Einzelbild herunterladen

0. August findet Itton ber§erb- rrger Aind statt.

Wiederherstellung der Sozialverficherung.

Unter diesem Titel gibt Ministerialdirektor

I

2ug. Ib heute a-Echotten und 4186 (» °öchmi tten

. Sonntagabend »rmrasderMm« schastlichen ! enschaft statt, hing wurde gut» illaslung erteilt seitherige Sire!« ita nieder. QIn gewählt! Dich. Dichard Lud­en nun umfang- nb Dünger auf«

<5 riefet, der Leiter der Abteilung für Sozial- reisicherung im Reichsarbeitsministerium, in der rächstasi Rümmer desReichsarbeitsblattes" einen

tinhessen.

Gestern nach­her Landstraße rrsoneiMto zu°>

NWemlrat vere Am« und ^vsveckhungrn. erlitt Am« und schwere innere ten wurden nach enhauS gebracht, 'an auS Groß« er Stadt wurden einer Sttahen" -erfahren und so

>6tein die

ist w NfS die S>tft= m muft, Damit n1^ *«rtauf ubns

ie .

fe

. lAn

Ä"de,. ^betracht

"Wien

Mich au, Wrin kühin'

s#f ff, * Simad«? Ä%*gS »5$ SäS

chbnt-.^nch dort

I ««d i"® («nt^ KS

iiatf*1*1

fi

Ueberblick über die Lage und die Ent - Dicklung der Sozialversicherung. Wir fönnen aus dem Druckbogen folgendes Mitteilen:

Sie Sozialversicherung hat die schwer Rotlage, die sie während der Inflation durch den Der Mögensschwund und den Beitrags­ausfall erfuhr, im wesentlichen überwunden. Mit der vorläufigen Währungsbefestigung begann die erfolgreiche Wiederausbauarbeit.

Am raschesten stellten sich die Kranken­kassen um. Sie umfassen jetzt 18 Millionen Versicherte,' an Beiträgen werden im allgemeinen v Proz. des Grundlohnes erhoben, infolge ver­änderter Lohn- und Preisverhältnisse mehr als vor dem Kriege, im Ertrag aber nicht mehr als früher. Der Dersicherungsbedarf beträgt 750 Mil­lionen Goldmark jährlich. Gelungen ist aber auch die Hebung der Leistungen. Reu ist insbesondere die Familienwochenbeihilfe die in etwa 600 000 Fällen jährlich e>ntritt. Zugenommen hat auch die Familienkrandenpflege als freiwillige Mehr­leistung. 3m ganzen überwiegen heute die Sach­leistungen gegenüber dem Krankengeld. Die Ver­ordnung des Reichsarbeitsministers vom 31..Iuli erhöhte die Leistungen der Invalidenwochen- beihilfe von 30 Mk. auf insre^mt 80 Mk (Bei- Wochengeld und Stillgeld). Davon trägt Reich die Hälfte. Der Reicyszusu-u^ betrug 20 Millionen Mark jährlich.

Die auf Rücklagen aufgebaute Invalide n- oersichetung befand sich in besonderer Rot; allein an Zinsen erleidet sie einen bauern Ausfall von 60 bis 70 Millionen Mark jähr- lich: die Zahl der Rentenempfänger verdoppelte uch gegenüber der Vorkriegszeit. Gleichwohl wird bte Versicherung ihren Ausgaben wieder gerecht. S'te Witwen- und Waisenrenten sind gegen die früheren sogar erhöht. Trotz der erhöhten Aus- gao-en wird das Beitragsaufkommen von 330 A^illivnen Mark (nur 40 Millionen Mark mehr in- 5"sreichen. Darin kommt die größere Wirischaftlichkeit des Umlageverf ährens gegen- denr Anwartschaftsdeckungsverfahren zum Ausdruck. Der Zuschuß des Reichs beträgt für bad laufende Haushaltsjahr 110 Millionen Mark (un Iahre 1913 58 Millionen Mark), auf den . rsofft eine Rentenausgabe von 1 Million Mart (1913 Vs Million Mark). Besondere Sorg- strbt toirb auf das Heilverfahren verrvendet.

