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- bk Arbeiter unter ver smstuß unverant­wortlicher dunkler Kräfte gerieten.

Auf Antrag des Rechtsanwalts Lands­berg wird der offizielle Bericht der so- zialdemokratischen Parteileitung über den Massen­streik verlesen. Darin wird in Aebereinstimmung mit den Aussagen Eberts und Scheidemanns be­richtet. wie eine Arbeiterdeputation den Parteivorstand zum Eintritt in den Streik auffvrderte. Es heißt dann weiter: Wir entgegneten, daß der Streik ohne irgend ein Zutun der Partei oder der Gewerkschaf­ten entstand und dah der Arbeiterrat und die Streikleitung bereits bestimmte politische Forderungen aufstellten. Angesichts dieser Tatsache könne uns niemand zumuten, n a ch t r ä g- lich die Verantwortung zu überneh­men. Es kam für uns in Betracht, die Bewe­gung in geordnete Dahnen zu lenken und so schnell wie möglich durch Behandlungen mit der Regierung zum Abschluß zubringen. Als am 23. September 1918 die Reichstagsfrak­tion und der Parteiausschuh sich mit dec Auffor­derung des Prinzen Max von Baden an un­sere Partei, in die Regierung einzutreten, beschäf­tigten, sagte der Abgeordnete Ebert: Wir stan­den bisher immer auf dem Boden der Lan­desverteidigung und es ist ganz selbstver­ständlich, dah wir dabei bleiben. Ebert wurde dann abberufen, um von General von dem Dusche Mitteilungen über die Kriegslage zu erhal­ten. Als er zurückkehrte und uns diese schlechten Mitteilungen weitergab, war er ganz erschüt­tert und schluchzte geradezu, als er bei seinen weiteren Ausführungen sagte,

nun fei erst recht die nationale Verteidigung un­sere Aufgabe;

wir dürften und in diesem Augenblick dem Rufe zum Eintritt in die Regierung nicht versagen trotz aller Angriffe, denen sich die Partei dadurch aus­setzen würde.

Am Schlüsse seiner Vernehmung bestä­tigte Scheidemann die Aussage des Reichspräsidenten, dah im Parteivorstand die einmütige Auffassung bestand, dah es gerade­zu verbrecherisch gewesen wäre, den Ein­berufenen die Richtbefolgung des Ge- stellungsbefehls anzuraten.

Es folgt die Vernehmung des früheren Reichskanzlers und jetzigen sozialdemokra­tischen Abg. Dauer, der zur Zeit des Zanaar- streiks Vorsitzender der Generalkom­mission der Gewerkschaften war und damals mit Ebert und dem sozialdemokratischen Parieivorstand wiederholt üb?r den Sire k ver­handelte. Er bekundet: Dei allen solchen Dfpre- chungen wurde vom Parteivorstand and ganz besonders von Ebert der Standpunkt ver­treten. dah der Streik ein An glück sei und dah man alles tun müsse, ihn so früh wie möglich zu beendigen. Der Eintritt in die Streik­leitung diente nur diesem Zweck. Ebert sagte wiederholt, auch in persönlichen Gesprächen, dah es ein v e r b r e ch e r i s ch e r H n f u g wäre, wenn man den Streikenden raten würde, dem Gestel­lungsbefehl nicht zu folgen. Er sagte, er habe in Treptow den Streikenden crfiärt, der sozial­demokratische Parteivorstand werde seinen ganzen Einfluh geltend machen, dah die Gestellungs­befehle zurückgenommen würden, sobald der Streik beendet sei. Gegen 7 Ahr wird die Weiterver- tzehmuns Dauers auf greitag vertagt.

? Der Bericht der Kontrollkommission.

Pariser Sensationsmeldungen.

