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Wirtschaft.

Eine Stützungsaktion für den Berliner Effektenmarkt. Wie die Ber- Irner Blätter hören, haben die der Berliner Stempelvereinigung angehörenden Banken gestern mittag in einer Sitzung beschlossen, mit Rücksicht auf die katastrophale Kursentwicklung der letzten Lage Mittel zum Zwecke einer Stützungsaktion . den Berliner Effektenmarkt bereitzustellen. Man will mit Hilfe dieser Gelder besonders drängendes Angebot aufhalten und glaubt. Last die Höhe der verfügbaren Mittel eine Gewähr für den Erfolg dieser Stützungsaktion bietet.

* Darmstädter und Rationalbank. ja der Aufsichtsratssitzung wurde der Bericht der Persönlich haftenden GeseNschafter über das Ge­schäftsjahr 1923 vorgelegt. Das Gewinn- und Ver­lustkonto pro 1923 ergibt folgende Ziffern (in Million-Mark): Einnahmen: Provisionen 11 869 388 Zinsen 16 618 615; Ausgaben: Ver- waltunaskosten 14 813 122, Steuern 2 288 927, Saldo des Gewinn- und Verlustkontos 11 380 954. Sie Bilanz weist auf der Passivseite die Kre­ditoren aus mit 207 515 480, die Akzepte mit 255 002, Sonstige Passiva mit 2 556 974. Unter Aktiva sieht man u. a. folgende größere Beträge: Kasse, fremde Geldsorten und Kupons rnkl. Gut- haben bei Roten- und Abrechnungsbanken 20 333 304, Wechsel und unverzinsliche Schahan­weisungen des Reichs und der Bundesstaaten 5 691 129, Rostroguthaben bei Danken und Bank- firmen 77 577 236, Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen 16 995 699, Debitoren in lau­fender Rechnung 96 249 906. Die Avale beliefen sich auf beiden Seiten der Bilanz auf 12 145 343.

* Konkurse in Hessen. Heber das Ver­mögen der Firma Bandma nn und Geipel G. m. b. H. Celluloid- und Deinwarenfabrik in Offenbach, wurde das -Konkursverfahren er­öffnet. Forderungen sind bis zum 9. Juli beim Amtsgericht Offenbach anzumelden. Heber das Vermögen der Firma W. P l e n tz u. C v., Fabrik feiner Leder waren in r^fenbach, wurde ebenfalls das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 14. Juli beim Amtsgericht Offenbach anzumelden.

* Friedensbauleistung der beut- /eben Werften im Jahre 1 923Rück- Sang des Daube st andes. Im Jahre 1923 ist gegenüber dem Vorjahre der Bestand an Neu­bauten der deutschen Werften in Seeschiffen für deutsche Rechnung erh'blich zur-ückgegangen Wäh­rend die Reubauziffern infolge der durch die Entschädigungen des Reiches ermöglichten Wieder­aufbautätigkeit in den Jahren 1920 und 1921 die Vvlkriegsziffern nicht unerheblich übersti'g n und während sie noch im Jahre 1922 der Zahl DC*t 1913 fast entsprachen, sind sie im letzten Hahr äuf etwa die Hälfte der Tonnenzahl des Jahres 1913 zurückgegangen. Lediglich die Bauten für ftemde Rechnung zeigen eine günstigere Entwick­lung und hier ist sogar eine reichliche Verdoppel mng des Baubestandes von 1913 zu verzeichnen Der gesamte Baubestand der deutschen Werften (an See- und Flustschiffen) betrug im Jahre 1923 1121 Schiffe mit 858 120 Tonnen. Hiervon wur­den 715 Schiffe mit 517 105 Tonnen fertiggestellt, e-'ie Hahresbauleistung der Werften in Tonnen Uerechnet entspricht genau derjenigen des Jak-res 1913, in dem 936 Schiffe mit 523 733 Tonnen fertiggeflellt wurden und ist demnach als entschie­den günstig zu bezeichnen.

