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®in Roman aus dem 21. Jahrhundert von Han- Dominik.

70. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Schon unter dem Kommando des Generals Effingham toar das Verhältnis zum Petersburger Hauptquartier nicht reibungslos gewesen. Der temperamentvolle Bülow war fast ständig auf Kriegsfuß mit dem Oberkommando. Dessen An- Ordnungen erfolgten stets unter dem Gesichts­punkt. unbedingt die sibirischen Grenzen zu schützen, während Bülow in erster Linie darauf bedacht war, die turkestanische Grenze zu sichern.

Für Rußland waren die gciiuLigen Gruben- und Industrieanlagen im Gebirgsstock des Altai von größter Wichtigkeit. Ihre Vernichtung durch etwa plötzlich oorstoßrnde Luftstreitkräfte der Gel­ben war daher mit allen Mitteln zu verhindere. Die starken Kriegsgeschwader Rußlands waren deshalb nach den Anordnungen des Petersburger Oberkommandos ausschließlich zur Sicherung Der sibirischen ©übgrenxe angefetzt und nur die schwä­cheren Geschwader Der anderen europäischen Staa­ten zur Verteidigung der turkestanischen Grenzen bestimmt.

Gegen diese Kräfteverteilung kämpfte Bülow schon seit langem Immer wieder versuchte er es durchzusehen, daß die Hauptkräfte auf die tir- kestanische Linie konzentriert wurden.

Die Gebirgszüge des Thian-Schan, Alatau und Tarbagatai boten an sich eine gewaltige, Saum überschreitbare Schutzmauer. Jedoch nur so lange, als es gelang, die drei Durchgangs-

bforten abgrmgdxx. Der Übergang von Kazcy» garten nach Ferghana war verhältnWmähig leicht durch Sprengung der Kunstbauten an der Ge­birgsbahn KaschaarOsch zu sperren. Diel größere Schwierigkeiten bot die dsungarische Pforte, jenes Dor, durch das sich schon einmal im Mittelalter die mongolischen Schwärme über Europa ergossen hatten. Der dritte gefährliche Punkt aber blieb die chinesische Angrlfssbastion, das Ilidreieck.

Ein großartig angelegtes Dahmvetz, das von Chami aus strahlenförmig zur Grenze führte, gab hier den Gelben Gele^onyeit, ihren Rachschub schnellstens durch die offenen Pässe zu leiten.

Der Kirgisenaufstand im Siedlungsgebiete hatte Europa notgedrungen den Anlaß gegeben, seine Streitkräfte im Osten zu verstärken. Wäh­rend die russischen Abteilungen in Sibirien in volle Dereitschast gebracht wurden, sammelten sich jenseits des Urals Teile der vereinigten west­europäischen Heere.

Abcr die immer noch diverg'erenden Einflüsse der verschiedenen europäischen Kabinette ließen gründliche und umfass.' nde Maßnahmen, wie die Lage sie erfordert hätte, nicht zu. Ein über­raschender Äirgriff von chinesis-Her Seite nach Westen hm hätte mit den vorhandenen Mitteln nicht lange aufgehalten merben können. Dülow verlangte daher immer wieder, daß wenigstens das Gros der russischen Lustslotte zurVer etdigrmg der turiestanischen Grenze airgesetzt würde.

Jetzt, nach einem letzten langen Kampf mit dem Obersten Poposf sah er das Vergebliche seiner Bemühung en ein.

Mehre Mcinung von Ihnen, Herr Oberst, ist viel zu doch, als daß ich annchmen könnte, Sie billigten die Pläne des Hauptquartiers. Ihre

®egenargumenre tragen p- wenig den Stempel der UebetAeugung, daß es eines besseren Beweise' für die Richti-gteit meiner Ansicht nicht bedarf. Wenn nicht in kurzer Zeit erhebliche Verstär­kungen aus Westeuropa ankommen, stehe ich hier auf einem verlorenen Posten. Gnade Gott den Siedlern und ihrem Landl"

Sie sehen zu schwarz, Herr General," er- not bette der Oberst, indem er feine Verlegenheit nur schlecht verbarg.Ist es doch noch ganz un­gewiß, ob und wann die Gewitterwolke zur Ent­ladung kommt. Heb eigens sind, wie mir vor kurTjem gemeldet wurde, starke deutsche Truppen­massen vom Ural her im Anfliegen. Darunter viel Spezialtruppen für den Gebirgskrieg."

