rung ausgesprochen. Aber damit ist es nicht getan. Der Zustrom an neuen Menschen, den Frankreich nicht von sich auS befriedigen kann, wird durch die immer anwachsende Einwanderung gespeist. ES gibt gegenwärtig 2 Millionen Fremde in Frankreich, die aus etwa 32 verschiedenen Nationen herstammen, und man nimmt an, daß ihre Zahl jährlich um 600 000 bis 700 000 wächst. Seit die Vereinigten Staaten die italienische Einwanderung eingeschränkt haben, kommen immer mehr italienische Arbeiter über die französische Grenze, und auch die Levante, Rumänien, Polen, Spanien und Belgien geben viele von ihren Einwohnern an Frankreich ab. Man hat viele dieser Arbeiter für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete gebraucht, aber der Wiederaufbau ist nun fast vollendet, und die französischen Arbeiter sehen sich bereits zur Wehr gegen die Aeberflutung mit fremden Kräften, die ihnen das Brot wegnehmen. Am diese Einwanderer für die französische Nation zu gewinnen, erleichtert man die Naturalisation und will andererseits Kindern, die von französischen Eltern außerhalb des Landes geboren werden, die französische Nationalität errhalten.
Schöffengericht.
Gießen, 9. Juli. Der Arbeiter Ehr. K. in Alsfeld war fcntm aus dem Zuchthaus entlassen worden, wo er eine zweijährige Zuchthausstrafe wegen Blutschande verbüßt hatte, als er sich an einem abgelegenen Ort in Alsfeld an ein dreijähriges Kind hevanmachte und an ihm unzüchtige Handlungen vornahm. Er leugnete die Tat, wurde aber durch die Beweisaufnahme, insbesondere die Aussagen zweier Zeugen überführt. Da er bei der Begehung des Verbrechens ziemlich stark angetrunken war, wurden mildernde Amstände angenommen, der Vorstrafe wegen aber auf eine empfindliche Strafe erkannt. Er erhielt ein Jahr sechs Monate Gefängnis.
Gleichfalls wegen Sitllichkeitsverbrechens an einem Kinde wurde der Schlosser K. L. in W i e - seck zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Er war geständig. Nach dem Gutachten des Gerichtsarztes ist er, wenn auch minderwertig, so doch nicht geisteskrank und daher für seine Tat verantwortlich. Seine Veranlagung wurde mildernd berücksichtigt, strafschärfend aber die grobe Ansittlichkeit seiner Tat und eine Dorbestrafung auf gleichem Gebiet.
Wegen Doppelehe wurde ein verhältnismäßig junger Mann aus Wisselsheim zu der gesetzlichen Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er war, wie er glaubhaft angibt, als junger Ehemann in den Krieg gezogen und in Gefangenschaft geraten: als er zucücttam, fand er seine Frau als Verhältnis eines andern, trennte sich von ihr und heiratete, ohne sich um seine bestehende Ehe zu kümmern und auf Scheidung bedacht zu sein, von neuem.
Geldstrafen von je 75 Gvldmark wegen Betrugs erhielten zwei Eisenbahnschalterbeamte, die in der Inflationszeit, kurz vor einer Fahrpreisverdoppelung, Fahrkarten für eigne
Rechnung entnommen, nach der Preiserhöhung an Reisende verkauft und den Anterschied zur Deckung eines Kassenfehlbetrags verwandt hatten, für den sie verantwortlich waren. Die Geringfügigkeit des Schadens, wenige Goldmark, wirkte strafmindernd, schärfend der grobe Dertrauens- mihbrauch. Den beiden Beamten hat der Betrug außerdem die Stellung gekostet.
Vermischtes.
Ein merkwürdiger Mumirnfund.
