vrnS und Verlag: vrühl'sche Unwerfitäts-Vuch- und Stelndruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.
Die Politik von gestern. I
' ^2Tnfab Macdonald dürfte mit sehr ge-
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der
Poineare erteilt gute Ratschläge
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Paris, 10. Juli. (WTB.) In der heutigen Senatssitzung begann die Beratung der Interpellationen über die auswärtige Politik der neuen Regierung, die am Dienstag stattfinden sollte, aber wegen der Ankunft Rarnsay Macdonalds in Paris auf heute vertagt wurde.
Als
schien wirtschaftlichen und finanziellen Einheit ist das zweite Problem, das im Einvernehmen mit Deutschland bei der Regelung des Sachverständigengutachtens gelöst werden mißu Der Begriff der wirtschaftlichen und finanziellen Einheit schließt auch die Verwaltungshoheit in sich und bedingt die Wiederherstellung des status quo vor dem Ruhreinbruch.
Weiter kann gar kein Zweifel darüber bestehen, daß die deutsche Produktion nicht durch Fortdauer der militärischen Besetzung in dem nicht vertragsmäßig besetzten Gebiet gehemmt werden kann.
Die Staatsmänner Englands und Frankreichs sind in Paris zusammengekommen und haben sich bemüht, eine Konstruktion zu finden, di» das Sachverständigengutachten nicht als außerhalb des Vertrages von Versailles stehend erscheinen läßt.
Ohne zu diesen Beschlüssen gegenwärtig Stellung^ zu nehmen, muß doch festgestellt werden, daß 'die Einschränkung der deutschen wirtschaftlichen und finanziellen Souveränität durch das Sachverständigengutachten über die Bedingungen hinausgeht, zu Lenen wir nach dem Vertrage von Versailles verpflichtet sind.
Man kann uns deshalb diese Bedingungen nicht aufzwingrn.
Die Entscheidung unterliegt letzten Endes einer Beschlußfassung des Deu,tschenReichstags. Für diese Beschlußfassung wird es entscheidend sein, vb der Vertrag von Versailles, auf dessen formeller Durchführung in bezug auf die Kompetenzen der Reparationskommissron von der Gegenseite so entscheidender Wert gelegt wird, auch darin wiederhergestellt wird, daß für Deutschland diejenige Grenzegilt. diees nach demVertrage vonVersailles hat, und daß Sicherheit dafür geschaffen werden muh, daß alle darüber hinausgehenden Besetzungen im Zusammenhang mit der Durchführung des Sachverständigengutachtens a u f h ö r e n. Rur durch die Anerkennung dieser Grundsätze werden wir bei den bevorstehenden Abmachungen diejenige Grundlage erreichen, die eine neue Aera wirtschaftlicher Verständigung an Stelle Les bisherigen Systems der Gewalt seht.
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IHacöonalö vor dem Unterhaus
London, 10. Juli. (WB.) Im Unterhaus richtete Daldwin an Macdonald die Frage ob er nach seiner Rückkehr aus Paris eine Erklärung abgeben könne.
Macdonald
Nr.
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deutschen Regierung zerstört werden.
Hochverratsprozeffe.
Elberfeld, 10. Juli. (WTB.) Aas der heutigen Iahrestagung des Eisen- Stahlwaren - Industriebundes
Poincar6
die Tribüne besteigt, wird er von seinen Parteifreunden mit Beifall begrüßt. Einige Senatoren der Linken rufen: Rieder mit dem Krieg! Etliche Senatoren aus der Mitte des Hauses erwidern: Das sagen wir auch! Poincars selbst beginnt seine Rede mit den Worten: Es lebe der Friede! Rieder mit dem Krieg! Das sind zwei Ausrufe, die der Senat einstimmig annehmen kann. Aber es fragt sich: Durchweiche Mittel kann man den Frieden aufrechterhalten und den Krieg verhindern? Ministerpräsident Herri o t weiß, daß ich seinen Patriotismus und seinen Mut anerkenne.
