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Paris mit Balowin zufrteoen

Paris, 12. Rov. (T. U.) Die Rede Baldwins wird in der Pariser Presse durchweg günstig ausgenommen. DerTemps" geht von der Feststellung ans, daß die konservative Regierung die Revision des Genfer Protokolls beantragen werde. Damit sei die für Öunt 1920 in Aussicht genommene Abrüstungskonfe­renz in Frage gestellt. Baldwin hat for­mell zugesichert, dah die britische Regierung auch weiterhin dem französischen Kabinett die freund­schaftlichste und nachdrücklichste Unterstützung in der Außenpolitik bieten wird, eine Zusage, die es der französischen Regierung in so hohem Mähe erleichtern wird, unzweideutig die vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Regierungen in der internationalen Politik zu betonen. Werden die deutschen Reaktionäre begreifen, dah ihnen London bei dem Versuch, die Ungültigkeits­erklärung des Versailler Beitrags durchzusehen, jede Hilfe versagen wird?Journal des Debats" meint, die deutschen Reaktionäre müh-'en jede Hoff­nung fahren lassen, dahGrotzbr tamiien in irgend­eine Abänderung des europäischen Statuts ein- willigen werde.

H e r r i o t hat sich gestern zu dem englischen Botschafter, Lord Creve, begeben, und ihm für seine gestrige Bogrübung sowie für die Grütze der britischen Regierung gedankt. Herriot ver­sicherte dem Botschafter, dah die freundschaftlichen Worte, mit denen Baldwin am Montag seiner ge­dacht hätte, ihn sehr gerührt hätten.

Der Kampf gegen die spanischen Revolutionäre.

Cin Aufruf des Direktoriums.

Madrid, 12. Rod. (TU.) General Magaz ruft alle Männer, die guten Willens find und das Vaterland lieben, sowie treu zum Direkto­rium stehen, aus, um die Auslou.rg allos Be­stehenden zu verhüten. Die redolu.ionäre Be­wegung gehe von gewissen Intellektuellen, vereint mit katalanischen Separatisten und Sozialisten, aus, die sich hinter der französischen Grenze organisieren. Spanien sei in Paris diplomatisch vorstellig ge­worden. Das Direktorium sei ent chl-p sen, m i t eiserner Strenge vor^u gehet. Magag äuherte, die Bewegung sei um so Verb echerischrr, als gegenwärtig Spanten seine bester Krisle ein­setzte, um das Mar^kkoproblem zu en. Gestern wurden neue Verhaftungen in extrem linksgerichteten Kr isen vorgenrmmen. Jnsge am sind bisher 80 Personen ve.-haf e: toorben Un ec den Verhafteten befindet sich auch der Rad.ka'e A l v a r e z, dem Beziehungen zu anarchistischen Verschwörungen nachgowieen werden konnten.

Ludendorff.

Ein Bermkttlunqsverfnch Hindenburgs

M ün ch en. 12. Rov. (WTD.) Der .Völkische Kurier" in München veröffentlicht die Darste.l ng eines Vermittlungsversuches Hindenburgs zwi­schen Kronprinz Rupprecht und 2u« dendorff. Hindenb. rg erklärt in seinem Schrei­ben cm Kronprinz Rupprecht, dah er sich über­zeugt habe, dah, nach der Erklärung Ludendorffs der Tatbestand einer verleumde ri­tschen frevent lichen Beleidigung nicht 'v o r l i e g e. Diese Beschuldigung sei von Kron­prinz Rupprecht auf Grund von Mitzverständ- Tiiffen erhoben toor-en. Er könne daher dem Tee- -langen Ludendorfss auf Zurücknahme der Vorwürfe die Berechtigung nicht absprechen. Hindenburg macht einen Ausgleichsvorschlrg nach welchem Ludendorff sein Bedauern we ei der Beleidigung auSspricht, de er Kronprinz Rupprecht durch die Wicderg 6- der Aeu er n- gen derBohania" zugefügt habe und bereit fei, eine entsprechende Erklärung vr b e.ten zu l sen Kronprinz Rupprecht feinerlei ss l n ch den Vorschlag Hindenb irgs die gegen Ludendorff e - hobenen D.schuldigungen bedauerndzurück- nehmen.

gum Fall Leinert.