Paris. 12. Dez. (TU.) Die Abrüstungs­kontrolle in Deutschland bildet das Tagesgespräch. Es bestätigt sich, dah der Vorsitzende der inter­alliierten Militärkorvtrollkommisfion General Walch zu außerordentlich ungünstigen Schluhfolgerungen über die Entwaffnung Deutschlands gelangt ist. Ein offizieller Bericht des Generals liegt noch nicht vor. Der Pariser Vertreter derTelegraphen-Anion" erfährt von offizieller Seite, daß die Meldungen der Berliner Vertreter der Pariser Blätter übertrieben und verfrüht seien. Die Meldung desJour­nal" dah die Verbündeten am 20. Dezember die Absetzung des Generals von Seeckt verlangen werden, wird als teilweise un­richtig und verfrüht bezeichnet. Man nimmt an, dah eine scharfe Rote an Deutschland von der Dotschafterkonferenz ge­richtet wird. Die Dotschafterkonferenz tritt am 17. Dezember zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Es gehen Gerüchte um, daß Her- r i o t dem englischen Außenminister Chamber­lain auf seiner Durchreise durch Paris Mit­teilungen über den Bericht machen wird und daß bei dieser G legenheit die Frage derRäumung Kölns entschieden wird.

Die deutsch-französischen Wirtschastsverhandlungen.

Paris, 12. Dez. (Sil.) Die deutsche und die französische Wirtschaftsdelegation haben gestern nachmittag eine Vollsitzung abqehalten, in deren Derlauf d i e chemische 3 ndustrie zur Sprache kam. Die Besprechungen haben zu kei­nem Ergebnis geführt. Die Tarifsätze des neuen französischen Zolltarifs für chemische Artikel, die turzlich der Kammer zugegangen sind, werden den Sachverständigen heute unterbreitet werden. Tie deutschen -UntertanÖler muhten nach eingehender Prüfung der einzelnen Sähe fest­stellen, daß ihre Berechnung über den Hau­fen geworfen war.

Der neue Mindesttarif, der Deutschland jur eme bestimmte Reihe von Kategorien chemi­scher Produkte zugestanden wird, ist außer- ordentlich hoch und übertrifft in einzelnen Fallen den früheren Generaltarif. Die beugen Sachverständigen werden heute oder morgen zwar noch einmal versuchen, eine Angleichung der beiderseitigen Standpunkte herbeizufuhren, sehen sich aber genötigt, auf alle Fälle Ende der Woche nach Deutschland zurückzureisen, um mit ihren Auftraggebern über die Situation zu beraten.

Fortsetzung der deu s h-japanischen Verhandlungen.

Berlin, 12. Dez. CSU.) 3m Auswärtigen ,Amt wurden gestern die dmftch-iavanisch n Handelsvertrags Verhandlung en. t- krrze Zett unterbrochen waren, wieder ausge­nommen. Da sich in der Frage der Einfuhr von Seidenstoffen größere Schwierigkeiten «gaben, wird mit einer längeren Dauer der De-

sprechungen gerechnet. Von deutscher Seite tprrv vor allem darauf Wert gelegt, für die E i n - fuhr deutscher Farbprodukte Vergün­stigungen zu erhalten, die die deutsche Farb­industrie in die Lage versetzen, mit den aus­ländischen Produzenten konkurrieren zu können.

Tschang-T olin

Herr der Mandschurei.

Peking. 12. Dez. (Sil.) Die chinesische Regierung hat einen Beschluß veröffentlicht, wo­nach der Posten des Generalinspektors aufge­hoben wird. Die Verwaltung der Provinzen wird zukünftig allein in der Hand des Mili­tärgouverneurs lugen. General T sch a n g- Tsolin, der sein Amt als Generalinspektor der Mandschurei niederlegte, wird zum Mili­tärgouverneur von Mulden ernannt. Sein Sohn und einer seiner Generale werden Gouverneurposten erhalten. Diese Ernen­nung läuft darauf hinaus, daß Tschang-Tsolin tatsächlich Herr der Mandschurei bleibt.

Russische Bestechungsgelder für die Pariser Press?.

