Ausgabe 
13.3.1924
 
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Hochschulnachrichten,

Wechsel in der Leitung der Gießener Uni- verfitatS-Augenklinik

Q.ll. Der außerplanmäßige außerordentliche Professor für Augenhellkunde an unserer Uni­versität Dr. Adolf (Zeh hat den an ihn er­gangenen Auf abS Nachfolger des in den Ruhe­stand tretenden ordentlichen Professors und Di°

irtxfc einen Küfer und dessen Frau bet sich in der Wohnung. Sn der Wohnung fan­den spiritistisch: Sitzungen statt, bei denen der sorgfältig dressierte Küfer das Medium spielen muhte. Ein Ehepaar kam nun eines Tages $u ehret Lvfflerschen Sitzung. Der Küfer fiel m einen tiefenhypnotischen Schlaf" und gab auf Befragen der Löffler an, daß er der Geist Lieb- knÄtS sei. Plötzlich erwachte das Medium, griff nach einer Bürste, und im gleichen Artgenblick stürzten sämtliche Bilder von den Wänden, Gegen- stände flogen durch die Luft. Auch ein Bild des Bauunternehmers siel zu Boden, und das wurde damit erklärt, daß sich der Baumeister neulich einmal abfällig über die Geister geäußert habe, und dah nunmehr der böse Geist im Hause walte. Die ganze Gesellschaft ging in die Küche, um den Geist Ml suchen. Kaum war man an der Küchen­tür angelangt. als auch schon unter riesigem Ge­töse das Geschirr und die Kochtöpfe auf die Erde rasselten. Run aber hatte das bis dahin ganz gläubige Ehepaar genug Es verlieh schleunigst das Geisterhaus und erstattete Ai^eige. Die Poli- - -t stellte jetzt die unglaublichsten Geistergeschichten fest. ®le Löffler, ihr Baumeister und der Küfer hatten vor der Sitzung sämtliche Bilder an der Wand untereinander mit feldgrauem Faden be­festigt und an eine Dürste gebunden. Auf ähnliche W-ise hatte man zwischen den Kochtöpfen in der Küche denKontakt" hevgestellt. Llebttzens hatte di? Frau Löffler den zweifelnden Eheleuten gegen­über geäuhert, dah auch Karl Wahmann bei den von ihm veranstalteten Sitzungen so ähnlich verfahre. Don Interesse war es schliehlich noch, dah den Sitzungen stramme Knerper ien von Wein mrd Sekt oorausgingen, den Stoff dazu hatte der wackere Küfer aus dem Hotel, in dem er früher angestellt war, gestohlen. Po'tzetbecmnte über­raschten in der vergangenen Ülacht in einer Filiale des Konsumvereins in der Mainzer Land- strahe drei Menschen, die gerade zahlreiche ge­stohlene Sachen verpackten und damit ver­schwinden wollten. Auf die Frage der Beamten, was sie ^u so später Stunde noch in den Räumen zu tun hätten, erwiderten sie, sie machten 3 n- ve n tu rau f na hm e. Die Ausrede half aber nicht. Das Kleeblatt wurde verhaftet und stellte sich auf dem Revier alS vielfach vorbe­strafte Gircbrecher heraus.

rektors der Augenklinik, Geh. 'Lledtzinalvat Dr. Adolf Dossius, angenommen.

