Dienstag, den 15. Juli, abends 7 Uhr, ist Schluß meines
Benutzen Sie noch die wenigen Tage zum Einkauf erstklassiger Schuhwaren zu außergewöhnlich billigen Preisen
NO ET | C, Q frankfurter schuhlager ■ eHL En i mäusburg « GIESSEN ferhspr. «wo
„ - , Alleinverkauf
Gegründet 1889 der „Hammerschuhe" und
bet wirkliche Zweck und ©tun Der Zeichnung völlig fiar wird. Den Zusammenhang zwischen Werkstück und Zeichnung muh der Lehrling kennen und nach Zeichnung arbeiten lernen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, daß der Schüler einfache Arbeitsstücke, welche in der Schule zeichnerisch churchgebildet und ausgearbeitet wurden, in der Werkstatt unter Aufsicht des Lehrmeisters praktisch nach der gefertigten Zeichnung auch aus- ,führt. In den Dauberufen wird man zweckmähig die ruhigen Winterhalbjahre verwenden, um Werkstatt und Schule gemeinsam an der methodischen Ausbildung des Lehrlings wirken zu lassen. Im ersten Winter mit ganz einfachen Arbeitsstücken an fangend, wie sie der Lehrplan im Fachzeichnen vorsieht, wird man im zweiten Winter zu gröberen Arbeiten übergehen und auch evtl, zwei oder drei Lehrlinge derselben Werkstatt mit einer gröberen Ausführung beauftragen. Der gesamte Zeichentunterricht wird nun befruchtet und den Schüler viel besser wie bisher in den Stand sehen, nicht nur technische Zeichnungen lesen, sondern auch einfache technische Zeichnungen selbständig anfertigen zu können. Besonders im zweiten Halbjahr des letzten Lehrjahres wird, wenn der Llnterricht in der Arbeits- und Konstruktionslehre zur Besprechung der Herstellungsweise, der ülnterricht im gewerblichen Rechnen zur Berechnung des Materials, des Lohnes und der Sinkosten der auszuführenden Arbeiten verwendet wird, recht viel gewonnen und dem Schüler manches verständlicher werden.
Sv wäre diejenige Konzentration erreicht, die sich mit dem Leben deckt und ein wirklich fruchtbares Arbeiten der Schule und Werkstatt zum Wohle und weiteren Gedeihen unseres Handwerks .und 'Gewerbes sicher gewährleistet.
Bornotizen.
— Tages käsender für Samstag. Kriegerverein: Festkommers anläßlich des 50. Stiftungsfestes 8 Ähr auf der Liebigshöhe. — Rundfunkhaus, Löberstrahe: 8*/» -Uhr Konzertabend. — Zirkus Otto Mark: 8 Uhr Eröffnungsvorstellung an der Schühenstrahe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Taras Dulba". — Astoria- Lichtspiele: „Das Piratenschiff".
— Tageskalender für Sonntag. Gießener Hvchchulgessellschaft: Festsitzung, Dortrag von Professor Dr. Becher 11 SIHr im groben Hörsaal der Umversität. — Kriegerverein: Ge- fallenen-Gedächtnisfeier 11 SIHr im Hofe der Zeughauskaserne, nachm. 4 Uhr Familienfeier auf der Liebigshöhe. — Goethe-Bund: „Goethes musikalische Entwicklung" 81/2 Uhr im Kaufmännischen Dereinshaus. — Zirkus Mark: 4 SIHr nachm. und 8 SIHr abends Dorstellungen. — Lichtspielhäuser dasselbe wie Samstag.
— Aus dem Stadtthealerbureau wird uns geschrieben: Nach allen vorliegenden auswärtigen Pressestimmen handelt es sich bei dem am Dienstag, 15. Juli, stattfindenden ern- maligen Gastspiel des grob russischen Dalalaika- Orchesters unter Leitung von Dr. Eugen S a> e r- kv f f um eine ganz außergewöhnliche Veranstaltung. Das Orchester, das soeben von einer amerikanischen Tournee zur-üdckommt, hat bereits 12C0 Konzerte in Europa. Amerika und sogar Afrika absolviert. Die Orchestervorträge, Tänze, Männerchöre usw., die geboten werden, sind arrangiert aus Werken erster russischer Komponisten, wie Mvussorgsky, Skrjiabin, Rimsky-Korsakow, Liadow, Tschaikowski), Glinka usw. Wer echt russische Volkskunst in Musik, Gesang and Tanz kennen lernen will, findet am 15. Zull eine seltene Gelegenheit dazu.
