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lafatte spanische Großindustrielle Tchevar- r i e t a nach Gibraltar g?f )mmen ist. Schevarcieta, der persönlich in den besten Beziehungen zu Abd el Kerrm steht, hat bekanntlich nach der Diederlage der Spanier im Jahre 1921 mit den Riskabylen wegen des Loskaufs der spanischen Gefangenen v-erhandelt. Es ist daher anzunehmen, daß es sich um eine verabredete Zusammenkunft handelt, durch welche Echevarrieta feinen lang­gehegten Plan ein cd Modus vivendi au wirtschaftlicher Grundlage herzu- stellen, zu vcrw.rklichen beabsichtigt.

Dach einer Meldung desPetit Parisien" aus Madrid "hat Spanien in den letzten drei Monaten 2000 qkm Gelände westlich von Arzila und Tetuan geräumt. Dan Marokkanern seien 2800 Mann spanische Soldaten und Offiziere i n die Hände gefallen. Abd el Kerim sei bereit, die Gefangenen gegen Zahlung eines Löse- gelües frei zugeben.

Der Putsch in Barcelona.

Paris, 10. Dov (SH.) DieDaily Mail" veröffentlicht über den mißlungenen Putsch in Barcelona nachstehende Einzelheiten: Die Ver­schwörer hatten am Donnerstag im Einverständ­nis mit den Artilleristen einen Angriff gegen die A r t i l l e r ie kas e rne von Atarazanas vorbereitet. Die Polizei bekam aber Kenntnis von dem Vorhaben. 5 Personen, die mit Bomben und automatischen Pistolen bewaffnet waren, wurden f e st g e n o m m e n. Die Artilleristen leisteten hartnäckigen Widerstand, wobei ein Polizist getötet wurde. Die verhafteten Artilleristen wurden vom Kriegs­gericht zum Tode verurteilt und beim Morgengrauen erschossen. Außerdem erfolg­ten noch 7 andere Verhaftungen Die Stadt stlbkt ist ruhig.

Die serbische Krise.

Raditsch wegen Hochverrat verfolgt»

Belgrad, 11. Dov. (TH.) Eine amtliche Meldung erklärt, daß die Hmbildung des de­mokratisch - kroatischen Kabinetts Davide- witsch daran gescheitert ist, weil Raditsch offen seine Beziehungen zu den Bol­schewisten erllärte, und sein Hnterhändler, der Vizepräsident des Parlaments Dr. Mad - sek, gleichfalls zugab, daß er während der Verhandlungen zweimal nach Wien gereist sei, um mit der dortigen bolschewistischen Gesandt­schaft in Fühlung zu treten. Gestern wurde in der Skupschtina durch den Vertreter des Mi­nisterpräsidenten Pafitsch der königliche Beschluß verlesen, der das jetzige Parlament auf- l ö st und De u. Wahlen für den 8. Februar ausschreibt. Die neue Skupschtina wird für den 7. März einberufen. Die Regierung hat beschlos­sen, Raditsch wegen Hochverrats verhaften zu lassen, es gilt aber als sicher, daß er be­reits gefluchtet ist. Es wird von der italienischen Grenze gemeldet, daß Raditsch bereits in Triest eingetroffen sei. Die Regierung will ver­suchen, feine Parteiorganisation aufzulösen.

Der österreichische Eisenbahnerstreik.

Wiederaufnahme der Verhandlungen

Wien, 10. Dov. (WTB.) Dach der for­malen Besprechung, die heute zwischen dem Prä­sidenten der Bundesbahnen, Günther, und den Vertretern der drei Sisenbahnergewerkschaften ^stattgefunden hat, wurde eine Vereinbarung ge­troffen, morgen mittag die Verhandlung e n Awifchen den Vertretern der Gewerk­schaften und der Gen eraldi r ekt ivn Der Bundesbahnenwieder aufzuneh­men. Die Generaldirektion hat einen neuen Vorschlag ausgearbeitet. Man hofft sowohl in parlamentarischen als in Gewerkschaftskreisen, daß die Verhandlungen zu einer Einigung führen werden. In diesem Falle werden die neuen Ver­einbarungen am Mittwvchvormittag der Ber- tnmensmännerverfammlung vvrgelegt werden. Stimmen die Vertrauensmänner diesen Verein­barungen zu, dann könnte nach den getroffenen Vorbereitungen der Eisenbahnverkehr in der Dacht vom Mittwoch auf den Donnerstag wieder aufgenommen werden. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen wird als eine wesentliche Ent­spannung der politischen Lage angesehen und dürfte nicht ohne Einfluß auf die Haltung der parlamentarischen Parteien bleiben.

