Ausgabe 
14.7.1924
 
Einzelbild herunterladen

vas vollends 'ibert zeigen und es tn einem schlichten S.öj.'nungsart dem Dienst der Suche übergebrn.

Rach einem kurzen Frühstück im Frühstücks- raum der Llniver-fität fand vormittags um 11 Llhr in der Reuen '2lula eine Begrüßung statt. Hier koimte Prof. Dr. Eger als Vertreter der Re­gierung den Staatspräsidenten LI l r i ch, den Mi­nisterialdirektor LIrst adt und den Ministerial­rat Löhlein, als Vertreter des Landtages dessen Präsidenten Adelung, ferner Se. Maginifizenz Prof. Dr. Laqueuer, Beigeordneten Dr. Seid, Direktor Humperdink, Dr. Tillmanns von der Wirtschaftshilfe deutscher Studenten und eine ansehnliche Versammlung begrüßen. Dr. Till­manns sprach bann über die studentische Wirt­schaftslage im allgemeinen. Dr. Schneider- Gießen gab einen Lieberblick über die einzelnen Anlagen und Betriebe der hiesigen Studenten- hilfe. Der Reichswirtschaftsminister a D. und Reichstagsabg. Ar. Becker (Hessen) hatte zu dec Feier ein herzliches Glückwunschtelegramm gesandt.

Llm 12 Llhr wurde den Freunden und Gön­nern der Studentenhilfe und ihren Damen im Foyer des Theatsrs, das die Stadt in entgegen­kommender Weise zur Verfügung gestellt hatte, eilte Morgenmusik dargeboten Drei frühere Studierende unserer Landesuniversität, die Her­ren Andreae, Delp und Schliephake, die schon so oft ihre Kunst in den Dienst der guten: Sache gestellt habem, waren von Rord, Ost und Süd herbeigeeilt, um das Fest zu verschönen. Sie spielten zuerst Beethovens reizvolle Sere­nade (Op. 8) für Geige, Bratsche und Cello, wobei man Herrn Delp, den wir bisher nur als Klavierspieler L»ewundern durften, auch als geschickten Dratschenlpie!er kennen lernten. Daran fügten sie Brahms Meistertrio tn S-Moll (Op. 101), das mit den breit ausladenden Themen seines ersten Satzes die Hörer sofort in den Darm schlug und fle durch das gemeimvoll hu­schende Presto das leicht fließende Andante und die prächtigen Schlußvarattonen hindurch in fest- froher Sttmmung erhielt. Das Zusammenspiel der Vortragenden konniie, zumal im Dcahmsschen Trio, hohen Anforderungen genügen, was um so anerkennenswerter ist, als die jungen Herren sich erst kurz vor dem Konzert wieder aefunden hatten. Richt unerwähnt soll bleiben, daß sich die Akusttk des für derartige intime Veranstaltun­gen besonders gut geeigneten Raums als vorzüg­lich erwies.

Llm 1 Llhr schloß sich eine Besichtigung des alten Studentenheims am Durggraben an, ab 31/2 Llhr fanden Besichtigungen utr Reuanlagen auf der Schönen Aussicht statt, die allseitig als vortrefflich anerkannt wurden.

