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Montag, n. August 192$

N4- Zayrgang

Erster Blatt

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig: für Re­klame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20*/o Auf­schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Deutschland bricht zusammen I

Sta vorzüglicher Hochachtung

bin ich Ihr sehr ergebener UDr. Flügge, Sen^spräsident o. D.

Ein Abkommen mit der Repko.

London, 10. Aug. (WTD.) Gestern wurde zwischen der deutschen 'Regierung und der Repk) ein Abkommen abgeschlossen, das die formalen Bestimmungen für die Inkraftsetzung des Sachverständigenplans enthalt. Das 2lbkommen greift in keiner Weise den Er­gebnissen der Londoner Konferenz vor. sondern wird hinfällig, wenn zwischen der deutschen Regierung und den alliierten Regierungen auf der Londoner Konferenz keine Aetereinstim- munq für die Inkraftsetzung des Sachverständigen- Plans erzielt werden sollte. Die 'Repko hat be­schlossen, sofort nach Paris zuruckzu- k ehren. r z _

-Rach dem Londoner Berichterstatter von H a - vas enthält das Protokoll: .

1 die Verpflichtung der deutschen Regierung, die dem R e i ch s t a g zu unterbreitenden Orgam- sattonsgesehe betteffend die Notenbank und die Industrie- und Eisenbahnobligattvnen sowie ferner die Empfehlungen der Sachverständigen betreffend eine Kontrolle der verpfändeten Einnahmen durch- zuführen,^ Verpflichtung der Reparationskommis­sion die 800-Millivnen-Goldmarkanleihe zu för­dern und den für die Ausführung des Sachoer­ständigenplanes erforderlichen finanziellen Aus­gleich vorzunehmen (Zahlungsvvrschriften für die Liebergangszeit, die Desahungskosten usw.);

3 eine Bestimmung, auf Grund deren die Ver­tragsparteien sich verpflichten, sämttiche Sttei- ttgkeiten über die Auslegung des Protokolls vom 9 August sowie des Sachverständigenplanes selbst einer schiedsgerichtlichen Entschei­dung zu unterziehen:

Das Ergebnis der Pariser Reise Herriots.

Der Ministerrat billigt einstimmig die Bedingungen Herriots für die Fort­führung der Londoner Besprechungen.

den würden.

Serrtot fofte schließlich di- L-ge W-m- mm uni> ftiiBte sich r»ck-, nam-ntsich-ms !°m. petente Ansicht des Marschalls F o ch. Die Minister und der Präsident der Republik schlossen sich dem Standpunkt des Mrn rsterp ra s i den len einstimmig an. Wenn man sich an das offizielle Cvmmunique hält ©eneral sollet defe Einstimmigkeit nicht durchbrechen wol­len und sich «chenfalls der

Kollegen angeschlossen. Herrrot bestätigte dreRach- richt^dah b^chlossen worden ser, daß auf die Lon­doner Konferenz eine weitere Konferenz folgen werde, die die Regel u n g d er int er - alliierten Schulden zum Gegenstand haben soll. Sie werde erst in der z we r t en R c v em ber hälfte, das heißt nach denameri- kanischen Wahlen einberufen tr^en. so daß die Vereinigten Staaten daran t^lnehmen rorrnten.

Der amtliche französische Bericht.

Paris, 10. Aug. Das offizielle Kom- muniquee, das diese Nacht um 1.30 Ahr bei Schluß des Ministerrats ausgegeben wurde, hat folgenden Wortlaut:

Der M i n i st e r p r ä s i d e n t und seine Kol­legen C l 6 m e n t e l und General Nollet, die heute die auf der Londoner Konferenz zur De­batte stehenden Probleme in ihren verschiedenen Elementen übersehen, haben den Ministerrat da­von unterrichtet, unter welchen Be­dingungen die Verhandlungen lhren Fort­gang nehmen. Der Ministerrat hat ihnen einstimmig seine volle Zustimmung erteilt. Herriot, Clemente! und General Rollet reisen heute, Sonntag, nach London zurück.

Der Verlauf des Ministerrats.

Paris, 10. Aug. (WTB.) Leber: den Ver­lauf des heute nacht von 10 Ahr bis 1.30 Ufjr ate gehaltenen Ministerrats berichtet derMatm .

