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benen anscheinend auch Reichskanzler Marx seit seinen verunglückten Dolksgeincinschafts- versuchen mehr neigt, als seiner vermittelnden F h.errollr zutrag ich ist. steht mm s lbsw r- standlich einer RechtSkocU.tton abg^n.ig, zu mindest sehr ft.-pttsch gegenüber. Zudem tun die Sozialdemokraten alles, was in ih: n Kräf­ten steht, um dank ihrer guten Fühlung mit dem Wirth-Flügel diese Widerstünde gegen die Rechtskoal.tion zu stärken. Immerhin hat sich die Zusammensetzung der Zcn:rumsfrak- tion, die sich vor den Wahlen mit 48 gegen 61 Stimmen für dir Einbeziehung der Deutsch- nationalen entschied, kaum geändert, so daß berechtigte Hoffnung besteht, die Fraktion werde sich den staatspolitischen Notwendig­keiten nicht verschließen.

Schon jetzt wird emsig die Frage der Kanzlerschaft txn'.ili*tt, chne d ß man bisher irgend etwas Pos.tives darüber sa en kann. Herr Dr. Marx hat geglaubt, sch d r Führung eines Kabinetts der R chten vertagen zu müssen. Wenn nun in einigen Nlattern Dr. S t r e s e m a n n als Fünf iger Kanzler ge- nomti wird, so ist dazu zu sagen, das) Herr Stresrmann dank seiner autzerord.ntl.cheir tak­tischen Gcschialichk-it und großen parlamena- rischen Erfahrung gewiß dec rechte Mann wäre, die vielerlei Schwierigkeiten zu über­winden, die das Regieren mit ei rer in lan er und oft recht skrup ll. ser Op osttion gestande­nen Partei naturgemäß mit sich dringen muß. Andererseits machen es die oben gestteiften, hochbedeutsamen außenpolitisch n Fragen wünschenswert, daß der bisherige Außenmini­ster ihrer Lösung auch ferner seine ganzen Kräfte widmen kann. Wenn weiter als Kanz­lerkandidaten der Reichsfinanzminist'r Dr. Luther oder der ehemalige bayerische Mi­nisterpräsident Graf Lerchenfeld von der Bayerischen BolkSpartei genannt werden, so sind das Kombinationen, denen vorläufig jede ernsthafte Unterlage f hlt. Manches Hütte die Kandidatur eines ZentturnSabgeordneten für sich. Ein Zentrumskanzler würde es dem linken Flügel des Zentrums wesentlich erleich­tern. eine Koalition mit den Deutschnationalen einzugehen.

Daß es bei den Verhandlungen der Mit- telparteien mit den Deutschnationalen auch noch nicht unerhebliche Schwierigk-iten zu überwinden gibt, erhellt schon aus den Ansprüchen, die die Presse ihres rechten Flü­gels auf Grund des erneut in dem Wahlergeb- nlö zum Ausdruck gekommenen Verttauens- votums. bereits jetzt an die Besetzung des RetchskabinettS glaubt stellen zu können. Man wird auch von dieser Seite verlangen müssen, daß sie sich über die Schwierigkeiten, die der Bildung einer bürgerlichen Regierung entge­genstehen, ernstlich klar wird und diese Schwie­rigkeiten nicht noch durch übertriebene Forde­rungen vermehrt.

Eine besondere Rolle in den kommenden Verhandlungen dürfte wiederum die Beset­zung des Reichswehrministeriums spielen. Da Herr Dr. Geßler. der sich in langjähriger fruchtbarer Aufbauarbeit das Vertrauen der Reichswehr und aller Parteien in hohem Maße erworben hat. nicht mehr der demokrattschen Reichstagsftak.ton angehött, ihn also auch nicht mehr die Fessel des fa­mosen Fraktionszwangs an die Entschlüsse seiner Partei bindet, wird sich diese Frage sicherlich durch das Verbleiben Dr. GeßlerS als Fachmirister am zweckmäßigsten lösen.

