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.Verve, vay sicht «och weitere Zerklüf­tungen deS deutschen Volkes herbeigo- führt würden.

Die Deutsche Dolkspartei.

Berlin, 13. März. (WTB.) Der Partei­dorstand der Deutschen Dolkspartei hat zu den Veröffentlichungen über die Gründung einer natio­nalen Vereinigung der Deutschen Volkspartei Stellung genommen. Der Parteivorstand ist ein­mütig der Auffassung, daß es keiner Vereinigung von Parteimitgliedern bedarf, um in nationaler, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht an den Grundsätzen der alten Rationalliberalen Partei, wie sie dem Programm der Deutschen Voltsparter von 1919 zugrunde gelegt sind, fest^uhalten, da dieses Festhalten den Grundsätzen der G e s a m t ° Partei entspricht.

In der Deutschen Dolkspartei gibt e« kein« Richtung, die andere als straffe nationale Ten­denzen vertritt, oder die einer anttmarxistischen Politik eutgegeuwirken wollte.

Der Beschluß der Reichstagsfraktion vom 12. Ian. 1924 ist einstimmig gefaßt worden und die preußische Landtagsfrattion ist diesem Beschluß beigetveten, so daß über die grundsätzliche Ein- stcliung der Deutschen Dolkspartei In der For­derung der Zusammenfassung aller ftaatsbejahenden bürgerlichen Par­teien kein Zweifel bestehen kann. Der Partei­vorstand erachtet es als selbstverständliches Recht aller Parteimitglieder, für ihre Anschauungen innerhalb der Partei ihren ganzen Einfluß einzu­setzen, wie dies auch bisher geschehen ist. Erne Sonderorganisation innerhalb der Partei ist aber

für jede Partei unmöglich und untragbar, da sie die Geschlossenheit und damit den Erfolg ihrer politischen Arbeit gefährdet. Der Partei­vorstand weiß sich mit dieser Auffassung hn Ein­verständnis mit den Parteifreunden hn Lande.

Wie derDerl. Ookalanz." mitteilt, soll d!e Gründung der nativnalliberalen Bereinigung nach erneuten Erklärungen der an der Gründung be­teiligten Abgeordneten nicht zu einer Spal­tung der Partei führen. Eine Besprech­ung, die gestern zwischen den Führern der Sonder­aktion und dem Parteiführer Dr. Stresemann stattgefunden hat, habe ergeben, daß eine Einig­ung zwischen der neuen Gruppe und der übrigen Partei nicht als ausgeschlossen angesehen werden mufr. Das letzte Wort in der Angelegenheit werde der für Ende März nach Hannover ein­berufene Parteitag sprechen.

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Don der Landesgeschäftsstelle Darmstadt der Deutschen Dolkspartei wirb mitgeteill, daß der hessische Reichstagsabgeordnete Dr. Becker der neuen Dereinigung nicht angehört.

Staat und Wirtschaft.

Berlin, 13. März. (Wolff.) Unter starker Beteiligung von Vertretern aus all«! Kreisen der Wirtschaft begannen die Beratungen der 4 3. Vollversammlung des Deutschen In­dustrie- und Handelstages. Rach kurzen Degrühungswvrten des Präsidenten erklärte Reichskanzler Dr. Marx: In keiner Epoche deutscher Geschichte ist das Zusammen­gehen von Staat upd Wirtschaft so notwendig gewesen wie heute. Gilt es doch, nach Jahren schwerster Erschütterung aller Grundlagen nationaler Wohlfahrt den unter Mühen und Gtt- behrungen endlich, wiedererrungenen Boden sta­biler Wirtschafisverhältnisse wieder zu festigen imd zu erweitern, um dadurch, tragfähige und dauerhafte Grundlagen für die Genesung der Wirtschaft und damtt der Ration überhaupt zu schaffen. Don feiten der Staatssinanzen (Mein kann eine Wiedergesundung des Wttck- schaftstebens nicht herbeigeführt werden. Auch die Wirtschaft muß durch gesteigerte Pro­duktion und durch Rückkehr zu altbe­währten Grundsätzen der Wirt­schaftsführung das Ihrige zur Wiederkehr normaler Derhältntsse beitragen. Ich verkenne keineswegs die außerordentlichen Schwierigkeiten die einer Ausweitung der wirtschaftlichen Tätig­keit im Wege stehen. Eine geradezu uner- hörte Steuerlast hat die Regierung allen Kreisen der Bevölkerung ausbürden müssen.

