1. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
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Donnerstag, den 15. Mai 1924, abends 8 Uhr
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DonnerSt., 15. Mai, 8 Ubr, Stadtkirche
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Die Bantiger.
Vornan von Hermann Stegemann.
Paul Manning . A. Wiruboff Rudolf Biebrach . Alf Blütecher Gertrud Eysoldt - Robert Leffler
Vortrag von Pfarrer Haupt, Mainz- Weisenau:
„Die gnstände am Rhein"
Alle Evangelischen sind herzl. eingeladen.
Eintritt ,ret. 8M3D Eintritt frei.
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Jasper Brinkenhof
Anton Brinkenhof
Kardel-Fin, genannt der Spökenkieker'
Hans Stedink, der Schmied Heinrich Jörn, Schmiedegeselle Jungfer Eli.......
Lars, der Großknecht . .
Ferner die ersten Aufnahmen:
Das Eisenbahnunglück bei Belinzona
Neuen Bäue 15 eröffne ich demnächst unter dem Namen Gießener Aluminiumhaus ein Spezialgeschäft in
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gegen Sicherheit von industriellem Unternehmen zu leihen gesucht. Schriftliche Angebote unter Angabe der Bedingungen an die Geschäftsstelle des Gießener An-
®r war aufgestanven unb reckte die 2tnmu als mühte er dieses aufleuchtende Stück *1d3 umfassen und an sich reihen.
»Stell ab!“ rief er dem Chauffeur zu und duckte sich, um die Weinkiste unter dem Sitz hervorzuziehen. Der Motor verstummte. Dw Portwem lief trüb und blind in den silbernen Schuhenbccher, aus dem der Baumeister fett dreißig Jahren schlürfte, aber Gottfried Dom- tiger war den gerüttelten Trank gewohnt. Gr hielt den Becher einen Augenblick herausfordernd in das Morgenlicht und stürzte den Wein in vollen Zügen hinab.
Dann fuhr er weiter.
Als der Wagen nach dem Abstieg von der Flanke des Kahlenberges ins Tal der RunS ein- bog, die mit grünem Schwall unter den gedeckten Dnicken rollte, wurde der Baumeister unaeduldia und trieb zu gröberer Eile.
Er sah vornübergebeugt und blickte starr geradeaus. Ec sah weder die Steinbrüche in denen seine Arbeiter den^roten Stein in groben Quadern von den schiefen Wanden lösten, noch die Ziegeleien, über denen eine erstickende Wolke gelben Staubes schwebte, er achtete nicht auf die Druhe, die seinem rasch jagenden Wagen folgten sondern fuhr blind und taub, von seinen Planen über die Umwelt hinausgehoben, durch den strah» lend aufgtzgangenen Tag.
. ^^die Mittagsstunde schob das Auto in die dunkle Drückenwölbung, unter der sich die weihe
schwarze Runs nach kurzem Lauf vermahlten, und hielt bald darauf auf dem Altmarkt vor Dantigers Haus.
(Fortsetzung folgt)
unb ihm Bart und Haare mit den Dünsten der entweichenden Rächt durchfeuchtete.
Silbergrau, grüngeädert stieg der Moraen- himmel über die Berge.
Als der Wagen die grobe Kehre des Kahlen- oerges erklomm, brach der Tag an. Das Gewölk tr«6 gleich einem Rudel bräunlich glänzender! Schafe gen Südwest, und die grobe Silbertafel des Bodensees blitzte aus elfenbeinfarbenen Morgennebeln.
Bantiger hob sich in den Kissen und legte dem Führer die Hand auf die Schulter. Der Wagen bog ein wenig von dec Strabe ab und stemmte sich am Strahenrain fest. Hiec hielt er eine Weile mit gedrosseltem Motor still.
Der Baumeister war schon oft des Weges gefahren und patte schon manchmal hier halten lassen, um den Ausblick von der Hochwarte zu aenieben. 3n Heister Mittagssonne, in goldener Abcndllarheit, in rieselndem Regen und wildem Wetter hatte er sich an dem Blick in die Tiefe ß«[a&t und jedesmal ein Stück Lebensfreude mit sich genommen. Auch heute trank er gierig die Reize des erwachenden Tages. Der Blick reichte so weit wie noch nie. Berg und Dal, spiegelnde, Seen, weihe Strahen, Helle Dörfer und dunkle Städte lagen im roten Frühschein vor ihm aufgeschlagen.
Gottfried Bantiger blickte nicht mit dem Auge des Schönheitsuchers auf das vertraute Bild, smidern saugte sich mit Plänen, Hoffnungen^ Wünschen und seinem ganzen, ewig ungestillten Berlangen nach Besitz und Macht daran festi
..Herrgott, ist das schön 1 Gäb's da noch zu schaffen!" schrie er in sich hinein.