Karl Gottlieb Adolf Dossius, geboren am 10. Februar 1855 zu Zempelburg i. Westpr., stu­dierte von 187379 zu Königsberg Medizin. Gr Promovierte am 15. September 1879 bei der medi­zinischen Fakultät der Universität Giehen und war dann bis Ende September 1881 Assistenzarzt bei der Llniversitäts-Augenklinik daselbst. Dom !l. Oktober 1881 bis l.Mai 1882 hielt er sich studienhalber in Rostock und Göttingen auf, um alsdann nach Königsberg überzusiedeln, wo er bis 1. April 1887 an der Äniversitäts-Augenklinik als Assistenzarzt tätig war. Am 28. Juli 1882 habilitierte sich Dr. Dossius bei der Universität Königsberg. Daselbst erfolgte am 12. Avril 1887 seine Ernennung zum auhervrdentl. Professor, Dom 1. Oktober 1889 bis 1 April 1890 war er stellvertretender Direttor der Universitäts-Augen­klinik Königsberg Zum 1. April 1890 wurde er als ordentlicher Professor für Ophtalmologie und Direktor der ophtalmologischen Klinik an die Landesuniversität Giehen berufen. Am 12 Ro- vember 1904 wurde er zum Geheimen Medizinal­rat ernannt. 3m Jahre 1905 war er Rektor der Universität.

Adclf Wilhelm Karl Theodor Jeß ist ge­boten am 7. März 1883 zu Bordesholm, Kreis Kiel. Gr studierte im Sommerhalbjahr 1902 in Tübingen Rechtswissenschaft und wandte sich als­dann dem Studium der Medizin zu, dem er an den Universitäten Marburg, Göttingen und Ber­lin oblag. Die Doktvrpromotion erfolgte 1907 bei der medizinischen Fakultät der Universität Göt­tingen. Rach Erlangung der Approbation war Dr. Ich am Allgemeinen Krankenhause in Bre­men und den Univ.-Augenkliniken in Göttingen und Würzburg als Assistenzarzt, sowie am physio­logischen Institut der Universität Würzburg als Vrlvntävassistent tätig. Am 29. Juni 1913 habili­tierte er sich an der Landes-Universität Gie­hen für das Fach der Augenheilkunde. Die Er­nennung zum außerplanmäßigen außerordent­lichen Professor erfolgte am 20. Dez. 1918.

Vermischtes.

Mordanschlag eines entlassenen Kommunisten.

Berlin, 12. März. (WTD.) Der im Sie­mens-Konzern tätige Prokurist Succow wurde heute morgen nahe seinem Hause in Rikolossee von einem ihm «auflauernden Mann a n ge­schossen mrd an den Deinen schwer ver­letzt. Der Anschlag wurde von dem wegen kommu­nistischer Umtriebe entlassenen Kalkulator Pleß- ner verübt. Dieser hatte bei seinem letzten Besuch bei Succow die Absicht verfolgt, seine Wieder­einstellung durchzusetzen und bereits gedroht, er werde dem Direktor an den Kragen gehen. Dem Täter gelang es, in den Wald zu entkommen.

Mutter und Sohn gememsoM m den Tod.

Berlin, 12. März. (Priv.-Tel.) 3n ihrer mit Gas angefüllten Wohnung In Steglitz wurde eine Frau und ihr achtjähriger Sohn tot km Bette liegend aufgefunden. Der Haupthahn der Gasleitung war geöffnet ES scheint sich um Selbstmord zu handeln. Durch eine schadhafte: Stelle war eine große Gasmenge in die Räume der oberen Stockwerke gedrungen und betäubte zwei Personen, so dah sie ins Krankenhaus ge­bracht werden mußten.

Eine fette Pleite in Frankreich.

Paris, 13. März. (WTB.) Der Bankier Anton Simon, der auch dem Derwaltungsrat des CrHdit de France ang-.-hörte, ist unter Zurück­lassung eines Defizits von 152 0 Millio­nen Francs geflüchtet. Diesen Passiven sollen fast keine Aktiven gegenüberstehen. Gegen den Flüchtigen ist eine Untersuchung wegen Vertrau.nSb.uchs und Betrugs e.ngelettet Worten.

