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eine» Jungen Mannes gelänfet, die schon etnige Wochen im Main gelegen hatte. Wahr­scheinlich stammt der Mann aus Sprendlingen. Ferner wurde am gleichen Tage an der Niefer- räder Schleuse die 20jährige Rosa Pappen­heimer aus Dornheim geborgen. Das Mädchen war bisher in Frankfurt nicht gemeldet. Weiter meßyet die Polizei nach weitere zwei Fälle von Personen, die den Tod im Wasser suchten, deren Latchen aber bisher nicht aufgefunden werden konnten. Ein Mann sprang Samstag früh gegen fünf Uhr an der Riederräder Eisenbahnbrücke in 'hen Strom, und schließlich ging am Rizza ein unbekannter Mann in das Wasser. Aus einem Zigarren lager an der Ecke Diebergasse und Schil- lerstraße stahlen in der Rächt zum Samstag Diebe rund 10000 gute Zigarren. Mr Ostern 1925 ist mit einer Mehreinschu- lung von über 1000 Kindern als in diesem Jahre zu rechnen. Damit ist die Deschäfti- mmg einer groben Anzahl Junglehrer gesichert. Die Schulgebäude genügen in dem bisherigen Umfange-

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1 Mit einer akademischen Feier im Siadttheater am Dornrittag und mit einem Festzug durch Vie Stadt unb anschließendem Volksfest auf der Liebigshöhe am Rachmittag feierte gestern die (Siebener Ortsgruppe des Reichsbanners Schwarz-Rvt-GvlbfenDerfassungS- Xag.