Der Eröffnungsakt ging nachmtttags im Spetsesaal des Haupithauses vor sich. Prof. Dr. Eger schilderte tn einer übersichtlichen Rede die emsige Arbeit der Studentenhilfe und übergab bann das Haus seine? Bestimmung mit dem Wunsche, daß es den Kommllitonen und der Landes-Llniversität zum Segen gereichen möge. Der Vorsitzende des AKa, stud. Wetzel teilte mit, daß die Studentenschaft beschlossen hat. an­läßlich dieser neuen Schöpfung eine Llmlage von 1 Mk. zum Besten tuberkulosekranker Kommili­tonen zu erheben, un£> er bat hierauf den Leiter des Hilfswerks, Professor Dr. Eger, in einer Ansprache namens der Studenten­schaft um die Erlaubnis, das neue HeimEger- heim" nennen zu dürfen. Dieser vox populi muhte der Gebetene schon Erfüllung gewähren, so daß man also künftig nur noch llrrzweg vomEger- Heim" sprechen kann. Beigeordneter Dr. Seid überbrachte in Stellvertretung des beurlaubten Oberbürgermeisters die besten Wünsche der Stadt­verwaltung. Dr. D i l l m a n n s - Dresden als Vertreter des Wirtschaftsverbandes deutscher Studenten sprach dessen hohe Wertschätzung der hiesigen Hilfsarbeit aus und teilte mit, daß der Wirtschaftsverband der Gdehener Studentenhilfe, die ihn bisher nicht allzu sehr in Anspruch ge­nommen hat, aus Anlaß dieser Feier 5000 Gold­mark spende. Ministerialdivrktor Llrstadt über­brachte mit den besten Wünschen der Staats­regierung zugleich die Versicherung, daß diese das Hilfswerk immer gerne fördern werde, Frau Prof. Kramer sprach namens der Frauenvereine und des Alicevereins herzliche Worte, ebenso ein Fa­brikant aus dem besetzten (Gebiet, der die große Bedeutung dieses Hilfswerges auch für das be­setzte Gebiet unterstrich. Ein geselliges Zu­sammensein im Garten mit allerlei unterhalt­samen Darbietungen bildete den schönen Aus klang der Einweihungsfeier.

Ho chschulnach richten.

][ Marburg, 13. Juli. 'Bei der im Senat­saal der Llniversität stattgehabten Rektoren­wahl wurde dec ordentliche'Professor der Theo­logie, Llniversitätsprediger Konsistorialrat D. Karl Dornhäuser für das Anvtsjahr 1924/25 ge­wählt.

Der Alte aus Topper.

Roman von Hanns »oar Zvbeltitz.

15. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Dem Vater hatte sie eine* Boten nach dem Vorwerk nachgeschickt. Es wcilhrte eine Stunde oder darüber, ehe er heimkam. mit dem Kaspar an der Hand. Sie waren sehr gelaufen, atmeten schwer, der Alte und der (junge.

Egid sah schon wieder vor der Tür in der Sonne. Wollte dem Vetter berichten. Doch der winkte nur mit der Hand. Sprach auch kein Wort, als er ins Gemach der Tochter trat, wo sie am Bette >, neben sich einen ZuSbec mit Wasser, um die Llmschläge, die sie in Lhrer Herzensnvt selber verordnet, immer wieder erneuern zu können.

Er nahm nun ihren Platz en», immer schwei­gend, und sie fühlte, daß er allein sein wollte mit dem Sohne.

Lange, lange sah er La, strich dann und wann über des Blessierten glühende Stirn, streichelte sanft die heißen Hände, die daS Fieber rastlos

Keine Träne hatte der Väter in seinem Schmerz. Aber neben dem Schwerz bohrte eine ingrimmige Wut in ihm: daS war nun der zweite S-ohn, den ihm der Krieg nahm. Den er als Dlutsvld dem König zahlen mußte! Sollte, wollte beim das fein Ende nehmen? Die Wut frah in ihm: auf den männermordenden Krieg, auf die Feinde, auf die tückische Kugel, acf .. ja . . . auf des Königs Majestät! Eine Wut, daß er mit den Zähnen knirschte.

3n jeder Schlacht, für reden Sieg waren Lausende gefallen. Lind meine Kinder, meine Söhne: Erst dec Aelteste ... um Len die Beate weinte, dessen Sohn ausgewachsen ist. ohne bm

Wirtschaft.

Der Automobilschmuggel durch das Loch im Westen.