Der Fall Nathusius.

Der deutsche Standpunkt.

Paris, 11. Dov. (TH.) DerMatin" hat sich auf der deutschen Botschaft nach ien Sa ad- punkt der deutschen Regierung in der Angelegen­heit des Generals von Da-thu ius erkundigt. Dem Blatte wurde folgende A.ttwort erteilt: Die im Zusammenhang mit der Wtnah.ne teZ Ge. erais entstandenen Rechtsfragen bilden zur Zeit den Gegenstand einer Erörtern ig der Rech tss.nch- verständigen des Auswärtigea Arn es. Ihr Gut­achten ist uns noch nicht zugegaug.n.

Wie dem auch fei, müssen mir ausdrücklich betonen, daß General von Dathusius das Vergehende st reitet, dessen er be­schuldigt wird und daß er selbst feine Ver­te i d i g u n g in die Wege zu leiten wünscht. Aus rein menschlichen Gründen der General ist 68 Jahre alt und leidet an einer Hals- und Leber- ertranhing haben wir Herriot gebeten, in eine provisorische Haftentlassung ein- zuwilllgen. Von Dathusius bleibt s-lbstterständ- lich bis 8ur Revision feines Prozesses in Frank- voch mußte er volle Freiheit haben, um alle Maßnahmen zu feiner Verteidigung zu treffen Wir geben der Erwartung Ausdruck, daß die französische Regierung die Ditte des alten Mannes erfüllen wird.

deutscher Seile toirb gegenüber un­richtigen Prcsse-Jnfvrmationen ausdrücklich daran fest gehalten, daß General von Dathusius nichts von seiner Verurteilung gewußt habe. 3m 3ahre 1919 ordnete die amerikanische Desahungsbchörde in Koblenz auf Antrag des Herrn Mett, der als Kläger gegen General von Dathusius auftrat, eine Haussuchung bei dem General an, die aber vollkommen er­gebnislos verlief. Dach Auffassung der ame­rikanischen Behörde ist die Anschuldigung damit hinfällig geworden und General von Da­thusius erhielt anstandslos die Erlaubnis nach Kassel überzufiedeln. 3m 3ahre 1921 verurteilte das Kriegsgericht in Lille den General in con tumacium. Das Hrteil wird wahrscheinlich nur in den Lokalblättern veröffentlicht worLen sein,

denn va/enerai von DathusruS gao lern Ehrenworr, nichts davon gewußt zu haben. Da er ferner auch nicht auf der Liste der Kriegsschuldigen stand, wußte er, daß er keine Gefahr lief, als er sich nach Frankreich begab.

Die deutschnationalenReichs- tagskandidaten für Hessen.

Darmstadt, 10. Dov. (Eigen. Der.) Zum Reichstag hat die Deutschnationale Volkspartei in Hessen folgende Kandidatenliste ausgestellt: Abg Dr. Ferdinand Werner, Butzbach, Reichs­tagsabgeordneter. Oberlandesgerichtspräsident L R. Dr. Best, Darmstadt. Dr. jur. Cornelius Freiherr Hehl zu Herrnsheim, Worms. Arbeitersekretär 3 ö r g , Homberg. Frl. Antonie Baumann, Lehrerin und Stadtverordnete, Darmstadt. Schlossermeister Georg Werner, Reichelsheim L O. Oberpostinspettor Kohlhase, Gießen. Oberbauinfpektor Flecken st ein, Höchst i. O. Fabrikant Kautz, Offenbach a. M. Oberst a. D. Carl Krause, Darmstadt. Die beiden Spitzenkandidaten Prof. Dr. Werner und Ober­landesgerichtspräsident Dr. B e st sind außerdem an hervorragender Stelle, direkt hinter Großadmi­ral v. Tirpih, auf den Reichswahlvor- schlag der Partei gesetzt worden.

