Ausgabe 
13.11.1924
 
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tu. 268 Zwettes Blatt

Um was geht es?

Don Prof. D. Dr. Martin Schian, Breslau.

I

Wir sollen wieder wählen. Wenige wollen ♦6 gern tun Eine Wahl folgt viel zu schnell auf hie andere. Aber das souveräne Volk dars nichi wahlmüde sein. Darum muh es sich klarmachen, worum es geht.

Verhandlungen über eine Regierungsbildung find eine komplizierte Sache wenigstens in Deutschland mit seinen sich räglich mehrenden Parteien, daraus folgt, bah es obenhin gesehen, viele Möglichkeiten der (BoanttDorluni jener Frage gibt. Um was geht cs? Um die Ab­nahme der Deutfchnationrlen in die Regierung? Um die Bildung eines Durgerblocts? Um Aus- schaltung oder Richtausschaltumr b?r Sozialdemo­kratie? Alles richtig, und doch nicht gam richtig 2lles für manche der Handelnden richtig und doch nicht für alle richtig. Es ist schwer, eine einheitliche Antwort zu geben Vielleicht aber darf man sie in die Form kleidens Sollen alle Au staatserhaltender Mitarbeit bereiten Parteien in Deutschland regierungs berechtigt sein oder nicht?

Kommrmisten und Rationalsozialisten wollen keine staats bejahenden Parteien sein. Sie scheiden als grundsätzliche Opposition von selbst aus Aber die anderen? Ihre Einstellung zu diesem Staat ist keineswegs gleich. Die Deutschnationalen haben zcilwcis eine so scharf verneinende Hal­tung eingenommen, bah sie als Gegner bieses Staates bezeichnet werden zu müssen schienen. Sie haben auch jetzt ihre schweren Bedenken gegen die Staatsfvrm. gegen die Weimarer Ver­fassung Aber das macht sie noch nicht regte- .rungsunfähig Auch die Deutsche Dolkspartei sagt fleineswegs zu alten Artikeln der Verfassung Ja. Ausschlaggebend ist, ob eine Partei bereit ist, ihre Bedenken gegen diesen Staat zugunsten praktischer positiver Arbeit an der Erhaltung des Staats zurückzustel­len. Das hat die Deutsche Volkspartei getan; dazu hat sich jetzt, in schwerer Zeit auch die Deutschnationale Volkspartei bereit erklärt. Also ist sie regierungsfähig.

Es gibt allerdirrgs auch eine andere Auf­fassung. Danach wäre nur diejenige Partei re­gierungsfähig, die von ganzem Herzen an die gegenwärtige Staatsfvrmglaubt", die sie für die einzig richtige, sozusagen für die einzig men- fchenwürdige hält. Dann wären regierrr gsfähig nur die ganz imb gar überzeugt republikanisch denkenden Parteien. Diese Auffassung mag vom Gesichtspunkt persönlicher Ueberzeugungsfesiigleit recht achtbar sein; sie ist aber zugleich doktri- naristisch, einseitig und vor allem - ganz un­politisch. Sie rechnet mit Glaubensanrichton, aber nicht mit Tatsachen. Das läht sich leicht zeigen Bekanntlich steht nicht einmal das Zentrum als Partei auf diesem Standpunkt. Es ist immer gesagt worden, bah im Zentrum auch monarchi­stische Elemente Platz haben. Bleiben also als regierungsfähige Parteien lediglich Demokraten und Sozialdemokraten. Diese Parteien aber sind viel zu schwach zur Regierungsbildung. Also führt jener Standpunkt praktisch ab absurdum.

Es bleibt habet: regierungsfähig ist jede Par­tei. die zur politischen Mitarbeit im Sinn der Staatserycrltung bereit ist. Konsequenz dieses Standpunkts ist, bah auch die Sozialdemokratie, sofern sie jene Voraussetzung erfüllt, regierangs­fähig ist. Sie ist ja oft genug an der Regierung be­teiligt gewesen. Und grundsätzlich wird man ihr nicht das Recht bestreiten dürfen, mitzuregieren. Ich wenigstens tue das nicht. Alle gegensätzliche Einstellung darf nicht hindern, ihr zuzubilligen, was chr billig ist.

