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sondere Bedeutung erhalten; danach wird handeln sein!
Konflikts mit Amerika und des gänzlichen Versagens Frankreichs ebenso abrupt abgebrochen worden wie die in Bukarest eben eingetroffene japanische Militärmission Plötzlich abberufen wurde, ohne auch nur erst den Anfang mit Beratungen über ein militärisches Bündnis zwischen Rumänien und Japan gemacht zu haben. Nimmt man zu alledem hinzu, daß dafür die Besprechungen deS japanischen Gesandten in Peking mit dem Sowjetvertreter nicht nur wieder ausgenommen sind, sondern daß sie auch erfolgreich fortschreiten, so haben wir den deutlichsten Beweis für den völligen Kurswechsel der japanischen Außenpolitik. Sie lenkt jetzt endlich in das Falhtr^ wasser ein, daö dem japanischen Staatsschiff eine glattere und geradere Fahrtrichtung verspricht, und die, was für uns von besonderer Wichtigkeit ist, es mit dem unseren parallel laufen läßt. Schon die Tatsache bedeutet für uns eine Erleichterung, daß die Pariser Politik sich nicht in jedem Augenblick Hilfe in Japan gegen uns zu holen vermag. Dann aber werden die geopolitischen Auswirkungen des Rapallovertrages für uns erst im vollen Maße eintreten, wenn Rußland mit China und Japan in ein engeres Verhältnis getreten ist.
Wir haben also allen Anlaß, die weitere Gestaltung der ostasiatischen Vorgänge, im besonderen den amerikanisch-japanischen Konflikt mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. Aufgabe unserer verantwortlichen, amtlichen Stellen muß es sein, bei dieser sich vorbereitenden politischen Umgestaltung im fernen Osten auch dafür zu sorgen, daß wir dabei nicht vergessen werden. Möglichkeiten genug geben uns die für uns in China und Japan vorhandenen Sympathien. Das „ex Oriente luj“ hat nun einmal für uns jetzt nach dem Weltkrieg eine be-
Kammermustk Laubach 1924.
Die Kammermusikfeste, welche im I>2hre 1923 unter der Forderung des Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laü- bach zum ersten Mal im gräflichen Schloß in Lau buch stattfanden und in größerem Maßstab mit besonderer Berücksichtigung der modernen Musik weitergepflegt werden sollen, erlebten am 5. und 6. Juli d. I. ihre erste Wiederholung. In zwei Abendkonzerten brachte das Drummquartett aus Darmstadt Brahms op. 6 7 und in äußerst feiner Stilisierung op. 18, Nr. 5, das Harfenquartett und das ci8-Moll-Streichquar- tett, op. 131 vvn Beethoven zu Gehör. 3n Dachs Solo-Sonate Nr. 1, O-Moll, überraschte Konzertmeister Otto Drumm neben »vollendeter violinistrscher Kultur durch, eig^namige subjektive Auslegung des strengen Dachstils. Mit schwungvoller Begeisterung setzte sich dre klanglich und musikalisch auf bemerkenswerter Höhe stehende Spielervereinigung tn einer Morgenfeier für Wilh. Petersens 2. Streichquartett in einem Sah ein, ein ehrlich gewolltes Werk, welches durch, meisterhafte schematische und kontvapunktische Arbeit besticht, leider aber in der dauernden Ekstase seiner Stimmungen nirgends zu einem Ruhepunkt gelangt. Den Schluß bildete Paul Hindemiths C= Dur-Streichquartett op. 16, das trotz seines abfallenden letzten Satzes, dessen Thematik stellenweise gewagt und problematisch bleibt, sich doch bereits wieder merklich in den Dahnen beherrschter Form bewegt und mit seiner manchmal genialen Satzkunst und seinen starken melodischen Linien heute kaum noch einen Anlaß zur Entrüstung bieten dürfte. Zwischen den beiden atem-
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- Lage Wierkuirskms'
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- Aus
Vie amerikanisch-japanische Spannung und Deutschland. I
Don Dr. Paul Ostwald-Berlin.