Die deutschnationaien Landtagskandidaten.

Darmstadt, 10. Dov. (Eig. Ber.) Die Kandidatenliste der Deutschnationalen Volkspartei für die Landtagswahlen weist folgende Damen auf:

1. Provinz Starkenburg: Abg. D. Dr. Diehl, Prälat, Abg. Kindt, Schriftsteller, Frau 3ulie Heraeus, Offenbach a. M., Süß, Geschäftsführer des D. H. V., Darmstadt, D i e r s ch, Forstmeister, Erbach i. O., Schwenk, Fabrikdirektor, Auerbach a. d. B, Frl. 3rene Koester, Sekretärin, Darmstadt, Arras, Landwirt, Langstadt, Kr. Dieburg, Dr. B e st, Oberlandesgerichtspräsident i. R., Darmstadt.

2. Provinz Oberhessen: Abg. Dr. Fer­dinand Werner, Vissel, Bürgermeister und Landwirt, Griedel, Dr. Otto Lenz, Studienrat, Gießen, Dr. Zentgraf, Forftrat, Lauterbach, Lind, Mehgermeister, Grebenhain, Frau Frida K l e w i h, Hausfrau, Gießen, Dr. Löffler, prakt. Tierarzt, Ortenberg, Loh, Lehrer, Leih­gestern, Kissel, Oberbademeister und Beige­ordneter, Bad-Dauheim.

3. Provinz Rheinhessen. Böhm, Amtsanwalt, Alzey, Schönfeld, Landwirt, Wendelsheim, F o r ck, Buchhändler und Stadt­verordneter, Mainz, Hartmann, kaufmän­nischer Angestellter, Worms, Gastell, Fabri­kant, Mombach, D a a b I., Landwirt, Schwabs- butg, Kirnberger, Fabrikant und Stadt­verordneter Mainz, Frau Rosa Durst, Arms­heim, Lucius, Rechtsanwalt, Mainz.

Landtagskandidaten des Hessischen Bauernbundes.

Darmstadt, 11. Dov. (Eigener Bericht.) Die Wahlvvrschläge beä Hessischen Bauernbundes tnö jetzt für Oberhessen und Starkenburg fest­gesetzt. Die Kandidaten für Oberhessen sind: Abg. Dr. von Helmolt, Dieder-Wöllstadt, Abg. Fenchel, Ober-Hörgern, Dr. Leucht- gens Seminarlehrer urrd Beigeordneter, Fried­berg, Abg. 3o ft, Bürgermeister, Dermutshain, Abg. Wolf, Effolderbach, Schröder, Land­wirt und Bürgermeister, Elbenrod, Abg. Diehl, Landwirt und Bürgermeister, Hochweisel, Abg. Stein Landwirt, Stumpertenrod. Die Kandi­daten für Starkenburg sind: Abg. Glaser, Landwirt in Dordheim, 21hg. Dr. Dehlinger' Weilerhvs, 2lbg. Dr. Müller, Darmstadt, Bär II., Landwirt, Langmbrombach, Göckel, Landwirt, Langen, Kauth, Diplom-3ngenieur, Gernsheim, Heid, Gast- und Landwirt, Wald- michelbach, Grünewald, Landwirt, Harres­hausen.

Die nationalsozialistischen Landtagskandidaten.

Darmstadt. 11. Dov. (Eig. Der.) Für die 2lationalfozialisten kandidiert zur Landtagswahl an erster Stelle voraussichtttch der seitherige Landtagsabgeordnete Landwirt Hauck- Schaaf­heim, an zweiter Stelle der frühere sozialdemo- krattsche Reichstagsabgeordnete Hasenzahl- Erbach.

Die Krisis in der sächsischen Sozialdemokratie.