Die Frage des gegenwärtigen Augenblicks axrr nun, ob die Deutschnationalen regierungsfähig feien. Sozialdemokraten und Demokraten sagten nein. Sic verlangen nach wie vor statt praktischer Bereitschaft zu staatserhaltender Mitarbeit die grundsätzliche Ueberzeugung von her idealen Un- übertrefflichkeit der Revublik. Das ist der Kern­punkt der Gegensätze. Also handelt es sich um die Frage: Republikanischer Loktrinaris- mus oder praktische Politik? Wer Deutschlands Wohl will, muh sich für praktische Politik entscheiden. Alles andere ist unmögliche Prinzipienreiterei.

Aber es scheint doch noch um etwas anderes xu gehen. Wenn man einzelne demokratische Aeuyerungen liest, so stand im Vordergrund die Haltung gegenüber der Sozial demo- Iratic. Auf der einen Seite Bürg er block auf der anderen: Rotwendigkeit der Mitarbeit der Sozialdemokratie. Wie steht es darum?

Ich sagte schon vorh.n, bah ich nicht grund­sätzlich für Ausschaltung der Sozialdemokratie stimmen kann. Aber ebensowenig für den Grund­satz, bah die Sozialdemokratie unter allen Um-

Seltsame Flitterwochen.

Roman von Arnold Fredericks.

45. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Der junge Mann lachte.Ra.rrrlich leugne ich es," sagte erWie zum Teufel soll ich blaue Lichter gegen die Avenue Kl. der aufblitzen la s.n? Und wer sind Eie eigentlich, um mir so wirre Fragen zu stellen?"

Ich bin Polizeiagent. Der fmb S.e'-

Anton Lemailre, Bör'enmallcr. Teilhaber von Lemaitre und Bosiard ' Er übergab dem verblüfften Derne', eine Äa t:.Ich rer uche ei. c i neuen Wagen, den ich laufen to.II 21iei t (Stau'- feur schlug vor. ihn ; n Bois auszuprvbier.n, da man hier Gel gmhei: hat, mc r Ce chw.nd.g- fcit zu entwickeln, als in dec Stadt."

Warum riffen Sie denn vor mir aus 7'

Werler Herr, ich sah, dah Sie mir folg en. Ich will einen schnellen Wagen haben den schnellsten in Paris, wenn möglich. Ich befahl meinem Führer, zu sehen, was er leisten kann. Ich glaube jedoch nicht, bah ich den Wagen nun kaufen werde, da der Ih.e schneller ist. Welche Marke ist es' wenn ich tragen darf?"

Bernet unterdrückte einen Fluch Es war klar, bah dieser Mann die Wahr eit sprach. Er wies seinen Begleiter an. mit Her.n Lemaitre in dessen Wagen zu steigenFeh en Sir zur Prä­fektur." sagte er;wir wolle r den He.-rn seine Geschichte dem Präfekten erzählen lassen." ee ­nem Chauffeur befehl er, mit giöh'.er Geschwindig­keit zu Stapleton zu fahren. Der Plan war zu­schanden geworden. Er erkannte, hast er sofort mit Duvall sprechen muhte.

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderyessen)

