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Donnerstag, 11. September 1924

V4- Jahrgang

Hr. 2U Erster Blatt

V

Vruck und Verlag: Vrühl'fche Umverfitätr-Vuch- und Sleindruckerei B. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe c.

wiederholt)

und Arbeitszeit

gleich-eiNg mit

Londoner Pakt

Lohltal

,b voyä,»ch

Reichskanzler zu beeinflussen.

Ziehen wir aus diesen Vorgängen, die eine unerfreuliche Erscheinung in. der deutschen Politik sind und die den Beweis erbringen, daß die po­litische Autorität der Regierung in Deutschland immer noch nicht hinrei­chend genug geachtet wird, hie Konsequenz, so ist es die. daß die Regierung einmal in der Kriegsschuldfrage dem gegebenenDerspre-- chen folgen, und zur gegebenen Zeit das offi­zielle Dokument durch die Botschafter den Mäch­ten überreichen fassen wird, sodann aber eine klare Scheidung zwischen der Kriegs- schuId frage und der Frage des Ein­tritts DeutschlandindenBölkcrbund

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mn Breite örtlich8, auswärt 10 Goldpfennig; für Ne> Klame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig Platzvorschrist 20°/, Aul schlag. - Deranttoortliä für Politik u. Feuilleton. llr.Friedr.Wilh. Lange für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil . Hans Beck, sämtlich in Bietzen.

nicht erwehren kann.

Jeder Tag. der das Auswärtige Amt weiterhin verwaist sieht, birgt für das Reich schwere außen­politische Gefahren. Es ist also daher nur zu begrüßen, daß sich der Re ich s a u tz e n m in i- ft er entschlossen hat, seinen Urlaub zu unter­brechen und nach Berlin z u r u ck z u k e h- - - -' " "t er hier in fernem Ressort

Kaffee-,Kakao-, flecken entfernt bt tfärber lose Anwendung kopl la Bten". ;lgen Geschäften

Berliner politischen Kreisen wird die Antwort, welche die Reichsregierung der Deutschiiationalen Boltspartei erteilt hat, das; nämlich an der Absendung der Kriegsschuldnote: fe ft gehalten werden soll, als der Beginn der Klärung dieser Frage betrachtet. Der Verlauf der Dinge wird wahrscheinlich ungefähr folgender sein: In dem entscheidenden Kabinettsrat wird daran festgehalten werden, trotz des wahr­scheinliches Widerspruches der demokra­tischen Minister, daß die Bindung, welche die Reichsregierung gegenüber der Deutschnatio-

Erfchemt täglich, autzer Sonn: und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienb lütter Monats-vezugrpreir:

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Tech, Smkr» chriften" ver°

säueren Pro - atiften aus Uthes.z. zt, o bon ton fc. I Matthes. Lu l«M an: 1. An ntrvlle, I ist Herr M. Zeitgenoffen, zu :l? Handelt es

der Genfer eerlAlbnis oder ie das deutsche en berückt Ha­men? 2. An die

in Gens, wie ju, seine hiesige vanzöstscher

Kriegsschuldfrage und Völkerbund.

Die Machenschaften der deutschen Pazifisten in Genf. Die Neichsregierung hält an der Notifizierung der Kriegsschuldnote fest.

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vorgenvnnnen werden.

Wir müssen in unserer gegenwärtigen Lage doch einen scharfen Unterschied Mischen unseren eigenen Bedürfnissen und der Mehrproduktion zugunsten der Reparationen machen. Für die eigenen Bedürfnisse würde unter Umstanden die achtstündige Arbeitszeit vielleicht aus reichen; die Reparationsleistungen aber können nur durch verlängerte Arbeitszeit aufgebracht werden, was man übrigens auch besonders in sozialdemo­kratischen Gewerkschaftskreisen nur allzu gut wer^ Die SPD. weih aber auch, dah das Ausland, das keinerlei Kriegslasten mehr zu tragen hat, eben­falls achtstündige Arbeitszeit und. wirtschaftlich- Interessen für unvereinbar hält. Dasselbe gilt für uns in ungleich gröberem Mähe. Wollen wrr bv>