Die erst 1913 eingeführte Angestellten- Versicherung umfaht 1,6 Millionen Ver­sicherte. Da die Wartezeiten zum groben Teil iwch laufen die Leistungen also erst zum gerin­geren Teil begonnen haben, war eine Aufwertung faa- leichter. Das Ruhegeld beträgt 30 Mk.,

Ää:

011 auch ft,, ^fähige tonDen, toa« tro.

^ssungz. 7 durch eine y begangen, -unter dm nathaur. Alle nehme waren ut »Einigkeit-

Tefangderein rrmatliedubvr vlker von der Ansprache, die schloß. - Der le veranstal« 3 auf den Höh, i statt mit @e» Dechant Lenz iehvng.

10. Aug, Der ' Fvm gehal» r Heimat« und

Die Reklame als Konferenzgegenstand. Die Zeitungsanzeige noch immer das r hefte Werbemittel.

®en weiteren Berichten über die Londoner I Sammg der Anzeigenfachleute, über die wir vor Hjriaen Tagen schon kurz berichteten, entnehmen wir die nachstehende, alle Geschäftsleute inter­essierende Darlegung über die geschichtliche Ent­wicklung, die Arten und die Wirkung der Zei­tungsanzeige.

GS besteht ein großer Unterschied zwischen der Anzeige von heute und der aus der Zeit vor 50 Jahren. Damals war die Zeitungsanzeige, von Ausnahmesällen abgesehen, auf den Ton abgestellt, m dem der Jahrmarkts Händler seine Ware an­preist. Heute bedient sich der Geschäftsinhaber, der seine Ware anpreist, ungefähr der Ausdrucksweise, die etwa einer seiner Kunden wählen könnte, um eine Ware, mit der er zufrieden ist, einem guten Fr«md zu empfehlen. Mit dieser Qlenberung in der Tonart ist eine Hebung der Sprache Hand in Hand gegangen. Die Durchschnittsanzeige war vor 50 Jahren ohne jeden Anspruch auf sprach- lichen Wert. Sie war auch fast nie in bezug ge­setzt auf die besondere Wirkung, die sie erzielen sollte. Heute sind die Texte sehr vieler Zeitungs­inserate von Männern oder von Frauen abgefatzt, die schriftstellerische Eigenschaften haben. Zuwei- len trifft man auf einen Text, dessen Lektüre genau ' so viel Vergnügen macht, wie etwa die einer aus­gezeichneten Anwaltsv^ie, in der alle Mittel der Überzeugung geschickt ins Spiel gesetzt werden. Die frühere Anzeige las sich wie eine Beschwörung, bie moderne ist eine fein durchdachte und in bester Form vorgebrachte Empfehlung. Es versteht sich wn selbst, das) die moderne Art der Zeitungs- anzeige viel schwieriger ist, weil sie kunstvoller ist crlS die frühes. Sie ist aber auch sicherlich unend­lich viel wirksamer. Roch ein zweiter tiefer Unter­schied besteht zwischen früher und heute. Er be­trifft die Bilder der Anzeigen. Vor 50 Jahren waren die Zeitungsanzeigen noch ebenso eintönig wie oberflächlich und meist auch geschmacklos illu­striert. Heute ist der bildliche Teil der Anzeigen cbenfo auf den besonderen Zweck abgeftimmt wie der'Text und die Kunst spielt dabei hier wie dort eine gleich grobe Rolle. Der Aeklamefachmann . weih längst, dah sowohl im Text wie im Bild der künstlerische Einschlag eine viel größere Werbe- wirkung ausübt als das gewöhnliche Wort oder das gewöhnliche Bild. Deshalb ist die wirllich gute Zeitungsanzeige heute eine einheitliche Schöpfung, bei der sowohl auf den bildlichen wie lauf den textlichen Teil gleichviel Kunst und Ver­stand verwandt wird. Manche Geschäftshäuser er­regten durch ihre Anzeigen Aussehen und sanden babei die Erfahrung bestätigt, dah die Aufwen- ' Lung von Geld und Geist in der Propaganda sich immer bezahlt macht.