Die Frage der japanischen Einwanderung In Amerika wird bei uns im allgemeinen in bezug auf ihre politische Bedeutung nicht richtig eingeschätzt. Denn es muß festgehalten werden, daß es sich hier für Japan niemals um eine Frage politischer oder wirtschaftlicher Lebensnotwendigkeit handelt, so daß um ihretwillen einen bewaffneten Konflikt mit den Vereinigten Staaten heraufzuführen, sich die Tokioer Diplomatie wohl immer sehr hüten wird. Wohl aber ist die Einwanderungsfrage zu einer Prestigefrage für Japaner geworden und damit zugleich zu einem politischen Barometer, an dem man den jeweiligen Stand des amerikanisch-japanischen Gegensatzes ablesen kann. Dieser Gegensatz der beiden Randgroßmächte des Stillen Ozeans ist machtpolitisch und wirtschaftspolitisch gleichsam naturnotwendig begründet, und alle Versuche der japanischen Diplomatie, hier durch Nachgiebigkeit bis zur äußersten Grenze des nationalen Ehrgefühls versöhnend und ausgleichend zu wirken, sind fehlgeschlagen und muhten fehlschlagen. Gerade weil Amerika nach dem Kriege in immer stärkerem Maße auch in Ostasien sich wieder zu betätigen anfing, muhte jeden Augenblick damit gerechnet werden, dah die alte Kluft zwischen ihm und Japan sich wieder von neuem auftun würde, dah die Opfer, die Japan auf der Washingtoner Konferenz durch Aufgabe des Bündnisses mit England, durch Einschränkung seines Flo.tten- baues, durch Räumung von Kiautschou und der Insel Pap gebracht hatte, sich über kurz oder lang als vergeblich erweisen muhten. An eine wirkliche und dauernde Verständigung zwischen Japan und Amerika hat man wohl auch in Tokio nicht geglaubt, wohl aber an ein HinauSschieben des offenen Konflikts, an ein Verdecken deS Gegensatzes bis zu einem Augenblick, der das Mikadoreich nicht ganz isoliert fände. Darin sieht man sich nun in Tokio getäuscht. Ebenso aber auch in der Hoffnung auf die französische Hilfe. Seit den Lagen der Washingtoner Konferenz hat Japan sich darum bemüht, um für den Fall eines vor- zeittgen Ausbruchs des Konflikts mit Amerika wenigstens etwas gedeckt zu sein. Nun hat es sich gezeigt, dah Frankreich sich zwar pie ihm Von Japan gegen sein eigenes Interesse in der Bekämpfung Deutschlands und Rußlands geleistete Unterstützung sehr gern hat gefallen lassen, dah es aber zu irgendwelchen Gegendiensten zur Rückenstärkung der japanischen Politik den Vereinigten Staaten gegenüber nicht bereit zu finden war. Bei den geringes vstasiatischen Interessen Frankreichs, vor allem über bei seiner finanziellen Abhängigkeit von 'Amerika kann diese Haltung der Pariser Politik nicht verwundern. Japan aber hat mit seiner jetzt mehr als ein Jahrzehnt betriebenen reinen Opportunitätspolittk ein zweites Washington erlebt; das dauernde auher acht lassen der großen machtpolitischen und geopolitischen Gesichtspunkte hat sich zum zweiten Male bitter gerächt.
-Immerhin scheint es so, als ob tnan das jetzt in Tokio begriffen hat. Denn weder hat man noch etwas von dem weiteren Verlauf) der Verhandlungen des Gouverneurs von Jn- dvchina mit dem japanischen Auswärtigen Amt gehört, noch ist etwas verlautet von den .Besprechungen des japanischen Botschafters in Paris mit den französischen amtlichen Stellen. Und doch wurde ein neuer Handelsvertrag zwischen Japan und Frankreich, wurden besondere Abmachungen zwischen Paris und Tokio über Jndvchina und Ostasien als nahe bevorstehend angekündigt. Wahrscheinlich sind diese bereits eingeleiteten und stark fortgeschrittenen Besprechungen infolge des neüen
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immer wieder neue Verehrer findet, hat erst in Deutschland ihre Entfaltung erfahren, und neben den vielen Liebhabern, die, wie Goethe und sein Freundeskreis, mit Schere und Federmesser hantierten, die, wie Lavator, aus den feinen Profillinien den Charakter ablesen wollten, gibt es einige bedeutende Künstler, die sich dieser einfachen Methode annahmen und sie aufs Vortrefflichste ausbildeten. Wohl der bedeutendste dieser deutschen Silhouettenmeister war der erst seit kurzem wieder zu verdienten Ehren erweckte Maler Joh. Wilh. Wendt, der 1747 in Halle a. S. oder in der Umgebung geboren wurde. Wendt, der sich auch sonst als ein tüchtiger Meister der Zeichnung offenbart, hat die deutsche Silhouetten-Lieb- haberei zur Kunst erhoben, und sein größtes Meisterwerk ist das SilhvuettenbuchdesGra- fen Franz zu Erbach, das sich unter den berühmten Sammlungen aus Schloß Erbach befinoet.