Hannover, 12. Rov. (WTD.) Auf dem Mherordentlichen Dezirksparteitag der Sozial­demokratischen Partei wurde trotz des Widerspruches der Delegierten der Stadt Hannover ein Antrag des Bezirks­vorstandes mit grotzer Mehrheit angenommen, Oberbürgermeister Leinert an sicherer Stelle a u f die preutzische Landtagswahlliste zu sehen. Der Magistrat hat dem Antrag des Oberbürgermeisters Leinert, ihn zum 1. Januar 1925 mit den ihm zustehenden Bezügen in den R u h e st a n d zu versehen und ihn bis dahin zu beurlauben, zugestimmt.

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Der Neichswahlvorschrag der Deutschen Volkspartei.

Der eben ausgestellte Reichswahlvorschlag der Deutschen Volts.artei enthält 31 Ramm, darunter an erster Stelle den Reichsautzenminister Dr. Strcsemann, Fmu Direktor Matz, Stettin, Reichsm nister a. D. Dr. Scholz, Gewerkschaf ts- vorslhender Thiel, Malermeister Hare- mann, Reichslandbundpräs deut Hepp Seel- Mi, Geheimrat D. Dr. Kahl, Geheimrat Dr Rietz er. Ob.rroäinspettor Moraht, Syndikus Dr. Keinath Generaldirektor Dr. Sorge Lokomotivführer Seibert, Rechtsanwalt Sin- 2eeh Bizeadmiral a. D. Mayer-Wal- oeck, Staatsiekretär z. D. K a m p k e s

Das gerichtliche Nachspiel zu den badischen Unruhen.

Freiburg, 11. Rov. (WTB.) Am Don­nerstag beginnt im hiesigen Landgerichtsgebäude 5et für mehrere Wochen berechnete Hochver­rat s p r o z e tz vor dem Süddeutschen Senat des Staatsgerichtshofes zum Schuhe der Republik. 3n dem Prozetz sollen 41 Angeklagte abg»urteilt werden, die in den bekannten September- Mvuhen im oberbadischen Wiesental, insbesondere m Lörrach, Schopfheim. Säckingen usw. die Haupt­rolle gespielt haben. Wie erinnerlich, sind damals m wiederholten Fällen Zollbeamte a n ge = zriffen und entwaffnet worden. Die zur Wiederherstellung der Ordnung eingesetzte Schutzpolizei wurde mehrfach angegrif­fen, so dah es zum Waffengebrauch kam. 3m

-öerluuje Der arnruyen ivuroe u. a. ein erfolg­reicher Sturm auf das Gefängnis in Lörrach von den Demonstranten durchgeführt und die Organe zur Aufrechterhaltung der Ord­nung stark bedrängt, verschiedene Fabrikan­ten schwer mitzhandelt, so dah letzten Endes von der badischen Regierung der Be­lagerungszustand bis zur Wiederherstel­lung der Ruhe und Ordnung erklärt werden muhte.

2lus aller Welt.

Z. R. III amerikanisches Eigentum.

Reuh ork, 11. Rov. (Kabellienst der Täl.) Rachdem Marinesekretär Wilbourn dir Pa­piere unterzeichnete, durch die Z. R. III offiziell in den Besttz der Vereinigten Staaten überge­gangen ist, wird Staatssekretär Hughes die deutsche Regierung benachrichtigen. Die Taufe des Luftschiffes auf den RamenLos Ange­les" soll schon in den nächsten Tagen erfolgen. Z. R. III wird dann in kurzer Zeit verchi»'ene Probefahrten unternehmen u d trahrsch i lich Reuyork. Philadelphia uno Wa­shington be uchen. In Marinekr.kse i wird ter Pl«n der Einrichtung eines dauernde i Trans­ozeanverkehrs für Passagiere und Lasten erwogen. /St. Eckener wird stch Hute in Wa­shington verabschieden und an 15. R.v.mber d e Heimreise nach Deutschland an re en. Marinesekr^tär Wilbourn erklärte Pressever re- tern, das Zepp<.linlufcsch-iff werde unter ameri­kanischer Benurnnung brwei'ei, dah es für den Handelsverkehr auf langen Strecken g änzend zu verwerten sei. Zu dem Abschied Dr. Eckene s schreibt derRruyork Harald", der deutsch- Füh- rer werde bald nach den Vereinigten S.aaten zurückklhren, um für die G o o d h c a r - Z e p p e - lingesellschaft zu arbeiten.