Es wird nun in den nächsten Tagen von allen Seiten der beste Wille zur Verständigung und ein gut Teil Verantwortungsgefühl ver­langt werden müssen, um auf schnellstem, ge­radestem Wege das zu erreichen, was wir für dos neue Jahr am dringendsten brauchen, eine starke Regierung.

Vizekanzler Jarres Reichspräsidrntenkand dal?

Berlin. 13. Dez. (Pciv.-Trl. des Wvlfs- bureaus.) LautGermania" soll dir Deutsche Vollspartei angeblich beabsicht g n, d n bis­herigen Innenminister und Vizekanzler Jarres als Kandidaten für das Amt des Reichspräsidenten auf ust llen. In der letzten S Yung des Parteivorstandrs der Deut­schen Volkspartei soll, wie das Blatt mitteilt, diese Frage b.sprochen und Jarres von allen Seiten als Kandidat empfohlen wor­den sein.

Das bayerische Konkordat.

München, 13. Dez. (Sil.) Seit Donnerstag abend ist auf Grund der umfangreichen Er- Üärung der Regierung eine unverkennbare Ent­spannung in dem Kampfe um das bayerische Konkordat eingetreten. Man hofft jetzt, daß die Schwierigkeiten doch noch überwunden wer­den können, und daß es Mitte oder Ende nächster Woche im Landtage zur A n n a h m e der Staatsverträge kommt. Gestern nachmittag hat Ministerpräsident Dr. Hel d im Derfassungs- ausschuh des Landtages neuerdings ausführlich gesprochen, Einwände entkräftet imb neben der Bedeutung der Staatsverträge für den konfessio­nellen Frieden auch auf ihre außenpoli­tische Tragweite hingewiesen mit dem Be­merken. es könne sich je nach dem Ergebnis der Beratungen eine außenvol tische Konstellation er­geben. die für unS von großem Vor­teil wäre.

Kommunistische Cärm^enen im Mecklenburgischen Landtag.

Schwerin, 13. Dez. (SU.) In der gestri­gen Landtagssihunq wurde ein Mißtrauens- antrag der Kommunisten gegen den deutschnationalen Landtagsvorsih enden a b ge­lehnt. Als die Kommunisten der Reihe nach zur Geschäftsordnung zu sprechen versuchten, wurde ihnen das Wort entzogen, worauf bei der kommunistischen Fraktion etn ungeheurer Lärm entstand. Obgleich die Sitzung zweimal auf je 10 Minuten unterbrochen wurde, setzten die Kommunisten ihre Angriffe aus die Rednertribüne fort, worauf der Präsident einen

nach dem anderen von der Sitzung a u s f ch l o h.

Der Prozeß des Reichspräsidenten.

Magdeburg. 12. Dez. (WSD.) Zu Be­ginn der heutigen Sitzung nimmt Rechtsanwalt Landsberg das Wort, um in längeren Aus­führungen Protest einzulegen gegen die Art, wie in einem Seil der Presse dem zu erwartenden Urteil vorgegriffen und die Verhandlungen in tendenziös ent» stellter Weise wiedergegeben toürben. Auch die Verteidigung bedauert es. wenn in den Zeitungen entstellte Berichte, Stimmungs­bilder und Artikel erscheinen. Vorsitzender: Ich glaube, ich kann im Sinn des ganzen Ge­richts sprechen, wenn ich erkläre, daß eine der­artige Berichterstattung und derartige Leitarikel vollkommen unangebracht sind. D e Presse so.ltr doch erst das Urteil abwarten und mag sich dann damit auseinandersetzen. Zur heutigen Verhandlung erfch enen u. a. die Zeugen Reichskanzler a. D. HermannMüller, Obe.» präslöent Roste und der frühere So ialDemokrat Kloth. Zunächst wiro Hermann Müller ver­nommen. Der Vorsitzende hält ihm vor, daß er nach einem Zeitungsbericht auf Dem internatio­

Roske bringt bei seiner Vernehmung sein Er­staunen darüber zum Ausdruck, daß die^ Ver­dächtigung eines Mannes von dem untadelhaften Charakter und der vaterländisch.'n Gesinnung des Reichspräsidenten überhaupt möglich sei. Auf weitere Fragen erklärt Roske. daß er in den Chemnitzer Sitzungen im Gegensatz zu den Klothschen Behauptungen die drohende Gefahr des schärfsten Kampfes gegen die radikalen Elemente dadurch beige» legt habe, daß er eine Aufhebung des Beschlusses in der Ueberzeugung durchsetzte, daß der Ber­liner Streik am Sonntag zusammengebro­chen sei und daher eine Ausdehnung auf Chem­nitz gar nicht in Frage käme. Die Verhandlung wurde dann auf Samstag vertagt.