* Stillegung von Kal iwerken Der Magdeburgischen Zeitung" wird von zuverlässi­ger Seite mitgeteilt, dast die Leitung der ver­bundenen Konzerne Wintershall und dre Deutsche Kaliwerke Glückauf-Son­dershausen beschlossen haben, nach voran- gegangener. Dcfah.ung durch die Defahrungskom- miisivn angesichts der schlechten F.nanz- und Wirt­schaftslage folgende Werke ruhen zu lasen: v?n Wintershall die Gewerkschaft Hübstadt, die .Gewerkschaft Hebra und Lohra; v)n den Deut­schen K a l i w e r fe n'bie Sonderhausener Kali­werke Ludwigshall, Schacht 1 und 2. d e Gewerk­schaft Immenroda^ die chemischen Fabriken in , Wolkranshausen die Gewerkschaften Hedwigsbucg, ^Wcrk Reuhof-Fulda, Earisfun) Schacht 1 und 3 yUnb Kaliwerk Abtlg. Dernburg, vom Glückauf- ^K o-n z e r n die Gewerkschaft Glückauf Schacht 3 -nnb 4, das Kaliwerk Großherzig von Sach en. Die Beamten und Arbeiter der ft,! gelegten Werte sind zum nächstgclegenen Kündigungstermin zu entlassen.

* Hngünstige Lage der Kalkindu­strie. Rachdem im April allseitig eine leich e Belebung d:s Geschäfts zu verzeichnen war, wurde im Mai wegen mangelnden Absatzes durchweg mit stark eingeschr. nkten DetnB.n gearb i.et. Die Erzeugungsmöglich eiten wurde : im a.lgeme'nen nur zu einem Fünftel bis zu einem Drittel aus- genuht. Lieferfristen^ wurden daher überhaupt nicht beansprucht. Geld- und Kreditnot, sowie schleppender Zahlungseingang seitens der Kund­schaft beunruhigten den Markt stark. Infolge des Bergarbeile.ausstandes rief die stillg.leg.e Eisen- und Stahlindustrie des besetzten Ceoietcs keinerlei Stahlwerkkalk ab, so dast lausende Ton­nen gebrannten Kalkes dem Verderben ausgesetzt wurden. Gleichzeitig trat für die westdeutsche KaMndustrie empfindlicher Brennstof'm angel auf, der zu Arbeitsstreckungen und zuM Ausblasen einer Anzahl Oefen führte. Der Ausfall an Lie­ferungen für die chemisch' Industrie beträgt rund 80 v. H.. lediglich der Abruf durch die Stickstoff- Werke Mitteldeutschlands ist als gut zu bezeichnen. Die Landwirtschaft fällt schon seit April fast aänz- lich als Käufer aus. Die in diesem Frühjahr besonders spät liegend" Bestellung und die die Lanö w-r'fchaft hauptsächlich treffende Detriebiapi- talnot schließen zum grasten Schaden der Volks- ernährung in vielen Fällen die Verwendung von Düngekalt aus. Der Absatz an d^s Baugewerbe war derartig gering wie selten, wegen der fast im ganzen Reich aus Anlast der zahlreichen 'Bau- arbeiterstreiks ruheirden Bautätigkeit. Das Aus­fuhrgeschäft ruhte vollständig, während ftemder Kalk, besonders aus der Tschechoslowakei, der deut­schen Kalkindustrie scharfen Wettbewerb bereitete. Auch machen sich wieder Bestrebungen bemerkbar, Schweizer Kalk einzuführen. Die Preise für Kalk­

erzeugnisse sind kaum geändert, trotzdem vurch- schnittlich Lohnerhöhungen von 2530 Prozent erfolgt sind.