Der 1754 geborene Graf Franz zu Erbach war ein feingebildeter Mann, der große Sammlungen anlegte und zweimal nach Italien ging, um dort antike Marmorstatuen, Basen, Bronzen, Mosaiken usw. zu erwerben. Auf der zweiten Reise 1791 war er von Wendt begleitet, der in seine Dienste getreten war. Graf Franz war auch ein großer Silhouettenliebhaber, und so entstand in ihm der Gedanke, seine Familie und seine Verwandten, seine Freunde und die wichtigsten Persönlichkeiten seines Hofes in einem Buch mit Silhouetten zu vereinen. Wendt, der sich schon früher in Darmstadt als Silhouettenschneider betätigt hatte und durch seine Schattenrisse in ganzer Figur zu großer Berühmtheit gelangt war, führte das Werk in der Zeit von 1784 bis 1790 mit bestem Gelingen durch. So entstand eine 'Meisterleistung der deutschen Silhouettenkunst. Es
gas Nitz?
Mainz, 10. Juli. (WTB^ Das Kriegsgericht in Mainz verurteilte den Studenten Best von der Universität Gießen wegen seiner Mitgliedschaft zu der im besetzten Gebiet verbotenen Verbindung „Hochschulring deutscher Art und wegen der Einschmuggelung von 12 Gummiknüppeln zu 3 Jahren Gefängnis und 1000 Goldmark Geldstrafe.
Mainz, 10. Juli. (WTB.) Am 29. Julr vorigen Jahres verhandelte das hiesige Kriegsgericht gegen 9 Angeklagte, von denen 5 am 25. April 1923 einen Sabotageversuchau den Schnellzug Paris —Wiesbaden unternommen hatten, während die anderen an der Zerstörung einer Eisenbahntelephonzelle mitgewirkt hatten. Als das Urteil bekannt wurde, das für 7 Angeklagte auf Todesstrafe und für die anderen auf Zwangsarbeit lautete, meldete sich der 32jährige Flugzeugführer Hoffmann aus Hamm, der ohne Pah in das besetzte Gebiet gelangt war, und erklärte, er und andere als die Verurteilten hätten den Sabotageakte ausgeführt. Hoffmann wurde in Mainz---
inhaftiert und krankheitshalber in ein Lazarett I diese
arbeit ablehne. , < - <.
Abg. Läufer (D. Vp.) verlangt, daß die Kreditnot beseittgt werde, damit eine Steigerung der Produktion erfolgen könne. Die Aufwertung sei notwendig, damit wieder Kapitalien angesammelt werden könnten, die der Industrie und der Landwirtschaft zufliehen müßten. Die deutsche Sozialpolitik der Vorkriegszeit sei von einer vernünf- Itigen Entwicklung getragen gewesen, und wenn die jetzigen schweren Jahre vorüber seien, müsse sie diese Art der Entwickelung wieder aufneljmen.
uoergesuyrt, aus Dem er entst o y. Vie unter» suchung über die Teilnahme Hoffmanns an dem Sabotageakt ergab für Hoffmann nichts Belastendes. Trotzdem verurteilte ihn das Kriegsgericht in Abwesenheit wegen Paßvergehens zu 5 Jahren Gefängnis. Vor einiger Zeit kam nun Hoffmann unter falschem Namen nach Mainz, wurde dort ermittelt und in Haft gesetzt. Er beantragte jetzt gegen das Kriegsgerichtsurteil Wiederaufnahme des Verfahrens. Dem Antrag wurde stattgegeben. Das Gericht hob das Urteil auf und verurteilte den Angeklagten wegen Pahvergehens zu 3 Jahren Gefängnis und 1000 Goldmack Geldstrafe.
Ministerialrat Schneider sreigesprochen.
Köln, 10. Juli. (Wolfs.) Das englische Kriegsgericht hat nach 3V2tägiger Verhandlung den Ministerialrat Dr. Schneider heute nachmittag für unschuldig erklärt und in allen Punkten freigesprochen.
Aus der kommunistischen Praxis.
