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'■Äon, aber ihr Wesen war nicht daS der Mutter. u.no die Tochter stand fremb, tote aus einem ankeren (Bett, zwischen ihnen.
^>eT Arameister auS dem Wagen stieg, wat Agnes Dantiger aus der Dorhalle des Hauses. Gräne Linoenschatten rannen über ihre rotitcpe Haarkrone und schlugen goldene Funken mrs den straff um die Stirn gewundenen Flechten. Jn ihrem weihen schmalen Gesicht lebte kein kacheln. Dur die gespannten Brauen und der 9^k>rehte Mund verrieten, dah sie auf die Heimkehr des Vaters gewartet hatte- Eine verhaltene Frage brannte in den dunklen Augen, die sich unter schönen, schwarzgesäumten ßiöern verbar» 9€n- ®in einziger voller Aufschlag lieh die Sterne goldbraun aufglänzen, dann tauchten sie wieder m den Schatten der gebogenen Wimpern. Stumm stützte sich das Mädchen auf das schwergefchmie- dete Geländer und wartete auf die Anrede des Vaters.
Er war gewohnt, stumm empfangen zu werden, wuhte, dah sie ihm nicht entgegenflog, dah sie schon als Kind nicht den Mund geöffnet hatte, um ihn zu begrüben, und erstieg langsam, jeden Schritt auskostend, die breitausladende Treppe. Erst als er dicht vor ihr stand, müde von zweitägigen Verhandlungen und zwei durchwachten Dächten, aber den Kopf voll aufpeitschender Ent- würfe, holte er Atem und grüble sie mit den Worten:
„SS ist in Ordnung. Och hab' sie gezwungen!"
Ein Lächeln löste den strengen Mund und das Gesicht ward das eines fröhlichen Mädchens aber dann schürzten sich plötzlich ihre Brauen und es klang beinahe wie bebauernb und ein |
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Dabertshausen, den 12. Mai 1924.
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2. Fortsetzung.
(Dachdruck verboten.)
Die Vantiger.
Roman von Hermann Stegemann.
Als seine Frau gestorben war, hatte ihm der A^t gesagt, dah sie trotz ihrer Körperfchwäche Hätte leben können, wenn sie sich nicht in dem feuchten, dumpfen Herrenhaus mir fernen hallenden Korridoren, seinen hohen un;L k/nslgen Fenstern eingesponnen batte. Aber Gottfried Dantiger horte keinen Vorwurf aus diesen Worten. Er hatte den alten Ith von dem letzten, fern im Ausland lebenden vprotz der Freiherren von Runs vor dreiund- öivrrmstg Hahren um einen Batzen gekauft, und sein Werb war gern mit seinen zwei Buben hinein- gezogen. Sie hatte sich darin wohl gesuhlt, bis die Geburt des dritten Kindes ihr zum Siechtum geworden war. Das Kind gedieh und zählte heute einundzwanzig Jahre, die Mutter aber neigte sich dem Grave zu und lag nun schon fünf vhuyro am Hang des Schlohbergs auf dem alten Kapellenfriedhof im roten Steingrund begraben ©te hatte keinen Teil seines Wesens besessen, war gekommen und gegangen und hatte ihm nichts gegeben, nichts genommen. Er zählte weder die Mrtgift noch die Kinder als von ihr empfangen.
Sein war alles von Anbeginn. So wollte eS seine unbekümmert schaltende Datur.
Er war Mann, war Eroberer in allem, was er tat und dachte, sie war zu schwach, zu wenig Werb gewesen, um ihn au fesseln und zu halten. Dichts war von ihr auf die Kinder übergegangen frte nöhne trugen zwar das dunkle Haar der
tomtg geringschätzig, als ste ihm die Hände gterch- fam abwehrend entgegenstreckte und die kurze Fvage Hervorst ich: 0
»Gezwungen? Alle?"
lachte Gottfried Dantiger laut auf, er- griff öie schlanken Handgelenke und zog dös Mädchen an sich, indem er sagte:
„Vetn, nichi alle, aber die grobe Mehrheit, und das genügt I Hätte der Scharf von Schar- fenegg nicht feinen Kopf aufgesetzt und die von Eggstetten und Gehringen mit sich gezogen, um die Zerschneidung ihrer Feldmarken zu verhindern und die (Strafte in die sumpfigen Gründe der Leberau zu verweisen und dadurch den Kostenvoranschlag umzustürzen, so wäre kaum eine einzige Stimme dagegen gefallen."
»Aber das war doch sein Aecht," trotzte Agnes, als stünde sie auf der anderen Seite und entzog sich dem Griff des Vaters.
»Dechtl Der Teufel hol sein Dechtl" brauste Dantiger auf, „mein Recht ist stärker, denn es lauft mit dem allgemeinen Vorteil."
Die letzten Worte warf er schon über die Schulter, als er in den hallenden Flur trat, der baö Haus von der Vortreppe bis zur Dergseite durchzog und erst hart an der Felswand von der Stützmauer des alten Steinwürfels auf gefangen wurde.
Agnes blickte ihm nach, ohne sich vom Fleck zu rühren. Ihre Lippen ruhten wieder fest aufeinander.
Er wandte sich nach ihr um und sah sie in grünlichem Daumschatten, vom dunklen Türrahmen umfangen, wie ein Bild vor sich stehen. Bronze- töne funtelten im Haar, nachtschwarz, von einem
Goldfunken erhellt schienen die Augen, hart«, kantet trotzte das starke Kinn. Unruhiger Atem bewegte die lose gegürteten Brüste. Und wiedevum erfaftte ihn das eigentümliche Gefühl, das ihn seit einiger Zeit mit seltsamen Ahnungen überfiel, wiedeimm war ihm, als stände sie ihm abwehrend, feindlich, mcht wie seine eigene Tochter, sondern als ern fremdes Weib gegenüber. Aber er er- flickte diese Anwandlung, umfaftte ihre Gestalt mit streichelnden, eifersüchtigen Blicken, fühlte sich als der Vater, der Herr über das Schicksal dieses starken, fremden Geschöpfes und rief:
„Komm mit mir, ich brauch dich zur Dieder- schrift, sonst laufen mir die Gedanken schneller als die Feder. Wir wollen aus der Strafte eine Eisenbahn machen. Ich will ihnen eine neue Ader einspannen, die von Runs bis zum Bodensee schlägtl Komm und hilf!"
Da löste sich der starre feindliche 3itg ihres .'fnö’?nb auf einmal war sie wieder die rasch zufahrende, von der herrischen Art des Vater- unwiderstehlich ungezogene Magd.
„Ich komme!" rief sie und flog hinter ihn drein, erreichte ihn vor der Tür des graften Arbeitszimmers, das den halben Unterstock füllte und warf sich ihm wild an die Brust.
„Ich hab' dich ja noch gar nicht begrübt ‘ flüsterte sie aufter Atem und drückte die Wanäe an seine Brust.
.... »Gus," antwortete er zärtlich, ihr den ver- stummelten Damen gebend, den sie sich als Kind selbst beigelegt hatte. Seine Lippen lagen auf iftvenx lose gesteckten Haar, und er preftte sie einen Augenblick fest an sich.
(Fortsetzung folgt.)


