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Pflf GesehäPt vnd Scrvf FOr Sport und Erholung

FronvogL Gehler im besetzten Gebiet.

Das Fachzeichnen muh eng mit der praktischen Arbeit verbunden werden. Der Arbeitsprozeß mutz gewissermaßen den Mittelpunkt bilden für alle zeichnerischen Liebungen, damit dem Schüler

*) Der Verfasser hat vor kurzem in einer gut besuchten Handwerksmeister = Versammlung über dieses Thema gesprochen. Lim die Grund­gedanken seiner sehr beifällig ausgenvmmenen Dar­legungen auch weiteren Kreisen zugänglich za machen, geben wir ihnen hier Raum. D. Red.

Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion wür­den alle Stände leiden.

DemVorwärts" zufolge beschäftigte sich drr sozialdemokratische Parteivorstand mit der politischen Lage, die durchs di» Einbrin­gung der Schuhzollvorlage und die ab­lehnende Stellungnahme der Regierung gegen dre Ratifizierung des Washingtoner Abkommens entstanden ist. Las Verhallen der Regierung wurde aufs schärf st e ange­griffen. Die Absicht der Gewerkschaften, die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens -t Gegenstand eines Volksentscheids zu machen, wird die lebhafteste Llnterstützung der Partei finden.

Das Washingtoner Abkommen betrifft die Durchführung der achtstündigen Arbeitszeit.

schuß, die Höchstsätze sollten sofort so gestal­tet werden, daß die Hauptunterstützung um 2025 Proz., die Familienzuschläge um 100 Prozent erhö h t werden sollen. Die bisherige prinzipielle Bestimmung, wonach Erwerbslose unter 18 Jahren keine Crwerbslosenunter- stützung beziehen dürfen, soll dahin abgeän- dertwerden,daß künftighin nur Personen un­ter 17 Jahren von der Erwerbslosen- unterstützung ausgeschlossen sein sollen. Endlich wurde beschlossen, daß die bisherige Bestimmung, wonach als Krankengeld nur die Hälfte der Llnterstützungssätze gezahlt wurde, dahin umgewandelt werden soll, daß der vollständige Satz der Erwerbslosenfür­sorge als Krankengeld gewährt wird.

Duisburg, 11. Juli. (WTD.) Ein Schupobeamter wurde vom belgischen Polizei­gericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt, weil er einen belgischen Offi­zier nicht gegrüßt haben soll.

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Darmstadt , 11. Juli. Sn den oberen Jumen Staatsministeriums, die für Re- prasentationszwecke eingerichtet sind, fand gestern nrV genannter 'Parlamentarischer -zi ö e n b statt, zu dem Einladungen an Vertreter Der Regierung, des Landtags und der Presse er= gangen waren. Die Zahl der Geladenen betrug etwa 150.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 12. Juli 1924.

Ferienzeit.

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Ramentlich gegen eine besonders weitver­breitete üble Erscheinung unserer Zeit sind die Ferien das allerbeste Heilmittel, wenn dessen Wirkung leider auch nur eine mehr oder min­der begrenzte Ersolgsdauer hat: gegen die Ner­vosität. Alle Menschen sind, heutzutage ja nervös und dadurch ihren Mitmenschen manchmal zuwider. Das Geschlecht derer, die Rerven wie Schiffstaue haben, ist offenbar ausgestorben. Die Männer sind nervös vom Geschäft, von der Politik, oder von Meinungsverschiedenheiten über den Sport, oder von dem knapper gewordenen Einkommen, oder von sonst irgendeiner Laus, die ihnen hier und da mal über die ßeber läuft; die Hausfrauen sind nervös von ihren Haus­haltsnöten, andere auch von ihren Kleidersorgen, weil sie vor lauter Anwendungsmöglichkerten gar nicht mehr wissen, was sie eigentlich tun und lassen sollen, oder von derPerle", wenn sie sich eine solche leisten können, die eben nut aller Gewalt immer ihren Dienstmädchenstandpunkt und -kops durchsetzen will; die Kinder endlich sind nervös, weil die schwankende Stimmung der Alten sich ihnen mitterlt, oder weil fte sich auch schon alsPersönlichkeit" fühlen, ihren Willen durch­setzen wollen, und wenn das nicht geht,ihre Nerven spüren". Draußen weicht dieser Dann von dem Alltagsmenschen, ganz gleiche ob er in den Wäldern der Llmgegeiid mit gelegentlichem Aeppelwein in Annerod oder Großen-Duseck her- umstreift, oder ob er irgendwo an einem andern schönen Fleckchen Erde seine Freizeit verlebt. Schnell ist die dumme Hast und Langatmigkeit der vergangenen Wochen und Monate vergessen, die Blicke werden heller, die Züge sreundlicher.' Schon das Bewußtsein, daß man wieder einmal i gang nach seinem Belieben tun und lassen kann, losgebunden von den vielerlei Pflichten des Werkeltages, die gleichmäßig auf die Nerven ein­türmen, das tut sy viel. Da sieht man dann alles mit anderen, mit freundlicheren Augen an, und schwatzt noch mal so froh mit seinen Be­kannten. Lind wenn man irgendwo in der weiten Ferne, an der See. oder in den Bergen, oder im Schwarzwald sitzt, dann werden, wenn man nicht gerate rettungslos einregnet, in der Regel glück- elige Briese oder Karten über erfrischende Cr- lebnisse und wunderbare Eindrücke an Ange­hörige, Freunde und Bekannte geschrieben. Die daheim kennen dann den Menschen kaum wie­der; er erscheint ihnen als ein ebengeborener. Unb wenn sie sich weiter diesen Menschen ini Getriebe des Werktags vorstellen, lächeln sie wohl und denken: schade, daß man ihn jetzt nicht ge­nießen kann, wo er nicht nervös ist, wo er, die ungetrübten Seiten seines Menschtums an die Oberfläche kehrt. Ferienzauber, das Schönste des ganzen Jahres!