' Siegen-Solinger Guhstahl-Ak- tienverein, Solingen. Im Geschäftsbe­richt für 1923 sagt die Gesellschaft u. <l, dast das Geschäftsjahr unter der Einwirkung der Ruhr- besehung in starkem Maste gelitten habe. In erster Linie wurde davon natürlich das Solinger Werk betroffen, aber auch die im unbesetzten Ge­biet liegenden Betriebe blieben von den Wir­kungen der Ruhrbesehung nicht verschont. Die im vergangenen Geschäftsjahr begonnenen Neubauten und Inneneinrichtungen sind fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Die Stahlverfeine­rungsanlage auf dem Guhstahlwerk Solingen ge­hört zu den modernsten und besten Einrichtungen ihrer Art. Der erzielte Reingewinn betrug ein= schliehlich Dortvag aus dem Vorjahre 288 874 Billionen Mark. Es wird vorgeschlagen, mit Rück­sicht auf die jetzigen Verhältnisse von der Ver­teilung einer Dividende abzusehen und den gan­zen Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. In Ausführung des Beschlusses der G.-V. vom 9. Juni ist die Hauptverwaltung der Gesellschaft nach Berlin verlegt worden. Der jetzige Geschäfts­gang leidet unter den allgemein bekannten Er­scheinungen des Kapitalmangels und der Kredit­not. Der Auftragsbestand der Werke ist zur Zeit befriedigend. Die Nachfrage nach den Fabri­katen der Abteilung Meyersfeld, Kirschbaum u. Co. in Solingen ist besonders grost, so dast dieses Werk noch auf sechs Monate hinaus vollauf beschäftigt ist.

* Die Wirtschaftskrise in Polnisch- Ob er s chl es ien hat eine bedeutende Verschär­fung erfahren. Don der Friedenshütte wurde am Dienstag 2600 Arbeitern gekündigt, von denen über 800 aus Deutsch-Oberschlesien stammen. Die Daildonhütte hat ein Blechwalzwerk stillgelegt. Auch in der Königs- und Laurahütte hat sich die Lage verschlechtert. Don den 1100 von der Laura- Hütte noch beschäftigten Arbeitern sollen noch 500 entlassen werden. Weiter will die Königshütte 2000 Arbeiter entlassen. Man erwartet, dast in den nächsten Argen Handelsminister Kiedron in Ostoberschlesien eintrifft, um an Ort und Stelle sich ein Bild von der Lage zu machen.

*

Berliner Dorfe.

Berlin, 12. Juni. (Wolff.) Die abermalige Steigerung der amerikanischen Getreidenotierun­gen hat wiederum nur geringen Einfluh auf die Tendenz des Berliner Marttes gehabt. Einiges Geschäft fand in Roggen statt, der von Mittel­deutschland und auch sonst gefragt war, für den es aber auch nicht an Angebot mangelte; zum Teil konnten etwas bessere Preise dabei erzielt werden. Don Auslandsware kam nur etwas russischer Roggen, der aus zweiter Hand mehr­fach angeboten wurde, zum Handel. Amerikanischer Roggen ist gegenwärtig zu teuer. In Weizen bleibt das Angebot reichlich; die Mühlen nehmen aber bei dem schlechten Weizenmehlgeschäft nur wenig Käufe vor. Gerste, Hafer und die übrigen Artikel hatten bei wenig veränderten Preisen stilles Geschäft. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 147 bis 151 (still), Roggen, märk. 128 bis 135 (still), Braugerste 148 bis 154 (still), Futtergerste 140 bis 147 (still), Hafer, märk. 126 bis 133 (still), Raps 250 (still); für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,50 bis 24 (behauptet), Roggen- mehl 19 bis 21,25 (behauptet), Weizenkleie 8,70 bis 8,80 (still), Roggenkleie 9 bis 9,20 (still), Diktoriaerbsen 18 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 10,50 bis 12, Lupinen, blau 9 bis 10, Seradella, alt 13 bis 13,50, neu 11 bis 13, Rapskuchen 9, Trocken- schniheln 6,40 bis 6,50 Mk.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(On Billionen Mark auf jebnuft. BuenoS-AirrS. London, Neu. York, Japan, Rio de Jo.eiro für eine etnbth, Wien und Budapest für 100 000 Ein denen, alle« übrige für 100 Einheiten.!

Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)

Banknote«.

(Ohne Gewähr.)

11. Juni

1Juni

Rcpart.

Sinnliche NoiirriMa

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11.

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1.6,61

16 , 9

156,61

157,39

voll

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Bris. 'm Uv

18,85

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19,03

19. 6

voll

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56,36

56,61

55, 6

66.64

voll

voll

Kop.'iibog.'n

70,57

70,93

70,57

70,93

voll

voll

©tOilLolm . Helnngfors. Italien. . . London. . . Neupork . .