Dec Kampf der deutschen Zollgrenzbehörden gegen den bei den augenblicklichen Verhältnissen im besetzten Gebiet in hoher Blüte stehenden Schmuggel ausländischer Automo­bile und Motorräder in das unbe­setzte Gebiet wird mit allen Mitteln und an­scheinend erfolgreich durchgeführt. Dor einiger Zeit fand in Berlin ganz unerwartet eine Automobil­razzia auf der Avus statt, bei der die Rummern zahlreicher, anscheinend geschmuggelter Automoblle und Motorräder ausländischen Ursprungs notiert wurden. Runmehr liegt ein vorläufiges Ergebnis der im Anschluß daran vorgenommenen Prüfun­gen der Einfuhrpapiere und sonstigen Verkaufs­urkunden der betreffenden Maschinen vor. Danach hat die Razzia für den Staat einen ganz ansehn­lichen Erfolg gebracht, weil eine ganze Reihe von Motorrädern und mehrere große Automobile we­gen unerlaubter Einfuhr b^w. Zollhinterziehung als dem Staat verfallen erklärt worden sind. Am vergangenen Mittwoch abend wurde die Aktion fortgesetzt und abermals die die Avus passieren­den Automobile einer Kontrolle durch Beamte des Zollgrenzkommissariats Berlin-Brandenburg unterzogen, wobei wiederum mehrere ausländische Maschinen als verdächtig festgestellt wurden. 3m allgemeinen scheint es sich dabei aber um solche Autobesiher zu handeln, die ihre Automoblle oder Fahrräder in gutem Glauben an die Ordnungs­mäßigkeit der Papiere von Händlern oder aus dritter Hand erworben haben. Diejenigen Kreise dagegen, die direkt an dem Automobilschmuggel über das besetzte Gebiet beteiligt sind, scheinen durch das scharfe Vorgehen der Zollbehörden be­reits gewarnt zu sein. Verschiedene dieser ver­dächtigen Automobilhändler, die größtenteils in Paris oder Brüssel ansässig sind und ihre Schmug­gelgeschäfte in Köln oder Frankfurt abschliehen, haben bereits das Weite gesucht, nachdem sie merk­ten, daß ihnen die deutschen Behörden auf Grund der fortgesetzten Kontrollen und der Verhöre der Besitzer ausländischer Maschinen auf der Spur waren. Diese Razzien der Grenzzollbehörden wer­den übrigeris auch in den Tellen Deutschlands, wo sich immer die Gelegenheit dazu bietet, durch­geführt, außerdem werden auch im Straßendienst Beamte der Grenzzollkommissariate mit der Lieber- wachung ausländischer Automobile betraut.

Damit kommt die Regierung einer dringenden Forderung der deutschen Autvmobllindustrie ent­gegen, die durch den Schmuggel französischer und belgischer Autoschieber ungeheuer geschädigt wird. Während die Desatzungsorgane durch hohe Zölle auf die Einfuhr beutfdjer Motorfahrzeuge in das besetzte Gebiet der deutschen Industrie ein großes und kaufkräftiges Absatzgebiet völlig geraubt ha­ben, machen sich andererseits französische und bel­gische Schleichhändler den Llmstand sehr zunutze, daß Deutschland aus politischen Gründen nicht an die Errichtung einer besonderen Zollgrenze gegen das Rheinland denken kann. Belgische und fran­zösische Fabrikate werden so steuerfrei durch das besetzte Gebiet nach Deutschland geschmuggelt zum Schaden nicht nur der deutschen Industrie, fonoern auch des Reiches, dem der Einfuhrzoll entgeht. Die ganze Angelegenheit zeigt, wie berechtigt die deutsche Forderung nach Schließung desLochs Im Westen" ist.

Kurzarbeit bei Krupp. Infolge mangelnder Aufträge und Zurückziehung laufen­der Aufträge sieht sich die Firma Krupp ge­zwungen. in einer Anzahl von Betrieben Kurz­arbeit einzufühien und etwa 5 Proz. der ge­samten Belegschaft zu kündigen.

Fremdkohle ins Ruhrgebiet. Im Monat Juni wurden 8559 Tonnen ausländischer Kohle über Duisburg-Ruhrort angefahren.