Wenn jedoch infolge des Ausfalls von Steuer- eingangen die unter schwersten Bemühungen und Opfern zur Stabilität gebrachte Währung von neuem zum Absinkrn käme, so wäre das deutsch« Volk verloren.

Aber noch weitere schwere Opfer stehen uns be­vor. Ich meine die Opfer der Reparations- frage. Ein bitterer Kampf wird alsbald zu füh­ren sein um die Schaffung einer auch für die Dauer erträglichen Gxistenzmöglichleit für unser DolLWir

fflan

Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von HanS Dominik

46. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Mit einem Eurjpt Kopfnicken beantwortete er die achtungsvolle Verbeugung von Fox. Roch ehe dieser auf einem Seffel Platz genommen hatte, begann er die älnterhaltung.

n3d> habe Sie zu einer Unterredung gebeten, um Ihnen das mündlich zu sagen, waS Sie sich bei einiger Ueberlegung selbst hätte:: sagen können."

Er hielt einen Augenblick inne. Seme harten, grauen Augen sahen Fox durchdringend an.

^Daß ich meine Einwilligung zu einer Ver- bindung zwischen Ihnen und metr.ec Tochter Helen nicht gcb:n wrr^e."

For nickte leicht zustimmend.

Sehr wohl, Mr. Garvin. Ich habe darüber keinen Zweifel gehabt."

Garvins D auen zuckt m fragend empor.

Dann darf ich wohl fragen. Ws halb Sie sich meiner Tochter Helen in so unzarter Weise ge­nähert haben? Helen ist ein Kind. Sie haben eine schwere Schuld auf sich geladen, als sie Helens Dankbarkeit für die Errettung aus dem Schneesiurz in einer Weise ... in einer Weise ausnutzten, di; den Seelenfrieden meines Kindes tief stören muß."

Wellington Fox s-blug behaglich ein Bein übet das andere und lehnte sich bequem in feinen Sessel zurück.

Ihr Dorwurf trifft mich nicht, Mr. Garvin. Zunächst ist Selen kein Kind mehr. Sie ist seit einem Jahr volljährig. Ihre Einwilligung zu

verfügen über kein solches Aebermah von Krafien, daß wir uns zu all dem Druck von außen her auch noch imInnerndurchsoziale Zwi­stigkeiten zersplittern und schwächen könnten. Wir brauchen auch den Frieden der Ar­beit, nicht den Scheinfrieden der älnterdrückung des einen durch den andern, soirdern jenen Frie­den, der aus verständnisvoller Zusammen­arbeit erwächst. Wenn wir zusammenstehen, darm dürfen wir getrost eine hellere Zukunft für unser geliebtes Vaterland erhoffen.

Reichswirlschaftsminister Hamm wies darauf hin, daß die Wir.schaft für die Wiederherstellung einer verständigen Ordnung der Zahlungsbilanz sorgen müsse, namentlich durch niedrige Preise. Der freie Wettbewerb, der für deutsche Waren int Auslände g ff ordert werde, muffe int Inland auch für ausländische Waren herrschen. Der Reichswirtschaftsminister betonce weiter, dre Rotwendigkeit der Derbes,erung der Technik.

Es sprach dann u. a. der Präsident der Han­delskammer Hamburg, F H. W i t t h o e f f t über die Entwicklung des deutschen Außenhandels. Er forderte den Abschluß weiterer Handelsver­träge auf der Grundlage unbedingter Meist­begünstigung und möglichster Erleichterung des Warenaustausches.

Das Garantickonsortinm der Go!d- diskontbank.

