I
Ä
Frist abgesandt werden.
^rnsbewndere am Montanmarkt in Die xragc uneinheitlich. bei den meisten der bisher tührenden Montanwerke überwogen eher die Abgaben. Auch an den anderen Märkten machte «ich erhöhte Abgabeneigung bemerkbar. Die Belebung, die gestern für einzelne Spezialwerte eingetreten war. blieb auch heute bestehen.
Dörfenlurse.
(Ohne Gewähr.)
•
ffranlfnrt a- M.
Berlin
Ruxa börse
Schlich, ftucs
Schllchk. Mittag. börse
Tflhtnt:
1 12. | 11. -2.
10. 11.
11 12.
0.86J
10,85
2. für festverzinsliche
Anleihen, die auf Dollar lauten.
bisher in „Mark für eine Gold- wurden, in „Reichsmark für ICO
109.5
19,75
17,85 20,50
10,2
10,60
16.60
17 7
1 85
10,25
sind, in „Reichsmark die bereits auf Gold- „Reichsmark für 100
131
6,16
12
25.4
3,50
27
19
23,60
24
0,06.
0,950
27,25 3.5
4,9
11 75 27,75
1975 24 13
24,2»
17,76
132,5 6 25
12,50
12
16,50
24,75 5
132
6,1 >
12,50
16,50
11,50
5
11.13
27,40
19
84
24,13
17,8
16,35
17,10
1 8 10,10
107
IS.'O
54,75
49,25
3.1
auf Goldmark umqestellt für 100 Papiermark', b) mark umgestellt find, in
0,360 .970 ..80 1.-7
0 5
1,10 1.2
1 29 1,18
94 25 88,;0 10,75
Zur Rotiz: Die Berliner Wertpopier» börse notiert nach folgenden Grundsätzen:
1. für Aktien und Anteile, a) di« noch nicht
Karben Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie b i s 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen Rotierungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papier- mark", c) 8—15 Prozent Reichsschahanweisungen „S" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark";
3 für die festverzinslichen wertbeständigen
10.60 17,60
58,50
69
28 3,2 >
8.8
I (1,85
M 2.6 2.75 10,40
Anleihen, die mark" notiert Godmark";
4. für die in Prozenten;
10.5
17,25
78,40
67,25
2.7
3,3
8,4
1 0,c95
• 1.3 ! 0,99 I 1.905 i 0,535 । 1,145
1,2
1 1,28 | 1,1 i
97,25 I 68 60
I 10,5
I 12
132,75 6.21
12,25 11,»
16,60
1,87 1Ü 0,325 77,75 16,25 10,40 80 25 81.25
107.75 15
18 90 6 81
12,25 53
48,2
41,25
Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Rotierungsart über 15 Mil-
5. für die nach Sachwert verzinslichen Pfandbriefe und Schuldverschreibungen, die bisher in Billionen notiert wurden, in „Reichsmark".
Devisenmarkt Berlin—Frankfvrt a. M.
(An Billionen Mark au-gedrückt ®neno8-Htre8, London. Wen« hort. Japan, Rio bc ftmtefro für eine Ein bett. Wien und Budove» für 100000 Ein betten. aCefl flbriae für 100 Einhettrn.) Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
6% Deutsche RelchSanleld» 47c Deutsche SlcichSanleive . 3-/«7n Deutsche Neichsanleibe 3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Sparvraimenanleihe ,4°/o Preußische Konsotö . . .
4° o Hessen . . .......
8’/>% Hesse» 3% Hessen . . . - ......
Deutsche Werrb. Dollar-Anl. dto Doll -Schatz.Änireting.
47» Jotafin:».........
67« Goldmexikamr
Berliner Handelsgesellschaft tfomuicrj’ und Prlvat-Bank Darmst. und Naitonaldank - Deutsche Bank.........
Deutsche Bereinsbank .... Disconto Commandtt . > . Metallbank...........
Mitteldeutsche Treditbank. . Lcfterreichische üreditanstalt Westbank............
Bochumer (Stift ......
Buderus.......
Cara ..........
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......
«aliiverke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregel«. .«. .. Laurahütke Cberbeharf...... • • • .
Phönir Bergbau ...... Rheinitabl Nie deck Montan ....... lelluS Bergbau ....... Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llotzd.....
Cheramtsche Werke Hrbtit .
Zementwerk Heidelberg . .