Paris, 12. Dez. (TU.)Like." ve öffent- licht ein vertrauliches Rundschreiben eines unge­nannten englischen Banlkonsortiurns, in dem be­hauptet wird, daß demQuotidien" große Be­träge aus dem Propagandafonds der Sowjets zur Verfügung gestellt wurden. Das Rundschreiben ist vom 26. Rovember 1924 datiert. DieLiberte" fordert den Sozialisten Renaudel, der Direktor desQuotidien" und augenblicklich Vorsitzender des Antersuchungsausschufses zur Rachprüfung der Wahlg ttdverteilung ist, auf, ihre Aufgaben Lügen zu strafen.

Bulgariens innere Lage.

Sofia, 11. Dez. (Wolff.) Der Minister­präsident gab vor der Parlamentsmehrheit Erklärungen über die Tätigkeit der Regierung seit dem 9.3 uni ab. Er bestätigte, daß der Staatshaushalt ohne Fehlbetrag abschließen werde und forderte zur Einschrän­kung der Ausgaben auf. Wir haben gegen zwei Aebel anzukämpfen, gegen die Teuerung und gegen das Räuberunwesen: dazu kommt das Problem der Flüchtlinge. Es steht fest, daß sich die meisten Räuberbanden aus Kom­munisten zusammensehen. Wir werden tat­kräftige Maßnahmen ergreifen, um sie vollkom­men zu unterdrücken. Bis jetzt sind 26 000 Flücht­linge angekommen. Hinsichtlich der Teuerung erklärte Kankoff, die Verbraucher mühten sich zum Kamps gegen sie zusammenschliehen.

Der neue Bundespräsident der Lchrveiz.

Bern, 11. Dez. (Wolff.) Die schweizerische Bundesversammlung hat einer gemeinsamen Sitzung beider Kammern den Chef des eidge­nössischen Finanzdepartements, M u s y . zum Präsidenten der Eidgenossenschaft für 1925 und den Chef des 3ustiz- und Polizeidepartements, Bundesrat H ä b e r l i n, zum Vizepräsiden­ten gewählt.

Der Kampf um das bayerische Konkordat.

3n Bayern ist über Rächt eine erhebliche Verschärfung der parlamentarischen Lage ein» getreten, die durch die Behandlung der Gesetz­entwürfe über das Konkordat hervorgerufen wurde. Bekanntlich hat das Kabinett Held mit dem Heil gen Stuhl ein Abkommen getroffen, das der katholischen Kirche finanzielle und wirt­schaftliche Vorteile in erheblichem Umfange ge­währt. Anfänglich schien es, als ob es gelingen werde, im Landtagsausschuß und später auch im Landtag selbst die erforderliche Mehr­heit für das Konkordat zu erlangen. 3nzw scheu aber hat die evangelische Kirche in Bayern gegen die Zugeständnisse Stellung genommen, d durch ist auch d e Haltung d r Deutschnationalen Volks- Partei ins Wanken geraten, so daß man jetzt schon ckllen Ernstes damit rechnet, der Landtag werde das Konkordat ablehnen und die Re­gierung Held daraus die Konsequenzen ziehen. Sollte die Deutschnationale V l sparte!, die jetzt das Zünglein an der Wage ist, sich gegen das Konkordat aussprechen, bann wirb in Bayern letzten Endes nichts anderes übrig bleiben, als den Landtag aufzulösen und zu R e u - wählen zu schreiten, da bei einem eventuellen Rücktritt der Regierung Held eine Regie­rungsbildung ohne öie Bayrische Volksparteiunmöglich ist.

3m Versassnngsausschuh des bayerischen Landtags führte der Ministerpräs deut Dr. Held aus, daß der Staat auf dem Gebiet der Schule keine Rechte preiszugeben habe und daß im Zusammenhang mit dem Konkordat kein Anlaß zu einem Kulturkampf be­stehe, daß vielmehr mit diesen Staatsverträgen der konfessionelle Friede im beider­seitigen 3nteresse gewahrt werde. Das Konkor­dat reiche übrigens über die 3nteressen Bayerns hinaus und erfülle eine nationale Auf­gabe. Rach Ansicht der Regierungskreise muß die Ablehnung des Konkordats den Regierungs­rücktritt und die Landtagsauflösung zur Folge haben.