Ratürlich! Deutsche Soldaten allzeit vorne­weg!" brummte Bülow vor sich hin.

Sichern Sie hauptsächlich das Ilital, Herr General. Für das Ittyschtal körmen Sie im Falle der Rot auf russische Verstärkungen rechnen."

Das Ilital! Sehr schön, H.ur Oberst," ent­gegnete Bülow In bitterem, sarkastischem Ton. Ich lärmte es, wenn ich mehr Flugschisfe hätte. So werde ich voraussichtlich das S^evenstromland preiSgeben müssen."

Sein Adjutant trat ein und überbrachte ihm eine Karte.Georg Iserbrandt" las er. Ging hinaus, um ihn zu empfangen.

Der streckte ihm die Hand entgegen und be­grüßte ihn.

Immer noch die gefurchte Stirn, Herr Genera! ?

Man verliert die Lust, Herr Isenbrandt, wenn man immer wieder gegen Unvernunft und Eigemrutz anrennt.

Kommen Sie mit mir, Herr General! Zu

einem Heinen Gang MS Freie. Vielleicht seho» Sie danach etwas freundlicher aus."

Gern, Herr Isenbrandt. Troy der fommer- lieben Wärme kann es mir draußen auch kaum heißer werden als hier briarten über der Karte!"

Sie verließen die Stadt und schlugen den Weg zu einer kleinen Anhöhe ein, von der man nach allen Seiten el'.km freien Duck hatte. Weit­hin sichtbar dehnte sich die in doller Frühlings­pracht stehende Landschaft vor ihnen aus. Richt umsonst galt das Siebestromland als die Riviera WestsibirienS. Sange ruhten die Blicke der beiden auf dem gDttgcfegneten Flecken Erde da vor ihnen,

Wieder war mein Kampf umsonst, Herr I'enbrmrdt, dieses Paradies vor dem Untergang zu bewahren. Der Russe will keine Dernunst an- nehmen. Solange es geht, werde ich es zu ver­teidigen suchen. Aber ich weih bestimmt, daß ich eines Tages das game Gebiet bis zum Dee bin räumen muß. Bei Seiet will ich den Gelben ein Thermoptzlcn errichten. Dean ich glaube nicht baß ich es länger als ebne Woche halten kann Ist harai nicht genügend europäische Hilfe da bann werden die gelben Horden über die Leichen ber Detteidiger hinwegsiurmea. D.e Bewohner müßten schon jetzt zur Räumung veranlaßt werder Man möchte verzweifeln, wenn man daran denk, baß die russischen Luftstreitträfte uns das alle) ersparen fennten. Vermögen Qie nicht noch einen letzter Schritt zu tun?" *"

Er blickte aus und sah, daß Isenbrandt ihm kaum zugehvrt haben könnte. Dessen Auge hing w'.e weltverloren an den fernen grauen Kämmen des Gebirges. Minuten verstrichen. Dan« fielen die Worte von IsenbrandtS Lippen:

(Fortsetzung folgt.)

Behördliche Anzeigen Bekanntmachung.