Berlin, 14. März. (Priv.-Tel.) Wie die Doss. Ztg." mitteilt, liefen in der Reichsbanä die Deitrittserllärungen sowohl der Berliner Bankiers als auch der Großbanken der Sr o v i n z zum Garantiekonsortium für die ktien der Golddiskontbank in solchem Umfange ein, daß die Unterbringung der einen Hälfte der Golddiskontbank-Aktien, für welche die deutsche Dankwelt in Betracht kommt, gesichert ist. Die Bankwelt wird die auf sie entfallenden 100 Millionen Goldmark zu pari übernehmen. Wie und wann die öffentliche Zeichnung stattfinden wird, steht noch nicht fest. Der Subskrip- t i o n s k u r s dürfte nur um einige Prozent über pari liegen. Die Golddiskontbankaktien werden an der Börse eingeführt werden.

PoincarL verteidigt den Franken.

P a r i s , 13. März. (WB.) Im Senat brachte der Finanzminister den von der Kammer ange­nommenen Gesetzentwurf ein, der die Befreiung der Schahbonds und der Bonds der Rationalen Derteidigung von der Einkommensteuer vorsieht. Senator B 6r a n g e r erklärt, der Finanzausschuß habe geglaubt, Der Regierung n i ch t d i e Macht­befugnisse zubilligen zu sollen, die sie ver­langt habe und zwar aus Respekt vor der republi­kanischen Derfaffung. Ohne irgend eine Derant- wcrtlichkeit für den Ursprung der Krisis zu über­nehmen, habe der Finanzausschuß den Wünschen der Regierung nach Beschleunigung der Beratung nachgegeben. Während des Krieges und seit dem Kriege habe der Senat stets die Maßnahmen der nationalen Derteidigung gebilligt. Heute sei es der Franken, der zum Einsätze für die Aktion geworden sei, die Frankreich gegen Deutschland zur Erlangung von Reparationszahlungen einge­leitet habe. Der Senat habe gegen eine An­leihepolitik protesttert. Die Regierung ver­lange heute 1 Milliarde Ersparnisse und 5 Mil­liarden neue Steuern, die dazu dienen sollten, den Wiederaufbau au sichern, und endlich komme die Regierung überdies dazu, das Anleiheshstem einzuschränken.

Wir können der Regierung nicht das Recht zu­erkennen, Gesetze zu mach-en, denn dazu ist das

Parlament da.

Wir Republikaner wünschen einer Derfaffung treu zu bleiben, die cs Frankreich gestattet hat, sich nach 18£0 wieder in Freiheit emporzuarbeiten und die cs dem Lande gestattet hat, die Krise von 1914 zu überwinden.

Man gibt der Regierung bie Waffe, die sie verlangt, aber im Grunde genommen handelt es sich um Derlegenheitsmaßnahnten, denen wir zustimmen sollen. Das Programm Frankreichs muß immer sein, Deutschland im Einverständ­nis mit den Alliierten zumZahlen zubrin­gen. Das erzielte Ergebnis ist, daß Frankreich verpflichtet ist, 7 Milliarden neuer Steuern zu zahlen. Deutschland muh den Zahlungsplan vom April 1921 au Zführen. Man muß also von Deutsch­land die jährliche Zahlung von 2 Milliarden Goldmark verlangen. Auf alle Falle muh der deutsche Steuerzahler, was die Zahlung von sechs Milliarden neuer Steuern anbetrifft, eines Tages an die Stelle des französischen Steuerzahlers treten. Die Franzosen haben seit dem Kriege eine riesenhafte Anstrengung gemacht. Sie haben das Recht, zu fordern, daß die neue steuerliche Anstrengung, die man jetzt von ihnen verlangt, nur provisorisch ist. I

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unserer Verbindung ist daher ohne Belang. Wenn Helens Ratur viel von de: Unbefangenheit und Fröhlichkeit eines Kindes bebalten hat. so sehe ich darin ein Geschenk Gottes für das ich ihm von ganzem Herzen dankba' bin ... aber Ih-e Einwilligung ... die brauche ich nicht, Mr. Garvin."