Die Neichs-Teueruugsziffer.

Die Reichsindexziffer für die Lebenshal­tungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung. Beleuchtung, Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für | den 9. Juli auf das l,19billionenfache der Vorkriegszeit. Die Steigerung von 1,7 Prozent gegenüber der Vorwoche (1,17 Bil­lionen) ist in der Hauptsache auf die stärkere Berücksichtigung der Preise für Kartoffeln neuer Ernte zurückzuführen. Bei einem Teil der übrigen in die Berechnung einbezogenen Lebensbedürfnisse, so namentlich bei der Be­kleidung, sind weitere Preisrückgänge zu ver­zeichnen.

Gießener Wochenmarktpreise

am 12. Juli 1924 (Händlerpreise).

kosteten: Butter Psd. 180 Pf., Matte 35, Käse 60, Eier Stck. 13, Wirsing Pfd. 30, gelbe Rüben 2530, rote Rüben 25, Rörnischlohl 10 Dohnen 4050, Blumenkohl Stck. 50100, Salat (3 Köpfe) 10, Salatgurken Stck 30100, Cinmach- aurken 8-10, Erbsen Pfd, 25,. Mischgemüse 10, Tomaten 70120, Zwiebeln 20, Rettich Stck. 30 bis 40, Pilze 30, Kartoffeln, alte 56, neue 15 Kirschen 3035, Himbeeren 100, Heidelbeeren 35, Stachelbeeren 2540, Johannisbeeren 3035 Honig 30 Pf.

*

Das technische Zeichnen der gewerb­lichen Fortbildungsschule.

Von Ehr. L e i ch u rn*).

Die englischen Bergarbeiter fordern Verstaatlichung der

Bergwerke.

London, 11. Huli. (WTB.) Die Versamm­lung des Bergarbeiterverbandes von Swansea hat sich für die Verstaatlichung der Bergwerke ausgesprochen. Der Arbeiterführer Smillie sagte, daß es nötig sei, die Arbeiterregierung derartig zu stärken, daß sie eine solche Politik durchführen könne. Nur ein Arbeitervertreter stimmte gegen den Antrag.

Die Nevolulion in Brasilien.

London, 11. Juli. (WTB.) Wie Reu­ter meldet, ist die Regierung in Sao Paulo gestürzt worden. Die revolutionäre Junta hat die Oberhand gewonnen. General Rondon hat eine vorläufige Regierung gebildet.

; Hessischer Landtag.

Darmstadt, 11. Juli.

Präsident Adelun g eröffnet die Sitzung um 9V2 Llhr.

Die Beratungen werden bei Kap. 75 usw ( M i n i st er i u m für Arbeit und Wirt­schaft) ausgenommen.