Pfarrer Koreü

Wieder Reichstagsadgeordneter.

Darmstadt, 11. Dez. (Eigener Bericht.) Wie wir schon vermuteten, ist durch die Listen- Verbindung der Deutschen Demokratischen Partei Hessens mit der Hessen-Aassaus Pfarrer K o r e l l - 3ngelheim ebenfalls wieder in den Reichstag gewählt worden.

Zusammentritt drs Landtags.

Darmstadt, 11. Dez. (Eigener Bericht.) Der neugewählte hessische ßa;iDiag wird, wie ver­lautet, am 2 9. Dezember zusammentreten, nm den Präsidenten und die Ausschüsse tu wählen.

i Hm das Landesbildungsaml.

Std- <Sig. Bericht.) Der ttche Lan^a^ S?1 an flt=

in nu»- . "ne Zuschrift gerichtet,

durch die Unterord­nung des LandeSamteS für das BildunaSwesea

unter oas Staatsmmisterlum dte Gefahr vvryan- den fei, daß zum Schaden der Schule in vielen Fällen nicht fachliche, sondern zum Teil politische Erwägungen allzu sehr in den Vordergrund ge­drängt würden. Es wird deshalb vorgeschlagen, aus dem Landesbildungsamt (wie früyer) eine selbständige Behörde zu machen, deren Leiter Sih und Stimme im Gesamtministerium hat und Schul­mann ist.

Der Haarmann-PrvZeß.

Hannover, 11. Dez. (TU.) Am heutigen 7. VetHandlungstag wurden die Verhandlungen zunächst unter Ausschluß der Öffentlichkeit fort­gesetzt. Daraus wird Grans in ein Kreuzverhör genommen. Haarmann fordert Grans auf zu er­klären, dah er bei einer Leiche mit angefaßt habe, um sie in den Schrank zu bringen. Grans leug- n e t das entschieden ab. Auf eine Aufforderung des Vorsitzenden an Haarmann, nun, da ihn Grans und Wittkowski nicht schonten, alleszusagen, was er wisse, erwidert Haarmann:3ch habe mir die Rächt alles noch einmal überlegt. Fragen Sie Grans, ob er mir wirklich niemals einen jun­gen Mann zugeführt bat!" Grans bestreitet nach wie vor, Haarmann jemals einen jungen Mann zuge ührt zu haben, Weiter bestreitet Grans entschieden, gewußt zu haben, daß Haarmann junge Leute tötete. Er habe auch nie eine Leiche gesehen, sei auch niemals bei einer Tötung da­bei gewesen. - Auf eine Frage des -Vorsitzenden erwidert Haarmann, dah Grans bei der Tötung nie geholfen habe.

Es wird dann in die D e w e i s a u f n a h m e über die Fälle unter Wiederherstellung der Öffentlichkeit eingetreten. Zum Falle Rothe sagt der Vater Rothe aus, er habe seinen Sohn mit Haarmann zusammen gesehen und eine Durchsuchung der Wohnung veranlaßt; es sei aber nichts gesunden worden. Der wegen Diebstahls mit Zuchthaus vorbestrafte Händler 3ohann Hartmann sagt aus, er erinnere sich an einen Fall, wo Grans mit einem jun­gen Mann ging, dec einen grauen Anzug trug. Einige Zeit später hat Grans dem Zeugen den Anzug zum Kauf angeboten. Als er einmal mit Grans in einem Lokal gewesen sei, hätte er gesehen, da hGrans ihm etwas in das Bier getan habe. Er hätte einen s o n° ö er baren Geschmack gehabt. Grans erklärt die Aussage des Zeugen für Schwindel. Der Zeuge macht ferner die wichtige Mitteilung, Grans habe versucht, ihn im Gerichtsgefängnis zu beeinflussen. Bei einer Gegenüberstel­lung habe Grans den Finger an den Mund gelegt und ihn gedroht. Da fei der vernehmende Beamte dazwischen gesprungen und habe gesagt:Grans, solche Sachen machen wir hier nicht!"