Philipp Holzmanu
Vnglo-Eont -Guano . . . . , Badische Anilin........
Tdemische Mayer Slavü, .. Goldschmidt........ .
®rie«. eimer Electron .... Höchster Farbwerke......
Holzverkohlung........
Vlütgerslverke ........ Echcideanstalt.........
«n« Eiekkrtzttätr-Sesellschaft Beramann ......
Mainkrattwerke ...... . Cchuckcrt ....... . , ,
Siemens & Halöke Adlerwerkr Kleyer *•«.«, Datmicr Motor». ...... Ledligenftuedt ...... Meguil! , ..... frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . .
MetallgefellSchaft Frankfurt. Pei Union A.-Ä....... Schuhtabrtk Hen Eichel. .... . , , , Zellstoff Waidhof.......
Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . - .
10 0,395
79 16,69
10 8
81
83 107,4 15,4 19,4
6,7
12,3
54
46
42,5
Sjollßarten
Ufr noch ver-
Schöffengericht.
* ® leben, 10. Dez. Wegen schwerer kundensälschung und Betrugs hatte sich der nicht vorbestrafte Heinr. Kr. aus W. zu
Die to
AM" 0011 „ MtseyunS
Seite ve üS-S «»iS.-.
schinerzeÄ 6U ob sic besuchte,i)ü^ ff ■,i„ 8d)lu6P«[[
Mter
2fr/ Kflslk . ^Kronkheitsb, Me Erregung wichen, he ihr nach. ®,c ® Pausen cmtraiei tte sich m i rcm sand. Sn der Zische kam in uirüd und beto feiner Äbreifc iScrt schien ste auoschallen zu ll sich ungleich lc: um die Hand d) war, weil er o Aoraß sind all ich habe noch die den Kurt ( selig, aber im schöpf, und als! ungtu’d verschüt sei mit Absicht es. Lieb' Kindch Geschlecht, auch müssen und w
antworten. Sein Dater war von einem Tierarzt beauftragt worden, für diesen Rechnungen einzuziehen unb zu quittieren. Der Angeklagte änderte nun eigenmächtig solche Rechnungen ab, Mehrbeträge steckte er in seine eigene Tasche. Auch unterschrieb er eine Rechnung mit dem Damen seines Baiers. Unter Zubilligung mildernder älmstände wurde auf eine G esäng- nisstrase von 1 Monat erkannt. An sich steht auf einem derartigen Verbrechen Zuchthaus.
Aus der Strafhast vorgeführt wurde der Arbeiter Philipp Diesenbach aus Worms. Dis zum Zahre 1923 war er wegen Diebstahls nur einmal mit einem Tag Gefängnis vorbestraft. Aber dann beging er Diebstahl auf Diebstahl. Z. Z. verbüßt er 32 Monate Gefängnis. Zur Anklage stand ein schwerer Ginbruchsdiebstahl. Als die Franzosen eben in Bochum eingerückt waren — die Stadt war ohne polizeilichen Schutz — benutzte der Ange- llagte zusammen mit drei anderen Komplizen die Gelegenheit, um das Schaufenster eines 5öei= dergeschäfts auszuräumen. Man zertrümmerte die Ladenscheibe, stieg ein und nahm, waS dor einen kam. Zwei der Komplizen sind bereits früher abgeurteilt. Der Angeklagte erhielt eine Gefängnisstrafe von 1 Z a h r und fünf 3 al) re Ehrverlust. Rur die Tatsache, daß der Angellagte z. Z. der Tat noch kaum vorbestraft war, bewahrte ihn y>dt* dem Zuchthaus.
Mit Rachschlüssel in einen Keller in Gießen eingedrungen waren die beiden Angeklagten Hans Hansel und Rudolf K o p s ch auS Gießen. Sie entwendeten dort 48 Flaschen Wein und 20 Pfund Aepfel. Trotz ihrer Jugend haben beide bereits eine stattliche Anzahl von Diebstahlsvorstrafen aufzuweisen. Der neue Diebstahl ist als schwerer Rückfalldiebstahl an sich mit einer Mindestzuchthausstrafe von 2 Jahren bedroht Das Gericht billigte jedoch nochmals mildernde Amstände zu. Eine gewisse Rotlage wurde anerkannt. H. erhielt eine Gefängnisstrafe vo» 1 Jahr 2 Monaten und K. eine solche vor 1 2kahr und 6 Monaten. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt.