Ich werde also nicht versuchen, ihm seine Aufgabe zu erschweren.
Ich wünsche nur einige Tatsachen ins rechte Licht zu sehen: Man darf eine Politik nicht desavouieren, die der Senat immer unterstützt hat. Wenn der Bericht Dawes möglich gewesen ist, so nur deshalb, weil wir die Ruhr beseht haben. Hätte sich Herriot vor der Ruhr- besehung nach England begeben, dann hätte er nicht die Resultate erzielt, die er erreicht hat. Er habe die Zusammenarbeit mit England immer gesucht und cr danke Herriot, daß er die gleiche Einstellung unternehme.
Der Plan i
sichere Deutschland große Vorteile zu, obzwar diese Vorteile nur temporär seien. Dir Reparationskommission habe Deutschland aufgs» fordert die notwendigen gesetzlichen Dispositionen 'zu treffen. Dis jetzt habe Deutschland das nicht getan und er befürchte, daß es sich inlLon» don bemühen werde, die Einzelheiten über seine grundsätzliche Zustimmung za dem Reparations» plan zu revidieren. Die zukünftige Zahlungsfähigkeit Deutschlands könne man nach' seinrr augrn- blicklichen Lage nicht abschähen. Das hat^n di» Sachverständigen zugestanden. Aus diesem Grunds hätten sie auch die Zahl der Annuitäten nicht bestimmt, weil sie dadurch eine neue Schuldsumme hätten bestimmen müssen. Poincars nimmt dann die von ihm so oft in öffentlichen Reden verbreitete Versio i über die Vorgeschichte der Ruhr- besehung wieder auf und sucht alsdann seins Handlungen zu rechtfertigen.
Die Sachverständigen haben sich wohl gehütet, zu erklären, daß die D e s a h u n g s k v st e n in die Schuldziffer Deutschlands eingesetzt werden mühten. Sie hätten sich damit begnügt, zu sagen, daß man nicht mehr als eine gewisse Summe
fordern dürfe. Welche Opfer man auch von Frankreich verlange,
der Dawesbericht bietet Garantien, die man bis jetzt nicht gehabt habe,
aber die Anempfehlungen der Sachverständigen müßten effektiv werden. Poincars streifte alsdann die Frage, vb das Foreign Office mit seiner Frage recht habe, daß gewisse Bestimmungen des Sachverständigenplanes aus dem Rahmen des Friedensvertrages heraustreten. Er' v e r n e i n t diese Frage und erwartet, daß Ministerpräsident Herriot nicht den Vertrag von Versailles antasten lassen werde. Rur möge man bedenken, daß die Reparationskvm- m i s s i o n Deutschland nicht zwingen könne, neuerliche Maßnahmen zu treffen und gewisse Gesetze zu votieren, sondern die alliierten Regierungen. Macdonald habe die Absicht, Deutschland gut zuzureden. Er habe wenig Vertrauen in diese Methode.
Er bitte dringend, daß man die Zwangsmittel nicht frühzeitig fallen lasse,
die man in Händen habe, die eines Tages vielleicht notwendig werden könnten. Deutschland dürfe keine neuen Vorteile aus dem Sachverständigenplan ziehen. Wenn man ihm Erleichterungen gewähre, dann sehe man kein Ende ab. Deutschland könne nur am Ende der Konferenz berufen werden, wenn die Alliierten unter sich vollkommen einig seien, und wenn die alliierten Regierungen die Zustimmung ihrer Parlamente erlangt hätten. Dor allen Dingen müsse Deutschland die notwendigen Gesetze annehmen. Zum Schlüsse sagt Poincarß, auf der Konferenz von London werde Deutschland versuchen, den Grundsatz der Reparationen zu verleugnen. In Deutschland bemühten sich alle Parteien, den Kampf gegen den Friedensvertrag fortzusehen. Es erkläre, daß es den Vertrag von Versailles gezwungen unterzeichnet habe. Deutschland wolle eben die Verantwortlichkeit für den Krieg nicht tragen und entfalte deshalb eine große Propaganda, um das kaiserliche Deutschland zu ent» Laften. Deutschland habe den Krieg erklärt. Es habe Frankreich nicht an der gemeinsamen Grenze angegriffen, sondern sei in Belgien eingebrochen. Hier liege die Verantwortlichkeit für den Krieg.