Dresden. 11. Dov. (TH.) Die sozraldemo- krattschen Krelsverfarnmlungen inChem- nitz, Zwickau und Plauen nahmen am Sonntag Stellung gegen die 23 Abgeord­neten, die im Landtag gegen die Auf -- lösunggestimmt hatten. Die Kreis versamin- lung in Chemnitz erklärte die Abstimmung der 23 für einen neuen Disziplin bruch und für ein frivoles Spiel und stellte in einer Entschließung est, daß sich die 23 Genossen außerhalb der Partei gestellt hätten. Doch schärfer ist die Entschließung des Bezirkstages Plauen: er bean- tragt, die vier Abgeordneten aus dem Deyirk, die gegen die Auslosung gestimmt haben, als Ab­geordnete abzuberusen. Bereits am Sams­tag hat in Dresden eine Sitzung stattgefunden, in der eine Entschließung anienommen wurde, die den Ausschluß der 23 Abgeordneten aus der Partei fordert.

Der Rote Tag in Gotha.

Weimar, 11. Dov. (TH) Für S-nntag, 9. Dovember, hitte der Rote F ontk impser'und nach Gotha einen Roten Frontkämpfer- 1 a g ein berufen. Da auf Grimo dec Ankündigun­gen in der kommunistischen Presse eine Gefähr­dung der öfsentlich-m Sicherheit und Ordnung zu erwarten war, hatte das thür ngische 3nne.r- Ministerium für die Zeit vom 8. bis 10. Dovember alte öffentlichen Hmzüge sowie auch das Auftre en des Franzosen Marty verboten Der Land- tagsabgeoichnete Senner sicherte bei einer Rück­sprache im thüringifchen 3nne.im nisterium zu, daß er die Verantwortung für einen r uhig e n D er laus der gesamten Feier übernehme und bat darum, daß mevg'te.id der geschlossene Anmarsch ter Teilnehmer ge- ftattet toürbe. Diese Erlaubnis Wirde ihm er­teilt unter dm: Vorausfeh ing daß die Ankom­mende ohne F hnen und München in geschlof e- nem Zuge unmittelbar zum DolkShause geführt

werden tollten. Dieses Versprechen ist jedoch nicht innegehalten wor en, denn im Zuge wurden rote F:hnen mitgeführt, so daß dis Polizei eingreisen und die F chnen beseitigeni mußte. Dachm ttags gegen 3 Hhr strömten plötz­lich von allen Seiten auf den Markt Teilnehmer des 2toten Frontkämpfertages zusammen und überfielen ein aus 7 Mann bestehen es Polizeikommando. Es kam zu einer blutigen Schlägerei. Ein Kommando d.r Landespoli ei verjagte daraus die Demonstranten, die sich flucht­artig in das Volks Haus zurück 7g en und von dort aus die Polizeibeamten mit Di.r eidrln, Bri etts und ähnlichem bewarfen. Der Rote F ontkämpfer- tag nahm so ein vorzeitiges En.e. Die Teilnehmer fuhren in den Lastautos, mit denen sie gekommen waren, schleunigst wieder ab.

Der rote Sonntag in Dortmund.

Dortmund, 11. Dov. (TH.) Der vergan­gene Sonntag war ein Fiasko. Aus hem gan- sen Ruhrrevier fanden sich nur etwa 202 Per­sonen zu einem Marsch nach Dortmund zusammen. Sie wurden, noch ehe sie das Weichbild der Stadt erreichten, auseinander gebracht. Von den Dortmunder Kommunisten fanhon sich nach und nach etwa 300 Mann auf der Stadt­wiese ein. Als sie den Platz abgesperrt sahen, zogen sie sich zurück.

Aus aller Welt.

Die Beisetzung von Hans Thoma.

K a r ts r u h e, 10. Dov. (T. H.) 3n besonders eindrucksvoll feierlicher Weise fand am Montag­nachmittag auf dem Karlsruher Friedhof die Bei­setzung von Hans Thoma statt. Die Friedhoss- kapelle sowie der zu ihrem Eingang führende Vor­hof war im Auftrage der Stadtverwaltung mit Trauerfchmuck ausgestattet worden. Von schwar­zem Grunde leucht fte den Eintretenden in frellem Silberglanz das Signum entgegen, mit dem Hans Ahoma feine Bilder zu zeichnen Pflegte. Zu der Trauerfeier waren außer den Vertretern der ba­dischen Regierung, der Hniversität Heidelberg und der Technischen Hoch- schuleKarlsruhe sowie der S tadtKarls- r u h e zahlreiche Angehörige der bildenden Künste von hier und auswärts erschienen. Dach der Trauerfeier in der Kapelle wurde der Sarg von Schülern der Akademie der bilden den Künste zu Grabe getragen, wo nach Ein­segnung unb Gebet das von Volksschülern gesun­gene LiedO Schwar-zwald, v Heimat, wie bist du so schön!", dem Meister als letzter Gruß erklang. Offizielle Trauerreden wurden nicht gehalten" Hüter den in übergroßer Zahl niedergelegten Kranzspenden bemerkte man solche der badischen Regierung, zahlreicher Künstlerlorporationen von hier und auswärts und der ehemaligen Groß- herzöge von Baden und Hessen.