Waffenstillftandsfeiern.

London, 11. Rov. (T. öl.) Heute wurde der Waffenstillstandstag mit grotzer Feierlichkeit in ganz England begangen. In London war der Platz um das Chrenvenkmal von Whitehall vom frühen Morgen an von einer groben Men­schenmenge belagert. Ms es von Diggam 11 ölhr lAug, wurde durch einen Kanonenschutz das zwei ** ln<u teV lange Schweigen ang zeigt. Am «ull des mit Blumen überhängten Ehrendenkmals stand der König mit seinen Söhnen und anderen Mitgliedern der kgl. Familie, umgeben von den Staatsministern und den Führern der See- und Landstreitkräfte. Aus dem Platz vor dem Ghren- Mkmal war eine Truppe von 1300 Mann aller Waffengattungen ausgestellt. Rach Schluh des Schweigens wurde auf Signalhörnern der Zapfenstreich geblasen, worauf die Volks- menge die Nationalhymne fang. Die Ferer- ttchkeit schlotz mit Gebet und Weckruf, wonach die Volksmenge in feierlicher Prozession am Ehrendenkmal vorbeizog. In allen Kirchen fan­den G o tt e s d i e n st e statt. Den Krankenhäusern die Predigten durch Rundfunk gegeben

In Paris und ganz Frankreich hab n ebenfalls grobe Fe erlichkesten stattgefun en. Am frühen Morgen wurden vom Fort Vincennes ICO Kanonenschüsse abg feuert. D.e Stadt war fest­lich beflaggt. Die Einwohner pilgerten in Scharen nach dem Grabe des unbekann­ten Soldaten, vor dem sich schon frühzeitig die Spitzen der Regierung eingefunden hattm Gs wurden zahlreich» Ansprachen g halten. Das Truppenaufgebot war autz ror entl ch grotz. Prä­sident Doumergue nahm die Parade ab, de von Abte.lungcm versch ebener Reginen e. ab e- halten wurde. Am R.chm ttag gestallte sich ein ölmzug der Kriegsverletzten zu einer grotzen Kundgebung. Der Z ig wurde durch G.- lähmte eröffnet, die in kleinen W gm gefahren wurden. Der Anblick rtes bei dem Volke eine tarte Bewegung he.vor.

Durch eine Höllenmaschine getötet.

Dortmund, 11. Rov. (WTD.) Gestern wurde dem auf dem Eisen- und Stahlwerk Hösch beschäftigten Arbeiter Johannes Schulz, als er das Weck verlieb, von dem Portier ein für ihn abgegebenes Paket in der Gröhe eines Ziegelsteins überreicht. Bei bem Versuch in seiner Wohnung das Paket zu offnen, explodierte dessen Inhalt, dec aus schwe - 'ren Sprengkörpern bestand. Schulz wurde der Leib aufgerissen und die rechte Hand abgerissen. Seine im Zimmer wei­lende Haushälterin sowie drei Kinder wurden lebensgefährlich verletzt De < immer- e n.ichtung aut) vollständig demoliert. Schulz starb auf dem Transport zum Kranken­haus. Auch die anderen vier Verletzten glaubt man kaum am Leben erhalten zu können, öleber den Täter fehlt jede Spur. Man nimmt an. Latz es sich um einen Racheakt der ersten Frau Schulz' handelt.

Verurteilung eines jugendlichen Raubmörders.

München, 12. Rov. (Priv.-Tel.) Das Ju­gendgericht in Traustein verurteilte den 17jährigen Gymnasiasten Ketzler, der im Som­mer den Berliner Studienrat Merk in Berchtesgaden ermordet und beraubt hatte, zu der gesetzlichen Höchststrafe von 10 Jah­ren Oefängnis.

Schweres Anglück auf der Bahnstrecke Paris- Bordeaux.

