, die auf Grund Der Per onalabbauv r= ordnung in Den Dauernden Ruhestand versetzt w rden sind, Der Erwerb und Die Bebauung von Grundeigentum zu garten- und Ian" wi.t chaftlicher Si.dlung crl.ichterr werden. Das Ruhe ehalt kann bis zur Hälfte in eine Ren e umgewandelt werden. G.nnue Ausku ft erhaben olle a ge­bauten ReichLb amten, die in Hes en siegeln wollen, durch ie h s i che Lo u gs ürsorgc- e sellschaft (Darm lad., Altes Palais). Di.her wu - den etwa ~.5 An reg- b arb it t Es stche i ins­gesamt rund 400 000 Mk ür H'sftn . u Ver­fügung. Die Neubauten w rden denn't ich ' och in diesem Iahr f rügg fte.lt Für D e bgeb ulen hessischen Staaisb amten i t eine ähnliche erord- nung bisher noch nicht erlassen, sie ist jedoch in Vorbereitung. Cs empfiehlt sich für in Frage komm nde B antt , sich z r Vormerkung an Die obengenannte Stelle zu wenden.

*x Der Kettenbrief-Anfug, Der sich in früheren Iahren schon verschiedentlich bemerk­bar machte, ist jetzt toieDer mal im Gange. Ein Leser übersenDet uns als Deweisstück einen Kettenbrief für das Glück", Den ihm irgenDwer mit Der Post zugeschickt hat unD Den er nun ab­schriftlich an neun Personen weiterschicken soll, Damit er ja nicht unglücklich werde. Wie rührend diese Desvrgnis ist! Der Einsender hat diesen Wisch natürlich ganz richtig Dem Ofen über­geben wollen, sich Dann aber doch gesagt, daß er ihn uns zustellen solle, Damit wir unsere Mitbürger vor Dem Unfug warnen können. In Der Tat, wenn man in früheren, glücklicheren Iahren für Diesen immerhin nicht ganz kosten­losen Zeitvertreib mancher Frauen und Männer ein nachsichtiges Lächeln aufbringen konnte, so muß man heute erklären, es ist Anfug. für Diesen Humbug Zeit unD GelD zu vergeuden. Die Zeit sollte man lieber zu einer nützlichen Arbeit unD Das ®:ID zum Kauf von Lebensmitteln ver- toenDen. Wenn man Das tut, Dann hat man ein Teilchen von Dem zufriedenstellenden Glück erhascht, welches Der DriefschwinDel Doch wirklich niemanD verschaffen kann. Man lehne es Des­halb ab, sich Denen zuzugesellen, Die bekanntlich nie alle werben. AnD wenn Dann auchDie Kette abretßt, so brauchen ängstliche Gemüter sich nicht zu fürchten, es geschieht ihnen Deswegen toirfiid) nichts!

** Der Goethe-Bund veranstaltete am Sonntagabend einen sehr interessanten Vortrag. Ingenieur E r t e 1 von der Liga zum Schuhe deut­scher Kultur sprach von Rußland, seiner zweiten Heimat, mit großer Liebe. In scharf skizzierten Amrissen gab er in seinen Schilderungen ein klares D ld von Dem Werden Der russischen Revo­lution. Er ist überzeugt, daß Durch eine schnelle WiedergesunDung der russischen wirtschafts­politischen Verhältnisse auch eine Gesundung Der ganzen übrigen Weltwirtschaft ftattfinDet. Solange jedoch Die augenblicklichen Machthaber ihr un­mögliches Wirtschaftssystem durchzusetzen ver­suchen, DessenErfolge" Der Redner in knappen Amrissen skizzierte, kann auf Rußland als mit­sprechender Faktor nicht gerechnet werden. An­sätze zu einer vernünftigen Wirtschaftspolitik machen sich allerdings schon bemerkbar, und somit ist die 5)offnung teilweise wenigstens vorhanden, daß Die schon abgeschlossenen Wirtschafts- und Handelsverträge auch wirklich beiderseits aus-