— Der Akab. Ausschuß fürLeibes- Übungen lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einem Vortrag des Staatsministers a. D. Dorn i n i c u s ein, der über „Die Pflege der Leibesübungen an den deutschen Hochschulen" sprechen wird. Räheres in der Anzeige.
.— I m Goethe-Bund findet Sonntagabend im Kaufmännischen Vereinshaus ein Vortrag statt über - „Goethes musikalische Entwicklung". (Siehe Anzeigenteil.)
— Ein Vortrag für die Frauenwelt, in dem über Chemlsch-Rrinigen, Färben, Batiken und Entfärben gesprochen werden soll, wird in unserem heutigen Anzeigenteil angelün- bigt. Man beachte die Ankündigung.
Mettervornnssage
für Sonntag:
Stärker bewölkt, wenig Temperaturoeränderung, Reigung zu Riederschlägen.
In Westeuropa ist starker Darometerfall eingetreten. Das langgestreckte westliche Depressionsgebiet gewinnt nach Osten an Raum. Die Verschlechterung der Wetterlage nimmt langsam zu.
*
"Sanitätsrat Dr. Heinrich Zin- v.er. t- Der seit 35 Jahren hier praktizierende Eanitatsrac Dr. Heinrich Z i n h e r ist seinem Leiden, das im April 1923 einsehte, erlegen. Er wurde geboren am 7. März 1858 in Lampertheim, woselbst sein Vater als prakt. Arzt und sein Großvater als Kreisarzt tätig waren. Nachdem er die Realschule in Darmstadt und Alsfeld besucht hatte, bestand er im Jahre 1877 als Ex
n 20 M
Eft* NmlllgCe^ki. Muft
C |c für fts-
ncu der gettictf,, u°8sschul?. "b' chum*).
L Berufe her.
h ik • baa9
.^erufg. « pvckisqe Leruis. Wlcmente an erster mit Ltzh, f^isschuie tag >7?““« und über ,<dulc.Berufs *" hat die
1 >chen" fap das a. • t'€ tot)
•?' s!5c gilt
c ^bö'-lr lind auch n Severblichem Chn- chuten in die Erfchej. im ein Seloerbe, dem tbasirage ist. ,^s r Berfüntt, tne- sie Lis ©teilt und iiter."
n? ift eite 'ehr alle; ®ntcn neber. der 2ßa» - jedoch i't aus die- kn wenig be!am! und ichnungen primilidster .ung drr Malerei und en Zeitalter erfahren .omatische Liünenden rh.rn. Im römischen rerc dnüDidhing der öer Pevpckkioe, gr- im klassischen Mer- mnt war, so fehlte (er die machematisch nde Künstler des 16. sich eingchender mit üch-.eü: so Mrecht xi Sinei Im' Laute : sich das aus vissen- te Iächnen mehr und ei Lien tot Zeichen vter ortlvgrcllch-- und die terijMvi- nchnung gibt Punkte. - die i c.öxapbiföe -per. Di: r:r.nschaft- i schuf der französische tn ehrte des 18. Ichv • _nd ter Kanst an- [e 2m des Zeichnens <• -.der,Pr)Mns- ter Iennalprojektion >- darsüllenden Seo- sach in der gewerte in 5rage-
- aew-rblichen öt>n* - Schaft des W Frischen Icichnen und Ml die tec Grundlage. So ,a -er gewerblichen n;i den meisten 6tin- -, belle einnimmt, m toi Zeich- .. ^i'ckulmännern ge- biert und terbe's^ -1 stnden.
’L-Lmi Desul- richtiger
front dem
«
J'd Aed.
Verantwortlich für Politik und Feuilleton.
I. D.: Heinz Gorrenz.
Geschäftliches.