: 43, 10, 20, ' 5\

25 Pfei

Gießener Wochenmarttpreise am 11. Dovember 1924 (Händlerprei e). ©g fofteten: Du.ter Pfd 203 Pf., Mat e r!® Ä. Wirsing 8, Weißkraut 4, Rotkraut gelbe Rüben 78. rote Rüben 10 Spinat Hnta:-Ä hrabi 4-5, Grünkohl 15 Rv enko l F ldsalat 50, Zwiebftn 1215, Meer e tich bis 40, Schwarzwurzeln 50 Ka toff in 5 21 : 15^-22, Dirnen 15. Honig 40, Gän'e 93 OO 2<uffe 50. Eier Stück 18, Blumenkohl 120180.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11. Dovember 1924.

Letzte Mode.

ES hat leine Mode gegeben, die nicht zu ihrer Zeit dieletzte" gewesen wäre. 2Tber so neu sie immer war, nach ein paar Wochen oder Mo­naten wurde sie von einer anderen überholt und damft zum alten Eisen geworfen.

Als seinerzeit die spitzen Schuhe auf» kamen, prophezeite man ihnen, daß sie sich bald überleben würden, aber sie werden noch heute getragen; und es ist doch berefts anderhalb 3ahr her, als man uns damit beschenkte. Diese Mode scheint also prattischer gewesen zu fein, als man ursprünglich dachte.

Die Schöpfer der Modeneuheiten haben es gewiß nicht leicht. Sie sollen dauernd etwas 3nterefsantes erfinden, daß in gleicher Weise Publikum und Geschäftswelt befriwigt wird, und es ist bei dem Alter der Erde doch gar nicht so leicht, etwas wirklich Originelles zu bringen, da der unvermeidliche Den Akiba ja den peinlichen Ausspruch getan hat, es wäre alles schon da- getoefen.

Die Mode ist sehr launisch, auch gegen ihre eignen Erfinder. Der Streit um die Frauen- srisur z. D. hat jetzt ein Stadium erreicht, das voller Verwirrung ist. DerDubikops" beherrscht nicht mehr allein das F ld; ich habe in der Groß­stadt zahlreiche Damen gesehen, die ihn, den Tituskops vorziehen, und machte dort neuerlich die Erfahrung, daß man danach strebt, den Männern bis aufs Haar" zu gleiches.

Freilich melden sich auch Stimmen, die wieder zur Rückkehr mahnen. Hnd es gibt wohl manche Frau, die den raschen Entschluß einer kurzen Be­geisterung bitter bereut, denn der Weg vom Bubr- kops zum langen Haar zurück ist fchv^rer als der Schritt vom langen Haar zum Bubikopf. Auf welche Auswege man da sinnt, erregt oft Heiter­keit.

3ch beobachtete neulich in einer Großstadt eine Dame, die eine künstliche Unterlage an der Stelle der Dubikopsftisur angebracht hatte, wo tn frühe­ren besseren Zeiten der Haar knoten saß und auf diese Erhöhung hatte sie Strerfen von gelock­ten Haaren gehängt, die ziemlrch herrenlos um den Kopf wehten. Es war entschieden ein Verlegen­heitszug. und ich bin überzeugt, daß sie mir feine rechte Auskunft hätte geben können, wenn ich sie nach dem ©runb ihres Schönheitsmanövers gefragt hätte. Da ich aber dann mehrere Damen in gleicher Aufmachung beobachtete, muß wohl diese Anregung von einem der genialen Haarkünstler ausgehen die bei dieser Gelegenheit ihre alten Vorräte ab^ sehen wollen.