Paris, 12. Rov. (LA.) Auf der Eisenbahn­linie ParisBordeaux hat sich gestern nachmittag ein schreckliches Anglück zugetragen. Ausflüg­ler, die längs des Schienenstranges Aufstellung genommen hatten, waren so sehr in den Anblick von Flugzeugvorführungen vertieft, datz sie nicht das Herannahen des Cxprehzuges be­merkten. 4 Personen, darunter drei 14jährige Mädchen wurden vom Zuge ersaht und verstümmelt. Ein anderes 13jähriges Mäd­chen erlitt schwere Verletzungen.

Ein Attentatsplan gegen Horthh.

Budapest, 12. Rov. (TA.) Die Polizei ist einer grotzangelegten Verschwörung gegen das Leben des Reichsverwesers Admiral Horthy auf die Spur gekommen. Die Polizei hat mit Sicherheit fest gestellt, dah die Fäden des an­archistischen Attentatsplanes nach Oesterreich reichen und von Leoben ausgehen.

Wettervoraussage.

Etwas kälter, zeitweise aufklärend, Rebelbil- dung, sonst trocken, südliche bis östliche Winde.

Aus vtaot uno Land.

G i e h e n , den 12. Rovennber 1924.

Gedenkfeier für die Gefallenen am Totensonntag.

Dom Vollsbund Deutsche Kriegsgräbecsür- sorge, Ortsgruppe Dietzen, wird uns geschrieben:

Der_ Herr Ctandortälteste hatte seine Mit­teilung über eine militärische Feier dahin be ich» tigt, dah seitens der Truppe eine Gedenkfeier gröberen Stils nicht geplant sei. Der Vorsitzende des Volksbundes Deutsche Kr.egsgräberfilrsorge, Ortsgruppe Giehen, Beigeordneter Dr. Frey, hatte deshalb für Fre.tag abend nochmals die Vertreter dec in Frage kommenden Bereinigungen zu einer Besprechung eingeladen, zu der auch Herr Oberst Fett ersch enen war. Es wurden gegen die Abhaltung einer Feier in der bisherigen Art zahlreiche Bedenken erhoben, denen sich die Versammlung nicht verschliehen konnte. Es tour e darauf hingewiesen, dah in diesem Jahre eine starke Häufung der G dächtn s eiern eingetre e.t fei, die leicht zu einer Verflachung des Eedanlens der Totenehrung führen könn» Der Zustand des Ehrenfriedhofs ist ferner zur Zttt wenig geeignet, da die Ausgrabungen noch nicht beendet sind. Roch schweben Verhandlungen über d e Heim» führuna der Leichen von etwa 100 dort b erdigten italienischen Kriegsgefangenen. So lange diese Frage nicht entschieden ist, kann an eine end- gült ge Gestaltung dcs EhrensriedhoseZ nicht ge­dacht werden. Die bevorstehenden Wahlen, so wurde weiter geltend gemacht, erzeigten eine Stimmung, die bei dun möglichen und nicht zu verh.ndernden Reb: ne in ander e ltgegengeseht ge­richteter Vereinigung m mit ih en F hnen leicht zu Re dereien und zu Vorfälle führea k nnte, die b:i einer solchen Feier tief bedauer ich und unerträg­lich wären. Vor allem aber erklärte Herr Oberst Fe11, er trage Bedenken, ob unter desen Am- ständen ein würdig r und unpolttischer Verlauf der Feier gewährleistet sei. Rur wenn er auf einen solchen Verlauf der Feier re hnen könne, gestatteten ihm die bestehenden Anordnangen der obersten m'litärifchen Stellen, sich mit der Truppe zu beteiligen ober auch nur die Teilnahme der Musikkapelle zu geflattert. Das aber sei nicht der Fall, und so müsse er e.ne Beteiligung ablehnen. Der Vorsitzende wies darauf hn, datz v'e.es Grundsätzliche gegen d.e Abhaltung einer solchen Feier in der bisherigen Form auf dem Reuen Friedhof spreche. Es fehle dieser Feier der gedank­liche MittelpunÄ, den etwa ein Denkmal für die Gefallenen bieten könnte. Man lege Kränze nieder, ohne recht zu wissm, wohin. Die Gräber der ausländischen Kriegsg fan enen seien ge'vih in Ehren zu halten, aber doch nicht ge ade der geeignete Mittelpunkt für eine solche Fe er. Die Jahreszeit sei ungünstig. Bei Regenwe ter oder Schneeschlick müsse die F ier vollständig ver­unglücken. Für den Redne - s »i es eine Zumutung, in dieser Jahreszeit im Fräen zu sprechen Der Vollsbund habe deshalb immer den Gedanken eines Volkstrauertags be.-treten und Höfte, dah er von Reichs wegen baldigst anqeorbnei werde. An diesem Tage werde dann eine al'e Bekenntnisse vereinigende Feer im geschlossenen Raum mit künstlerischem Charakter ftattfin en und dem Zwecke des Gedächtn sses unserer Gefallenen wohl ebenso, vielleicht noch besser dienen. Der Dolksbund w.rd eine Feier auf dem Friedhof künftighin nicht mehr vor­an st a l t e n, obwohl der Wegfall d efer Feier tu der Besprechung von vielen Seiten bedauert. wurde.