Als Poineare seine Rede beendet hat, bereiten ihm etwa zwei Drittel des Senats Ovationen.
Einige Senatoren verlangen, daß die Rede öffentlich angeschlagen wird. Poincarä erklärt, sie sei zu lang, aber er werde einen Auszug machen und ihn unter seine Kollegen verteilen. Morgen wird Ministerpräsident Herriot das Wort I ergreifen. I
schien.
erwiderte:
Da in Paris eine bebau erliche Lage entstanden sei, die die Arbeit für das Zustandekommen der interalliierten Konferenz über die Anwendung des Sachverständigenverichts zu zer» stören drohte, sei er nach Paris gegangen, um zu versuchen, die Hindernisse zu beseitigen. Die Regierung sei der Ansicht, daß d i < äußerste Anstrengung gemacht Werder solle, um den Sachverständigenbericht unverzüglich in Wirksamkeit zu setzen. Es sei wesentlich, daß die für den 16. Juli festgesetzte interalliierte Konferenz abgehalten werde. ,
Da zahlreiche Einzelheiten geregelt werden müßten, bevor der Bericht durchgeführt, werden könne, und da einige dieser Regelungen eine gründliche Erörterung seitens der Sachverständigen des Schatzamtes sowie juristischer Sachverständiger erfordern würden, werde es nicht immer leicht sein, zu Vereinbarungen zu gelangen. Die französische öffentliche Meinung sei Nicht geneigt, zi gestatten, daß der Sachverständig rnbericht als Ersatz für die Bestimmungen des Versailler Vertrages angesehen werde. Sie sei jedoch geneigt, ihn als neuen and besseren Weg zur Behandlung der Reparationsfrage anzusehen.
Macdonald erklärte ferner, es sei eine wesentliche Grundlage im Sachverständigenbericht die Aufbringung einer Anleihe von 40 Millionen Pfund. Dies könne nicht geschehen, wenn nicht die Leute, die bereit seien, ihr Geld anzulegen, einige Sicherheit hätten, daß ihre An-' lagen nicht durch eine politische oder militärische Aktion von feiten der alliierten Regierungen oder
Die Forderungen Deutschlands.
Strefemcmn wiederholt die Erwartungen und Voraussetzungen der deutschen Regierung für London.
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Kommunistische Handgranatenfabrikanten.
Leipzig, 10. Juli. (Wolff.) Der süddeutsche Senat des Staatsgerichts- hvfs ist zu einem neuen Tagungsabschnitt zu- fammengetreten. Heute wird gegen den Schneider Lambart -Stuttgart und Genossen wegen Verbrechens des versuchten Hochverrats und Verbrechens gegen das Sprengstvffgesetz verhäng delt. Der Angeklagte Lambart, der nach der 2In “ klage der Obmann für die Waffen» und Munitionsbeschaffung der kommunistischen Partei ist. wird beschuldigt, im Auftrage eines gewissen Walter, der identisch ist mit dem Führer der Tscheka Erich Wollenberg, eine Bestellung von Material für 100 000 Handgranaten vermittelt und die Verarbeitung des Materials sowie seine Weiterleitung besorgt zu haben. In der Tannerschen Fabrik in Feuerbach bei Stuttgart wurden 100 000 Mesfingzünder bestellt, die als Gassparer ausgegeben wurden. Der Angeklagte Wilhelm Brecht, Flaschnermeister in Stuttgart, hat nach der Anklage die als Um- hüllung dienenden Büchsen besorgt. Der Eisendreher Gustav Häusler aus Winnenden, der Mechaniker Hermann Daher, der Revolver» dreher Lorenz R a l l und der Eisengießer Alexander Gläser, sämtlich aus Stuttgart, sollen an der Anfertigung bzw. Weitergabe der Handgranaten mehr oder weniger beteiligt gewesen sein.