Der amerikanische Forschungsreisende Kapitän I. F. Sheridan berichtet in amerikanischen Blättern über einen sonderbaren Mumienfand, von dem er die kühne Behauptung ausstellt, er bringe das von Darwin geforderte „misst n g link" bei, das „fehlende Glied" zwischen Mensch und Tier. Es handelt sich um die gelblich braune verschrumpelte Mumie eines neugeborenen Kindes, dessen Kops und Deine menschlich sind, dessen Hände und Füße aber Klauen zeigen und ganz tierisch geformt sind. Sheridan hat die Mumie in den noch wenig erforschten Darien-Gebiet des Isthmus von Panama gefunden, wo man jetzt auch die „weißen In- bictnet“ entdeckt hat. „Ich stieß auf eiire Grabanlage, die schon dem Aeußeren nach besonders Wichtiges zu enthalten schien, und fand in einer Tiefe von etwa 88 Fuß einen Hohlraum, in dem eine Art Krypta angelegt war. Die Mumie, die in einer Kiste lag, war meisterhaft embal- samiert. Es war augenscheinlich das Kind einer besonders mächtigen Persönlichkeit, das hier bei- gesetzt war. Das Kind muß einer Rasse von Daumbewohnern angehört haben, deren schöne Tongcfähe bereits eine hohe Zivilisation ernennen lassen. Die heutigen Sanblas-Indianer, die das Gebiet bewohnen, haben noch denselben langen Körper und die kurzen Deine, die sich auch! an dieser merkwürdigen Mumie finden.
3m Schlangenpark.
Das Schlangen-Museum von Port Elizabeth in Südafrika bietet einen der merkwürdigsten Eindrücke, die man auf dem ganzen Erdball bekommen kann. Ein Besucher L. G. Green schildert diesen größten „Schlangenpark" in einem Londoner Blatt: „Es ist ein anmutiger Fleck Erde, dieses mit dichtem Gras bedeckte Gebiet. Büsche mit leuchtenden Blüten erheben sich über dem Grün, und ein tiefer Graben umgibt das Terrain, um den sich wieder hohe Mauern ziehen. Aeberall, wo man hinblickt, gibt es Schlangen in durcheinander kriechenden Massen und Klumpen. Kobras lauern in jedem Dusch und hungrige Riesenschlangen liegen am Wasser, lauern auf Frösche mit schlauen blinzelnden Augen. Anter diesen Haufen giftiger Reptilien spaziert ganz gemütlich ein großer Zulu umher, der sich zum Vergnügen der Besucher mit den Schlangen alle möglichen Späße erlaubt. Als er sah, daß ich ihn beobachtete, bückte er sich nieder und griff zwischen den Büschen herum, bis seine Arme mit schillernden, langsam sich bewegenden Schlangen gefüllt waren. Der Tod züngelte nach seinem Gesicht. Aber er gestattete sogar den kleinen vorschnellenden Köpfen, bis nahe an seine Augen heranzukommen. Im Inneren des Museums befindet sich ein Vorrat an Serum, und der Zulu muh gar- häufig sich mit diesem Serum impfen lassen, wenn er gebissen worden ist. Aber er hat es eigentlich gar nicht nötig, denn das Gift ist in
9ür die Speise!
Mey’s Kragen mit feinem Wäschestoff Leichtes Durchziehen de* Selbstbinders bei den Sorten
Standard, Gloria X Für die warme Jahreszeit, da besonders niedrig:
I nternational Amsterdam
1 Dutzend in Schachtel M. 1.80-2.20 je nach Form
Erhältlich in allen .durch Plakate kenntlich gemachten Verkaufsstellen.
Prima 1277D
WiMeMeomWe
wieder aus Lager.
Karl Suos ji.,Baiiina Wen öhö SMMlWg.AMsNklelSlr.58.
Achtung!
Grobe Sendung 021705
Kirschen, Heidelbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren eingelrofsen. Verkauf: Montag von 8 Uhr an, nm Felsenkeller, Bahnhofstraße.
A. Frosch, Telephon 1051.
Kalk
Gran-1 MsM von hervorragend. Qualität stets sofort lieferbar
C.Riibsamen,Fernspr.1659
Ml!fMelllI«llM"pLL
Msssalnms mitein u.vreiswecr öle Brübiföie llnlo.-DrudeteL B. £onge, (Sieben. srdvlM.7.
Halb Zucker, halb
Ctort Geld unb schmeckt vorzüglich.