standen lmindestens mit schweigender Billigung) mltregteren müsse, bah also niemals gegen sie reg ert werden dürfe. Letzt.wes ist die Ansicht vieler Demokraten, viellercht die Demok.a- tischen Partei. Es hat jüngst ein demokratischer Abgeordneter sich in ähnlichem Sinne ausge­sprochen und zur Begründung auf die Erschütte­rung der Wirtschaft hingewicseir, die bei Aus­schaltung der Sozialdemokratie kommen werde. Lohnbewegungen, Streiks ufto. Allo wirkt be­stimmend die Sorge, bah die Sozialdemokraten, wenn cs nicht nach ihrem Kops gehl, die Rück­sicht auf tzic deutsche Wirtschaft fahren lassen werden Dah sie, wenn nicht hc selber regieren, den Staat ruinieren werden. Das bedeutet das Zugeständnis, dah die Sozialdemokratie, wenn sie nicht ihren Willen durchsetzt, nicht mehr den Staat zu erhalten willig ist Sie ist also gerade nach dieser Anschauung keine un­bedingt staatsbejahende Partei. Sie will nicht blost die Republik, sie will eine Republik nach ihrem Parteigcschmack. Ein sehr wichtiges Zu­geständnis von demvkrat scher Seite! Aber ge­rade dies Zugeständnis zeigt die ungeheure Ge­fahr, die dadurch entsteht, dah die Sozialdemo­kratie das Gefühl bekommt, man werde unter allen Umständen auf sie Rücksicht nehmen. Dadurch gewinnt sie ein Selbstbewuhlsein. das keine Gren­zen mehr kennt. Sie pocht auf die Rlögl ich leit der Gewaltentfaltung, de sie besitzt, un') tenori- fiert damit das Bürgertum Wer sich damit ab­findet, der treibt keine demokratische Politik, der pflegt auch nicht das parlamentarische System: er zerstört es vielmehr. Er lebt unter dem Terror und verlangt vom ganzen deutschen Volk, dah es sich dem Terror beuge. Es geht bei diesen Wahlen darum, ob unter allen Umständen die Sozialdemokrat e, pochend auf Gewaltentsaltung, regieren soll, oder ob das Bürgertum gleich­berechtigt sein soll.

Wer die Dinge so anfieht, wird nicht im Zweifel sein, bah wichtige Dinge auf dem Spiele stehen. So wichtige, bah jeher Stellung nehmen und jeder sein Stimmrecht üben muh. Glcich- be^ch igung des g r ums! Gleichberechtigung aller zur StaalserHaltung bereiten Parteien! Ab­weisung jeder einseitig auf die Gefolgschaft der Soz aldcmokratic eingestellten Po i il. Befreiung von einer Politik, die von der Angst vor dem Terror bestimmt ist. Das alles muh klargestellt werben. Diese Reichstagswahl ist grundsätzlich von höchster Bedeutung.

Ihre Bedeutung für die nächste Zeit ist nicht geringer. Davon ein anderes Mal.

Baldwins Programm.

Das zähe Festhalten an althergebrachtem Brauch, die Achtung oor der Tradition ist einer der charakteristischsten Züge des Engländers. Er läht denn auch keine Gelegenheit vorübergehcn, wo er diese Eigenschaft betätigen kann, selbst wenn sie auf Kosten des bussiness geht. Die Einführung des neugewählten Lon­doner Bürgermeisters in fein Amt ist ein grober Feiertag, mit einem Umzug durch die City verbunden, der stundenlang den ganzen Verkehr lahmlegt. Aber nur ganz vereinzelt melden sich skeptische Stimmen, die darauf Hin­weisen, ob es denn wirklich lohnt, nur um einer solchen Formalität willen die Schlagader der ganzen englischen Wirtschaft vorübergehend zu unterbinden. Und ebenso feierlich ist auch das Festessen, das der Lordmayor bei feinem Amtsantritt richtet. Es ist von alters her An- tob für eine wichtige politische Rede des Ministerpräsidenten, die diesmal noch mit besonderer Spannung erwartet wurde, weil sie das erste öffentliche Auftreten der neuen Regierung nach dem Sturz des Kabinetts Mac- donalb bedeutet. Die Engländer sind denn auch auf ihre Kosten gekommen. Der Ministerpräsi­dent hat ihnen sein Programm entwickel, das wohl die allgeimeine Zustimmung fin­den wird, weil bei den a u b e n p o l i t i s ch e n Fragen auch zwischen den Konservativen und der Arbeiterpartei nur ganz geringfügige Unterschiede sind, die selbstverständlich bei dieser Gelegenheit nicht betont werden; im Gegen­teil, Baldwin hat sich bemüht, die Äontinui- t ä t der englischen Politik von Macdonald her noch besonders zu unterstreichen. Was ihm getoib nicht ganz leicht geworden ist, denn gerade in den Kolonialfragen hat Mac- donald nicht sonderlich glücllich operiert. Lord Curzon hatte sich alle Mühe gegeben, kurz vor seinem Rücktritt noch möglichst viel sicher­zustellen, trotzdem ist mancherlei Porzellan auf dem Wege nach Indien zerschlagen worden, in Aegypten, wie in Indien, das Austen Chamber­lain nun reparieren muh.