Zu der akademischen Feier hatte sich eine so große Menschenmenge im Stadttheater tingefünfen, daß der Theatersaal bis auf den letzten Platz beseht war. Die Feier wurde von dem Dauerschen Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten Görlach mit fern großen Chorwerk .Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" einge­leitet. Hierauf betonte der Vorsitzende der Orts­gruppe, Studienassessor Schön, um'den inneren und äußeren Frieden zu retten, sei das Reichs­banner Schwarz-Rot-Gold zusammengetreten, un­ter den Farben,für die die Väter gestritten und gelitten haben", wolle das Reichsbanner sie­gen, um den Bürgerkrieg zu vermeiden. Sodann sprach als erster Redner der Polizeioberst Dr. Schühinger. Er erklärte u. a., alle, die auf dem Vvden der Weimarer Verfassung ständen, mühten einrücken in die Front zum Schuhe des Staates, der uns gegeben wvrfen sei als Ver­mächtnis unserer Väter. Namentlich die Jugend gelte es zu gewinnen, auch die, die heute noch auf anderem Dvden stehe.Hinter dem heiligen Pergament von Weimar müssen die Fäuste der Republik stehen." Dieser Staat, dessen Farben hier gefeiert würden, sei letzten Endes eine Fas­sade, wenn nicht die Bürger sich hinter diesen Staat stellten, denn, so sagte der Redner wört­lich,dieser Staat wird von Tag zu Sag auf fern Gebiete der Justiz, der Verwaltung, der Po­lizei, der Wehrmacht unterwühlt von fen Äräften der Gegenrevolutionäre, die uns nicht grün sind". An der Weimarer Verfassung und den Farben Schwarz-Rot-Gold müsse mit Fäusten und Zäh­nen festgehalten werden, man müsse dafür kämp­fen mit den Waffen des Geistes und letzten Endes auch mit den Fäusten.Das Gift, die Pest der völkischen Gegenrevolution, gilt es zu zerschmettern. Diese Republik ist verloren, wenn sie nicht zu kämpfen versteht um die Seele der deutschen Ju­gend."Wir glauben, daß es uns gelingt, diese Verfassung zu halten, allein dadurch, daß wir unter die Gewehre treten, Kolonnen gliedern zum Schutze der jungen Republik." Die Erhaltung der Republik und der Verfassung von Weimar bedeute auch die Erhaltung des Friedens von Europa. Gegen den Geist von Potsdam, gegen basPotsdam der Kasernen", für den befreien­den Geist von Weimar, für dasWeimar des Weltbürgertums" müsse Front gemacht werden. Weimar soll die Parole sein," mit diesen Wor­ten schloß der Redner seine von lebhaftem Bei­fall gefolgte Ansprache. Als zweiter Redner sprach Reichstagsabgeordneter Pfarrer Korell. Er sagte u. a., der Tag der Verfassung solle ein Tag der Selbstbesinnung unseres Volkes und seiner Einkehr fein. Er beklagte es, daß dieser Tag noch nicht allgemein von allen Volksgenossen gefeiert werde.Wir die rotr mit Verständnis und Liefe an der deutschen Republik hängen, sehnen den Tag herfei wo das ganze Volk er­kennt, daß diese Verfassung ein Werk des deut­schen Geistes ist." Die Weimarer Verfassung habe die Einheit des Deutschen Reiches erhalten und unser Reich vor einer undeutschen Staats­form bewahrt, die und von Osten her aufge- Fwungen werden sollte.Auf Grund der Wei­marer Verfassung, nicht mehr gehermnt durch dynasttsche Interessen, die oft die Einigung der Deutschen schwer geschädigt und unmöglich ge­macht haben, ersehnen und erkämpfen wir fen Zusammenschluß aller Deutschen auf Gr ind des Selbstfestimmungsrechts der Völker unter fen Farben Schwarz-Rot-Gold. Wir stehen, bewußt einblickend in die politischen Verhältnisse, in der Liefe des freien Mannes zu der deutschen femo- krcttischen Republik und sind entschlossen, sie zu verteidigen gegen alte, die sie stürzen wollen." Schwarz sei das Schicksal des deutschen Volkes, Rot sei die Liefe zu allen deutschen Volksbrüfem und --Schwestern innerhalb und außerhalb des Reiches, Gold sei die Tat, die tatfrohe Hoffnung. Schwarz--Rot-Gold: ein Ausfluß der tatfrohen Hoffnung, daß sich die Republik stützen solle auch auf die Fäuste, wenn es sein müsse, jedenfalls aber auf die Liebe des Volkes. Die Demokratie sei die geschlossenste Form zur nationalen Selbstbehaup­tung der Deutschen, die gleichgeachtet und gleich- feiechttgt unter den Völkern der Welt stehen wollten.Wir nehmen diesen Tag nicht leicht, sondern wir sehen an ihm die ungeheuren Auf- gaben erst recht vor uns, die wir noch erfüllen müssen. Der Tag von Weimar soll uns ver­pflichten, die Augen für die Zukunft zu offnen. Hierauf nahm der Redner die Weibe der Fahne der Gießener Ortsgruppe vor. Rachdem der leb­hafte Beifall, der auch dieser Rede folgte, ver­klungen war, folgte ein Treugelöbnis der Orts- gruppen-Mitglieder, dann fang der Arfeiter- Sängerchor, hierauf erhob sich die Versammlung au Aufforderung des Vorsitzenden zu Ehren der Ge­fallenen von fen Sitzen und verharrrte in kurzem Schweigen. Mit einem Hoch auf die Republik und Frei-Heil" - Rufen auf das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold fand die Kundgebung dann ihren Abschluß.

Am Nachmittag fand ein Aufmarsch auf dem Drandplatz statt, wo zwei Ansprachen gebalten wurden. Von hier aus setzte sich dann der Festzug durch die Stadt in Betonung, in dem neben der

Fahne der Ortsgruppe noch zahlreiche andere schwar^- rot-goldene Fahnen und Fähnchen mit­geführt wurden. Auf der Liebigshöhe folgte nach Ankunft des Zuges ein Volksfest.

In den Straßen der Stadt sah man die neuen Reichs färben an öffentlichen Gebäuden und an verschiedenen Privathäusern. x

Dom Fliegerlager auf der Wasserkuppe.

(Von fern Spezialferichterstatter fedGieß. Anz.) H).

Wasserkuppe, 5. Aug. 1924.