In der heutigen Rurnrner befindet sich ein Preisausschreiben Der Kukirol-Fabrik Groß-Salza. Der erste Preis ist eine 14tägige Erholungsreise für 2 Personen (freie Fahrt und Hotelaufenthalt) nach dem Meer, Thüringen, dem Harz oder in die Alpen.
Eintritt frei
674c
am Dienstag, den 15. Juli 1924, nachm.
4 Uhr, im Saale des Kathol. Vereinshauses Ecke Frankfurter• und Liebigstraße
wozu alle Damen ergebenst eingeladen sind.
Der Vortrag wird erläutert durch praktische Vorführungen und verspricht allen Besucherinnen lehrreiche Stunden. Es wird empfohlen, kleinere leichte Stoffe zu den Vorführungen mitzubringen.
Ueber Chemisch-Reinigen, Färben, Batiken und
Entfärben
der Stoffe, Entfernen ausgelaufener Farben aus weißet und bunter Wäsche und dergleichen
im Haushalt veranstalten die Farben- u. Chem. Fabriken Gebr. Heitmann, Köln und Riga, einen
j Kaufgesuche |
Suche zwei ent- Hofft ne 55801)
Belgier SaiWi (Slutem zu kaufen. H. Brügmann rleukros-keitzgeskecn.
Gebrauchtes, aber gut erhaltenes
Gobelm- Sofa nebst 2 Sesseln ZU kaufen gesucht. Sciir.Llngeb. U.5611D an den Gien. Anz
Gesucht antike BicbcrmeicrniSbcl für Schlafzimmer, Kirsch, bauncholz, Kommode, IL Tisch, ltachUtich, wasch, lisch und Kleiderschrank. Angebote m. prctran pube unter 02H3T an den Tietz.
Anzeiger erbeten.
Yv lt hatte und die Vttcche betrat, -ging ein fein» gekleideter Herr auf ihn zu, stellte sich ihm als Kriminalbeamter vor und erklärte dem jungen Manne, eS bestehe der Verdacht, daß er kommunistische Gelder erhoben habe. Er, der junge Mann, müsse ihm auf das Gericht folgen, damit die Angelegenheit dort geprüft werde. Wenn er einen Fluchwersuch unternehme, würde er auf der Straße nieder- geschossen. In dem Gerichtsgebäude öffnete der „Kriminalbeamte" eine Tür und rief in ein Zimmer, daß er den Gesuchten mit der Mappe habe. Dann wandte sich der Herr an den Sistierten, warnte ihn nochmals vor einem Fluchtversuch, nahm ihm in dem Zimmer die Mappe mit dem Geld ab und hieß ihn so lange warten, bis er mit einem anderen Beamten wieder käme. Es kam aber kein Beamter. Der junge Mann war das Opfer eines unerhört frechen Raubes geworden. Dem Schwindler ist man auf der Spur. — In deq Rizzaanlage fand man heute früh einen nur mit einem Hemd bekleideten Arbeiter. Der Mann behauptet, Laß er nach reichem Alkoholgenuß mit einer Dirne in die Anlagen gegangen und dort von dem Weibe bis aufs Hemd ausgeplündert worden sei. — Mit zwei Rossen und einem Wagen fuhr Donnerstag mittag gegen 12 Ahr der Fuhrmann Ernst Stephan auf einen Fabrik- hof der Gutleutsttaße, lud unter dem Vorgeben, daß et bestellt sei, Holz für!5QKisten auf seinen Wagen und fuhr dann davon. Erst später wurde der ausgeseimte Schwindel entdeckt. Stephan konnte in dem Augenblick verhaftet werden, als er das Holz verkaufen wollte.
Kassel, 11. Juli. (WB.) Der durch seine Landung in Berlin Unter den Linden bekannte briktor der Dietrich-Gopiet-Flugzeugwerke in der briktor der Dietrich-Gopiet Flugzeugwerke in der Körner st raße in Kassel nach kurzem Start zu einem Rundflug über Kassel auf und landete später glatt vor der neuen Flughalle in Kassel-Waldau. Dies ist der erste gelungene Abflug eines Passagier-Kleinslugzeuges von der Straße einer Stadt aus.