Wie aus Weimar gemeldet wird, hat die gestrige Oandtagssihung mit einem neuen Zwischenfall begonnen. Der auf acht Tage ausgeschlossene Kommunist Beck weigecke sich, das Haus zu verlassen. Die Verhandlungen wurden auf eine Stunde unterbrochen und die Tribünen geräumt. Während der Pause ersuchten Beamte der Landespolizei den Abg.Beck, den Saal zu verlassen. Da er sich weigerte, wurde er durch ein Kommando von zwölf Polizeibeamten hinausgebracht. Die anderen kommunistischen Abgeordneten beschimpften den anwesenden verantwortlichen Innenminister. Schliehllch verlieh die kommunistische Fraktion den Landtag.
Rach einer Meldung aus Essen ist die Weiterführung der Verhandlungen in der Dortmunder Stadtverordnetenversammlung in Frage gestellt, da die Kommunisten, Sozialdemokraten und die Packei der Kriegsbeschädigten, die zusammen die Mehrhett bilden, den Haushaltsplan ablehnten, gleichzeittg aber Beschlüsse faßten, die Kosten verursachen, für die keine Deckung vorhanden ist. Gegen 10 Uhr abends verliehen der Magistrat und die bürgerlichen Stadtverordneten den Sitzungssaal.
Die Durchsuchung der Parlamentsräume.
Berlin, 10. Juli. Der Ael t e stenr at des Reichstags beschäftigte sich heute mit der Beschwerde der kommunistischen Frccktion über die polizeiliche Durchsuchung Der Schränke der kommunistischen Abgeordneten im Reichstag. Mit Ausnahme der Kommuni st en billig- t e n die Parteien das Verfahren des Reichstagspräsidenten, der seine Zusttmmung dazu gegeben hat, nur machten di» Vertreter der nationalsozialistischen Fraktion gewisseVorbe- halte in der Richtung, dah das Verfahren bei der Wiederholung solcher Fälle grundsätzlich geregelt werden müßte.
Hessischer Landtag.
Darmstadt, 10. Juli. Präsident Adelung eröffnet um 9 Uhr die Sitzung. Am Regierungstisch: Staatspräsident U l r i ch u. Minister Raab.
Di?Beratungen werden bei Kapitel 75 (Ministerium für Arbeit und Wirtschaft)
Die Unterbringung der Ausgewiesenen.
Berlin, 11. Juli. (Wolff.) Durch Verordnung des Reichspräsidenten auf Grund des Art. 48 Absatz 2 der Reichsverfassung wird zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet verordnet: § 1 der Verordnung über die vorläufige Unterbringung Ausgewiesener vom 14.Juni 1923 (Reichsgesetzblatt 1 S. 381) erhält' folgende Fassung:
Die Gemeinden des besetzten und des unbesetzten Gebiets sind nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen verpflichtet, aus den besetzten Gebieten verdrängte oder durch unmittelbaren Zwang entfernte oder aus ihren Wohnungen ausgesetzte deutsche Reichsangehöckge und ihre Familien (Ausgewiesene) unterzubringen und alle hierzu efforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Diese Verpflichtungen bestehen auch dann, wenn die Ausgewiesenen In das besetzte Gebiet zurückkehren.
§ 2. Diese Verordnung tritt svsortin Kraft. Berlin, 8. Juli 1924.
gez. Reichspräsident Ebert.
Im Zeichen der „Verständigung"
Neue französische Urteile
versetzenden Wecken schlangen sich unbeschwert and I tänzelnd die graziösen melodischen Gebilde von Julius Weismanns „Phantastischem Reigen" für Streichquartett, die leider durch ihre lyrische Gleichförmigkeit auf bia Dauer etwas ermüden. Dr. H. R.
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Ein Meisterwerk der deutschen Silhouettenkunst.