Der zweite Tag fängt recht hoffnungsvoll an. Das Wetter hat sich gebessert. -Ueferall sind fleißige Hände am Werk, die letzten Vorbereitun­gen zu treffen für die Unterkunft der zahlreich angemelfeten Flugzeuge. Heber 100 sollen bis jetzt angemelfet sein, davon etwa 25 mit Leichtmvtvren. Durch die Beteiligung dieses letztgenannten unter­scheidet sich der diesjährige Wettbewerb prinzipiell von den vorhergehenden. Darüber wird später noch verschiedenes zu sagen sein. Lastautos bringen andauernd neue Flugzeuge, die in den Montage­hallen oder in besonderen Zelten montiert werfen. Flugbereit ist anscheinend noch keines der bereits angekommenen. Daher hat der Meßtrupp Muße, sein Heim behaglicher zu gestalten, insfesonfere wird quer durchs Lager ein Kabel verlegt, um Anschluß an daseleftr. Kraftwerk" zu erhalten. Am Abend erstrahlen denn auch unsere sämtlichen Gemächer in feenhafter elektrischer Beleuchtung. DasKraftwerk" wird dargestellt durch zwei Doschaggregate von je 1 KW, bestehend aus je einem Benzinmotor, gekuppelt mit einer, kleinen Dynamomaschine. Voriges Jahr waren zwei solcher Aggregate von den physikalischen Instituten der Universitäten Frankfurt und G i e ß e n leihweise zur Verfügung gestellt worden. Für dieses Jahr wurden zwei angekauft.

6. August 1924.

Schon in aller Frühe hort man wieder das melodische Trommeln der Regentropfen und dreht sich mit einem Seufzer noch einmal auf die anders Seite. Bei solchem Wetter hat das Aufstehen keine Eile. Selbst das Läuten der Frühstücksglocke vermag keine Beschleunigung hervorzurufen.^ Sehr bald aber klärt der Himmel auf und das schönste Flugwetter stellt sich ein. Schon um die Mit­tagszeit geht das Gerücht um,Breslau" wolle stiegen. Da aber auf offizielle Anfrage die Sport- leitung diese Möglichkeit verneint, widmet stch der Meßtrupp eifrig seinen verschiedenen Instrumen­ten, um etwaige verborgene Mängel zu entdecken, eventuell Korrektionen anzubringen usw.

Wir sind dieses Jahr sehr gut ausgestattet, besonders an Entfernungsmessern. Deren sind fünf vorhanden: kleine tragbare, ehemalige Jnfan- terieentfernungsmesser, und größere, bis zu solchen von zwei Meter Basis, mit denen Entfernungen bis zu 20 Kilometer gemessen werden foimen. Diese sind natürlich unser größter Stolz. Alsbald um­gibt uns eine dichte Zuschauermenge, unter denen sogar Gießener Ausflügler sind, die mit mehr ober minder Verständnis unsere Versuche diskutiert, markante Punkte der Umgebung: Kreuzberg, Wachtkuppe, Ebersburg und Milseburg anzu- schneiden, und die Angaben der verschiedenen In­strumente untereinander und mit der Karte zu vergleichen.

Während wir uns so abntüfen, sind doch zwei Maschinen aus ihren Hallen gebracht worden: und auf fern Schul hang, so genannt, weil dort die Schulflüge stattftnfen, machen je ein Weltensegler und ein Breslauer Flugzeug ihre ersten Sprünge. Wir kommen noch gerade recht, um fest zustellen, daß der größte dieser Sprünge 420 Meter lang ist.

7. August 1924.

Wunderbares Fliegerwetteri Ueferall vor fen Zetten ein emsiges Treiben. Hier wird die Ver­spannung eines Doppeldeckers nachgeprüft, dort Höhen- und Seitensteuer angesetzt und bald ist Breslau Nr. 70 wieder auf fern Wege 3 um Sportplatz. Der erste Sprung ca. 600 Meter mit Führer allein, der zweite über 700 Meter mit Führer und einem Passagier.

Bei einigermaßen gutem Wetter werden letzt laubig derartige Probeflüge erfolgen. Sie dienen mehr Schlttmgszwecken, als zur Aufstellung von Rekorden. Dr. H. M.

Strafkammer.