* Phönix A. G. für Bergbau und Hüttenbelrieb, Düsseldorf. Die Gesell­schaft legt nunmehr ihre Papiermarkbilanz per 30. Juni 1923 vor, die einen Gewinn von 14,5 Milliarden Papiecmark ausweist. Eine Dividende wird bekanntlich nicht verteilt. Der Höhepunkt der Produktion ist 1918 erreicht worden. Der Ruhr­einbruch hat jede Entwicklung gehemmt. Auf dem Werk Höcder (unbesetzt) konnte die Produktion gesteigert werden. Die Gesellschaft bietet für die noch umlaufenden 4r/2pvozentigen Teilschuldver- schceibungen von 1919 eine Vergütung von 42 Gvld- mark Pro nom. 1000 Mk. Es wird darauf aufmerk­sam gemacht, daß seinerzeit die Gesellschaft nur i/d des eingezahlten Wertes erhalten habe (3n- flation). Das Angebot wird bis zum 31. August aufrechterhalten.

* Ein Schweizer Konzern in Pom­mern. Ein Schweizer Konzern hat die Aus­beutung der umfangreichen Torflager tn der llm- gegenb von Loitz in Pommern übernommen und beabsichtigt, ein Torsbcikettwerk zu errichten. 3n der Schweiz zum ersten Male patentierte Ma­

schinen sind bereits an Ort und Stelle einge­troffen und haben die Arbett begonnen.

Turnen, Sport und SpteL

Karl Reuter vom Turnverein von 1846 Ehren­sieger im Zwölfkampf und 1. Sieger im Neun- kämpf.

Bei dem gestrigen Gauturnfest in Bieden­kopf errang Turner Karl Reuter im Zwölfkampf den Ehrensieg (30 Punkte Vorsprung gegenüber dem ersten Sieger), ferner errang er den 1. Sieg im Reunkampf. Man beachte die heutige Anzeige.

Der Große Preis von Berlin.

Berlin, 14. Juli. Beim gestrigen Pferde­rennen um den Großen Preis von Der- l i n auf der Grunewaldrennbahn (70 000 Mk. über eine Strecke von 2400 Meter) siegte der den Herren A. und C. von Weinberg gehörige vierjährige HengstAugias", der das Rennen auch schon im Vorjahre gewonnen hatte. Der dies­jährige DerbysiegerAnmarsch" wurde fünfter.

Die tägliche Turnstunde in Bayern.

Der bayerische Landesbeirat für Leibesübun­gen hat auf Antrag von Dr. Müller- Mei­ningen einstimmig die Einführung der täglichen Llebungsstunde in allen Schulen gefordert mit dem Hinzufügen, daß für die Liebergangszeit sofort an einer Schule jeder Schulgattung die tägliche Turn­stunde eingeführt werden müsse . Ferner fordert der Beirat die Vorlage einer Teilnahmebescheini­gung an körperlichen .Hebungen bei allen Hoch- schulprüfungen und Ermäßigung der Turn-,Sport- und Wanderfahrten auf den vierten Teil des ge­wöhnlichen Fahrpreises.

I Das Freiringe«

ist von der Deutschen Turnerschaft auf Grund der Vorschläge der Kreisturnwarte in den Llebungs- betrieb be3 Iugendt urnens eingesührt wor­den. Es soll das Ringen in der Deutschen Turner­schaft neu beleben und volkstümlich gestalten. Ein Ausschuß von Fachleuten wird längere Zeit die Entwicklung des Freiringens verfolgen, die Er­fahrungen bei Wettkämpfen prüfen und dann evtl, neue Bestimmungen Vorschlägen. Gegenüber dem sog. griechisch-römischen Ringkamps gestattet das Freiringen wie das altdeutsche, schweizerische, öster­reichische und amerikanische Ringen alle, mit Aus­nahme der schmerzhaften Griffe. Es ist also ein natürliches Ringen gegenüber der rein sportlichen Kunstform.

Vermischtes.