Sämtliche sechs Angeklagte wurden wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit einem Verbrechen gegen das Sprengstoffgeseh und einpn Verbrechen gegen den § 1 des Gesetzes zum Schutze der Republik verurteilt und zwar erhielten: Lambart 8 Jahre Zuchthaus, Häusler 3 Jahre Zuchthaus, Brecht, Bayer und Rall je 6 Jahre, Gläser 1 Jahr Zuchthaus. Auf die erkannten Strafen werden bei Lambart, Brecht, Bayer, Häusler je 6 Monate, bei Gläser 3 Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. In der Begründung des Urteils wird ausgeführt, daß Stuttgart ein Herd f Ü r die kommunistischen Bestrebungen gewesen ist, die Republik mit Gewalt zu stürzen. Bei allen Angeklagten sei für erwiesen erachtet, daß diese Sprengstoffe bei einem gewaltsamen Sturz der Republik verwendet werden sollten.
Separatistische Stohtruppler.
Leipzig, 10. Juli. (WTB) Der V. Straf» senat des Reichsgerichts hat den Schlosser Walter ©eng aus Elbing und den Maschinenschlosser Otto Knuth aus Schadeck an der Lahn wegen Beihilfe zum Hochverrat zu je drei Jahren 6 Monaten Zuchthaus verurteilt, außerdem den Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte für dis Dauer von fünf Jahren aberkannt. Die Angeklagten, die im Alter von 19 bzw. 23 Jahren stehen, haben sich in Ems für die Schutz- truppe der Rheinischen Republik an» werben lassen, ©eng hatte u. a. vor dem Residenzgebäude Dort en s Posten gestanden. Knuth hat an einem Streifzug der Separatisten nach Montabaur teilgc» nommen. Die Angeklagten behaupteten, auf der Suche nach, Arbeit in die Hände der Separatisten geraten zu sein, ohne gewußt zu haben, wer die beschäftigte. Das Gericht sah als erwiesen an, daß die Angeklagten die Separatistenbewegung kannten und den separatistischen Banden zum Schaden des eigenen Vaterlandes wesentliche Hilfe geleistet habe».
mitnahm und dem, was am Quai d'Orsay daraus gemacht wurde, selbst unter Berücksichtigung der unbestreitbaren Tatsache, daß ohne Kompromisse die hohe Politik nicht denkbar ist, so erhebliche, ist der Rückzug Macdonalds vor der Unbelehrbarkeit der französischen „Sieger" so auffallend, daß das Bild der Londoner Konferenz nach der Pariser Reise nur als eine Karikatur der ersten Entwürfe erscheint.
Es erscheint überflüssig, im Einzelnen diese Behauptung besonders za beweisen. Der gestern von uns veröffentlichte Wortlaut der Herrivt- Macdonaldschen Erklärung beweist zur Genüge, in welchem .Umfange der Brite dem Franzosen zuliebe umgefallen ist. Und das amtliche Frankreich hat sich, beeilt, diesen Sieg über die Vernunft und Gerechtigkeit, die in den Vorschlägen und Plänen Macdonalds sich zu regen begann, durch' einen offiziösen Kommentar zu dieser Erklärung unterstreichen. Es wird demnach' auch nach London alles beim Alten bleiben. Die von Macdonald gewünschte neutrale Schiedsstelle wird die unfelige Reparations kommissivn ein« nehmen — Deutschland wird zur Konferenz nicht zugezogen — ’ die Fragen der interalliierten Schulden und das famose „Sicherheitsproblem" werden entgegen der tags zuvor von Macdonald Vertretenen An- und Absicht ebenfalls beraten — die Politik von gestern, die das „Objekt" Deutschland gleich' einem Spielball in den Händen verwilderter Kinder -behandelte, wird in London neue herrliche Blüten treiben.