Auf der Londoner Anzeigenkonferenz wurde zutreffend festgestellt, dah die Entwicklung auf dem Gebiet der Zeitungsanzeige einen auherordentlich groben Fortschritt darstellt. Der Geschäftsmann, Ler sich der modernen Anzeigenmittel bedient, er­reicht damit viel mehr als sein Vorläufer vor 40 vis 50 Jahren, und die Kunst in Bild und Wort verliert nichts dabei, wenn sie der Reklame ihre Dienste leiht. Die Entwicklung der Zeitungsan­zeige ist aber nicht nur gekennzeichnet durch die Hebung der Qualität, sondern auch durch die «uh^vrüe.rtlich große zahlenmäßige Zunahme. Die Fachleute, die in London versammelt sind, haben aus langjähriger Erfahrung gesprochen, und sind übereinstimmend der Ansicht, dah es s ü r Den m odernen Geschäftsmann, deret- vas erreichen will, gar fein anderes Wittel gibt als die Anzeig e

die Witwenrente 18 Mk. und Die Waisenrente 15 Mk. monatlich.

3n der- Angestellten- und Invalidenversiche­rung wird auf die Dauer und die Höhe der Ver- sichelung nunmehr wieder durch einen ©teige- rungsbetrag Rücksicht genommen.

Tie Unfallversicherung schützt jetzt 24 Millionen Arbeiter mit einem Aufwand von 110 Millionen Mark. Tie Leistungen werden in allernächster Zeit wieder auf die frühere Höhe gebracht, wobei Schcoerverletzte noch eine besondere Berücksichtigung erfahren sollen. Auch auf den Familienstand wird, und zwar durch Kinder­zuschüsse, Rücksicht genommen. Die llnfalfoer- sicherung wird eine AuÄxHnung auf bie Gast­wirtschaften und Verkaufsgeschäfte erfahren. De- sttmmte Berufskrankheiten sollen einem Unfall gleichgestellt werden.

Als Zukunftsziele der Sozialver­sicherung kennzeichnet der Cöerfafec Klarhell, älebersichtlichteit und soziale Gerechtigkeit. Mtt eindringlichen Worten weist er abschließend die Unentbehrlichkeit einer angemessenen Sozialver­sicherung zur Ergänzung des Lohnes nach.

* Reue Briefmarken. Die Brief­markensammler dürfte cs intereffieren, dah dem­nächst Freimarken zu 1 und 3 Mark mit Bildern ähnlich der 2-Mark-Briefmarke mit der An­sicht von Köln ausgegeben werden. Rachdem im März dieses 3abre8 als erste neue Freimarke mit dem stilisierten Reichsadler der 30-Pfenmg- toert erschien, folgten die Wertzeichen 3, 5, 10 Pfennig. Vor kurzem erschien die 40-Psenmg- Driefmarkc in oliver Farbe, und zwei weitere neue Marken zu 60 und 80 Pfennig zeigen das Bild des ersten Staatssekretärs des Reichspost- amtes, von Stephan, und tragen die Auf­schrift Fünfzig Iahre Weltpostverein". Auher sonstigen Aussetzungen an denvon-Stephan- Marten" wird gerügt, dah der Ramevon Stephan" fehlt.

Amtsgerichte in der Kleinstadt.