Gießen, 8. Aug. Der Kaufmann Julius Ohlig und der Schlosser Paul Detzer, beide aus Frankfurt a. M., erschienen im September 1921 im Gaben fes Zeugen Stein harbt in Friebberg. Sie ließen sich verschiedene Hemden vorlegen, jedoch ohne zu kaufen. Kaum waren sie fort', ba merkte fer LafeninHafer, daß ein Pack Handschuhe, fer zuvor noch auf fern Laden­tisch gelegen hatte, verschwunden war. Die sofort benachrichtigte Polizei nahm die beiden zw.schen Friefergd und Bad-Nauheim fest. Die Hand­schuhe fand man nicht fei ihnen. Wohl aber wurde ein Teil fer Verpackung der Handschuhe auf fern Weg gefunden, fen die Angeklagten ge­nommen hat en. Trotz sehr erheblicher Verdachts- Momente, insbesondere verbüßt Detzer zur Zett wagen Diebstahls 7 Jahre Zuchthaus, sprach die Strafkammer ebenso wie das ersti.mrzliche Ge­richt frei, da ein gänzlich lückenloser Beweis bei fern Bestreiten fer Angeklagten nicht er­bracht war. .

Wegen Preistreiberei wurde der Eier- und Geflügclhändler Wilhelm Scheuermann wrs Gettenau zu einer Geldstrafe von 50 M k. und toei Tagen Gefängnis ^urteilt. Die letzteren würfen in eine Geldstrafe von 20 Mk. umgewandelt. Die erste Instanz in Nidda ha,: e freigesprochen. Die Strafkammer Helt I d ch nach längerer Beweisaufnahme für ertote en bah fev Angeklagte im Dezember 1923 Gänse in der Wet­terau zu Preisen aufgekauft htt fee fee ortsub» lichen Preise weit überstiegen. Sch. war um des- willen in der Lage, höhere Preise zu bieten, weil er damals feine Ware in Köln afeetzte wo fer Preisstand ein höherer war als in Frankfurt.

Der Maurergeselle Karl Harres von Le- derbach hatte im Winter 1920 21 im Bezirk fer Oferförfterei Romrod Holz gefrevelt. Das Ge­richt in Alsfeld batte das Verfahren wegen Ver­jährung eingestellt, ba damals angenommen tourte, bah das gefrevelte Holz einen Wert von unter 15 Mk. fette und es sich somit nur um eine Forstentwendung handelte, die einer kur^n Ver­jährungsfrist unterliegt Durch ein Gutachten fer Forstfehärfe wurde vor der Strafkammer fest- geflellt, daß fer Wert 15 Mk. überfliegen hatte.

*) Dergl. Nr. 183-

DeSfelv wurde H wegen Diebstahl S zu drei Tagen Gefängnis verurteilt, umgewandelt in eine Geldstrafe von 30 Mk

Der Bürgermeister der Stadt Friedberg hatte durch Bekanntmachung vom 25. Mai 1923 u. o. bestimmt, daß die Hauseigentümer berechtigt sind, die Betriebskosten, wie Grund- und Gebäufe- fteuer, Brandversicherungsbeitrag. Versicherungs­beiträge, Schornsteinfegergebüfeen, Was'ergeld und Beträge für Müllabfuhr auf die Mieter in fer tatsächlichen Höhe auszuschlagen. Hiergegen wandte sich eine Dekanntmachung fer Mieter- t>erei nigung vom 30. 6. 23, veröffentlicht in fernOberhessischen Anzeiger". In ihr würfen die Mieter aufgefordert, die Beträge nicht zu be­zahlen, mit Ausnahme des Wassergelfes und fer Wohnungsbauabgabe. Der Vorsitzende der Mie­tervereinigung, Karl Fr. Bauer von Friedberg, wurde hierauf unter Anklage gestellt, weil er durch die fragliche Annonce zum ilngeferfam gegen eine rechtsgilllge Verordnung aufgeforfert habe. (§ 110 St.G.D.) Die erste Instanz verur­teilte. Die Etvaftammer hob jedoch auf Beru­fung das Urteil auf unb sprach frei. Sie ging davon aus, daß nach fern Reichsmietengesetz die genannten Betriebskosten in Hunfertsätzen als Zuschläge zu den Mieten festzusetzen waren. Die Bestimmung, wie die Stadt Friedberg sie ge­troffen hatte, hielt sie deshalb nicht für rechts- giltig. Daran änderte nichts, daß bei der dama­ligen ständigen Gelbenttoerlung eine prozentuale Astsehung im voraus auf große Schwierigkeiten stoßen mußte. Der Angeklagte hatte somit nicht zum Ungehorsam gegen einerechtsgiltige Verordnung" aufgefordert.