1 H-padung ffristoN.Süßsioff \ A P(.
. <5C6®trl = 1 »!d. 3u<f«r 1XJ
ckchSttllch in ff oloniofawrcn-, unb
Handelsschule Gießen
Telephon 2064
Goethestr. 32
Anmeldungen werden täglich
'enommen.
15.Juli
Beginn eines neuen Halbjahres-Kursus
Unterrichtsfächer:
Einfache und dopp. Buchführung, Handelskunde mit Schriftverkehr, kaufm. Rechnen, Wirtschaftsgeographie, Deutsch, Maschinenschreiben, Stenographie, Schönschreiben.
Waseheinrlclitiingea Ladeeinrichtungen jeder Art 5637a -----Großes----- Lager aller Wasch- und Toiletten - Gegenstände bei
Rudolf Rödiger
Walltorstraße 35
Kakao, Schokoladen, Pral inen
Generalvertrieb: Mus Funk, Gießen, Sellemeg 38, Telephon 686
MIOSt
sigen Nasen, gehüllt in langhaarige Pelzkuttsn, seltsame Käuze, Nachkommen aus einem Geschlecht von Riesenvögeln; um der Liebe willen fechten sie Säbelduelle aus. Auf einsamen Inseln hausen Drachen, echte Sprößlinge der vorweltlichen Arbilder der pesthauchenden Lind- wurme. Tiefe, ehrfürchtige Liebe zur Natur leitete Reischel auf seinen zwölfjährigen Reisen. Er zeigt uns die himmelstrebenden gletscherumhüllten Alpen, das Vulkangebiet mit seinem bebenden Boden, mit den heißen Quellen und Schlammvulkanen: mit ihm dringen wir bis zum Rande des Packeises des Südpoles vor: er führt uns sogar als erster in das allen Weißgesichtern ängstlich verschlossene Königsland, die letzte Zuflucht der Eingeborenen. Trefflich versteht es der Verfasser, die merkwürdigsten Dinge verständlich zu machen, seien es Erscheinungen des Tier- und Pstanzenlebens oder die Stammessitten der Maori. Trotz ihrer oft recht befremdenden Gewohnheiten gewinnt man diese Naturmenschen lieb, und man bedauert nur, daß die Kalturmaschine Europa heute ein so hochstehendes Volk vernichtet hat.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Gießen. Sonntag, 13. Juli. 4. Sörkntag n. Trin. Stadtkirche. 8: Zugleich Christenl. f. d. Neukonfirm, a. d. Matthäusgem. Pfr. Mahr. 91/,: Pst. Becker. 11: Kinderkirche für die Markusgem. Pst. Becker. — Iohanneskirche. 8: Zugl. Christenl. f. d. Neu- konf. aus der Iohannesgem. Pst. Ausfeld. 9l/?: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche f. d. Lukas- gem. Pst. Bechtolsheimer. 8: Dibelbefprechung im Iohannesfaal, Pst. Becker. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. b. konfirm, männliche Jugend. 1‘A: Mainzlar. — Wieseck. 8%: Christenlehre (männliche Abteilung). 9*/a.
Katholische Gemeinden.
Gießen. Samstag, 12. Juli. 4VZ und 7 Deichte. Sonntag, d. 13. Juli. 61/, Beichte, 7 Messe, Kom. d. Iüngl., 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 2l/2 And., 8 Aloisiusand. - Grünberg. Sonntag 9‘A Messe m. Pred.
seinem Blut; er hat es glücklich niedergckämpft und braucht keine Schlange in Afrika zu fürchten. Ich beobachtete ihn, wie er eine kleine Schar von Kobras ärgerte. Er hatte meine Kamera gesehen und wollte von mir photographiert werden. So stellte er sich denn, von diesen Schlangen umringelt, vor mich hin, und.sie hefteten ihre bösen Augen auf mich, während ich photographierte. Dann sah ich eine Henne ganz ruhig auf einer schlafenden Schlange sitzen. Es gibt nichts Lebloseres als eine Schlange, die gefresten hat und verdaut. Ich habe gesehen, wie solchen Schlangen große Fleischstücke von Ratten aus den Seiten heraus- gebissen wurden, und selbst eine Maus wird eine vollgefressene Schlange angreifen."