Letzte Nackirkchten.
Amerika unb Japan im Pazifik.
London, 11. Dez. (WB. Funkspruch.) 3n einer Meldung des „Daily Telegraph" auS Tokio heißt es: Die Erklärung des amerikanischen Botschafters Bancroft, daß die im nächsten Jahre im Stillen Ozean stattfindenden amerikanischen Flottenmanöver keine Herausforderung Japans bedeuten, wird von der Presse teils unbeachtet gelassen, teils ironisch k r i t i s te r t. „Damato" spricht von „einer schamlosen Dekun- Dung« des angelsächsischen Lleberlegenheits«-
(kngland und die amerikanischen Forderungen.
Paris, 11. Dez. ($11.) Rach einer Radio* Meldung aus Washington ist dem Staatsdepartement eine Rote der britischen Regierung zugegangen, in der die Forderung Amerikas abyelehnt wird, die Besatzung S° kosten wie auch die Schadenersatzansprüche gegen Deutschland auf die Dawesleist ungen des Sachverständigenberichts anrechnen zu können. Bon maßgebender Seite verlautet, daß das Staatsdepartement den britischen Protest als unannehmbar zu- ruckge wies en habe. Die amerikanische And»
Frankfurter Getreidebörie.
(Eigener Drahtbericht des „Gievener Anzeiger*.J Frankfurt a. M, 11. Dez. Es wurden notiert: Weizen 20,75 bis 23.25, Roggen,- inländ. 20.75 bis 22: Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 26. Hafer, inländ. 17,50 bis 21,75, Mais, gelb 21 bis 21,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0. 37 bis 38,75, Roggenmehl 31,75 bis 34,50, Weizenkleie 13, Roggenkleie 12. Tendenz: Befestigt.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger*.^ Frankfurt a. M., 11. Dez. Auftrieb: 12 Rinder, 1004 Kälber. 1083 Schafe, 484 Schweine. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Kälber: Fernste Masttälber 63 bis 70, mittlere Mast- und beste Eaugtälber 52 bis 62, geringere Mast- und gute Saugkälber 43 bis 50. geringe Saugkälber 30 bis 40; Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 35. bis 40, geringere Masthämmel und Schafe 25 bis^, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 15 bis 24; Schweine: Vollfleisch ge von 80 bis 100 Kg. 72 bis 75, vollst, unter 80 Kg. 62 (bi« 72. vollst, von 100 bis 120 Kg. 75 bis 77 Vollfl. 'Von 120 bis 150 Kg. 74 bis 76.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 11. Dez. Ter Prvduktenmarkt war für Lokoware weiter still. 3m Termingeschäft aber kam es trotz schwächerer Auslandsmeldungen zu einer kräftigen Befestigung. Die Frage der Getreidezölle mühte bei einer Entwicklung nadj rechts sehr bald wieder in den Vordergrund rüden. Es notierten je 1000 Kg.. Weizen (märk.) 215 bis 221, Roggen (märk.) 209 bis 213, Gerste (märk.) 230 bis 254, Gerste (neue) 190 bis 200, Hafer (märk.) 168 bis 180, Hafer (fromm.) 158 bis 171, Mais (1000 Bln.) 203 bis 206, Raps 385 bis 390, Leinsaat 400 bis 405; für je 100 Kg.: Weizenmehl 29.00 bis 32.25, Roggenmehl 28.75 biS 31.75, Weizenkleie 14.30 bis 14.40, Roggenkleie 12.50 biS 12.60, Viktoriaerbsen 29.00 bis 32.00, kleine Erbsen 21.00 bis 22.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 15.00 bis 16.00, Ackerbohnen 19.00 bis 20.00. Wicken 17.00 bis 18.00, Lupinen (blau) 11.50 bis 13.00. Lupinen (gelb) 15.00 biS 16.00, Serradelle (alt) 10.00 bis 12.00, Serradelle (neue) 15.00 bis 17.00, Rapskuchen. 16.60 bis 16.70, Leinkuchen 25.00 bis 25.20, Trvckenschnitzel 9.00 bis 9.20, Torfmelasse 8.60 bis 9.00, Kartoffelflocken 18.20 bis 18.50.
nicht mehr abgegeben werden. Bereits jetzt eigen sich die Folgen der Verordnung, die darin bestehen, daß viele Arbeiter, deren erster Weg nach der Lohnzahlung ins Wirtshaus führte, dieses an diesen Tagen meiden und ihr Geld erst im Haushalt anlegen. Auch die Wirte sind damit zufrieden, ist es ihnen doch lieber, wenn ihre Gaststätten ihre eigentliche Bedeutung als Stätten der Erfrischung unb Unterhaltung behalten und nicht als Stätten des Trunkes in Verruf kommen.