'10, 2

111,28

110,72

111,28

voll

10,47

18,20

10,53

18,30

10,47

18,20

10,53

18, 0

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18,055

18,145

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voll

4,14

4,21

4,1 \

4,21

voll

voll

Poris. . . .

Schweiz . .

-1,8.

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21,95

73,88

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22,28

73,88

voll voll

voll voll

Sva iien . Wien in D.-

1*5,85

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voll

voll

Ccft. abgeft

6,89

5,91

5,89

5,91

voll

voll

Prag . . . Budapest. . Buen.-Aires

12,22 4,59 ,315

12,28

4,61

1,955

12,22

4,59 ',845

12,2

4,81

1,3^5

voll voll

voll voll

Du lo arten Japan . . . 'N io de Jan Belirad . . Lissabon . .

2,9 5 1,655 1,425

4,94 11,72

2,98 1,675

8,4 5

4,96 11.76

2,965 1,665 1,425

4,94 11,72

2,986 1,675 1,435 4,96

11 IS

voll voll voll voll voll

voll »oll voll voll voll

S>rTfrT, 12. Juni

Geld

I Brief

Remark.

Amerikanische Noten ....

Belgische Noten...... .

Dänische Noten......

4,13

18,65

70,17

17,99

4,21

18,75

voll voll

Englische Noten...... .

70,5-

18,09

22,26

156,74

voll

Französische Noten.....

Holländische Noten ....

voll voll voll

. 15596 18,05 55,11 5,84

italienische Noten.....

Norwegische Noten......

T eutsch-Oesterr, ä ioo Kronen Rumänische Noten . . .

18,1 5 56,99 6.88

voll voll voll

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

110,42

7s,iS 56,61 12,17 4,-9

1.81

110,98

voll voll

Svanische Noten.......

75,68 55,89 12,23

4,21

voll

Tschechoslowakische Noten . .

Ungarische Noten.......

voll voll voll

Frankfurter Dorfe.

Frankfurt a. M., 11. Juni. Tendenz: Hneinheitlich. Der- Derkehr eröffnete sehr un­einheitlich. Gleich zu Beginn des Geschäfts herrschte ziemliche Rachftage bei einer allgemein günstigeren Beurteilung vor, vevanlaht durch die Nachricht von dem Abschluß der Der Handlungen

amerikanischer Bankiers uver die Gewährung eures weiteren Kredits von 20 Millionen Dollar an die deutsche Gvldbank. Einen sehr guten Eindruck machte auch das Interview, das der ^voraussicht­lich elünftlge französische Ministerpräsident Her- riot dem Berichterstatter desDaily Expreh" ge­währt hat. namentlich die Stelle, wo Herriot davon spricht, dah er fein Bestes tun werde, um eine Entspannung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eintreten zu lassen. Bald aber erhielt man Nachrichten von neuen finanziellen Schwierigkeiten in Düsseldorf und Stuttgart und in Verbindung damit kam nament­lich von Berlin aus viel Material auf den Markt, so dah die schönen anfänglichen Erholungen rest­los wieder verloren gingen. Einzelne Papiere, namentlich auf dem Chemiemarkt, hatten anfäng­lich ihre ganzen gestrigen Verluste einholen kön­nen, als plötzlich wieder der Hmschwung eintrat. Dieses Ereignis zeigt wieder einmal deutlich wie notwendig es ist, dah dem deutschen Wirtschafts­leben ball» eine gröbere Anleihe gewährt wird, damit die deutsche Wirffchast und damit auch die Effekten sich wieder erholen können. Der Frei­verkehr konnte feine kleinen Gewinne teilweise behaupten. Api 2, Decker-Stahl 21/a, Decker- Kohle 3Vb. Krügershall 21/8, Petroleum 8i/2, Hsa 3Vs- 2luf dem Devisenmarkt konnte der französische Franc seine Defestigung weiter fvrtsetzen. London gegen Paris SO3/».

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

9n VMlonen Prozent

Frankfurt a. M.

Schlug. Schluß.

Kurs Kurs

Berkin

11. 6.

12. Ö.