Minister Raab nimmt Stellung gegen den Antrag der Deutschen Volkspartei auf Aufh buna des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft; der Antrag sei schwerlich sachlichen Erwägungen ent­sprungen. Die Notlage der Landwirtschaft be­stehe, aber es gebe keine Kreise, die nicht unter der derzeitigen Wirtschaft litten. Daß die Land­wirtschaft besonders schwer heimgesucht werde, könne er, der Redner, von fernem Standpunkt aus nicht anerkennen. Andere Bevolkerungsschich- ten litten mehr Not als die Angehörigen der Landwirtschaft; es fei daher ein Llnrecht, wenn die Landwirtschaft behaupte, sie trage schwerere Lasten als andere Berufsstände. Dem Handwerk sei vielfach das Augenmaß für eine reelle Ge­schäftsführung verloren gegangen; es müsse an­dere Kalkulationen vornehmen.

Abg. Glaser (Bbd.) weist darauf hin, daß bte Behauptung des Ministers, die Landwirtschaft hatte früher keine Steuerlasten getragen, völlig un­zutreffend sei. Die vielen Beschlagnahmen und die Zwangswirtschaft seien nur eine andere Form einer hohen Besteuerung gewesen.

Minister des Innern v. Brentano teilt mit, daß sich die Aerztekammer konstituiert hat.

Abg. Roß (Soz.) fordert bessere Ausgestal­tung der Erwerbslosenfürsorge, Durchführung von Notstandsarbeiten und Wiedereinführung der Kurzarbeiter-Llnterstützung.

Abg. Dr. v. Helmolt (Bbd.) erklärt, die Ausführungen Les Wirtschaftsministers Raab ge­gen dre Landwirtschaft feien bedauerlich. Bei einem

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schrnften über die Beschaffenheit des Materials unsrer Heranziehung von Fachleuten laut De-

< Landtags vom Jahre 1922 so rasch wie möglich abgeandert werden: 3. daß zur Hebung der Produktion billigere elektrische Kraft zur Ber- b>icb, durch erhöhte Ausnutzung des Kraftwerks Lißberg (Oberh.)."

Nach weiterer kurzer Debatte werden die De- ^^ngjm^um V/2 Llhr abgebrochen. Nächste

Politische Prozesse ohne Ende.

157 Kommunisten vor Gericht.

München, 11. Juli. (Wolff.) Bor dem Schwurgericht beim Landgericht München I begann heute vormittag die Verhandlung gegen 1 57 An - gehörige der kommunistischen Partei in Bayern wegen Vergehens gegen die Paragra­phen 1 und 3 der Verordnung des General-Staats- kommrssars vom 11. November 1923, durch die dre j Fortführung der kommunistischen Partei in Bayern 'verboten wurde. Gegen die Reichstagsabgeord- meten S ch lecht-Berlin, Du chma n n-München rmd Florin- Köln muß das Verfahren wäh­rend der Dauer der Reichstags-Session ruhen. G^en den Landtagsabgeordneten Schlaffer- München, der ohne polizeiliche Genehmigung eine Studienreise nach Moskau angetreten hat, wurde vom Staatsanwalt ein H a f t b e f e h l beantragt. Die Entscheidung wurde vom Gericht zurückgestellt. Die Verhandlung wird zwei Tage in Anspruch nehmen.

Separatist aus Not.

Leipzig.il. Juli. (WB.) Der Mechaniker Strelow aus Berlin ist vom Staatsgerichts­hof zum Schutze der Republik wegen Beihilfe zum Hochverrat zu 1 Hahr 6 Monaten Festungs- chift verurteilt worden. Die Llntersuchangshaft fctourbe angerechnet. Der Angeklagte geriet An­fang Dezember 1923 in Speyer aus Arbeits- -mangel und Geldnot in die Hände der Sepa­ratisten, ohne mit ihnen zu sympathisieren. Als j «seine wahre Gesinnung gemerkt wurde, haben ihn die Franzosen zuerst wegen Verdachts Les Mor­des an dem Separatistenfühcer Heinz verhaftet und ihn dann ins unbesetzte Gebiet ab- ge sch oben. Hier wurde er erneut verhaftet wegen seiner Flucht ins Separatistenlager und vor Gericht gestellt. Der Staatsgerichtshof billigte ihm mildernde Ll m st ä n d e zu.

Leichtfertige Beschimpfung eines Ministers.