AuS Anwaltskreisen wird uiiS ge­schrieben:

Der Plan der Einziehung kleinerer Amtsge­richte, der lediglich als Sparmaßnahme für den Fiskus (nicht für die BevölkerungI) gedacht war, ist in Hessen nicht zur Durchfüh.ung gekommen. Die örtlichen Behörden und Gemeinden! werden wohl niemals zustimmen. Bei der heutigen Bedeutung der Landwirtschaft und der auf dem Lande wohnenden Dolkskreise nicht nur für die Dvlksemährung, sondern überhaupt für das ge­samte politische, wirtschaftliche, soziale und sitt­liche Leben darf mit Recht gesagt werden, dah die Amtsgerichte in den kleinen Orten für das Staatsleben von besonderer Bedeutung sind und dah gerade diesen, den Urquell der Dolkskvaft verkörpernden Staatsbürgern, der Weg zum Ge- mcht, zum Rotar und zum Anwalt unter keinen Umständen mehr erschwert werden darf, als es schon heute der Fall ist. Hier ist ine Dezen- tralifa tion der Rechtspflege ein ganz gelin­der Faktor. Die Konzentratton in den groben Städten ist unserem Volksleben noch immer zum Rachteile gewesen, wie vor allem das Kriegsergeb­nis mit seinem Grohstadtelend in überzeugender Weise gelehrt hat. Deshalb auch in der Rechts­pflege : Dezentralisation und Zustän­digkeitserhöhung der Amtsgerichte aus dem Landei <5tarte und tüchtige Per­sönlichkeiten als Richter, Anwälte und. Ro'are sind von jeher eine Lebensfrage für eine gesunde, das Vertrauen des Volkes verdienende Rechts­pflege gewesen. Alle Bestrebungen auf Einzie­hung kleinerer Gerichte sind schon wegen der eigensten Interessen der ländlichen Bevölkerung zu bekämpfen.

Was die Zuständigkeit der Amtsgerichte in Zivilprozehfachen anlangt, so tft es eia weitver­breiteter Irrtum, dah Prozesse über 500 Gold­mark nur an den höheren Gerichten und nicht auch an den Amtsgerichten verhandelt werden könnten: Iede Partei kann mit der artbe en mündlich oder schriftlich die Zuständig­keit des Am'sgerichts ihres Wohnorts verein­baren. Dies geschieht zweckmäh g durch ent­sprechenden Aufdruck auf Bestellscheinen, wie z D. Gerichtsstand: Amtsgericht Alsfeld o. ä (Auf­druck auf Briefen, Rechnungssormularen usw ge­nügt jedoch nicht). Stillschweigende Ver­einbarung ist nach § 38 ZPO. zulässig, indem der Kläger unter Berufung auf § 38 ZPO. bei dem Amtsgericht Termin in feiner Klage­schrift beantragt und abwartet, ob der Beklagte sich einverstanden erilärt oder Verweisung an das meist nur per Bahn zu erreichende Land­gericht beantragt.

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht hat für beide Parteien folgende Vorzüge:

1. Der Prozeh wird vor dem örtlichen Richter verhandelt, der die Parteien, Zeugen und Ver­hältnisse aus eigener Anschauung und durch den örtlichen Anwalt, den die Partei persönlich als Mann ihres Vertrauens bestellt, kennt.

2. Infolge schnellerer Terminsfolge wird der Prozeß eher beendigt.

3. Bei persönlicher Anwesenheit der Streit­teile in der Verhandlung, sei sie freiwillig oder infolge richterlicher Anordnung, sind die Kosten erheblich geringer, als wenn die Parteien nach dem entfernten Landgericht reifen mühten.

Als staatlich anerkannte Organe der Rechts­pflege fungieren die Rechtsanwälte als Vertreter der Parteien. Die durch Rechtsanwälte vertretenen Streitteile brauchen deswegen grundsätzlich n i ch t s e l b st vor Gericht zu erscheinen und sparen Zeit, Erwerbsverluste und Auslagen. Die Ge­bühren der Rechtsanwälte beruhen auf rechts- gesehlicher Regelung (Gebührenordnung für Rechtsanwälte in der vom 1. Iuni 1924 ab gel­tenden Fassung). Sie stehen gesetzlich fest und werden nur nach Wert des Streitgegenstandes und nicht nach Umfang und Schwierigkeit der geleisteten 2Irbeit berechnet (wie z. B. bei Aerzten, Architekten usw.). Ein im Publikum weit ver­breiteter alter Irrtum ist es, dah die Kosten eines Prozesses sich nach der Anzahl der Termine rich­teten und die Anwälte an der langen Dauer der Prozesse ein wirtschaftliches Interesse hätten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Rechtsanwälte er­halten für ihre Tätigkeit Gebühren nach dem System von Pauschalsätzen je nach Höhe des Strei­wertes. Die Anwälte haben also an der langen Dauer der Prozesse gar kein Interesse, im Gegenteil, je eher der Prozeh beendet ist, um so eher können sie hoffen, ihre Kosten zu erhalten.