Datum:

6,87

7

1

1,65

5,3

8

,75

7,66

1,87

1,6

8,25

8,75

8

10,1

0,9

5

2,7

V

73,2

3,13

38

6,13

8,25

24

33,25 0,85 1,75

0,063

6,185

0,650

0,90

0,172

0,350 0,300

0,064

0,340 0,160 0,650

0,085

0,190

8,87

6

2,6

2

4,2 73,2

3,13

40

1,66

1,5 8,?

0,425

17,6

3, 5

18,1 8,75

5

2,5

6

1.8

8,75

11,5

1,75

7,37

11

6,75

8,6

21,75

31,75

0,218

4,2

72,90

3,2

0,065 0,350 0,170 0.650 0,088 0,190

18,75

2.65

15 3,25 5,61 6,87 0,350 7,13 10.6 1,15 0,360 0,500

3,4

6 5

6,87

0,409

7,2

11

6.13

7,5

34 36,13 44,5

6 9,25 3,87

7 18,37 15,5

25

17,25

3,25

0,76 1.8

0,067 0,365

0,190

0,675

0,095 0,190

IU.I

3,37

6,9

4,2

72,9

3

38

15

3,85

5,8

6,75 8,?5

8,13

5,8

8 10,5 6,1 8,5 4,75 25,25

31

34 36,25 45,25

6,25 9,25 3.87

7,6

19 16,25

81

0,35 37,65 6,75

7 8

34 37,87 47,37

5,6

9,1

3,6

7,13

19 16,75 £0,5

) Dom ^v~~oajtunc?-?ct

Märkte.

1.13 0,350 0,35

36,5

5,75

6,75 37,25 36,75

45,9

6,1

9,3

3,25

6,9 18.37 16,25

26,5

10,75

6,26

6,9

7.6

10,2 0,.

1,8

3,2

5.3 2,5 2,05

5,75 1,55

7 10,87 0,800 6,13

7,2

8, 3 10,6

6 8,25

6 24 33

5°/, Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche Retchsanleihe .

Deutsche Reichsanlethe 3°/ Deutsche Rcichsanleive . Deutsche «Sparprämienanlethe 4°/0 Preußisch: Konsols . . . 4° o Hessen...........

3'/,"/« Hessen 3°/0 Hessen Deutzchc Werth. Dollar-Ank. dto. Doll.-Schatz-Anweisug.') 4% Zolltürken 5% Goldmcfikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Naiionalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche Deretnsbank .... Tioconlo Commandit .... Mctallbank...........

Mitteldeutsche Crcditbank. . Ocsteireichische Creditanstalt. Westbauk...........

Bochumer Guß Buderus.......... .

Caro .............

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau......

Kaliwerke AschcrS leben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....

Laurahütte...........

i. berbedarf........

Phönix Bergbau.......

Rheinuahl Rieben Montan........

TelluS Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....

Chcramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cont -Guano.....

Badische Anilin........

Chemische Mayer Alapin . . GotdlLmidt . . . .... . . Gries eimer Electron .... Höchster Farbwerke......

Holzverkohlung........

Rütgeröiverke Scheideanftalt ........

Alla. ElektrizitätS-Gesellschast Bergmann Mainkr.istwerke........

Schuckcct...........

Siemens & Halske......

Adkerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ..... Heyligcnstaedt.........

J.i cguin.............

Frankfurter Armaturen . . . Ko nervensabrik Braun . . Metallgesell chaf, Frankfurt . Pct Union A.-G Schuh'abrtk Herz Sichel............

Zcllstop. Waldhof ' Znckcr-abrik Frankenthal . . Zuckeriabrik Waghäusel . .

Schluß.

Ku 4

11.6.

Schluß. klur?