. Leipzig, 11. Juli. (Wolfft) Der süd­deutsche Senat des Staatsgerichtshofs verhandelte heute gegen den früheren verantwori- lrchen Schriftleiter Martin Weg e r vomMies­bacher Anzeiger" wegen öffentlicher Herab- wurdigung der republikanischen Staatsform durch Beschimpfung des früheren Reichsjustizmini­sters Dr. Aadbruch. Die Straftat wurde be­gangen in einem von einem gelegentlichen Mit- | arbeitet verfaßten Artikel vom 3. Juli 1922 in bem behauptet wurde, daß der Reichsjustizminister Dr. Radbruch sich während der Kriegszeit an einer J2Ha trof en meuteret als Organisator beteiligt habe, von einem Kriegsgericht verur­teilt und später vom Kaiser begnadigt worden sei. Reichsjustizminister a. D. Dr. Radbruch, der als Nebenkläger zugelassen war, sagte aus, er habe den Krieg beieinembadischen L a n d w e h r r e g i m e n t mitgemacht und sei bei AusbruchderRevolution an der Front gewesen. Nach Kiel sei er erst im Hahre 1919 gekommen. Lediglich beim Kapp-Putsch sei er fünf Sage in Schutzhaft gewesen. Der Angeklagte nahm daraufhin die Beleidigung m i t dem Aus­druck des Bedauerns zurück und erklärte, er habe den Artikel in gutem Glauben auf die Zuverlässigkeit des Berichterstatters aufgenommen Der Vertreter der Reichsanwallfchaft beantragte brei Monate Gefängnis und 300 Mark Geld­strafe, da es sich um eine grobe vorsätzliche Be­schimpfung gehandelt habe. Das Gericht ging über den Antrag mit der Begründung hinaus, daß ganz energisch gegen diejenige Presse vorgegangen werden müsse, die in unverantwort­licher Weise mit der Ehre ihrer näch­sten, namentlich derjenigen der verantwortlichen Tröger der Staatsregierung spielen, und ver- urteilte ^^Angeklagten zu vier Mona­ten Gefängn i sun^ 400 Mark Geldstrafe, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens.

Erhöhung der E^Werbsiosen- sürforgepätze.

Berlin, 11. Juli. Reichstagsaus­schuß für soziale Angelegenheiten beschloß bL- Lüglich der Erwerbsloserfsürsorge der AuZ-

i

Die Fortbildungsschule hat die besondere Auf­gabe, neben dem bereits ergriffenen Berufe her- gehend dem Lehrling alle die technischen Kennt- msse zu vermitteln, die er zur Ausübung seines Arufes bedarf. Deshalb ist sie eine'Berufs­schule ' und müssen die für das praktische Deruss- leben erforderlichen Dildungselemente an erster Stelle stehen. Ein Schulmann sagte mit Recht, über dem Eingang zur Volksschule das Wort stehtMen s chen b i ldu ng ' und über Dem ber FortbildungsschuleBer u fs- t 9 zweite Aufgabe hat die

Sortblldungsschule eineallgemein menschliche' b. h. den Menschen als solchen zu bilden.

_Der Lehrplan dergewerbliche n Fort­bildungsschule umfaßt drei Hauplgruppen: das Zeichnen, die Berufskunde und die Geschäfts- und Dürgerkunde. Der LInterricht im Zeichnen gilt allgemein als der wichtigste; deshalb sind and) alle Fortbildungsschulen mit gewerblichem Cha­rakter zunächst als Zeichenschulen in die Erfchei- I vung getreten. Es gibt kaum ein Gewerbe, dem das Zeichnen nicht eine Lebensfrage ist.Das Zeichnen ist die Sprache der Werkstatt, inet sie nicht versteht, ist unbrauchbar als Geselle und noch unbrauchbarer als Meister."

DieKunst" des Zeichnens ist eine sehr alte; Aeghpter und Babylonier kannten neben der Ma­lerei auch das Planzeichnen. Jedoch ist aus die­sen Zeiten über das Zeichnen wenig bekannt und sind alle vorhandenen Zeichnungen primitivster Art. Erst mit der Entwicklung der Malerei und der Baukunst im griechischen Zeitalter erfahren wir Näheres über das systematische Anwenden von bestimmten Zeichenverfahren. Im römischen Zeltalter läßt sich eine weitere Entwicklung der Zeichenkunst", insbesondere der Perspektive, ge­nau verfolgen. Wenn auch im klassischen Alter­tum die Zetchenkunst bekannt war, so fehlte dieser doch mehr oder weniger die mathematisch wissenschaftliche Basis. Bildende Künstler des 16 Jahrhunderts beschäftigten sich eingehender mit her Wissenschaft des Zeichnens; so Albrecht I Durer, Raphael, Leonardo da Vinci. 3m' Laute ber Jahrhunderte entwickelte sich das auf wissen­schaftlicher Grundlage stehende Zeichnen mehr und mehr. Cs bildeten sich drei Arten von Oich- nungen aus: die geometrischen oder orthogvaphi- schen, dre stereographischen und die perspektivi­schen. Die geometrische Zeichnung gibt Punkte, Linien und Flächen wieder, die slereoaraphische lehrt das Zeichnen der Körper. Die äriss^nschaft- llche Grundlage der letzteren schuf der französische Mathematiker Monge gegen Ende des 18. Jahr­hunderts, sie ist der Technik und D:r Kunst un­entbehrlich. Man nennt diese Art des Zeichneils auchDarstellende Geometrie" oberProjeklions- zeichnen". Die Perspektive oder Zentralprojektion ist ein besonderes System der darstellenden Geo­metrie, sie kommt als Lehrfach in der gewerb­lichen Fortbildungsschule nicht in Frage.