Als der Ministerrat zusammentrat, stan­den zwei Auffassungen einander gegenüber, eine, nach der die ^umung des Ruhrgebiets nicht nur von dem effektiven ginn der Erfüllung des Sachverstandigcnplanes abhängig zu machen, sofern auch mit dem französischen S i ch e r h e i t s p r o b lem und dadurch mit der M i l i 1 a r ko n t r o l le in Deutschland und der Abrüstung Deutschlands in Verbindung zu bringen ist, die andere, daß der Wortlaut des Versailler Vectra ge s und die Erklärungen der voraufiiegangenen Re­gierung Frankreichs die Begleichung der Repa­rationen sichern und daß die völlige Räumung der seit dem .11. Januar 1923 besetzten Gebiete lediglich von der Ausführung des Sachverständigenplanes abhängig zu machen ist. Der letzteren Auffassung entsprach auch der französisch-belgische Räumungsplan, der der Konferenz unterbreitet worden ist. Zwischen die- fen teiten Lösungen hatte der Ministerrat zu wählen. Der Präsident der Republik betei­ligte sich aktiv daran.

Der K r i e g s m i n i st e r legte ore Gestchts- punkte bar, die er bereits m London dem Mi nisterpräsidenten auseinandergeseht tette, von de- nen er jedoch wußte, daß sie nur sehr chwer die Zusttmmung der übrigen Kabinettsmitglreder frn-

Ein deutsch-französischer Garantiepakt?

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 11. Aug. In unterrichteten Kreisen verlautet, daß die Reichs reg ier un g gegenwärtig an einen Vorschlag arbeitet, der den Abschluß eines deu ts ch-f ranzo s i- schen Sicherheitspaktes vvrsieht. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Reichskanzler Dr. Marx und Minister Dr. Stresemann den franzöftschen Minister-Präsidenten nach Rückkehr aus Paris den Vorschlag unterbreiten werden, zwischen den bei­den Staaten einen Friedenspakt abzuschlie­ßen und so der französischen Regierung die Mög­lichkeit zu bieten. fürdiemilitärischeRau- mung des Ruhrgebietes eine Unter­lage zur Sicherheit Frankreichs in der Hand zu halten, die mehr Gewähr für die Aufrechterhaltung des Friedens bietet, als es jemals Gewaltakte wie die Besetzung des Luhr- gebietes erreichen können, i

Die Regelung der Amnesttefrage.

Wie der Sonderberichterstatter des Wolfs - bureaus in Konferenzkreisen erfährt, ist das von den Delegattonschefs mit der Behandlung der Amnestie frage bettaute, aus einem deutschen, einem französischen und einem bel­gischen Sachverständigen zusammengesetzte Iuristenkomitee am Samstag in später Abendstunde zur Regelun gder Amnestte­frage gelangt. Danach erstreckt sich die Am­nestie auf alle politischen Hand­lungen, die in den besetzten Gebieten seit Beginn der Ruhrbesetzung begangen worden sind, und ferner auf alle Zuwiderhand­lungen gegen die Befehle, Erlasse und son- sttgen Anordnungen der Besatzungsbe­hörden und der deutschen Behör­den. Alle hiermit zusammenhängenden Stra­fen werden erlassen und es dürfen feint neuen verhängt werden. Ausgenom­men von der Amnestie sind nur solche Per­sonen, die Verbrechen gegen das Le­ben mit tödlichem Erfolg began-

Dieses Schuldbekenntnis ist der deutschen Re­gierung und der deutschen Nattonalversammlung in Weimar abgepreßt worden! In einer Zeit, in der das deutsche Volk heimgesucht war von der furchtbaren Not des entsetzlichsten aller Kriege, tn der es keine deutsche Familie gab, bei der nicht der Tod eingekehrt wäre, in der die Kämpfe der Revolution Deutschland erzittern ließen in dieser Zeit haben sich vor den Drohungen un­serer Feinde, Krieg. Blockade, Aushungerung fvrt- zusehen und Deutschland gänzlich zu zerstören, und in der Hoffnung, so bessere Frietenstedin- gungen für Deutschland zu erhallen, Männer ge- firnten, die das Schuldbekenntnis abgelegt haben.

Das Schuldbekenntnis ist unwahr, ist eine Lüge!