Dadeleben in Tsingtau.
Die Verwaltung von Tsingtau war im Dezember 1922 von den Japanern den Chinesen übergeben worden. Die Freude der deutschen Kolonie über dieses Ereignis ist aber sehr bald getrübt worden. Wie in den „Berliner Missionsberichten" mitgeteilt wird, gibt es heute sogar viele Chinesen, die die Wiederkehr der Japaner wünschen. Die chinesischen Beamten haben sich zwar redlich bemüht, geordnete Verhältnisse herzustellen. Aber in Peking, wo es mehr denn je an einer festen Regierung fehlt, fanden sie nicht die nötige Anterstützung. Der Gouverneur von Tsingtau wohnte außerhalb der Provinz und ließ sich durch einen wohlmeinenden, aber weltfremden buddhistischen Gelehrten vertreten. Vergebens suchte man, die guten Vorbilder nachzuahmen, die die Deutschen hier aufgestellt hatten. Das Danditen-An- wesen, besonders durch „Kriegsteilnehmer" genährt, lastete auf dem öffentlichen Leben. Es gelang nicht, den chinesischen Handel, der seit der Besetzung durch die Japaner nach Tschifu abgelenkt war, wieder nach Tsingtau zurückzuleiten, und auch das Dadeleben, das früher hier so reich blühte, kam nicht recht in Aufnahme. „Außer russischen Juden," so heißt es in dem Bericht, „gab es wenig Badegäste; dafür tummelten sich auf der vornehmen, von den Deutschen angelegten Strand- straße Soldaten und Kulis völlig nackt herum, ohne von der ganz versagenden Straßenpolizei darin gestört zu werden. Skandalöse Zustände zogen mit den Fluten russischer Flüchtlinge ein, d.e nicht nur an Armut, sondern auch an Lasterhaftigkeit bisweilen die Ostasiaten Überboten und die anständigen Russen vertrieben. Die deutsche Kolonie zählt etwa 140 Köpfe."
-i Büchertisch.
— R eischek, „S terbende Welt" (Drockhaus, Leipzig, geb. 15 G.-M.). — Das Werk zieht den Schleier von drm wenig gekannten! Neuseeland. Anter den Tritten der Zivilisation liegt eine sterbende Welt. Einst Paradies der Freiheit und Schönheit, ist Neuseeland heute Schauplatz der Ausbeutung der Natur. Die Eigenart des Voltes der Maori hat sich unter dem nivellierenden Einfluß der europäischetr Eindringlinge verloren. Aber noch im letzten Augenblick ist es möglich gewesen, die Tiere und Menschen dieses ge° heimnisvsllen Landes in Wort und Bild fest- -uhalten. Neuseeland ist das Land der Wunder. Verschlossen in tiefen Arwäldern, behütet von „Wilden", die eine hohe Kultur besitzen, leben Märchen und Sagen von unbestreitbarer Wirtlichkeit. In den grünen hohen Domen lustwandeln behäbige Gnomen mit krummen rie
wer „Conticord" fährt, weiß, was ein Reifen halten kann.
für Auto, Kraftrad, Fahrrad.
(Fahrt nach der neuen „Contin ent ^Straßenkarte".)
Bos große Kiitol-PrelsBtiireto!
Kostenfreie Sommerreise in die schönsten Gegenden Deutschlands für eine tolle, aber durchführbare Idee«
Frau Schnattes*ioh spricht:
Wer sich an diesem Preisausschreiben beteiligen will, muß zunächst wissen, was Aber Kukirol - Hühneraugen - Pflaster und Kuklrol-Fußbad zu sagen ist
Kukirol ist das bekannteste, großartig bewährte Hühneraugen-Pflaster. Es entfernt In einigen Tagen das hartnäckigste Hühnerauge ohne Schneiden, mithin auch ohne Gefahr der Blutvergiftung, ohne Entzündung, mithin auch ohne Schmerzen. Es ist den sogenannten Hühneraugenringen bei weitem vorzuziehen, weil es sich glatt anschmiegt beim Anziehen der Schuhe nicht abgerissen wird, und weil die wirksame Substanz nicht in der Wärme zerfließt, wie bei den Ringbinden. Kukirol ist deutsches Fabrikat, aber in der ganzen Welt vielmillionenfach bewährt und ärztlich empfohlen.