Don Sve- uud anderen Giftschlangen.

DieSeeschlange", die in den (Sommermonaten so gern in den Spalten unserer Zeitungen auf» taucht, ist ein recht harmloses Tier, und auch die ungeheuren Monstra, von denen immer wieder in diesem Zusammenhang berichtet wird, haben nie viel Schaden angerichtet. Desto gefährlicher aber ist die wirkliche Seeschlange, die die tropischen Meere bevölkert. Bon diesem noch wenig er­forschten Reptil erzählt D. Haldy in einem den Giftschlangen gewidmeten Aufsatz derBergstadt". Die in ihrer Gestalt an Aale oder Moränen ge­mahnenden Seeschlangen sind höchst giftig, und da­her ist die Furcht vor ihnen nur allzu berechtigt. Ihre Größe schwankt zwischen 12 Mtr.; sie find meist lebhaft gefärbt, schwimmen vortrefflich, find geschickt und beweglich, sehr bissig und jähzornig. Man trifft sie in großen Mengen vereinigt, und dann bringt jeder Fischzug eine Anzahl dieser un­heimlichen Meeresbewohnec herauf, die aber außerhalb ihres Elementes sehr bald absterben. 3m allgemeinen find die Giftschlangen in der großen Familie der Schlangen glücklicherweise in der Minderzahl. Bon den etwa,1800 Schlangen­arten, die wir fermen, sind nur em Sechstel giftig. Diese gefährlichen Reptilien sind sehr verschieden auf die einzelnen Länder verteilt. In Australien z. D. kommen auf eine ungiftige Act zwei giftige, während bei uns die Giftschlangen fast überhaupt nicht vorkommen. Bei unserer einzigen einheimi­schen Giftschlange, der Kieuzottec, wird die töd­liche Wirkung des Bisses stack bezweifelt: aber es steht doch fest, daß der Biß öfter erhebliche ge­sundheitliche Rachteile mit sich bringt. Llebechaupt ist man sich über den Grad der Gefährlichkeit bei den einzelnen Acten nicht einig. Die persönliche Empfänglichkeit des einzelnen Menschen spielt da­bei eine Rolle, ebenso der Llmstand, ob dleSchlange kurz vorher ihre Giftdrüsen entleert hat ober nicht. Zweifellos gehört zu den alleischlimmsten Gift­schlangen die Brillenschlange, dec in 3nbien die meisten an Schlangenbissen sterbenden Menschen zum Opfer fallen. Jährlich werden In 3ndien für V2 Million abgelieferter Drillenschlangenköpfe Prämien gezahlt, und doch sollen noch jährlich 20 000 Opfer ihr erliegen. In den meisten Fällen greifen die Giftschlangen nicht an, und gerade die lebhafteren Arten sind verhältnismäßig harmlos,

da ste schnell vor dem Menschen flüchten.

schlimmer sind die trägen Arten, die ruhig liegen bleiben und tn dem Augenblick, ty> sich ihnen der Fuß bedrohlich nckyert, mit raschem Biß zufahren. So find z. B. die ungemein giftigen Draunschlan- gen und Schwaczschlangen in Australien wegen ihrer Lebendigkeit weniger gefürchtet, alS die zwar nicht so giftige, aber furchtbar faule Todesotter. Die amerikanische Klapperschlange ist im allge^ meinen zum Beißen viel zu träge, aber sie springt bisweilen den Menschen auf erhebliche Entfernun­gen unter wütendem Zischen an. Bequemer machen es sich die Speischlangen, die einen Strahl mehr oder weniger starken Giftes ausschleudern, aber nicht viel Schaden an richten, solange das Auge nicht getroffen wird.

Brichertisch.