Tiefer und tiefer ist Deutschland seitdem tn Not und Elend hineingeführt. Anser Heer ist entwaffnet. Auf deutschem Boden, an Rhein und Ruhr stehen mitten im Frieden unsere Feinde, wir müssen es schweigend dulden. Untere Industrie ist dem Untergänge nahe. Ansere Landwirtschaft I nicht mehr imstande, uns zu ernähren. Ansere Arbeiterschaft arbeitslos und brotlos. Ansere Greise verhungern. Ansere Frauen brechen zu­sammen. Ansere Kinder darben. Not und Elend, wohin wir blicken.

Als Sie 1909 in Berlin waren, führten wir Sie in die Hellstätte in Beelitz, wo die kranken Arbeiter und Arbeiterinnen verpflegt wurden. Sie freuten sich damals, wie gut sie es hätten. Nun so gut, wie es damals diese Aermsten der Armen hatten, so gut lebt heute in Deutschland von hundert, ja vielleicht von tausend Men­schen kaum einer!

One God's prvtecttng Hand we vwn and praise" (Wir kennen und Preisen ein es Gottes schützende Hand") heißt es auf der Glückwunsch­karte, die Mr. Henderson und Mr. Stead mir geschickt haben. Ich weih es, Herr Ministerpräsi­dent, Sie sind ein ernster Christ. Ich hoffe, es auch äu fein. Ich spreche zu Ihnen als Christ zum Christen. Hören Sie mich! Deutschland kann die Last nicht tragen, die man ihm auflegen wlll!

4 einen allgemeinen Vorbehalt des Inhalts, daß jede Partei ihre Handlungsfrei­heit wiedererhält, falls die 800-Mtllionen- Goldmarkanleihe nicht zustande kommt.

Nr. 181

Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit ö. Samstagsbeilag«: GießenerFamilienblütter

Monats vezugrpreir:

2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51.

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Offener Brief an Mr. Macdonald, Premier des Britischen Reiches

Berlin, anfangs August 1924.

Herr Ministerpräsident!

Dor mir liegt eine Glückwunschkarte, die mir Neujahr 1910 zugegangen ist. Es heißt darin: Whit best wishes for the New Pear and wtth happiest recollections of the visit of the Labour Members of the British Parliarnent to ©er» manh, Whit sun tibe, 1909. (Mit den besten Neujahrswünschen und mit freundlichster Erinne­rung an den Besuch des Arbeitsausschusses des Britischen Parlaments in Deutschland, Pfingsten 1909). Darunter ist der Anion Jack und die deutsche Flagge abgebildst, unter denen zwei Hände fest ineinander liegen Deutschlands und Englands Hand darunter stehen die Namen von Mr. Arthur Henderson, Ihrem freunde, und Mr. F. Herbert Stead, über dessen Grab heute die Wogen des Ozeans rauschen Brow­ning Hall, London, S. E.

Darf ich Sie an diesen Besuch erinnern, Herr Ministerpräsident, den kurz nach Pfingsten 1909 etwa dreißig Mitglieder der Labour Party in Berlin abgestattet haben? Auch Sie waren dar­unter und Ihre Gemahlin, und ich hatte als Vor­sitzender des Berliner Empfangsausschusses die Ehre, Sie zu führen. ,

Sie und Ihre Freunde kamen damals nach Berlin, nachdem kurze Zeit zuvor eine Abordnung hervorragender Deutscher in London gewesen war, um Zeugnis dafür abzulegen, daß Deutschland willens sei, unter allen Amständen Frieden zu halten. Nun erwiderten Sie den Besuch, um zu erklären, daß auch England den Frieden wolle.

Sie wurden mit Jubel bei uns ausgenom­men. Im Reichstagsgebäude fand ein Festmahl statt. Der Präsident des Reichstages begrüßte Sie. Die Reichsregierung hatte Herrn von Beth- mann-Hollweg abgeordnet, der damals noch Vizekanzler war, aber dicht vor seiner Ernennung zum Reichskanzler stand. Er sah zu ihrer Rechten, als Sie in flammenden Worten das Treiben der 'Kriegshetzer geißelten. Ich sehe Sie in der Er- | innerung noch deutlich, wie Sie m heller Ent­rüstung eine kriegshetzerische Zeitung ergriffen, aus der Sie vorgelesen hatten es war keine deutsche, Herr Ministerpräsident! es war nach meiner Erinnerung eine englische, aber man braucht das hier erst nicht zu sagen, auch ist es möglich, daß, sie einen französischen Artikel wieder- gab zusammenknitterten und voll Zornes mit den Worten:3t is shamefull" Es ist schänd­lich auf den Tisch warfen.