Sanitätsrat Dr. mbd. Campe’s Kuklrol-Fußbad verhütet Brennen, Wundlaufen und übermäßiges Schwitzen der Füße und beseitigt den üblen Schweißgeruch. Es kräftigt Nerven und Sehnen und ist die größte Wohltat für alle, die viel gehen und stehen müssen. Der beste Beweis für seine unerreichte Güte ist, daß es nachgeahmt wird. Das lat beim Einkauf sehr zu beachten.
Lassen Sie sich niemals statt Kukirol oder Kukirol- Fußbad etwas anderes als .ebenfalls sehr gut* aufreden. Weisen Sie mit scharfen Worten alles zurück, was nicht die bekannte Kukirol-Schutzmarke .Hahn mit Fuß* trägt. Nehmen Sie keine Ware in Blechschachteln an, denn Kukirol und Kuklrol-Fußbad werden nur in Kartons mit der genannten Schutzmarke verkauft. Sie erhalten beide Kukirol-Präparate in jeder Apotheke und in jeder wirklichen Fachdrogerie. (Kukirol - Hühneraugen - Pflaster 76 Pfennig pro Schachtel, Kuklrol-Fußbad 60 Pfennig pro Packung). Wenn Sie die lehrreiche Broschüre »Die richtige Fußpflege* interessiert, so lassen Sie sich diese kostenlos senden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen.
Unsere Preisaufgabe lautett Wie ist es mit dem geringsten Aufwande, ohne gegen die Gesetze zu verstoßen und ohne daß irgend eine behördliche Genehmigung nötig Ist, zu erreichen, daß in einer beliebigen deutschen Stadt von mindestens 50000 Einwohnern Kukirol oder Kuklrol- Fußbad mindestens einen Tag lang das allgemeine Gespräch bildet? Bef der Bewertung der Vorschläge wird Gewicht darauf gelegt, daß die Durchführung der Idee überhaupt möglich ist, keine übermäßigen Kosten verursacht und kein Aergernls, sondern Heiterkeit erregt und die Schaulust befriedigt wird. Für die launigste, originellste, wlrkamste, am billigsten durchzuführende Idee setzen wir als ersten Preis aus:
Eine 14 tägige Erholungsreise (Fahrt und Hotelaufenthalt) für zwei Personen in eine der schönsten Gegenden Deutschlands und zwar nach eigener Wahl an die Ostsee, in den Harz, flach Thüringen oder ins bayerische Hochgebirge.
Die Reise kann zu beliebiger Zelt innerhalb dieses Jahres erfolgen. Die Fahrkarten 2. Klasse werden von uns besorgt, der Hotelaufenthalt mit voller, erstklassiger Verpflegung samt Trinkgeld für die Bedienung wird von uns bezahlt. Das' Hotel bestimmen wir, und wir werden die Auswahl so treffen, wie es der Bedeutung unserer Welt- Finna entspricht.
Unsere Bedingungen« Die Reise kann nur von einer dem Wohnorte des Preisträgers benachbarten deutschen Station aus angetreten werden und geht zu derselben Station zurück.
Ferner 49 weitere wertvolle Preise, nämlich: Als zweiten Preis:
1 Odeon-Musikapparat mit 12 Platten (Fabrikat Odeon- Werke Berlin 8. 0.)
Als dritten Preis:
Ein erstklassiges Damen- oder Herren-Fahrrad, Marke Weltrad, mit allem Zubehör. (Fabrikat der 1897 gegründeten Metall-lnduatrie, Schönebeck-Elbe.)