Ausgerechnet der Humor, Lebenselixier an sich, der Freudenbringer und Glückspender in allen Lebenslagen, offenbart sich nur den wenigsten Menschen ohne die nachhelfende Drille produzierender Humoristen, die ihren Zeit­genossen die Augen öffnen für das Komische in ihren Tagen und die Heiterkeit in ihrem Leben. Diese Brille aber soll sich jeder verschaffen, der gewappnet sein will und mutz gegen trübe Stim­mungen und graue (Stunden besonders, wenn sie ihm so leicht, so billig und s) angenehm ge­boten wird, wie durch die Lektüre der Meggen- dorfer Blätter. Die zaubern ihren Lesern jede Woche eine Fülle heiterer und lustiger Situatio­nen vor Augen in Wort und Bild, in Reim und Prosa, mit Humoresken, Anekd)ten, Gedich­ten und witzigen Anmerkungen zum täglichen Le­ben. Da die Meggendorfer-Dlätter unpolitisch sind, dienen sie nur der Erheiterung, ohne irgend­einen Leser durch Stellungnahme zu den politischen Lagesfragen ja auch nur mit einem Wort za verletzen!

DonDeutschlands Erneuerung", der nationalen Monatsschrift (I. F. Lehmanns Verlag, München: Einzelheft 1.10 Mk.) ist das Iuliheft erschienen. Angesichts des Matteotti- Skandales dürfte es aus dem Inhalt besonders interessieren, daß Adolf Dresler überDie letzten 8 Monate Faschistenherrschaft in Italien" genaue Angaben macht. Hans von Liebig schreibt über dieDerschweizerung Deutschlands". Ein ganz neues Gebiet eröffnet Dr. Ludw. Ferd. Clauß mit seiner Betrachtung überRocdischeGlaubensgestal- timg, die für die religiöse Bewegung unserer Tage sicher viel Befruchtendes bringen wird.

Das Sommerheft des Pipec-Doten für Kunst und Literatur wird soeben vom Verlag R. Piper & Co. in München versandt. Gustav Wolf, der Verfasser der bekannten billigen Bände überDie schone deutsche Stadt" und Das norddeutsche Dorf", plaudert in dem Heft von Reisebildung und Büchern. Mitten in die rechte Wanderstimmung führt uns des Kompo­nisten Armin Knabs BeitragRund um Rothenburg". Der Münchner Baumeister Theo­dor Fischer steuert ein Gespräch über die Baukunst bei. IuliusDaum, einer der besten Kenner deutscher Plastik, erörtert den Wert der Museen. Aus dem Tagebuch des großen Indo­logen Karl EugenReurnann werden einige stimmungsvolle Seiten über indische Reiseeindrücke veröffentlicht ufto. Die Bildbeigaben zeigen Baukunst, Plastik, Landschaft aus Bamberg, Straßburg, Chocin, Rothenburg, Tirol und der Lüneburger Heide.

Die Zahl der Jugendlichen tn\ Reichstag, nämlich die Abgeordneten unter 30 Jahren, hat sich, wie wir dem soeben erschie­nenenKürschners Deutscher Reichs­tag 1 9 2 4 (Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9, Preis 1 Mk.) entnehmen, erheblich vermehrt. Während der vorige Reichstag nur 4, die ver­fassunggebende Rationalversammlung gar nur 3 Mitglieder zwischen 25 und 30 Jahren aufwies, zählt der neugewählte Reichstag 14, vielleicht so­gar noch mehr, denn eine Anzahl Kommunisten hat es abgelehnt, Daten über ihr Leben zu geben. Aber gerade sie haben die meisten Jugendlichen in ihren Reihen. Acht von ihnen sind unter 30 Jahren. Sonst haben nur die Deutschnationalen 3, die Rationalsozialisten 2 und eine kleinere Par­tei ein jugendliches Mitglied unter sich. Zwischen 70 und 80 Jahren zählen 14 Mitglieder, darunter 5 Sozialdemokraten, 4 Zentrumsleute, 2 Angehö­rige der Deutschen Volkspartei, 1 RationolsoEiallst, 1 Deutschnationaler und 1 Kommunist.