Fühlu ngnahnie mit der englischen und französischen Regierung vorza- bereiten. Dr. Strescmann beabsichtigt außerdem, bei seiner Schweizerreise mit französi­schen Staatsmännern, möglicherweise mit H e r - riot selbfft in persönliche Verbindung und hier Erllärungen abzageben welche die Al^ sichten der Reichsregierung so klar wie möglich ertennen lassen. Vor allem wird Werl daraus gelegt werden, zu betonen, dah diese 'Bote tcuien Akt darstellen soll, der irgendwie als Vorwand dienen kann, sich eingegangmen Verpflichtungen zu entziehen oder die Revision des Versailler Vertrages aufs neue zur Erörterung zu stellen. Außenpolitische Führerlosigkeit

Während der Abwesenheit der wichtigsten Reichsminister, darunter desA u h e nm in i ft er« und Reichskanzlers, scheuten m die Fu^ runa der Geschäfte des AuslvarUgen Amtes, chaotische Zustände eingerissen zu scnn. Alarmmeldung auf Alarmmeldung lagt durch die Presse, ohne dah sich im Auswärtigem Amt auch nur eine Persönlichkeit sindet, die ftch nut all diesen Angelegenheiten in energischer und klarer Weise auseinanderseht. * Statt dessen operieren hier anscheinend die einzelnen Ressorts getrennt und ohne Fühlung miteinander, so dah man sich des Eindrucks einer vollständigen .15 er­fahren beit der Dinge im Auswärtigen Amt

GiehenerAnzelger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Sehnsucht

Osten immer ZKntasi st ^kger ift [tefcen Publi.

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Mays J Romancier e0nungmi't "»und Hand- 6 Trohe Welt" °dn direkt zu ^rlagsdruderei "> Lchzig. Jo.

Auhenpvlitik, wie eine Klärung der auhenpoliti- scheu Atmosphäre überhaupt zu konstruieren. Die deutsche Regierung wird, wie man zuverlässig hört, von ihrem alten Standpunkt nicht abweicheu, son­dern erst zu sondieren haben, ob auch tatsächlich unter n o twen diger Beachtung der deutschen Forderungen die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund erfolgen kann.

Vor der Sitzung des Reichskabinetts.

Fühlungnahme in Paris nnd London. Begegnnüg Dr. Streseinanns mit Herriot in der Schweiz.

Berlin, 11. Sept. (Drahtmeldung.) In den

gingen So. wurden sie Sieger in dem groben Ringen um" den Weltmai-kt, so war es ihnen mög­lich überall in der Welt Fuh zu fassen, wo eine lebhafte Konkurrenz dieses vorher fast un­möglich erscheinen lieh. Auch jetzt gibt es gewih einige älnternehmungen, die aus alten Erfah- rungen wissen, wie wirtschaftliche Vorteile er­reicht werden können und durch welche günstigen Momente, vor allem durch die älebernahme eines gewissen Risikos und durch ein optimistisches Ver­trauen auf das Gelingen des Werkes das gesteckte Ziel zu erreichen. Im Durchschnitt aber liegt über Deutschland augenblicklich noch immer du Schwermut die uns aufgedrückt wurde, durch die Lasten unS die Röte der vergangenen Jahre. Hätten wir nicht einige Führer, die vorangegan- . gen waren und denen wir zum Beispiel die Er­rettung aus der Zeit der Inflation zu danken haben so würde das deutsche Volk die Anerken­nung' 'der Welt, dah es aus schwerster Lage sich durch seine -Tatkraft Ml Helsen wisse, nicht ver­dienen. Mit Recht jedenfalls mahnt der Bruder des Generals Dawcs, Ruffus Satter Dawes, der Adjutant des Reparationsgeneralagenten Boung das deutsche Volt müsse ein bihchen mehr Optimismus zeigen, er werde ihm am schnellsten wieder hoch Helsen. Dieses Mahnung ist tatsächlich angebracht, und da ein Ausländer ftc uns erteilt, ein Ausländer, der objektiv über eine von uns Deutschen verlorene Eigenschaft za urteilen vermag, so müssen wir sie auch beachten. Er erfennt die außerordentlich theoretische und praktische Begabung der Deutschen an and ver­hehlt nicht seine Bewunderung darüber bar Deutschland aus eigener Kraft es aas der Infla­tionszeit zu einer stabilen Währung brachte Dieses Volk, so meint er, brauche nur mehi Optimismus, um die augenblicklichen Schwierig­keiten voll zu überwinden.