Aus cüüer Wslr.
Alkohol-Piraten vor der amerikanischen Küste.
Reuyork, 11. Juli. (WB.) Funkspruch.Emern Bericht aus Halifax zufolge ist der f r a n z 5 - sischeDarnpfer „M ü l h a u f e n" in der Höhe von Rewjersey vor zwei Wochen von Rum- piraten angehalten worden, die Alkohol im Werte von 500 000 Dollar raubten. Wie die mit der Durchführung des Alkoholverbots befaßte Behörde heute erfähtt, ist noch ein z w e i - t e s Schiff von den Piraten angehalten, der Kapitän ermordet und über Bord geworfen worden. Alkohol im Wert von 250 000 Dollar fiel in die Hand der Piraten.
fung und AbsteNung Mögliche geschieht, and vay, wenn auch vielleicht nicht wir, so doch bestimmt unsere Kinder die Folgen etwaiger älnterlassungs- sünden auf sich nehmen müssen. Die Gegenwart gerade zeigt jedem, der Augen hat, was ülnterlas- sungssüuden bedeuten. Man weih, daß alle Für- sorgemaßnahmen, Dolksbildungsbesttebungen, Bemühungen zur sittlichen und geistigen Hebung unseres Volkes bei durchgreifendem Erfolg haben können, wenn nicht zunächst an allererster Stelle für ausreichende gesunde Wohnungsgelegenheit gesorgt wird. Man hofft, daß jede Gießener Familie, die im Besitz einer Wohnung ist, alles tun wird, um den weniger glücklichen Volksgenossen zu helfen.^ Die Sammlungen werden nächsten Montag beginnen. Wir wünschen dem edlen Werk besten Erfolg, vielleicht wird ©iefpen damit bahnbrechend für das ganze Vaterland. (Siehe den Aufruf im heutigen Anzeigenteil.)
_ ** Listige Insektenstiche. Fälle von Insektenstichen, die schwere Erkrankungen oder gar ben Tod zur Folge hatten, werden während des Sommers häufig bekannt: sie sind darauf zu- rüchuführen, daß die Inselten alle möglichen Gislstofse und Krantheitsleisre beherbergen können, die sie durch die kleinen Verletzungen, welche sie setzen, in die Haut gelangen lassen. Von allen den Mitteln, deren Anwendung alsbald nach dem Bemerken eines Insektenstiches Erfolg verspricht, wird von ärzllicher Seite die Jodtinktur empfohlen, die auf die betretende Stelle aufgetragen wird. Auch bei allen Verletzungen, wie sie z. B. aus Wanderungen sich ereignen Tonnen, wird sich dieses stark desinfizierende Mittel bestens bewähren. Das Mitnehmen eines kleinen, mittels Glasstöpsels verschlossenen Fläschchens Jodtinktur kann daher für die nun beginnenden Ferienwanderungen und -Reisen sehr empfohlen werden.
Kreis Friedberg.