Cs schien einen Augenblick, als wolle Garvin aufspringm, um dem unverschäm'er Gast die Tür zu w.isen. Doch er beherrschte sich schnell. Deine stablharten Aug n bohrten si h drohend in das gleichmütige Gericht Wellingtons. Er schluckte einige Male. Bevor er re^en konnte, sprach Fox mit unerschütterlicher Ruhe weiter:

Ich bin Ihrer Einladung gefolgt, weil ich nnch wem irgend mög'lh mit dem Dater meiner Frau gut stellen möchte."

Francis Garvin lehnte sich, tlefatmmd in seinen Stuhl zurück. Er p'^e die Hände ineinan­der utrd schaute zur Decke entpor. Seine Züge blichen unbewegt, und doch sah man an dem Flackern der Augen, wie schwer der Kampf war, der in ihm tobte.

Wellington Fox sah mit eurem gewissen Mit­leid auf den Vater Helc-ns.

Armer, alter Kerl, dachte er bei sich, meine letzten Worte haben dir den Knockout gegeben.

Francis Garvin sprach:Sie wollen also, Mr. Fox, ohne meine Einwilligung eine Che mit Helen eingehen?"

®a8 zw ite gam gewiß. Ob auch das erstere, hängt von Ihnen <fb."

»Haben Sie auch darüber nachgedacht, wie Sie Helen standLsgemäß ernähren und kleiden werden? Ich taiiex daß Helens Hutbudget Ihr Iahre^ehalt beträchtlich überftetgt"

Ministerpräsident y u i n c a r e er­klärt: Seit Beginn des Jahres sei eine vom Aus­land ausgegangene heftige Offensive gegen die französische Währung eingeleitet worden, und zwar ebensosehr aus politischen wie aus finan­ziellen Gründen. Sic sei in dem Augenblick ent­fesselt worden, in dem das Ergebnis der von der Reparationskommission angeordneten Unter­suchung für Frankreich günstig ausgefallen sei. Alles habe sich entwickelt, als ob es sich darum handele, durch dieses Manöver, das der fran­zösischen Regierung von ihrem Konsul in Rürnberg Anfang Januar angekündigt wor­den sei, einen Druck auf Frankreich auszuüben, damit es das Ruhrgebiet räume, und um schließlich eine wirtschaftliche Depression her- beizuführen.

Man habe geglaubt, daß man auf diese Weise die Räumung des Ru hrgebietes er­zielen werde. Die De.teidigungsmaßnahmen der Regierung seien nicht das einzige gewesen. Man habe von den F anzosen, die die Devisen hätten stützen können, Unterstützung verlangt, und es seien Frankreich in England und den Vereinigten Staaten Kredite gewährt worden. Glücklicher­weise seien die Reserven der Spekulanten gegen den Franken nicht unerschöpflich.

Alle psychologischen Momente sprächen für den französischen Franken, aber es gäbe auch wirtschaftliche Momente. Trotz der Verteue­rung der Lebenshaltung verbessere sich die französische Handelsbilanz stetig. Die Wie­derherstellung der Industrie in den verwüsteten Gebieten sichere einen stetig wachsenden Zuschuß an Reichtum. Jeder müsse arbeiten, und die Faulheit müsse als ein soziales Verbrechen be­trachtet werden. Als Ursachen der Währungs­krise blieben also rein finanzielle Gründe.

Das Ausland überwacht unsere Finanzen mit einer besonderen Aufmerksamkeit. Es wird wohl auch bemerkt haben, daß unsere Dudgetein- nahmen for'geietzt steigen und daß unsere militäri­schen Ausgaben sich vermindern, was unseren Pa­zifist i s ch e n W t l l e n bezeugt. Aber das Aus­land wird auch bemerkt haben, daß 1920 unser Wiederaufbaubudget nur durch Anleihen ausge­glichen wird. Warum? W il cs sich hier um Aus­gaben handelt, die zu Lasten Deutschlands gehen und die der französische Steuerzahler pro­visorisch zu tragen hat.

Dir Schlacht kann nur bann zu Ende geführt werden, wenn wir unseren Gegnern die Mög­lichkeit genommen haben, unser Budget zu kritisieren.