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O Die Grund st ückskäufe und -ver­knuse des hessischen Staates feit 1919. Don 1919 bis heute hat der hessische Staoit rund 5000 Morgen für etwa 530000 Gcld- marf gekauft und etwa 2000 Morgm, zume st für Bau- und Siedlungszwecke, für 4c0000 Gold- mark verkauft. In lern gl ichen Zeitrau.ne wur­den gebaut etwa 170 Gebäude mit 534 Woh­nungen. Gekauft wurden 34 Häuser, darunter' das Gesandtschaftsgebäude in Be lin, mit 64 Wohnungen: in vorhandenen Geaäu e r wurden 129 Wohnungen neu ci gerichtet. Der Kauft) e s dieser 34 GeÄiude berechnet sich auf etwa 600 0C0 Goldmark, ihr F.ie.enstoert kann mit 21/« Mil­lionen angenommen werden.

O Beschränkter Sonntagszugver­kehr au f'd er Strecke KirchhainBurg­und Rieder-Gemünden? Wie wir hören, hat sich die Reichsdahndirek ion Frankfurt a. M. bereit erklärt, auf der Strecke KirchhainBu g° und Rieder-Gemünden einen beschränk en Smn- tagsverk.hr wieier einzuführen, wenn die Betei­ligten sich bereit finden, zur Verminderung der ungedeckten Selbsttosten monatlich einen Zuschutz zu leisten.

** Die Gntschä digung für an an» leckender Gehirnrückenmarkentzün- dung gefallene Pferde wird nach dem hessischen Gesetz vom 28. Oktober 1924 von der Staatskasse ausgezahlt. Sie beträgt vier Fünftel des gemeinen Wertes ohne Rücksicht auf den Minderwert, den die Tiere durch die Erkrankung an der Gehirnrückenmarkentzündung erlitten ha­ben. Die Entschädigung für ein Tier darf 1200 Mk. nicht überfteigen. Auf die Entschädigung rverden angevechnet zu vier Fünftckln: die aus Privawer- trägen zahlbare Derlicherungssumme: der Wert derjenigen Teile des Tieres, die nach bestehender Vorschrift verwertet werden können. Für bestimmte Fälle (z. B. Anterlassen der Anzeige vom Aus­bruch der Seuche, oder fahrlässige Verzögerung der Anzeige) ist die Entschädigungsleistung aus­geschlossen. Für Pferde, die in der Zeit vom 1. Dezember 1923 bis zum Inkrafttreten des gegen­wärtigen Gesetzes nachweislich an der ansteckenden Gehirnrückenmarkentzündung gefallen oder in» olg« dieser Krankheit geschlachtet oder getötet werden mutzten, kann auf Antrag des Besitzers eme Entschädigung nachträglich gewährt werden Die Anträge auf nachträgliche Entschädigung sind unter Anfügung der Belege und Bescheinigungen patestens bis zum 31. Dezember 1924 der Bürger- einzureichen. Entscheidung darüber ob. und m welcher Höhe eine nachträgliche Gnt- chadlgung zu gewähren ist, wird von dem Mini- terunn des Innern endgültig getroffen. Den glelchzustelten im Sinne dieses Gesetzes ind alle übrigen Einhufer. Das Gesetz tritt am 1. Dezember 1924 in Kraft und hat Gültigkeit bis zum 31. März 1929

7 K^ne Raiffeisen-Tagung in Gr etzen. Man teilt uns mit: Die Deutsche Raiffeisenbank A.-G., Filiale Frankfurt a. M balt ihren diesjährigen Derbandstag für Ober- t>effen und Hessen-Rassau nicht, wir ursprünglich vorgesehen, in Giehen, sondern am 3. Dezember m Frankfurt a. M. ab.