Anmittelbar nach Ihnen erhob sich Herr von Dethmann und erklärte mit feierlichen Worten die volle Zustimmung der Reichsregierung zu dem, was Sie gesagt hatten, unverbrüchlich wolle Deutschland und seine Regierung den gnetem Nie­mals werde Deutschland ein anderes Land über­fallen. ,r _

Haben Sie an diesen Worten gezweifelt, Herr Ministerpräsident? Nein! Herr von Dethmann hat sein Wort gehalten! Weder er noch der Kaiser, noch das deutsche Volk hat zu irgendeiner Zett den Krieg gewollt.

Aber das Schuldbekenntnis, das Deutschland tm Vertrage von Versailles abgelegt hat?

GietzeimAMger

General-Anzeiger für Gderhessen

vrvck und Verlag: Vrühl'sche UnivKfiläls-Vuch- und Steinbruderei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllftrahe 7.

genhaben. * Ä .

Die ursprünglich vorn Zweiten Komitee gefaßten Beschlüsse hatten wesentlich an­ders abgesehen. Die Begnadigung der Deut­schen sollte dem Ermessen der fran- zösischen und der belgischen Re­gierung überlassen bleiben. Ferner war darin ein wichttger Vorbehalt wegen der g?- gen die Sicherheit der Besatzungs- truppen gerichteten Handlungen gemacht worden, was natürlich ein sehr dehnbarer Be­griff ist. Endlich sollten die an Sabotage, alten beteiligten Deutschen von der Am. nestie überhaupt ausgeschlossen bleiben« In allen diesen Punkten hat das Juristen- komitee sich auf den Standpunkt Mac­donalds gestellt, der erklärte, beide Par. teien müßten in der Amnesttefrage durch alles Vergangene einen energischen Strich machen. Gegen Freigabe aller wegen politi­scher Vergehen von den Franzosen bestrafter Deutscher werden auch die wegen Hochver­rats verurteilten Separatisten begnadigt werden. , . ,

In den Amnesttebesttmmungen wird aber ausdrücklich festgestellt, daß beide Parteien Übereinkommen, daß künftige Prozesse wegen etwaiger neuer hochverräteri­scher Handlungen in den besetzten Gebieten entsprechend ter deutschen Gesetzgebung durchgeführt werden. Die Beschlüsse des 3u- ristenkomitees bedürfen noch formell der Genehmigung durch die Vvllkonferenz. Sie bedeuten kurz gesagt die Freiheit für alle in Gefangenschaft befindlichen Deutschen und die Wiederher st ellungderdeut- schen Iustizhoheit in den besetzten Ge­bieten. ____________

Berichtigung.

Der Druckfehlerteufel, der angesichts ter Fortt dauer des Kriegszustandes in Europa anscheinend den Sinn für die friedlichen Aufgaben ter^ Vol­ker völlig verloren hat, veranlaßte in der Scnns- tagausgate desGießener Anzei§erss eine Sä­maschine, den LeitaufsatzDie Verfassungsfeien folgendermaßen zu beginnen:

Die Verfassung eines Kriegsfalles ist der Rechtsboden usf. . _

Selbstverständlich muß es J^en- "<nnes Kulturvolkes . . . . Aur der Dru<fiZ^L8 kann aus dem friedlichen und waffenlosen scheu Voll ein Kriegsvoll machen.

Der ftanzösische Minifterrat hat einstimmig 1 EiN HavQS-KoMMeNtar. . die Bedingungen Heiaiots gutgebeiten unter - ris 10 Aug Zu dem Ministerrat von

denen er die Besprechungen über die militärische ^>aris, iv. -aug o offi*

2täumung des DuhrgEts s°rtsichr<m will Diele Stufe na« 6=n> fcntl,* §at>a8 ente 1 herabgemintert. Denn die neue, von Herriot für nach

die bisher geforderten zwei Jahre angeblich vor- der uiilitarif chen ^nmng teö Je Q 9 geschlagene Räumungsftist soll die Dreines