Kriminalassistent Dehnko bestätigt, daß Grans bei der ©eg nüb rstellung versucht habe, auf Hartmann einzuwirken. Grans erklärt die Aussage für unwahr. D e Frage, ob der Zeuge einen Meineid leistete, bejaht er. Dann wird der F ll Franke-Berlin behand.lt. Zeuge Paul Schmidt bekundet, dah er mit Franke nach Hannover gefahren sei. Haarmann habe ihm und Franke Arbeit versprochen und Franke mitgenommen. Ärmn l omm s ar Müller sagt aus, daß Haarmann wiederholt der Po­lizei Zuträgerdien st leistete. Seine Angaben seien immer sehr zuverlässig ge­wesen. Haarmann habe bei der Aufdeckung von Eigentumsverbrechen große Geschicklichkeit be­wiesen. Eine Belohnung habe er von der Polizei nie erhalten.

Der Zeuge S ch e l lhau e r meint, er habe den Eindruck, als ob Grans auf Haarmann einen erpresserischen Einfluß ausübte. Das habe sich einmal bei einem Zigarettengeschäft ge­zeigt. Er habe einmal einen Ausweis Haar­manns gesehen und glaube, daß in dem Stempel ein Adler war. Als ihm der Ausweis mit dem Oassv"-Stempel gezeigt wird, kann sich der Zeuge dessen nicht mehr erinnern. Rechtsanwalt Lotze fragt den Zeugen, ob er einmal einen Anzug von Haarm ann gekauft habe, was der Zeuge mit einem zögernden 3a beantwortet. Darauf erklärt Lotze:Es liegt also ein Mein­eid vor!"

Aus aller Wett.

Erdbeben in Siidbadcn und der Schweiz.

Freiburg i. Dr., 12. Dez. (WTD. Funk- spruch.) Heute morgen 8.20 Hftr wurde hier und in der näheren Umgebung ein Erdstoß ver­spürt, der von kurzer Dauer war, aber in seinen Auswirkungen etwas stärker als gestern. Aus Lahr wird berichtet, daß in der dortigen Gegend zu gleicher Zeit mehrere ziemlich starke Erdstöße verspürt wurden.

Bereits gestern nachmittag wurde ein kurzer Erdstoß verspürt. Man beobachtete ein Klirren der Fenster und ein Rütteln der Türen. Die gleiche Beobachtung wurde auch in der näheren Umgebung Freiburgs gemacht, sowie, soweit bisher festgestellt werden konnte, auch auf dem Hochschwarzwald auf der Linie Reustadt Furtwangen, Schwenningen, Singen nach Stutt­gart hin wahrgenommen. Auch die Erdbeben­warte in Hamburg hat den turzen, aber kräftigen Erdstoß für die Zeit von 5.34 bis 5.35 Uhr nachmittags verzeichnet. Rach einer Meldung aus Zürich wurde gestern abend zur gleichen Zeit in einem großen Teil der Ost- Schweiz vom Vierwaldstätter See zum Bodensee ein ziemlich stackes Erd­beben verspürt, das auch von der Erdbeben­warte in Zürich registriert wurde. Rach wei­teren Meldungen aus Frauenfeld hatte der Erd­stoß, der von ziemlicher Heftigkeit war, eine Rich­tung von Ost nach West; der zweite Stoß war st ä r f e r als der erste.

Keine deutsche Beteiligung an der Pariser Knirstgewerbeausstellung.