Rach dem Gesetz vom 27. März 1924 über eine vorläufige Gewerbsteuer für das Rechnungsjahr 1924 findet eine Er­hebung der Gewerbsteuer nach den Vor­schriften des GemeinLeumlage g setzes vo n 7. August 1920 in der Fassung der Abänderungsgeseye für das RechnungZ- jahr 1924 vorläufig nicht statt. An die Stelle der auf der Grundlage des ©e- meindeumlagengesetzes zu erhebenden Gewerbsteuer tritt vorläufig für das Rechnungsjahr 1924 für die in Art. 7, Abs. 1, Ziffer I und 2 bezeichneten Ge­werbsteuerpflichtigen eine vorläufige Ge- werbsteuer. Diese wird nach den Bestim­mungen des vorläufigen Finanzgeseyes für das Rechnungsjahr 1924 auf 80 vom Hundert des Betrags festgesetzt, der nach den Vorschristen der zweiten Steuernot- tetorbnung der Reichsregierung vom 19. Dezember 1923 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1205) und den zu ihrer Abänderung, Er­gänzung und Durchführung ergangenen 'oder noch ergehenden Bestimmungen für das Einkommen aus gewerbsteuerpslichti- gern Betriebe als Dovauszahlung auf die Reichseinlommen- oder Reichskdrper- fchaftssteuer zu zahlen ist. Wird daS Einkommen auS einem gewerbsteuer­pflichtigen Betriebe von mehreren Mit- unternchmern (Gesellschaftern, Teil­habern) versteuert, so beträgt die Ab­gabe 80 vom Hundert des Betrags, den Die sämtlichen Mitunternehmer ins­gesamt als Vorauszahlung sür daS Ein­kommen aus diesem Betriebe zu ent­richten haben. Besondere Vorschristen gelten für die gewerblichen Unterneh­mungen, bei denen sich Detriebsstätten außer in Hessen auch in anderen Cän- ^rn besmden. Die Zahlung der Abgabe (vorläufige Gewerbsteuer) hat erstmalig am 10. April 1924 und, soweit eine Ver­pflichtung hierzu besteht, gleichzeitig mit den Vorauszahlungen auf die Einkom­men- und Körperschaslssteuer an die hierfür zuständige Zahlstelle zu erfolgen. Zu diesem Zeitpunkte haben die Gewerb- freibenben, die monatliche Vorauszah­lungen aus die Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer für 1924 zu leisten Haben, die Abgabe mit 180 vom Hundert der Vorauszahlung auf die Einkommen­steuer ober Körperschaftssteuer für den Monat April 1924 bzw. die anderweit bu berechnende Abgabe in doppeltem Betrage zu entrichten. In gleicher Weise ist am 10. Mal von den letztgenannten Gewerbetreibenden die Abgabe In dop­peltem Betrage zu entrichten (am 10. Juni und 10. Juli 1924 mit 80 v. H.). Im übrigen hat die Zahlung im gleichen Zeitpunkte wie die Dovauszahlung aus die Reichseinlonnnensteuer bzw. Körper- schastsstcuer und mit dieser äu erfolgen, mithin für die Gewerbtreibenden, die vrerteljährliche Vorauszahlungen auf die Einkommen-' und Körperschaftssteuer zu leisten haben, zunächst jeweils am 10. April und 10. Juli 1924 mit je 80 vom Hundert der entsprechenden Beträge. Es steht auch diesen Gewerbetreibenden frei, monatliebe Zahlungen gleichzeitig mit den Vorauszahlungen auf die Einkom­mensteuer ober Körperschaftssteuer zu Triften. Der Steuerschuldner hat gleich­zeitig mit der Einzahlung eine Erklärung über die Höhe der Abgabe abzugeben: bi2fe@tflärung kann mit der Voranmel­dung übet die Einkommen- oder Körpec- s chast giften er-Do rauSzahlu ngen verbun­den werden. Eine besondere Erklärung ist dann abzugeben, wenn der Gewerbe­betrieb von mehreren Mitunternehmern (Gesellschaftern, Teilhabern) betrieben wird. Zu nähererAuskunstssttellung sind die Finanzämter bereit, Steuerbescheide werden nicht ausgefertigt. Im Falle des Zahlungsverzugs muh die Beltrei- bung eingeleitet werden, außerdem sind Zuschläge in Höhe von 5 vom Hundert des Rückstands für jeden auf den Zeit­punkt der Fälligkeit folgenden angefan­genen halben Monat zu entrichten.

Darmstadt, den 27. März 1924.

Hessisches Ministerium der Finanzen.

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Beknnntmachnnft.

3n unser Handelsregister Abt B. wurde heute bezüglich der Firma Bergwerks» und Baubedarf'Desellschaft mit beschränkter Has» tung, Gießen eingetragen: Hermann Heide ist als Geschüftssührer ausgeschieden. Alfred Achenbach in Gießen ist jetzt alleiniger Geschäftsführer.

Gießen, den 5. April 1924. [2838B

___________Hessisches Amtsgericht.___________

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute bezüglich der Firma Lackfabrik Gebrüder Löb, Aktiengesellschaft in Gießen eingetragen: Die Prokura des Julius Bär in Gießen ist erloschen.