s. f. Friedberg, 11. Juli. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde der neugewählte Beigeordnete Repp in sein 2lntt eingeführt, an seine Stelle rückt als Stadtverordneter Schriftsetzer Baue r ein, an Stelle des nach Darmstadt versetzten Bellos tritt Staötv. Eh emann ein. — Der vor kurzem gewählte Sparausschuß hat sich in neun Sitzungen betätigt und dabei lediglich feststellen können, daß z. Zt. keine erheblichen Ersparnisse zu machen seien, ebensowenig eine Erhöhung der Einnahmen zu erzielewsei und ein Personalabbau möglich wäre. — Der städtische Voranschlag ergibt Ausgaben in Höhe von 779 000 Mark, Einnahmen 515 000 Mark, so daß 264 00 ungedeckt bleiben. Zur Deckung dieses Betrages müssen die städtischen Steuern herangezogen werden: es war in einer früheren Sitzung beschlossen, die Hälfte der staatlichen Sähe zu erheben. In dieser Sitzung wurde jedoch beschlossen, die Grundsteuer auf 60 Proz. der Staatssteuer zu erhöhen, die übrigen Steuern sollen auf 50 Proz. der Staatssteuer bleiben. Die sogenannten kleinen Steuern (Hundesteuer usw.) tragen etwa 45 000 Mk. ein. Die Sozialdemokratie ließ durch ihren Sprecher erklären, ftimm en werde, obgleich si e doch> die daß sie gegen die sämtlichen Steuern Ausgaben ebenfa l l s bewilligt haben. Schließlich wurde der ganze Voranschlag mit 15 gegen 7 Stimmen genehmigt. — Für R e u h erst c l l u n g von Fußsteigen in verschiedenen Straßen wurden 23 000 Mr. bewilligt, wovon die Anwohner 24 000 Mk. beiftcuem müssen, so daß für die Stadt noch ein Zuschuß von 1000 Mark bleibt. — Der Bahnhofs platz soll nunmehr gärtnerisch angelegt werden, was sehr zu begrüßen ist, nachdem der Platz jahrelang in ziemlich wüstem Zustande war. — Für D r a v nierung des Sportplatzes wurden dem Verein für Bewegungsspiele 300 Mk. bewilligt: die Herstellung soll ungefähr 600 Mk. kosten. Dem Verein wurde anheimgegeben, die andern 300 Mark sonstwie zu beschaffen evtl, sollen ihm im nächsten Jahre weitere 300 Mk. bewilligt werden.
Kreis Büdingen.
** Büdingen, 11. Juli. Einbrecher statteten in der letzten Nacht dem Rathaus einen unerwünschten Besuch ab. Die Spitzbuben warfen Akten und Einrichtungsgegenstände wild durcheinander und stahlen 2 00 Mark. Die Kerle hatten mittels einer Leiter den Treppenturm erstiegen und darauf die weiteren Türen mit Nachschlüsseln geöffnet.
Kreis Lauterbach.
* Lauterbach, 11. Juli. Linser Städtchen steht zur Zeit ganz im Zeichen der Heidel- beerernte. In Scharen strömt Jung und 2llt hinaus in die Wälder, um die köstlichen Früchte einzu heimsen.
Hcssca-Nassau.
spd. Franksurt a. M., 11. Juli. Als am letzten Dienstag ein junger Kaufmann aus Anterliederbach bei Höchst a.M. auf der hiesigen Reichsbank in der Iunghofsttaße für seine Firma 6000 Rentenmark abge-
terner das Abiturientenexamen am Ghmnanum zu Gießen. Nachdem er 2 Jähre am Polhtech- nifum Darmstadt Naturwissenschaften studiert hatte, wechselte er das Studium und wurde Me- dlziner. Di. Approbation erhielt er 1883 zu ©icften Er wirkte ms pralt. Arzt zunächst in Herrstein a. d. Mosel und daraus in Schotten, s *1 Herrstein verheiratete er sich mit der Tochter Les Großkaufmanns Nvwack in Gießen. Aus die- fer Ehe stammen eine Tochter und ein Sohn. Letzterer erlag jedoch im Kindesalter der Divl>- therieund acht Tage später starb auch die Gattin und Mutter an derselben Krankheit. Vom Jahre 1889 ab war Zmßer ununterbrochen als prakt Arzt und Dahnarzt in Gießen tätig. Hier verheiratete er sich zum zweiten Male, und zwar mit der Schwester seiner verstorbenen Gattin. Er war em tüchtiger fleißiger, stets hilfsbereiter Arzt mit großem Wissen und durch sein freundliches ll^sen hochgeschätzt bei seinen Patienten. Dom Jahre 1906 ab beschäftigte er sich mit Vorliebe auf dem Gebiet der Orthopädie und Rönt- gendiagnostit'und erwarb'sich durch die vielen glücklichen Heilungen der angeborenen Luxationen ernen Rus, der weit über die Grenzen un'eres Hessenlandes hinausging. Als Kollege wurde er allseits geschäht wegen seiner kollegialen, standes- treuen und organisatronstüchtigen Gesinnung. Er war sowohl Vorstandsmitglied des ärztlichen Kreisvereins, wie des ärztlichen wirtschaftlichen Provinzialverbandes. Als Mensch und Freund war er allezeit vorbildlich für jedermann. Aber auch von feiten der Behörden wurde seine ärztliche Tätigkeit in hohem Maße anertannt. Den Santtatsrats-Titel erhielt er im Jahre 1908, 1914 wurde ihm als Dahn- und Kassenarzt das ^Erinnerungszeichen für 25jährige Dienstzeit" überreicht. Während des Welttrieges in verschiedenen Lazaretten Gießens als Stationsarzt und Vorstand der orthopädischen Station mit Erfolg tätig, erhielt er das Eiserne Kreuz und das Sanitätskreuz am Kriegsbande. Zum Schluß des Krieges wurde er zum Generaloberarzt befördert. Für die lebende Aerzte-Generation war er ein Vorbild und wird es auch bleiben.