Vorausgesetzt, daß Deutschland alle diese neuen Verdrehungsversache and daß die anderen Teilnehmer die Pariser „Vorschläge"- hinnehmen werden. — Denn — und das ist die einzigs Hoffnung — diese Pariser Abmachungen haben nur den Charakter von V o r s ch l ä g e n , sie sind, vom Standpunkt ihrer Pir Heber aus gesehen, nur c*n taftncfjeg Manöver, um die Konferenz don London nicht von vornherein durch' die um i|re Stellung und ihre Macht besorgten Politiker von gestern zum Scheitern zu bringen. Sie alle — die Unenttoegten in Frankreich mit Poincare <rn ber Spitze und die frankophile britische Presse siud hochbefriedigt von dem Erfolge ihres .Druckes" auf Herriot, der zu der „Rrttungs- altron" durch Macdonald und zu der Riederlage der Vernunft führte, dis der „Umfall“ des bri- tildjen Premiers darstellt. Eine andere Frage ist, wie werden die Amerikaner, die Väter des Lawesberichtes, sich' zu dieser „Dattik" stellen, was werden die Italiener und Japaner, deren Vertreter offen und eindeutig die ersten Vorschläge Macdonalds als durchaus annehmbar und sinngemäß bezeichneten, gegenüber den neyen Vorschlägen tun. Und welche Stellung wird die deutsche Regierung in und zu dem Londoner Spiel einnehmen? Es wird ein Kampf um und gegen bie Politik von gestern oder ein neues Verbrechen an Deutschland und dem Weltfrieden sein. Da dies das einzige ist, was heute f e st steh t, er» ßcben sich aus dieser Tatsache alle Erwartungen, Bünfche und Hoffnungen von selbst.
Die Hoffnung auf Amerika.
Sonbon, 10. Juli. Wie Reuter erfährt, harscht in den verantwortlichen Kreisen Londons ^gemeine Befriedigung über das Er-
s. Pariser Besprechungen. Man erwartet jei)t mit Bestimmtheit, daß die Konferenz der At- Uierten am 16. Juli zusammentritt. U n g e = •JL.it scheint aber noch hinsichtlich der Be- ^schaft der Vereinigten Staaten zu "t«0, einen Vertreter in die Reparationskom- rVk*0n £u .entsenden. In den maßgebenden eng» ri^en Kreisen hegt man jedoch bestimmte Hoff- rung, daß die Vereinigten Staaten dieser An» iv-ung nachkommen werden, die a l s Ausdruck des Wunsches der britischen Regierung betrachtet werden könne, die Basis der Re- parationskommissron zu verbreitern, dasDertrauen bas Funktionieren des Dawesberichtes zu ftär» und den Zeichnern der deutschen Ausland- Mleihe das Gefühl der: Sicherheit zu geben.
mischten Gefühlen auf den Verlauf seiner Pariser Rettungsaktion zurückblicken. In der geteilter» schwulen Atmosphäre des Quai d'Orsay sind die Bluten seiner Hoffnungen und Entwürfe, die er uw -Lage feiner Abreise dem Unterhaus in einem Weißbuch verehrte, rasch dahin gewelkt. Die Tugend-Rosen des Macdonaldschen Buketts sind verdorrt, und nur die Dornen französischer Unbe- lehrbarkett beweisen dem „Retter" des Herrn Herriot, daß auch der beste Wille nicht genügt, um mit dem Frankreich von heute eine Politik wahrhafter Verständigung zu betreiben. Denn der Geist, der dieses Frankreich beherrscht, und die Begierden, die diesen Willen trieben, sind von g e ft e r n, und diese, von Macdonald unterschätz- ten Kräfte haben sich als so stark erwiesen, daß sie die schönen und guten Absichten des englischen Premiers im Handumdrehen in ihr Gegenteil verehrten. Wir haben die britische Umfall» Methode, die mit Welterrettungsplänen und mit den ehrlichst klingenden Versöhnungsfanfaren beginnt und die nach dem erzielten „Einvernehmen" mit Frankreich genau fo unduldsam und so unvernünftig wie das Getue der Poincaristen wird, wir haben diese Umfall-Methode und ihre für uns verderblichen Folgen zu oft beobachten müssen, um überrascht darüber zu sein, daß der zum ersten Male eine verantwortliche und führende Staatsstellung versehende Macdonald dieselbe Politik von gestern betreibt, aus der seine geschulteren Vorgänger sich gegen Frankreichs Willen nicht zu befreien vermochten.