Aber vielleicht ist das, was ich sage, eine Ketzerei Denn wer bürgt mir dafür daß das nach Monatsfrist nicht allgemeine Mode geworden ist» Dann werden sich alleBubikopf"-Damen mit die­sen Locken behangen, und wir werden vielleicht gezwungen, es richtig und hübsch zu finden, weil es ja eben dieletzte Mode" ist.

annen Männer! Was wird uns noch alles bevorstehen, wenn wir nicht endlich allesamt st a r f genug sind, laut und deutlich zu sagen daß wrr Frauen in vernünftigen Kleidern J* en H aar lieben, das ihnen die Da- t ur geschentt hat! ® $

Endivien 1020, Oder-Kohlrabi 8, Lauch 515 Rettich 8, Sellerie 1530.

Vornotizetz.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 71/2 Hhr Vortragsabend von 3re c Tri-sch- Hess. Bilderbühne: 8,20 HhrSieb Marion" okkulte Wunder.

DieVortrags-Dereinigvng ver­anstaltet wie aas der gestrigen Anzeige zu ent­nehmen war nächsten Donnerstag einen Licht- bckder-Vortrag über Wilhelm Busch. Der hierzu gewonnene und von früheren Vorträgen bekannte Redner Dr. Alfred K 0 e p p e n aus Berlin wird von der kunst- und literarwissenschaftlichen Seite auf das Wirken und Schaffen des Dichters ein­gehen. Sein Vortragsabend über Wilhelm Dusch ist keiner der üblichen Rezitationsabende. Der Vortragende will vielmehr in humorvollem We­sen in das Leben und Werden des Meisters seine Werke, Dichtung wie Zeichnung, einführen, damit man wirklich einmal erkennt, worin eigent­lich der Witz und der Humor liegt. Dadurch wird natürlich der Reiz der Darstellung auherordent^ lich erhöht, zumal Dr. Koeppen'alfes an Licht­bildern erläutert. Eine allseitige Deachtung dürfte dieser in ihrer Art seltenen Dortragsveranstal- tung zu wünschen fein.

Wettervoraussage.

Mildei, südliche bis westliche Winde, vielfach dunsttg, auch Regenfälle.

*

* * 3u den Wahlen. Die Offenlegung der Stimmlisten und Stimmkarteien erfolgt in Hessen in der Zeit vom 16. bis einschließlich 23. Dovember. Die Reichswahlvorschläge müffen am 23. Dovember bei dem Reichswahlleiter in Berlin, die Kreis Wahlvorschläge am 20. Dovember bei dem Kreiswahlleiter des 33. Wahlkreises Hessen-Darmstadt im Staatsministerium in Darm­stadt eingereicht fein. Die Kreiswahlvorfchläge find von miiibestens 500 Wählern des Wahl­kreises zu unterzeichnen. An Stelle von 500 Wählern genügen 20, wenn diese glaubhaft machen, daß mindestens 500 Wähler ihre An­hänger sind. Die Reichswahlvorschläge müssen von mindesteiis 20 Wählern beliebiger Wahl­kreise unterzeichnet fein. Die Verbindung von Kreiswahlvorfchlägen muß bis zum 25. Dovember bei dem 2)erbandsWahlletter für den X. Wahl­kreisverband Hessen (Staatsministerium) schrift­lich erklärt werden. Für einen Kreiswahlvorfchlag kanii - erflärt werden, daß die Reststimmen einem Reichswahlv0rschlag zuzurechnen sind. Diese Er­klärung muß am 29. Dovember bei dem Kreis- wahlleiter des Wahlkreises eingereicht sein.

O Erwerbslosenfürsorge und Ortsklasseneinteilung. 2Iach einer Verordnung des Reichsministers der Finanzen über die 18. Aenderung des Besoldungsgesetzes ist die am 1. Dovember in Kraft getretene neue Ortsklasseneinteilung auch für die Durch­führung der Erwerbslosenfürsorge maßgebend.