Folgen wir dieser Mahnung des Ausländers, und wir werden gewih die Lasten, die uns aaf- ertegt sind, leichter tragen, all die Hemmungen, die uns der Versailler Vertrag und spätere Abmachungen auferlegen, leichter überwinden. Wir werden aus der Zeit des Krieges heraus» kommen, denn es besteht kein Zweifel darüber, dah im deutschen Volk, wenn es auch Dawes anerfennt, Kräfte vorhanden sind, die grobe Leistungen zu vollbringen vermögen. Freilich muh Deutschland. wenn es optimistisch mit alter Tat­kraft an die Arbeit geht, sich mehr loslösen von parteipolitischen Einflüsterungen, denn es läht sich nicht abstreiten, dah die gröhten Schwierig­keiten, die Deutschland im Innern hatte, lediglich auf parteipolitischen Egoismus zurückzusühren sind, der schwarzseherisch die Gegenwart nicht dunkel genug zu malen wuhte und sich nicht damit be­gnügte, nur von den traurigen Verhältnissen der Gegenwart zu sprechen, sondern das Volk auch vor der Zukunft graulen machte. Sehen wir uns über innere parteipolitische Spaltungen und Diffe­renzen hinweg, schauen wir den groben Zielen der Errichtung eines kräftigen wirtschaftlichen Deutschlands hoffnungsvoller entgegen uni) zeigen wir den Optimismus, den wir in früherer Zeit hatten, der uns die Well erobern lieh, bann werden wir sicherlich in nicht allzulanger Zeit wieder einen Platz un Weltenkonzern erringen, den wir behaupten können auch trotz der Galten und Verpflichtungen, die uns der Ausgang des unglücklichen Krieges mit seinem Versailler Ver­trag auf erlegt bat-

Die deutsche Oesfentlichkeit wurde durch Mel­dungen, vornehmlich aus dem Auslande, über­rascht. die die Kr i e g s schu l dfrage nut dcm Eintritt Deutschlands in den Völker­bund in Zusammenhang brachten und dahin Stimmungsmache trieben, dah die von Deutsch­land beabsichtigte offizielle Erklärung m der Kriegsschuldfrage in Frankreich unterblei­ben solle, um den Eintritt Deutschlands in ben Völkerbund desto reibungsloser zu oeftallen. Selbst unterrichtete Kreise in Berlin waren auf diese plötzlichen Meldungen nicht vorbereitet und vom Auswärtigen Amt konnte man ebensowenig über die Haltung der Regierung erfahren, wie von kompetenten Regierungspersonen selbst.

Die Regierung befindet sich mehr oder minder nicht in Berlin, vor allem die ver­antwortlichen, kompetenten Persönlichkeiten, und so war es möglich, dah ohne Dementi die Gerüchte eine Stimmung verursachten, die die deutsche Hal­tung der Regierung ganz falsch darstelllen. Man las, der Reichs kanzler hätte an Her­riot geschrieben, umgekehrt Herriot an den Reichskanzler, man hörte von diplomatischen Be­mühungen Englands und Franlleichs in Berlin und jetzt stellt sich heraus, dah es sich hier um eine Stimmungsmache pazifistischer Kreise handelt, die in Genf Vertreter unter­hielten, die nicht nur, wie jetzt festgestellt wurde, . , t.

um Herriot und Macdvnald herumstrichen, son- | die Reichsregierung gegenüber der Deutschnatlo­dern auch ihre Hand dazu boten, die deutsche Re- nalen Volkspartei eingegangen ist, nicht abge- aierung und vor allem die deutsche Oefsentlichkeit leugnet werden kann, dah also an der offiziellen in einer Frage von eminent grober Wichtigkeit zu Uebermittlung der Kriegsschuldnote festzuhalten überrumpeln. > sei. Hingegen dürfte die Formulierung di^