Berlin, 11 Dez. (WB.) 3n der gestrigen Sitzung des Reichskabinetts wurde über die am Sonnabend hier eingegangene Einladung der französischen Regierung zu der Kunst­gewerbeausstellung in Paris Beschluß gefaßt. Mit Rücksicht auf die sehr erheblichen finanziellen Mittel, die eine der Be­deutung des deutschen Kunstgewerbes entspre­chende Beeteiligung an der Ausstellung erfor­dern würde, deren Bereitstellung bei der gegen­wärtigen Lage der Reichsfinanzen nicht verant­wortet werden kann und im Hinblick auf die kurze Zeit, die selbst bei dem Vorhanden­sein der erforderlichen Mittel für eine sorgfältige Vorbereitung der Ausstellung nicht hinreichen

würde, hat sich das Kabinett für den Der» zicht auf die Beteiligung entschieden. Der Botschafter in Paris ist angewiesen wor­den, der französischen Regierung den Dank der Reichsregierung für die Einladung auszudrücken und die Gründe darzulegen, aus denen sie sich leider eine Beschickung der Aus­stellung versagen muh.

Die deutsche Fuukausftellung.

Berlin, 11. Dez. (WTB.) Der außer» ordentliche Erfolg der großen Deutschen Funk­ausstellung veranlaßte den Verband der Funk­industrie (früher Verband der Radioindustrie) zu dem Beschluß, jährlich mindestens einmal die Deutsche Funkausstellung in Berlin zu wie­derholen. Als Termin für die nächstjährige deutsche Funkausstellung ist die Zeit vom 4. bis 13. September 1925 vorgesehen. Die Große Deutsche Funkausstellung wurde innerhalb der erften Woche bis zum Mittwoch von 100 000 Personen besucht. Trotz dieses starken Erfolges, der auch durch die Verkaufsergebnisse der Aus steiler bestätigt wird, kann eine Verlängerung nicht stattfinden, da die melften Aussteller ihre Gegenstände auf Monate hinaus ver­kauft haben und sich im Hinblick auf das nahe Weihnachtsfest der Erledigung ihrer dringenden Liferverpflichtungen widmen müssen.

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Aus Stabt und Land.

Gießen, den 12. Dezember 1924.

Ciue Qpfcrwoche für die Wohlfahrtspflege.

Die Deutsche Rothilse veranstaltet nächste Woche, vom 14.21. Dezember, für das ganze Reich eine Opferwoche, Die der Aufbringung neuer Mittel für die Wohlfahrtspflege in den einzelnen Bezirken Dienen soll. Die Mittel der öffentlichen Körperschaften reichen bei wertem nicht aus, um Die Rot zu lindern, die weite Krerse unseres Volkes in Den kommenden Wintermona- ten besonders hart trifft. Der Ertrag Der Opfer­woche ist insbesondere für Zwecke Der Alters- Hilfe, Der Kinderhilfe und für Volks­speisungen bestimmt.

Die Opferwoche wird ganz auf Den Verkauf Der von Der Reichspostverwaltung zugunsten der Deutschen Rothilfe herausgegebenen Wohl» fahrtsbriefmarken abgestellt werden. Die Marken werden in Franrierungswerten von 5, 10, 20 und 50 Pf. für 20, 40, 80 Pf. und 2 Mr. ver­kauft. Den Frankierungswert erhält Die Post, während der Mehrerlös für Zwecke Der Wohl­fahrtspflege innerhalb Der einzelnen Bezirke zur Verfügung steht. Die Marken haben auch über Den 21. Dezember hinaus bis auf weiteres Gültigkeit und können nach Dieser Zeit zur Frankierung von Postkarten, Briefen usw. verwendet werden.

Fast alle größeren Betriebe und eine ganze Reihe von Privatpersonen aus den Landgemein­den des Kreises haben sich in anerkennenswerter Weise bereit erklärt, während Der Opferwoche ihre Post ausschließlich mit Wohlfahrtsbriesmarken zu frankieren und ihren Bedarf bei dem Krersamt (Dezirksfürsorgestelle), das Die Organisation des Vertriebs Der Marken in den Landgemeinden des Kreises Gießen übernommen hat, bestellt.

Auch Die Provinzialdirektion und das Krers­amt werden in Der Opferwoche nur mit Wohl­fahrtsbriefmarken frankieren. Den Bürgermeiste­reien ist Das gleiche empfohlen worden.