Immerhin ist der Unterschied zwischen dem, was der englische Premier an Plänen nach, Paris
ndbücherei, 3b. 9: nb feint Wunder, r Mte Unlwrfl- ^(abmann M/ toxi ingen nad) Original* PoowgrMvi. Hkc* ,n W. bl.l - Dtr durch c'tm E-Met rühmlichst 18 gewaltige Stoffgebiet unb führt in 36 2or» finge der HimmelSlmide [ernt btr aufmerksam alle HwMlserfchünun. Srbe die WW Jonbes dir Mrr^ Idotz bi« Ursachen bet des Detters u|®.
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Elberfeld sprach
Dr. Etresemann namens der Reichsregierung den Dank für die an die Reichsregierung ergangene Einladung Und machte im Anschluß hieran eta>a folgende Ausführungen:
Die Lage der deutschen Industrie ist gekennzeichnet durch' die außerordentlichen Kredit» scha>ierigk eiten und die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten namentlich der Aus- fuhrindustr i e. Die (Steigerung der deutschen Ausfuhrtätigkeit ist aber gleichzeitig die Grundlage für die von Deutschland nad)> dem Sachverständigengutachten zu leistenden Kriegsentschädigungen, deren Uebertragung an das Ausland aus dem Ueberschuß der deutschen Wirtschaft ohne Gefährdung der deutschen Währung erfolgen solle. Damit ist \
die Frage der Entwicklung der deutschen Ausfuhr zum Kernproblem der Durchführung des
Sachverständigengutachtens geworden, von dessen Lösung seine reibungslose Durchführung abhängt. Diese knüpfe sich> an drei Voraussetzungen: einmal die Wiedsr- herstellung der ungehemmtsn Entwicklung unserer weltwirtschaftlichen Beziehungen, sodann der
Wegfall der wirtschaftlichen Hemmungen im » Innern
und endlich die Lösung der Kreditfrage, nicht nur im Sinne einer Aenderung der Politik der Reichsbank, sondern auch' des Heveinströmens ausländischer Kredite.
Im Zusammenhang mit dem Fortfall der Deutschland durch' den Versailler Verttag aufsr- legten handelspolitischen Fesseln und im Zusammenhang mit dem Interesse der Alliierten an der Steigerung der deuffchen Exportleistungen für die Möglichkeit der Uebertragung deutscher Kriegsentschädigungszahlungen, ist wohl zu erhoffen, daß die Stera der Handelsvsr- tragsverhandlungen, vor der wir stehen, uns die wirtschaftliche Gleichberechtigung wieder verschaffen wird. Die Herstellung der deut
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Ate dem Leben Freiherr von ®djen.
1 A- ton Drvstr.tzülz. tot Scheffel (Dnlaa HM) 2n ihm fünft* tung entoidelt sich die ™ Sammelbecken fla|* gt auch bk vorliegende Oagendbuche zeigt sich )off als Äeislerin der I unb scharfe Deobach» arallcrs. Sichenbocks Dichtung ist unsterblich ntische Novelle erzählt .chen Glücksfinbes, bas ragen läfjt Dagegen ist Geschichte eines Kreuz* ttuctsvvller Drohe. Ur* en Dartburgroman be- n glänzendes Murbild
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General-Anzeiger für Gberhefsen
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