Die Kunst der Silhouette ist für uns aufs engste verknüpft mit der Zeit unserer llafsischen Dichtung. Klopstock und Lessing. Wieland und Herder, Goethe und Schiller — sie alle und der Kreis von Dichtern, von Fürsten, von schönen Frauen, der sie umgab, tritt ans aus den „holden Finsternissen" dieser „schwarzen Kunst" entmutig und schlicht entgegen. Was heute die Photographie ist, das war damals der Scherenschnitt, dessen reine klare Linien an antike Tasenbilder erinnerten. Zweifellos ist die Vorliebe für die Silhouette in dieser Epoche durch die Begeisterung für das klassische Altertum erweckt worden, mit dem man in dieser Linienkunst manchen Zusammenhang suchte. Soll doch die erste Silhouettenschneiderin Korinthia gewesen, sein, die schöne Tochter des Töpfers Dibutades, die den Profilfchatten des scheidenden Geliebten beim Schein der Lampe an der Wand bewahrte und sich als dauernde Erinnerung aufzeichnete! Die Benennung der neuen Kunst nach dem Sparminister Ludwigs XV. Etienne de Silhouette, der der vornehmen Gesellschaft nicht mehr die kostbaren Gemälde und Pastellbilder, sondern nur noch diese billige Por- tiätterung gestatten wollte, ist mehr zufällig. Die Eilfwuettenkunst, die im 19. Jahrhundert verschie- I deutlich wieder auflebte und auch in unseren Tagen
Dievauf wird üver Kap. 51 (Hocyvauroe» sen) abgestimmt. Dem Ausschuhantrag, die Ausgabe mit 180 550 Mk. zu genehmigen, wird zu-, gestimmt, ebenfo wird Kap. 52 (Ku nst str a h en- Verwaltung) angenommen mit einer Ausgave von 798 425 Mk. Gleichfalls werden die Antrags zu diesen Kapiteln genehmigt.
Die Beratungen werden dann bei Kap. co (Ministerium für Arbeit und Wirtschaft) wieder auf genommen. '
Abg. Dr. Müller (Dbd.) spricht über die Einwirkung des Gutachtens auf dre ßanbtotrt* schäft. Don allen Ständen fei die Landwirtschaft am stärksten belastet. Die deutsche Landwirtschaft brauche Zollschuh. Deutschland werde agrarisch ein oder es werde nicht sein.
Um 1 Uhr werden die Beratungen abgebrochen. Nächste Sitzung heute nachm. 31A Uhr, (Nachmittagssitzung.)
Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 3Va Uhr. Ä
Abg. Delp (Soz.) verlangt eine Erhöhung der Unterstützungssätze für Sozialrenttrer, Kleinrentner, Kriegsbeschädigte und Erwerbslose und wünscht, daß die hessische Regierung sich bei der Reichsregierung für die Schaffung-neiner Erwerbslosenversicherung einseht.
Abg. Hauck (Deutschvölkisch) erläutert einen Antrag, den er dem Hause unterbreitet hat. Dieser lautet: „Ich beantrage, der Landtag wolle beschließen, die Staatsregierung zu ersuchen, bet der Reichsregierung dahin vorstellig zu werben, daß sie die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes über ein Zinswuchergesetz auf dem schnellsten Wege in Angriff nimmt und dem Reichstag Vvr- Ie9tQrbg. Hahn (D. Dpt.) verlangt von der Regierung, daß sie die Landwirtschaft schützt. Die Landwirtschaft sei am Ende ihrer Kräfte. Der Kckeg habe die Bestrebungen zur Förderung der Produktion zurückgeworfen. Der unreelle, verteuernde Zwischenhandel müsse beseitigt toerben. Ein gewisser reeller Zwischenhandel müsse aber bestehen bleiben. Der Redner widerspricht der Forderung nach Aufhebung staatl. landw. Aemter und Einckchtungen.
Eine Richtigstellung.
Zu dem Deckcht über die Abstimmungen im Petitivnsausschußdes Landtags, dem wir am Mittwoch veröffentlichten, wird uns vom Abg. Dr. Werner beckchtigend folgendes mitgeteilt:
Der Antrag des Abg. Dr. Werner verlangte nicht die Wiedereinführung der S v m m e r- zeit, sondern wandte sich mit guten Gründen d a- gegen. Der Antrag Dr. Werner wurde auch nicht abgelehnt, sondern der 3. Ausschuß stimmte ihm zu und richtete an die Regierung das Ersuchen, auch in Zukunft gegen die Einführung der Sommerzeit auszutteten.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 11. Juli 1924.
Der neue Provinzialdirektor.