geftiyrt werden. An Hand einer sehr großen An­zahl von Lichtbildern gab Der Redner Dann außer­ordentlich anschauliche Schilderungen des russischen Landes und Volkes, der russischen Gebräuche und Der sich in Gegensätzen bewegenden russischen Volksseele, wobei er aus einer schier unversieg­baren Quelle persönlicher Erinnerungen schöpfte. Dem Redner wurde viel Dank für seine Ausfüh­rungen gezollt, die verdienen, in breitere Schichten unseres Volkes gebracht zu werden. -o-

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadtthcater, 67° Ahr:Polenblut". Deutscher Beamtenbund, 8 Ahr: Versammlung auf Der Liebigshöhe. RunDfunkhaus, Löberstraße, 87° Ahr: Symphonie-Konzert. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:SchulDlos gerichtet". Hess. Bilderbühne:Die letzte Fürstin". Astoria- Lichtspiele:Der Puppenmacher von Kiar.g-ning".

Aus dem Stabt theaterbureau wird uns geschrieben: Die OperettePolen- bl u t" von Nedbal, bie im heutigen Dienstag- Abonnement gegeben wirb, Darf als eins Der vor­nehmsten Werke Der Gattung angesprochen wer Den. Sie wurde als Neuheit im Sommer 1914 als Gastspiel des Nauheimer Kurtheaters hier erstmalig gegeben, konnte Dann aber trotz des außerordentlichen Erfolges wegen Kriegsausbruch nicht wieDerholt werben. Dom Frankfurter Opernhaus wirken in dieser Vorstellung mit Herr Richard Riedel und Frau Vellig- Bertram. Frau Liebermann, ebenfalls vordem am Frankfurter Opernhaus, ist für unser Ensemble dauernd verpflichtet worben.

Der Ortsgewerbeverein veran­staltet im Gewerbehaus Mittwoch, 81/4 Ahr, einer Vortrag überDas selbständige Handwerk und ©etoerbe und seine zukünftige Versicherungsan­stalt (Krankenkasse ufto.) m.t Aussprache. All: Gewerbetreidenden sind hierzu eingelaben. Sicht Anzeige.

Wettervoraussage

Winde aus örtlicher Richtung, nebelig, tags­über aufklarend, wärmer, sonst trocken, in höheren Lagen leichter Nachtfrost.

Landkreis Gießen.

* Hausen, 13. Oft. Am nächsten Sonntag- nachmittag wird unsre neue, uns aus Amerika geschenkte Glocke ihren feierlichen Einzug in unser Dorf halten. Die Einweihung wird dann am Sonntag Darauf, dem 26. 10., im Vorinittags- gottesdienst stattfinden. Dann werden wir wieder, wie in Fliedenszeiten, unser vollständiges Geläute haben.