Frankfurt a. M., 11. Dez. Ein 34iahriger, aus Amerika eingetroffener Rückwanderer wurde dieser Tage in dem v-Zug Bremen—Frankfurt von zwei Taschendieben in raffinierter Weise ausgeplündert. Dem Greis entwendeten die beiden etwa 20- biS 25jährigen, sehr fein gekleideten Wirschen, indem sie den Gang abblockten, aus der inneren Rocktasche die ganzen aus Amerika mitgebrachten Ersparnisse in Höhe von 624 amerikan.schen Dollars. Die Diebe machten den Eindruck von Ausländern. Sie wurden bei ihrem D ebstahl scheinbar durch einen vornehm gekleideten Unbekannten im Alter von etwa 40 Jahren gedeckt. Dieser gab sich dem Geschädigten als Kriminalbeamter au«, stellte sich ihm zur Verfügung, lenkte indessen, ohne in eine Personalienfeststellung einzutreten, bei der Gegenüberstellung mit den Dieben den Verdacht von diesen ab und lehnte auch eine Festnahme bzw. Durchsuchung ab. Aus der nächsten Station war das Trio verschwunden.
Kassel, 11. Dez. (WB.) Der Senwrchef der Lokomotivfirma Henschel und Sohn in Kassel, Geh. Kommerzienrat Dr. Karl Henschel, ist heute früh nach einem langen und schweren Leiden im Alter von 52 3ahren gestorben.
Wirtschaft.
Die Wirtschaftsfeindlichkeit der fiskalischen Politik.
3m Reichshaushaltsplan für daS Rechnungsjahr 1924 ist für die Zeit vorn 1. April bis 30. September ein Betrag von 2622 Milliarden als Solleinnahme vorgesehen; an tatsächlichen Einnahmen sind dagegen nicht weniger als 3299 Mllliarden erzielt worden, so daß sich allein in diesem halben 3ahr ein ileberfdjufc von 677 Millionen Mark ergeben hat. Die Tatsache, daß im ersten halben Jahre der Voranschlag um über ein Querte! überschritten ist und daß in einem halben 3ahre ungefähr zwei Drittel des gesamten 3ahressolles eingegangen sind, ist besonders interessant angesichts des ilmftanbed, daß der Reichshaushalt nach wiederholten Er-> llärungen des Reichsfinanzministeriums sehr vorsichtig ausgestellt worden ist, d h., daß die Ausgaben zu hoch und die Einnahmen zu niedrig veranschlagt worden sind. Für Preußen ergibt sich ein ähnliches Bild. 3m 3ahre 1914 betrugen in Preußen die steuerlichen Einnahmen 538 Mill., für 1924 werden dagegen 990 Millionen erwartet, so daß sich eine Zunahme von ungefähr 85 Proz. ergibt. Dabei ist auch für Preußen noch mit einer U?berf$reuung des Voranschlages in bezug auf die Einnahmen zu rechnen. Für die Höhe der Gemeindesteuern einen Durchschnittssah anzugeben, ist unmöglich, da die Verhältnisse in den einzelnen Kommunen zu verschieden liegen. Alle« in allem kann man aber annehmen, daß die Pelastuny an kommunalen Steuern mindestens w groß ist, wie die an Reichssteuern.
y Insgesamt kann man demnach die jährliche Steuerleistung Deutschlands zur Zeit auf mindestens 8 Goldmilliarden veranschlagen. Da das jährliche Volkseinkommen auf 25 Goldmilliarden berechnet werden kann, ergibt sich bei einer De- völkerungszahl von 63,5 Millionen eine steuerliche Gesamtbelastung von etwa 150 Goldmark jährlich pro Kopf bei einem Einkommen von knapp 400 Mk. pro Kopf. Den Gesamtwert der deutschen Erzeugung einschließlich sämtlicher Rebeneinnahmen und unter Abzug der Reparationsleistungen, der ins Ausland gehenden Zinsen, des Rückganges der Kapitalerträgnisse usw. kann man auf höchstens 30 Milliarden berechnen. Es ergibt sich also, daß für öffentliche Aufwendungen beinahe ein Drittel des Gesamtbetrages des deutschen Einkommens in Anspruch genommen wird, ein Betrag, der natürlich untragbar ist.