Zur Wahrung ihrer besonderen Interessen hat sich die Anwaltschaft in den Orten mit nur Amts­gerichten zusammengeschlossen, zu demVerein der

Amtsgerichtsanwälte", Der über ganz Deutsch­land verbreitet ist. Reben der Gleichstellung der Amtsgerichtsanwälte mit den Anwälten an den Landgerichten kämpft der Verein in erster Linie für die Beibehaltung der Amtsgerichte in den Kleinstädten und für die Zustän - digkeitserweiterung der kleinen Amts­gerichte auf dem Gebiet des Straf- und Zivil­rechts und Beseitigung jeglicher Don - berger lebte.

Turnen, Sport und Spiel.

Deutsche Leichtathletikmeiftcrschaften.

(Erster Tag.)

In S t e 11 i n begann gestern die Austragung der deutschen Leichtathletikmeisterfchaften bei we­nig günstigem Wetter. Der Verlauf der Meister- sc^lften brachte die allgemein erwarteten Ergeb­nisse, doch blieben auch zwei gröbere älederraschun- gen nicht aus. Bedarfs, der deutsche Lang­streckenmeister, muhte eine empfindliche Riederlage emftecfcn. Gegen seine sonstige Gewohnheit nahm er nicht die Führung, sondern blieb im Rudel stecken, so dah er Frandsen- Oldesloe und Husen-Hamburg, die dem Felde vorauSliefen, nicht mehr einzuhvlen vermochte. Diese beiden machten einen Endkampf unter sich aus, und die gröbere Kraft des Hamburgers gab den Ausschlag. Bedarfs endete reichlich 100 Meter zurück an fünf­ter Stelle. Eine zweite äleberraschung brachte die 3xl00-Meter°Staffel. Hier konnte sich der Rekord­halter München 1860 nicht durchsetzen, sondern muhte den Meistertitel an die gleichmässig laufende Mannschaft des Sportclubs Charlottenburg abgeben München wurde drei Meter zurück Zwei­ter, dicht gefolgt vom Kölner Dallspielklub.

Die 100 Meter waren eine sichere Sache für den deutschen Meister H o u b e n. Ebenso sicher ge­wann P l e h e r-Stettin die 800 Met.r in ter guten Zeit von 1:57,2. Bei den 400-Meter-Hürden kam der Hannoveraner Stein als Erster durchs Ziel, wurde aber distanziert, da er drei Hürden ge- risien hatte. Sieg und Meisterschaft fielen infolge­dessen an H e b e l - Mannheim. Das Diskuswerfen endete mit dem erwarteten Sieg des Frankfurters Steinbrenners, der beständig 41,20Meter erzielte. Hochsprung und Weitsprung ergaben die erwarteten Siege von Skorczinski -Berlin und Schumacher -Hamburg.

Am ©onntag kam der Ausscheidungskampf im Weitsprung für Frauen zum Austrag, bei dem Fräulein Henoch - Berlin mit 4,91 Meter den besten Sprung erzielte. Durch denselben Sprung wurde sie später im Endkampf deutsche Meisterin.

Im Speerwurf gelang es Zimmermann- Breslau unseren Weltrekordmarm Lüdecke knapp zu schlagen mtt 56,83 Meter gegen 56,36 Meter. Beidarmig konnte Lüdecke jedoch seine Meister­schaft mit 93,03 Meter erfolgreich verteidigen gegen Schnurr mit 90,06 Meter.