" ie,emeinveabendder Matthäus- G em e i n b e. Am Sonntag sprach in der Stadt- firebe auf dem Gemcindeabend der Matthäus- Gemeinde Heinrich Raumann aus Ranzen­hausen. Dah Heinrich Raumann auch bei uns in ©ieflen eine Gemeinde hat, die ihn gern hört, be- toieS die bis auf den letzten Platz gefüllte Stadt- kirche. Das Thema seines Vortrages war: W o ist nun dein Gott?" Der Redner schillterte das Erlebnis des Glaubens und seine Fragestel­lungen auf ihren 3 Stufen. In der Aitterstufe auf dem Standort, wo auch die Wissenschaft not­gedrungen steht, lautet die Frage so:Wo ist

_2Iber die Rot des Lebens drängt zur höheren Stufe: zur Mittelstufe, wo die erste Frage persönlich wird:Mo ist dein Gott?" Prächtig führte Raumann aus: Dein Gott ist da, wo deine ' Heimat mit ihrer Schönheit zu dir spricht, wo : eine Mutter ihr Kind betreut, wo Mann und Frau sich wohl verstehen und Hand in Hand durchs Leben gehen. Das Tiefste aber hatte der Redner i ou sagen, als er von der dritten Stufe des Glau­bens redete: von der Oberstufe,- wtz. die grotzrn Enttäuschungen des Lebens der gläubigen Seele 1 bie Frage zurufen:Wo ist nun dein Gott?" Die Examenssttife des Glaubens. Eine Frage die bi^ ins Letzte führt und Letztes gibt. Tief ergriffen lauschte die Gemeinde vom schlichten Mann bi . xum Hochschulprofessor den ernsten Worten des Redners, der alles wundervoll in Bildern aus dem Leben zeichnete und den Hörer vor Realitäten stellte. Was Raumann zu sagen hatte, das ver­stärkte der Vortrag dreier Lieder unsrer Groben eines Dach, Beethoven, Mendelssohn, Lieder, die Bekenntnisse des Glaubens und Hoffens auf Gott waren Frau Dr. med. Weyl sang die Liedei mit ihrer weichen, sympathischen Altstimme und trug wesentlich zum Gelingen des Abends bei.

k. Konzert des Gesangvereins Heiterkeit".Mas der Tau den Fluren, sind der Seele Lieder." Unter diesem Leitmotiv stand das Konzert des Gesangvereins .Heiter­keit" am Sonntag in der Reuen Aula. Sämt­liche Dorgetragenen Werke zeigten genaueste Her­ausarbeitung der musikalischen Feinheiten, wie der Aussprache. Besonders im forte trag die exakte Behandlung der Vokale wesentlich zu dem Wohlklang des Chores bei. Dagegen bedarf das piano, besonders in den Tenören, noch einiger Hebung. Der Leiter des Chors. Wilhelm Schättler zeigte sich seiner nicht leichten Aus­gabe durchaus gewachsen. Die Auswahl der Lieder tixrr recht geschmackvoll und zeugte von dem feinen musikalischen Empfinden des Dirigenten. Mit HegarsSchlafwandel" hatten sich Chor und Dirigent eine schwere Aufgabe gestellt, die sie aber glänzend lösten. Dieses Lied zeigte deuttich, dah der Chor auch schwierigen Kunstchören durch­aus gewachsen ist. Auch Hans Wagners .Goten­treue" machte dem Chor alle Ehre. Recht wir­kungsvoll vorgetragen'wurden ferner zwei Volks- Lieöer tron Hegar und Silcher. Sein Können auf oem Gebiete heiterer Lieder zeigte der Chor in Der Käfer und die Blume". Richards packendes und doch tiefinniges WerkWogender Rhein" ries ebenfalls grobe Beifallsstürme hervor. Der Gast des Abends, Adolf Permann (Frank­furter Oper), verfügt über eine sehr sympathische Bariton stimme, die sich besonders in der Tiefe durch ungeheure Kraft auszeichnet. Löwes Balla­den: Heinrich der Vogler, Odins Meerritt und Prinz Eugen, wurden von ihm wirkungsvoll zu Gehör gebracht und fanden reichen Beifall. Ber­gersLied des Korsaren" und die Kavattne des Sigaro ausBarbier" zeigten die tadellose Atem- technik und die schlanke Dvkalbehandlung des Künstlers besonders deutlich. Das begeisterte Publikum zwang dem trefft djen Sänger noch eine Zugabe ab. Die Klaviersvlis Julius Hahns der schon bei seinem Auftreten mit stürmischem Beifall begrubt wurde zeigten wieder einmal die birtuofe Technik und die künstlerische Ausfassung des Pianisten. Besonders WebersPerpetuum mobile" und Mendelssohns Scherzo ll°Moll be­stätigten die feindurchdachte Art des Vortrags. Es waren wieder mal sehr genuhreiche Stunden, die man bei derHeiterkeit" verbringen durfte.'