Vergleicht man innerhalb des Etats die einzelnen Etastpositionen miteinander, bei denen der Aufgabenireis gleich geblieben ist, so kommt man zu sehr interessanten Ergebnissen. Das Reich hat für die Besoldung seiner Angestellten nur unbeträchtlich mehr aus^ugeben Äs zu Vorkriegszeiten. Die Ausgaben für das Heer, für die Marine, für die Kolonien, für Zinsentilanng usw. sind zu einem erheblichen Teil weggefallen. Andererseits sind für Reparationen, für erhöhte soziale Fürsorge, für Betreuung der Rückwanderer usw. erhöhte Ausgaben erforderlich, so daß dadurch ein gewisser Ausgleich eintritt. Tatsächlich sind aber die Ausgaben des Reiches zur Zeit um ungesähr 35—40 Prozent höher als im Frieden. Aehnlich liegen die Verhältnisse tn Preußen. Dort wird für die Finanzverwaltung ein Betrag von 88 Millionen ausgegeben, gegen 62 Millionen Mark im 3ahre 1913, trotzdem die Finanzverwaltung fast ganz auf das Reich übergegangen ist. das dafür unter Ausgaben 360 Millionen Mark verbucht gegen 7 Millionen in der Friedenszeit. Das Landwirtschaftsministerium verursacht eine Ausgabe von 57 Millionen, gegen 38 früher usw. Bei den Gemeinden herrschen in bezug auf die Ausgabensteigerung ähnliche Verhältnisse. Die Gemeindekassen sind zur Zeit außerordentlich flüssig, teilweise werden Baulichkeiten (sogar Hotels). Grundstücke, Effektenbesih usw. erworben, es wird von manchen Kommunen ein schwunghaftes Geldverleihgeschäft betrieben usw.
3eh er Finanzdezernent muh natürlich eine vorsichtige Politik treiben. 3eht aber sind die Reserven derartig reich ausgestattet, daß eine weitere Thesaurierungspolitik überflüssig ist. Es ergibt sich nunmehr mit dringendem Zwang die Frage, wie sowohl an Einnahmen, wie an Ausgaben abgebaut werden kann. Mit Fltckwerk ist der Wirtschaft nicht gedient, sie muß viel- nehr eine grundlegende Reform mit dem klaren Ziele einer allgemeinen Kostenherabmind-rung verlangen.
* Starke Belevung des Ruhr- kohlenversandes. Wie der „Deutsche Handelsdienst" aus dem Ruhrgebiet erfährt, sind durch die Lieberschichten auf vielen Zechen des Essener Bezirkes nach ^lebernahme der Ruhrbahnen durch die deutsche Verwaltung erhebliche Verkehrssteigerungen zu verzeichnen gewesen. Auch im Anfang des Monats Dezember konnte sich die günstigere wirtschaftliche Lage erhalten. 3m Güterverkehr, der sich während und nach der Llebernahme der Dahnen in jeder Weise reibungslos vollzog, wurden an die Reichsbahndirektion Essen und ihre Dienststellen erhebliche Anforderungen gestellt. Die Entlastung der Dahn durch die Rheinwasserstraße war nur gering, weil durch das Hochwasser und den dann eintretenden Rebel im Gebirge die Schiffahrt erheblich behindert wurde.