Wurst wider Wurst

Die lustigen Gesellen des Schubertkreises pflegten sich die Eintönigkeit des Alltages durch allerlei lustige Neckereien und Späße zu vertreiben. Als nun Schwind aus Wien wegging und von den Freunden Abschied nahm, bat ihn Bauernfeld, ihm doch ab und zu Nachricht über fein Befinden zu geben. Schon von der fünften Station aus sandte Schwind einen Eilboten auf Dauernfelds Kosten, der ihm einen dicken Brief brachte, in dem aber nichts weiter stand alsIch be­finde mich wohl." Bauernfeld machte gute Miene zum bösen Spiel und kratzte sein letztes Geld zusa men, um den Eilboten zu bezahlen. Nach einiger Zeit aber erhielt Schwind in München eine schwere unfrankierte Kiste durch die Post, und als er sie öffnete, fand er darin einen 16 Pfund schweren Stein und einen Zet­tel von Dauernfelds Hand mit folgenden Worten:Lieber Freund! Bei der erwünsch­ten Nachricht von Deinem Wohlbefinden ist mir beifolgender Stein vom Herzen gefallen."

Büchertisch.

X Erdmann Hanisch: Geschichte Polens (bei Kurt Schröder, Bonn). Mit der Kenntnis der Geschichte fremder Böller ist es bei uns von jeher schlecht bestellt, um so mehr, sobald es sich um die unserer östlichen Nachbarn handelt. Wie dringend notwendig aber das gründliche Studium gerade der polnischen Ge­schichte für unser Doll hätte sein müssen, haben die politischen Mihgriffe der letzten Kriegsjahre, die schweren Enttäuschungen, die das polnische Doll uns auf Grund einer völligen Verkennung

feiner Volkspstzche und feiner politischen Grund- einstellung bereitet hat, zur Genüge tu abgetan. Wer von polnischer Geschichte mehr wußte als diepolnische Wirtschaft", dasWahlkönigtum" und diepolnischen Teilungen", dem waren diese Enttäuschungen erspart geblieben. Unt> heute, wo wir weite deutsche Gebiete an das neuerstandene großpolnische Reich verloren haben, wo nirgends sonst eine deutsche 3rrebenta unter den Be­drückungen und Verfolgungen des herrschenden Bollsteiles mehr zu leiden hat als in Polen, ist von eminenter Wichtigkeit auf Grund der Geschichte des polnischen Dolles die geographi­schen, historischen, kulturellen und schließlich poli­tischen Zusammenhänge begreifen zu lernen, aus denen das heutige Polen sich gründet, mit denen es seine Daseinsberechtigung in der heu­tigen Form verteidigt. Wir wüßten faum einen besseren Führer hierzu als HanischsGeschichte Polens". 3n nicht immer gleich flüssiger Sprache, aber mit größter Sachkenntnis und stets packend durch den gebotenen Stoff gibt der Verfasser eine eindringliche Schilderung von der Entitehung des polnischen Reiches im Dunkel des frühen Mittelalters biß zur ersten Blütezeit um die erste Jahrtausendwende. Der Kaurpf mit dem Deutschritterordm, die große Aera des jagell)- nischen Herrscherhauses ist mit besonderer Liebe fesselnd dargestellt. Der Kampf mit Schweden um die Ostsee, die Türkenkriege, schließlich die Herrschaft des Hauses Wettin, Polen ein Spiel­ball der europäischen Kabinette, wie ein roter Faden zieht sich durch alles hindurch die 3ntri- guenwirtschaft des Adels, der keine Zusammen­fassung der nationalen Kräfte duldete, fernem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung Raum gab. Besonderes Interesse gebührt dem leytcn Abschnitt, der Polens Geschichte nach den Tei­lungen behandelt. Mit richtigem Blick wird die verderbliche Jnkvnseguenz der preußischen- Polen- Politik gegeißelt, die tn der im Reichsland Elsaß- Lrthringen ketriebenenSchaukelpolitll ih e traurige Parallele fand. Leider findet die Polenpoliük der Mittelmächte im Weltkrieg eine reichlich kurze, alber immerhin prägnante Darstellung. Das Schlußwort des Verfassers zeigt die unhaltbare Struktur des neuen Pvlenstaats und zeigt ferner, daß das neue Polen an dem gleichen liebel krankt, an dem das alte zugrunde ging, am Parteihader.

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