Für jeden unbefangenen Beobachter stand' fer Rote und die Art ihrer Ucbermittlung noch von vornherein fest, was hier vorliegen muhte, Gegenstand eines lebhaften Meinungsaustausches denn die Regierung hat dem Reichstag gegen» I fein. ,

über bereits die Erklärung abgegeben, dah sie | Es ist beabsichtigt, vor der offiziellen lieber

übernommenen Verpflichtungen erfüllen, wolle,i mir vermeiden, dah durch ein2 Richterfullu.ng unsere Wirtschaft in fremde Hände übergeht dann kann es für uns keine Ratifizierung des Washing­toner Abkommens, also auch feinen Achtstunden­tag, mehr geben. Lediglich Mehrarbeit kann uns aus unserer unheilvollen Lage befreien.

Das Washingtoner Abkommen. Dor der deutschen Ratifizierung. Fortsetzung des Kampfes um den Achtstundentag.

Berlin, 11. Sept. In unterrichteten politi- chen Kreisen nimmt man an, daß nach Beendi­gung der Besprechungen zwischen den Arbeits- rninistern von Deutschland, Frankreich, Belgien und England die Ratifikation des WashingtonerAbkornmensin kurzer Zeit erfolgen wird. Die Gewerkschaftskreise betonen, dah eine endgültige Beurteilung der Der- cinbarungen nicht eher möglich sein würde, bevor nicht von amtlicher Seite klare Auskunft darüber gegeben ist, inwieweit beabsichtigt wird, durch die amtliche Auslegung des Abkommens den Achtstundentag praktisch für große Industrie- zweige unwirksam zu machen. Man rechnet damit, dah bereits in der nächsten Woche die Ver­treter der Gewerkschaften einerseits, der Arbeit­geberorganisationen andererseits zu Besprechun­gen ins Reichsarbeitsministerium geladen werden, wobei dann die Richtlinien feftgclegt werden sol­len. die sich für die praktische Durchführung des Abkommens ergeben. .. .

Ratürlich wird auf allen Sellen mit weit­gehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften ge­rechnet. Von einer Beendigung des Kampfes um den Achtstundentag wird demnach um so weniger die Rede sein können, als anscheinend beabsichtigt ist dem französischen Vorbilde zu folgen und die Verrechnung der Arbeitszeit aus möglichst großem Zeitraum vorzuneh- nten so dah beispielsweise m der ganzen In- dustrie einfach festgesetzt werden wurde, dah die Zahl der Arbeitsstunden eines Monats oder eines Vierteljahrs eine bestimmte Ziffer nicht überfteigen dürfte, während die Verteilung auf die einzelnen Tage dem Arbeitgeb«.- überlassen bleibt. Die ganze Materie alter Voraus­sicht nach im Parlament noch Gegenstand einer längeren Auseinandersetzung fein.

Verschiebungen innerhalb der deutschnationalen Parteileitung?

Berlin, 11. Sept. (Drahtmeldung.) In politischen Kreisen zirkulieren augenblicklich die mannigfachsten Gerüchte über die Vorgänge innerhalb der deutschnationalen Parteileitung und die anderweitige Besetzung der Führerpvsten, die angeblich von emfluß- reichen Kreisen gefordert wird. Von unter­richteter deutschnationaler Seite wird dazu er­klärt dah alle diese Meldungen den Tatsachen im mindesten weit vor aus eilen. Es ist an sich richtig, daß einflußreiche Organisa­tionen, insbesondere in Pommern und Ost- vreußen mit der bisherigen Führung der

vorgenommen wird, und zwar dahin, dah die Re­gierung ungeachtet ihrer Haltung in der Kriegs­schuldfrage sich darüber schlüssig wird, was sie auf die Anregung des Auslands hin tun will, um der Einladung zum Eintritt in den Völkerbund zu entsprechen. Sie wird dabei unbeeinflußt von der Stimmungsmache bleiben müssen, die etwas sehr marktschreierisch getrieben wurde und die Ein­ladung Macdonalds und die Zustimmung Her-- riots benutzte, einen Wendepunkt in der deutschen

deutsche Journalisten unterstützt wurde, die eben­falls sich für befähigt hielten, Privatpolitik zu treiben und den Versuch zu unternehmen, den