Ich, beschwöre den Senat, der Rotwendigkeit der Verteidigung des Franken Rechnung zu tragen. Wer den Franken verteidigt, dient nicht Den Spekulanten, sondern hilft dem kleinen Rentner, den Beamten, und kommt auch den Konsumenten und also auch dem gcurzen Lande zu Hilfe.

Poincarä geht alsdann im einzelnen auf das Ergebnis der Ruhrbesehung ein und sagt, daö Jahr 1923, das Jahr dcs passiven Widerstandes, habe eine Gesamteinnahme von 1645 Millionen Franken ergeben, während sich die Gesamtausgaben auf 986 Millionen Franken be­liefen. Es bestehe also ein Ueberschuß an Ein­nahmen von 657 Millionen. Für das Jahr 1924 schätzen wir die Gesamteinnahmen auf 4 Milliar­den Papierfranken und die Ausgaben einschlieh- lich der normalen Besatzungskosten auf 1 Mil­liarde, so daß also ungefähr 3 Milliarden Fran­ken für Reparationen verfügbar bleiben. Wir werden dieses Pfand nicht gegen andere weniger produktive Pfänder austauschen.

Unsere Beziehungen zu unseren Alliierten sind ausgezeichnet. Die Briese Ramsah Mac­donalds geben Zeugnis von einer absoluten Loyalität. Die jüngste Haltung der englischen Regierung in der Frage der Militärkontrolle be­weist, datz England die Rotwendigkeit begriffen hat, die Entwaffnung Deutschlands sicherzustellen. Richts in der internationalen Lage rechtfertigt die Frankenkrise. Wenn wir die finan­ziellen Maßnahmen angenommen haben, die die Regierung vorschlägt, dann werden die Sveku- lanten, die gegen den Franken gekämpft habens nur noch ihre Verluste ausrechnen müssen. Die weitere Diskussion wird vertagt.

Kleine politische Nachrichten.

In K 5 nigshütte kam es zu wüsten Aus­schreitungen seitens des Insurgentenver­bandes. Mehrere Deuffche wurden blutig ge­schlagen, einige Cafes mußten schließen. Die Gaste verließen panikartig die Räume.

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Das Krieg-' bericht der belgischen Befahungs- armec hat die Deutschen Kl äsen und Grü­ne r t unter der Beschuldigung, an dem Inspektor der militärischen Sicherheitspolizei Deck einen Mordversuche begangen zu haben, zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 14. März 1924.

Neuregelung der Schornfteinseger- gebühreu.

Das Hess. Ministerium des Innern hat dit Gebühren für die Schorn st einreinig- ung mit Wirkung vom 10. März ab nei ge­regelt. Eie betragen für die Reinigung von ftcig- baren, sog. deuts chen Schornsteinen, die 1 Stock- weck durchlaufen, 20 Pf., 2 Stockw. 25 Pf., 3 Stockw. 30 Pf., 4 Stockw. 35 Pf., 5 Stockw. 40 Pf., 6 Stockw. 45 Pf. usw., für jedes weitere Stockwerk 5 Pf.: für die Reinigung von engen, sog. russischen Schornsteinen, die 1 Stockw. durchlaufen 15 Pf., 2 Stockw. 20 Pf., 3 Stockw. 25 Pf., 4 Stockw. 30 Pf., 5 Stockw. 35 Pf.. 6 Stockw. 40 Pf. usw., für jedes weitere Stockw. 5 Pf.: für das Reinigen eines Schornsteinaus- sah es bis zu 2 Meter Höhe 5 Pf., über 2 Meter Höhe 10 Pf. Für das Reinigen von getoerb- lichen und Zentralheizungsschornsteinen besteher So.rdrrgekühren. Für die Vornahme der Schorn fteinreinigungen außerhalb- der Gemarkung des Sitzes des Schornsteinsegermeisters ist ein Zu­schlag von 10 Proz. zu leisten. Die Gebühren find unter Einrechnung der Umsatzsteuer feftgo setzt. Eine besondere Inrechnungstellung der Um«- satzsteuer ist daher nicht statthaft.