Für uns ist es eine leise Enttäuschung dab in der Rede Baldwins das europäische Problem und vornehmlich Deutschland nur einen

bes cheiden e n Platz beansprucht bat. Immer­hin, vom englischen Standpunkt aus ist das selbstverständlich. der Engländer denkt in Kon­tinenten, und alles, was in Europa vorgeht, ist weder austenpolrtisch noch wirtlchrftSpolitisch für ihn auch nur annähernd so wichtig, wie die Ereignisse, die Englands Weltstellung beeinträch­tigen können. Immerhin, der Ministerpräsident bat mancherlei gesagt, aus dem wir herauslesen tonnen, wie er sich künftig Deutschland gegenüber einzustellen gedenkt. Er Hal die Einladung zum Eintritt in den Völkerbund wiedeicholl, ohne aber, wie es scheint, irgendeine Handhabe zu bieten^ die uns irgendwelche Sicherheiten ge­währen könnte. Es sch'int also, als ob er keinerlei Reigung hat. sich deswegen zu exponieren. Es ist also kaum anzunehmen, dab durch den Re­gierungswechsel in England eine Ae iderung im Tempo bei Verhandlungen sich erj t. Deutsch­land muh darauf beheben bleiben, dab ihm ein Minimum von Rechten zugestanden wird, bevor es in den Dölke.<b.md eintritt und solange das nicht geschieht, sind die Rachteile unserer Beteiligung gröber als die Vorteile.

Zumal, wenn Baldwin jetzt w'edcr den Ver­trag von Versailles als Grundlage der engl.scheu Politik stärker in den Vordergrund schiebt als das von Macdonald geschah. Das tonn nur eine Liebenswürdigkeit sein, die er den Franzosen bezeigen wollte, die also in­sofern harmlos wäre. Wenn aber damit ernst­haft eine Rückkehr in die Politik beabsichtigt fern sollte, die auf Versailles aufbaute, dann würde das gegenüber dem Kabinett Macdonald ein wesentlicher R ü ck s ch r i t t sein. Zumal, da Herr "Baldwin auch aus dem Londoner Pro­tokoll nur das herausliest, was ihm pabt. Er hat offenbar ganz vergessen, dab er doch schlieblich Ministerpräsident war. als die Fran­zosen in die Ruhr brachen; er hat vergessen, oab er sich von den englischen Kronjuristcn ein Gutachten erstatten lieb, worin dieser Einbruch als vertragswidrig festgestellt wurde. Jedenfalls vertritt er jetzt plötzlich die Auf­fassung. dab die fiskalische und wirtschaftliche Ein­heit Deutschlands wieder hergestellt fei, von der Tatsache der immer noch bestehenden französi­schen Besetzung spricht er nicht, obwohl gerade er die Veranlassung gehabt hätte, auf diesen Ausgangspunkt aller Schwierigkeiten zu­rückzukommen.

Indessen, es mag sein, dab er den Fran­zosen im Augenblick keine Schwierigkeiten machen wollte, toe l die Verhandlungen darüber ja doch mit der Räumung der ersten Zone in Fluh kommen und er im Gegenteil sich offen­sichtlich Mühe gibt, der französischen Regierung des Herrn Herriot Verbindlichkeiten zu sagen. Auch in London Weib man natürlich, dab Herriot in Röten ist. Seine Mehrheit be­ginnt brüchig zu werden, und da der französische Mmisterprasldent seine ganze Weisheit auf den Sieg des Linksblockes in Deutschland eingestellt hat ist es unvermeidlich, das) fein Ansehen den Toves stob erhält, wenn ihn diese Hoffnung trügt. Mag also fein, dab Baldwin Herrn Herriot schon halbwegs zu den Toten geworfen hat und nur nicht den Eindruck erwecken möchte, als ob von England aus der entscheidende Stob erfolgt, wenn er auch damit rechnet, dab eines schönen Tages D r i a n i> das Erbe antritt und dann die französische Politik bestimmt. Aber mag es sein, wie es wolle, die Gcsamttendenz der englischen Politik wird weiter dahin gehen, das geht aus der Rede Baldwins ganz därtlich hervor. dab die Freundschaft mit Frankreich die Plattform bleibt und dab England mit Deutschland zusammen nur soweit Politik machen will, als dadurch seine Beziehun­gen zu Frankreich nicht gestört werden.