Kreax-Drog. August Noll, P. J. IRÖbe, Drog. Georg ________Wellental», Drog. 0. WlaterhoH. 4146a ÜPiinkQoin? Npinl Geg.Blasewu.Nierenleid.,selbstSteln, Hl ÖUildulu. ttblll. hilft best. KarlssprudelBiskirchenl4

Vater zu kennen! Jetzt hier der andere . . , siech. . . hoffnungslos . . .

Lange, lange saß er so. Sah auf den Chri­stian, auf die fieberglänzenden Augen, auf die rastlos hastenden Hände, horchte auf das Schmer­zensstöhnen, griff in den Zuber, legte neue Lein­wand auf die zerschmetterte Schulter, starrte die Wände an, knirschte wieder mit den Zähnen

Dann pochte es leise an die Tür. Er ging zu öffnen. Beate stand im Flur. Und der Pastor.

Ehrenpüttner wollte ein paar gute Worte sagen. Aber der Gestrenge winkte ab.Gehet nur hinein I" sagte er, und es klang eigen tonlos und mürrisch.Hast du nach Sternberg geschickt zum Medikus, Beate?"

Gleich, Herr Vater."

Der Darsatius ist zwar ein Esel. Aber was hilft's"

Herr Vater, drüben ist der Tisch gedeckt.'

Laß nur

So ging er hinaus in den Garten, ohne Mühe, und ging dort, wohl eine Stunde oder länger, immer im Kreise herum zwischen den Blumenbeeten. In tiefen Gedanken. Dis er mit einem Male merkte, daß eS dämmerte.

Da holte er sich Mütze und Stock aus dem Hause und schritt langsam hinüber nach dem Leutehof. Den jungen Maczanke hatten sie ins Bett gepackt: bis an den Hals lag er in den schweren Federn und schwitzte. Vater und Mut­ter hockten neben ihm. An dem Herde brannte der Kienspan.

Als aber der Gestrenge in die Stube trat, die so niedrig war, daß er sich bücken mußte, wollte der Musketier sich aus richten. Sah auch ganz kregel aus und hatte noch Leinöl um den on-Lnd. ES roch nach gebratenen ©rbtoffeln.

Muh doch nach dir sehen. So . . . ja . . . geht mal 'raus. Ich will mit dem Gottlieb svrechen.

Sie gingen. Der Gestrenge stellte sich breit­beinig vor das Bett.Also wie war's?" fragte er kurz. Wollte langes und breites erzählen, der Gottlieb Marzanke, von der Fahrt durch die Wälder und wie sie den Moskowitern ent­kommen. Aber der Gestrenge schnitt ihm den Faden entzwei:Von der Schlacht sollst du er­zählen, mein Sohn. Ab ovo wollt sagen, wie ihr hineingekommen und was sich alles zuge­tragen, bis der Stabskapitän verwundet. Alles, haarklein. Hast du verstanden?"

Der Gottlieb wischte sich mit der Zungen­spitze den letzten Rest Leinöl aus den Mund­winkeln und begann breit und lang zu berichten, nach seiner Art, wie sie vom Lager aus auf das Schlachtfeld marschiert und am Morgen gelegen und gewartet, immer schon im Kanonenfeuer, und daß sie trotzdem guter Dinge und recht sieges­sicher gewesen. Grad auch der Herr Stabskapltän. Der hätte gelacht vor der Front.Bursche, heut gibt's einen schönen Tanz, und morgen zahlt euch der König ein Extradouceur, und ihr kriegt feines Quartier in Frankfurt. Ihr wißt doch, in Frankfurt fjat8 schöne Mädels!" Ja . . . und dann sei der Tanz losgegangen . . .

Weiter>" drängte der Gestrenge, stellt das Rohr in die Ecke und sitzt plötzlich da, wo vor­hin der Vater gesessen.