Schwere Erkrankung Herriots.

Nervenzusammenbruch infolge Ueber- arbertnng?

Paris, 13. Dez. (SU.) Der Gesundheits­zustand Herriots ist unverändert schlecht. Die Ent­zündung am Bein ist noch nicht zurückgegangen. Der für gestern vormittag festgesetzte Kabi- b i n e t t s r a t wurde amKrankenbettHer- r i o t s abgehalten. In den Wandelgangen der

Für die zweite Dezemberhälfte bezieht man den Gietzener Anzeiger mit den Beilagen Giehener Familienblätter Heimat im Bild Giehener Hochschulblätter

für eine Mark nebst zehn Pfennig Trägerlohn

Die Postbezieher des Giehener Anzeigers bestellen die Zeitung für Januar bezw. für das 1. Vierteljahr 1925 zweckmähig und ohne Kostsnerhöhung schon jetzt beim Briefträger oder bei der zuständigen Poststelle

nalen Soziälistenkvngreß in Dem gesagt haben soll, der Ian u ar streik vvn 1918 habe das Kriegsende erzielen wollen. Leider habe er nach einigen Sagen unterbrochen werden müssen. Zeuge Müller: Die h.er an­geführte Stelle ist offenbar einer Rede ent­nommen, in der ich gegen den französischen Ver­treter polemisierte. Ich sagte damals deullich. daß wir Sozialdemokraten allen Einfluß auf die Massen verloren hätten, wenn wir nicht während des Krieges zum Volke gestanden hätten.

Es war uns milgeteilt worden, daß Stel­lungsbefehle ausgegeben wirken könnten. Der Parteivorstand hat j doch immer den Standpunt vertreten, daß d.e D f.hle be­folgt werden mühten. Es ist den Reklamierten dazu noch g:fagt worden, daß die Parteileitung sich bemühen würde, die D.fehle rückgängig zu machen. Weier erklärt Hermann Müller, bah der Parteivorstand Nicht immer m t d m ein­verstanden getoefen wäre, was derVorwärts" schrieb. Es habe nicht wegen jeder Ro.iz, die ihm nicht paßte, eine Konferenz einberusen wer­den können. So kam es, dah der Parte vorstand sich nur in den allerwesentlichsten Fällen mit der Redaktion in Verbindung setzte.

Der darauf vernommene Zeuge Kloth be­merkt:Am 1. Februar 1918 fand eine Kon­ferenz der G werlscha, tsvorstände statt, die sich mit dem Streik zu befassen hatte. Bauer er- statt.-te Bericht über die Verhandlung:n mit dem Reichskanzler Hertling und mit dem Staats­sekretär Wallraf. In der Konferenz wurde erklärt, die Scheidemannschen Drohungen im Hauptausschuh wären n cht gee'gn.t, die Ar- be ter vom St re k zurückzuhalten. Scheidemann und die Sozialdemokrat sche Partei hätten ihre Stellung zu der F age der Landesverteid gung geändert. Der Vorsitzende fragt den Zeugen, ob er seine Behauptung aufrecht erhält, daß der damalige Abgeordnete Roske auf Anordnung des P.irteiausschusses nach Ch-mnih g f heen fei, um dort für den General st reit zu wirken, was von dem Zeugen bestätigt wird.