Gegen die Tarifpolitik der Reichsbahn.

bl. Dillenburg, II. Rov. Sie Entschlie­ßung, die m der groben Industriellen- undGewerkschastsversammlung ge en die Tarifpolrtik der Reichsbahn ein- stimmig angenommen wurde, sagt in den Haupt- teilen u. a.: In einer am 10. Rovbr. in Dillen­burg veranstalteten Kun gebung stellen sämll che in der Einladung zur Tagung aufge,üh tea wirt­schaftlichen Organisationen der Arbeitgeber u.id Arbeitnehmer der Montanbezrrie im Sieger­land, an Lahn. Dill und in Oberhessen in llcbminftimmung mit den zur Beurte lang der Wirtschaftslage zuständigen Mnilcren den oberen und unteren Verwaltungsbehörden, 01 ei- bergämtem, Dergrevicr- und Gewerbe rufsichts- beamten, Reichs- und Landtagsabge r.me en er­neut die seit etwa Jahresfrist bestehende kata­strophale Rotlage der genannten Bez'rke, sowie deren seit Jahrzehnten auch behördlicher­seits anerkannten Rotstandscharakter fest. Die

In einer Viertelstunde hielt er vor dem Haus. Stapleton wartete in er Dibliothel u - geduldig auf den T lephonruf, durch den c. baZ Derstcrk seines Sc hnes ersah e.i würde. Frau Stapleton und Lefevrc waren bei ihm.

Der arme Mann und seine Frar befanden sich in einem bedauernswerten Zusta rde: ih e Augen hasteten ai der Glocke, die au, dem Av- parat stand. Es war jetzt 'echsun^zwa"-ig M - nuten nach acht. ,Rur n ch vier Mi uten." seufz e 5rau Stapleton unter TränenGott im Himmel, warum beeilen sie sich nicht?"

Ihr Mann verbuchte sic zu trösten.ie können sich ein wenig verspätet haben, meine Liebe. Rege dich nicht auf! Ich bin überzeugt, dab fie Dort halten."

Bernet ging ,-ai Lefevrc und erklärte ihm mit wenig Wor e i die Tejcbenbe.tea des Abe b3. Der Präfekt lachte grimmigAlso ha sich Du­vall wieder geirrt," bemerkte er leise.Mon Dieu! Wenn wir nicht bal> von Friulnn Gon- court hören, werde ich selbst noch ,.e v's."

Langsam Krochen die Zeiger der ilhr vor­wärts. Als die halbe S unde um toar und d e Telephonglocke still blieb, schrie Frau Stapleton in Verzweiflung auf und sank kläglich to/renb aufs Sefa. Stapleton ging, die ülhr in der Hand, im Zimmer auf und abSie sind wieder gestört worden." raste er.sonst Häfen sie mir schon früher telephoniert." Er toan'te ich an Lefevre.Hof­fentlich haben Sie nichs getan, um nochmals ^ie Wiederkehr meines Sohnes zu vereiteln?"

Richts, Monsieur."

Staple on wartete ttxi ere fünf Mi"ii en. Es war nun zwanzig Minuten vor neun Ülh-.- Die Telephonglocke b.tvb dauernd ruhig Dee Sack er

klappte die lH>r zu und steckte sie in die Latche. Sein Gesicht toar bl.ich vor Wut und Schmerz. Schwelst tropfen standen ihm auf der Stirne.Die Verbrecher!" schrie erSie haben ihr Wort ge­brochen und mich bei dem HanLÄ um hunderttau­send Dollar gebracht. Ich sehr weitere handert- tausend Dollar aus für den. der fie tot oder leien- big einfängt und meinen Knaben auffindet!'

Tiefe Stille herrschte in dem Cemach und wurde nur durch Frau Stapletons stostwries Schluchzen unterbrochen. Weder Lesevre noch Bernet wagten zu sprechen.

Plötzlich erhob sich starker Lärm im Vorraum brausten bei den Dienstboten. In ihrer Ergeben­heit für ihren Brotherrn waren fie dort ver­sammelt. um den verlöre re r Knaben willkommen zu heisten. Es waren bestürzte Rufe Schee e ces Schreckens.