Turnen, Sport und Spiel.

Handball.

Noch vor zehn Jahren hat man kaum etwas vom Handballspiel gewußt. Die Deutsche Turnerschaft hat früher zwar eine Reihe von Ballspielen betrieben, welche den Spielgedanken fes Fußballspiels auf ein Fangspiel nur mit den Händen zu Überträgen suchten (Korbball, Raffball, Torball, Turmball u. a. m ), aber alle diese Spiele vermochten sich nicht durchzusetzen. Endlich gelang es fern verdienten Frauen turn wart fes Turnkreises Brandenburg, Heiser, die Re­geln für ein Spiel zu finden, das geeignet war, das bis dahin fehlende Winterspiel für Turner und Turnerinnen zu schassen. Er griff aus den Regeln für Fußball, Rassball und Korbball be­stimmte Eigenarten heraus, die er bann auf fer Basis, daß nur mit der Hand gespielt werfen durfte, neu aufbaute. Handball ist nach den Regeln Heisers zum erstenmal kurz vor fern Krieg unb dann in verstärktem Maße auch während des Krieges zunächst als Frauenspiel im Berliner Turnrat gespielt worden. Von Anfang an war man darauf bedacht, Runfenspiele einzurichten, und zwar in Klassen für Geübtere und Anfänger. Durch Sonder- und Mustervorführungen bei ge­eigneten Gelegenheiten wurde für die Ausbrei­tung des neuen Spieles geworben. Nach Kriegs­ende nahm fer Kreis Brandenburg das Handball­spiel mit größtem Nachdruck auf. Er vervollkomm­nete die Regeln, schuf einen besonderen Hand­ballausschuß und richtete nach dem Vorbild des Fußball-Verbandes einen geregelten Spielbetrieb ein. Die Deutsche Turnerschaft hat diese Arbeit fort geführt und farm jetzt mit Freude fest stellen, daß durch das Handballspiel in viele ihrer Ver­eine ein ganz neues Leben gekommen ist. Den besten Beweis für die schnelle Entwicklung dieses Spieles zeigen die Deteiligungszissem allein der Turnvereine: 1921 waren es 450 Mannschaften, 1922 schon doppelt soviel, 1923 gar schon 1900, unb im abgelaufenen Spieljahr haben nicht weni­ger als 3212 Mannschaften nachweislich an fen Hcmdball-Spielveihen in den Turn kreisen fer D. T. teilgenommen. Das sind Zahlen, die man nicht für möglich gehalten Hütte. Entgegen fern ersten Urteil Hafen auch die Sportverbände sehr schnell ihre Ansicht über bas Handballspiel geändert. Die Deutsche Sportfehörde für Athletik hat den Wert dieses Spieles bald erkannt unb sucht es in allen ihren Vereinen einzuführen. Auch hier ftnbet Handball überall Anllang, wenn auch die Mann- schaftszahl naturgemäß nicht entfernt so groß sein kann wie die fer Turner.

Dem Handballspiel ein besonderes Lob zu reden, ist überflüssig. In höherem Maße als Fuß­ball arbeitet es den ganzen Körper gleichmäßig durch und verbindet damit die Erziehung zu all den geistigen und seelischen Eigenschaften, fee in fern Kampfspiel liegen. Was ganz besonders her­vor gehvfen werden muß, ist die Tatsache, daß Handball auch das Kampfspiel der Frau geworfen ist. Im Gegensatz zum Fußballspiel, von dem keiner seiner Anhänger behaupten wird, daß es sich auch für Frauen eignet, zeigt schon die Tat­sache, daß der Schöpfer des Handballspiels ein grauen tu nraxtrt war und Turnerinnen es zuerst pflegten, daß es für sie in erster Linie gedacht war. Viele Hunderte von Frauenabteilungen spielen denn auch heute Handball, und zwar mit einer Leidenschaft, tote sie kein «Spiel, kaum das Turnen selbst, in ihnen erweckt hat. Im Frauensport ist hierdurch eine schlimme Lücke ausgefüllt wvrfen. Die weitere Tatsache, daß Handball jetzt auch neben fern Faustball das meistgepflegte Spiel der Turner ist, deutet darauf hin, daß hier mehr als nur eine neue Spielart geschaffen worden ist, näm­lich ein nationalesSpielfürMannund Frau, für Junge und Alte. Handball ist das Spiel mit der jüngsten Vergangenheit: wer weiß, ob es nicht das Spiel der Zukunft wird?