12.6.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 12. Juni. (Wolff.) An der Börse find mit ziemlicher Bestimmtheit Gerüchte im Hm- lauf, wonach bei der von Tag zu Tag bedenklicher werdenden Lage von den Großbauten Stützungs­käufe auf dem Effektenmarkt geplant feien. Wie auf Anfraae von führenden Groh banken, welche diesen in Börsenkreisen schon seit langem erörter­ten Gedanken angeregt haben, mitgeteilt wird, haben in dieser Hinsicht zwar Besprechungen zwi­schen den Mitgliedern der Berliner Stempelver­einigung stattgefunden, die aber wegen der Schwie­rigkeit der Materie noch nicht abgeschlossen sind. Jedenfalls wurde hierdurch die bisherige Ab­gabenneigung etwas gedämpft, so dah das auf den Markt kommende Material wesentlich geringer ist; dabei zeigte sich auch ehre etwas vermehrte Aufnahmelust, die überdies eine Stütze in gröbe­ren ausländischen Kaufaufträgen fand. Auch die aus Reuyork vorliegende Meldung vom Abschluh eines neuen Diskontkredits von 25 Millionen

Dollar mit der Deutschen Gvlddiskontbank wurde als günstiges Zeichen für die erhoffte Entspan­nung der Geldknappheit bewertet. Das Geschäft war zwar auf allen Gebieten unverändert ruhig, jedoch erfuhren die Kurse der in den letzten Tagen am meisten mitgenommenen Papiere Erholungen von 1 bis vereinzelt 2 D. Proz. Irn allgemeinen blieben sie jedoch unverändert. Bei minimalen Hmsähen unterlag der Kursstand weiterhin ge­ringfügigen Veränderungen. Am Geldmarkt hat sich die Entspannung tixiter ausgewirkt, so dah kurzfristiges Geld reichlicher zur Verfügung stand. Am Devisenmarkt war die Nachfrage wieder klei­ner als das Angebot. Veränderungen in den DvllzuteUungen brauchten daher bei den Devisen und Banknoten nicht einzutreten.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 12. Juni. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 16,50 bis 16,75, Roggen 15 bis 15,50, Braugerste 16 bis 16,50, Hafer, inländ. 15 bis 15,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 26,75 bis 28,25, Roggenmehl 22,50 bis 23, Weizen- und Roggenkleie 8,50 bis 9 ML

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

fpd. Frankfurt a. M., 12. Juni. Auftrieb: 781 Kälber, 79 Schale und 780 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber, feinster Qualität 58 bis 65, mittlerer Qualität 50 bis 57, geringerer Qualität 45 bis 50; Schweine unter 80 Kilo 40 bis 48, von 80 bis 100 Kilo 48 bis 50, über 100 Kilo 48 bis 50 Goldmark. Der Handel vollzog sich langsam. Schweine hinterliehen Heberstand.

Büchertisch.