Jahres vorsehen Em Zeitraum, ter schon aus ixrtretenen Mächte auf dem Standpunkt,

wirtschaftlichen Grünten für Deutschland un- Ugten ternttwen . <f jr ^e Kompe- annehmbar ist. Man wird aus diesem Grunde daß diese 0 n?c r e n ? fällt und von ihr

auf weitere kritische Dage in, den Londoner Der^ nicht^zur Sprache gebracht inerten kann. Herriot Handlung«! SEfaßtseinmusten. Auch die Aat 5 ^^^ten Malen erklärt, daß die Räu­

sche, »atz der Generalissimus Soch uu: ten ^me ter Konsequenzen ter Inkraftsetztzung Bedingungen Herriots einverstanden war, durfte Sachverständigenplanes sei und sich unter in Deutschland fein Gründ für einen bei unteren gewissen Bedingungen vollziehen werte. Optimismus sein können. Alles kommt nun auf ^^französische Regierung bleibt ihrer Berpflich- die bisher llare Haltung M a c ö t> na l b« unb ' getreu Es liegt völlig auf der Hand, daß ter Amerikaner an. Em hervorrageni^s Mi. Verwirklichung die Sicherheits­

glied des Kabinetts Herriot erklärte nach einem aran t (en Dei-ücksichtigung finden werten, Pariser Drahtbericht vor tem Mmisterrat einem 9.^ Frankreich und Belgien zu fordern berechtigt Veickreter desMatm : Ansere sa m t l i chen M ar s cha l l F o ch hat sich ihrer Auffassung Alliierten (also auch Del g i en!) ohne irgend- 'völlig an geschlossen eine Ausnahme verlangen von uns eine vourg ung \ > sehr rasche Räumung der seit dem 11. 3a° NäUMUNN

nuar 1923 besetzten Gebiete." Man wird danach I . *>

\ erwarten können, daß diese sämtlichen Alliierten I innerhalb eines japres r auch den einjährigen Räumungsplan n ich t gut- Varis 11. August. Wie terMatin" heißen. Deutschland fordert bekanntlich außerdem {>et Ministerrat brschlo srn, den Plan

auch die Räumung ter vertragswidrig be- ^^umung des Ruhrgebiets einzig und setzten sogenannten S a n k t i o n s g e b i e t e. ,, ^ve r Re Pa ra t i o n s f rag e a b-

Grund genug, den nächsten -^agen nut einiger 6äna; a AU maeßen. Die Räumung des Ruhr-

Sorge entgegen zu sehen. Es wird nicht an den P Lj ^ach dem Plan innerhalb höch-

deutschen Vertretern liegen, wenn die Hos^un- 8 z eines Jahres vor sich gehen. Der

gen Herriots, die er gestern m Pariv aussprach, T französische Plan Hute eine Frist von

nicht erfüllt werden. Er sagte u. a Mfe nach Jahren vorgesehen Die Deu t sch en ver-

seiner Ansicht noch vor Ende der Woche alle | die Räumung in einer Zeit von

Delegationen sich über alle Punkte einigen n. a[s sechs Monaten vor sich

würden. ^ete. Es scheine, daß die Räumung innerhalb

eines Jahres angenommen werte. Die Sich e r he i t s - uu nd S ch u l de n f r a ge, dir das frühere Ministerium gleichfalls von ter Aus­gabe des Kampfes im Ruhrgebiet abhängig machen wolle, werde einer besonderen Beratung Vorbehalten bleiben. Sie erftere Frage und die Frage der Kontrolle der Rüstun­gen werte d e r n ä ch st e n S i h u n g de s D o l- kerbundsrates Vorbehalten bleiten und die Schuldenfrage, wir bereits gemeldet, der Konfe­renz im November, Die nach ter amerikanischen Präsidrntschaftswahl stattfinden werde.

Wie DerMatin" weiter tenajet, war Ge­neral Rollet im Ministenat ter Ansicht, daß man die Räumung des Ruhrgebiets von d e r II e b e r» wachung der deutschen Rüstungen ab­hängig machen müsse. Wir dürfen nicht, fo meinte General Rollet, Essen verlassen, ohne sicher zu fein daß wir auch in der Folgezeit eine Kontrolle über das Kriegsmaterial ausübe^i können, das man in Essen her stellenkönne. Her r io t habe demgegen­über besonders auf die juristischen und po­litischen Grünte hingelviesen und angetunpigt, I daß bezüglich ter Sicherheitsfrage ter Studien­ausschuh des Obersten Rates unter Dem Vorsitz von Paul Boncour einen Beschluß ge­faßt habe. Dieser Beschluß wurde schließlich von dem Ministerrat mit einer Abänderung angenom­men Er sieht die Aufrechterhaltung des vom Völkerbund vorgeschlagenen Planes einer Rüstungskontrolle Deutschlands durch den Völkerbund vor.