Gießen, den 6. April 1924. |2837B

___________Hessisches Amtsgericht.___________

BergeOnnq m WWeikiiW-

nnö fianflllfalloosarUeiieiL

Für die Herstellung der De» und (Ent» Wässerung der Straße nach Holzheim in Lanqgön» sollen die Arbeiten und Liefe­rungen öffentlich vergeben werden.

Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Landgraf Philipp» Platz 3, Zimmer No. 22 offen.

Angebote sind daselbst gegen Erstattung der Selbstkosten erhältlich und bis zum 23. d. Mts, vormittags 10 Uhr, einzu» reichen.

Iufchlagsfrist 2 Wochen.

Gießen, den 8. April 1924.

Der Regierungsbaurat bet der Kreisverwaltung.

2729B Cellarius.

Mit Genehmigung des Ministeriums des Innern sind die Schlachtbosgebühren geändert worden. Räheres siehe im Aus­hang des Schlachthofs. 2876B

Gießen, den 8. April 1924.

Der Oberbürgermeister.

I. V.: Kltngspvr.

DerVoranschlag der Gemeinde Obborn­hofen für 1924 liegt von Dienstag, den 15. d. Mts., ab eine Woche auf dem Amts­zimmer deS Dürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen lärmen wäbrend dieser Zeit schristlich od. mündlich erhoben werden. Ts ist die Erhebung einer Um­lage beschlossen, zu der auch die Ausmärker belzutragen haben. 2868D

Obbornhofen, den 11. April 1924.

Bürgermeisterei Obbornhofen:

____________Philippi.

lktzle MlMWß-WWUkiW ött SM ßeröfiein.

Dienstag, den 15. April 1924, vor­mittags 9 Uhr, kommt folgendes Stamm» Holz zur Versteigerung:

Distrikt Hegwald:

Elchen: Klaffe

Neieuäcker und Fichte: Klaffe tt n

h n

Kiefer: "

Zusammenkunft vormittags 0 Uhr tm Distrikt Hegwalü. Bei ungünstiger Witte» tung findet die Versteigerung im Gasthaus Zum ßamm statt. Das Holz kann vor­her durch Herrn Förster Rühl besichtigt werden. 2873O

Kübel, Beigeordneter.

1

Iacodswald

3

4

5

6

1

2

3

4

13 F

11

13

12

4,34

0,30

7 Fstm.

11

23

41

5a 39

5b 28,38

2 1,70

3 8

4 13

Holzsrrbmission.

Die Gemeinde Londorf verkauft im Wege fchriftlichen Angebots:

1. Eichen-Schnittholz:

2 Stämme 2. Klaffe = 2,75 Fstm

6 3. 6,24

2. Etchen-Stammholz:

2 Stämme 3. Klaffe 2,61 Fstm.

4 4. = 2,19

3. Fichten-Stammholz:

5 Stämme 4. Klaffe = 5,58 Fstm.

37 , 5a» = 27,08 ,

102 5b» = 34,80

Angebote sind in Goldmark, getrennt nach Sortiment und Klaffen, mit der Auf» schrifttzolzsu b Mission" bis spätestens Dienstag, den 15. d. Mts., nachm. 3 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzu» reichen, woselbst auch die Verkaufshe» dingungen eingesehen werden können.

Zufchlagsfrist 6 Tage. 286ID

Londorf, den 8. April 1924.

Bürgermeisterei Londorf.

fl u m a n n.

LUK-WWMSS.

SiontüS, h. 11 ilm'il, e«it 2 Uhr itl) versteigere ich Asterweg 59 0lV1W 3 Briten, 12t. Äleiderschrank, Kommodr Waschtisch, Nachttisch, Tische, Stiidle, Kiicheuschrank, Porzellan, Kiichcngeratt, Gartensierätr, 2 Wasch- tten, 1 Wasch­topf und verschitdcnrs andere.

^$tniictll.,1iiiftioiiator». Taxatsr

Auch schwer lernende Schüler werden erfolgreich gefördert im Gießener Pädagogium Kleine liesse» ÄrbJIsstciitlan Beste Empfehlungen aus allen KreiscnGießensu.derUmgegend AllesNäheredurch die Direktion Liebigstraße 46 Fernruf 2075 _________ _____________ 2614h

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Dienstag, den 15. ds. Mts., oorm. 10 Uhr beginnend, laffe öffenUich gegen Barzahlung Derfteigrrn:

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