" DieReichskurzschrift. Man schreibt uns: Den Zeitverhältnissen Rechnung tragend, er­öffnet auch der älteste Stenographenverein ' un­serer engeren Heimat, der Gabelsberger Steno- graphen-Derein von 1861, gemeinsam mit dem Damenverein Gabelsberger von 1900 am nächsten Montag, abends 7 älhr, in der Dezirksschule(West° anlage) einen Anfängerlehrgang in der Reic^- kurzschrift. Man beachte die Anzeige in der heu­tigen Rümmer.

** Personalien. Ernannt wurden die Lehrerin Emma Keil zu Friedberg zur haupt­amtlichen Fortbildungsschullehrerin an der Fort­bildungsschule zu Friedberg mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 ab; der Lehrer Johann Karl Roe es zu Darmstadt zum Lehrer an der Dolks- chule zu Giehen; die Lehrerin Dora Baum zu Giehen zur Lehverin an der Volksschule zu Darmstadt.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 63/< älhr:Dorine und der Zu» all". Lichtspielhaus, Bahnhofstratze:Der Schatz der Gesine Jakvbsen". Hess. Bilder- bühne:Die Macht der Finsternis".

Auf den Wilhelm-Busch-Rbend der Dortrags-Dereinigimg, ber in seiner Art ebenso eigen wie inte reff ant fein dürfte, fei noch­mals verwiesen. (Siehe heutige Anzeige.)

Militär-Streich-Konzert. Man chreibt uns: Im neu.rbaute i Saalbau Sauer. Os- waldsgarten, findet m rgen, Donnerstag' (ge­legentlich der Eröffnung >. abends 8 älhr ein grobes Militär-Stieich-Konzert der Ka"cll; d.s hiesigen Jaf-Regts unter Leitung des Diri en en Obermufihneifter Löher statt. Die Mu itfo'ge u. a. Wagner. Deriot. Gounod. W be: u a m, bringt reichliche Abwechslung. Die Leistungen unserer Regimentskapelle sind in allen Kreisen der Stadt bekannt, und so darf man wohl arm f>- men, datz auch diesmal wieder jetter Besucher eine Erwartungen erfüllt sehen wird.

Die Seeschlacht am Skagerrak, wie sie wirllich war, soll am Freitag nachmittag und abend im groben Hörsaal der älniverätät im Film gezeigt wer en K p t.inleutn-'nt M mm wird den Begleitvor-trag halten. Man b.achte die heutige Anzeige.

Landkreis Gießen.

X Lang-Göns, 11. Rov. In den letzten Tagen erfolgten hier gröbere Grundstücks- Verpachtungen. Fast durchweg blieben die Grundstücke in der Hand der brsheiigen Pächter, wo hier und da einmal ein Wechsel stattsand, kamen geradezu ungeheuerliche Preise heraus. Zunächst lieb dre evang. Pfarrei 115Mor- gen verpachten, wobei 20 Proz. als Steuer aus

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