Zu Befehl, gnädiger Herr. Also zuerst ging alles ganz gut Wir sind vorwärts gekommen, schnurgerade wie auf dem Exerzierplatz, und unsere Pelotons haben gefeuert, daß es nur so eine Act war. Hatten freilich schon arge Lücken, schlos­sen aber immer gleich rechts und links zusammen. Balde ist der Oberst von Steinwehr von einer

Kanonenkugel niedergerissen worden, hat noch einmal gerufen: .Seid brav, Bursche!' Darauf ist der Major von Ingersleben, so das Kom­mando übernommen, schwer blessiert worden, daß sie ihn forttragen mußten, und nicht lange da­rauf der Herr Kapitän von Thadden und der Herr Premierleutnant von Aschersleben. Viele andere von den Herrn Offiziers auch, ich nenn nur, waS ich selber gesehn mit eigenen Augen. ES hieß aber immer: Vorwärts VorwärtsI Einen großen Bergrunter, einen Berg 'raus, und da schossen sie mit Kartätschen auf anS. Hieß aber immer wieder: Rechts heran! Vor­wärts, Bursche! und der Herr Stabskapitän schwenkte den Degen. Drauf, Bursche! Drauf! Ja . . . und mit einem Male waren wir oben, und da dachten wir schonst, jetzt haben wir ge­wonnen. Rärnlich, die Russen zogen in wilden Haufen ab. Wir verschnauften also ein weniges. Hatten noch einen Schluck in der Flasche, der tat gut. Schwitzten ja durch die ganze Montierung durch, und der Staub und der Pulverdampf

Weiter, Gottlieb!"

Zu Befehl, gnädiger Herr. Also wie wir da dachten, jetzo ist's am End, und der König könnt' Viktoria schießen lassen, da kamen sie mitnem Mal über uns. Ganze Bataillons, von vorn und von der Seite, brüllten wie die Wilden ... ja . . . und der Herr Stabskapitän sprang vor, hatte die Fahne in der Hand, schrie: , Feststehen, Bursche! FeuernI' Darauf ging alles drunter und drüber, mit Erlaubnis zu vermelden. Ich seh' noch im Pulverrauch den Herrn Stabskapitän, und dann fiel er hin, wie ein Daum, find da kriegt' ich auch die Kugel, hier, im linken Arm. Ist aber nicht arg schlimm, nur ins Fleisch . .

(Fortsetzung folgt)

Ms

i&s uS20 ®° sfes

k Lstsstclle 51- ÄS 'SSfi.

Sie mit Sp-mm- Ä Eil der Lage Ma'

Liberalen Al.gu' Mcdonald nichts die Debatteredner, n Einstellung -rank Dünsche dem engl' »ersucht, um nut die Uen senM UM der KonseMtive D nugtwma. 'Mageltz nur die ^des

lungnahme H *01 unter Berücksichtig' deutschlandseiMiche dieser Partei bemer führlichen Bericht endgültig den W Der Londoner Schi

Der Si

London, 14 butte über den D sprach zunächst

Me Tribi l'W lei so

fr die innere Laar ^SHerriotund fr Tätigkeit ber

6er Mcdonald b seren; in dieser toetbe. Der deröss gezeigt, dah zwc Regierung deutlich seien, nämlich

1. das) der Dersailler *1

2. das; die 2! ob ein offenfund einer <inben f&eparationöi tutöetr muffe.

Mitch gab ft druck, ob die britis die Starte der srar derÄverlehlichkei tot Die Pakte i Einigten Staaten frM tvärtn vers Maten auf keinen 1 kleben. 5 ran fr behalten, was i J Mne Verluste i »er feine Sicher! Wer Vertrag. Ai *e Bürgschaft Emission, m Wit habe. Ess fr6 4ii erinnern, E Gerechtigkeit t

Macdonald

,. Eal au fort und ^Dvrschiag lm amerikanische

? kennen.

x Lage habe eine

e Mit gleich»,

i.,"1.1 ihdu Ai Su 9 s fehl sol jib* bemerk«^ "°chr°n^.

| des iffe .Bef«6te

Kbr Ab» feÄ1 \ »Ä, di«?

: di

vöin9un. Mo