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** Zeitkarten mit Lichtbild. Dom I. April an gelten die Monatskarten und vom 1. Mai ab dre Wochenkarten und Schüler-Monats­karten im Bereich der Reichsbahn nur in Verbin­dung mit einem Lichtbild des Inhabers dec Zeit­karte. Das Lichtbild (nicht aufgezogen) muß 70 mm hoch und 46 mm breit fein. Der Kops muh deut­liche Gesichtszüge aufweisen und eine Größe von mindestens 1 cm haben. Die Unterschrift auf den Zeitkarten entfällt, dagegen müssen die Lichtbilder auf der Vorderseite mit Tinte mit ausgeschriebe­nem Vor- und Zunamen unterschrieben sein. Es empfiehlt sich die Verwendung von Mattpaprer. Lichtbild und Zeitkarte werden nebeneinander in einem Dlechrahrnen befestigt, der gegen Hinter­legung einer Pfandgebühr von 50 Pf. abgegeben wird. Zu jedem Rahmen wird ein Zelluloidplätt­chen als Lichtbildschuh unentgeltlich ausgehändigt. Reisende erhalten bei den Fahrkartenausgaben ein Belehrungsblatt, das die Anweisung zur Be­festigung von Bild und Karte enthält. Selbst hergestellte oder zum Zufammenklappen umgear­beitete Bleche sind ungültig. Es werden nur die von der Eisenbahn verkauften Bleche in un­trennbarer Form anerkannt. Reisende mit losen Zeitkarten oder Reisende, die Rahmen vorzeigen bei denen Karten und Bilder nicht ordnungs­mäßig befestigt sind, werden als Reisende ohne gültige Fahrkarte behandelt.

** Was i ft die Bahnhofsmissivn, ihr Zweck, thre Aufgabe? Diele werden sich diese Frage vorlegen, wenn sie die Damen mit den weiß-gelben und rot-weißen Abzeichen an den Dafachöfen stehen sehen. Gerade oie Bahn- hossmiisionsarbfft ist gegenwärtig von befartbeoer Wichtigkeit. Es bedarf jetzt einer planmäßigen Zusammenfassung und Ausgestaltung aller Maß- nahmsn, um die Mädchen und Frauen nach Mög­lichkeit von planloser Abwandänrng fernzuhalten und ihnen auf der Reise und im Ankunftsort behilflich zu sein. Die Dahnhofsmissivnstätigkeit ist keine neue Sache, sondern sieht auf jahrzehnte­lange Arbeit zurück. Es ist eine stille, ost recht dornenvolle Tätigkeit, die von ihr auf den Bahn­höfen geleistet wird. Die Bahnhofsmission ist ein Stück internationaler Arbeit, die in allen Ländern ihre Vertretungen hat. Ihre Tätigkeit ist gar vielseitig. Mit Rat unb Tat stehen dte Damen dcn hilfsbedürftigen Mädchen, Frauen und Kindern bet Sie lösen ihnen Fahrkarten, zeigen ihnen den Zug, weisen ihnen einen gesicherten Platz im Zug an, geben ihnen praktische Verhal­tungsmaßregeln für die Weiterfahrt. Hn'.erfunft und Rachiquar ier werden vermittelt. Wie Diele wurden schon durch die Mission den Händen Der- däch iger Persomn, die gerade an den Bahnhöfen ihr Llnwffcn treiben, entrissen! Wer sich für das sehr verdienstvolle Wirken dieser Helferinnen näher interessiert, möge den Vortrag besuchen, der heute abend 8 Dhr vom Kath. Frauenbund im Kath Der'insHaus veranstaltet wird.

** ©in Feuerwehr-Film. Die Palast- Lichtspiele am Kirchenplah lassen brs etnschl. Sonn­tag im Interesse der Allgemeinheit einen Feuer­wehrfilm laufen, der für jebermann von größtem Interesse fein dürfte, zeigt er doch die Feuer­verhütung und -Bekämpfung im eigenen Heim, in Werkstätten. Fabrikm usw. Der Film wird in sämtlichen Dorstellungen gezeigt, bei den Rachmit' tagsvorstellungen findet auch ein einleitender Vor­trag des städtischrn Branddirektors statt. Die Be­sichtigung des Filmes kann nur dringend empfoh­len toerben.