t Grünberg, 13. Oft. Bürgermeister Ranft tritt am 1. November d. I. vvn seinem Amt zurück. Die Q5au tätigfeit hat hier ziemlich großen Umfang angenommen. Außer den in letzter Zeit genehmigten sechs Daugesuchen liegen wiederum drei neue Anträge vor. Aus der heutigen Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Dauinspektor Stein berichtet zunächst über die Besprechung, Die er mit Herrn Thü­ringer über Die Instandsetzung der Pumpen im Städt. Wasserwerk gehabt hat. Nach dessey Aeußerung ist Die Leistung der Pumpen, Die jetzt nur 2/3 beträgt, toieDer voll herzustellen, wenn Die Pumpen nach seiner Angabe instandgeseht toerDen. Die Reparatur wird sich ungefähr auf 320 Mark stellen, eine neue Pumpe kostet Dagegen 2400 Mk. Es wurde beschlossen, Die alten Pumpen zu reparieren und die neue mit Feberventil zu versehen. Die Kosten für das Verpu Yen der Lehrerwohnung am Kirchenplah sollten nach dem Voranschlag un­gefähr 450 Mk. betragen Offerten sind von Maurermeister Bock über 523 Mk. und von Weißbindermeister Gravenius über 580 Mk. eingelaufen. Es wurde mit 6 gegen 4 Stimmen beschlossen, Den Verputz zu erneuern und Maurermeister Bock die Arbeiten zuzuteilen. Die Bekanntgabe des A r t e i l s in dem Pro­zeß Der Stadt gegen Herrn Christ soll später erfolgen. Anträge auf Bauplätze la­gen vor von Den Herren Dr. Pfälzer unD Bauer in Der neu anzulegenDen Straße und von Ritter in Der Gartenstrahe. Die Anträge tourDen genehmigt, jeDoch mit Dem AnterschieD, Daß Das Quadratmeter bei Den ersten Plätzen 3 Mk. unD bei Dem letzteren 1.20 Mk. kostet. Die BeDingungen von früher kommen auch hier zur AnwenDung. Pfälzer soll Den 4. unD Bauer Den 5. Platz bekommen. Seinerzeit wurDe bean­tragt, für Die Feuerwehr 100 Meter Schläuche anzuschaffen, unD zwar pro Iahr 30 Meter. Cs WurDe jetzt zugestimmt: Die Bürger­meisterei soll sich wegen Der Lieferung an Die bei­den hiesigen Geschäftsleute wenden, außerdem soll sie sich auch noch mit- einer auswärtigen Firma in Verbindung setzen. In Sachen Der Hast - Pflichtversicherung, Die in Der letzten Sit­zung zurückgestellt WurDe, erfolgte Ablehnung. Fran Rösch hat in einem Schreiben an Die Bürgermeisterei Darzulegen versucht. Daß Die Wohnung in ihrem Hause sich zur Vermietung nicht eigne, weil BoDen, Keller unD sonstige Einrichtung fehlen. Die Wohnungskommission wurDe beauftragt, bie Wohnung in Augenschein zu nehmen. Herr Rieb bittet in einem Schrei­ben um Aeiberlassung von Besenreisern und wlll sich evll. mit Herrn Stock, der schon früher eingekommen ist, darin teilen. Der Förster soll in dieser Angelegenheit gehört werden und Der BeigevrDnete bann evtl, zustimmen. Die De­zi rkss Parka s s e hat das Pflaster bes Bür­gersteiges vor ihrem Gebäube Herstellen lassen. Cs kostet 120 Mk., unb sie bittet nun Die StaDt, hiervon Die Hälfte zu tragen. Dieser Antrag WurDe abgelehnt mit Der Begründung, dab Das Pflaster Der Sparkasse gehöre. Stadtrat SchmiDt II. übernahm nu meh Öen Vorsitz. Der Eemeinderat nahm Kennrnis v n einem Schreiben vom 10. ds. Mts, wonach i er Bürgermeister durch Die Birgerme ste ei dem Kreisamt mitteilt, daß er bei tec <^ür- forgefte l in Darmstadt um Pensi 0 nie vu 11 g zum 1. November d. 3. rachg such habe In einem zweiten Schreiben an den S t a b t r ? : er­klärt der Bürgermeister, daß er am 1. November zurücktrete, und er bittet um einen monatiihen Zuschuß von 50 Mk. zu seiner Pension und au'e-» dem um eine einmalig: Abfindung von 300 Mk. Stadtrat Jockel beantragte, Der Gemein'erat solle beschließen, Dem Kreisamt zu unterb.e ten, die Pensionierung des Bürgermeisters wegen Krankheit herbeizuführen, weil nab mensch­lichem Ermessen er seinen Dienst nicht mehr verrichten kann. Der Antrag irurö< mit fünf gegen fünf Stimmen ab gelehnt. Daraufhin wurde beantragt: 1. Dem Dürger- meiftec einen monatlichen Zuschuß (an- I schließend an Den Beschluß vorn 29. 9. 24) von