* Gin neuer Aktienschwindel. Die Berliner Kriminalpolizei hat einen neuen Akiien- schwindek, der sich auf das Ausland erstreckt, aufgedeckt. Es handelt sich um einen gewissen Dr. Hoelscher, der selbst Aktiengesellschaften und Gesellschaften m. b. H. begründet und 3n= terimsscheine auch noch nicht hergestellter Aktien und Anteilscheine zu seinen Gunsten in den Verkehr brachte. 3n einem Falle hat er mehr Aktien anfertigen lassen und verkauft, äls der Auf- sichtsrat beschlossen hatte. Hoelscher gründete auch im Auslande ganz allein Gesellschaften und nannte sich dann Präsident des Auflichtsrates oder bei ausländischen Gründungen Präsident des Exekutivkomitees. Gr trat als alleiniger Gründer der Hanseatik G. m. b. H^ in Berlin, der ©ocietö anonyme frour Finaneement in Wien und der Fleisch- und Fett°A°G. in Priyherbe auf. Hoelscher wurde wegen Betrugs und ilr= kundenfälschung und ferner wegen dringenden Verdachts des Meineides und Verleitung zum Meineid verhaftet und der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Er gibt zu. zahlreiche 3nterimsscheine unrechtmäßig hergestellt und in den Verkehr gebracht zu haben. Das 3ahrbuch für Aufsichtsräte nennt Hoelscher als Aufsichtsratsmitglied von 40 Gesellschaften, Aktiengesellschaften und Gesellschaften m. b. H. Er selbst bestreitet diese Mitgliedschaft. 3n den meisten Fällen will er nicht wissen, wie das 3ahrbuch dazu kam, ihn als Mitglied aufzuführen.
* Ausbeutung türkischer Bergwerke durch Deutsche? Wie das Blatt „La Dulgarie" meldet, hat eine Gruppe deutscher Kapitalisten durch Vermüllung ihres Vertreters in Konstantinopel bei der Staatspräsek- tur Schritte unternommen, um die Erlaubnis zur Ausbeutung der Braunkohlenwerke in Aghatchli zu erhalten.
* Deutsche Vereinsbank, Frankfurt a. M. Der Aufsichtsrat legt einer für den 8. 3anuar einberufenen G. V. die Goldmarkeröffnungsbilanz vor, die eine ilmftellung des Papiermark-Aktienkapitals auf 1,6 Mill. Gm. vorsieht. Der Reserve sollen 400 000 Gm. überwiesen werden. Ferner soll unter Ausschluß des gesetzliches Dezugsrecht der Aktionäre das Grundkapital um bis 4,4 Mill. Gm. erhöht werden.
* Elektrizitäts- A.-G. vvrm. Lah- meyer & So., Frankfurt. Die Goldbilanz sieht eine Umstellung des Aktienkapitals von 120 auf 18 Millionen Mark Stamm- und von 10 Millionen Mark Vorzugsaktien auf 10000 M-Mk. unter Bildung einer Reserve vön 1801 000 R.-Mk. vor.
* Frankfurter Gas- A-G., Frankfurt. Die Goldbilanz sieht die Umftellung von 400 Millionen auf 20 Millionen R.-Mk. (20:1) vor.
* Die Dank von Frankreich hat ihren Wechseldiskont von 6 auf 7 Prozent erhöht.
Frankfurter Abendbörse.
Frankfurt a. M., 11. Dez. Auch die Abendbörse stand unter dem verstimmenden Einfluß, den die älngewißheit der Regierungsbildung auslöste. Die Zurückhaltung war noch stärker ausgeprägt und die Abgabeneigung machte sich weiter mehr oder weniger bemerkbar. Das Geschäft war für 3ndustriewerte sehr klein und die Kurse bröckelten meist weiter ab. Auch der Anleihemarkt lag lustlos und zum Rachgeben geneigt. Stärkere Einbußen hatte wieder der Montanmarkt zu verzeichnen, wo neue Rückgänge bis zu 2 Billionen Prozent auftraten. Etwas widerstandsfähiger war der Markt der chemischen Papiere, wo die Rückgänge weniger scharf hme- vortraten. Elektrowerte lagen ruhig und waren nur gering ermäßigt. Am Bankenmarkt ließen die Kurse nur geringe Veränderungen erkennen. Berliner Handelsgesellschaft gaben um 3 Proz. nach. Auch die anderen 3ndustriewerte bröckelten zumeist leicht