X Vor wenig Monden feierte fern im Schlesien ein Mann seinen sechzigsten Geburtstag, den bis­lang nur ein kleiner Kreis als den gottbegnadeten Dichter erkannt, hatte, als den eine Reihe stark verinnerlichter Novellen und Romane, hing , haucht, durchgearbeitet, ein jedes ein Kunstwerk der Ge­danken und der Form, den Landsmann Gerhart Hauptmanns feit langem ausgewiesen hatten: Her­mann Stehr. Er hat uns in seinem Jubeljahr einen neuen Roman geschenkt, der gelesen, erlebt, durchfiebert werden muh, will man Hermann Stehrs dichterisches Wollen verstehen, will man durch all den Kitsch eines verbildeten, entdeutsch- ten Literatentums wieder zurückfinden in die tiefste, echteste Seele deutscher Dichtung.Peter D r i n & e i f e n e r, wie alle Wer^e Stehrs bet Friedrich Lintz in Trier erschienen, ist die Ge­schichte einer Jugend, die Geschichte eines Ringen­den mit sich und der Welt. Ein alter, zerbroche­ner Buchhalter erzählt sie in seiner letzten QXacbt gleichsam als Entsühnung von schwerer Schuld, bevor er selbst den Tod sucht in den stillen Fluten eines Waldsees, in die er, ein Mörder wider Willen, vor langen Jahren die Geliebte hineintrieb, aus Verzweiflung an der Gestaltung seines und ihres Lebens, aus Mangel an dem letzten Mut zum Leben. Der Dämon seines Her­zens ist die Sinnlichkeit. Er nimmt früh den Kampf mit ihr auf in stetem Gedenken an das blinde Lenlein, die heilige Gestalt, die allein ihn immer erneut emporzieht aus dem Schlamm und Ekel seines Sinnenrausches: Die Welt ist stärker als er. Als sein heimatlicher Hof verschuldet, seine Lausbahn als Jurist ihm abgeschnitten durch die Schuld des lotterigen Bruders, da sinken dem Kämpfer die Arme nieder: er sieht keine Hwsfnung auf eine eheliche Verbindung mit dem Lenlein, das er mit der zerstörenden Glut seines Herzens liebt, ohne die er zurücksinkt in den Sumpf des Lasters, aus dem ihn die Geisterstimme des Hei- ligenlenleins wieder herauszieht zu einem Leben der Sühne und Buhe. Aber die Erlösung, um die er sehnt und bangt, findet der müde Erden­kämpfer erst in dem Augenblick, als er in dieser Bekenntnisnacht die Larve der Eitelleit und des Selbstbetrugs abreiht. Da entsteht das Bild des Lenleins wieder rein in seiner Seele und er hat sich durchgerungen zu dem, was des Lebens Weis­heit ist, die der Dichter ihm mit den schonen Wor­ten in den Mund legt:Wir Menschen, die Tau­sende und Millionen, arbeiten an den Werk­stätten Gottes. Die einen schmieden in einer hohen, lichten Halle die andern in finstern Höhlen, je nachdem sie sind, die einen in der Not des Guten, die andern in der Not des Dösen. Am Ende aber, im Tode wenn das Dasein abgelaufen ist, finken alle die Belichteten wie die Finsteren in die eigene Tiefe hinaus, in diesen unaussprechlichen Abgrund unseres Wesens, den die Menschen drauhen Gott, in sich Seele nennen .... Aber wenn die Men­schen recht von Grund aus wollen, vermag das Leben nichts über sie. Ich war ein Schwacher ein Hnbeständiger und bin immer vom Hellen ine Finstere vom Licht in den Schatten gedrungen. Nun ist's vorbei. Nun überwand ich alles, indem ich mich überwand."

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Herriot über seine Politik.

London, 12. Juni. (WB.) Herriot er» fläite in einer Unterrebung mit dem Berichter­statter desDaily Expreh", er fei b e r e i t, e t n e Regierung zu bilden und habe die Liste sei­ner Kollegen schon in der Tasche. Jedoch sei die Liste noch nicht vollständig. Er hoffe, bis zum Ende der Woche fertig zu werden. Kein So­zialist werde feiner Regierung bei treten. Dies bedeutet jedoch nicht, daß die geringste Meinungs- verfchiedenheit zwischen seiner Partei und der Partei Leon Blums bestehe. Die Sozialisten hätten ihm ihre Hnterstützung zugesagt. Herriot erklärte weiter, feinePolititgegen- über Großbritannien sei die, sich mit der Londoner Regierung zusamm.nzutun, um die sofortige Anwendung der Sachver- ständigenberichte in Angriff zu nehmen. Er gedenke, in etwa zehn Tagen nach London zu gehen. Wenn alles programmähig verlaufe, werde er sein Kabinett zu Beginn der nächsten Woche, am Montag oder Dienstag, bilden. Er tt>e de das bekannte besondere Programm durchfuhren. Herriot bemerkt weiter: Svrneit Deutschland in Betracht kommt, sind wir da­für, näher zusammenzurücken, und wir werden unser Bestes tun, um eine Entspan­nung unserer Beziehungen mit Deutschland her­beizuführen. Heber die Ruhrs rage und die Amnestie für die ausgewiesenen Deutschen kann ich nichts Bestimmtes sagen, bevor ich nicht die Akten auf beiden Seiten durchgearbeitet habe. Der Berichterstatter desDaily Expreß" sieht die letzte Aeuherung Herriots als eine Andeu­tung dafür an, daß er das Ministerium des Aeußern übernehmen werde.

Amerikanischer Ärcdrt an die deutsche Golddiskontbank.

Neu York, 12. Juni. (WB.) Die ame­rikanischen Bankiers haben die Verhand­lungen betreffend die Kreditgewährung von 2 0 Millionen Dollar an die deutsche Golddiskontbank abgeschlossen.

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