Tillh £tnbt vorn Gießener Schwimmberein bei fen Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin siegreich.

Arn Samstag gelang es Frl. Arn d t bei fen Deutschen Schwimmeisterschaften unter sieben Bewerberinnen im Rückenschwimmen über 100 Bieter den dritten Platz in fer Zeit von einer Minute und 36 «Set. zu belegen. Am «Sonntag wurde die Deutsche Meisterschaft im Brustschwim­men über 100 Meter ausgetragen: hier konnte Frl Arndt unter 13 Bewerberinnen als »weite «Siegerin in 1 Win. 33 «Set hinter Frl. Murray-Leipzig, fer langjährigen Deutschen Mei­sterin, feitet Ziel gehen. Frl. Murray stellte in 1 Kl in. 31 Sek. einen neuen deutschen Rekord auf. Frl. Ävndt war es auch möglich, fen alten deut­schen Rekord zu drücken.

13. Deutsche Meisterschaftsregatta.

Frankfurt a. M., 10. Aug. (WB.) In Anwesenheit einer nach Tau'enden zählenden Zu­schauermenge sand heute hier die 13. deutsche Meisterschaftsregatta statt, die einen we­nig zufriedenstellenden Verlauf nahm. In allen 5 Meister'chaftsrennen ereigneten sich Kollisionen ober sonstige Zwischenfälle, wie Um 1 erlagen usw., so bah ein einawandfreier Verlauf fer Rennen

nicht gegeben war. Im allgemeinen waren blf süddeutschen Mannschaften fen norddeutschen über­legen. .

1. Vierer ohne Steuermann (Wer« sterschaft): 1. Franks.Germania" 6,01,1, 2. Offen« bacherUndine" 6,03.

2. Einer (Meisterschaft): 1. Franks. Rufer« verein (W. Flinssch) 7,10, 2.Germania" Segel« Berlin (E. Reinhold) umgeschlagen.

3. Zweier ohne Steuer (Meisterschaft) Alemannia" Hamburg, Kölner Klub f. Wasser­sport undVictoria" Berlin abgestoppt.

4. Doppelzweier (Meisterschaft): Frank­furter Ruderverein, FrankfurterGermania" auS geschlossen. _

5. Achter (Meisterschaft): 1. Berliner Ru­ferclub Sport-Borussia, Mainzer Ruberverein in Führung liegend wegen Bvotsdefekt auf gegeben. Kölner Club für Wassersport nicht geftautet.

3n fen eingeschobenen Rennen Hegten: 3 u nivr-Vierer. 1. Heidelberger Ruferclub 6 17 2. Ludwigshafener Ruderverein 6,17,2, 3 Rui er Club ,,'Hansa" Dortmund 6,30. Junior-Ach­ter: 1. FrankfurterGermania" 5,53,6, 2. Ka steler Rufergesellschaft 5,54. 3.Hansa" Dortmund 5 55. Senior-Achter:* 1. Würzburger Ru- dergesellschaft 5,54,4, 2. Franks.Germania" 6,03

Aus aller Welt.

Handgranalen-Explosion In einem Eisenbahnzng

Braunschweig, 10. Aug. (Privattelegr.) Vergangene Nacht explodierte in fern Zuge Bad HarzburgBraunschweig im Abort eine Wagens vierter Klasse eine Handgra­nate. Ein in fern Raum sich aufhaltender, bisher unbekannter Mann wurde getötet. Fünf Per­sonen wurden verletzt. Die älrsache des llnglucks- salls ist noch nicht aufgeklärt.

Eine neue deutsche Flugverkehrs-Linie.

Berlin, 9. Aug. (WTD.) 3unter«» flugzeuge werden am Montag fen Passa­gier- und Postverkehr auf fer Strecke Berlin-Dresden-Fürth aufnehmen. 3n Fürth besteht in beiden Richtungen unmittelbarer Anschluß an die Linie Frankfurt-München, so daß die Strecke Berlin-München in 6 Stunden zurückgelegt werden kann.

Todesschuß eines Kunstschühen.