Das technische Zeichnen der gewerblichen Fort­bildungsschule baut auf die Wissenschaft des Zeich­nens auf. Neben dem geometrischen Zeichnen bildet das Projektionszeichnen, und zwar die orthogonale Projektion, hier die Grundlage. Da ba$ Zeichnen das Hauptfach der gewerblichen Berufsschulen barftertt und mit den meisten Stan­gen im LInterrichtspban die erste Stelle einnimmt, wurden deshalb auch lange Jahre am das Zeich­nen heftige Diskurse von Berufsschulmännern ge­führt und viele Jahve probiert und verbessert, um hier die richtigen Wege zu finiten. Die Er­fahrungen Haben gelehrt, daß die Einführung in das technische Zeichnen durch rein theoretisch betriebenen LInterricht, wie er in früheren Jah­ren angewendet wurde, zu unzureichenden Resul­taten führte. Die Einführung wird in richtiger Weise geschaffen, wenn bas geometrische Zeichnen sowohl als auch das Projektionszeichnen fach­lich betrieben wird.

2Ibg. Frau Rattern er (Ztr.) macht darauf aufmerksam, daß fast alle landwirtschaftlichen Pro­dukte durch den Zwischenhandel um das 23fach. verteuerst an den Konsumenten gelangen. Die Rednerin verlangt Verordnungen gegen Ketten­handel und Preistreiberei.

s. ?bg- ..Diehl-Hochweisel (Bbd.) wünscht, daß den ärmeren Gemeinden Gelder zur Durchs fuyrung der Feldbereinigung bereitgestellt wer­den. Dre Kirschen kosteten auf dem Lande 20 Pf. ber Stadt 45 Pf. Bei Brot und Fleisch er- yrelten die Landwirte wenrger als vor bem Kriege, Städten seien die Preise viel höher.

ornt.?9-t (D- Vp.) spricht für einen Antrag den er heute bem Landtag zrgehen he& und der folgenden Wortlaut hat:3ch be° au trage, bte Regierung zu ersuchen, dahin za wrrien. 1. daß die Regiebauten bei den Hoch-

,, . oauamtern eingestellt und in der Weise vergeben

Gewerkschaften und Regrerung. werden, wie dres bei dem Hochbauamt Darmstadt Berlin, 11. Juli. (WTB.) Der Reichs- FMche Bauordnung,

kanzler empfing beute in Anwe-enheit AussÜbruna über bie

des Reichswirtschaftsmini st ers, des | und Jüe Vor-

ReichsMinisters ber Finanzen die Vertreter der Spitzenorganifativnen der Ge­werk schäften. Gegenstand ber Besprechung bildete die Belastung, die dem deutschen Volä durch das Sachverständigengutachten auferlegt wird. Die Vertteter der Gewerkschaften wiesen auf eine gerechte Verteilung der Lasten hin. Von ber Reichsregierung wurde ein Überblick über den Stand der Arbeiten zur I Vorbereitung und Durchführung des Sachver- I Montag. ständigen-Gutachtens gegeben und dabei die Mög­lichkeiten dargelegt, die in nächster Zeit für die Ausbringung der benötigten Mittel vorhanden sind. Nach wie vor soll alles getan werden, um die Einkommensteuer, dir Derurögenssteuer und Erbschaftssteuer so ertragreiche wie nur irgend möglich zu gestalten.

halb der deutschen Grenzen leben müssen, ihre Rechte zu sichern, f

bie ihnen das Naturrecht und die geschlossenen Verträge geben. Um das zu erreichen, bedarf es der Einigkeit-und Geschlossenheit aller Deut­schen. Einigkeit im 3mrern ist Voraussetzung, um dre Einheit und den Bestand des Reiches nach außen hin aufrechterhalten zu können. Lind wenn wir heute des 11. Juli 1920 gedenken, so ist uns gerade dieser Tag ein Tag deutscher Einigkeit. Darin liegt auch heute noch seine staatspolitische ^Bedeutung. Wir haben auch heute noch die Lehre vorn 11. Juli bitter nötig und wir werden sie für die kommenden Tage ebenso notig haben.