Partei unzufrieden sind, und daß auch dic konservative Partei ihren Einfluß in der Richtung eines F ü h r e r w e ch s e l S gcl- tent) macht. 'Ob aber diese Bestrebungen Er­folg haben werden, läßt sich deshalb noch nicht vorausfehen, todl dic meisten Wählerorgani- sationen zur Zeit noch nicht Stellung genom­men haben und ihre Vertreter für den Ver­tretertag am 30. September noch nicht mit endgültigen Instruktionen versehen haben. Von den Verhandlungen dieses VertretertageS wird alles weitere abhängen. Ietzt kann jedoch schon gesagt werden, daß für den Fall, dah eine Mmbilöung der Reichs re gierung nach rechts erfolgen sollte, weder der Abg. Hergt, noch Graf Westarp einen Mi- nisterposten bekleiden würden, daß dagegen Hergt in Aussicht genommen ist für eine Be­teiligung an der preußischen Regierung für den Zeitpunkt einer Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierungsbildung in Preußen. *

Die Deutschnationalen Hessens und Hessen-Ras saus haben nach Vor­trägen der Abgeordneten Werner und von Dryander sich gegen jede Zersplit­terung ausgesprochen.

Optimismus.

Don unterem Berliner Vertreter.

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Man soll das Leben nicht zu realistisch, nicht zu pessimistisch ansehen und nehmen, denn Schwarzseherei hemmt jede Tatkraft und binbert geistige körperliche und in der Hauptsache sach­liche Entwicklung. Wir Deutschen sind, nament­lich in letzter Zeit, zu p e s s i m t st i s ch ein­gestellt. Das ist mit eine Ursache, weshalb wir über die Schwere der Gegenwart nicht hinweg­kommen und so viele Hemmungen in der augen­blicklichen wirtschaftlichen Lage sehen, dah wir uns nicht tatkräftig hinauszuheben vermögen, am erfolgreich für die Zukunft za arbeiten. Dte Deutschen haben früher die Well erobert, weil sre mit anerkanntem Mut. mit Entschlossenheit und

>hem Optimismus ans Werk

vrecyen unv n u -*- über bereits tue tsmarung augegeven, UUD iw i X|i ueuunwuyi,-~~e T er,n' n rbnuna

zu geeigneter Zeit die Kundgebung in der Kriegs- mittlung in London und Paris eine eng c r- I erst einmal guinbiua ^unumt- schuldsrage den fremden Regierungen anterbreiten '------»

werde. Von dieser Dersicherung konnte sie nicht einseitig abgehen und mußte mit einer wachsen­den Opposition rechnen, die derrn auch, auf die

nieten Gerüchte hin, sofort von beutfdmationalev DaS Ergebnis der Londoner Konferenz be­reite einsehte. Frankreich kennt die deutsche 6culct nicht nur eine vollständige Umformung des Erklärung zur Kriegsschuldfrage aus den Mit- a(ten Londoner Zahlungsplanes, es weist ^auch teilungen der Reichsregierung zur Genüge, ohne Zugrundelegung des Gutachtens der eoach-

dah sie offiziell in Paris überreicht wurde, somit verständigen neue Wege zur Ausbringung ber ge- ist es nur ein formaler Akt. wenn diese Er- forderten und auch durch den Deutschen Reichs- tiärung durch den deutschen Botschafter in Paris tag bewilligten Reparationszahlung^. Es find der ft«nzösischen Regierung überreicht wird. 8tt>ar eine ganze Reihe neuer Quellen angebohrt