Berlin, 11. Aug. Durch einen unglück­lichen Zufall schoß gestern nachmittag auf einem Berliner Rummelplatz ein Kunst schütze seinem Partner bei fer Vorstellung eine Kugel in den Kopf. Nach Angabe fes Kunssschützen soll fer llnglücksfall auf eine Lade- hemm un g fes Gewehrs zurückzuführen fein. Der Verletzte starb auf fern Wege zum Kran­kenhaus. Ter Kunstschühe wurde verhaftet.

Ein Erzschwindler.

Aachen, 9. Aug. (WTB.) Der Reisende Robert Schwarz war, wie gemeldet, nachts in einem Zuge auf der Strecke MünchenGladbach Aachen ohne Kleider aufgefunfen wvrfen. Die hiesige Kriminalpolizei konnte Schwarz nachweisen, daß er die Sache selbst in Szene gesetzt hat. Zu diesem Scheinmanöver dürfte er durch Betrügereien veranlaßt worden fein, die er verübt hatte: er hatte Gelder zu kassieren, die ihm angeblich auf fer Eisenbahnfahrt geraubt worden sind. Wettere Erhebungen über die Beweggründe zu dieser Komödie sind im Gange.

Otlanartigct Sturm aus dem Bodensee.

Friedrichshafen. 10. August. Heute herrschte auf fern Bodensee ein orkan­artiger West stur m, der an fern ganzen deutschen Ufer fes Sees großen Schaden anrichtete. Zwei 3nsassen eines Bootes, ein Major a. D. namens Hu m m el und seine 10jährige Nichte, wurden über Bord gefpült und ertranken, während der Sohn fes Majors im Boot aus dem Wasser trieb unb erst am Morgen geborgen werfen konnte.

Schwere Wetterkatastrophe in Südslawien.

Laibach, 9. Aug. (WTB.) Heute nacht ereignete sich in fen Tälern von Sora und Save eine gewaltige Wetter kata st r 0phe. 3nfolge mehrerer Wolkenbruch? stieg das Wasser innerhalb einer Stunde auf fünf bis sechs Meter. Zahlreiche Häuser wurden fort- gerissen, alle Sägewerksmühlen und Fa­briken in bet Umgebung von Beschvflack unb Dillichgratz wurden vernichtet: in einzelnen Häu­sern werfen ganze Familien vermißt. Dis heute abend wurden 13 Leichen geborgen.

Explosion in einer Pulverfabrik.

Palermo, 9. Aug. (WB) 3n der Ge­meinde Villa Abata explodierte aus un­bekannter Ursache eine private Pulverfabrik, wobei mehrere Gebäude der Fabrik unb andere Häuser fer Umgebung schwer beschädigt wurden. Es wurden vierPersvnengetötet unb fünf schwer verwundet.

Eine Schießübung mit unglücklichem Ergebnis.

Warschau. 9. Aug. (WTB.) Während der Schießübungen fer Feldartillerie in der Vor­stadt Kernbertowo bei Warschau explo­dierte ein Geschoß über einem Schützen­graben. worin Soldaten der Unteroffizierschule und fes *30. Infanterieregiments sich befanden. Zwei Soldaten wurden getötet, zwei verletzt.

3m Polareis abgetrieben.

Londo n, 9. Aug. (WTD.) Einern Tele­gramm aus 3s land zufolge geriet das dä­nische Regierungsschiff, das fen auf fern Flug um die Welt begriffenen amerikani­schen Fliegern Proviant bringen sollte, in Eis und wurde abgetrieben.

Groh« Ueberschwemmungen in Japan und China.

Tokio, 9. Aug. (Wossf.) Nach Dlätterrnel- bungen tarnen durch die Ueberschwernmung in Formosa 700 Menschen ums Leben, 10000 Häuser wurden zerstört.

Neu York, 9. Aug. (Durch Funkspruch.) Nach einem Telegramm aus Peking sind infolge von schweren Regengüssen Hunderte von Dor­fe r n in den Flußgebieten Nordchinasüber­schwemmt.

Verantwortlich für Politik und Feuilleton: 3. V.: Heinz Gorrenz.

Kranksein? Nein! SÄÄÄ

Der 'Beföftigung Juwel' Qeifits von Heftles RmdevmefiL