Frctler-vvranssaae

Meist heiter, trocken, Temperaturen unver­ändert.

'Wellington For zuckte die Achseln. Während er mit seiner Antwort zögerte, ging es ihm llar durch den Kops: Aha alter Freund! Desti Wider­stand läßt na-ch. Es fäßlt dir nur zu schwer, dich offen geschlagen zu bekennen.

Da"n sprach er: ..Den Lurus von GarvinS Palace Hrlen zu bv>tm bin ich selbstverständlich nicht in der Lage. Doch mein Einkommen genügt durchaus, einer Frau ein behagliheZ, glückliches Hnm zu bieten, die ihre Ansprüche nicht allzu hoch stellt, die sich zu schicken weiß . . ."

^Glück ist in der llcinsten Hätte," warf Gar­vin ein, doch der Hohn, der darin liegen sollte, war matt

Unf r zukünftiges Heim wird im Vergleich zu Garviris Palace eine Hütte fett, gewiß. Mr. Garvin. Aber es stände fchlimm um die Mensch- hit, wenn das Glück nur in den Schlössern der Reichen zu finden wäre."

Francis Garvin machte eine wegwerfende Gebärde.

Verliebte Leute sehen den Himmel voller Gffgen. Der Katz-enjammer bleibt nicht aus. Ich will mein Kind davor bewahren. Ich möchte untere Unterredung damit beenden, Mr. Fox, daß ich Ihnen für Ihre aufopfernde Tat bei der RettungHelens meinen herzlichstrnDank ausspreche. Ich wollte Sie zum Besitzer der Chikago-Preß machen, um meinen Dank auch tatkräftig zum Ausdruck zu bringen. Sie haben mein Angebot zurückgewiesen. Wir sind quitt l"

Ich nicht!"

Wi: ein Wirbelwind war ein weißes Etwas aus dem Rebenzimmer hereingeflattert. Mr. Gar­vin war plötzlich unter einer Wolke von hellem Batist vor schwand er»

Ein Flüstern und Raunen, so zärllich so innig, drang an das Ohr von Fox, daß er die Zähne aufeinanderbeihen muhte, um seine Be­wegung zu unterdrücken. Er sah den grauen Kopf Garvins über Helens blonde Locken gebeugt, sah, wie dessen Arme sein Kind fest umschlossen, und verlieh leise das Zimmer.

Im Dorraum sch"itt er ruhelos auf und ab. Tausend Ideen schossen durch sein Hirn. Eiive Welt von Feinden wünschte er zu haben, nur um Helen schützen zu können. Knirschend prehten sich seine Zähne aufeinander, feine Fäuste ballten sich gegen andere noch unsichtbare Fäuste.

Alle Strafen des Himmels und der Hölle mögen mich treffen, wenn ich dich mein Liebling, nicht ehren und schützen werde bis zum letzten Atemzug.

llnb dann ging es ihm plötzlich wie Mr. Gar­vin. Wie durch einen Schleier sahen seine Augen eine weihe Gestalt auf sich zueilen. Zwei liebevolle Arme umschlossen seinen Hals, und ein tränen- überströmtes Gesichtchen lehnte sich an seine Brust.

Ein Stammeln... ein Weinen... ein Lachen.

Wie glücklich bin ich Well ngtonl"

Rach einer Weile drang die Stimme GarvinL in den stillen Raum

Mr. Fox, Sie haben gesiegt. Helens Wille war stärker als der meine . . . Cs fällt einem alten Mann schwer, sein einziges Kind . . . sein alles wegzugeben . . . Ich wcrde alt, ihr müßt Geduld mit mir haben . . . Der Gedanke quält mich dah Helen in den veränderten Derhältnissen ihres neuen Lebens doch gar manches Lieb ge­wonnene aus dem Daterhaus vermissen wird.. .

(Fortsetzung folgt.)