Die Krise

der Landwirtschaft.

Erklärungen des Preußischen Landwirtschaftsminifters.

Berlin, 11. Juli. (WTB.) 3m Haupt- j ausschuß des Preußischen Landtages führte der Landwilstschaftsrninister Dr. Wendorf f zur Krise in der Landwirtschaft aus, daß die An­nahme des Dawesgutachtens allein die Möglich^- keit jur_ Besserung der bestehenden Mißstände geben könne. Steuerstundungrn und Nachlässe mühten bewilligt werden. Die kommende Ernte sei höchstens als Mittelernte zu bewerten, besonders der Ausfall an Brotgetreide werde infolge Auswinterung sehr groß sein. Der Landwirtschaft müssen Realkredite trotz aller Schwierigkeiten beschafft werden. Ein Gesetz sei in Vorbereitung, baä wieder Mündel- sicherheil für gewisse Gelder vorschreibt. Die Erhaltung der Rentenbank sei nicht möglich, da die Alliierten neuerdings aus­drücklich ihr Verschtoinden innerhalb dreier Jahre gefordert hätten. Von der Reichsregie­rung sei ein Gesetz über die Agrarzölle beim Saatsministerium eingegangen, das er persön­lich völlig billige, da es vor allem p r o - I philaktische Bedeutung habe. Die ge­waltige Steigerung der Einfuhr von Mehl und Gefrierfleisch zeige d ie Not­wendigkeit von Schutzzöllen. Die Lan­deskulturämter seien beizubehalten.

Nach bemVorwärts" wurden auch die Schutzzollpläne der Regierung erörtert. Graß- m a n n vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschasts- bund, wandte sich dabei mit aller Schärfe gegen die neue Schutzzollpolitik und wies den Gedanken an jede Konzession auf diesem Gebiete ab. DerVorwärts" berichtet weiter, daß der Reichsernährungsminister für bie nächste Woche die Gewerkschaften zu einer Besprechung über bie Zollfragen eingeladen habe. Große Ferien, Tage und Wochen der

hör a rn fix ungebundensten persönlichen Freiheit! Welch

-UOtjtOg oct Ä. >p, D. gegen die herrliche Musik liegt in diesen paar Worten, 3tCOicriniG« hüpft da bas Herz vor Freude! Linsers

y ' Kleinen bibberte meist schon seit ein paar Wochen,

denn so lange berauschen s i e sich schon unv er­götzen auch uns Große mit allerlei lockenden Bildern von Ferienfreuben. Das größte Ver­gnügen der einen ist, morgens lange schlafen zu können und dann hinaus za wandern in die Wäl­der der Llmgegend. Das sind die ganz Beschei­denen, sie sind auch die Mehrheit, bei den Kleinen sowohl, wie bei den Großen, bei Arbeitern so gut, wie bei Beamten, Angestellten und Ge- Aum I schäftsleuten. Diese Seßhaften sind aber durch>- aite nicht arm an Ferienreiz zu nennen, ihnen bietet sich die schöne engere Heimat dar und mancher lernt sie da erst richtig entdecken. Die nächste Abteilung der Ferienfrohen interessiert sich schon für den Eisenbahn-Fahrplan. Sie zieht wohl den Harz, den Thüringerwald, bie Berg­straße, allenfalls noch den Schwarzwald für die Ferienzeit in Betracht; an den alten deutschen Rhein zu ziehen, dazu gehört schon etwas Schweineglück, von wegen der Einreiseerlaubnis, die dieKulturträger" ber granbe Nation ja fo gern zur seltenen Ausnahme machen. Die ganz Großen der Ferien- und Reisegemeinde aber gondeln an die See, oder in die Berge Bayerns, I Tirols oder der Schweiz. Aber ganz egal zu welcher Gruppe von Ferienmenschen man ge­hört und wie und wo man seine schönsten Tage oder Wochen des Jahres zubringt, all» werden da wieder andere Menschen,' weil sie eben mal für einige Zeit auf ein anderes Gleis ge­schoben werden.