Der nächste Zeuge. P f i h n e r. der Kloth brieflich über Rostes Auftreten in Chemmtz un­terrichtet hatte, erklärt:Ich habe unserem da­maligen Verbandsvorsihenden Kloth fortlaufend berichtet und ihm ^üuch das Eintreffen R o s k e s mitgeteilt. Ich kann aber unmög­lich geschrieben haben, daß Roske nach Chem­nitz gekommen sei. um den im Abflauen be­griffenen Streik der Rüstungsarbeiter neu an­zufachen, wie Kloth in seinem Buche behauptet. Bei der Gegenüberstellung mit Pfihner erklärt Kloth, er habe weder geschrieben nrch gesagt, dah Roske den abflauenden Streik neu ange- sacht habe, sondern, dah er ihn anfachen wollte. Darauf erklärt der Zeuge Dauer (der ehemalige Reichskanzler), dah die General­kommission der Gewerkschaften den Streik der Munitionsarbeiter überhaupt a b l e h n t e . weil die Gewerkschaften nurwirtschaftliche, nicht politische Ziele verfolgten. Man sei sich dessen bewußt gewesen, daß sich Arbeiter bd ungünstigem Ausgang des Streikes für viele 3a§ce bedingungslos den Siegern unterworfen haben würden.

Desonders nachdrücklich habe d'r Abgeordnete Eber» den Standpunkt der Mehrheitsfozial- bemolratle vertreten, dah der Streik im Inter- C x ber ßanöc«Derteib:gung zu mißbilligen todre. Die Roske nach-z-sagte Stellungnahme sei ganz unmöglich. Und auch die Mitteilungen vom Vorhandensein eines Gehet,nbeschlusseS könne unter keinen Umständen zutreffen OberprSsident

Kammer gehen Gerüchte um, wonach daS De- finden Herriots ernster ist, als die bisherigen Mitteilungen erkennen lassen. Es wird davon gesprochen, dah Herriot infolge Ueberarbeitung an (tarier Nervosität leidet, ja man spricht sogar von einem Nervenzusammenbruch. Zu den drei Aerzten, die Herriot behandeln, ist noch der bekannte Nervenarzt Dasgues, der den gestrigen Gesundheitsbericht mit unter­zeichnet hat, hinzugezogen. Nach derLiberte" sind die Aerzte der Ansicht, dah bis zur Ge­sundung noch ein und bis zur vollständigen Ge­nesung noch drei Monate verstreichen können.

Herriot darf keine polft sche B.suche emp­fangen und nicht einmal Schriftstücke untere eb­nen. Auf seinen Wunsch s.nd die Verhand­lungen mit Rußland aufgeschoben worden, da er sie persönlich zu führen wünscht. Der russische Botschafter Krassin hat gestern dem Präsidenten Domergue se'n D:- glaubigungsschreiben überr.icht. In ferner An­sprache betonte er, dah er feine Ausgabe dar n sehe, die Beziehungen beider Staa ei zue nander zu festigen und eine intensive, wirtschasttiche Zu­sammenarbeit zu bewirken.

Berftändigttngsmöqlichkeiten bei den Pariser Wirtschaftsverhandlungen.

Paris. 13. Dez. (SU.) Bei den deutsch- französischen Wirtschaftsverhcmdlungen sind die beiderseitigen Sachverständigen der chemischen In­dustrie gestern noch einmal zusammengetreten, wo­bei sich gezeigt hat, dah die Möglichkeit einer Verständigung besteht. Gestern fand eine Vollsitzung statt, in der die Frage der Sex- ti l i n d u ft r i e behandelt wurde. Montag und Dienstag werden zwei weitere Vollsitzungen ab­gehalten.

Die Einwanderungsfrage im englischen Unterhaus.