Eine neue Reichsqerichtsentscheidung zur Hypotbekennufwertung.

Die Hypothekenaufwertung der dritten Cteuernotverordnung be­handelt eine neue grundsätzliche Reichs - gerichtsentscheidung. die jetzt beim 5. Zivilsenat des Reichsgerichts ergangen ist. Sie betrifft alle h"poth k-r scheu F rDerungen, Die zu einer Zeit, als bereits Die Aufwertung ge­rechtfertigt war, aber vor dein 3nkrft- treten der dritten Steuernotverordnung zum Rennbetrage in Papiermart be­gliche n wurden, für die aber die Löschungs­bewilligung nicht ober nur unter Dem Vorbehalt des Anspruchs Der Auf­wertung erteilt worden ist. 3n solchen F illen kann, wie DieReichsgerichtsbrife" melden. Der Hhpctbekengläubiger die Aufwertung seiner Du ch Hypotheken gesicherten persönlichen Forderung nicht mehr erlangen, andererseits aber hat auch Der Schuldner keinen Rechtsgrund, d e Löschungs- bettnll gung für Die Hypothek im Rechtswege zc erstrecken. Hier versagt die Heranziehung der § 11 Der Dritten Steuernotverordnung. Die H y - pothek bleibt in diesem Falle ungelöscht.

Bornotizen.

Ta g e s ka l en d e r für Freitag. Stadttheater: 71/2 11bc . Gyges und sein Ring". Großer Hörsaal Der Universität: 8* 2 Ahr Vor­tragDie Dostojewsky-Frage". Hubertus: 81/» Ahr Hörsaal Zoologisches 3nftitut Vortrag von Dr. Floericke. Lichtspielhaus Bahnhof­straße:Der kleine Dettelmusikant". Hessische DilDerbühne:Die Herrenhof-Sage"^

Aniversitäts - Gottesdienst. Am nächsten Sonntag, 14., findet um UV. Ahr ein Aniversitäts-Gottesdienst in der Reuen Aula statt, zu dem jedermann eingeladen ist. Räheres morgen im Kirchlichen Anzeigen.

" Der Bes uch der Hessischen land» wirtschaftlichen Schulen im Winter­halbjahr 1 924/25. Die Zahl der Schäler In den Hessischen Landwirtschaftlichen Schulen im Winttrhallj hr 1921/25 betrug in Darmstadt in Der Unterklasse 44, in Der OberUaffe 29, zus. 73; Groß-Gerau 28 bzw. 24, zus. 52; Groß-Arnstadt 32 bzw. 21, zus. 53; Heppenheim 33 bzw. 19, zus. 52; Michelstadt 17 bzw. 13, zus. 30; Offenbach 15 bzw. 14, zus 29; Reichelsheim 16 bzw. 20. zus. 36; Alsfeld 27 bzw. 32, zus. 59; Büdingen 24 bzw. 15 zus. 39; Butzbach 16 bzw. 20, zu,. 36; ©runberg 43 bzw. 8, zus. 51; Lauterbach 21 bzw. 16 ,zus. 37; L i ch 23 b.zw. 18, zus. 41; 6 q) 0 11 en bato. 7, zus. 7 (Schüleraufnahmen alle zwe, 3ahre); Alzey 35 bzw. 25. zus. 60; Gau-AlgeSheim 20 bzw. 21. zus. 41; Mainz 37 bzw. 19, zus. 56; Sprendlingen 2? bzw. 12. zus. 39. TBorm« 50 bzw. 15. zus. 65; 5 r i eb berg 27 bsto. 34. zu,. 61; Oppenheim 38. G samtzahl aller Schuler 955. Auf eine Schule entfallen im Durch­schnitt 45 Schüler.

fpd. Sonntagsrückfahrkarten z u Weihnachten. F -r R isen während Der Weihnachtsfeiertage gelten Die Sonntags rückfahv- farten (Da in diesem 3ahre der 27. Dezember auf