Die im Zimmer Anwesenden wandten s-ich überrascht dec Türe .zu. Im selben Augenblick erschien Richard Duvall, Er stolperte und hat e Mühe zu stehen, indem er sich am Türrahmen hielt. S-ein Gesich: war blutüberströmt,eine Klei­der zerrissen und aufgeknöpft.

Er schwank e einen Augenblick in der Tür.

Was bedeutet das was ist los?" schrie Stapleton und stürzte auf ihr zu.

Das Kind befinde: sich 42 Rue Ricolo, Passh." hrnichte der Detektiv, bann fiel er schwer zu Boden.

Siebzehntes Kapitel.

Richard Duvall wartete in ungeduldiger Er­regung in dem ÄI i er schrank in Francois Zim­mer und hörte endlich einen leisen, vorsichtigen Tritt auf der Treppe. Er zog sich mit gesvanmen I

Donnerstag, J3. stovemoer 192)

Versammlung stellt zur Vermcidung des völligen wirtschaftlichen Zusammenbruchs der Rotstands- bezirke erneut in letzter Stande abermals fvt- genbe Anträge bc; der Reichsbahnvern»al1ung zur beschleunigten Durchführung 1. Für ben Eisen- erzvers and aus den Montanoeziri« ani g. Lahn. Dill und in Oberbeff en die Ar.Sn..hmetorit>i 7a und 7b mindestens auf den DortriegSsatz zu ermäfrigen. 2 Für den Dren nstoffbezug der Gruben, Hochofenwerke, Paddel- Walz-, Hammer- und Stahlwerke desselben Gebete- sowie für eine der ®nergiebelie c ung Dorgcn.tanler Be­triebe entsprechende Quote de Brennfh ffberüge der Ueberlant*,->calialen desf.lbe > Gebetes ixa Ausnahmetarif 6a ebenfalls mmdestens auf dea Dortriegssay zu ermähigen."

Aus der Provinz.

Landkreis (Wiegen.

t Grünberg, 11 Rov. Unter dem Vorsitz des Ctabtrats Schmidt II. beschäftigt - sich der ©emeinberat in feiner heutigen Sitzung zu­nächst mst bet ®üigcrmeifl erfräge, wobei der Dorfitzende ersuchte, die Frage heute zu ent- scheiben, ob ein Berufs- oder ein ehrenamtlicher Bürgermeister berufen werden solle Stab?rat Iöacl bekundete, der Biuer.ibun) sei für b:e Berufung eines ehrenamtlichen Bürgermeisters, Ctabtrat Schweistgut h b hervor, in einer Besprechung des Baue nbundee mit inebivien Vereinen fei nichts endgültiges festge'eht worden. Stadtrat Wilh. Schmidt IV. stellte ben Antrag, in biefer Sache eine Volksbefragung vvr- zunchmen, der Antrag wurde aber mit 8 gegen 4 Stimmen ab gelehnt Stadtrat Jockel beantragte nunm.hr, die endgültige Entscheidung zu treffen, und man b.schlost darauf, w e gestern schon gemeldet, mit Mehrheit die Berufung eines ehrenamtlichen B ü r g e r m e i st e r s Dem neuen Pächter der Bahnhofswirt­schaft, Brosche, wurde die Schunkkonzefsion erteilt, ben Firmen Schott, Frantfurter ötrahe, Kaus. Alvsclder Straffe und 5y Schäfer. Giestcner St raste die Aufstellung von Benzin­tanks bei ihren Geschäftül-aUern gegen Zahlung einer jährlichen Ane t .mrmgsgebühr von 10 Mk. gestattet. - Die Anschaffung r>erfchie^ener Mo- b-.liarstücke für die Landwirts ch-a ftlichc Schule, die eine groste Schulerz.ihl aufaoeist, wurde genehmigt. Koslenpunlt 310 Mk. Rach Mitteilung des Rechtsanwalts Katz hat Otto Christ in dem Prozest Stadt gegen Christ ben Eid geleistet, daraufhin ist die Klage abgetoiefen worden Der Ge­meinderat erledigte feiner verschiedene kleiner» Angelegenheiten

Kreis Friedberg.