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Run fuhr er heim. Währens die anderen sich labt«' und gesättigt in den Taä schliefen, trug ihn der Wagen durch die dunkle Landschaft, durch verschlafene Dörfer und aufschreckende Städtchen, dem fernen Runs zu. Er konnte den Ort erst auf einem limtoeg erreichen, da die grobe Quer- verbrndung über den Sattel des Wolfenberges und das Schallerntal aufwärts noch in seinen Planen schlummerte. Aber er dachite nicht an pauS und Heim. Richt Heimverlangen trieb ihn, sondern die zum Handeln drängende Gewihheit, dah er keine Stunde verlieren durfte, um das' geplante Werk an sich zu reihen.
Da überfiel ihn ein neuer schöpferischer Ge» danke Wie nicht von ihm selbst stainmend, stand er plötzlich vor ihm. Er sah die Strabe auf einmal zur Bahnlinie werden, die schnurstracks in die Rächt schob. „Donner und Wetter!" schrie er laut, und der Ehauffeur lieh den Wagen rascher laufen.
Bantiger fieberte im schlingernden Gehäuse.
Während noch Ausschüsse, Regierungsvertreter uno Abgeordnete an der Aussteckung und der Finanzierung des Strahenprojettes würgten während die Zeitungen den Lesern vorrechneten' dah die neue Verkehrsader vier Städte und neun- Midzwanzig Dörker verbinde und die Landschaft Runs dem Unterland fünfundneunzig Kilometer
WW? kranke! Verb Sie auSfuhrl belehrende Grattsbroichlire Dr. Hugo Vrwo.V.w.b.S Berlin - Steaiitg 106*
n^cr bringe, beschäftigte er sich schon mit dem Plan zum Dau einer Dahn, die dem Strahen- zuge folgen sollte. Gelang ihm das, so war der Strastenplan nur Vorspann für die Eisenbahn gemefen, die Strabe selbst nur gut für den kleinen Aer^hc von Ort zu Ort und für das Automobil, die Bahn aber wurde zum groben lebenspendenden Element, das vom ersten Pickelstrich bis zur Fertigstellung Tausende von Händen in Dewegung setzte, im Laufe der Zeit die ganze Gegend umwalzte und ihm selbst ungezählte Früchte in den Schob schüttete.
Er lachte in sich hinein, er griff nach dem Aktenbündel, das neben ihm den Rücksitz füllte und legte die Hand darauf, als sähe etwas Liebes, Lebendiges neben ihm, das er gern näher an sich gezogen hätte. Es waren nur Strahenprofile, aber er fühlte schon die Dahn unter den Fingern und begann schon den Feldzugsplan zur Gestaltung dieses neuen Werkes zu entwerfen. Er hatte sieben Jahre an die Strabe gewendet und war bereit, noch einmal sieben Jahre an die Dahn zu verschwenden. Er war erst siebenundfünfzig Jahre alt und dachte noch nicht baran, feine grauen Haare zu zählen, dachte nicht an die Gefahren dec Zukunft, an drohende Weltstürme, an den Kampf, an die Parteiungen, die das Land zerrissen, an die Fülle der Lasten, die schon auf seinen Schultern ruhte und an die groben Verpflichtungen, die er eingegangen war, er sah nur das Werk, das ans Licht verlangte.
»Fahr zul" schrie er dem Fahrer ins Ohr und schlug den Mantel auf, um die Luft einzu- schlürfen, die sich vor seinem heitzen Gesicht staute |
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Sonder-Konzert der neuen Künstlerkapelle Artur Jung mit verstärktem Orchester.
Aus dem Programm:
I. Violin-Konzert (C-Moll) Mendelssohn Solist Herr Kapellmeister A; Jung
II. Edelweiß .... Semmering Solo für Piston von Hoch.
Solist Herr Topp.
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Das Geheimnis vom Orlnhnhot
6 Akte nach dem Roman „Die Brinkschulte" von Josef von Lauff
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Mittwoch, den 14. Mai 1924, abends 8 Uhr, in der Neuen Universitätsaula
DieSchöpfung
Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Joseph Haydn
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ab, Mittwoch, dem 21., und Donners' tag, dem 22. Mai d.J. in Nürnberg im Gelände neuer Pferdemarki statt.
Programm:
DienStaa, den 20. Mat, nachm. 1 ttbr, Beginn des Markles.
Mittwoch, den 21. Mai, norm. V.9 Uhr, Lormustcrung und Aufnahme der zu prämiierenden Pferde. Nachmittags.
. ™ Prämiierung I.
IVs Mr Neitvserde unter dem Reiter,
2 Ubr Viererzllge,
2*/i Uhr Wagenpferde, vaarw. imtvespann 3 Uhr Wanenpserde.etnzeinimGespann.
Prämiierung II.
*3'/, Uhr Pferde aller Gattungen bayer. Zuchv Hengste und Stuten von 3 Jahren und älter,
4 Ubr Pferde aller Lander: L Arbeitspferde, paarweise, schweren und mittelschmeren Schlages- 2, Ar» beilSvferde, einzeln, schweren und mittelschweren Schlages.
Donnerstag, 22. Mai, nachm. 2 Uhr: Preisvertcilnng mit Musik.
Anmeldungen sind an die Geschäftsstelle des Vereins Fränk. Pferdehändler, Nürnberg, Schwabach. Str.A, bis 15 d.M. su richten. Telephon 11448. 3790bs
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