Im 100-Meterlauf für Frauen gelang es Frl. H a u x in 12,9 Sekunden als Siegerin durchs Ziel zu gehen.

Im 200-Meter-Zwischenlauf tat sich Schlacke 2 durch blendendes Spiel hervor. Er lief 22,7 Se­kunden vor Krüger mit 23 Sekunden.

Der einzige, der seine Meisterschaft aus dem vorigen Iahre erfolgreich verteidigen konnte, war P e l tz e r - Stettin. Ebenso wie die 800 Meter ge­wann er auch die 1500 Meter in 4 Minuten 0,5 Sekunden vor Klekamm-München.

Im Stabhochsprung wurde ßeniger»Ber­lin nrit 3,70 Meter berührt deutscher Meister vor Reeg-Frankfurt mit 3,65 Meter.

BeimKugelstohen gelang esHeymann mit 24,20 Meter vor Haenchen mit 22,31 Meter einen neuen deutschen Rekord aufzustellen. In der 4mal 100-Meter-Staffel gelang es Preuhen - Krefeld wieder, durch seinen vorzüglichen Schluhmann Hou den den Sieg herauszulaufen.

Das Diskuswerfen für Damen war Fräulein Hen och-Berlin nicht zu nehmen. Sie gewann die Meisterschaft mit 25,66 Meter vor Fräulein Maeder-Beimau mit 21,60 Meter.

Den 400-Meter-Lauf gewann Reumann- Mannheim in 51,2 Sekunden vor Schmidt-Berlin 2 Meter zurück.

Eine Enttäuschung brachte der 10000-Meter- Louf. Bedarfs gab bei 6000 Meter auf. Hier­durch wurde das Rennen vollkommen offen. Grahmann siegte in 33 Min. 07,4 Sekunden.

Im 10-Kampf wurde Westerhaus-Berlin mit 532 Punkten deutscher Meister.

3. C. Wetzlar-D. f. D. Gießen 1:0.

Das Spiel F. C. WetzlarD. f. D., das ersterer mit 1:0 für sich entscheiden formte, war ein nicht gerade allzu schönes Spiel, da der ersatzgeschwächte B. f. D.-Sturm die vielen Torchancen, Die ifym die Läuferreihe ausarbeitete, nicht verwertete. F. C. dagegen zeigte mehr Härte als Spiellultur. Bei einem Kreismeister dürsten sovieleHände", Aus" usw. nicht Vorkommen. D. f. B. cvird bei Gelegenheit versuchen, mit vollständiger Mann­schaft das Verlorene wieder einzubringen.

Schwerer Anfall zweier Sportschriftsteller.

Darmstadt, 11. Aug. (WB) Bei der heute gefahrenen ersten Etappe der deut'chen Dauerprüfungsfahrt ereignete sich ein sawerer Anfall. Der Pressewogen des bekannten Sport- schriststellers Siegfried D ö r s ch l a g wurde vor Simmern aus der Kurve geschleudert und über­schlug sich. Dörschlag . erlitt einen Schädelbruch und von den Mittahrenden der Redakteur Dock von derAllgTmtt ren Automobitz tung einen komplizierten Beinbruch Der Wagen wurde zw- trünrmect. Dörschlag schwebt noch in Lebensgefahr.

Aus aller Welt.

Grvhfeuer im Getreidespeicher.

Magdeburg, 10. Aug. (WTD.) In der Rächt' vom Samstag zum Sonntag brach auf dem Gelände des Süterbahnhofes gegenüber fern Hauptbahnhof Magdeburg in den Speicher­anlagen der Landesproduktenfirma Siebert u. Co. Grvhfeuer aus, das die in Eifeakonstruktton ausgeführten dreigeschossigen Speicheranlagen in einer Grundfläche von etwa 800 Quadratmeter vollkommen vernichtete. In den Speichern lagerten viele tausend Zenttier Melasse, Hafer und Roggen, wovon nichts gerettet werden konnte. Rach mehr­stündigem Brande stürzte das Gebäude voll­kommen in sich zusammen. Der Materialschaden ist sehr groh, konnte aber noch nicht abgeschätzt werden. Menschenleben sind nicht zu Beilagen.