Provinzialdirektor Heinrich Leonhard G r a e ß dessen Ernennung zum Provinzialdirektor für Oberhessen und Kreisdirektor des Kreises Gießen laut „Darmstädter Zeitung" vom 7. Juli datiert ist, wurde am 23. Mai 1869 in OLonSheim (KreiS Worms) geboren. Ostern 1888 machte er sein Ma- turum in Worms, dann studierte er tn München. Berlin und Gießen. 1896 wurde er bei den Kreisämtern in Bensheim, Mainz, Alsfeld und Dieburg verwandt. 3m Jahre 1898 war er KreiS-
aufgenommen. , „r
Abg. Schott (D. Dpt.) verbreitet sich über die gegenwärtige schwierige Lage der Landwirtschaft. Getreide- und'Viehpreise wären derartig niedrig, dah dadurch die landwirtschaftlichen Betriebe kaum noch aufrecht zu erhalten feien. Sie Veranlagung nach dem Wehrbeitrag zeige gerade in Hessen besondere Härten. Die Jndustrieprodukte ständen heute noch zum größten Teil über Friedenspreis, die landwirtschaftliche Bevölkerung habe gar keine Kaufkraft mehr. Die ßanbtoirt* schäft verlange Zollschutz. ,
Abg. Felder (Ztr.) erftärt, ferne Partei fei gegen den schematischen Achtstundentag und verlange diese verkürzte Arbeitszeit für Bergwerke und lebensgefährliche Betriebe. Es fei ein Widersprach bei der Sozialdemokratie, wenn sie auf der einen Seite Annahme des Sachverständigen-Gut- achtens verlange, auf der anderen aber eine Mehr
amtmann in Dieburg, 1900 wurde er nach Heppen-, heim verseht. 1901 kam er als Mlnisteckalserretäv in das Ministerium des Innern, im Oktober 1905 wurde er ständiger Hilfsarbeiter im Ministeck um des Innern mit dem Charakter als Regierungsrat. Am 1. Juni 1911 erfolgte seine Ernennung zum Vortragenden Rat im Ministerium des Innern mit dem Amtstitel Oberregierungsrat. Am 1. April 1917 wurde er Kreisdirektor in Sieb rg, <yn I.Julil 1921 Kreisdirektor tn Friedberg.
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Straßenbahn-Wünsche an das Publikum.
Von der BettiebSleitung der städtischen Straßenbahn wird uns geschrieben:
Seit der Wiederinbetriebnahme der Straßenbahn übergibt das die Straßenbahn benutzende Publikum in seinem größten Teil dem Wagenführer kleinere und auch g r ößer« Geldscheine, die ein Wechseln des Geldes erforderlich machen. Da es für deft Einzelnen in der Regel ein Leichtes ist, sich vor Beginn der Fahrt mit dem nötigen Kleingeld zu versehen, wäre eS im 3nter- esse deS Verkehrs außerordentlich erwünscht,
im Somme Dienstag, 15. 0 Men, zur Ze Orchesters unter Hoff abgemacht Drohte ihrer Ar tei auherordeni fcmg Mn Mm tineg bekannten
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" Die gr ton morgen ifr ftü unsere sieb« toten Laub, o
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sind ganzfigurtge Schattenbilder, mit der Schere aus mattglänzendem schwarzen Papier geschnitten und auf meergrünem, mit Wasserfarben hergestellten Hintergrund äufgesetzt. Sie zeichnen sich durch ebenso große Sorgfalt und Genauigkeit der Ausführung wie durch Schörcheit, Grazie anb Natürlichkeit vor den meisten anderen Darstellungen der Zeit aus. Stellung und Deiweck find, von großer W Wechslung und Eigenart; die wenigen zeichnerischen Ergänzungen, in Spitzen, Federn und dergleichen, sind mit größter Feinheit durchgeführt. Die ganze Welt eines lleinen Fürstenhofes unseres klassischen Zeitalters mit ihrer feinen Kultur und vornehmen Lebenshaltung entfaltet sich hier vor uns. Da sehen wir die Herren mit Zopf und Haarbeutel, den Degen an der Seite, wie sie lesen, den Stock in der Hand, spazieren gehen, behaglich die Pfeife schmauchen, wobei der Rauch im Schattenriß angedeutet ist, als Reiter hoch zu Roh, als Jäger mit Hund und Flinte: der eine sieht durch ein Fernrohr, der Leibarzt hebt daS Ucknglas hoch; der Sekretär führt eifrig den Gänsekiel. Die Hofleute find fein, vornehm in ihren Bewegungen, von fast tänzelnder Anmut, die Offiziere tn ihren pompösen Uniformen derber und kecker, die Beamten würoig und gemessen. Auch die Damen mit den großen Frisuren, den wallenden Feder hüten finden hierbei mannigfache Beschäftigungen: lesend, zeichnend, die Harfe schlagend, ein Prischen nehmend usw. Die Matronen wandeln mit Stock und Strickbeutel daher; die jüngeren sind sehr zierlich mit ihren feinen Jabots und den steifen Reifröcken. Die Kiiwer sind wie die Erwachsenen gekleidet, haben etwas Altkluges und fühlen sich schon auf dem Schaukelpferd und mit der Pappe als große Herrschaften,