B a b - Ql a u b c i m , 12 Rov. Rach einer neueren Statisti! wurde Rauheim in diesem Jahre von 28 9 3 2 Personen, das sind 1713 mehr wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, besucht. An Bädern wurden in der Zeit vom 1. Januar bis heute 296 225 abgegeben. Die Zahl der Ausländer betrug 3718. Der auffallende Rückgang des Ausländerbesuches ist wohl in her Hauptsache auf die ungünstige Valuta ver- fchiedener Länder (Rustland, Polen, Oesterreich) zurückzuführen.

ÄrciS Schotten.

IH Laubach, 11. Rov Heute fand auf dem hiefigen Rathause die Wahl eines QU i t g 11 e b 6 ber Handelskammer Friedberg für den Amtsgerichtsbezirk Laubach statt. Der Qöezirk umfastt 74 Wahlberechtigte, von denen 21 von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. 15 Stimmen fielen auf Zigarr-enfabr-ikante.il Michel von Laubach, 6 Stimmen auf Dr. Herrle, Verwalter ber Chem.schen Frbrik Friebrichshütte" bei Laubach; ersterer ist somit gewählt. Der Laubacher Eis verein lästt soeben die Vorarbeiten zur Herrichtung ber Eisbahn auf brmO b e r f ee" unterhalb bes Ramsbcrgs auSführen. De Schleuse ist neu errichtet, und das anschliestLnde Mauerwerk mit Beton wasserdicht geschlossen. Ebenso ist die Drä­nage in dem Zentralschacht in den Abzugskanal geleitet. Der GraSwuchs des Obersees wirb nicht mehr vom Eisverein verpachtet, sondern von ber Gräflichen Gutsverwaltung selbst verwerlet. Die Gräfliche Rentenkammer hat nicht nur die Her­stellung ber Schleuse in dankenswerter Weise übernommen, sondern auch b:e Benutzung des Obersecs" zu einem sehr mäßigen Pacht preis überlassen. Das Dierfamilienhaus an ber Stiftsstraste, die sich als Lardenbacher Weg fortseht, ist nunmehr im Rohbau fertiggestellt. Das Haus umfastt 4 Wohnungen zu je 2 Zim­mern mit Küche und Zubehör für kleinere Fa­milien. Man hofft, noch im Winter die Innen­einrichtung fertigzustellen. Dah der Bestand an Hochwild in ben gräflichen Walbungen

Muskeln zurück und sah unverwandt nach der Tür.

Obwohl es im Zimmer dunkel war, genügte ber von austen kommende Cch-mmer der Stra en- lampcn und bas mat <e Licht des A e ib'y.mmel8 ihm jetzt, da sich seine Augen an die Finsternis gewöhnt fxitten, nichr nur ben Chauffeur bei seinem Eintritt ins Zimmer zu erkennen, sondern auch seine Bewegungen mit wenig oder ohne Schwierigkeit zu verfolgen.

Der Mann hatte es offenbar eilig Er ging auf ben Waschtisch an ber gegenäberlicgenben Vtond zu, tastete nach der Ta'che rlampe. d e, wie Tuvall wustte. ein wenig nach hinten lag.

Rachdem er sie gefunden, leuchtete er damit kurz auf seine Taschenuhr, sah, welche Zeit es bxrr, ging an die Türe, öffnete fie und lauschte gespannt.

Der Detektiv vermutete sofort, bah er auf das Weg geh n seines Verbündeten, bes Mannes mit dem schwarzen Bart, horchte.

Da kam ber Chauffeur zurück, machte die Tür mit befriedigtem Brummen zu und ging nochmals auf ben Waschtisch -u Duvall nar/m an, dast er die farbigen Glä'ec holte, mittels deren er das emvfa.agene Zeichen weitergeben wollle.

In einem Augenblick toar er am Fenster, und Duvall sah, nne er die Glas^chalen auf die Brüstung legte und sich erwartuig.voll hinaus- lehnte.

Es schien lange u dauern, bi8 er sich regte. Der Detektiv, ber über feine Schul er weg sah. sand, bah fein Ausblick ro beschair en axrr. bist er die Lichter über die Avenue Tltalatoff brnaust nicht s^k-n konnte. (Fortsetzung folgt.).