London, 13. Dez. (SU.) In der gestrigen Unterhausfihung wurde von der Arbüterpar ei ein Antrag cing:bradjt, das Gesetz über die Ein­schränkung der Einwanderung endgültig auf­zuheben. Die Redner der Arbeiterpartei wiesen darauf hin, daß die Einschränkungen überflüssig feien. Der Innenminister ent­gegnete hierauf, daß die Aushebung lediglich die unbegrenzte Einwanderung uner­wünschter Ausländer zur F lg' hab n würde. Die Reg erung beabsichtige nicht, den Re senden irg ndw lche Schwier gke ten zu Wenn man j doch die vielen Vergehen derucksicht gl, die durch Verbrecher frem­der Staatsangehörigkeit herbe geführt werden, so muh der Einwand:rerzustrom weiter unterbunden ble.b n. Die ganze Fr ge mühie vom Standpunkt des engl schen Volk s aus be­trachtet werdm. England könne un nöglich eine größere Anz-Hl arbeitsloser Auswan­derer aufmbmen. Der Antrag wu.de mit li6 gegen 27 Stimmen zurückgewiesen.

Heftige Kämpfe in Marokko. ... ?Q£l£J2.-(TU.) DerMatin" er- fährt aus Madrid, daß die Spanier bei ihrem u Sok o ( Arba heftige Kämpfe

mit den Risleuten auszufechten hatten. An den Kämpfen waren drei spanische Abteilungen be­teiligt. Zwei griffen den Feind an. Die dritte Jhbctte ben Rückzug. Die Rifleute leisteten hef­tigen Widerstand, wurden aber durch A r - ttllertef euer und Fliegerbomben

überall zurückgeworfen. Sie verlor« zahlreiche Sote und Verwundete. Die spanischen Verluste waren verhältnismähig gering.

Die Verschärfung der Lage in Bulgarien.

Sofia, 13. Dez. (S. U.) Die politische Lage in Bulgarien hat sich derart verschärft, dah in allernächster Zeit der Sturz des Kabinetts Z a n k o f f erwartet werden kann. Die Demo­kraten und die Radikalen haben sich gegen das Kabinett vereinigt. Auch erwartet man den Anschluh desBauern- bundes und der S o z i a l i st e n. Selbst die Anhänger Zankoffs sind mit der Politik des Finanzministers unzufrieden. Auch mit dem Innenminister ist man unzufrieden, weil er bei der Bekämpfung des Bandenwesens nicht energisch genug vorgegangen sein soll.

Der Haarmann-Prozeß.

Hannover, 12. Dez. (SU.) Nach dem Arbeitsplan des Gerichtes soll die Beweis­aufnahme am Dienstag zu Ende ge führt werden und am Mittwoch dann die Gutachten und die Plädoyers des Staats^ anwaltes und der Verteidiger folgen, so daß mit der Urteilsverkündigung nicht vor Donnerstag zu rechnen ist. Die heutige Verhandlung beginn mit der Vernehmung über den Fall de V r iee. Haarmann erklärt auch heute, de Driee getötet zu haben. Auch in den Fällen Koch und Drvnischeski bestrettet Haarmann den Mord nicht. Im nächsten Fall Sommerfeld bestreitet Haarmann die Tötung.

3m Mittelpunkt der weiteren Verhandlung steht ein Pelzmantel des ermordeten Sonnenfeld. Der Zeuge Krone erklärt, dah er den Mantel bei Sonnenfeld gesehen habe. Die Zeugin Frau Engel und Grans haben den Mantel ebenfalls bei Haarmann gesehen. Grans hat den Mantel dann von Haarmann zum Verkaufe erhalten.

Im Fall Gräf gibt Haarmann die Sötung zu. Im Falle Wolf er Härt der als Zeuge vernom­mene Vater des Ermordeten sehr erregt, daß die Polizei daran schuld sei, daß Haarmann so lange habe morden können. Der Vorsitzende ersucht den Zeugen dringend, sich zu beruhigen. Schließlich wird ihm das Wort entzogen und et aus dem Saale entfernt.

Im Anschluß an den Fall Wolf entspinnt sich eine Auseinandersetzung darüber, ob Wolf am 24. oder 25. Oktober verschwunden ist. Haar­mann erllärt dazu: Der 24. kann es nicht gewesen fein, denn ich war die ganze Woche nicht nüch­tern und am 24. bin ich schon morgens weg- gegangen.