Der erste Preisausschreiben-Prozeß.

Rach demVorwärts" verurteilte ein Schöffengericht in Thüringen euren Kaufmann, der auf dem Wege der jetzt üblichen Preisausschrei­ben ein Mentholpräparat vertrieb, das nicht den Angaben in seiner Reklame entsprach, z u e i n e m Iahr Gefängnis und 20 000 Mark

®eioiTrate und drei Iahren Ehrver­lust mit der Begründung, dah man derartige Machenschaften energisch unterdrücken müsse, wenn man zu einer Gesundung des Geschäfts lebens gefangen wolle.

Tagung des ReichskriegerbundeS.

Am Sonntag fand unter reger Beteiligung und in Anwesenheit des Vcmeralfeldmarschalls v Hindenburg auf dem Kyffhäuser die dies­jährige Tagungdes Reichskriegerbun« des statt. Dor dem Khfshäuserdeirkmal rich:.te Hindenburg einige Worte an die nach Tauf n n zählende Menschenmenge, die grobe De eiste u g auSlösten. Am Fritze des Denkmals fand dann ein Festspiel statt, dem Hindenburg ebenfalls« wohnte.

Einbrecher und Mörder.

Die Arbeiterkolonie Reu-Heiligensce bei Schulzendorf im Norden Berlins wurde in der letzten Zeit häufig von Einbrechern beim« gesucht. Die Diebe drangen u. a. in das Häus­chen des Tischlers Fenner und seines Schwie­gersohnes Möbius ein. Sie wurden von den Bewohnern dabei überrascht, und als sie flo­hen, von Möbius verfolgt. Plötzlich wandte sich einer der Fliehenden um und schoß mehr­mals auf den Verfolger. Möbius wurde so schwer verletzt, daß er im Krankenhaus starb. Die Verbrecher sind entkommen.

Don einem 13jährigen im Scherz erschossen.

Auf einem Anwesen in der Nähe von Neustadt a. d. Oder legte der 13jährige Sohn eines Mühlenbesitzers im Scherz ein Gewehr auf ein Mädchen an, das dort seine Ferien verlebte. Die Waffe entlud sich, das Mäd­chen wurde in den Kopf getroffen und sofort getötet.

Aufschub der Salzburger Festspiele.

Einer MeDung aus Salzburg zufol'te fin* den die M i 11e Augu st angeschten Salzbur­ger Fest spie le, bei denen unter Leitung Reinharts das FesflpielMirakel" in der Kollegienkirche zur Aufführung kommen sollten, wegen Absage der Hau ptdarstellerin im Iahre 1924 nicht statt.

Dom Esperanto-Weltkongreß.

Wien, 11. Aug. (WTD.) Gestern fand die Festversammlung des hier tagenden 16. Espe­ranto-Weltkongresses statt. Zu der Ver­sammlung waren außer den äutzerst zahlreichen Teilnehmern Vertreter der österreichischen Regi- rung sowie der Gemeinde Wien und Vertreter des diplomatischen Korps erschienen. Nachdem der Vorsitzende die Ziele und Ideale der Gspevanto- betoegung bargelegt, die Vertreter der österreichi­schen Regierung und der Gemeinden begrüßt hatte, hielt Dr. Edmund Privat, Genf, die Festrede. Darauf ergriffen die Führer der einzelnen Abordnungen aus allen Ländern das Wort in ihrer Muttersprache und in Esperanto.

Folgenschwerer Erdrutsch.

.ilbine, 11. Aug. (WTD.) Infolge eine- Erdrutsches in der Ortschaft Moggio sind meh­rere Arbeiter, die in der hydroelektrischen Zen­trale tätig waren, verschüttet worden. Don den Verschütteten sind drei tot, zwei leicht verletzt.