** Aushebung der Eisenbahnreife­sparkarten. Die Pressestelle der Reichebahn­direktton Frankfurt a. M. teilt uns mit: Die im vorigen 3ahre zur Erleichterung des Reisever kehrs von der Eisenbah.ivrrw.cklug eingeführten ReisesParkarten zu 1, 2 und 5 Mark sind, nach - dem der Zweck dieser Einrichtung infolge der veränderten 2)erhältnifse weggefallen ist, zum 1. Dovember ds. 3s. aufgehoben worden. Von diesem Zeitpunkte ab werden keine Reisesprrkaüe 1 mehr ausgegeben. Die Gültigkeit ter b.shec rus- gegebenen erlischt am 31. Dezember 1924. Dach diesem Tage W.wden feine Sparkarten mehr von den Eisenbah.ckassen in Zahlung genommen.

** Warnung vor Zuzug in das rheinisch-westfälische 3ndustrieqe biet. WTB. meldet: 3n den letzten Wochen sind zahlreiche Personen, sogar auch ganze Fa­milien mit ihren kleinen Kindern aus den ver- fch'.edensten Gegenden des Reichs auf gut Glück in den rheinisch-westfälischen 3ndusttiebezirk zu­gezogen in der Hoffnung, dort Hnterkunst und Arbeit zu finden. 2k>r einem solchen Zuzug wird dringend gewarnt. Bei der überaus un= günstigen Wirtschaftslage des rheinisch-westfäli­schen 3ndustriebezirks mit seiner immer noch riesigen Zahl von Arbeitslosen müssen die Zu- ziehenden damit rechnen, das herrschende Elend noch zu vermehven und auf die Arbeitslosen- fürforge oder Armenpflege angewiesen zu sein.

** Eine Schuhmacher- Fachschule wurde in der hiesigen Gewerbeschule in Gegen­wart von llZertretein der 3ntereffen-Gemeuischaft der Schuhmacher - 3imungen von Oberhessen, Hessen-Dassau, Westfalen und des Kreises Wetz­lar, sowie des Lehrkörpers der Gewerbeschule feierlich eröffnet. Der Vorsitzende der 3ntereffen- Gemeinschaft, Wa 1 dschm 1 dt - Gießen, hielt die Ansprache, in der er auf die hohe Bedeutung der Fachschule hinwies. 3n Vertretung des abwesen­den Direktors Gewerbeschulrat Brüning richtete Architett Schuchhardt herzliche Begrüßungs- Worte an die neue Schulabteilung. Der Hnterricht wird von einem Fachlehrer in Gemeinschaft mit dem Lehrkörper dec Gewerbeschule erteiü; er er­streckt sich auf praktische Arbeit (Boden- und Schäfteanfertigung), Fachzeichnen, Anatomie des Fußes, Kalkulation, Geometrisches Zeichnen, so­wie Buchführung und Geseheskunde.

'* AllerleiDieb stähle. 3n letzter Zeit wurden nachstehende Fahrräder entwendet: Marke E. K. G., Fabriknummer unbekannt: Marke Mars, Fabriknummer 335 531; Marke Drennabor, Fa- brifnummer 953 8Z8. Außerdem wurde i in der Dacht zum 5. Dovember eine grau-weiße Häsin mit zwei 3ungen, und ein gelbes Huhn gestohlen: letzteres wurde am Tatort abgeschwchtet. Fer­ner wurden ein mittelgroßer, graugestrichener Handleilerwagen und zwei Sturmlaternen ent­wendet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.

* Fe st genommen wurden hier je eine Person wegen Hrkundensälschung, wegen Dieb­stahls im Rückfall, wegen Paßvergchens, toegen schwerer Körperverletzung, und eine Prostituierte wegen Hebertretung der Kontrollvorschristen.

* * Der Goethe-Bund fand sich am Sonntagabend zu einer Feier zusammen, die dem Gedächtnis Schillers geweiht war. Aus einen Vorspruch von Gerhart Hauptmann, den Herr Fries mit dem warmen Ton innerlichster Durchdrungenheit vortrug, und Beethovens Eg- montouüertüre, folgte die festliche Ansprache des Herrn Dr. W a 1 b r a ch. Schirs herausgearbeitet

vor die Zuhörer das Bild des Dichters als ^s Volkserziehers, der als erster mit umfassender Klarheit eine Erziehung des Menschen durch die Kunst forderte, der überbauet als erster die ästhetische Erziehung als Problem fixierte. Das weitere Programm brachte Schubertsche Ver­tonungen von Gedichten Schillers, deren Gehalt