Zu.n nächsten F ll Erdner sagt ein Zuge auS, er habe Haarmann m.t Erdner zusammen ge­sehen. Auf D fragm habe Haarmann ihm er= klärt, er habe Erdner der Polizei übergeben. Haarmann bestreitet im F ille Erdner die Sötung nicht. Im F ille des jungen Brinkmann, den Haarmann auch zugibt, bekundet Zeuge Otto, daß er beobachtet hat, wie Haarmann zu dem Iungen kam.

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Berlin, 12. Dez. (Wolff.) Der Bund deut­scher Frauenvereine hat sich an den ReichSver- band der deutschen Presse und den Verein deut­scher Zeitungsverleger mit der Ditte um Aus­setzung der Derichterstattung über den Haarmannprozeh bis zur Urteilsverkündung ge­wandt. Ohne ein solidarisches Vorgehen von feiten der Spltzenorganifationen ist natürlich die Einstellung der Derichterstattung nicht möglich. Wir werden aber wie schon bisher, so auch fernerhin in der Berichterstattung die denkbar schärfste Zurückhaltung wahren.

Aus aller Welt.

Das deutsche Erdbeben.

Heidelberg, 12.Dez. (WSD) Das Seis- mographische Inst tut der Erdbebenwarte auf dem Konigsstuhl teilt zu den gestern und heute vor- mittag hier und In der Umgebung verspürten Erdstößen folgendes mit: Gestern abend regi­strierte der Seismograph ein N a h b e b e n mit einer Herdentfernung von ca. 125 Kilometer. Der erste Einsatz erfolgte um 5 Uhr 33 Minuten 22 Sekunden und endete um 5 Uhr 42 Minuten 30 Sekunden, dauerte also 9 Minuten. Der Erd­stoß war in Heidelberg selbst nut schwach zu verspüren. Heute morgen 4 Uhr 29 Minuten 47 Sekunden registrierte der Apparat einen zweiten Erdstoß mit einer etwas größeren Herdentfernung, die ca. 610 Kilometer betrug. Das Beben endete um 4 Uhr 45 Minuten, hatte also eine Dauer von 16 Minuten. In Heidelberg wurde davon nichts verspürt. Der dritte Erdstoß erfolgte heute früh um 8Uhr 21 Minuten 2 Sekunden und endete um 8.30 Uhr. hatte also eine Dauer von ca. 9 Minuten. Die Herdentsernung betrug ca. 125 Kilometer und bai Beben machte sich auch in Heidelberg be­merkbar. jedoch schwächer.

Das gestern morgen in Süddeutschland, Tirol und Salzburg verspürte Erdbeben wurde auch in Linz und einer ganzen Reihe anderer Orte Oberösterreichs wahrgenommen. Das um 4 Uhr 30 Min. früh einsetzende Beben war von solcher Heftigkeit, daß die Türen aufspran- gen und die an den Wänden hängenden Gegen­stände sich bewegten. Die Uhr des Linzer Domes kam durch das Beben a»s dem Gleich­gewicht und wies nach dem Beben eine Ver­spätung von einer Viertelstunde auf.

Auch in Innsbruck wurden die Erdstöße deutlich verspürt. Nach einer Meldung aus Triest wurde dort ebenfalls gestern abend ein ziemlich heftiger Erdstoß wahrge­nommen. Die Bewohner der einzelnen Stadtteile flüchteten ins Freie. Schaden wurde nicht angerichtet. Heute früh um 4 Uhr 20 Minuten wurde der Erdstoß in Undine, Tolmezzo. Padua, Flume und anderen Städten Venetiens ver­spürt. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden In Tolmezzo wurden einige Häuser u n Z d i e Kathedrale beschädigt. Nach bei Epoca" sind die telegraphischen und telephoni­schen Verbindungen nach mehreren Orten unter» brochen. Weitere Einzelheiten fehlen noch.

Dr. Eckener Ehrenmitglied deS Deutschen Werk- bundes.

Bel dem von ber Stadt Stuttgart zu Ehren Dr. Eckeners gegebenen Nachtessen gab nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters, Geheimrat B'uckmann -Heilbronn die Verleihung der Ehrenmitgliedschast beß Deutschen Werkbundes an Dr. Eckener bekannt