’* Das Ausscheiden Pros. D. Dr. Schians aus dem hessischen Staatsdienst wird in der gestrigen „Darmstädter Zeitung" amtlich bekanntgegeben.
** Ernennung. Kreiskommissar Wilhelm Kösinger wurde mit Wirkung vom 10. Juli zum Gendarmeräe-Inspektor ernannt.
** Aufhebung der Hundesperre. Das Kreisamt Gießen hat mit Ermächtigung des Innenministeriums die über den Kreis Gießen verhängte Hundesperre mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben. Wie werden sich da nun die lieben „Scherenschleifer" freuen!
** Die Straßenbahn führt von Montag ab versuchsweise den durchgehenden Minuten-Verkehr wie vor' dem Kriege wieder ein. Zur Durchhaltung dieser Verkehrsbesserung wird es natürlich erforderlich sein, daß die Inanspruchnahme der Bahn, die bisher erfreulich war, auch weiterhin sehr rege bleibt. Die Dahnhofsttaße-Linie wird aber nicht befahren. Aus besonderen Anlässen stellt die Dahn auch einen Sonderdienst. So stehen g. D. heute, SamStag, und morgen, Sonntag, abends lP/2 Ahr, anläßlich des Krie,gerver- einsfestes auf der Liebigshdhe Sonderwagen am Schützenhaus zur Heimfahrt der Festbe- sucher bereit.
'*DerKampfgegendieWohnungs- nvt. Man schreibt uns: Dem schlimmsten Aebel der Zett, der entsetzlichen Wohnungsnot, will man in unserer Stadt auf eine neue Art und Weise zu Leibe gehen. Es hat sich ein A u s s ch u h s ü r Wvhnungsnothilfe gebildet, der, aus der Siebergeugung heraus, daß nur Neubauten Helsen können, mit der Stadtverwaltung ins Benehmen getreten ist und die Zusage erhalten hat, daß die Stadt Gießen das für eine größere Zahl von Bauten erforderliche Gelände und die in ihrem Beph befindlichen Baustoffe xur Verfügung stellen und die Bauleitung übernehmen wird. Der Ansschdß für Wohnungsnothilfe will seinerseits die nötigen Baugelder beschaffen, und zwar durch Sammlungen, Veranstaltting von Konzerten und Vortragsfolgen. Die fertigen Häuser sollen in den Besitz der Stadt übergehen und so eingerichtet fein, daß sie auch späterhin als Heirnstätten ausgegeben werden können nach den Bestimmungen des Reichs- heimstättengesetzes, sie sind auch dann jeder Spekulation entzogen und können nur mäßig belastet werden. Alle Eingänge aus diesen Wohnungen sollen, soweit sie nicht für Anterhattung der Gebäude nötig sind, zur Errichtung weiterer Wohnungsneubauten verwendet werden. Man sagt sich, daß, nachdem die Versuche des Staates, auf dem Weg der Gesetzgebung dem Hebel zu steuern, in der Hauptsache gescheitert sind, es Pflicht des Staatsbürgers ist, in die Dresche zu springen. Nicht allein aus einem warmen Herzen heraus, nein, auch aus kalter, nüchterner Sieberlegung I Denn es ist klar, daß aus diesem Elend Furchtbares her- vorgehen muß, wenn nicht alles zu seiner Dekämp-
Dr tahmanns-
<nsundheir S**efe 1 $ _