45 Millionen Pfund Pulver verbrannt.

Nashville, 11. Aug. Funkspruch. In Old- Hickory ist dikrch eine Feuersbrunst eine Pul­verfabrik zerst ört worden. Fünfzig Ge­bäude, die größtenteils an k>ie Regierung als Pulverspeicher vermietet waren, brannten nieder. 45 Millionen Pfund Pulver, die der Regierung während des Krieges etwa 22V» Millionen Dollar kosteten, und deren jetziger Wert etwa 2 Millionen beträgt, wurden vernichtet. Der Wert der Ge­bäude betrug 5 Millionen. Personen sind ernst­lich nicht zu Schaden gekommen.

65 Opfer einer Gasexplosion im Bergwerk.

Tokio, 11. Aug. (Wolff.) Infolge einet Gasexplosion in der Steinkohlen­grube von Iriyama in der Provinz Fukuschima wurden 70 Bergleute eingeschlossen. Es wird befürchtet, dah sie sämtlich umgekommen sind. Bisher wurden 65 Leichen geborgen.

Wieder ein schweres Erdbeben in Japan.

Tokio, 11. Aug. Ein schweres Erdbeben wurde in H o j o und T a e y a m a, Provinz Aa>a, verspürt. Der Schaden war gestern abend noch unbekannt. Auch in Tokio wurde ein leichter Stotz bemerkt.

Der Wollenkratzer-König gegen die Wollenkraher.

DerWolkenkratzer-König 'Cah Gilbert, der Baumeister von Reuyork, der die meisten Wol­kenkratzer, darunter das höchste Gebäude, das Woolworth-Building, geschaffen hat, ist augen­scheinlich selbst von seinen Schöpfungen nicht ge­rade entzückt. Er ist jetzt nach London gekommen, um hier bei dem internationalen Kongreß der Architekten mitzuwirken, und sagte recht offenher­zig: ^Ich bin glücklich darüber, dah es in Lon­don keine Wolkenkratzer gibt. Ich zweifle, ob sie überhaupt von Nutzen sind. Reuyork würde viel besser daran sein, wenn es nur Bauten von ge­ringerer Höhe besäße. Die Anhäufung von Wol­kenkratzern verursacht überfüllte Straßen und Ver- tehrsschwierigkerten. Eine der grof;ei Sorgen Reu- Yorks ist es, wie es die Ebbe und Flut der Men­schenströme bewälligen kann, die sich zu bestimmten Tageszeiten in der City vollzieht. Auch die ästhe­tische Wirkung dieser Riesenbauten erscheint mir recht zweifelhaft, und ich bin entzückt von der englischen Architettur, in der es solche Monstra nicht gibt."

Meilen brennender Wälder.

Während in China Heberfchwenrmu rtgen Tau­sende von Menschenleben gefordert haben, wüten an den amerikanischen Küsten des Stillen Ozeans ungeheure Waldbrände, die sich vom südlichen Kalifornien bis nach Britisch-Kolumbien erstrecken. Di-ele Tausende von Menschen kämpfen mit der verzweifelten Aufbietung aller Kräfte gegen die Flammen, aber wenn nicht Regengüsse bei ein­zelnen Waldbränden in den Staaten Washington und Dragon den Brand gelöscht hätten, würde es auch dort zu furchtbaren Katastrophen gekom­men sein. Weite Strecken Wald sind zerstört worden. In Kalifornien wüten unterdessen die Feuersbrünste weiter fort; besonders in dem Ge­biet von Santa Barbara im Rorden von Los Angeles sind meilenweite Strecken ein einziges älammenmeer. Man hat schon Arbeiter aus L.)s ngeles angeworben und in aller Eile nach den Brandstätten befördert, um die Flammen zu be­kämpfen.

Devantwort!ich für Politik und Feuilleton:

3. D.: Heinz ©ortens