Weshalb von diesem Akt soviel Aufsehens worden, aus denen der Goldstrom heraussllehen gemacht wird, ist unverständlich Es bat den soll, die wichtigste Quelle ist aber auch letzt wre- Anschein. als ob die deutschen Pazifisten der d i e de u t s ch e Wirtschaft geblieben, die ihn mehr fürchten als die ftanzösisch- Regierung, in weitestem Umfange für bie ^mfb.ingang oer die immerhin die MöglichVÄt Hit, sich weiterhin Repaiationsmilftarden haftbar gemach, worden ist in Stillschweigen in der KriegsschuDfrage zu Sie bildet die Basis für dir Zahlungen ihr is hüllen, selbst wenn das amtliche deutsche Doku- es auch überlassen woroem neue Wege AU suchen, ment ihr vorliegen sollte. Außerdem hat die für die Abtragung der Schuldenlast. In erste französische Regierung bereite offiziös bekannt Linie wird sie also daran gehen aussen ihre ^ro gegeben, dast sie keinerlei Diskussion in duktion ganz bedeutend zu er bo be rum mit dieser Angclegenhftt wünsche und führen werde. Hilfe des gesteigerten Exportes die Reparallons Weshalb die Entrüstung plötzlich von Genf über lasten aufzubringen. , . ntx>r

die Auslandpresse? Man kann die Gedanken- P 0 d u kt i 0 ns stet gern n gedeutet aber gänge, die die pazifistischen Beobachter xa Gens auch Ar bei ts lei st un g s steig .

veranlaßten, die Kriegsschuldftage mit tem Em- deutsche Wirtschaft wird sich also'wehr bennie tritt Deutschlands in den Völker- mit der Frage der Arbeitszeit zu beschas- Hund in Zusammenhang zu bringen, nicht recht tigen haben. Dieses Problem ist im ^Äugend lick verstehen. Ueberhaupt scheint die Anwesenheit besonders aktuell, da die internationale Droat einiger Privatpolitikerm Gens noch genauer Un- über die Ratifikati vn des iDaia g tersüchungen zu bedürfen. Wie es heißt, gibt toner Arbeitszeitabkowmens m t sich der bekannte Pazifist Gras Keßler ateeuter Heftigkeit aufgenommen tooriten^ift unb offizieller Beobachter in Gens aus und auch Dr. £>ic Arbeitsminister der verschiedmien europaischen Dreitscheid soll eine besondere Rolte gespi.lt Staaten dieser Tage in Bern sich mit der Durch­haben. Run steht ab:r fest, daß tocvev Dr. Breit- führung des Washingtoner Abkommens beschäl- scheio noch Graf Kehler einen Auftrag von der I tigten. /

Regierung erhalten haben, sondern vielmehr im ^ine besondere Rolle in dieser internatio- Austrage der deutschen Regierung Regieruwgsrat Debatte spielt auch die deutsche Sozial-

Poensgen in Gens anwese. d ist. um gewisser- ^in okratie als Vertreterin wesentlicher Teile maßen, wie es bei großen politischen Vorgängen . deutschen Arbeiterschaft. Sie steht auf dem ' üblich ist, offizieller Aushorcher der Regierung 6tanbbuntt, daß das Washingtoner Abkommen.

in Genf und gleichzeitig ein Bindeglied zwi- & $ eine achtstündige Arbeitszeit ver-

schen der Konsevenz und Berlin zu fern. Erst , . D£>m Reichstag sofort ratifiziert

jetzt hat sich die Regicriing veranlaßt-gesehen werden muß. Reuerdings hat sie in dieser Frage das sonderbare Treiben die er Pazifisten in Genf m,t bem Volksentscheid gÄwoht. Die

zu beleuchten, das übrigens durch rerichieeene s^inldemokratischen Arbeitervertreter vergessen -----hYirtx> die eben- I anscheinend, daß sie sich im Reichstag be­sonders für bie Annahme derGutachten- Gesetze, somit also auch für die Ueber» nahme der neuen Reparationslei­stungen immer wieder ausgesprochen Haven. Aus dieser Haftung mühten sie eigentlich jetzt die Konsequenz ziehen, die darin besteht, durch Steigerung der 2IrbeitStctjtun_g bie übernommenen Lasten abzutragen Eine eteige^ rung der Arbeitsleistung kann aber nur durch eine Verlängerung der Arbeitszeit