ab. Die Börse schloß etwas widerstandsfähiger, doch in unsicherer Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,865 bis 0,860, 4proz. Reichsanleihe 1075 bis 1125, Zwangsanleihe 125 Mark. Bankaktien: Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 3,1, Berliner Handelsgesellschaft 131, Kommerzbank 6,15, Darmstädter Dank 12, Diskonto 16,35, Dresdner Bank 8,4, Metallbani 17,1. Mitteldeutsche Kreditbank 1.85, Oesterreichische Kreditaktien 10,10, Rheinische Kreditbank 3. Montanwerke: Harpener 107, Mansfeld 4, Phönix 5,2, Rheinische Braunkohlen 37, Rheinstahl 47,35 bis 47, Tellus 3, Kali-Wester- egeln 18,50. Chemische Papiere: Badische Anilin 27,25 bis 27,10, Griesheim 23,5, Scheideanstalt 20,50. Elberfelder Farben 24,10 bis 23,80, Goldschmidt 19, Höchster Farbwerke 24 bis 23,90 bis 24, Holzverkohlung 7,50, Chemische Rhenania 5,75, Rutgerswerke 17,25. Elekkrowerie: AEG. 10,25, Licht und Kraft 7.50, Mainkraft 10,6. Transport- werte: Rordd. Lloyd 3,45. Baltimore 60, Alte Lombarden 7.80. Sonstige 3ndustriepapiere: Kleher 2,8, Reckarsulmer 7,35, Aschaffenburger Zellstoff 25,50, Dyckerhoff und Widmann 4,05, ©ebr. 3unghans 11,75, Lechwerke 18,40, Rhein- inetall 9, Voigt und Häffner 1,625, Frankenthalzucker 4,30, Stuttgartzucker 3,20.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin. 11. Dez. Obwohl die technische Lage der Börse im allgemeinen nur Abschwächungen Raum gibt, liegen doch für einzelne Spezialpapiere günstige Momente vor, so daß die Börse als nicht einheitlich bezeichnet werden kann. Die Spekulation nimmt Verkäufe ohne Gewinnrealifationen vor. Das herauskommeirde Material findet nicht überall glatte Ausnahme, sodaß vereinzelt Kursermäßigungen eintraten.
*** - »«ntnote*. Mj Ri« : |
(Ohne Gewähr.)______
i£. Dezbr.
li. Dezbr.
Repan.
vnitnch, 'Notierung
Amutchr Notier < t,
Wrlb
Briet
Weib |
•8r-ef
10.
11.
klmll.-Nott
162,8!
170.26
169, .9
17,,21
'.'vll
voll
Brll.-i'Intw
<0,79
20,85
20,81
20,70
voll
voll
Chrilliania.
63,82
63,93
3j5
63,99
voll
voll
fiopenbagen
74, 1
74,6'
74,21
74,33
voll
voll
©tocfhnhn . HelstngforS Italien. . .
119,00
11 ,34
113,06
113,34
voll
voll
10,552
18,175
10,592 1t,215
10,55
18,12
10,59
18,15
uoUiood voll voll
London. . .
19,715
19,765
19,71
19,76
voll voll
Neupork ..
4,195
4,805
4,1)5
4,806
DOU'DOU
Paris. . . .
Schiveiz . .
22,67
22,71
. »2,41
12, 6
voliivoll
61,27
61,47
81,27
61,47
DDlI'DßO
Svanien. . Wien in D-»
V3.48
V8.62
68, ,8
18,52
voll
voll
Ceft. äbgest Prag . . . . Budapest. . L'uen- Airc» tzukaarien Japan . . . Hfo de Jan Belgrad . . Lissabon . ■
5,91
f,93
0,907
5,925
voll
voll
12,67 8,71
1,613
3,065
12,71
6,73
1,8 2
6,675
12,67
8. 2 ,627
3,065
11,71
6,66
1,6 1
3,175
voll voll voll voll
voll voll voll voll
1,613 0,418 6,31
19.73
1,617
0,490
6,-3
19.77
1,602
1,488
6,31
19,73
1,612
1,490
6,33
19,77
VOllpOli voll voll voll voll o.llvoll
Br!,'
4,197 <0,72 ■ 4,34
19.782
52.58 ■. 7'0,27
18,22 C3.86 S.612
2,15 113,33
81,60 68,57 12,69
09
'Jicüart °«.
doll roll voll doll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
Brr"-. 11. Dezbr.
Nmcrllanlschc Moten Belgische Noten .... * Dänische Noten .... . Englische Noten . . . . . ’ ’ * Französische Noten .... holländische Noten .... Atalienische Noten ... . ' Norwegische Noten ' Dculsch-Oeslerr.i» ioo Krone» Rumänische Noten......
Schwedische Noten Schweizer Noten ......
Spanische Noten ..... TschechoslowaNsche Noten .. Ungarische Noten . .
Kev»
20,62 13, 6
19, 82 22,46
169,43 18,1 ’ 63,54 5,89
2,13 112,77 81.17 58,20 12,63
6,67