Als vierten, fünften und sechsten Preis: Je ein vollständiges Exemplar (5 starke Bände) des berühmten Werkes von Gustav Frevtag .Bilder aus der deutschen Vergangenheit*. Illustrierte Ausgabe (2000 Bilder). Zwei Jahrtausende
deutschen Lebens! Ein vaterländisches Hausbuch, wie es kein anderes Volk besitzt (Verlag: Paul List, Leipzig.) Drei weitere Preise:
Felix Dahns .Kampf um Rom*, 3 Bände, eines der herrlichsten Werke der deutschen Sprache.
Fünf weitere Preise:
Goethes ausgewählte Werke, S Bände in sehr guter Ausstattung.
Zehn weitere Preise:
Tirpitz, .Gedanken und Erinnerungen*.
Dieses Werk des 1916 in .Ungnade gefallenen“ Schöpfers der deutschen Marine zeigt klar die Fehler, die vor dem Kriege und im Kriege begangen wurden. Fünf weitere Preise:
Brockhaus neuestes Lexikon, 4 Bände.
■Fünf weitere Preise :
.Der Vormarsch* von Walter Bloem.
Sechzehn weitere Preise:
„Seeteufel*. Schilderungen der abenteuerlichen Kaper- fahrten des Grafen Luckner.
Sämtliche Preise werden den Gewinnern tracht- oder portofrei zugesandt.
Die Preisbewerber müssen Ihre Vorschläge bis zum 5. August 1924 schriftlich in gut leserlicher Handschrift und in genügend ausführlicher Darstellung an die unterzeichnete Firma eingesandt haben.
Alle Einsendungen sind mit Schreibmaschine oder Tinte zu schreiben!
Auf Wunsch haben die Einsender die Ausführbarkeit Ihres Vorschlags nachzuweisen und diesbezügliche Fragen zu beantworten.
Wir behalten uns vor, die preisgekrönten Vorschläge auszuführen oder zu veröffentlichen.
Die Namen der Haupt-Preisträger werden in jedem Falle in dieser Zeitung veröffentlicht
Dem Preisträger-Kollegium gehören an: Der Inhaber der Kuklrol-Fabrik, 2 Prokuristen derselben und 2 unparteiische Herren.
Die Preisrichter treffen ihre Entscheidung endgültig. Wir empfehlen dir Teilnahme an diesem Preisausschreiben besonders
Brautpaaren, die dadurch zu einer kostenlosen Hochzeitsreise kommen;
Ehefrauen, damit sie zukünftig jede Opposition gegen einen neuen Hut oder gegen sonstige Ausgaben mit der Erwiderung niederschmettern können: Dafür hat Dich die Erholungsreise nichts gekostet;
Ehemännern, die etwas gutzumachen haben oder bis zur Entscheidung voraussichtlich etwas gutzumachen haben werden;
Allen, die einmal 14 Tage lang die Alltags- sorgen abschütteln und ein Stück schönen, deutschen Landes sehen und genießen wollen.
Und nun frisch ans Werkl Hier ist ein Feld, auf dem sich die Findigkeit und der Witz jedes Preisbewerber» betätigen kann. Hier gilt es, einen Plan auszuhecken, wie man mit Humor eine ganze Stadt auf den Kopf stellen und sie zwingen kann, sich einen Tag lang eifrig mit den bekannten Kukirol-Fußpflege-Präparaten zu beschäftigen.
Einerlei, ob der Gewinner des ersten Preises daraus eine Hochzeits- oder eine Erholungs- oder eine Vergnügungsreise machen will, es ist der Mühe wert, über das Problem nachzudenken. ,
Das Meer, Thüringen, der Harz, die Alpen I
Nicht einsam, sondern zweisam. Das muß doch den Scharfsinn und die Phantasie beflügeln I Das muß eine Stunde intensivsten Nachdenkens wert sein. Dafür lohnt es sich, einen Studentenulk riesigen Umfanges auszudenken. Geben Sie sich Mühe! Ganz Deutschland ist Zuschauer bei diesem Wettkampfe der Geister!
KuldrokFabrik Gro߫Salze bei
BSagdebur,ge


